*t» erwiderten dröhnend de» Salat, prächtige» Schiffe lavgsam heran« e» paradtrren auf Deck und rtefeu, f Wilhelm" pasfirtea, dreimal Hurrah,
.ationalhymne gespielt wurde. Als die . war, uahte die „Hohenzollern". Beide ,abschiedeteu fich vom Prinzen Heinrich und fuhren ,c russischen Kaiseryacht zur „Hohenzollern". Dort ,ottt sich da- russische Kaiserpaar aufs Herzlichste .m deutschen Kaiserpaar. Kaiser NicolauS und seine stahlt» verweilten etwa 10 Minuten und begaben sich >anu in- Boot zurück, vom deutschen Kaiserpaare bis an den unteren Treppenabsatz des FallrepS geleitet. Inzwischen feuerte auch der Panzer „Röntg Wilhelm" den Abschieds* Salut. Auf dem Verdeck der „Hohenzollern" stand das Kaiserpaar und sandte dem nach der Aacht „Alexandra" htnüberfahreuden russischen Katserpaar Abschiedsgrüße, der Kaiser salutirend, die Kaiserin handewinkend. Der Zar und die Zarin erwiderten ebenso. Um 58/4 Uhr ging die „Ale* xaudra" nach Peterhof ab- bald nach 6 Uhr folgte die „Hohenzollern" den deutschen Schiffen.
Depesche» beS Bureau .Herold/
Berlin, 11. August. Der „Local*Anzeiger" meldet aus Petersburg: Bei dem gestrigen Frühstück in KraSnoje Selo ernannte Kaiser Wilhelm den Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch zum Chef des Magdeburgs schen Husaren.RegimentS Nr. 10.
Berlin, 11. August. Der engere Vorstand des Bundes der Landwirthe veröffentlicht heute an der Spitze der „Deutschen TageSztg." einige der ihm in großer Anzahl zugegangenen Aufrufe der einzelnen Abtheilungen des Bundes, in deren Bezirk die Waffer-Katastrophe Unheil an- gerichtet har. ES wird in dem Aufruf an die Regierung der Kunsch gerichtet, daß sie Mittel in Bereitschaft stelle, um den den Angehörigen deS Staates entstandenen Schaden zu ersetzen. Für die Art des Vorgehens wird auch die sächsische Regierung als leuchtendes Beispiel hingestellt.
Berlin, 11. August. Der Stapellauf des Panzer» „Ersatz Friedrich der Große" findet, wie die „Nat.- Ztg." erfährt, voraussichtlich am 14. September d. I. statt.
Berlin, 11. August. Das nationalliberale Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses Dr. Weber ist infolge eines Schlaganfalles in Riga gestorben.
Berlin, 11. August. Wie dem „Local-Anzeiger" au» Kopenhagen telegraphirt wird, erhielt ein dortiges Blatt au» Onega die Nachricht, daß die dänische Barke AoSgar auf ihrer Reise von Dublin nach Onega am 13. Juli Morgen» östlich vom Nordcap bei der Einfahrt in das weiße Meer einen Ballon in der Luft schweben gesehen hat. Derselbe sei schwarz, das GaS theilweise auSgeströmt gewesen.
Mohacs, 11. August. Die Donau hat bei Boja die Dämme durchbrochen und die Felder des Fünfkirchener BiSthumS überschwemmt.
Madrid, 11. August. Die Leiche Canova« wird einbalsamirt. Die Autopfie hat gezeigt, daß alle drei Wunden tödtlich waren. Die Wunde am Kopfe, welche CanovaS zuerst erhielt, hat ihm die Besinnung geraubt. Da» Gehirn hatte ein bedeutendes Gewicht und der Zustand sämmtlicher inneren Organe deutete auf eine wahrscheinliche lange Lebensdauer. Die Wittwe Canovas erhielt gestern von Madame Carnot et» herzlich gehaltenes Beileidsschreiben, in welchem letztere au das tragische Ende des Präsidenten der Republik erinnert und ihre spanische Leidensgenossin zum muthigen AuSharren auffordert.
