Ver», 10. März. Der vom Nationalrath eingesetzte Ausschuß Hal den Gesetzentwurf, betreffend die Einführung der obligatorischen Kranken- und Uufall-Ber- stcherung, unter finanzieller Mithilfe deS Bundes, ein« stimmig angenommen.
Loudon, 10. März. Unter Haus. UnterstaatSsecretär des Aeußeren, Curzon, erklärt, er wiffe von keiner ergänzenden Antwort Griechenlands. Die Antwort Griechenlands und der Türket würde vorgelegt werden. ES sei keine Antwort von der Pforte auf die ergänzende Note eingegangen. Curzon glaubt, diese sei im Principe acceptirt. Der Coosul von Kanea berichtete heute: Glücklich, aber nicht ohne größte Gefahr, seien auS Kandano 523 Männer, 1017 Frauen und Kinder und 340 Soldaten gerettet. Auf dem Rückwege wurden 112 Soldaten in dem Blockhause von Spautako aufgelesen. Die Eingeborenen von Kandano wurden eingeschifft und jetzt schiffen sich ca. 100 muselmanische Flüchtlinge in Saltno-Castellt ein. Mau befürchtet, daß die Christen Selino- Castellt angretfen.
Kanea, 10. März. Meldung der „Agencia Stefaoi". Auf die Nachricht von der demnächst erfolgenden Ankunft von Freiwilligen, die von der griechischen Regierung ausgerüstet wurden, verfügten die Admirale, daß eine Anzahl Schiffe um Kreta kreuzen solle, um die Landuug zu verhindern.
Kauea, 10. März. HavaSmeldung: Infolge der ungenügenden Zahl der vorhandenen Schiffe ist die Beförderung aller muhamedanisch en Familien unmöglich.
Kauea, 10. März. HavaSmeldung. Die europäischen Mannschaften, die mit der Befreiung der in Kandano Belagerten beauftragt waren, waren unter den gemeinsamen Befehl mit gleichen Vollmachten ausgerüsteter franzö- fischer und englischer Offiziere gestellt. Die Aufständischen ließen die Belagerten abziehen, nachdem fie diese entwaffnet hatten. Der englische Consul blieb während des Vorganges der Befreiung an Bord.
Wafhiugtoo, 10. März. Der Ausschuß für Mittel und Wege des Repräsentantenhauses hat gestern die in das neue Tarifgesetz aufzunehmenden Zollsätze für Zucker festgesetzt. Hiernach wird der Zoll für Rohzucker von 96 Grad nach dem Polariskop auf iy3 Cent- pro Pfund festgesetzt. Für Zucker unter 96 Grad wird eine gleitende Scala ausgestellt, die bi» zu etwa 1 Cent pro Pfund herabgeht. Der gegenwärtige Zollsatz für Zucker von 75 Grad beträgt 40 pCt. vom Werth, der neue Zollsatz dagegen ungefähr 70 PCt. Der Differenzialzoll auf Zucker, der aus Ländern kommt, die Exportprämien zahlen, soll dem Nettobeträge der Exportprämie gleich sein und wird verändert, je nachdem die Exportprämie verändert wird. Zum Zwecke der Reciprocität soll der Präsident aber ermächtigt werden, den Zollsatz 7e Tent herabzusetzcn, wenn der Zucker auS Ländern kommt, die entsprechende Gegenvortheile gewähren. Der Unterschied deS Zolles für Roh- und raffinirten Zucker wird ungefähr Ve 2eut betragen. Die Zollsätze find durchweg Gewichts- zvlle. Der Ausschuß hat fich einstweilen gegen eine Bundes- Prämie ausgesprochen.
Depeschen deS Bureau „Herolds
Berlin, 10. März. Der Kaiser wird gelegentlich der Centenarfeier, wie dem „Berl. Tagebl." mitgrtheilt wird, an sämmtltche Soldaten der Armee Erinnerungs- Medaillen Vertheilen laffen.
Berlin, 10. März. Die Budget - Commissi ou deS Reichstages wurde heute sofort nach Beginn auf unbestimmte Zeit vertagt, weil der Rrferent derselben, Abgeordneter Dr. Lieber, erkrankt ist.
