Ausgabe 
11.2.1897 Erstes Blatt
 
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Derzdgnuvg drS igr gestellt würde, in Linie ausgetaucht im Betrage von den verloren gehen. M daß der Bau Angriff genot-men !6 seitens der Bet- gefaßt: Die iuM' werden, ihren Ge- sseu zu laffen, ob 1) den ihnen nach

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20 Mk. Buße, sowie einen Knecht, der seinem Schlaf« kamerad Abende in der Gefindestube durch Stockhiebe zwei Löcher auf dem Kopfe beigebracht hatte, dieserhalb zu zwei Wochen Gefängniß.

-h- Höchst a. d. Ridder, 8. Februar. Der gestrige Sonntag bildete einen wahren Fest- und Freudentag für unsere Gemeinde, denn riefen die am vorauSgegangeneu Sonntage feierlich eingeweihten drei neuen Glocken zum ersten Male zum Gottesdienste. Die Glocken entstammen der berühmten Gießerei Andreas Hamm in Frankenthal,- sie fiud in Dur und zwar auf den Dreiklang a-cis-e gestimmt. Das Geläute kommt auf über 1400 Mk., wovon allerdings der Metallwerth der alten Glocken im Betrage von etwa 350 Mk. abgeht. Die verbleibende Summe ist fast voll­ständig durch Stiftungen der Freiherrlich v. Günderrode'fchen Familie, der PatronatSherrschaft unserer Kirche, aufgebracht worden.

Fauerbach bei Friedberg, 7. Februar. Gestern Nacht wurde bri Oeconom Neisel hier eingebrochen und Geld, Uhr und sonstige Werthsachen entwendet. Von den Einbrechern hat man bis jetzt noch keine Spur.

Alsfeld, 8. Februar. Der hiesige Pferd ev erficht- rungS-Berein entschädigte im verflossenen Jahre 13 Un­glücksfälle mit einer Summe von 3674 Mk. ES wurden hierzu IV-pCt. Prämie erhoben, jedoch blieb hiervon noch eine Summe von 1073 Mk. übrig, welche dem Reservefonds zugeschrieben wurde. Die Mitgliederzahl vermehrte sich um 24, sodaß der heutige Stand 348 beträgt. Die Zahl der versicherten Pferde ist 748, deren Werth 347 070 Mk., Reserve- eapital 9167 Mk. Der höchste Versicherungsbetrag wurde von 700 auf 800 Mk. erhöht.

Alsfeld, 8 Februar. Heute Morgen gegen Va6 Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt durch Feuerlärm aus dem Schlaf geschreckt. Auf dem Hellhof war die unweit der Hauptgebäude stehende sog. Feldscheuer in Brand gerathen, welche fast vollständig eingeäichert wurde.

Die wirthschastlichen Zustande in den Vereinigten Staaten Nordamerikas.

(Nachdruck verboten.)

Als im Herbst des verflossenen Jahres die Präsidenten­wahl vor der Thüre stand, da verhießen alle Parteien die besten wirthschastlichen Zeilen, wenn ihr Candidat gewählt würde. Besonders die republikanische Partei und ihre Zei­tungen waren groß darin. Mit Hilfe ungeheuerer Summen gelang es denn auch derselben, ihren Candidaten Mc. Kinley durchzubringen. Sofort nach diesem Wahlsiege begann nun die republikanische Presse von dem Morgenroth besserer und allerbester Zeiten zu sprechen. Spaltenlange Artikel in den Zkitungrn sprachen und sprechen noch von dem zurückgekehrten Vertrauen, von aus dem Versteck wieder hervorkriechen­dem (Selbe, vom Wiederaufleben aller Zweige der gesammten Industrie, vom Zurückkehren Tausender und Abertausender zu der gewohnten Beschäftigung, von kolossalen Umsätzen auf «klm Gebieten, von lachenden Gesichtern der Geschäftsleute ». s. w. bis ins Aschgraue hinein.

