zurückoerwieseu und die Wahl de» Abg. Roth er für gültig erklärt.
Berlin. S. Februar. Der „Reichßanzeiger" bringt heute eine kaiserliche Verordnung betr. die -ur Verhütung der Einschleppung der Pest eiutretenden Beschränkungen der Einfuhr aus Asten. In der Verordnung, welche gestern in Rraft getreten ist, wird der Reichskanzler ermächtigt, An»- nahmen von dem Einfuhrverbot unter Änordnung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zuzulaffeo.
Berlin. 9. Februar. Wie der „Post" aus Münster in Westfalen telegraphirt wird, ist Regierungspräsident Schwarzenberg im Alter von 66 Jahren heute Plötzlich gestorben.
Berlin, 9. Februar. Der Kaufmann Brock, welcher bekanntlich in feinem GeschäftSlocal überfallen wurde, ist heute Nachmittag gestorben, ohne seit jenem Ueberfall da» Bewußtsein wieder erlangt zu haben.
Berlin, 9. Februar. Im Reichstage soll morgen wieder SchwerinStag mit Fortsetzung der Debatte über den achtstündigen NormalarbeitStag gehalten werden. Am Donnerstag wird der Militäretat zur zweiten Lesung im Plenum gestellt werden.
Berlin, 9. Februar. OfficiöS wird erklärt, von einer beabsichtigten Wiederaufnahme größerer Reform- projecte Miquels sei gegenwärtig nirgends die Rede.
Hamburg, 9. Februar. Gegen Mitternacht wiederholten sich dre Excesse. Mehrere Personen erlitten Verletzungen. Aus den Fenstern wurde heißeS Master, Asche u. s. w. geschüttet. Der Polizei gelang eS, erst nach Zuziehung von Ersatz Mannschaften die Ruhe wieder herzustellen.
Staffel, 9. Februar. Einer Blättermeldung zufolge haben in der Wilhelm Caferoe zu M onS hundert Soldaten wegen Lieferung mangelhafter Lebensmittel den Gehorsam verweigert.
Pari», 9. Februar. Der „Nord" schreibt: Die Ereignisse auf Creta, welche im Augenblick der Eröffnung von Verhandlungen zwischen dem Sultan und den Botschaftern über Reformen etngetreten find, scheinen geeignet, die Haltung der Großmächte gegenüber dem Sultan und seinem Reiche ernstlich zu verändern. Wenn die türkische Nachläsfigkeit die Dinge noch weitertreibt, wird Europa zu energischen Mitteln greifen, um den Südosten des ErdtheilS zu retten.
Loudon, 9. Februar. Der Nordpolfahrer Nansen sprach gestern in einer von etwa 10000 Personen besuchten Versammlung über seine Reise nach dem Nordpol. Der Versammlung wohnte auch der Prinz von Wales sowie der Herzog von York bei. Ersterer überreichte Nansen eine spectell für ihn geprägte goldene Medaille.
Athen, 9. Februar. DaS Amtsblatt publictrt ein königliche« Decret, durch welches die gesummte Kriegsflotte in Dienst gestellt wird und wettere Schiffe nach Creta gesandt werden. Die Proclamation von der Vereinigung Creta» au Griechenland bestätigt fich. Aus Herakleton und Retimo eingelangte Nachrichten melden fortdauernde Plünderungen seitens der von den Behörden unterstützten muselmanischen Bevölkerung. Mehrere Ortschaften find ein« geäschert.
Athen, 9. Februar. Die Regierung erhielt eine von 700 cretenfischen Notablen unterfertigte Aufforderung, ihre Insel mit dem Mutterlande zu vereinigen. Sollte dies nicht geschehen, so würden die Unterfertigten die Republik proclamiren.
Athen, 9. Februar. Die Kammer beschloß die Bewilligung von 100,000 Drachmen für die flüchtenden kretenstscheu Christen. Etwa 1500 Christen HaleppaL zogen fich aus der umzingelten Stadt in die Berge zurück.
