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jWr. 293 Eiweitcs Blatt. DirnStag dm 14. Deiember 189?
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Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS
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Die Gießener
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Gießener Anzeiger
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr.
Alle Lnnoncen-Burcaux deS In» und Auslandes nehme» I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeh».
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Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat November 1897 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 15,80, Heu Mk. 6,60, Stroh Mk. 4,30.
Gießen, den 11. December 1897.
GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen, v. (Sagern.
Bekanntmachung.
Nachstehehend abgedruckle Mtttheilung der König!. Verwaltung der Armee Conserven-Fabrik zu Mainz wird hierdurch zur Kenntniß der H-rren Vereinsmitglieder unter dem Ersuchen gebracht, dem Unterzeichneten bis zum 20. d. M. gefälligst mittheilen zu wollen, ob sie bereit sind, Hülsenfrüchte und in welcher Menge und zu welchem Preise an die König!. Verwaltung zu Mainz zu liefern.
Gießen, den 9. December 1897.
Der Dtrector des landw. BezirkSoereius Gießen.
C. Jost, RegirrungSrath t. P.
Mainz, den 30. November 1897.
ES wird ergebens! ersucht, den Mitgliedern des dortigen ÄSezirkSvereinS sehr gefälligst bekannt geben zu wollen, daß wir bi- auf Weiteres Abnehmer für gut gereinigte bezw. such unverlesene gelbe Erbsen, weiße Rund- und Langbohnen sowie Mtttellinseu au- der neuen Ernte sind. Etwaige Angebote und Lieferungen der Producenten werden entweder direct von uns oder durch Vermittelung des nächstgelegenen Proviantamtes entgegengenommen, dessen Mitwirkung auf Wunsch auch bei Zufertigung der Sendungen tu Anspruch genommen werden kann. Die Angebote müffen Angaben über bie Art der anzustellenden Hülsenfrüchte, die Menge derselben, PretSforderung frei Fabrtkhof Mainz dezw. frei nächst- gelegenes Proviantamt und LteferungSzett enthalten, auch von einem Kochmufter begleitet sein.
Behufs der PreiSbemeffung wird ergebenst angeführt, baß bie Rollgebühren vom Bahnhof Mainz zur Fabrik 14 Pfg. pro 100 Kllogr. betragen und daß diese sowohl wie die Kosten für die Rücksendung der letten Säcke vom Verkäufer zu sragen find. Bei der Einlieferung frei nächstgelegene»
Proviantamt können die Adrollgebühren von Letzterem er- fragt werden. Sollten die Sendungen direct an uns gerichtet werden, so find wir zur Vermittelung der Spedition in Mainz gern bereit, bedingen in diesem Falle aber, daß fich Verkäufer mit der Kürzung seines Guthabens um die Fracht- und Rollgelder Auslage einverstanden erklärt. Auf Wunsch find wir endlich auch bereit, Magaziusäcke auf Kosten der liefernden Producenten zur Verfügung zu stellen.
Da wir zufolge krteg-mtnistertellen ErlaffeS vom 10. 11. 97 Nr. 181. 11. 97 B 2 über die Erfolge deS direkten Ankaufs von den Produeeuteu alsbald zu berichten haben, bitten wir um sehr gesälltge Benachrichtigung bis zum 25. nächsten Monats, ob überhaupt und zutreffenden- falls, welche Mengen an Hülsenfrüchien von den dortigen VeretnSmitgliederu geliefert hierher werden können.
I. V.: Kieselbach.________________ Rubach.
Bertheuerrrng des Personenverkehrs.
