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14.1.1897 Erstes Blatt
 
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Adjutant des Sultan-, v. Grumkow Pascha, Einladungen erhalten haben.

Berlin, 12. Januar. Im Abgeordnetenhause wurde heute das Lehrerbesoldungsgesetz in zweiter Lesung zumeist nach den Anträgen der Commission erledigt. Ferner gelangte eine Resolution zur Annahme wegen ErlaffeS eines allgemeinen VolkSschulgesetzeS auf christlicher und coufessioneller Grundlage.

Berlin, 12. Januar. Wie dieStaatSb.-Ztg." wisieu will, hat das StaatSmiuisterium in seiner letzten Sitzung beschloffen, beim BundeSrath ergänzendeBestimmungen zum Börsengesetz zu beantragen, durch welche die Landes- Regierungen ermächtigt werden, freie Börsen Vereinigungen als eine Umgehung des bestehenden Gesetzes zu ahnden und diese erforderlichen Falles zu schließen.

Wiesbaden, 12. Januar. Bet der heutigen Wahl­männerwahl zur Ersatzwahl eines LandtagSabgeordneteu hat die freisinnige Partei noch mehrere Wahlmänner ge­wonnen, sodaß die Wahl des freisinnigen Candidaten, Land- wirth und Stadtverordneten Wintermeyer, gesichert ist.

Kiel, 12. Januar. In der hiesigen Löwenbrauerei brach ein Fahrstuhl, welcher im Herunterstürzen den Braueretbefitzer tödtete.

Weißenfels, 12. Januar. Auf Grund ihres gestrigen Beschlusses erschienen heute in den meisten Fabriken die Schuhmacher zur Arbeit und verlangten die Rücknahme der Kündigung. Da aber der Strike in der Blasig'schen Fabrik fortdauert, lehnten die Fabrikanten die Forderung ab, worauf abermals Einstellung der Arbeit erfolgte.

Hamburg, 12. Januar. Heute wurden 13 8000 Mk. Unterstützun gS gelber glatt ausgezahlt.

Gotha, 12. Januar. Der Redacteur des soctalistischen VolkSblatteS, Landtags-Abgeordneter I o o S, wurde heute wegen Beschimpfung einer kirchlichen Einrichtung zu sechs Wochen Gesängniß verurtheilt.

München, 12. Januar. Vor dem Königlichen Militär- BezirkSgertcht hatte sich heute der Portepee Fähnrich im Königlich bayrischen 1. Ulanen-Regiment Karl Graf von Holnstein wegen fahrlässiger Tödtung zu verantworten. Er verletzte am 4. August 1896 gelegentlich einer scherz­haften Balgerei im Exercierhaust zu Ingolstadt seinen Kame­raden, den Portepee-Fähnrich Steichele vom 3. Feld-Artillerie- Regiment, durch einen Säbelstich in die Brust so schwer, daß am 28. September der Tod eintrat. Graf Holnstein wurde heute zu 10 Monaten Festungshaft verurtheilt.

Karlsruhe, 12. Januar. Der badische Landtag wurde heute durch den StaatSminister Nokk eröffnet. Als einzige Vorlage steht die Umwandlung der 4procentigen Staatsschuld in eine 3% proccntige auf der Tagesordnung. Prinz Wilhelm constattrte in der ersten Kammer, daß der Großherzog wieder genesen ist.

Rom, 12. Januar. Laut Berichten aus Turin ergaben die Schießv ersuch e mit den neuen Geschossen gute Resultate. Die ganze Kriegs - Artillerie dürfte demnächst damit aus­gerüstet werden.

Mailand, 12. Januar. Der Verkehr auf der Etsenbahn- strecke Mailand Ventimiglia ist infolge von Erdrutschungen unterbrochen.

Parts, 12. Januar. Gestern Abend fand ein neues Anarchisten -Meeting statt, welches gegen das Vorgehen der spanischen Behörden gegen die Anarchisten in Barcelona prokestirt. Es war kein Zwischenfall zu verzeichnen, doch wurden zwei spanische Anarchisten verhaftet.

