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Nr. 217 Erstes Blatt Donnerstag den 16. September
1807
Der Kleiener Anzeiger erscheint täglich, eiit Ausnahme des Montags.
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Die Festtage in Ungarn.
Endlich ist der Wunsch der Ungarn erfüllt, und Kaiser "Wilhelm weilt mitten unter ihnen. Für eine Woche ist der Kleine Ort TotiS aus seiner Ruhe berausgeriffeu und zum Mittelpunkt des allgemeinen Jnteress s erkoren worden, seitdem die erlauchten Gäste daselbst weilen, um an den Manöver« -er österreichisch-ungarischen Armee theilzunehmen. Don jeher hat sich der deutsche Kaiser bet seinen Besuchen in Oesterreich «iuer sehr sympathischen Aufnahme zu erfreuen gehabt- der Empfang in TotiS gestaltete fich ganz besonders herzlich, da die Ungarn unserem Kaiser ein warme- Interesse entgegen bringen und ihm lebhafte Gefühle widmen. Die Eljenrufe, mit denen er bet seiner Ankunft begrüßt wurde, kamen auS aufrichtigem Herzen und thun angesichts der Behandlung, weicher die Deutschen jktzt in Oesterreich fich zu erfreuen Haden, besonders wohl.
Freilich haben auch die Ungarn einen Kampf geführt -egen daS Deutschthum und das letztere in den Hintergrund zu drängen gewußt, aber ihr Bestreben hatte eine gewiffe Berechtigung, ihrem Naionalgesühl mußten fie Rechnung tragen und außerdem bilden sie einen besonderen selbstständigen Staat und sie haben eine ruhmreiche, tausendjährige Geschichte hinter fich. Nun fie ihrer Sprache und ihren Sitten die gebührende Beachtung wieder erworben haben, lasten fie auch dem Deutschthum Gerechtigkeit widerfahren und verfolgen mit großem Interesse und neidlos den großen Aufschwung, den daS Deutsche Reich in den letzten Decennien genommen hat. Insbesondere vom Kaiser Wilhelm II. haben die Magyaren eine hohe Meinung, seine Ritterlichkeit findet bet ihnen viel Berständniß, und die Begeisterung, mit der er überall in Ungarn empfangen wird, ist nicht etwa der AuS- stuß einer vorübergehenden Laune, sondern der ernste Ausdruck der Urberzeugung der Nation. Der krastvollen und eigenartigen Persönlichkeit deS Kaisers flogen thte Herzen zu, und das Heil, welche- dem befreundeten Herrscher entgegen tönt, ist aufrichtig und treu gemeint. In diesem Sinne sprechen stch die ungarischen Blätter ohne Unterschied der Partei- fiellung au-, welche die Ankunft Kaiser Wilhelms alS ein eben so erfreuliche-, wie auch wichtiges Greigniß feiern. Schon lange hat die ungarische Hauptstadt da- Verlangen gehabt, den Kaiser tu ihren Mauern zu sehen- noch im letzten Jahre glaubte man allgemein, er werde gelegentlich der Mtlleniumsfeter Budapest besuchen. ES war jedenfalls nur Zufall, daß bei den Besuchen in Oesterreich Ungarn niemals die ungarische Hauptstadt begrüßt wurde, aber trotzdem hatten die Bewohner oer transletthamschen Stadt diese anscheinende Zurücksetzung gegenüber Wien schmerzlich empfunden. Daß man nun daS Ereigntß festlich begeht und dem Katser einen enlhufiasttschen Eapfang bereitet, ist nicht -u verwundern, und Hoch und Niedrig wetteifert in dem Bestreben, dem ^aste zu zeigen, welchen Werth man diesem Besuche beilegt.
