de» jetzigen Gesandten in Stockholm, Kammerhtrrn Joh ann Heaermanu-Lindenerone, besetzt werden würde.
Berlin, 14. Januar. Der Oeconom des Reichstage», Schulze, beanspruchte in einer Eingabe an den Präsidenten bc8 Reichstages eine Beihilfe zur Löhnung feines Per- i.mals im Betrage von 4000 Mk. für die Session, andern, falls er von derOeconomie zum 1. April d. I. zurück treten werde. Der Vorstand des Reichstages hat einen Beschluß in dieser Angelegenheit noch nicht gefaßt, doch hofft man, daß eia Ausgleich gefunden werde.
Berlin, 14. Januar. Vom 1. April ab wird in Ber« Iin eine polnische Tageszeitung erscheinen. DaS Blatt wird von Mitgliedern der Polevfraction des Reichs- rageS begründet und wird von sämmtlichen Polenveretnen Berlins und der Umgegend osficiell eingesührt.
Berlin, 14. Januar. Zum Proceß v. Tausch meldet ein Berichterstatter, der langsame Fortgang der Untersuchung gegen von Tausch hat dem Vernehmen nach an höchster Stelle Anlaß gegeben, eine möglichste Beschleunigung deS Verfahrens anzuregen. Darauf dürfte auch der Besuch zurückzuführen sein, den Prinz Alexander Hohenlohe vorgestern dem Ober- staatSanwalt Drescher im Moabiter Criminalgertcht abftattete. Prinz Hohenlohe conferirte etwa eine halbe Stunde mit dem Oberstaatsanwalt in deffen Amtszimmer.
Altona, 14. Januar. Der Margarine-Fabrikant Mohr hat sämmtliche Beleidigungsklagen zurückgezogen und auch fein Stadtverordneten-Mandat niedergelegt.
Bremen, 14. Januar. Drei Packhäuser der Firma Meyer & Strauch stehen seit heute Morgen 4 Uhr in Flammen.
Mönchen, 14. Januar. Ja dem hiesigen Zuchthause wurde heute Morgen ein Aufseher, während er in der Schuhmacher-Werkstätte sein Frühstück einnahm, von einem Sträfling durch zahlreiche Stiche mit einem Schustermeffer getödtet. Da« Motiv der Thal ist Rache.
München, 14. Januar. Die „Münch. Reuest. Nachr." dementiren die Nachricht, daß anläßlich des hundertjährigen Geburtstages Kaiser Wilhelm I. deffen Büste in Anwesenheit dks Kaisers, des gesammten bayerischen Hofes u. s. w. in der Walhalla aufgestellt werden sollte. Die von dem Prinzregenten gestiftete Büste sei allerdings bereits fertig, gestellt, könne jedoch nach dem Willen des Erbauers der Walhalla, König Ludwig II. erst 10 Jahre nach dem Tode des zu Ehrenden, also im Jahre 1898, in der Walhalla Aufstellung finden.
Budapest, 14. Januar. Bei den Probebohrungen für die Pfeiler der neuen Donaubrücke ist man auf Ofener Seite auf eine neue mächtige Heilquelle gestoßen, welche täglich 10 bis 12000 Cubikmeter heilkräftiges Wasser zu 43 Grad Celsius liefert. Die Quelle soll zu einem Frauenbad benutzt werden.
Rom, 14. Januar. Die plötzliche Abreise des Generals Baldissera von Mass au ah wird lebhaft commentirt. Es heißt, der König wolle die Ansicht des Generals über den FriedenSvertrag hören und Nerazztni werde die Rückreise an den Hof MenelikS vorerst aufschieben.
Rom, 14. Januar. Dr. Duretti, Secretär deS Ministeriums des Innern, ist nach Bombay abgeretst, um die Abfahrten der nach Italien bestimmten Schiffe zu beauf- sichtigen.
Mons, 14. Januar. Die Direktoren der belgischen Kohlengruben treten hier demnächst zusammen, um sich über eine Lohnerhöhung für alle Kategorien der Grubenarbeiter zu verständigen. Diese Maßregel bezweckt, die Strikeagitation der Socialistensührer zu bekämpfen.
