Ausgabe 
14.12.1897 Erstes Blatt
 
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den Vorständen der Krtegervereine erwiderte er, ihre Vereins« bestrebungeu möchten dazu beitragen, Thron und Vaterland zu schützen als treue Helfer des Kaisers.

Budapest, 12. December. Die Socialdemokr ateu und die Studentenschaft planen für heute große De- »oustratiouen wegen der landwirthschaftlichen Vorlage und der politischen Situation. Die Polizei trifft umfaffeude Maßregeln, da ernste Zwischenfälle zu erwarten find.

Belgrad, 12. December. Ja Palanka beschlagnahmte die türkische Polizei bei einem bulgarischen Geistlichen ein größeres Gewehr« und Munitionslager. Daffelbe sollte zur Ausrüstung der Aufständischen dienen.

Newyork, 12. December. DerNewhork Herald" ver­öffentlicht eine Depesche auS Port-au-Prince, wonach die Stadt unter Standrecht gestellt ist. Das Ministerium fürchte fich, öffentliche Audienzen zu halten. DaS diplomatische LorpS soll angeblich entrüstet sein, über daS schroffe Vorgehen der deutschen Marine-BefehlShaber.

Kairo, 12. December. Englische Kanonenboote haben RecognoScirungen bis Metemuch und Shandin gemacht. Sechs Derwischbsote mit Getreide wurden beschlagnahmt. Die Befestigungen auf den Shandiu-Höhen wurden von den Engländern beschoffeu.

Wien, 13. December. Der von der deutsch-nationalen Gruppe im Abgeorduetenhause etuberufene deutsche Volkstag fand gestern unter Theiluahme von 6000 Besuchern des Gesammr-Deutsch Oesterreichs statt. ÄS liefen 600 Depeschen und 1300 Briefe ein. Viele deutsche Abgeordnete waren erschienen, nur Schönerer fehlte, weil die Veranstalter deS LageS es Unterlasten hatten, SchönererS Freund, den Ab­geordneten Jro aufzufordern, den Aufruf zum BolkStage mit zu unterzeichnen. Der Abgeordnete Wolff wurde enthufiastisch gefeiert. Nach mehreren Reden gegen die Spracheuverordnung, die lex Falkenhayn und das Präsidium des Abgeordneten­hauses nahm die Maffenversammluug eine Resolution an, worin erklärt wird, daß in Oesterreich nicht gegen die Deutschen regiert werden dürfe und welche alle Deutsche auffordert zum Kampf gegen ibre Widersacher. Die in starker Zahl auSgerückte Wache hcktte keinen Anlaß zum Ein­schreiten.

Krakau, 13. December. Gestern begann hier daS große slavische DerbrüderungSfest, zu welchem zahlreiche böhmische, sloveoische und polnische Abgeordnete fich eingesunden haben. Die sloveoischen Brüder wurden Mittags feierltchst auf dem Bahnhofe eingeholt. Um 3 Uhr Nachmittags fand im Sokolsaale eine Volksversammlung statt, zu welcher alle christlichen Wähler eingeladen waren.

Aus den Verhandlungen der Zweite« Kammer der hessische« Stände.

nn. Darmstadt, 11. December 1897.

Dir Sitzung wird um 9*/4 Uhr eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird über den ZurückverweisungSantrag an den Anschuß dr» Abg. Schröder über die Forderungen für üaS Hofbauwesen verhandelt. Eine Verständigung wegen der Bauten zwischen Regierung und Kammer scheint durch die gestrige Besichtigung deS Hofmarstalles erzielt zu sein. Der Antrag deS Abg. Schröder wird einstimmig angenommen.