Auch in politischer Beziehung wird derselbe reiche Früchte tragen, da Ungarn ein Factor innerhalb des Dreibundes ist, mit dem gerechnet werden muß. Schon seit längerer Zett liegt der Schwerpunkt der österreichisch-ungarischen Monarchie in Budapest, insbesondere seitdem die innerpolttischen Ver- hältniffe in Oesterreich so mißliche geworden find. Ungarn ist etu treuer Anhänger des Dreibundes und eine große Stütze desselben. Auch in Ungarn kann man es nicht ver- -stehen, wie die Regierung in Wien eS über fich zu gewinnen vermochte, gegen die Deutschen so schroff vorzugehen. Vielleicht hat der Besuch Kaiser Wilhelms die Folge, daß eine andere Richtung in der Badeni'schen Politik eiugeschlagen wird. Denn in Ungarn ist man davon überzeugt, daß ein ittueß Festhalten am Dreibunde eine politische Nothwendig- ikeit ist, daß aber auch ein Zusammenhalten der Völker eine Nothwendigkelt ist, soll dar Bündniß der Regierungen von bauerndem Werthe sein. (xx)
Wolff- telegraphische- Correspond enz-Bureau.
veeli», 14. September. Die Leiche des bekanntlich während der Reise deS Kaiser- in Norwegen verunglückten Lieutenants v. Hahnke wurde heute auf dem Garnisons- ckirchhofe feierlich beerdigt.
Hufuw, 14. September. In Gegenwart der Behörden iunb unter zahlreicher Betheiligung der hiesigen Einwohner- schäft fand heute die feierliche Grundsteinlegung des Denkmals für Theodor Storm statt.
veutheu i. Oberschl, 14. September. Die gesammte Belegschaft der Jenny-Otto-Grube, gegen 700 Mann, welche seit Ende vergangener Woche die Arbeit eingestellt hat, ist auf Grund der Gewerbeordnung wegen Ungehorsams enllaffen worden.
Karlsruhe, 14. September. Wie ötc „Karlsruher Zeitung" meldet, reisen der Erbgroßherzog und die Erbgroß- h erzog in heute in Vertretung des Großherzog- zu den Feierlichkeiten anläßlich de- Jubiläum- de- Königs O-kar nach Stockholm.
St. Oueuttu, 14. September. Präsident Faure fuhr bei der heutigen Truppenschau zunächst im Wagen die Fronten der Treffen ab und wohnte sodann mit dem König von Siam in der Tribüne dem Vorbeimarsch der in Parade stehenden Regimenter bei. Die Volksmenge begrüßte die Soldaten sehr beifällig. Nach der. Parade vertheilte der Präsident an mehrere auswärtige Offiziere Orden--Auszeichnungen.
Madrid, 14. September. In der Provinz Ciudad Real ist der die Stadt Valdepenna- durchfließende Gebirgsbach aus den Ufern getreten und hat arge Schäden verursacht, welche auf mehr als 5 Millionen Pesetas geschätzt werden. Bisher wurden mehrere Leichen aufgefunden, doch ist die Zahl der Opfer noch nicht festgestellt.
Depeschen de- Bure«« »Herold/
Berlin, 14. September. Der „Retchsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung deS Louisenord enS mit der Jahreszahl 1813/14 au die Prinzessin Ludwig von Bayern, ferner eine Anzahl von Auszeichnungen an bayrische Staatsangehörige.
Berlin, 14. September. Dem „Berl. Tagebl." wird au- Madrid telegraphirt: Entgegen den bisherigen Ankündigungen der Regierung, welche eine Rückberufung von Truppentheilen aus Cuba in AuSficht stellen, halten militärische Kreise eine Vermehrung der Truppen auf Cuba für nothwendig. Im Monat October werden fich 20000 Mann nach Havanna einschiffen. Die Lage der Regierung ist sehr kritisch. Der Sturz der conservativeu Herrschaft gilt für unvermeidlich.
Berlin, 14. September. In ZahlungSschwterig- leiten ist die Ausstellung Transvaal gerathen. Sie ladet ihre Gläubiger zu einer Besprechung auf Mittwoch Bormittag ein.
Berlin, 14. September. Der Ausschuß für die Ueberschwemmten soll am nächsten SamStag eine Sitzung abhalten, um über mehrere eingegangene Unterstützungsgesuche Beschluß zu faffen. Demnächst wird daS Central-Comits zusammentreten, um über die Beschlüffe deS AuSschuffeS zu befinden- alsdann werden an die LocalcomtiüS größere Summen adgesandt werden.