Paris, 14. Januar. In der heutigen Senatssitzung wurde Loubet mit 205 Stimmen zum Präsidenten des Senats gewählt.
Paris, 14. Januar. Der CassationShof verwarf heute die Revision des wegen Brandstiftung zum Tode ver- urtheilten Deutschen Simon.
Paris, 14. Januar. Zwischen dem Martnemlntster und dem Marinerath ist bezüglich des neuen Flottenplanes ein Conflict ausgebrochen. Der Minister besürwortrt den Bau von Panzerschiffen mittlerer Größe von 8 bis 9000 Tone. Gervais, Rieunter und Duperre halten jedoch die Construction von Panzerschiffen mit einem Gehalt von 12000 Tons für unerläßlich. Die Marine-Commission hat jedoch auf Anschaffung einer Flotte von großen Kreuzerdampfern verzichtet.
Loudon, 14. Januar. Aus Suez wird gemeldet, daß der allgemeine Gesundheitszustand daselbst ein ganz vorzüglicher sei. Der Krankheitsfall, welcher, wie berichtet wurde, auf dem Dampfer „Imperator" vorkam, sei durchaus nicht die Beulenpest gewesen.
Loudon, 14. Januar. BIS heute sind insgesammt für die Hungerleidenden in Indien 42000 Pfund gezeichnet worden. Zu diesem Zwecke spendete der Director der „Pall Mall Gazette", Arthur, anläßlich der Annahme seines Naturalisationsgesuches 2000 Pfund.
Rewyork, 14. Januar. „Tribüne" veröffentlicht einen Artikel, !n welchem der Plan der Vereinigten Staaten, be- treffend die Monopolisirung des Handels in den südamerikauischen Staaten dargelegt wird. Zu diesem Zweck hat sich ein Verband der Großindustriellen der Vereinigten Staaten gebildet. Seit der Wahl Mac Kinley« ist der Verband, welcher ca. 1000 Mitglieder zählt, äußerst rührig. In CaraccaS sollen Waarendepots gegründet werden - ferner sollen tu allen größeren Städten Südamerikas sogen. Comptoirs für amerikanische Producte errichtet werden, um die europäische Concurrenz aus dem Felde zu schlagen. Mac Kinley soll der Verwirklichung dieses Planes sehr geneigt sein.
Berlin, 15. Januar. Graf Goluch owSky wird noch am Tage seiner Ankunft in Berlin, am SamStag den 16. dS., vom Kaiser empfangen und am Abend desselben TageS zur Hostafel gezogen werden. Für die Conferenzen mit dem Fürsten Hohenlohe wird vermuthlich der Montag benutzt wer-
dkn und am Ditnitag r-hit Gras Goluchowrky nach M-n äUlOt8etli», 15. Januar. Der BundeSrath hat in seiner gestrigen Sitzung den NachtragS-Antrag Preußens, betreffend die AuSsllhrung de« Bdrsengesetz!«, dem zustLndigen AuS- fdjufle^ü^ Januar. Wie die „Beri. Nlnest. Nach!.-' meiden, reicht- der Sh-s des Jng-nieur.Pwnirr Carp», Ge- neral Salz, aus Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit seine Entlastung ein. , v
Berlin. 15. Januar. Der frühere Director der Rheinisch- Westfälischen Bank, v. Krieg Sheim, ist mit Hinterlaffung von 60,000 Mark Schulden verschwunden.
Kiel, 15. Januar. Der feit 9 Tagen überfällige dänische Dampfer „B ornHolm" traf nach stürmischer Fahrt schwer beschädigt im hiesigen Hafen ein.
Hamburg, 15. Januar. Eine Versammlung von Ewer- führeru beschloß festes Aushalten der Strikenden. Gestern Abend fand eine Sitzung des Arbeitgeber-VerbandeS Zwecks Stellungnahme zu der Resolution der Arbeiter statt.
Osterode im Harz, 15. Januar. Ein Individuum Namens Mahn, welches durch den Forstaufseher Rose festgenommen wurde, gestand, das Attentat gegen die Lehrerin Busch in Moringen verübt zu haben.