Berlin, 10. März. Zur heutigen Sitzung der Budget- commission des Reichstags, in welcher die Special- Berathung des Extraordtnartums des Marine- Etats beginnen sollte, waren die Staatssecretäre Hollmann und Graf Posadowöky in Begleitung von 10 RegierungS- Commissar^n erschienen. Bon den 28 Mitgliedern der Commission waren 27 zur Stelle. Abg. Dr. Lieber, welcher das Referat über den Marineetat har, war jedoch plötzlich erkrankt. In Folge dessen wurde auf Vorschlag des Vorfitzenden d. Kardorff die wettere Berathung einstweilen vertagt und die Sitzung aufgehoben. — Morgen soll der Etat des Bankwesens, der Zölle und Verbrauchssteuern be- rathen werden.
Berlin, 10. März. Der „Nordd. Allgem. Ztg." wird aus Wien telegraphtrt, daß die Admiräle der bei Kreta versammelten Schiffe der Großmächte zur ZwangSaction gegen Griechenland bereit find, sobald die entsprechende Instruction der Mächte an fie erfolgt, was tu zwet bis drei Tagen erwartet wird. Vorerst dürfte wahrscheinlich eine Flottendemonstration erfolgen. Falls diese wider Erwarten vergeblich sein sollte, würden die wetteren bekannten Zwangs- maßregeln eintreten und die griechische Flotille nach dem Hafen von MtloS bugsirt werden, wo wenige Torpedoboote der Großmächte genügen würden, um sie in Schach zu halten.
Berlin, 10. März. Der „Freis. Ztg." zufolge hat der StaatSsecretär deS RetchSmarineamtS, Admiral Hollmann, fein Entlassungsgesuch eingereicht, welches jedoch vom Kaiser abgelehnt worden ist. Der Anlaß zu dem Ent- laffungSgesuch waren Auseinandersetzungen zwischen dem Admiral Hollmann, dem Reichskanzler und dem Schatzsecretär Grafen Posadowöky anläßlich der bekannten Denkschrift über die Marineforderungen. Der Meinungsaustausch hatte am vergangenen Freitag nach der Sitzung der Budgetcommisfion deS Reichstages stattgefunden.
Berlin, 10. März. Nach einer Meldung aus Beuthen (Ober Schlefien) haben die im oberschlefischen Industriegebiet ansässigen Angehörigen des österreichischen Heeres von den vorgesetzten Militärbehörden Befehl erhalten, sich innerhalb 24 Stunden bet ihrem Truppentheil zu stellen; man bringt diese Maßregel mit der Unsicherheit der Orieutlage in Verbindung.
Krankfart a. «., 10. März. Die „Frkf. Ztg." meldet auS Konstantinopel: Der Aufmarsch der türkischen Truppen an der macedonischen Grenze vollzieht sich genau nach den Plänen v. d. Goltz Paschas. Dieser hat auch einen bis tut kleinste Detail ausgearbeiteten Plau eines Krieges für den türkischen Generalstab entworfen. Bei Beginn eines Krieges würde auch dieser Plan benutzt werden. — Bon den deutschen Offizieren, die fich in türkischen Diensten befinden, ist bisher noch keiner an die macedouische Grenze beordert worden^
Kola a. Rh., 10. März. Die „Köln. Ztg." tritt heute an der Spitze ihrer Ausgabe für die Hochseeflotte ein, da bet einer längeren Blokade der Küste man zur wirksamen Bertheidtgung derselben auf eine moderne Schlachtflotte angewiesen sei.
Karlsruhe, 10. März. Auf dem in Offenburg statt- gehabten Parteitage der demokratischen und fretfinntgen Partei Badens erfolgte eine vollständige Trennung der süddeutschen Bolkspartei und der freisinnigen Bolkspartei.
Wien, 10. März. Die Meldung eines Grazer Blattes, ein österreichisches Bataillon in Triest habe Befehl erhalten, sich kriegsbereit zu machen, um nach Kreta zu gehen, wird vom offictöseu „Fremdenblatt" als falsch bezeichnet.