AlS eine höchst seltsame Eisenbahnresorw stellen fich die Pläne heraus, die in letzter Zeit bezüglich einer Tarif- re form durch die Preffe gegangen fino. Dem „B. Tgdl." wird darüber von fachkundiger Seite geschrieben:
In Eisenbahnkrrisen scheint man ein geradezu ver» blüffeudeS Mittel gefunden zu haben, um den namentlich in neuester Zeit epidemisch gewordenen Eisenbahnunfälleu wenn nicht ein Ende zu setzen, so doch das Uebel endlich au der Wurzel zu bekämpfen: durch Beschränkung des Personenverkehrs. Das ist ja richtig: die Wahrscheinlichkeit der Tödtung oder Verletzung vieler Reisenden sinkt in dem Maße, wie der gesammte Personenverkehr abnimmt. DaS beste Mittel aber zur Verminderung des Personenverkehrs — was kann einfacher fein? — liegt in der Vertheuerung der Fahrpreise. Unter der Spitzmatke „Eine Reform der Personentarife" läuft jetzt eine offenbar aus osfiz-ellen Quellen stammende Nachricht durch die deutsche Presse, man gehe jrtzt endlich mit dem Plane um, die Personentarifc zu reformtreu. Sehr bezeichnend ist eS allerdings, daß der größte Theil der deutschen Presse an eine wirklich „reformatorische" Thätigkeit, gehe sie vom preuß schen Eisenbahn. Ministerium oder vom ReichSeisenbahnamte aus, in dieser Beziehung nicht glauben mag und an die Mittheiluog jener Nachricht allerhand Zusätze knüpft, tote: „unglaublich", „sehr ungläubig aufznnehmen" rc. Ganz klar ist allerdings noch nicht geworden, worin die gep'.ante Reform in allen Einzelheiten bestehen soll,- indessen die Grundzüge werden unS nicht verschwiegen. Sie lauten etwa dahin:
„ES sollen die Einheitssätze denjenigen der süddeutschen Bahnen gleichgestellt, demgemäß also — aber unter Wegfall des Freigepäcks — ermäßigt werden. Bezüglich der Rück
fahrkarten wird allgemein eine zehntägige, nur in besonderen Fällen (WethnachtSverkehr rc.) zu verlängernde Gültigkeitsdauer zugestanden, wie solche ebenfalls in Süddeutschland besteht. Dagegen soll dann die Benutzung der Schnellzüge auf Rückfahrkarten nur noch gegen Löiung von Zuschlagskarten gestattet sein, deren Preis auf etwa */, Pfennig pro Kilometer bemessen wird. Letztere Maßnahme ist schon seit längerer Zeit deshalb angeregt worden, weil die Schnellzüge jetzt ost übersüllt find, während die zweite und dritte Klasse der Personenzüge oft wenig benutzt werden. Hinsichtlich der Tarife für die vierte Wagenklosse find Aenderungen nicht geplant, wie es auch in Betreff der Rundreise-, Sonntags- rc. Fahrkarten im Wesentlichen bet den bestehenden Bestimmungen bleiben soll."
Aus dem Offiziösen in einfache» Deutsch übersetzt, würde diese „Reform" nichts Anderes sein, al» eine außerordentliche Vertheuerung der Personentarife. Die „Ermäßigung", von der gesprochen wird, und die in der Herabsetzung de» preußischen Kilometertarifs (8, 6, 4 Pfenn g für die drei ersten Klassen) auf den Kilometertarif der süddeutschen Bahnen (8, 5,3 3,4 Pfennig) bestände, würde nur einer ver- schwindend kleinen Zahl von Reisenden zu Stötten kommen, nämlich den nicht mit Rückfahrkarten oder mit ermäßigte« Fahrscheinen Reisenden. B.kanntlrch aber beträgt die Zahl der nicht zum Normaltarif beförderten Personen weit über 80 Procent aller Reisenden, und von den die Normalpreise Bezahlenden kommen auch mindesten» 80 Procent auf die Reisenden vierter Klasse.
Indessen selbst diese angebliche Ermäßigung würde wieder für einen großen Theil der Reisenden nicht nur wegfallen, sondern in eine Vertheuerung verwandelt werten durch die geplante Aufhebung deS Freigepäcks.
Die zweite Vertheuerung soll für die Schnellzugreifendrn eintreten. Der Zuschlag von 1/2 Pfennig für 1 Kilometer würde, wenn man die füddeutfchen Fahrpreise zu Grunde legte, eine sehr erhebliche Vertheuerung bedeuten. Dazu käme auch für diese Klaff: der Reisenden der Wegfall de» Freigepäcks. Kurz, das wahre Wesen dieser angeblichen Reform würde eine Vertheuerung um mindestens 20 Ptocent für den größten Theil aller Reisenden bedeuten, und eß ist mit Sicherheit votau-zusehen, daß diese Vertheuerung die Wirkung haben würde, die noch alle Bertheuemngen de» Verkehr» bisher gehabt haben: Verminderung de» Verkehrs. Möglich, daß dadurch die Gesammteinnahme nicht wesentlich finken würde,- der Herr Finanzminister v. Miquel wird also beruhigt sein. DaS Publikum aber wollten wir bei Zeiten über da» wahre Wesen der also drohenden Reform aufklären, um e» vor einer Ueberrumpelung zu schützen. Nicht früh und nicht kräftig genug kann gegen solche Art von Tarifreform von allen dazu Berufenen Einspruch erhoben werden.
Feuilleton.
Der Wildsang.
Von O. Seeher.
(1. Fortsetzung.)
Schon der nächste Tag brachte neue Gäste in Fülle, benn die Linden'sche Familie hatte eine große Anzahl Personen allerlei möglichen SpecieS beiderlei Geschlechts auf- zuweisen.
Walter war vollauf damit beschäftigt, diese zu em« ^fangen, während Papa Linden — der UrthpuS eines ost- preußischen Forstmannes — für ihre Unterhaltung sorgte. Der alte Herr hatte viel erlebt und wußte durch den Humor- vollen Vortrag endloser, kerniger Jagdabenrener sehr bald eine dankbare Zuhörerschaft um fich zu versammeln. Mama Linden aber, die unvergleichliche Hausfrau, der Vesta ergebenste Dienerin, hatte Helle Freude an den staunenSwerthen Erfolgen, die fle mit ihren großartigen, wochenlang vor- Geretteten culinarischen Veranstaltungen erzielte.