Rio'de Janeiro, 9. Februar. 6000 Fanatiker haben sich vor Bahia concentrirt und 60 Plantagen sowie mehrere kleine Dörfer eingeäschert.
Berlin, 10. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Wien: In der vorigen Woche unterbreiteten die türkischen Botschafter den Cabinetteu erneut die Verwahrung der Pforte gegen die geheimen Berarhungrn der Borichafter in Konstantinopel, welche gleichbedeutend mit einem Comploit gegen die türkische Regierung seien und geeignet, die höchste Beunruhigung der Muhamedaner hervorzurufen. Die Pforte erblicke die Ursachen des Aufstandes in Creta in der Durchführung der Reformen auf der Insel. Die griechischen Kriegsschiffe machten durch ihre verdächtigen »Kreuzungen Vorkehrungen der Mächte nothweudig, welche Landung derselben in Kanea keinesfalls zulaffen.
Berlin, 10. Februar. DK „Kreuzztg." meldet au» Sofia: Da» Fürstenpaar erhielt zum Geburtstage de» Prinzen Boris ein Glückwunsch-Telegramm vom Zaren- paar.
Berlin, 10. Februar. Das „Berl. Tagebl." meldet auS Kiel: Der Cultusminister zog den Profeffor Lehmann- Hohenberg wegen der Unterzeichnung de» Aufrufe» für die strtkeuden Hamburger Hafenarbeiter zur Verantwortung.
Berlin, 10. Februar. In mehreren öffentlichen Versammlungen der ConfecttonS - Schneider und Näherinnen wurde gestern Abend über die Aufgaben der Arbsiter zur Wahrung ihrer Jntereffen bet der beginnenden Saison berathen. In den nur schwach besuchten Bersamm- luugcn referirten socialdemokratische Abgeordnete, die fich darauf beschränkten, die ConsectionS-Bewegung im Allgemeinen zu besprechen und zur Organisation aufzufordern. ES wurden entsprechende Resolutionen angenommen, in welchen die Versammlungen verunheilen, daß die von der Regierung versprochenen Schutzmaßregeln noch nicht erlaffen find.
. CocaU» tttib provinzielle,
Biehn», den 10. Februar 1897.
** Atlitätische». DaS Großh. Leibdragoner Regiment Rr. 24, welche» bekanntlich im October v. I. an Se. Maj. I
den Kaiser von Rußland verliehen wurde, wird sicherem Vernehmen nach demnächst den Allerhöchsten NamenSzug seines Chefs, ein N mit der Krone, auf den Achselklappen, ebenso auf den Epaulettes der Offiziere zu führen haben. Der diesbezügliche Allerhöchste Erlaß steht in aller Kürze zu erwarten. — Die Formation der au» den 4. Bataillonen nen zu bildenden Regimenter wird zum 100. G eb urtSt ag weiland Katser Wilhelms I. erfolgen.
*♦ Erledigte Lehrerstellen. Erledigt,, find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Ahrerstelle an der Gemeindeschule zu Horrweiler, Kreiß Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evaugel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Romrod, Krei» Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeinbeschule zu Appenheim, Kreis Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gau AlgeSheim, Kreis Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 1000 Mk. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Münster, Kr. Dieburg, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Dem katholischen Pfarrer und dem OrtSvorstaud zu Münster steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Mit der Stelle ist Organiftendtenst verbunden. Eine mit einer katholischen Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Münster, Kreis Dieburg, mit einem nach dem Dienstalter fich bemessenden jährlichen Gehalte von 900—1000 Mk. Eine Lehrerinnenstelle an der katholischen Schule zu Bingen mit einem jährlichen Gehalte von 1000 Mk.
** Sektion Gießen bei Dentscheu und Oesterreichischen Alpeuvereiul. In der letzten Monatsversammlung schilderte Herr Th. Haubach seine letztjährige Reise nach dem Norden, deren Hauptstattonen Hamburg, Nordcap, Spitzbergen, Hammerfeft, Bergen, Hamburg, Norderney bildeten. Wir bringen in diesen Tagen einige Capttel dieser Retse- schtlderung nach dem gütigst zur Verfügung gestellten Sec- tionSberichte.