Lemberg, 10. März. Prtvatnachrichten zufolge haben am 7. März etwa 300 Bauern die Bewohner des StädtchenS Spola tm Gouvernement Kiew mit Dreschflegeln und Sensen üb er fall en. Zahlreiche Häuser reicher Bürger wurden zerstört und nachher geplündert. Das Haus eines Handelsmannes wurde dem Erdboden gleich gemacht. Diele Personen erhielten erhebliche Verletzungen. Auf telegraphische Requisition wurde von Kiew auS Militär gesandt. Die russische Regierung hat den Blättern untersagt, über diese Ruhestörungen etwas zu berichten.
Mons, 10. März. Im Bergwerk Quarignon ereignete fich eine furchtbare Katastrophe. ES riß nämlich da» Seil einer Förderschale, in welcher eine große Anzahl Bergleute befördert wurden. Dieselben stürzten mehrere hundert Meter tief in den Schacht. Die Anzahl der Opfer ist noch unbekannt. Bisher wurden erst einige Leichen geborgen.
Loudon, 10. März. Eine offictöse Note versichert, eS sei durchaus unwahrscheinlich, daß die Verhandlungen der Mächte in Betreff der gegen Griechenland zu ergreifenden Zwangsmaßregeln sich in die Länge ziehen werden, da Deutschland und Rußland auf einer sofortigen Action beständen.
Athen, 10. März. Wie verlautet, rüsten fich die Gesandten zur Abreise. Die Truppensendungen nach der Grenze dauern fort. Die gestrige Kammerfitzung ist ausgefallen. Prinz Georg, der mit der Torpedo-Flottille sich bei der Insel MtloS aufhält, erhielt Verhaltungs-Maßregeln für den Fall eines Angriffs.
Konstantinopel, 10. März. Heute find neue Befehle für die Activtruug von MilttärtrauSporten er- laffen worden. Neuerdings ist wieder eine Stockung auf der französischen Verbindungsbahn eingetreten.
Konstantinopel, 10. März. Der Sultan hat befohlen, daß unter jeder Bedingung eine Anleihe ausgenommen werden solle, weil infolge Auszahlung des Briramgehaltes die Staatskasse völlig leer ist. — Ktamtl Pascha wurde das Großvezirat angeboren- bis jetzt lehnte dieser jedoch die Uebernahme desselben ab. — Der Marinewinister Hassan Pascha ist bei dem Sultan in Ungnade gefallen.
Konstantinopel, 10. März. Griechenland hat sein Anerbieten, seine Truppen von der türkischen Grenze zurückzuzirhen, wenn die Türket dasselbe rhue, wiederholt. Der Sultan hat auch diesmal abgelehnt.
Berlin, 11. März. Der Gesetzentwurf betreffend die Errichtung einer Gedenkhalle für die 1870 gefallenen Krieger wird am 12. März im Reichstage zur ersten Plenarberathung kommen.
Berlin, 11. März. Die „Berl. Reuest. Nachr." finden eS nicht recht begreiflich, warum der Admiral Hollmann, wie die „Freis. Ztg." berichtete, feine Entlassung etn- gereicht haben sollte, wozu nur eine Veranlassung vorgelegen hätte, wenn er tu Widerspruch mit dem Reichskanzler gekommen wäre.
Berlin, 11. März. Der Athener Correspondent deS „Berl. Localanz." hatte eine Unterredung mit dem König Georg, welcher dabet erklärte, die griechischen Truppen seien auf Kreta, um Ordnung zu schaffen, sie würden auf der Insel bleiben und die Türken ebenso beschützen wie die Christen.
Berlin, 11. März. Der „Localanzeiger" meldet auS Frankfurt a. O.: Ein hiesiger practtscher Arzt entdeckte hier einen Lepra fall. Geheimer Rath Reißer auS BreSlau wurde mit der Untersuchung betraut.