Erst bei der Mittagstafel fanden Gertrud und Walther Gelegenheit zu ietnem vertraulichen Beisammensein. Er saß neben ihr, fie drückten einander verstohlen die Hande und ***£ ^atte” aber^zür Rechten Gertrud» ein lustiger Vetter Platz genommen, ein bildhübscher Sohu de» MarS, der ihr anfänglich schüchtern, dann — dem Hochheimer fleißig zulprechrnd — so siegesbewußt den Hof machte, daß ihr baß Blut in die Wangen stieg. . ..
Auch Walther wurde aufmerksam, verdoppelte fei« Liebkosungen unter der Tischplatte und flüsterte seiner Braut zu, er werde den verwegenen KriegSgott in seine Schranken weifen, allein fie rieth ängstlich davon ab, und sah ihm dabei
so liebevoll tnß Auge, daß er die etsersüchtigen Rrguagen unterdrückte. AlS er fich bann aber seiner Tischnachbarin zur Linken, der ebenso kindlichen al» anmuthigen Erzieherin seiner jüngsten Geschwister zuwandte, war eß Gertrud, die ein gelinde» Mißfallen Über die lebhafte Unterhaltung zwischen ihrem Schatze und der kleinen Unschuld nicht zu überwinden vermochte.
Endlich wurde die Tafel aufgehoben.
Walter küßte Gertrud artig die Hand, führte fie seiner Schwester Dora zu und bat scherzend um einen kurzen Urlaub.
Zunächst lag e» ihm nämlich daran, den kühnen soldatischen Vetter aufzuklären. Auf WatterS Wunsch suchten die Herren eine feuchte Ecke auf und nun erfuhr der ahnung». lose Lieutenant bei einem Glase Sect die nackte Wahrheit. Er war allerdings nicht wenig Überrascht, beglückwünschte dann aber seinen ehemaligen Schulkameraden aufs Herzlichste und in alter Eintracht wurde ein Stündchen verplaudert.
Plötzlich sprang Walter auf. E» schien ihm unerhört, seiner Braut so lange fern geblieben zu sein. Schon war der Abend hereingebrochen, man zündete die Lampen an.
Der besorgte Bräutigam eilte daher durch alle Gemächer, die Geliebte zu suchen, allein vergeben». Dorchen meinte, Gertrud habe, anscheinend etwa» verstimmt, ihr Zimmer ausgesucht.
Da verlor er jede Ueberlegung, stürzte zur Thür hinaus, die Treppe hinan und war im Begriff, Gertrud um Einlaß zu bitten; rechtzeitig genug tarn ihm jedoch da» Ungehörige seine» Vorhaben» zum Bewußtsein und unentschlossen ver- weilte er einige Augenblicke in dem dunklen Haittflur.
Ihn beseelte nur der eine glühende Wunsch, der Geliebten zu begegnen, fie ans Herz zu drücken.
Und stehe da! Plötzlich öffnete fich die Thür, und —
fie huschte ihm entgegen. Unwillkürlich breitete er die Arme au», die Ersehnte zu umfangen.
Doch — o Himmel, toaß war da» ? — Ein halb unterdrückter Schrei auß fremdem Munde?
In diesem Augenblicke that sich die Thür von Neuem auf. Die wahre Gertrud erschien mit der Lampe in der Hand und beleuchtete nun eine ganz unerwartete Scene: Walter hielt die Erzieherin im Arme.
Schon befand fich dieser auf der Schwelle des Zimmers, an Gertrud» Seite, trat indessen scheu zurück, al» er ihre« abweisenden Blicke begegnete.
Sie schloß die Thür und verriegelte fie, daß Fräulein aber, von einem Besuche bei Gertrud zurückkehreud, begab fich schleunigst in ihr gegenübcrliegenbeß Gemach, dem Beispiele Gertrud» folgend.
Walter hatte nun zwar nicht» Eiligere» zu thnn, al» sein Schwesterchen um Vermittelung zu bitten, allein auch diese erhielt seltsamerweise bet den Damen keinen Einlaß,- fie vermied daher jede» weitere Aufsehen und tröstete ihren unglücklichen Bruder mit der Verficherung, die Sache keine»- weg» tragisch zu nehmen, vielmehr ein köstlicher Spaß, der fich bald zum Ergötzen der Betheiligten ausklären werde.
Indessen an diesem Abend biteben Gertrud und die Gouvernante der Gesellschaft fern.
Während man ihr Ausbleiben so gut wie möglich zu entschuldigen wußte, während Walter unten verdrossen seine» Amte» als Festordner waltete, verbrachte die junge Braut allein in ihren vier Wänden bange Ständen.
Je mehr fie nämlich über den — ihrer Ansicht nach — empörenden Streich uachdachte, desto befangener wurde ihr sonst so gesundes Unheil, so daß ihr der wahre Sachverhalt gar nicht in den Sinn kam.
(Fortsetzung folgt.)