Den wetteren Gegenstand bilder die Prüfung der Wahl des Abg. Weidner (Schotten-Laubach). Die Ausschußmehr- heit beantragt die Ungiltigkeit der Wahl. Namens seiner Partei erklärt Abg. Metz-Gießen, daß diese für Casfirung der Wahl sei. ES könne kein Zweifel darüber sein, daß der Wahlmann in WeuingS ungesetzlich gewählt sei. Ohne die Wahl dieses WahlmauueS wäre die Wahl ander» ausgefallen. Festgestellt sei ferner, daß die Wahl Weidner» durch Spenden von Freibier beeinflußt worden sei, da die Wähler erklärt, ohne solche» hätten sie ander» gewählt. Der Berichterstatter der Minderheit ist nunmehr anderer Ansicht und wird jetzt wegen de» Freibiers gegen die Giltigkeit der Wahl stimmen. Abg. Bähr kommt nochmal» auf die Darmstädter Wahl zu sprechen- auch hierbei seien grave Verstöße vorgekommeo. Da es sich aber hier um einen Nationalliberalea gehandelt, sei die Wahl für richtig anerkannt worden. Da heiße eS: Ja, Bauer, das ist etwas Anderes. Auch die Wahl des Abg. Schönfeld sei nicht ordnungsmäßig verlaufen. Als mau dagegen Beschwerde erhoben habe, sei nicht darauf eiugegangeu worden. Abg. Pennrich steht auf einem anderen Stand­punkt, wie die Herren der Majorität deS Ausschusses. Er hält daS Spendiren von Freibier für nicht anstößig. Bet Reichstagswahlen gebe eS auch Freibier und noch mehr. Der Fehler in Wenigs sei seiner Anficht nach nicht so schlimm, wie in Darmstadt. Sollte die Kammer fich gegen Giltigkeit der Wahl aussprechen, so möge man aber auch für die Folge genau eben so bet anderen Reclamatioueu verfahren. Abg. Schmalbach hätte gewünscht, daß man untersucht hätte, wer dte Schuld an den Unregelmäßtgketten habe- Herr Wetdoer trage sicher keine Schuld. Daß hier eine Falle ge­legt, sei seiner Anficht nach ausgeschlossen. Auch wenn dte Wahl casfirt werde, würde Herr Weidner doch gewählt werden. Abg. Ulrich kann nicht für dte Gtlttgkett stimmen. Er verweist aus die Darmstädter Wahl, wo der Gesetzesverletzung Thor und Thür geöffnet wurde. ES freue ihn, daß man im Ausschuß und in der Kammer endlich gegen das Spenden von Freibier Front mache, um diesem Unfug zu steuern. Der bet der Wahl amtirende Wahlcommtffär sei von Schuld ebenfalls nicht frei. Abg. Schme el schließt fich der Anficht Ulrichs voll und ganz au. Abg. Friedrich, Berichterstatter der Majorttät, erläutert nochmals alle Gründe, weiche gegen dte Wahl des Abg. Weidner sprächen. Daß das Freibier vor der Wahl WeidoerS gegeben wurde, sei fest- gestellt. In Sichenhausen sei z. B. für ca. 60 bis 70 Mk. Bttr getrunken worden. Dte Abstimmung ergibt, daß die Wahl gegen 7 Stimmen für ungtltig erklärt wird. In Wenings und Sichenhausen find neue Wahlmäauerwahleu vor- zuuehmen.