Hamburg, 11. März. Dem „Hamb. Corresp." zufolge ist die Durchführung der Blokade der griechischen Häfen und anderer ZwangSmaßregeln nur noch von dem Ausfall der heute in der Pariser Kammer ftattfindenden Der- Handlung abhängig.
Schwurgericht.
W. Gießen, 10. März.
Heute wurde in die Verhandlung gegen den unbestraften 22 Jahre alten Dienstknecht Johannes Ritzel von Gelnhaar wegen Meineid cingetreten. Den Vorsitz führt Herr LandgertchtSrath Müller. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Koch. Die Vertheidigung liegt in den Händen des Herrn Asseffor Dr. Reuschäffer. ES find 15 Zeugen zu hören. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er vor dem Amtsgericht Ortenberg in einem Cioilproceß, in welchem eine Wilhelmine Reitz gegen Wilhelm Reichert wegen Alimente geklagt, wissentlich falsch geschworen. Der That- bestand ist der folgende: Während deS Prozesses machte der Angeklagte der Klägerin in Gegenwart anderer Mädchen
Mittheilung von einer obscönen Aeußeruog ihrer Gegners, deS Reichert, welche diese Mittheilung ihrem Anwalt hinterbrachte, der nun den Ritzel als Zeugen vernehmen ließ. Bor dem Amtsgericht Ortenberg hat nun der Angeklagte unter Eid auSgesagt, nicht Reichert, sondern er habe diese schmutzige Redensart gebraucht und diese Aussage so behauptet. Die Anklage sei wissentlich falsch. Der Angeklagte behauptet, in Ortenberg die Wahrheit beschworen zu haben, die Mittheilung, die er der Reitz und deren Freundinnen gemacht, sei, wenn er fie überhaupt gethan, gelogen oder von den Mädchen falsch verstanden worden. — Die Zeugin Wilhelmine Reitz von Usenborn, welche s. Z. in SelrerS gedient hat, behauptet auf daS Bestimmteste, der Angeklagte habe ihr gegenüber die fragliche Aeußerung so gethan, wie fie diese 'n ihrem Civil- proceß angegeben. — Der Zeuge Wilhelm Reichert wird unvereidet vernommen, vor seiner Vernehmung aber streng ermahnt, die Wahrheit zu sagen. Er bekundet, daß er vor dem Termin mit dem Angeklagten geackert und dieser ihm in Bezug auf den Prozeß gesagt hat: laß doch den Acker draufgehen. Zeuge hat diese Aeußerung so aufgefaßt, er solle die Alimente gutwillig bezahlen. — Zwei Zeuginnen bekundeten übereinstimmend, fie seien dabei gewesen, wie Angeklagter die den Reichert belastende Bemerkung gemacht, fie erinnern fich auf daS Allerbestimmteste, daß Ritzel die Mit- theilung gemacht, Reichert habe dies zu ihm gesagt. — Frau Stterle von SelterS war in dem Termin vor dem Amtsgericht Ortenberg, als der Angeklagte den heute unter Anklage stehenden Eid geleistet, seine Depofitionen seien damals stockend gewesen, er habe sich Alles abfragen lassen. — OöeramtS- richter Giller von Ortenberg gibt an, was der Angeklagte beim Amtsgericht Ortenderg beschworen, ob er stockend sich geäußert, kann der Zeuge nicht mehr sagen. Er habe gerade das Gegensätzliche bekundet, als das war, waS die Klägerin Reitz von ihm erwartet hatte, bezeugt zu bekommen. — Hilfsgerichtsschreiber Lullmann bekundet dasselbe wie der Borzeuge. — RechtSanwalt David sohn, Ortenberg, hat die Wilhelmine Reitz tm Civilproceß vertreten, er hatte das Gefühl, daß der Angeklagte in Ortenberg die Unwahrheit gesagt, diese Ansicht wurde durch die Art und Weise, wie Ritzel damals deponirte, bet ihm bestärkt. Auf Befragen deS BerrheidigerS gibt RechtSanwalt Davtdsohn an, er habe nach Beendigung des