Paris, 12. Januar. Da Poincarre und Dupuy die Candidatur. für die Präsidentschaft der Kammer ab­lehnten, so bleibt höchstwahrscheinlich Brisson als einziger Candidat übrig, so daß seine Wiederwahl als gesichert erscheint.

Loudon, 12. Januar. Lord Salisbury hat beschloffen, die Zahl der englischen Schiffe im Meerbusen von Benin zu verstärken. In den ersten Tagen dieses Jahres ist nämlich eine englische Expedition von den Ein­geborenen des Gebiets von Lapele ntedergemetzelt worden. Die Expedition bestand aus dem englischen General-Cousul des Ntl-SchutzgebietcS, einem Commiffar, einem Hauptmann, zwei Mitgliedern des Consular-CorpS, einem Militärarzt, zwei Cioilärzten und einer Anzahl Eingeborenen.

Loudon, 12. Januar.Daily Telegraph" meldet, daß die TranSval-Regierung nur eine Million Pfund für den Einfall JamesonS in TranSval fordert.

Wafhiugtou, 12. Januar. Präsident Cleveland hat dem Schriftstück, betreffend das Schiedsgericht zwischen England und Amerika, gleichzeitig einen Brief an den Senat beigefügt, in welchem erklärt wird, die Initiative zu einem Schiedsgericht würden auch andere europäische Staaten ergreifen.

Yokohama, 12. Januar. Die Kaiserin-Mutter ist gestorben.

Berlin, 13. Januar. Der Aufenthalt des Kaiser­pa ar es in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg gestern Nachmittag währte 1/2 Stunden. Dem Münchener Professor Linder verlieh der Kaiser in Anerkennung dessen Vortrages über seine Methode der Flüssigmachung von atmosphärischer Luft den Kronenorden zweiter Klasse.

Berlin, 13. Januar. Der Vorstand des katholischen Lehrer-Verbandes Deutschlands hat an das Herren­haus eine Petition gerichtet, in der um Annahme des Lehrer- besoldungSgeletzeS in der Fassung des Abgeordnetenhauses gebeten wird.

Berlin, 13. Januar. Im Anschluß an die Berathungen der Commission für Arbeiterstatistik chculhte demVerl. Tagebl." zufolge gestern im Reichstage da« Gerücht, daß die Veränderungen im Handelsministerium mit dem Rücktritt von Berlepsch nicht abgeschlossen seien.

Berlin, 13. Januar. Unter der Anschuldigung der Unterschlagung von 38000 Mark wurde von mehreren HandwerkSmelftern gegen den Malermeister und Bauunter­

nehmer Schultz bet der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet.

Hamburg, 13. Januar. Die Medieinalbehörde ordnete die strengste Quarantäne für die aus Bombay, Kalkutta und den osttndtschen Hafenplätzen kommenden Schiffe iu Cux­haven und Hamburg an.

CocaUs rrrrd protHitjklkf.

Gießen, den 13. Januar 1897.