Kiel, 14. September. Der Katser wird zum Stapel- lauf deS Panzerkreuzers „Ersatz Leipzig" hier erwartet.
Wilhelmshaven, 14. September. Der Panzer erster Klaffe „Ersatz Friedrich der Große" ist heute Bormittag glücklich vom Stapel gelaufen. Prinz Heinrich rauste das Schiff „Kaiser Wilhelm II."
Wilhelmshaven, 14. September. Nach dem heute Dor- mittag stattgefundenen Stapellauf des Ersatzsch'ffeS Friedrich der Große fand im Casino ein Frühstück zu 92 Gedecken statt. An demselben nahmen u. A. Prinz und Prinzessin Heinrich Theil. Der Prinz brachte zunächst ein Hoch auf den Kaiser auS und später auch auf den Admiral Knorr, der heute seine silberne Hochzeit feiert.
Frankfurt a. M-, 14. September. Die „Franks. Ztg." meldet au- Ruhrort: Der Wasserstand tst erneut auf 4.70 Meter gestiegen. DaS untere Geleise am Kaiserhafen tst überschwemmt, indeß wird keine wettere Verkehrsstörung eintreten, da gegenwärtig Stillstand herrscht.
Nürnberg, 14 September. Auf dem Parteitag der freisinnigen Volkspartei wurde der auf die Militär- und Martnefragen bezügliche PaffuS deS Programms angenommen. Alle dazu gestellten Anträge wurden abgelehnt. Gleichfalls zur Annahme gelaugte da- gesammte Programm, die land- wirthschastlichen Fragen betreffend. Dem letzteren wurde ein neuer Absatz hinzugesügt, der sich auf die Abgabe von Streu und die Einrichtung von Freibänken bezieht.
Karlsruhe, 14. September. Heute Vormittag begann die 22. Hauptversammlung der deutschen Vereine für öffentliche Gesundheitspflege. Anwesend find 320 Mitglieder. Fast alle größeren Städte find ver- treten. Als staatliche Vertreter find anwesend: der badische Minister de» Innern, Etsenlohr, RegterungSrath Rübler vom RetchSgesundheitSamt, Geh. Oder-Medictnalrath Dr. Ptstor vom Cllltus-Mtnistertum, RegierungSrath Dr. Dietz als Vertreter der Alters- unv JnvaltditätS-DerficherungS-Anstalt im Großherzogthum Heffen, Geh. Rath Dr. Günther aus BreSlau vom Schlefischen LandeS-Medictnalwesen. Der Großherzog von Baden hat die au ihn ergangene Einladung aus Gesund- hettSrücksichten nicht anuehmen können. Minister Eisenlohr
begrüßte die Versammlung NamenS der badischen Regierung, um das hohe Jntereffe zu bekunden, daS die badische Regierung an den Bestrebungen des Verein- nehme. Der Minister hebt hervor, unbestritten erscheine ihm, daß durch ein Zusammenwirken der Regierungen mir den Gemeinden mit Hilfe der Wiffenschafr bet vielen Gelegenheiten im öffent- lichen Leben die besten und dauerndsten Erfolge erzielt werden könnten. Die Regierungen seien zwar nur, abgesehen von großen Aufgaben, auf unliebsam empfundene polizeiliche ZwangSmaßregelu beschränkt, während den Organen der Selbstverwaltung die Aufgabe zufällt, alle die Einrichtungen zu schaffen, die für die gesunde Entwickelung der Gemeinden nothwendig seien und dazu beitragen, den unbemittelten Klössen den Kampf um die Existenz zu erleichtern. Nach dem vom Geh. Sanitätsrath Dr. Spieß-Frankfurt a. M. erstatteten Geschäftsbericht zählt der Verein zur Zeit über 14000 Mit- glteder.
