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12.3.1897 Erstes Blatt
 
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* Militärischer. Nicht ohne eine gewisse Spannung Netzen die gelammten deutschen Infanterie-Offiziere icm Centenart age entgegen, da sie an diesem, wie mit großer Bestimmtheit verlautet, erfahren werden, ob sie in ihren jetzigen Regimentern verbleiben oder den neu zu for- mirenben zugetheilt werden. Bekanntlich sind bisher nur die Adjutanten der neuen Brigaden ernannt und, als zur Dienst­leistung bei je einer Division jedes Armeecorps commandirt, bereits seit einiger Zeit in vorbereitender Thätigkeit. Man kann sich denken, daß die Offiziere gern bet ihren alten Truppentheilen bleiben, da den neuen Regimentern die Stipendien, Casino-Einrichtungen und sonstige Annehmlich­keiten, welche die OfftztercorpS meist selbst beschafften, fehlen. Auch noch verschiedene andere neue Einrichtungen dürften öom Kaiser für das gesammte Heer am Centeuartage befohlen werden. Insbesondere erwartet man, daß auch wichtige Aenderungen an den Uniformen bekannt gegeben werden.

* Stadltheater. Freitag gasttrt hier Frl. Thessa Klinkhammer alsNora". DerFranks. Gen.-Anz." schreibt: Frl. Thessa Klinkhammer, das Mitglied unserer Bühne, gastirte am Stadttheater tn Hanau als Jbsrn'sche Nora" mit außerordentlichem Erfolg.Frl. Thessa Klink- Hammer gab als Nora", so urtheilt die Hanauer Kritik, ?eine so vollendete, fein charakterisiere Leistung, wie sie besser wohl schwer geboten werden kann. Die machtvollen seelischen Vorgänge wurden in überzeugender Weise zum Ausdruck ge­bracht, die Innerlichkeit und lebenSwarme Auffassung, vor Allem die einfach natürliche, fast kindliche Gestaltung der Rolle im ersten Thetl des Stücks, gaben uns einen hohen Beweis ihres künstlerischen Könnens."

Compaguiefeier. Die Kriegskameraden zu Friedberg, welche im Jahre 1870/71 der 7. Compagnie 2. Großh. Hrff. Infanterie-Regiment Nr. 116 angehört, und 4»<n Feldzug in Frankreich mitgemacht, beabsichtigen, am Mat l. I. in Friedberg ein Zusammenkommen zu beran» ftalten. Znm Zwecke der Einladung ergeht an alle auswärts ivuhnenden Kriegskameraden der 7. Compagnie das Ersuchen, ihre Adresse an H. Wagner, Friedberg (Hessen) gelangen zu lassen.

Kongreß des Deutschen Touren Club, Allgemeine Rad- /ahrer Union. Bet Gelegenheit des vorn 17. bis 22. Juli stoltfilldenden Kongresses des Deutschen Touren-Club, Allgemeine Radfahrer-Union, findet in München eine erste achttägige radtouristische Ausstellung statt, zu welcher bet ein Anmeldungen angesehenster Firmen eingelaufen sind. Dl- Ausstellung soll alle Gegenstände umfassen, welche für der Radtourtften Interesse haben,- ferner werden alle jene Materialien, welche von ausländischen Tourenclubs im In­tet esse der Radtouriftik zur Ausgabe gelangten, Tourenbücher, Ratten, Profile rc. ausgelegt werden, wodurch ein höchst an­regendes Bild allen Ausstellungsbesuchern geboten ist.

* Wetterbericht. Die Depression im Nordwesten macht ihren Einfluß rascher geltend, als zu erwarten war und ragt in südöstlicher Richtung bereits ziemlich weit in den (Kontinent herein. Außerdem aber ist die Luftdruck Berthei- lung über Central-Europa sehr unregelmäßig. Die Witterung ist daher allenthalben trüb und fielen schon heute im west­lichen Theil unseres Gebietes Niederschläge. Das barometrische Maximum behauptet feine Lage im äußersten Nordosten und herrscht in seinem Bereich strenge Kälte, während nament­lich über Mittel Frankreich mit dem Vordringen beß niederen Druckes ganz erheblich wärmer geworden ist. Voraus­sichtliche Witterung: Meist trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.

g Alfred Schultze veranstaltete, wurde neben ibm der jüngst viel­genannte Professor Sombart wiederholt gefeiert. Auf diese Ovationen antwortete sombart beim Semesterreiben mit den Worten:Ick trinke auf das freie Wort auf freien deutschen Universitäten." Brausender Beifall folgte.