Und wie steht es nun aber mit der Wirklichkeit? Legt man die Zeitungen aus der Hand und betrachtet Handel und

Wandel, so hören alle diese Visionen und Illusionen auf. In einem Privatbriefe, den Schreiber dieses kürzlich erhielt, heißt eS wörtlich auch also:Läuft man viel unter den Leuten umher, bann begegnet man meist brummigen Gesichtern, und fragt man:Wie geht c6 bann lautet die Antwort regel­mäßig:Vor den Wahlen ging eS schlecht, aber jetzt gehts am allerschl-.chtesten, und Gott weiß, wenn es besser werden wird.- So mancher Geschäftsmann hätte, wenn Bryan er­wählt worden wäre, die Klappe zumachen können, indem er d e Ausrede gebrauchte, daß er durch den Stlberschwindel ruiniert worden sei. Aber jetzt steht ihm nichts Besseres bevor, nur daß er sich nach einer anderen Ausrede umsehen muß. Wo' her nehmen und nicht stehlen.

So stehen also in der That drüben die wirthschastlichen Verhältnisse und werden wohl auch so bald nicht anders wer­den, wenn sie Überhaupt je noch wieder besser werd-n. Schreiber dieses will es vielmehr so scheinen, als wenn eS mit den wirthschastlichen Zuständen in der Union von Jahr zu Jahr schlechter wird, trotz der natürlichen Rcichthümer, die das Land besitzt. Die Verhältnisse spitzen sich drüben immer mehr und mehr zu. Es gibt fast schon nut noch Reiche und Arme, Kapitalisten und Arbeiter. Denn der behäbige Mittelstand wie bei uns fehlt dort fast ganz und verschwindet noch immer mehr. Und wenn es einmal zur offenen socialen Revolution kommen sollte, so können wir ganz sicher sein, daß der Kampf ganz gewiß zu allererst in der nordamertkanischen Union be­ginnt,- denn die Vorläufer davon zeigen sich ja fast schon jährlich drüben in den gewaltigen und oft blutigen Arbeiter auSständen. C. A. F.

vermischter,

* Reue Verbindung mit dem Nordseebabe Insel Schier- wsnvikoog (Niederlande). Von der Dtrection desNord­deutschen Lloyd" in Bremen hat die Badeverwaltung der Insel Schiermonnikoog für die Dauer der Badesaison 1897 den SeedampferHecht" gechartert, um einen regelmäßigen Personen- und Frachtenverkehr zwischen Emden, Borkum, Norderney und Schierrnonnikoog herzustellen.

* Nach dem von dem Generalpostamt in Washington her­ausgegebenen Bericht über das mit dem 30. Juni abgelausene Etatsjahr 1895/96 hat der Nord deutsche Lloyd auch im vorigen Jahre an den conttnentalen Linien den größten Antheil an der Postbcförderung zwischen den Vereinigren Staaten und Europa zu verzeichnen. Die von den bethei- ligten Dampfergesellschaften beförderten Postmengen stellen sich wie folgt: Briefe Drucksachen

Gramm Gramm insgesammt Norddeutscher Lloyd 79558768 366710173 446268941 Hamburg-Amerika-Linie 22205662 89142914 111348576 Generale TranSatlantique22401234 120503996 142905230 Nieder!.American D.-G. 20770 189263 210033

Red Star Linie 10737 16670 27407

Abgesehen von der Cunard-Linie bleiben auch die Ziffern der englischen Gesellschaften hinter denjenigen des Norddeut­schen Lloyd erheblich zurück. Das geringe PluS der Cunard' Linie erklärt sich daraus, daß der Norddeutsche Lloyd einen Theil seiner Schnelldampfer in der Fahrt zwischen Genua und New-Uork beschäftigt, wodurch dieselben nicht mehr, wie

Holz - Versteigerung.