* * Land- und forstwirthschaftliche Berufsgenoffeuschaft. Wie die „N. H. VolkSbl." hören, wird daS neu zu bildende zweite Schiedsgericht der land- und forstwirthschaftlichen Berufs- genoffenschaft seinen Sitz in Gießen haben und für die Provinz Oberhessen bestimmt sein, während daS seitherige Schiedsgericht in Darmstadt auf die Provinzen Starkenburg und Rheinhessen beschränkt wird. Die Errichtung eine» weiteren SchledSgerichtS hat sich wegen der außerordentlichen Vermehrung der Geschäfte als nothweudig erwiesen.
• * Der Vorstand bet AawaltSkammer hat sich, wie die „Darmst. Ztg." vernimmt, gegen die Errichtung einer detachirten Strafkammer in Offenbach ausgesprochen.
* * Feuerwehrtag. Der 17. Hessische Feuerwehrtag wird am 22., 23. und 24. Mai d. I. in H epp enheim a. d. B. abgehalten werden.
* * Der MiUelrheiaifche Fabrikaatenverem hält am Donnerstag, den 11. d. Mts., Nachmittag» 3</4 Uhr, in Mainz im neuen Casino — große Bleiche — eine Vereins- versammlung ab. Auf der Tagesordnung derselben stehen u. A. folgende Gegenstände: 1. Die Novelle zum Unfall- verficherungSgesetz. Referent: Der BereinSsecretär. 2. Vortrag deS Herrn Dr. R. Wirth-Fcankfurt a. M. über die Union zum Schutz des gewerblichen Eigenthuws.
* • Keine Fremdwörter! Eine vom preußischen Justizminister Schönstedt soeben erlaffene neue Geschäftsordnung für die Gerichts sch reibereien der Amtsgerichte enthält in § 16 (Ausführung der Verfügungen und Beschlüsse) zu Beginn die Anweisung: „Die angeordneten Schreiben (Expeditionen) müssen in bündiger, verständlicher Geschäftssprache unter thunlichster Vermeidung von Fremdwörtern abgefaßt werden."
* * RekratenEiastellaag. Die vom 21. v. Mts. datirte CabinetSordre über die Rekrutirung der preußischen Armee, die etwas später veröffentlicht ist aiß im Vorjahre, enthält 'm Vergleich mit den früheren Anordnungen keine neuen Bestimmungen von Belang. Der späteste EntlassungS- tag für die abgedienten Mannschaften ist ter 30. September. Die Truppentheile, die an Herbstübungen theilnehmeu, sollen ihre abgcdienten Mannschaften in der Regel am zweiten, ausnahmsweise am ersten und dritten Tage nach Beendigung der Hebungen (Wiedereintreffen im Standort) entlassen. Die Rekruten der Caoallerie sollen so bald als möglich nach dem 1. October, jedoch grundsätzlich erst nach dem Wieder- eintreffen der Truppentheile von den Herbstübungen, die Rekruten der Trainbataillone am 2. November 1897 oder 3. Mai 1898 eingestellt werden,' die als Oeconomiehand- werker Ausgehobenen, die Rekruten für die Unteroffizier- schule», und das 2. Fußartillerie-Regiment werden am 1. October eingestellt, für die Rekruten aller übrigen Truppen- iheile hat das KrtegSminister,um den näheren Zeitpunkt der im Laufe des OclobcrS stattfindenden Einstellung fest- zusetzen.