Madrid, 11. August. Die Leiche Canovas wurde heute früh nach der Wohnung deS Verstorbenen gebracht, woselbst ein Zimmer in eine Leichenkammer umgewandelt ist. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefundeu. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag statt. An derselben wird die ganze Garnison theilnehmen. Die Fahnen find aus Halbmast gehißt. Die offictelle Trauer beginnt morgen und dauert drei Tage. Der KricgSmtnister, welcher interimistisch den Posten eines Ministerpräfidenten ausfüllt, hat seiner Befriedigung darüber Ausdruck gegeben, daß die europäische Preffe einen antianarchistischen Congreß in Vorschlag bringt. Der Mörder wird laut Regierungsbeschluß vom Kriegsgericht abgeurtheilt werden.
Petersburg, 11. August. Die gestrige Illumination hatte 100000 Menschen aus Petersburg nach Peterhof gelockt. Schon während des Galadiners war die nächste Umgebung des Schlaffes von einer dicht gedrängten Menschenmenge besetz!. Kurz nach 9 Uhr war die Illumination in vollem Gange und bot ein prächtiges Schauspiel. Großartig war der Ausblick auf die Peterhof» Bucht, wo auf deu Schiffen Feuerwerk abgebrannt wurde. Kurz nach 10 Uhr unter- nahmen die beiden Kaiserpaare sowie die übrigen fürstlichen Herrschaften eine Rundfahrt durch den festlich beleuchteten Park von Peterhof und wurden überall stürmisch begrüßt. Gegen 11 Uhr erfolgte die Rückkehr inö Peterhofer Schloß. Heute Vormittag fand ein Besuch der Majestäten auf dem russischen Panzer Rosfije sowie ein Frühstück beim Prinzen Heinrich auf dem „König Wilhelm" statt. In den ersten Nachm-ttagstundeu begab fich der Kaiser und die Kaiserin, vom Zarenpaar begleitet, aus der „Alexandra" au Bord der „Hohenzollern" und traten die Heimreise an.
Petersburg, 11. August. Kaiser Wilhelm und der Zar wohnten gestern den Gefechtsübungen bei Krasnoje Selo bet. Nachdem das Wilborg-Regimeut verschiedene Exercitien ausgeführt hatte, über welche Kaiser Wilhelm seine hohe Befriedigung auSsprach, fanden Cavallerie-Uebungen statt, worauf im Katser-Pavillon eia Frühstück eingenommen wurde. Im Peterhofer Schlöffe fand Abends Galadiner statt, zu welchem Kaiser Wilhelm in russischer und der Zar in deutscher AdmiralS-Untform erschienen uvd zahlreiche deutsche und rusfische Marineoffiziere Einladungen erhalten hatten. Anwesend waren u. A. auch Prinz Heinrich von Preußen, Fürst Hohenlohe, v. Bülow u. A. Während der Tafel sprach der
Zar io deutscher Sprache etuen Trinkspruch auf daS Wohl und Gedeihen der „schönen deutschen Flotte", während Kaiser Wilhelm der „schonen und glorreichen russischen Flotte" gedachte. Nach der Tafel wurde Cercle abgehalten. Kaiser Wilhelm stellte dabei dem Zaren die diesem noch nicht bekannten deutschen Marineoffiziere vor.
Athen, 11. August. Die griechische Regierung wacht alle Anstrengungen, um die Mächte zu einer Aenderung ihrer Entscheidung in der Frage der Fin auz-Soutrole zu ver- anlaffeu. Sie hat eine Note mit Gegenvorschlägen den Mächten überreicht, den ablehnenden Standpunkt, welchen die griechische Regierung seit einigen Tagen angenommen, hat fie bereits wieder aufgegeben. Wie verlautet, wird tu den nächsten Tagen die Kammer etuberufen, um derselben die Entscheidung der Mächte betreffend die Fioanz-Controle zu unterbreiten. Falls die Kammer fich gegen die Annahme der Friedensvorschläge ausspricht, wird da- Cabinet -urücktreten.
Konstantinopel, 11. August. Die FriedenSverhand- l un gen nehmen andauernd einen schleppenden Verlauf. Nach der Anficht einiger Diplomaten können dieselben noch mehrere Wochen dauern. Die zweite Division der in den Dardanellen befindlichen türkischen Flotte erhielt Befehl, zur Abfahrt nach dem Mittelmeer fich bereit zu halten. Der Bestimmungsort wurde geheim gehalten.