Wien, 15. Januar. Der „Neuen Freien Presse" zu- folge hat der ungarische Ministerpräsident Baron Banffy gestern mit dem Grafen Goluchowsky conferirt. Die Ankunft Banffy« und seine Conferenz mit Goluchowsky werden mit des Letzteren Reise nach Berlin in Zusammenhang gebracht.
Mailand, 15 Januar. Der bekannte Philantrop Abu Baron Anelli, der Begründer der in der ganzen Lombardei verbreiteten VolkSbäckereien, hat sich im Stadtpark erschoffen. AIS Motiv der That gelten finanzielle Schwierig- ketten.
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Gießen, den 15. Januar 1897.
♦* SleinS Saalban. Heute, Freitag Abend findet wieder eines der beliebten Abend-Concerte statt, auSgeführt von der hiesigen Regimentsmusik. DaS Programm ist für einen sogen. „Wiener Abend" zusammengestellt, also Musik Wiener Componisten, die zur Fröhlichkeit animirt.
** Gegen unlauteren Wettbewerb. Die erste Klage auf Grund deS Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb ist dem hiesigen Amtsgericht vor einigen Tagen behändigt, doch ist gleichzeitig damit eine Privatklage wegen Beleidigung verknüpft. Klägerin ist eine hiesige Firma, Beklagter deren früherer Buchhalter, der seit seinem Austritt auS seiner Stellung seinem früheren Chef unlautere Concurrenz gemacht, und dabei noch Beleidigungen ausgestoßen haben soll. So wenigstens behauptet die Klage.
** KriegervereinSjubiläen. Im Laufe dieses Jahres feiern, wie die „Drmst. Ztg." zu berichten weiß, 84 Kriegervereine des GroßherzogrhumS ihr 25jähriges Stiftungsfest, davon 45 in Starkenburg, 36 in Rheinhessen, 3 in Oberhessen.
** Muffen Invalidität«- rc. Rentenempfänger noch weiter Marken kleben und bis wann? lieber diese, sehr weite Kreise interesfirende Frage hat soeben das ReichsversicherungSamt die Entscheidung gefällt. Bisher war eS immer zweifelhaft, ob derjenige Jnovliditäts , Alters- oder Unfallversicherte, welcher auf Grund eines dieser drei Fälle Rente bezieht, trotzdem noch weitere Beitragsmarken kleben kann oder muß, oder ob mit dem Bezüge der Rente auch jede Versicherung ihr Ende findet. Die Entscheidung des RLtchSversicherungS- amteS geht nun dahin, daß bei Empfängern von Invalidenrente jede Versicherung aufhört, daß dagegen bei Empfang von Altersrente die Versicherung fortgesetzt werden kann und bet Empfang von Unfallrente fortgesetzt werden muß. Bei der freiwilligen Fortsetzung der Altersversicherung ist jedoch Voraussetzung, daß der Versicherte mindestens noch ein Drittel des früheren Tagelohnes verdienen kann. Ob ihm hierbei aus Wohlwollen ein höherer Arbeitslohn bezahlt wird, als er nach feinen Leistungen verdient, ist dafür nebensächlich. Der Empfänger von Unfallrente ist von der Fortsetzung der Versicherung nur dann befreit, wenn die JahreSrente, die er empfängt, mindestens 114,70 Mk. beträgt.
** Die Durchführung bet Converfiou der 4procenligen preußischen Consols soll, wie die „Frkf. Ztg." hört, Anfang Februar begonnen werden. Die Regierung beabsichtige, hierfür in weitem Umfange die Thäligkeit der Reichsbank zu beanspruchen. Außer sämmtlichen Reichsbankhauptstellen sollen auch die Reichsbankstillen in Aachen, Braunschweig, Caffel, Chemnitz, Coblenz, Crefeld, Dresden, Elberfeld, Erfurt, Essen, Görlitz, Halle, Karlsruhe, Kiel, Lübeck, Mainz, Metz, Nord- Hausen und Wiesbaden damit betraut werden- feiner die Regierungs-Hauplkassen, in Frankfurt auch die Kreiskasse. Es ist nicht beabsichtigt, neue Stücke auszugeben, vielmehr werden die einzureichenden Schuldverschreibungen nebst TalonS und Coupons mit einem, die Zinsherabsetzung von 4 auf 31/3 pCt. ausdrückenden Stempelvermerk versehen werden. Bei größeren Privatbanken und Geldinstituten, Sparkassen, Großcapitalisten rc. soll die Abstempelung auch in deren Räumen durch Beamte der Reichsbank stallfinden können.