’* Bahnhof!-Wirthschaftea. Eine für das reisende Publikum sehr wichtige Anordnung hat der Minister der öffentlichen Arbeiten in den neu erlassenen Bedingungen für die Verpachtung der BahnhofSwirthschafken getroffen. Dieselbe ordnet baß Offcnhalten und Heizen der Warteraume an, was bei der jetzigen kalten Jahreszeit von großer Be- beutung ist. Die Bahnhosswirtlre haben hiernach bie Pflicht, ihren Wirthschaftsbetrieb eine Slunbe vor Abgang beß ersten TageßzugeS zu öffnen. Bei ber Eröffnung müssen bie Warte- säle bereits erwärmt sein, bie Benutzung ber Wartesäle ist dem relfenben Publikum Vorbehalten, beßhalb können bie Eisrnbahnverwaltungen jeberzeit ben Ausschluß beß nicht reisenden Publikum» von ber Benutzung ber Wartesäle anordnen. Nach Eintreffen beß letzten PersonenzngeS an jedem Abend ist der WirthschafiSbetrirb mindestens noch eine halbe Stunde fortjuführen. Trunkenen, oder Personen, bie fich
sonst ungebührlich benehmen, ist ber Aufenthalt in den Warte- Täten nicht zu gestatten. Auch dürfen Speisen nnd Getränke an solche Personen nicht verabreicht werden.
• • Fahrradorbnaag. W e man auß Berlin berichtet, wird Dom preußischen Minister beß Innern bie Redaktion einer einheitlichen Polizeiverordnung für bie ganze preußische Monarchie, betr. benFahrrabverkehr, geplant. Hoffentlich erstreckt sich bald die zu erstrebende Gleichartigkeit ans baß ganze Reich.
• • Wetterbericht. Ein Sinken hohen Drucke» zieht fich heute von ber spanischen Halbinsel Über Central Europa bl» nach Norb-Rußlanb nnb hegt ber Kern be» Maximum» im Nordosten Europa». Die Depression, unter beten Einfluß noch in ganz Sübbeutschlanb ergiebige Schneefälle stattfinden, ist noch weiter südostwärts gezogen. Dagegen ist im äußerst en Nordwester, ein neue» tiefe» Minimum erschienen, von dem auß fich niederer Druck ncutrbingß burch ganz Central- Europa auSbreitet. Die WitternngsDerhältniffe haben auf unserem Gebiete eine vorübergehenbe Besserung erfahren. Am Morgen bestaub noch meist trübe» ober nebelige» Wetter. Die Morgen-Temperaturen haben sich in Sübbeutschlanb wenig geänbert. Voraussichtliche Witterung: Die Besserung ist nicht von Dauer; zunächst noch milde» Wetter, jedoch neuerdings Bewölkung und später Niederschläge.
D Ruppertenrod, 8. Februar. Bei ber im Gange befindlichen Untersuchung wegen ber M ei n e»dß af faire beß Kuhhirten Meckel von Ober-Ohmen, von ber jüngst berichtet würbe, ereignete sich heute ein sehr tragischer Zwischenfall. Der von benanntem, in Untersuchungshaft befindlichen Kuhhirten verklagte nnb freigesprochene Schäfer MauS von Ruppertenrod war heute nach Nieber-Gemünden zur Ber- nchmung in ber betreffenben Angelegenheit vor Großh. Untersuchungsrichter geloben. Während ber Vernehmung stürzte Maus plötzlich zu Boden und war eine Leiche. Ein Schlagfluß hatte dem 69jährigen Mann ein unerwartete» Ende bereitet. Fürwahr: kleine Ursachen (der Hund, wegen dem die ganze Geschichte entstanden, hatte einen Werth von nur 6 Mk.), große Wirkungen!
