Ausgabe 
15.10.1897 Erstes Blatt
 
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-um Zwecke der Herausgabe vou periodisch erscheinenden Be- richten über die Lage der hessischen Laudwirthschaft in da» Staatsbudget eingestellt werde. Der Antrag entspreche eine« Antrag de» LandeSauSschusse» der landwtrthschaftlichen Vereine. Die Antragsteller halten die Herausgabe solcher etwa regel« mäßig alle fünf Jahre erscheinender, seither gänzlich fehlender Berichte für überaus uothwendig. Diese bisherige Lücke in der BereioSarbeit wird um so mehr empfunden, al» die float» ltche und vereiuSorgauifatorische Thätigkett und deren Maß« »ahmen zur Zett in starker Zunahme begriffen find und die Kenntnißvahme und BerÜckfichtigung des Geleisteten für die Borberathnng und die Inangriffnahme neuer Arbeiten unbe- dingt erforderlich ist. Hierbei aber gerade dürfte die Her» au-gabe genannter Berichte sehr förderlich fein. Die Heraus« gäbe genannter Berichte gebe zugleich dem Lande und Großh. Regierung Rechenschaft über die Verwendung der vom Staat für die Laudwirthschaft aufgewendeten Mittel. Sie bilde ferner ein «eist nicht zu unterfchätzendeS Mittel zu gegen­seitiger Aneiferung in den Bestrebungen zur Förderung der Landwtrthschaft.

Die Stenerauffeher deS GroßherzogthumS haben au die Zweite Kammer der Laudstäade die Bitte um Unter­stützung ihre» Gesuchs um anderweitige Regulirung ihrer GehaltSverhältniffe gerichtet.

* Koc-oISki-Eoncert. Musikdirektor Heinrich Porg es in München schreibt 16. Oerober 1896 (Münchener Neueste Nachrichten). KoczalSkt spielte diesmal außer derSonate pathetiqne vou Beethoven nur Compofitiouen von Chopin. Zu diesem seinem großen Landsmann steht er in einem be« sonders intimen Berhältniß- seine R-productionSweise ist da in jeder Hinsicht congenial. In dem Momente, wo er eine Schöpfung Chopin» beginnt, scheint sich sein ganzes Wesen zu verwandeln- wir haben daun keinen Knaben mehr vor un», sondern sühlen uns von einer geradezu männlichen Leidenschaft und Kraft de» An-druckS berührt. Da- war sowohl in der Etüde in C-moll (aus Op. 10) wie in dem ersten Allegro de» ConcerreS in E der Fall. Die Wiedergabe des letzteren Stückes war übrigen» vom Anfang bi» zum Schluß eine Meisterleistung. KoczalSkt bewies darin eine bewunderSwerthe Gabe der Judividualisirung. Wie feelenvoll spielte er die schwärmerisch-zarten Melodien, mit welch' jovialem Humor da» Thema deS Schluß-RondoS! Die verwickeltsten technischen Schwierigkeiten überwand er mit größter Leichtigkeit und da­bei verstand er eS, das Paffagewerk nicht nur mit durch­sichtiger Klarheit, sondern mit innerlich durchgeistigter Form- gestaltung zu verkörpern.