Eine Anfrage der Abgg. Western ach er und Graf Ortola, ob der Bahnbau Stockheim-Frankfurt noch nicht tu Angriff genommen werden könne, beantwortet Ftnanzwioister Weber dahtu, daß die mit Frankfurt ge­führten Verhandlungen noch immer nicht zum Abschluß ge­kommen seien- Preußen wache den Beginn des Baues von der ganzen Geländestelluog für dte Bahn abhängig. Abg. Graf Ortola bedauert, daß man fett zwei Jahren mit dem Bahobau noch immer auf demselben Standpunkt stehe und nicht vorwärt- komme. Dte Mißstimmung in der dortigen Bevö.kernng sei begreiflich, weil dieselbe durch dieses Hinhalten schwer geschädigt werde. Wenn Frankfurt Schwierig­keiten mache, so möge man dte Bahn doch über Vtlbel bauen. WaS der Theilstrecke Stockheim-Heldenbergen entgegen stehe, begreife er nicht- eben so wenig, daß Frankfurt den Ton angebe. Mit einer gewissen Energie müsse die Sache doch vorwärts kommen. Sein Standpunkt sei seinen Wählern gegenüber etu sehr schwieriger, zumal er für Verstaatlichung der Hessischen Ludwtgsbaha gestimmt habe. Mit der Bahn Friedberg-Homburg gehe cS auch nicht vorwärts, trotzdem hier Alles in Ordnung sei. Wer eS mit der Landwirthfchaft wohl meine, müsse dafür etotretrn, daß die Bahn fertig werde. Ftnanzwioister Weber versichert, daß von seiner Seite Alles geschehen sei, um die Verhandlungen mit Preußen zu beschleunigen. Frankfurt stelle fich noch der Bahn ent­gegen. Äbg. Westernacher betont, daß eS wünschens- werth sei, wenn dte Regierung endlich einmal Ernst mache, damit man Thaten sehe. Der hessische Bauer sei der Regie­rung doch ein guter Steuerzahler und verdiene Beachtung. Ftnanzminister Miquel habe f. Zt. gesagt: Sorgen Sie, daß wir dte Mitwirkung bet der Verstaatlichung der LudwigSbaha erhalten, so bekommen Sie auch dte Bahn Stockheim-Frankfurt. Diese- Wort sei noch nicht etngelöst. Abg. Schröder hätte von Setten Preußen- mehr Berückfichttguug hessischer Wünsche erwartet. Ihm scheine e», al- habe man dort da- Projekt einer Bollbahn tm Auge. Set die- der Fall, so wöge man doch weotgsteuS Farbe bekennen. Abg. Schmttst be­dauert, daß man schon mindesten- 80 Jahre an diesem Projekt herummodele, ohne etn greifbares Resultat zu erhalten. Bei der Verstaatlichung der Ludwtg-bahn hätte man noch Preußen in der Hand gehabt, da wäre etn PaffuS zu Gunsten der Bahn Stockheim-Frankfurt ganz gut einzufügen gewesen. Abg. Köhler kommt auf dte Anstriche der Bahnbarrteren tn schwarz-weißer Farbe auf einem Thetl der Oberhesstschen Bahnen zu sprechen. Auch die Beamten hätten schon preußische Knöpfe an ihren Uniformen. Ftnanzminister Weber führt den ersteren Punkt auf ein Mtßverständuiß der Bahnver­waltung zurück. Bezüglich des anderen Punkte- bittet er um Thatsachen und werde er sofort dagegen eioschreiten. Abg. Jöckel nimmt die Regierung in Schutz, dte jeder Zett und auch in der Eisenbabnpolitik ihre volle Schuldigkeit gethau habe. Abg. Bähr ist mit der Antwort der Regierung gar nicht zufrieden. Da- sei weder gehauen, noch gestochen. ES scheine, als verfüge Preußen allein über dte Eisenbahnen. Abg. Köhler erklärt da» Verhalten Preußens gegen­über der Main-Neckar-Bahn für genügend, um dessen Ge- flnnung zu charactertfireo. Dasselbe behandle Hessen als Feinde und nicht als Bundesgenossen. Damit ist dte Be­sprechung beendigt.

Nachdem nach einer kurzen Pause die Verhandlungen fortgesetzt werden, feiert zunächst PeäfidentHaa- dte Abgg. Mölltnger, der 36 Jahre, Schröder, der vor Kurzem 25 Jahre tm Dienste des Volke- gestanden habe. Er wünscht den Jubtlareu noch lange- Leben und Gesundheit, daß fie ihr Amt zum Wohle drS Vaterlandes noch lauge versehen könnten. (Bravo.) Da- Hau» erhebt fich von den Sitzen. Die Sitze der Jubtlare find mir Lorbeer und Blumen ge­schmückt. Dieselben danken sichtlich bewegt für diese Ovation.

Wegen Zugverspätungen auf der Linie Gießen« Gelnhausen hat der Abg. Westernacher eine Anfrage an Großh. Regierung gerichtet. Finanzmttifter Weber gibt eine befriedigende Antwort. Ebenso bezüglich der Anfrage de» Abg. Frenah wegen des Baues einer Selzthal­bahn. Wann die Vorlage etngebracht werde, könne dte Regierung noch nicht bestimmen. Die Abgg. Frenay und v. Köth heben da» Bedürfntß einer solchen Bahn hervor.

Bezüglich der Anfrage des Abg. Köhler über dte Ver­hältnisse der Schaffner wegen deren Dieustalter antwortet die Regierung in entgegenkommender Weise.

Nachdem noch eine Reihe von Anträgen der Regierung zur wohlwollenden Erwägung und Prüfung überwiesen wurden, vertagte sich die Kammer auf unbestimmte Zeit.

Ocekf ««§

»ießen, den 13. December.