-11- Herbstein, 7. Februar. Der KreiSauSschuß de» Kreises Lauterbach hat unterm 1. Februar l. I. beschlossen, dem Kreistage vorzuschlagen, ber Kreiß Lauterbach solle sich bereit erklären, baß zur Erbauung einer Eisenbahn von 1) Salzschlirf nach Schlitz, 2) Lauterbach über Herbstein nach Grebenhain, 3) Schlitz nach Herßfelb unb 4) Grebenhain in der Richtung nach Frankfurt, innerhalb beß Kreise» erforberlicke Gelänbc zu stellen unb bie erwachsenben Kosten, sobald über die unter 3 und 4 zu erbauenden Linien ent- schieben unb bas Gelänbe gestellt sei, theil» auf ben Krei», theilß auf bie betheiligten Gemeinben außzuschlagen unb ben Sparkassen Lauterbach unb Herbstein einen Beitrag von je 20000 Mk. hierzu anzusinnen rc. — Abgesehen baoon, baß bie unter 4 erwähnte Bahn bereit» gesetzlich unb vertragsmäßig festliegt, inbem laut bem Großh. Hess. Gesetz vom 15. November 1890 und bem Hessischen Staatsvertrage mit Preußen bieselbe nach Gebern unb von Stockheim nach Frankfurt weiter gebaut werben soll, wirb der Bahnbau Lauterbach—Grebenhain burch bie Einbeziehung von noch zu erbauenben Bahnen, welche noch nicht einmal gehörig ver- messen finb, ins Ungewisse hinaußgezogen unb Preußen hat, wenn bie Bahnen unter 1 unb 2 gebaut find, mit ber vollendeten Thatsache deren Bestehens zu rechnen. Diese Thai- suchen waren Veranlassung für einige Freunde beß Elsen- bahnbaues, heute im Saale beß „Deutschen Hauses" dahier eine Versammlung zu berufen, welche sehr zahlreich besucht war. Herr Bürgermeister St öpp ler- Lauterbach ermattete Bericht über bie gegenwärtige Lage beß Baues. Es würbe u. A. bargelcgt, bay burch eine längere Verzögerung beß Bahnbaues biefer überhaupt sehr in Frage gestellt würde, es sei insbesondere baß Projekt einer neuen Linie aufgetaucht unb bie Vermessungßkosten, bie bereits im Betrage von über 160000 Mk. entstanden seien, würben verloren gehen. Es müsse schleunigst bafür gesorgt werben, daß ber Bau ber Linie Lauterbach—Grebenhain in Angriff genommen werbe. Um bieseS zu bewirken, würbe seitens ber Versammlung folgcnbcr Beschluß einstimmig gefaßt: Die inter- esfnten Bürgermeistereien sollen ersucht werben, ihren Ge- meinberath balbtgft barüber Beschluß fassen zu lassen, ob ihre Gemeinben freiwillig bereit seien, 1) ben ihnen nach Gesetz und allgemeiner Hebung zukommenden Beitrag zu den Kosten beß ganzen Gelänbes der Bahn von Lauterbach über Herbstein nach Grebenhain zu entrichten, unb 2) für ben Fall, baß einzelne Gemeinden fich weigern sollten, ben auf sie entfallenden Antheil hierzu freiwillig zu zahlen, ob ihre Gemeinben gewillt finb, vorbehältlich des Rückgriffs an diese fich weigernden Gemeinden bem Staat ober Kreis bafür Garantie zu leisten, baß fie mit ben anderen Gemeinden, welche sich hierzu bereit erklären, diese Ausfallkosten vorlagsweiie bezahlen unb garantlren. — E» würbe ein Comilv gewählt, zu beffen Bolsitzenden Herr Dbetamrß richter Bötticher einstimmig ernannt tourbe. Das Com t« soll ben gefaßten Beschluß ausführen. — Herr Bürgermeister St öppler-Lauterbach erklärte, baß bie Stadt Lauterbach schon beide Fragen bejaht habe. Nach ber allgemeinen Stimmung scheinen auch bie anberen interesfirten Gemeinden nicht abgeneigt. Ist dies der Fall, dann ist baß Gelände gesichert und ber Eisenbahnbau kann sofort beginnen.
Laubach, 8. Februar. Durch Verfügung Großh. M ai- ftertumß würbe bie Führung der Directorialgeschäste am hiesigen Gymnasium einstweilen Herrn Profeffor Dr. Mohr übertragen; zugleich wurde Herr LehramtSassessor Keßler, zuletzt am Gymnasium in Darmstadt, in gleicher Eigenschaft an da» hiesige Gymnasium versetzt.
+ Aidda, 9. Februar. Da» Schöffengericht veruriheilte in seiner letzten Sitzung einen ehemaligen Hau»burschea, welcher Abend» bei einem Wortwechsel auf ber Straße bem Gegner einen Messerstich in ben Oberarm versetzt hatte, wegen Mißhanblung zu sechs Wochen Gefängniß und in