*H. btadttheater. ES ist erfreulich, daß in der Hoch- fluth der erscheinenden neueren Lustspiel-Erzeugnisse sich mit­unter eines findet, da» zu sehen und zu hören wirklich Ge­nuß bereitet und sich nicht in der Sphäre de» Abgeschmackten, Absurden und Trivialen breit macht. Ein solch gutes OpuS, das auf da» eben Angeführte vollen Anspruch machen darf, wurde uns gestern Abend in dem LustspielRosenkranz und Güldensteru", dessen Dersaffer ein Herr Michael Klapp ist, geboten. Die Handlung bafirt auf dem guten Ton der besseren Gesellschaft, ist fein in Anlage und Durch­führung, gute, witzige Einfälle und eine wirksam angelegte Situationskomik geben Anlaß, fich dabei bestens zu awüfireu. Einige Scenen erzielten eine äußerst belustigende Wirkung. Der Jahalt de» Stücke» ist kurz folgender: Fürst v. Lieben- stein sendet feinen Sohu Graf Ernst auf Reifen, damit dieser weltmännisch, kavaliermäßig sich auSbilde,seinen Roman" erleben und dadurch da» eavoir-vivre studtren möge. Der zum Reisebegleiter de» Grasen angenommene Barou Rosen­kranz erhält vom Fürsten eine Instruction sür vorkommende Reisezufälltgkeiten- zugleich wird bestimmt, daß der junge Graf incoguito die Welt sehen soll. Barou Rosenkranz hat nun den Einfall, feinen Schutzbefohlenen unter dem Namen Güldensteru vorzustellen, wa« acceptirt wurde. Beide gehen nun aus Reisen, und in der Schweiz, in einem Hotel am Vierwaldstädtersee, erlebt nicht nur der junge Graf alias Güldenstern, sondern auch Rosenkranz seinen Roman. Ersterer verliebt fich gegen die Instruction seines Vaters in eine Bürgerliche, in die Enkelin Bilma des dort anwesenden SanitätSrathS Düring, letzterer (Rosenkranz) tu die Tochter der Gräfin Kienborn, Clariffe. Die Handlung erreicht ihren Höhe- und Schluhpuukt in der Erscheinung deS ankommenden Fürsten, der, nach Aufkärung vorkommender Verwechslungen, seine Zustimmung zur Verbindung der fich Liebenden giebt, zumal er erfährt, daß die Geliebte seines Sohne» ihm nahe verwandt ist. Dazwischen spielen als dort anwesende Ver- goügungSreiseude ein sächsischer Rittergutsbesitzer, ein jüdi­scher Bankier mit Sohn, sowie ein Engländer recht ergötzliche Nollen. Gespielt wurde flott und liebenswürdig. Die Herren Boehm (Gras Ernst) und Janson (Baron Rosen­kranz) führten ihre nett gezeichneten Ltebhaberrollen elegant »nd ansprechend durch. Wohlgelungen war die Wieder- »ade deS auch vom Verfasser gut gezeichneten Fürsten Sieben« stein durch Herrn Liebscher- sein Spiel war bi» in die Detail» vortrefflich. Herr Dtrector Helm entfaltete als sächsischer RittergutSbefitzer Schmählich ersrischenden Humor- die Herren Doser und Fellner als Sanftlebeu und Sohn, sowie Herr Albrecht (Oberkellner Charles) wirkten gleich« fall» verdienstlich durch ihre gut gegebenen Rollen. Von den Damen zeichnete sich Frau Director Kruse (Gräfin Kien- born), sowie Frl. Marlosf (Clariffe) und Frl. Biotti (Bilma) durch gutes Spiel au»- namentlich konnte Frl. Biotti diesmal durch lebhaftere» Spiel befriedigen, noch mehr Hebung, mehr Natürlichkeit und ihre Leistungen werden zu- friedenstellev. Der Besuch war ein guter, der Beifall jedoch mäßig, nicht so wie er diesem seinen Lustspiel verdienter« »aßen hätte zu Thetl werden müflen, oder sollte der Ge- schmack de» Publikum» durch manchgewürztere»" aber fad- gedankenlose» Poffen- und Lustspiel-Machwerk verloren haben? Sine Wiederholung diese» guten Lustspiel» ist immerhin e«pfehlen»werth.

Man schreibt un»: Da» Acetylen-SaS-Licht. welche» von Fachleuten und Gelehrten mit Rechtda» Licht der Zu«

kunft" genannt wird, hat nun auch hier seinen Einzug ge­halten. Ja dem Anwesen der Herren Heimer & Comp., Bleichstraße 2, ist seit einigen Wochen diese neue Beleuchtung»- art eingeführt und hat fich in jeder Beziehung bewährt. Die Leuchtkraft deS neuen Gase» ist eine geradezu großartige- soll solche doch die deS elektrischen Lichte» noch 37, mal Über­treffen. Aber nicht nur durch seine csloffale Leuchtkraft zeichnet fich da» Acetylen aus, auch an Billigkeit kommt demselben keine andere BeleuchtungSart gleich. Bon den Gegnern be» neuen Gases wird demselben große Gefährlichkeit vorgeworfen, aber mit Unrecht. Gefährlich ist Acetylen nur bet einem Drucke von drei Atmosphären, aber auch da lediglich bei leichtsinniger Handhabung. Der hier aufgestellte Apparat arbeitet jedoch noch nicht einmal mit 7io Atmosphäre Druck, eine Explosionsgefahr ist somit ausgeschlossen. Giftstoffe ent­hält das Acetylen-Ga» nach dem Gutachten bedeutender Fach­gelehrten fast gar keine und ist dasselbe daher weniger ge­sundheitsgefährlich, wie SteinkohlengaS. Jedenfalls dürste fich da» neue Licht vermöge feiner Helle, der Billigkeit, deS gefahrlosen und einfachen Betriebes schnell einbürgern, da» Petroleum und da» Steinkohlen-Ga» allmählch verdrängen, sowie auch dem electrtschen Lichte erfolgreich Concnrrenz machen. Jntereffenten ist die Befichttgung der Acethlen-GaS« Anlage, Bleichstraße 2, jederzeit gestattet.