Wien, 14. September. Da- „Neue Wiener Tageblatt" erfährt, daß der Friedensvertrag noch in dieser Woche unterfertigt werden wird. Al- Bestätigung für die Richtigkeit dieser Nachricht sührt daS Blatt an, daß der rusfiswe Botschafter v. Neltdow Konstantinopel gegen Schluß dieser Woche verläßt.
Budapest, 14. September. Heute früh fuhren Katser Wilhelm und Katser Franz Josef tu die Gegend von Tömörd, wo fie zu Pferde stiegen. Für Mittags waren beide Monarchen zum Schlohherrn Esterhazy zum Frühstück geladen. Zu demselben haben außerdem die Erzherzöge Josef und Rainer, sowie Graf Eulenburg, General v Hahnke und der russische Generalstabschef Einladungen erhalten.
Budapest, 14 September. Die Polizei hat die Ab» Haltung des von den hiesigen Socialdemokraten für die Zeit der Anwesenheit Kaiser Wilhelms geplanten großen Umzuges der Parteigenoffeu categortsch verboten.
Budapest, 14. September. Laut Beschluß der Kauf- mannshalle sollen ab 16. September sämmtliche Spirituosen im Preise erhöht werden.
Budapest, 14. September. Nach den neuesten Dispositionen erfolgt die Abreise des deutschen Kaisers nach Mchacz Mittwoch Nachmittag 4 Uhr. Kaiser Franz Joseph reist etwas früher ab, um Katser Wilhelm in Mohacz zu erwarten. Dort werden große Vorbereitungen zum Empfang der Monarchen getroffen. Im Jagdrevier wird ein prachtvolles Zelt errichtet, worin Gottesdienst unter freiem Himmel gehalten wird. Die AuSschmückungSarbeiten in Budapest werden mit fieberhafter Eile betrieben. Besonder- effectvoll verspricht die Jllumina.ion zu werden.
Budapest, 14. September. Hiesigen Blättern zufolge wird unmittelbar nach dem Besuch de- deutschen Kaisers der König von Rumänien hier als Gast erwartet. Der Tag seiner Ankunft ist noch unbestimmt. Wahrscheinlich trifft er am 27. ds. Mts. ein. Die Begegnung der Herrscher des DreibundeS zu Homburg, TotiS und Budapest soll durch deu Besuch deS Königs von Rumänien gleichsam eine Ergänzung bilden und alS Kundgebung dienen für die Intimität, tu welche Rumänien zum Dreibünde getreten ist und welche in Rumänien als Anlehnung an den Dreibund bezeichnet wird.
TotiS, 14. September. Nachdem die Manöver gestern um die Mittag-zeit ihr Ende erreicht hatten, fuhren die Monarchen in die Stadt zurück. Im großen Kaiserzelt wurde das Frühstück eingenommen. Beide Kaiser pirschten später in dem berühmten Esterhazy'schen Wildpark. Abeuds covcertirte ein Waldhorn Quartett in einer Barke auf dem glänzend erleuchteten See.
Paris, 14. September. „Libre Parole" zufolge wird Präsident Faure fich mit seiner Gattin nach Algier begeben.
Paris, 14. September. Aus Sunk el Arba wird berichtet, daß in der letzten Nacht ein sehr heftiges Erd beb e« verspürt wurde. Gegen 2 Uhr Morgens fanden erst einige leichte Stöße statt, während um 4 Uhr unter donnerähnlichem Getöse verschiedene heftige Erschütterungen erfolgten. Die Einwohner wurden in unbeschreibliche Panik versetzt. Eine große Anzahl ist obdachlo- geworden. Die meisten Einwohner flüchteten auf die Felder, um dort zu übernachten.
Madrid, 14. September. Zur Carlisten-Bewegung wird noch gemeldet, daß der Papst die Katholiken Spanien- aufgefordert hat, fich in keiner Weise an derselben zu be- theiligen.
Loudon, 14. September. Nach Meldungen auS BuenoS- AyreS haben die Heuschrecken daselbst großen Schade« angerichtet. Die Ernte ist zum größten Theil verloren.
Loudon, 14. September. Aus Patr aS wird telegraphirt, daß in einer dortigen Goldgrube fünfzig Arbeiter um- gekommen find.


