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Feuilleton.
Frankfurter Thestrrbrief.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger-.)
(Nachdruck verboten.)
Morituri. — Nenaiffauce.
Dr. M. Die drei Sudermann'fchen Einacter gehen über alle Bühnen und schaffen volle Häuser, mag auch das Urtheil der Presse über diese letztendGaben deS ostpreußischen Dichters, nur waS ben] Gesammtelnbruck, sonbern auch waS bas Werthverhältniß untereinander anlangt, so verschieden lauten. So viel aber steht fest, mit Morituri hat Sudermann das Publikum nachhaltiger gezwungen als s. Z. mit der „Schmetterlingsschlacht", und doch ist diese satirische Komödie von Anfang bis zu Ende werthvoller als alle Tragik und alle Komik in den drei Einactern.
Die Tragik im „Te ja" will Hochernst genommen sein. Man kann das ja auch thun und doch gleichzeitig dabei fest» stellen, daß der Autor sich da auf einem Gebiet bewegt, in welches er sich erst künstlich hinetnschaffen muß. Ja, er ist in seinem „Teja" geradezu in die Domaine Felix Dahns gerathen, und, obgleich wir ja sonst, waS Beherrschung in der Technik deS Dramas und die Weite des Horizont- anlangt, auch nicht annähernd eine Parallele zwischen dem Autor der „Ehre" und einem Schriftsteller, der sich ängstlich gegen alle- Moderne verschließt, ziehen möchten, können wir nicht umhin, einzuräumen, daß der Verfasser deS „Kampfs um Rom" in seinem „König Roderich" und in seiner Ballade „Jung Dieterich", auf Grund einer unausgesetzten w ssrnschaftlichen Theilnahme an diesen Stoffen, die Grundstimmung der letzten
Vertreter eine- dem Untergang geweihten Heldenvolke- ungesuchter und populärer getroffen hat.
Die Frankfurter Regie wußte jedenfalls dem Drama eine würdige Heimstätte zu bereiten. Herr Barthel al- „König Teja" und Frl. L a n d 0 r i al- „Balthilda" vermochten sich dem Ernst ihre- CostümS durchaus anzupaffen.
„Fritzchen" zeigt uns den Sudermann wie wir ihn nun schon seit einer Reihe von Jahren kennen. Wir brauchen nur im Roman „ES war" und im Schauspiel „Glück im Winkel" nachzusuchen und dann haben wir sofort in mehr oder minder ausgeführten Bildern die Menschen vor unS, welche in dieser Duellgeschichte in flüchtigen, aber doch kräftigen Skizzenstrichen an unS vorüberziehen. Echt Sudermann'sch ist vor Allem die Mischung von preußischer Schneid' und Gemüthöweichheit. Mehr al- einmal tritt uns daS Waffer in die Augen, ohne daß das Ganze etwa rührselig angelegt wäre. Ein strammer, straffer Soldatenton, der sich ohne Wimperzucken ins Unvermeidliche zu finden weiß, klingt durch. Gewiß, der alte Herr von Droffe und sein Lieutenantssohn, die bitter für ihre Sünden büßen müssen, find keine Menschen, an welchen die Ethik ihre Freude haben kann und mit welchen man „höhere Cultur" schafft, aber, unbewußt fühlen wir eS, in den Schlachten von „Sedan" und „Gravelotte" mögen solche Elemente den Ausschlag gegeben haben — denn Ein- kann man ihnen wenigstens mit Fug und Recht nachrühmen, und in unserer Zeit der Feigheit und deS ängstlichen Deckung-- suchen- ist daS immer etwa-, — sie schrecken nicht zurück vor dem Einsatz ihrer vollen Persönlichkeit, sie haben den Muth, für ihre Thaten einzutreten.
Herr Diegelmann al- „Herr von Droffe", Herr Bolz als da- „Fritzchen", Frl. Frank als übersorgliche Mama Helene, Frl. Eh. Boch als da- tapfere, still ent»
sägende Mädchen Agne-, da- wir nun bereit- au- verschiedenen Arbeiten Sudermanns kennen, der stramme Lieutenant v. Hallerpfort des Herrn A. Meyer, — sie Alle, bis herunter auf den „Diener" und d e Rolle des „Inspektor", vertreten durch die Herren Hamm und DeSprez, brachten ein vorzügliches Zusammenspiel in Gang.
Wenn Sudermann aus der Bahn fortschreiten sollte, in welcher sich die satirische Burleske „DaS Ewig'Männ.' liche" bewegt, so würde er sich entweder zu einem verspäteten Alfred de Muffet oder einem verblaßten Maupaffant entwickeln, aber seiner Eigenart ginge er dabei verlustig. Die Farce ist ungemein dürftig, sie reicht gerade au- für ein Liebhabertheater und ein Dutzend Andere als Sudermann könnten die Spielerei verfaßt haben.
Auf ihre „Comteß Guckerl" haben die Herren Koppel-Ellfeld das Lustspiel „Renaissance" gesetzt, auch ein Stück, bei welchem da- Costüm Alles, die Figuren wenig und die Handlung noch weniger bedeutet. Aber man unterhält sich ganz gut dabei. In den leuchtenden Renaissance« gewändern, im Hintergründe kostbare Gobelins und stimmung«- volle architectonische Umrahmung erscheinen unS die Personen weniger alltäglich als wenn sie etwa im modernen Berliner Salon ihre Visitenkarte als junge, dem Leben zurückgewonnene, heirathslustige Wittwe, als guter, immer den Vermittler spielender, welterfahrener äünfel, als männliches Backfischchen, als enthusiastisches, von den Freuden der Welt schwärmender moderner Maler rc. rc. abgeben würden, waS sie aber dock, wenn wir unS ein wenig an ihr fremdes Arußere und ihre italienischen, vollklingenden Namen gewöhnt haben, im Grunde ihres Wesens für unS bleiben. DaS Stück dürfte sich die Saison über auf dem Sptelplan halten.