** Vom DunSderg. Nachdem auf dem DÜnSberg das dort zum Zwecke der LandeSvermeffung anfgefchlagene Holz­gerüst entbehrlich geworden, hat da» preuß'fche Ministerium auf einen Antrag der Sektion Gießen de» deutsch-öster­reichischen Alpenverein» seine Zustimmung zur Errichtung eine» festen AuSfichtSthurmeS an dieser Stelle ertheilt.

** Die nächste Schlnßprnfnng der Candidaten der evangelischen Theologie wird Montag den 31. Januar 1898, Vormittag» 9 Uhr, in den Amtsräuwen Großh. Ober- confiftorium» (Neckarstraße 1 zu Darmstadt) beginnen. Zu derselben werden nur diejenigen Candidaten zugelaffen, welche fich hierzu nach Maßgabe de» Artikel» 6 der Verordnung bnm 18. Januar 1834 angemeldet und ihre Probearbeiten tn genügender Weise, und zwar, soweit nicht ausdrücklich etwas andere» bestimmt worden ist, spätesten» drei Wochen vor Beginn der Prüfung eingeliefert haben. Dem Gesuch um Zulassung ist eine in deutscher Sprache ausgearbeitete Darstellung des Lebenslauf» und Studiengangs der fich an« meldenden Candidaten beizuschließen.

* Ausübung deS HnfbefchlagS. Die Berechtigung, da» Hufbeschlaggewerbe ohne weitere Prüfung selbstständig auSzuüben, haben erlangt: Karl Beck in Gelnhaar, Philipp Jakob Btllau in Nordheim, Johann Adam Ewig in Schöllen­bach, Konrad Wilhelm Hammel in Frankfurt a. M., Johann Heimer in Fürfeld, Jakob Johann Hofmann in Wallertheim, Leonhard Keil in Steinau, Kreis Dieburg, Christian Langs­dorf in Bad Nauheim, Georg Heinrich Meyer in Reinheim, Johann Friedrich Müller in Ober-Widdersheim, Konrad Müller in Bermuthshain, Johann Georg Pfeiffer in Butz­bach, Peter Selb in Hühnlein, Peter Zopf in Hornbach.

* Zur Warnung. DieCtrculation fremdländischer Münzen ist im Reich bekanntlich durch Reichsgesetz ver­boten. Dadurch hat fich eine gewisse Sorglosigkeit im Geld- verkehr entwickelt, die von Gaunern, wie e» scheint, häufig zu betrügerischen Manipulationen ausgenutzt wird. So find uns au» den letzten Tagen drei Fälle bekannt geworden, daß ein holländischer Gulden, eine Nickelmedaille einer schweize­rischen Ausstellung und eine griechische Münze als Zwei-, bezw. Einmarkstücke ausgegeben und zum Schaden der Em­pfänger an den Mann gebracht wurden. Zur Warnung fei auf diese Vorkomwniffe aufmerksam gemacht.

** Wetterbericht, lieber Centraleuropa hat der Luft­druck neuerdings etwas zugenommen und wurde damit die südliche Grenze der von Norden her sich ausbreitenden De­pression wieder zurückgedrängt. Dagegen ist im Südwesteu Irlands das Barometer erheblich gefallen und dortselbst ein neues Minimum im Anzuge. Dasselbe steht bereit» mit dem noch über Skandinavien liegenden in Verbindung, während letzteres seine Stelle seit gestern so ziemlich betbehalten hat. Voraussichtliche Witterung: Unbeständige», aber mildes Wetter.