AlimentationSproceffeS in zweiter Instanz, der für die Wilhelmine Reitz verloren ging, die Meineidsanklage gegen den heute Angeklagten im Auftrage seiner Clientin bet der Staatsbehörde etngeretcht. — DaS Gastwtrth Klauer'sche Ehepaar von Ortenderg bekundn, daß die Wilhelmine Reitz mit den Z'ugen. die in ihrem Proceß vernommen waren, bet ihm am Tage deS Termins Einkehr gehalten. Die Reitz habe dem Angeklagten Borhalt gemacht, er hätte die Unwahrheit beschworen. — Der Schweinehirt Schenk bezeugt, er war In der Klauer'schen Wirthschaft empört, als der Angeklagte fick so frivol über den Eid äußerte, er sei hingegangen und habe am selben Tage dem Gendarmen Anzeige erstattet. — Schuhmacher Beckel von Selters bekunde», daß der Angeklagte zu ihm gekommen und zwar nach dem Termin und habe ihm mit- getheil», es sei auf dem Gericht zum Lachen gewesen- dieser Zeuge bekundet, daß der Angeklagte ihm gegenüber zugestanden, wa- er der Wilhelmine Reitz gesagt, sei wahr. — Der Angeklagte stellt dies entschieden in Abrede. — Der Schuhmacher JohS. Hofmann von SelterS steht in Arbeit bei Beckel, er war dabet, wie Ritzel seinem Meister auf dessen Befragen gesagt, daS, was er der Reitz und den anderen Mädchen gesagt, sei wahr. — Der Landwirth Kraft von Selter» war Dienstherr deS Angeklagten, dieser ist in vielen Sachen pfiffig, in anderen Sachen dumm zu nennen, Zeuge ist tm Allgemeinen mit dem Ritzel zufrieden gewesen. — Der Vorsitzende referirt aus den Acten, daß dem Verklagten Wilh-l» Reichert ein Eid zugeschoben war, den er auch leistete, wodurch der AlimentationSprozeß in zwei Instanzen für btt Klägerin Wilhelmine Reitz verloren ging. — Die den Geschworenen vorzulegenden Fragen lauten: Ob der Angeklagte schuldig deS wissentlich falschen Eides. Im Fall der Verneinung dieser Frage: Ob der Angeklagte fahrlässig falsch geschworen.
Der Vertreter der Staatsbehörde, Herr Staatsanwalt Koch, plaidirt für schuldig des wissentlich falschen EtdeS. Ein fahrlässig falscher Eid sei vom Angeklagten nicht geleistet. Der Verthetdiger, Herr Assessor Reuschäffer, spricht für eine Verneinung deS Meineides sowohl als auch deS fahrlässigen Falscheides, er hebt die Zweifel hervor, welche zu Gunsten seines Clienten den Ausschlag geben müssen. — Nach erfolgter RechtSbelehrung ziehen sich die Geschworenen zu einer 7, stündigen Berathung zurück, worauf der Obmann, Herr Weinhändler Helm-Gießen, den Wahrspruch auf Schuldig deS Meineides verliest. Staatsanwalt Koch beantragt hierauf, auf 5 Jahre Zuchthaus, entsprechenden ®6r Verlust und dauernde Unfähigkeit, vor Gericht al» Zeuge oder Sachverständiger zu fungiren, zu erkennen. Der ver- theidiger bittet auf die geringste zulässige Strafe zu erkennen- Daö Urtheil lautet auf 3 Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 6 Jahre und dauernder Unfähigkeit vor Gericht Zeugniß abzulegen.
Locales rind Provinzielles
Gießen, den 11. März 1897.
•• Militarbienstnachricht. Stumpff, Hauptmann und Compagniechef vom Inf. Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zur Dienstleistung bet dem Krteg-mtnisterium commandirt.
** BezirkSeisenbahnrath. In der nächsten Zeit findet die erste Sitzung des die Eisenbahndirectionen Mainz, Cassel und Frankfurt a. M. umfassenden Bezirkseisenbahn- rathe» in Frankfurt a. Mk. statt, in welcher auch die nächsten Fahrplan-Entwürfe zur Berathung kommen werden.