Berlin, 12. August. Der König von Siam trifft am 26. d. MtS. am hiefigen Hofe ein und wird drei Tage hier verweilen.
Berlin, 12. August. Die Stadtverordneteu-Bersammluug von Charlotten bürg hat gestern 50000 Mk. für die Ueberschwemmten bewilligt.
PeterSbnrg. 12. August. Die Abreise deS deutschen KatserpaareS erfolgte unter erneuten großen Ovationen aller rusfischeu Kreise. Am Landungsstege hatten fich gegen 11 Uhr Vormittag» die Großfürsten und Großfürstinnen, Minister, Generale und andere hohe Würdenträger etngefuuden. Als die beiden Kaiserpaare eintrafen, schritten beide Kaiser die Fronten der Ehrencompagnte ab, während die Musik- capelle die deutsche Nationalhymne spielte. Nach der Begrüßung der anwesenden hohen Herrschaften unterhielt fich Kaiser Wilhelm noch einige Zeit mit dem Grafen Murawjew, der Zar mit Herrn v. Bülow. Fürst Hohenlohe hatte fich bereits am Morgen von den Majestäten verabschiedet und die Rückreise nach Berlin angetreteu. Bald hierauf bestiegen die beiden Kaiserpaare die „Alexandra", welche nach Kronstadt abdampfte, unter Kanonendouuer und lauten Hurrahrufen der zahlreichen Menge. Nachdem die „Alexandra" mit den beiden Kaiserpaaren in Kronstadt angelangt war, besuchten diese deu russischen Panzer „Rossija" und begaben fich nach einstündigem Aufenthalt zum „Kaiser Wilhelm", wo fie beim Prinzen Heinrich frühstückten. Inzwischen wurden die deutschen Schiffe sichtbar und pasfirteu nacheinander den „König Wilhelm". Beide Kaiser ialutirten auf daS brausende Hurrah der Besatzung, auch die Kaiserinnen grüßten. AlS zum Schluß die „Hohenzollern" erschien, begaben sich beide Kaiserpaare auf einem Dampfkntter dorthin. Nach herzlicher gegenseitiger Verabschiedung verließ daS Kaiserpaar die „Hohenzollern" und begab fich auf der „Alexandra" nach Peterhof zurück. Die „Hohenzollern" wird am 15. August wieder tu Kiel eintreffen.
Koc*U» nnfr provittjitüc»
Gießen, den 12. August.
** Militärdienstnachrichten. Dr. Schäffer, Unterarzt der Reserve vom Landwehrbezirk Gießen, zum Asfistenzarzt 2. Klaffe befördert.
** Großh. Handelskammer Gießen. Köntgl. Eisenbahn- direction Frankfurt a. M. theilt un» mit: Im bevorstehenden Herbste ist eine weitere erhebliche Steigerung de» Güterverkehr» zu erwarten- namentlich find es die Maffentranßporte von Kohlen, KokeS, Getreide, Kartoffeln, Rüben, Zucker und Düngemittel, welche den Wagenpark der Eisenbahn-Verwaltungen vorzugsweise in Anspruch nehmen. Wenngleich durch vermehrte Zugverbiudungen, verbefferte Einrichtungen auf den Stationen rc., durch außerordentliche Vermehrung des Wagenparkes nach Möglichkeit Fürsorge getragen wird, um den gesteigerten Ansprüchen de» Verkehrs gerecht zu werden und dem Wagenmangel abzuhelfen, so können diese Bestrebungen doch nur von Erfolg sein, wenn dieselben Unter- stützung durch die Verfrachter bezw. Empfänger selbst finden. Eine solche Unterstützung würde ganz besonders daun eintreten können, wenn die größeren Verbraucher von Kohlen und Koke», namentlich die GaSfabrtken und industriellen Werke, sowie Kohlenhandlungen ihren Herbst- und Winterbedarf möglichst schon vor Beginn des Herbste» unter Ansammlung vou Vorräthen beziehen würden. Gleichzeittg wird daS Publikum ersucht, für schleunige Be- und Entladung der Wagen zu sorgen, damit so lange wie möglich vou einer Verkürzung der Ladefristen abgesehen werden kann.