Milttärdieastnachrtcht. Braun, Sec-Lieutenant von der Reserve des Jofanterie-RegimentS Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, mit Pension der Abschied bewilligt.

eH. Stadttheater. DaS selten gegebene Bolksstück ^Muttersegeu" von W. Friedrich war e», da» hier gestern daS zahlreich fich eingefuudene SonutagSpublikum beinahe Thronen lachen und weinen ließ. Dte darin ntedergelegte sittliche Tendenz kommt zur Geltung wie etoe Predigt- daS Leitmotiv der Handlung ist ftimmungS- und empfinduugSvoll, so menschlich ergreifeud auSgearbettet, daß eS selbst bet einer wenig verständntßvollen Masse doch dte innersten Satten des Herzens und GemütheS anschlägt und Gutes fördernd ein« wirkt. Als besondere Ausschmückung erhielt das Werk etoe vorzügliche musikalische Zugabe von H. Schäffer mit dazu gehörigen Gesangseinlagen, dte dem Gang der Handlung charactertfttsch angepaßt, bald weihevoll, bald fttsch und flott componirt ist und jede« Aufdriuglich-Gekünstelte vermissen läßt. ES verlohnt sich den schönen Inhalt des Stückes kurz anzugeben. Marte, die tugendhafte Tochter des Pächters Loustalot tu einem Dorfe Savoyens, wtrd, um vor den unehrenhaften Nachstellungen de» ComwandeurS v. BoiSfleuri, eines Lüstlings, sicher zu feto, von dem Pfarrer des Orte»

und ihren Eltern zur Auswanderung nach Paris veranlaßt. Mit mehreren Savoyarden deS Heimatdorfes, die de» Er­werbs wegen ihr G:ück tu der Ferne suchen, ztrht fie hinan» tn dte Fremde, begleitet von dem AbfchtedSlted und dem Segen ihrer Mutter. In Parts findet Maite ihren Unter­halt durch Liederfingen und wird, ob der Schönheit ihres Gesänge» und ihrer eigenen Schönheit, dortbte Perle von Savoyen" genannt. Allen Versuchungen und Verlockungen hält fie Stand, der Muttersegen schützt fie vor dem Falle. Einen schlichten Burschen, Audrö der fie lesen gelehrt und ihr seine Liebe gestand, liebt fie innig und treu wieder. Dieser Andrö hieß in Wirklichkeit jedoch Arthur und war der Neffe der Marquise von Stv y, dte von seinem Berhält- uiß Kunde erhiett und io ihrem Adel»- und Ahnenstolz eint Verbindung mit diesem Laodmädchen als nicht edenbüntg ver­eiteln zu müssen glaubte. Dte Marquise will deshalb Marie sprechen und kennen lernen, macht ihre Wohnung ausfindig und lädt fie in ihren Palast, unter der Vorgabe den Gesang ihrer Lieder hören zu wollen. Arthur alias Andre wußte davon nichts und als er selbst der an ihn ergangenen Ein­ladung seiner Tante Folge leistend, erschien, traf er dort die Geliebte, dte vor Schreck und Aufregung über seinen nun erfahrenen wirklichen Stand ohnmächtig tn den Handln de» TommandeurS, de» Bruder» der Marquise, zurückblteb und nur durch die zufällige Dazwischenkunft ihrer HrtmathS- gefährtin Chonchon vor dessen lüsternen Angriffen gerettet wurde. Marte bleibt im Hause der Marquise, dem Wunsch ihre» geliebten Arthur nochkommend. E ne» TageS erscheint ihr alrer Vater bet ihr, der fie schon seit Monaten tn Pari» gesucht. Er erkennt seine Tochter in der vornehmen Kleidung nicht und als fie ihm ihre Unterstützung und Hülfe in Geld anbietet, glaubt er, eS sei Wahrheit was die Leute in seinem Dorfe von ihr sagen, daß fie eine Gefallene, die erkaufte Geliebte eines Marquis fei. Voll Abscheu wirft er daS dargebotene Geldgeschenk ihr zu Füßen und verstößt fie. Sowohl dies, als auch dte Wahrnehmung, daß thr Geliebter mit einer Anderen sich vermählen will, bringt fie zum Wohn- finn. Pierrot, der Hirte ihres Vaters, der fich auch geld­erwerbend in Paris aufhält, bringt mit Mühe dte Irrsinnige nach Haufe. Als sie das bei ihrem Abschied gesungene, er­greifende Lied wieder hört, erwacht fie auS ihrer geistigen Umnachtung, erkennt ihre Mutter, den hocherfreuten Vater und wtrd die Frau ihres inzwischen eingetroffenen Arthur. Gespielt wurde recht wacker, so daß die Stimmuvg sowohl in den ernsten, als auch den lustigen Sceven richtig getroffen und wirkungsvoll war. Frau Keßler als Marquise v. Tivrh konnte genügen, desgleichen Frl. Berner al» präsentirteS Fräulein v. TlbS. Herr Liebscher entzückte durch die prächtige Wiedergabe de» rouöhaften Commaodeur» v. BoiSfleuri, desgleichen Herr Albrecht als Pierrot. Der feurige Liebhaber Andi4 Arthur fand in Herrn Böhm, der würdige Pfarrer in Herrn Dos er eine gute Vertretung. Herr Fritzschler als Pächter Lustolor, sowie Frau Kruse als dessen Frau spielten verständutßvoll. In der W eben gäbe von deren Tochter Marte bot Frl. Würdig eine recht zufriedenstellende Leistung, desgleichen Frl NatusiuS Ql» immer lustige, Nimmersatte Ehonchon. Die Leinen Rollen waren durch die Herren Keßler und Fellner, sowie Frl. BudowSka und Frl. Biotti passend besetzt. Ein Statist suchte seine Persönlichkeit stet» mit den Händen tn den Taschen immer in» beste Licht zu stellen und da» Publikum wichtig- dreist anzugaffen. Die Jnscenirung und Ausstattung be­friedigte. DaS Eostüm von Chonchon im ersten Act rocn in der Originalität zu bizarr ausgefallen und beleidigte da» Auge. Der zum Werk gehörige originale mufikaltsche Thetl wurde unter der trefflichen Leitung de» Herrn Director Kruse von unserer RegimentScapelle in fein nllancirter Weise zu Gehör gebracht und gebührt ihm gleicher Antheil an dem gespendeten reichen Beifall.