Friedberg, 12. Januar. Im vorigen Jahr erregte die von Herrn cand. theol. Dr. Gr einer modelllrte Porträt- büste deS Herrn Geh. Kirchenrathes Diege! großes Aufsehen. Gegenwärtig ist wieder eine von bedeutendem künstlerischem Talent zeugende Arbeit deS Herrn Greiner in dem Schaufenster der Bindernagel'schen Buchhandlung ausgestellt. Da« Rellefblldniß LntherS ist vorzüglich gelungen. ES ist nicht etwa eine Nachahmung eines der bekannten Lutherköpfe, sondern eine originelle Neuschöpfung, eS zeigt Luthers Cha- racterkops in einer ganz selbständigen und neuen Auffaffuvg. Trotzdem Herr Greiner ursprünglich nur für sich eine Studien
skizze hatte schaffen wollen, hat er sich dock auf vielfache« Zureden zur Vervielfältigung und zum Verkauf der Abgüffe entschloss14 Januar. Wir berichteten s. Zt., daß in der Nacht vom 3. auf den 4. October 1895 auf den halb gelähmten Rentier Pfeiffer Hierselbst ein Mord- versuch ausgeführt wurde. Es scheint, daß eS dem Verbrecher damals um einen Raub zu thun gewesen. Ein s. Zt. verdächtiger und in Haft genommener Knecht und deffen Ge- liebte konnten ihr Al'bt nachweisen, wehhalb man sie wieder auS der Haft freigab, und so schien eS, als ob der Thäter unentdeckt bleiben solle. Gerade ein Jahr nach der That wurde der Landwirth Ehr. Heß II. von hier gefänglich eingezogen und nach Gießen verbracht, wo derselbe in Unter». suchungshaft gehalten wird. Der Verhaftete ist der leibliche Neffe des verletzten Pfeiffer und scheint eS, daß die Verdachtsmomente sich hinreichend erweisen, damit durch eine Verhandlung vor den nächsten Geschworenen die That eine Sühne erhält.
+ Schotten, 15. Januar. Die Gastwirtschaft in dear „Lehrerheim Vogelsberg" ist nun an eine tüchtige. Wirthschafterin auS Rheiuheffeu vergeben worden.
Nidda, 12. Januar. Eine gerechte Strafe wurde hier einem Metzgerlehrling zu Theil, der dem Hund eine« hiesigen Bürgers aus purem Muthwllm ein Stück vom Schwänze abgehauen hatte. Er wurde zu einer dreiwöchigen Hoftstrafe wegen Thterquälerei verurtheilt.
Büdingeu, 14. Januar. Genoffenschafts - Jnftructor A. Bai st in Offenbach, Löwenstraße 2, hat an eine größere Anzahl ihm bekannter ehemaliger Angehörigen des Büdinger Gymnasiums ein Rundschreiben gerichtet, Pfingsten 1897, 7. bis 9. Juni nach Büdingen zu kommen, um zwanglos auS eigenem Antrieb mit alten Jugendfreunden wieder einmal zusammentreffen zu können und erbittet Anmeldungen an seine Adreffe nach Offenbach.
Ilbeshausen, 11. Januar. Zwei Schuljungen von acht Jahren wollten auS dem Holzschuppen Holz ins Schulzimmer tragen. Durch Herausnehmen eines Stückes fiel das hoch- ausgeschichtete Holz, welches auch bereits unterhöhlt war, zusammen und v e r l e tz t e den einen Jungen so schwer am Kopfe und den beiden Armen, daß Lebensgefahr vorhanden ist. ES wurde sofort ärztliche Hülfe in Anspruch genommen. Der andere Junge erhielt einige leichtere Verletzungen.