•’ vieberthalbahn. DaS Interesse, welches allgemein der zu erbauenden Bieberthalbahn entgegengebracht wird, dürfte sich in der nächsten Zeit in erhöhtem Maße diesem Unternehmen zuwenden, da nun zunächst da» Gelände überwiesen ist, um mit dem Bau der Station Gießen und den daselbst zu errichtenden Gebäuden, welche außer dem StationS- hauS noch in Güterschuppen und Wagenremise bestehen, begonnen werden wird. Ebenso sind die Unterhandlungen mit der Eisenbahndirection Frankfurt a. M., soweit sie die Haltestelle Abendstern betreffen, zum Abschluß gelangt, sodaß auch dem Bau der hier zu errichtenden Güterverladestelle bahnseitig nichts mehr im Wege steht. Die Pläne zur Verbreiterung der Lahn- und Lohmühlbach-Brücke, welche bereits im Termine am 26. April hier genehmigt wurden, liegen Großh. Ministerium in Darmstadt zur Bestätigung vor und nach der stündlich zu erwartenden Rücksendung derselben dürsten auch die bezüglichen Lieferungen sofort vergeben und die Arbeiten in Angriff genommen werden. Zu unbefriedigenden Resul
taten haben dagegen die seitherigen Verhandlungen mit einige» Gruudeigemhürneru geführt, deren durchaus sceptischeS Verhallen den Angeboten des Vertreters der Kleinbahn-Gesellschaft gegenüber schließlich zur Einleitung de» Enteignung»- verfahrens führen mußte. In der Schwierigkeit dieser Terrainerwerbung, welche fich dem Unternehmen von Anfang an eotgegeostellten, ist auch der Grund zu suchen, weshalb an ein VorwärtSkommen in dieser Angelegenheit noch nicht zu denken war. Selbst ein vom Vertreter der Kleinbahngesellschaft gemachtes weiteres Angebot, wonach derselbe für den Fall einer gütlichen Auseinandersetzung noch 10 Prozent mehr zu zahlen sich bereit erklärte, vermochte bis heute die Stellungnahme der Betheiligten nicht zu ändern, und falls dieselben auch noch ferner auf ihrer Weigerung bestehen, so würde al» Endresultat nur der behördliche Machtspruch übrig bleiben. DaS EnteiguungSverfahreu ist, zufolge dieser Un* schlüsfigkeit der Grundbesitzer, denn auch schon eingeleitet und Termin auf den 30. August anberaumt. Jedenfalls würde eS aber für die Betheiligten von Bortheil sein, ihren ohnehin unhaltbaren Widerstand aufzugeben und durch Annahme de» für sie günstigeren MehrgebotS ein Hinderniß zu beseitigen, wovon e» lediglich abhängt, ob der Bau der Bieberthalbahn auf hessischem Gebiete demnächst in Angriff genommen werden kann. Nur dann kann schon im nächsten Frühjahre seiner Vollendung entgegen gesehen werden. Auf preußischem Ge* biete ist daS Planfeststellung-verfahren z. Z. in der Ausführung begriffen, und liegen die Pläne in der Gemeinde Rodheim öffentlich aus.
* • Den Heidenthnrw, welcher eben wieder unter eine neue „Haube" gebracht wird, ziert seit heute Vormittag auch eine neue Wetterfahne.
* ' Der allgemeine deutsche Uhrmachertag. welcher vom 7. bis 11. August in Hamburg stattfand, war vou über 300 Uhrmachern auS allen Theilen Deutschlands besucht. Der nächste VerbandStag findet im Jahre 1900 in Gera statt.
* * Militärisches. Gestern Morgen wurden die Spiel* Leute eines Bataillons des Kaiser Wilhelm-Regiment» nach Marburg befördert, um mit der dortigen Jäger-Capelle (bekanntlich haben die Jäger-Bataillone keine Spielleute) Parademusik zu üben.