* * Ueber die Armen- und Krankenpflege in der Stadt Gießen entnehmen wir dem Derwaltungsbericht Großh. Bürgermeisterei für 1.895/96 folgendes: Mit Anstellung eines besoldeten Beigeordneten in der Person des Herrn Wolff, wurde diesem der Vorsitz in der Armendeputatiou und die spezielle Leitung der Angelegenheit der Armenpflege übertragen. Der Zuschuß der Stadtkasse hat 37064 Mk. 82 Pfg. betragen, er blieb um 6935 Mk. 18 Pfg. unter dem Voranschlag. Die PIock' sche Stiftung hatte 11 Pfründner mit zusammen 3850 Verpflegung-tagen gegen einen täglichen Pfleggeldsatz von 1 Mk. 20 Pfg. im Hospital und 1 Mk. 90 Pfg. im eigentlichen Stechenhaus untergebracht. Die Einnahmen betrugen 95803 Mk. 68 Pfg., die Ausgaben 95041 Mk. 97 Pfg., das verzinsliche Capital-Dermögen 113510 Mk. Durch die Commerzienrath Heichelheim- Stiftung (20000 Mk.) hat die Zahl der städtischen Stiftungen eine erfreuliche und dankenswerthe Bereicherung erfahren. Eine werlhvolle Unterstützung in der Armen- und Kranken­pflege hat die städtische Verwaltung wiederum Seitens der Wo hlth ätig keits-Vereine erhalten. Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hat in der Armenpflege 184 Personen in 677 Fällen mit zusammen 4532 Mk. 27 Pfg. unterstützt. In der Krankenpflege des Vereins waren 6 Schwestern thätig, die in 577 Familien zusammen 505 Nachtwachen, 269 ganze Tagespflegen und 20496 Pflegbesuche (d. h. Besuche bis zur Dauer eines halben Tages) leisteten. Sodann wurde mit einem Zuschuß von 300 Mk. auö der Armenkasse 24 Kindern eine Sommer­und 8 Kindern eine Wintelkur im Eltsabethenhause zu Bad- Nauheim gewährt. Die Krippe hat im Laufe des Jahres 34 Kinder mit zusammen 4425 Pflegetagen ausgenommen. Das Miethspatronat des Vereins in zwei eigenen, und zwei von der Stadt gemietheten Hausern hat eine weitere Ausdehnung erfahren durch den Erwerb des ehemaligen Friebel'schen Hauses, Kornblumengaffe Nr. 6. Die Näh­abende wurden vermehrt und in 4 Abtheiluugen ab­gehalten: 2 im Schwesternhaus für Frauen, 2 im alten Rathhaus, wovon 1 für Schulkinder und 1 für erwachsene Mädchen. Der Verein für Krankenpflege hatte im Berichtsjahr 8 Schwestern beschäftigt und aus seinen Mitteln für deren Unterhalt, Miethe u. s. w. gesorgt.

* * Nationalltberaler Verein. Gestern fand in der RestaurationZum Andres" die erste diesjährige Monats­versammlung deS nationalltberalrn Vereins statt. Herr Prof. Dr. Wimmenauer entwarf ein Bild von der un­ermüdlichen Thätigkeit des dahingeschiedenen Herrn Geh. Hofrath Prof. Dr. Streng im Dienste des Vaterlandes und der Partei. Sein Andenken werde immerdar zu eifriger Pflichterfüllung ansporneu. Herr Prof. Dr. Schwartz hielt darauf einen Vortrag über die gegenwärtige politische Lage, indem er die Schicksale der Strafproceßordnung, die Veröffentlichungen der Hamburger Nachrichten, die Duell- Interpellation und den jüngsten kaiserlichen Erlaß, den Fall Brüsewitz, die Marineforderungen, die französischen Militär­vorlagen, den Hamburger Strike, die Vorgänge au der Productenbörse und den Tauschproceß eingehend erörterte.

* * Vom Detaillisten-Bereiu. In einzelnen Manufactur« waaren-Geschäften herrscht die Gepflogenheit, Stoffe im Erker auSzulegen mit der Preisbezeichnung für die Elle (gleich 0,60 Mtr.) ohne aber dieses besonders dabei zu ver­merken. Da das gesetzliche Längenmaß der Meter ist, so kann hierdurch bei den die Schaufenster musternden Reflec- tautev leicht der Jrrthum erregt werden, als ob in den be­treffenden Läden die Maaren besonders billig erhältlich seien, und Mancher wird vielleicht, durch diese Täuschung augelockt, bewogen, bei dem Kaufmann seine Einkäufe zu machen. Hinterher natürlich macht man die Wahrnehmung, daß man nichts geschenkt erhalten, sondern den gehörigen Preis für den Meter doch hat bezahlen müssen. Der Vorstand des Detailliften-VereiuS hat nun beschlossen, da eine derartige Handlungsweise geeignet, gegen Treu und Glauben zu ver­stoßen, gegen diesen Uebelstand Front zu machen und dahin zu wirken, daß entweder die Auszeichnungen in den Fenster­auslagen der ManufacturgescySfte nach Metern geschehen oder wenigstens da, wo vielleicht in Rücksicht auf die Landkund­schaft die Anpreisung nach Elle sich nothwendig erweist, eine dahingehende Bezeichnung dabet vermerkt wird.