Lanbach, 8. October. Au» dem Regierungsbezirk Frank­furt a. d. O. wird ein Postcuriofum gemeldet, wonach die Postbeförderung zwischen zwei etwa drei Kilometer ent­fernten Ortschaften einen Weg von ca. 50 Kilometer ein­schlügt. Zwischen hier und Lauter resp. Grünberg besteht ein ähnliches Derhältniß. Die Postlinie von hier über Hungen und Gießen dorthin beträgt nahezu 60 Kilometer bei einer bincten Entfernung von vier bezw. fünf Kilometer. Ein Brief, der nach 6 Uhr Nachmittag» hier aufgegeben wird, gelangt am anderen Nachmittag in Grünberg, später noch in Lauter an. ES ist die Beantwortung eines Briefes aus Frankfurt ober Darmstadt eher möglich, als aus den obigen etwa eine Stunde von hier entfernten Ortschaften.

AlSfeld, 11. October. Aus der heute stattgefundenen Wahl des zweiten Beigeordneten ging Herr Ernst Wenzel, Kaufmann, als gewählt hervor.

Weinheim e. v., 12. October. Ein 18jähriger junger Mann Namen» Wiedenmaier, der mit einem geladenen Re­volver spielte, schoß seine 16jährige Schwester in den Kopf, daß sie sofort tobt zusammenstürzte. Der unglückliche Schütze wurde verhaftet.

GernShel«, 12. October. Soeben 7,6 Uhr war ich Zeuge eine» schauerlichen Ereignisse». Ich stand am rechten Ufer deS Rhein» bei der Fähre. Al» diese ihre Tour hinüber Halbwegs gemacht hatte, erhob die Mannschaft darauf plötzlich ein furchtbar laute» Rufen. Am jenseittgen User sah ich darauf, wie dort auf dem mit starkem Gefälle nach dem Rhein herabführenden gepflasterten Wege ein zwei- spännige» Fuhrwerk, da» mit zwei großen mostgefüllten Fässern beladen war, fich rasch nach dem dort ca. 6 Meter tiefen Wasser bewegte. Immer rascher rollte da» Fuhrwerk, die Pferde konnten mit aller Macht den Wagen nicht «ehr

einhalten, fe laut jetzt der Fuhrmann, der wohl vorher gc- schlafen harte, sein" rief. Mit Schrecken sah ich jetzt^ wie die Pserde sammt Fuhrmann und Wogen in die Tiefe sanken. Eine Zeit lang noch wehrten sich die Pferde im Wasser- mit erhobenem Kopf sah ich sie kämpfen, dann war Alle» verschwunden. Der Bruder de» Gesunkenen, der mit einem anderen Fuhrwerk oben an der Böschung hielt, lies mit Jammern an die Landungsstelle der Fähre, wo da» Un­glück fich ereignete. Nach Angabe der dort gerade anweienden hiesigen Einwohner soll der Verunglückte au» BenSheim sein.

(N. H. B.)

* Neingefallen. Am Schalter eine» Casseler Post- amte» erlaubte fich dieser Tage ein junger Mann einen Witz, der jedoch zu Ungunsten de» Spaßmachers ausgefallen ist. Der junge Manu hatte von seinen Eltern einen größeren Geldbetrag Übersandt erhalten zur Begleichung seiner hier eingegangenen Verpflichtungen, flufl Freude Über bte An­kunft deS Gelbe» wurde ein Gehöriger hinter die Binde ge­gossen und dann der Entschluß gefaßt, die erwähmen Post­beamten dadurch in Verlegenheit zu bringen, daß der junge Mann an den Schalter trat, und 7000 Dreipfennig.Marken verlangte. Anstatt das erwartete Bedauern, daß so viel nicht da wären, zu hören, stand der Beamte auf und holte die verlangten Marken. Wohl ober Übel mußte ter Spaß­macher mit ben Marken abziehen, trotz be» abgelegten Ge­ständnisse», daß er einen Scherz sich erlaubt habe.

Frankfurt a. DL, 11. Oktober. Der Verwaltung»- rath be» Zoologischen Garten» hat den oberen städti­schen Behörden seinen HauShaltplan für 1898 eingereicht. Die Einnahmen find veranschlagt auf 218,100 Mk. und zwar: Abonnements 80,000 Mk., Tageskarten 100.000 Mk., Pachtgelder 5080 Mk., Wein- und Biernutzen 10,500 Mk., Vermiethungen 6500 Mk., verschiedene Einnahmen 2520 ML, Zinsen 1500 Mk., Aquarium 7000 Mk., Thierverkäufe 5000 Mk. Die Ausgaben beziffern sich in gleicher Höhe und setzen fich au» folgenden Posten zusammen: Gehälter 38,700 Mk., Fütterung 50,000 Mk., Mufik 44,300 Mk. Heizung 7000 Mk., Beleuchtung 1000 ML, Wasserversorgung 6500 ML, Unterhaltung deS Garten» 7200 ML, Unter­haltung der Gebäude 25,000 ML, Drucksachen 3000 Mk. Inserate 2000 ML, Versicherungen 2600 ML, Allgemeine Unkosten 8000 Mk., Aquarium 6000 ML, Ankauf von Thieren 15,000 ML, Unterstützungen 500 ML, zusammen 218,100 Mk.