Mainz, 44. Januar. Der Mitteldeutsche Fabri- lantenber ein hielt heute Mittags im Gutenberg Casino seine Generalversammlung ab, die gut besucht war. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herrn Direktor Beck Biebrich, erfolgte die Rechnungsablage durch den Secretär, Dtrector Dittmar-Mainz. Die Ablage schließt mit einem Kassenvorrath von 1900 Mk. ab. Nach dem Voranschlag pro 1897 ist eine sich dickende Einnahme und Ausgabe von 6400 Mk. vorgesehen. Dem Kasfirer wurde Decharge er- theilt und die Herren v. Fritsche-Frankfurt und Director Steeger-Mainz zu RechnungSrevisoren ernannt. Bet der Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt die Herren Rich. Avenarius-GaualgeSheim, Dr. L. Beck Biebrich, Commerzien- rath Gustav Böhm-Offenbach, Frirdr. Fehr-Flach-Wiksbadeu, Director Hummel-Hochheim a. M., Director Kohn-Frank- flirt a. M., Hans Kopp-Frankenthal, Dtrector Dr. Pauly- Höchst a. M. und E. WeiSmüll:r-Bockenhelm. Unter den geschäftlichen Mitthellungen gab der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Vereinsverfammlung am 11. Februar statifinden und in dieser Herr Leopold Sonnemann über die Brüsseler Weltausstellung einen Vortrag halten wird. An den geschäftlichen Theil der Generalversammlung schloß sich ein Vortrag deS Herrn Justizrath Dr. Reatz Gieren über die Vorgeschichte und die hauptsächlichsten Bestimmungen deS Bürgerlichen Gesetzbuches. Rechtsanwalt Dr. Fuld-Mainz schloß sich erläuternd den Ausführungen Dr. Reatz an und hob habet besonders die für die Industrie wichtigen Bestimmungen hervor. Um 2 Uhr erfolgte Schluß der Versammlung und ein gemeinsames Mahl. (Frkfi. Ztg.)
• Professor Linde« fluffige Luft. AuS Berlin berichtet die „Post" vom 13. ds.: Flüssige Luft war der Stoff,, mit dem Herr Dr. SpieS in der alten „Urania" gestern vor einem dicht gefüllten Auditorium experimentirte. Um die Hörer in den Gegenstand feine« Vortrages etnzusühren, beleuchtete der Vortragende zuerst das Gesetz der kritischen Temperatur. Jedes GaS hat nämlich einen bestimmten Temperaturgrad, oberhalb btffen eS selbst durch den gewaltigsten Druck nicht verflüssigt werden kann und diesen Wärmegrad nennt man die kritische Temperatur deS Gases. Daß man dieses Gesetz nicht kannte, ist der Grund, daß man so lange die Bestandthelle unserer Lust: Sauerstoff und Stickstoff als permanente Gase bezeichnete und ihnen die negative Eigenschaft zuschrieb, nicht verflü sigt werden zu können. Der Vortragende zeigte das Gesetz an einem zuge'chmolzenen GaSrohr mit flüssiger Kohlensäure, deren kritische Temperatur bei 39 0 C, liegt, die sich also bei gewöhnlicher Temperatur durch eine Druckpumpe gut verflüssigen läßt. Als das Rohr mit flüssiger Kohlensäure auf 48 0 erhitzt wurde, verschwand die Flüssigkeit und der ganze Inhalt deS Rohres war gasförmig, sobald aber die Temperatur unter 39 0 sank, bildete sich bet dem herrschenden Druck wieder flüssige Kohltnsäure. Der Vortragende zeigte weiter, daß eine Temperaturerniedrigung eintritt, wenn flüssige Gase verdunsten oder compri- mltte Gase sich ausdehnen. Er ließ zum Beweise flüssige Kohleniäure aus einer Bombe in einen Sack strömen, wobei durch die gewaltige Verdunstung so viel Wärme gebunden wurde, daß ein Theil der Kohlensäure in den festen Zustand überging, und als Kohlensäureschnee auS dem Scck heranS- geschüttet wurde. Mit diesem Schnee wurde daS intereffante Experiment gewacht, daß er mit Aether gewischt und in einem Gefäß über eine Flamme gesetzt doch noch eingetauchteS - Quecksilber zu einer schmiedbaren Metallmaffe gefrieren ließ..