* Beamten-Zu- und Wegzüge. Vor einiger Zeit brachten einige Blätter eine Mttlhetlung, wonach in Folge der am 1. April l. IS. eintreteuden Aufhebung der hiesigen Eisen- bahn-Direction und Errichtung von vier Jnspectionen ein größerer Zuzug von Beamten hervorgerufen werde. Diese Nachricht hat bet dem letzten Quartalswechsel zu mehr­facher Steigerung der WohnungSmiethen Anlaß gegeben. Um nun Uebertreibungen in letzterer Hinsicht und späteren Enttäuschungen aller Interessenten zu begegnen, möchte jene frühere Mittheilung von dem zu erwartenden großen Zuzug dahin zu berichtigen sein, daß in Folge der erwähnten Aen- derungen in den hiesigen Eisenbahn Verwaltungsbehörden, insbesondere auch der Baubehörde für die oberh ssischcn Nebenbahnen, am 1. April etwa 16 Beamte von hier weg- ztehrn und etwa 12 hierher versetzt werden.

* Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit wurde gestern eta verheirateter, hier wohnhafter Arbeiter in Hast ge­nommen.

* Feuer. Gestern Abend gegen 5% Uhr brach in einem Haufe am Asterweg in einem Raume unter der Treppe deS zweiten Stockwerkes auf bis jetzt noch unaufgeklärte

I Weise Feuer aus. Da alsbald genügend Hilfe zur Stelle war, konnte der Brand gelöscht werden, ohne größeren Schaden zu verursachen«

* * Gin nicht alltäglicher Proceß ist bei der Civtlkammer deß Landgerichts anhängig. Ein Bankhaus klagt wegen des Postens von 10,000 Mk. und verlangt vom Gegner nicht etwa deren Zahlung, sondern hat den Klageantrag gestellt, daß Beklagterden rechnerischen Nachweis er bringt, daß, wie er behauptet hat, das klägerifche Haus ihm noch 10,0 00 M k. schulde, damit die Tilgung der vermeintlichen Schuld erfolgen könne. Im andern Fall solle erkannt werden, daß der Kläger dem Verklagten nicht- mehr schuldig sei. Der Proceß wird zweifelsohne sehr theuer werden.

* * Au der Pariser Welt Ausstellung im Jahre 1900 werden sich auch die deutschen Braugewerbe betheiligeu. Die bedeutendsten Brauereien Nord- und Süddeutschlands wollen gemeinsam vorgehen, und eine ColleclivauSstellung deS deutschen Braugewerbes soll dem deutschen Bier, dessen Consum in Frankreich von Jahr zu Jahr steigt, neue Absatz- gebiete in der ganzen Welt erobern. Im Uebrigen wird die Berheiligung Deutschlands an der Weltausstellung eine recht ausgedehnte sein- die Anmeldungen zur Betheiligung müssen im Laufe dieses JahreS bewerkstelligt werden, damit recht­zeitig mit den Vorarbeiten begonnen werden kann und am Eröffnungstage Alles fertig gestellt ist.

Die Voltthochschulbewegullg ist in Fluß gekommen. Vor Kurzem haben die Profefforen der Berliner Uni­versität Dames, Delbrück, Diels, Dilthey, Gierke, Harnack. Heubner, Hirschfeld, Kaftan, Kleinert, Möbius, Nagel, Oert- mann, Paulsen, Schmoller, Gering, Ad. Wagner und Wal- dryer an den akademischen Senat eine Eingabe gerichtet, in der sie denselben bitten, er möge: 1) Zur Errichtung und Leitung volksthümlicher Hochschulcurse, welche in den ver- schiedenen Stadttheilen in geeigneten Räumlichkeiten abzuhalten wären, einen ständigen Ausschuß unter dem Ehrenvorfitze des RectorS bilden- 2) beim Minister für geistliche, Unter­richts- und Medicinalangelegenhetten um eine jährliche Unter­stützung von etwa 15,000 Mk. zum Zwecke der Ausführung der vorgeschlagenen Veranstaltung etnkommen. Gegenstand der volkSthümlichen Hochschulcurse würden (so heißt es in der Eingabe weiter) alle Wissens gebiete sein, die sich zur VolkSthümlichen Darstellung eignen, jedoch unter Ausschluß von Vorträgen über solche Fragen, die sich auf die politi- scheu, religiösen und socialen Kämpfe der Gegenwart beziehen, oder deren Behandlung zu Agitationen Anlaß geben könnte. Zur Abhaltung der Curse gegen Honorar würden von dem Ausschüsse in der Regel, aber nicht ausschließlich Professoren, Privatdozenten und Assistenten der Universität und anderer Berliner Hochschulen aufzufordern sein. Der akademische Senat steht, wie eS heißt, in seiner Mehrheit bisher dem Uaternehmen nicht sympathisch gegenüber, aber man hofft, den Widerstand zu überwinden.