* Der Verein zur Forderung eine» Baelbauel, über dessen Ziele bereit» berichtet wurde, hat fich gestern consti- tuirt. Der in der kleinen Aula deS UniversttätSgedändeS unter Vorsitz deS Herrn Rector» Prof. Dr. Speogel ab­gehaltenen V er sammlun g wohnten etwa 40 Herren bei. Der Herr Vorsitzende legte nach einigen, die bisherige Thätig- feit des provisorischen AuSschuffeS erläuternden Mitthetlungen den Satzungsentwurf vor. Derselbe fand nach eingehender Besprechung und einigen Aenderungen Annahme. Darnach stellt sich der Verein die Errichtung eine» Saalbaue» zu« Ziel und betrachtet sich als Mittelpunkt aller darauf gerich­teten Bestrebungen. Er betrachtet al» nächste Aufgabe die Bildung eines Fonds au» Ueberschüffen, sowie auS Veran­staltungen, wie auch Zuwendungen und Ueberwetsungen. Der Jahresbeitrag soll jährlich mindestens 10 Mk. betragen, da» vereinSjahr am 1. October beginnen. Als theilweise Gegen­leistung für den Jahresbeitrag wird den Mitgliedern für ihre Person oder ein Mitglied der engeren Familie freier Emttitt zu den (Soncerten, Dtletanten- Aufführungen u. s. w. ge­währt. Bei Ausgabe von »eiteren Eintrittskarten sollen die Mitglieder daS Vorrecht Haden. Die Vereinsangelegenheiten werden durch einen aus 22 Personen bestehenden, mit de« Recht der Zuwahl geeigneter Personen auSgestatteten Ge- sammtauSschuß besorgt- derselbe gliedert fich wieder in den eigentlichen Vorstand, in einen Finanz«, einen technischen und einen KunstauSschuß. Im Falle einer Auflösung de» Vereins fällt daS Vermögen nach vorhergegangenem Beschluß einer Generalversammlung an die Sradt Gießen. Den Gesammt- auSschuß bilden folgende Herren: Ernst jBalfer, Geheimer Hofrath Professor Dr. Behaghel, Alfred Bock, Ernst Ehallier, Stadtverordneter EmmeliuS, Geheimer Medicinal« rath Professor Dr. Gaffky, Geheimer Rath Provinzal- director Frhr. v. Gagern, Oberbürgermeister Gnautk, Rechts­anwalt Grünewald, Stadtverordneter Haubach, Eommerzten« rath Heichelheim, Eommerzienrath Heyligenstaedt, Friedrich Helm, Stadtverordneter Kirch, Louis Lotz, Oberst v. Madai, Quästor Ordig, Landgertchtspräfident v. Ricou, Landgerichts- rath Dr. Schäfer, Stadtbanweister Schwankt, Professor Dr. Spengel, Uaioersitäts-Mufikdirector Trautmann. Bor-