* Frankfurt a. M., 12. Oktober. Die Stadtverordneten beriethen heute die neue Lehrer-GehaltSorduung und fetzten ein Grundgehalt für endgültig angefteQte Elementar­lehrer von 1800 ML, für Lehrerinnen von 1500 Mk. fefl, wogegen der Magistrat 1600 Mk. und 1400 Mk. festgesetzt hatte.

* In Frankfurt a. M. finden in diesem Jehre zum erfteu Male noch große Pferderennen statt und zwar kommen am 17. und 24. Oktober zusammen 80000 Mk. an Preisen zur Dertheilung. An jedem Tag werden sieben Rennen, darunter zwei große Steeple-Chase» gelaufen, sodaß da» Programm ein sehr schöne» ist. Die Anmeldungen für die Rennen find, wie bei den großen Preisen nicht ander» zu erwarten gewesen, sehr zahlreich elngelaufen, tn»gefammt 291 für die 14 Rennen, sodaß auf eine vorzügliche Betheiligun» und einen spannenden Verlauf der einzelnen Loncurrenzen sicher gerechnet werden kann. Die Rennen beginnen schon um 7,2 Uhr.

Hanau, 5. Oktober. In diesen Tagen übersandte der Dbercommanbeur der bayerischen Truppen während der ver­flossenen großen Manöver, Prinz Leopold von Bayern, dem ersten Pfarrer Baumann in dem benachbarten Städtchen Win decken, bei dem er Quartier genommen, al» Zeichen der Dankbarkeit für erwiesene gastliche Ausnahme fern Btldniß mit eigenhändiger Namensunterfchrift. In gleicher Weise be­zeigte auch Graf Häscler demselben Quartiergeber seine Dankbarkeit.

e Die Taufrede für denKaiser Friedrich", welche Fräulein Albrecht am 5. d. Mts. in Danzig beim Stapellanf be» prächtigen Schnelldampfer» be» Nordbeutschen Lloydt hielt, war von Arthur Fitger verfaßt unb verdient ihrer Form und ihre» Inhalt» Halder die wörtliche Wiedergabe:

Kaiser Friedrich!

Welches Herz schlüge nicht höher bei diesem Namen? Glorie ringsum!

Aber Glorie, verhüllt von tiefen schwarzen Trauer­schleiern! Zu früh mußte die Hand, die kaum da» Schwert mit dem Scepter vertauscht hatte, in Staub finken.

Zu früh für unfern Begehr.

Lauge genug aber ist der Held seine Bahn dahingewandelt, um unauslöschlichen Danke» sicher zu sein.

Und seinen Namen sollst Du nun hinfort tragen, Du mächtige» Schiff. Seinen Namen sollst Du durch die Meere führen, schwimmende EiSgedirge der Pole kreuzend.

De» sei gewiß, wohin auch da» Steuer Dich lenke, feil Ruhm ist auf AdlerSgefitder längst Dir voran»geflogen.

Aber da ich die Hand erhebe, Dich mit deutschem Schaum­wein feierlich nach altem Brauche taufend zu benetzen, fühl ich mit ehrfurchtsvollem Schauer, wie unauSforschliche Schicksal»« göttinneu Dir den Faden Deine» Geschicke« spinnen.

Kaiser Friedrich!

Ausgerüstet mit Alle«, was Menscheusorge vermag, stark und schön, wirst Du streben, Deinen erlauchten Namen zu verdienen, zu werden unter den Schiffen, was er war unter den Männern.

Erwirb Dir Fülle deS Danke», wie er sie erworben. Gleiche ihm an Kraft und Sieghaftigkeit und minder eng als fie ihm gefetzt wurde, fetze Dir da» Glück feine Schranke-

Und wie tn Gnaden fich heute zu Dir da» Haupt heruiederneigt, da» die herrlichste trägt und die hehrste aller Erdenkronen, so wenden hinfort die himmlischen Gestirne ihr