Geldfund. In der Aschengrube de» hiefigen Bahnhofs fand gestern Vormittag ein mit Aufräumen beschäftigter Arbeiter einen Hundertmarkschein. Der Schein hat wahrscheinlich schon längere Zeit an dem Fundort gelegen.
* * Reserveoffiziere bei der Kaiserparade. Durch verschiedene BezirkScommandoS wird die folgende Weisung bekannt gegeben: Offiziere des Beurlaubtenstandes, welche der am 4. September bei Homburg v. d. H. ftattfindenden Parade als Zuschauer beiwohnen wollen, stellen sich link» seitwärts der zwischen der Straßengabel östlich Niedereschbach errichteten Zuschauer-Tribüne auf. 9 Uhr 30 Miu. Vorm. müssen die Plätze eingenommen sein.
• • Wer ist als „Handwerker" und wer dl „Fabrikant" zu betrachten? Diese Frage, welche namentlich seit der Einführung deS Unfallversicherungsgesetzes bisher sowohl den Berufsgenossenschaften und sonstigen beteiligten Kreisen, wie auch selbst den Gerichten viel Kopfzerbrechen bereitet hat, ist nunmehr in einem Streitfälle endlich vom Reichsgericht beantwortet worden. Bis jetzt wurde gewöhnlich eine Arbeitsstätte, in welcher zehn und mehr Arbeiter beschäftigt find, als Fabrik bettachtet, und darnach wurden auch die Bestimmungen des UnfallverficherungSgesetzeS zur Anwendung gebracht. Wie aber jedes practische Beispiel lehrt, ist diese Ansicht falsch, da eine größere Anzahl von Arbeitern immer noch nicht auf einen „Fabrikbetrieb" schließen läßt. Such die Auffassung, die fabrikmäßige Benutzung der Maschine alS entscheidendes oder nut mitentscheidende» Kriterium hinzu- stellen, ist nicht stichhaltig, da die Grenze zwischen Maschine und Werkzeug oft schwer festgestellt werden kann und selbst die Einführung eines Motors in den Betrieb nicht für da» Endresultat, daS Fabrikat maßgebend ist. DaS Reichsgericht hat daher jetzt einen anderen Grundsatz festgestellt, und dieser ist die ArbeitStheilung. Arbeitet der produzierende Arbeiter- allein an der Fertigstellung bei Werkes, so liegt „Handwerk" vor - arbeiten jedoch verschiedene Arbeiter zur Fertigstellung — jeder nur an einem Theile be» Fabrikat» — so ist biefl eine „Fabrikthätigkeit".
* * Wetterbericht. Lin Depressionsgebiet bedeckte den Nordwesten deS ErdtheilS und weist zwei Ceutra auf, da» eine über Schweden und ein zweite», erst heute erfchicnene» über der irischen See. Das übrige Europa dagegen gehört einem barometrischen Maximum an; dessen Kern umfaßt Ober- und Mittel-Italien, das Alpengebiet und Süddeutsch- land und zieht fich von hier noch über Böhmen bis nach Schlesien. Unter der Herrschaft des hohen Drucke» herrscht zumeist heiteres und warmes Wetter. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch heiter und warm.
L eusel, 10. August. Gestern wurde hier ein vierjähriger Junge von einem blinden Pferd so unglücklich getreten, daß da» Kind heute starb.
Zur Frage der Fahrradsteuer.
Fast überall werden jetzt in den Tageszeitungen Stimme» laut, welche gegen die in verschiedenen Städten und Gegenden geplante Fahrradsteuer energisch Front machen und sie nicht nur vom Standpunkt des geltenden Rechts und au» Billigkeitsrücksichten, sondern auch vor Allem au» socialen und wirlhschaftlichen Gründen scharf verurtheilen. Auch in Bayern hat man von gewissen Seiten der Regierung eine Fahrradsteuer nahe gelegt; die Regierung hat aber in rechter Erkenntniß der Ungerechttgkeit einer solchen Steuer sofort energisch abgewinkt. Für alle Rad- feind e erscheint e» an der Zeit, einmal grundsätzlich zn der Frage Stellung zu nehmen: „Hat der Staat ein Interesse daran, das Radeln zu vertheuern. und somit zu erschweren?"