Grüuberg, 11. Januar. Eine unangenehme Ueber- raschung wurde heute durch eine fast P/, stündige Ver- spätung den Passagieren des um 924 Abends hier fälligen Zuges zu Thetl, die der letztere infolge eines zwischen Mücke und Grünberg an der Locomotive vorgekommenen Bruche- der Hebelstange erlitt. Der Zug mußte nach Mücke zurück- dirigirt werden und dort daS Eintreffen der von Gießen beorderten HülfSmaschine abwarten, sodaß er erst um bei­nahe 11 Uhr Abends hier eintraf. Am schrecklichsten mag die Wartezeit einem bedauernSwerthen Mann geworden sein, der einen Beinbruch erlitten hatte und in Nteder-Gemünden in den Zug gebracht worden war, zur Uebersührung in die Klinik in Gießen.

- V Nidda, 12. Januar. Im Jahre 1896 wurden auf dem hiesigen Standesamt 45 Geburten und 46 Sterbe­fälle beurkundet, sowie 23 Paare aufgeboten und 16 Ehe­schließungen vollzogen. Ein bet den letzten Wasserleitung-- arbeiten dahier beschäftigt gewesener junger Mann von aus­wärts sammelte kürzlich dahier Beiträge zur Abhaltung eines SchlußfefteS für die Arbeiter der Wafferleitung, welche aber größtentheils schon ab gereist waren, so daß man annimmt, der schlaue Geldsammler habe ganz allein daS Schlußfest gefeiert. Der Fall wird ein Nachspiel wegen Betrugs finden. Gestern Nachmittag ereignete sich an dem Neubahnbau auf der Strecke NiddaSalzhausen ein bedauerlicher Unfall. Der Maurer Heinrich Eckhardt aus Unter-Schmitten wurde während der Arbeit von herab­rollender Stetnmaffe überschüttet und hierdurch am Kopfe sowie derart an der einen Hand verletzt, daß solche jeden- falls amputirt werden muß.

n. Aus der Wetterau, 10. Januar. Kaum ist da- Ge­schäft mit dem Mästen und Verkaufen der fetten Gänse be­endet, so beginnt man schon wieder mit der Zucht der jungen Gänse. Um recht frühe flügge Gänse zu erhalten, läßt mau nicht die LegganS ihre Eier ausbrüten, sondern legt die Gänseeier einem Huhn unter. Ein solches Huhn hat seinen Brüteplatz oft im warmen Zimmer unter dem Bett, und auch die im Januar schon ausgehenden Gänschen müffen, wenn sie am Leben bleiben und gedeihen sollen, im warmen Zimmer gehalten werden. Bei guter Pflege können diese dann schon im Mai zum Schlachten verkauft werden und bringen dem Züchter gerade zu einer Zeit, in der im Laud- wirthschaftSbetrieb das Geld am rarsten ist, eine sehr will­kommene Einnahme.

Wettsaaseu, 8. Januar. Die Sammlung für die Armenier betrug dahier 21 Mk. 60 P'g.- in Nieder- Ohmen 197 Mk. 10 Pfg.- in Atzenhain 28 Mk. 80 Pfg. und in BernSfkld 42 Mk. 25 Pfg. Zusammen also im Kirchspiele Nieder Ohmen 289 Mk. 75 Pfg.

-ö- Stockheim, 12. Januar. Bei einem hiesigen Land- wirthe Namens Koch war der Metzger im Begriff, ein zu schlachtendes Schwein erst durch einen Schlag auf den Kopf zu betäuben, eine Methode, welche gegenwärtig häufig Anwendung zu finden scheint. In demselben Augenblicke,