* f Aus Göttingen wird geschrieben: Professor Dr. Vol- quorbfen. Docent für alte Geschichte Hierselbst, hat einen Rui an die Universität Kiel angenommen. An seine Stelle kommt Professor Dr. Busoldt von Kiel nach Göttingen.

Man meldet aus Erlangen: Als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Professors der alttestamentlichen Exegese Dr. KöhlerS ist dem Vernehmen nach Professor Dr. Wtlh. Lotz in Wien (geboren 1853 zu Kassel) auserfehen.

Wöchentliche Uederstcht der TodeSMe tu GieKe».

-s- Nidda, 10. März. Der für heute dahier abgestan­dene Rindvieh» und Schweinemarkt durfte zufolge beß gestern Mittag erst von Großh. Ministerium eingetrof» fenen telegraphischen Verboteß wegen Seuchegefahr nicht stattfinden. Viele Händler und Viehzüchter von auswärts wachten deshalb heute früh einen Metzgerßgang nach unsrer Marktstelle, da die behördliche Untersagung gestern nicht mehr publicirt werden konnte. Infolge des eingetretenen Regen- roetterß war der heurige Kcammarkt schlecht besucht.

Darmstadt, 10. März. Infolge des BeschluffeS des Vorstandes der Lesehalle und Volksbibliothek, daselbst auch socialbemokratische Zeitungen aufzulegen, hat ber Director ber Großh. Hosbibliothek, Herr Dr. Nick, erklärt, baß er mit biesem Beschlüsse nicht einberftanben war unb beShalb bereits am 6. b. Mts. seinen Austritt auß bem Ausschuß erklärt habe.

A Mainz, 10. März. In heutiger Sitzung ber hie­sigen Stadtverorbnetenversammlung machte der Oberbürger­meister die Mittheilung, daß das Ministerium baß Statut für das Hierselbst zu errichtende städtische ArbeitS» amt genehmigt habe und daß dieses Amt mit dem 1. April ins Leben treten wird. Im Anschluß an diese Mittheilung' bewilligten die Stadtverordneten Mk. 1000 für die hundert» jährige Geburtstagsfeier Kaiser Wilhelm I. Die Social» bemoEraten gaben ähnlich wie in Berlin eine Erklärung ab, womit sie ihren ablehnenben Standpunkt zu rechtfertigen suchten. Die Bewilligung ber Mk. 1000 erfolgte mit 23 gegen 9 Stimmen.

Universitäts - Nachrichten.

10. Woche. Vom 28. Februar bis 6. März 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSztffer: 21,94, nach Abzug der Ortsfremden 13,160/«.

Kinder

ES starben an: ßalrzranai Erwachsene: im vorn

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viele der Todesfälle tn ber betreffenden Krankheit auf von auswärt» nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Bösart. Geschwülsten 3 (2)

Influenza 1

Lungenentzündung 2

3 (2)

1

1 1

Lungenschwindsucht 1 (1)

1 (1) - -

Bruchleiden 1 (1)

Altersschwäche 1

1 (1) 1

Krämpfen 1

1

Surnm«; 10 (4)

8 (4) 2

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

Freitag Abend 600 Uhr, SamStag Vormittag 8* Uhr, Nachmittag 380 Uhr, Sabbathausgang 710 Uhr.

Nachmittag 2" Uhr SchrifterklLrnrrg in der Synagoge.

Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, AdendS 6 Uhr.

VeUeSdLmß in der Syrragüge.

Samstag den 13. März.

Vorabend 6 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, SabbathauS gang 710 Uhr.

Verkehr, £anb* unb potkswrrthschaft

Lirsrdrrrs, 10. März. Fruchtmark!. Rother Weizen X 13,95, weißer Weizen X 60.00, Korn X 9.55, Gerste X 7.25, Hafer X 5.80.

Professor Dr. v. Schulte in Bonn vollendet am23. April sein 70. Lebensjahr. Er gehörte s. Z. zu den KirchenrechtSlehrern, welche die neuen Dogmen des vaticanischen Concils von der Unfehl­barkeit und dem Unioersal-Episkopate ber Päpste als im Widerspruch stehend mit der bisherigen Lehre und Verfassung der katholischen Kirche verwarfen.

Breslau, 7. März. Bei dem Abschiedscommerse, den die Studentenschaft zu Ehren des nach Jena übersiedelnden Professors

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