Bebaction: S. bcheyd a. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schehda) in Gießen.
400jahr. Aelanchthon-Iubilaum.
Hierdurch mache ich bekannt, daß für die Melanchthou-Stiftung nach Ausweis des herumgegebenen Sammelbogens von 64 Gebern ins- gesammt 110 Mk. mir überreicht worden sind und daß ich nach Abzug von Mk. 5.50 Erhebungsgebühren durch Postanweisung Mk. 104.50 an den Rechner des Melanchthon Vereins in Bretten heute eingesandt habe. Allen Gebern spreche ich herzlichen Dank aus.
Gießen, den 13. Januar 1897.
573 Dr. Naumann, Pfarrer.
Holzversteigerung.
Dienstag den 10. Januar d. I sollen in dem Langsdorfer Gemeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden:
Kiefern-Schnittholz, bis 44 cm mittlerem Durchmesser, enthaltend 20 fm,
200 Kiefern-Stämme Bau- und Werkholz, von 17—35 cm Durchmesser, bis 20 m Länge, enthaltend 123 fm,
39 Kiefern - Stämme Grubenholz, enthaltend 9*/2 fm,
35 Stämme Fichten-Bauholz, von 13—18 cm Durchmesser, 15 m Länge, enthaltend 8 fm,
800 Fichten - Stangen, bis 15 cm Durchmesser, enthaltend 44 fm.
Der Anfang ist Morgens 10 Uhr.
Langsdorf, den 13. Januar 1897.
Großh. Bürgermeisterei Langsdorf.
__________Köhler._______552
Holzversteigerung.
Freitag den 15.Januar I.J.,
Vormittags 10 Uhr anfangend, fall im Leihgesterner Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
66 Nadel-Stämme von 15—36 em Durchmeffer, 4—12 m Länge = 35 fm,
350 rm Nadel-Knüppel, hierunter
36 rm von 3 u. 3>/z m Länge, 3160 Nadel-Wellen,
60 rm Nadel-Stöcke.
Zusammenkunft an der Kreisftraße Leihgestern—Gießen, Abth. Horst.
Leihgestern, den 12. Januar 1897. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. _____________Heß.__________548
Holzverkauf
in brr König!. Vbersörstkm Krofdorf Freitag den 22. Januar 1897, Vormittags 10 Uhr, in der Ebert- schen Wirthschaft in Fronhausen: Schutzb. Waldhaus, Distrikte
57a u. 58 (Lindenschied): Buche — 681 rm Scheit und Knüppel, 24 rm Stockholz, 628 rm Reiser.
Der Königliche Oberförster: 561 Busold.
Holzversteigerung.
Montag de« l«. Januar d. I. werden aus den Distrikten Breiteloh, Großer Seng, Hainheege, Winneröder Haide, Kälberstall, Saaser Heegwald und Bauschel der Forfiwartei Saasen versteigert: Stämme r 62 Eichen mit 25 fm, 424 Fichten mit 136 fm (hierunter zehn Schnittholzstämme), 5 Kiefern mit 3 fm, 6 Lä>chen mit 2 fm, Dervstangenr 285 Fichten mit 21 fm, Reisigr 46 rm Nadelholz (Schichtbaufen).
Zusammenkunft Vormittags neun Uhr im Distrikt Breiteloh bei Beltershain auf dem Schnittpunkt der Kreisstraße Beltershain—Göbelnrod mit dem Vicinalweg Grünbera—Reinhardshain Nur das Holz in den Distrikten Breiteloh, Großer Seng und Saaser Heegwald Abth. 1 wird bei der Versteigerung vorgezeigt, alles übrige Holz wird unoorgezeigt verkauft. Nach der Mittagspause kommen ca. 4" nicht zerkleinerte Fichtenstöcke zum Ausgebot.
Grünberg, den 11. Januar 1897. Großherzogliche Oberförsterei Grünberg
Schober. 562
Holzversteigerung.
Montag den 18. Januar I. I, Vormittags 9 Uhr, soll im Ruppertsburger Gemeindewald, Di» stricte Röde und Buchwald, folgendes Holz versteigert werden:
70 fm Nadel-Stammholz, von 14 bis 24 cm Durchmesser,
32 fm Nadel-Derbstangen (Sparren- und Lattenholz), 9 fm Nadel-Reisstangen,
100 rm Buchen-Scheitholz,
66 „ „ Knüppelholz,
3 „ Nadel- „
162 „ Buchen-Reisig,
38 „ Eichen- „
27 „ Buchen-Stöcke,
4 „ Eichen- „
57 „ Nadel- „
Eine große Quantität Nadel-Reisig in Abtheilungen.
Die Zusammenkunft ist im District Röde bei Holz Nr. 600. Nähere Auskunft ertheilt Forftwart Steinbach dahier.
Ruppertsburg, den 12. Jan. 1897. Gr. Bürgermeisterei Ruppertsburg.
Lehr. 553
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