Donnerstag den 18. d. Mts. wird in dem hiesigen Gemeiudewalo folgendes Hol; versteigert:

17 Eichen Stämme von 26 bis 50 cm Durchm, 2 bis 9 rn Länge 9,23 fm,

44 rm Buchen-Scheit,

38 Knüppel,

49 Stöcke,

1000 Wellen Buchen Reisig,

50 rm Eichen-Scheit,

60 Knüppel,

66 Stöcke,

1020 Wellen Eichew Reisig.

Zusammenkunft Vormittags 9V2 Uhr auf der Kreisftraße GießenLeih­gestern, Hohe Rehschneise.

Großen-Linden, 9. Februar 1897. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. ____________Leun.________1406

Versteigerung.

Dienstag den 16. Februar,

von Vormittags 10 Uhr ab, sollen in der Wohvuna der verstorbenen Johannes Atebach 111. Ehe­leute versteigert werden:

2 Fabrochsen, 2 Fahrkühe, 1 Stier (zweijährig), 3 Rinder (>/.- bis jähria), 1 Ziege, 2 Mutterschafe (einjährig), 3 Schweine (Läufer), 12 Hübner, 1 Hahn, 1 leichter Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge, 1 Pfuhlfaß mit Krahnen, 1 Häckselmaschine, 1 Dick- wurzmühle, 1 Schrotmühle und alle sonst.Oeconomie-Geräthschaften,sowie eine Quantität Heu, Frucht, Korn-, Weizen-, Gerste- und Haferstroh, Dickwurz und Kartoffeln, ein Haufen Mist und eine Partie Holz.

DvnnerStag de« 18. Februar, von Vormittags 10 Uhr ab, sollen

3 vollständ Betten, 2 Kleiderschränke, 2 Küchenschränke, 1 Glasschrank, Tische, Bänke und Stühle, eine Partie Wurst u. Fleischwaaren, eine Partie Kleider und alle sonstige Hausgeräthschaften öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.

Hause«, den 10. Februar 1897.

1405 Heinrich Müller, Vormund.

Fehte ßotzvkrsfklgernug in der Wrstlicheu Oberförstern (ich.

Es sollen versteigert werden:

Montag den 22. Februar, von Vormittags 10 Ubr an:

a im Distr irr MüstlwLldche«: ca. -0 rm Buchen-Knüppel und ca. 2000 Buchen- Wellen.

b im Dtstrict Langeberg.

Buchen: 7 rm Knüppel, 2 rm Stöcke, 200 Wellen; Nadelholz: 9 rm Knüppel, 166 rm Stöcke, 1700 Wellen; 1030 W.ichholz-Wellen.

o im District Häufe? berg:

37 rm Nadelholz, Stöcke, 30 Eichen- Wellen

Die Zusammenkunft ist auf dem chaus- strten Weg vor dem Hofe Mühlsachsen.

Dienstag den 23. Februar, von Vormittags 9Va Uhr an:

a. im District HSler:

Buchen: ca. 20 rm Knüppel, 2 rm Stöcke, 2540 Wellen; Eichen: 15 rm Knüppel, 4 rm Stöcke, 250 Wellen; Nadelhol«: 1 rm Knüppel, 2 rm Stöcke, 480 Wellen. 303 Fichtenstangen von 6-13 cm Durchmesser und 614 m Länge 14,39 fm.

b. in den Districten Küh««ter und Graudor«:

Buchen: ca. 40 rm Knüppel, 14 rm Stöcke, 4000 Wellen; Eichen:30rm Knüppel, 10 rm Stöcke, 400 Wellen- 7o Fichtenstangen von 68 cm Durchmesser und 59 m Länge = 2,24 fm.

Die Zusammenkunft ist auf der Haupt- schneise im Haler, wo sie von der Verlängerung des chaussirten Wegs von Kolnhausen her und von der Verlänge­rung des chaussirten Wegs von Hof-Albach her getroffen wird.

Lich, am 8. Februar 1897. 1390

Dr. Diesfenbach.

Sauerkraut, vorzügliches, empfehlen 572

A. & G. Wallenfels, Markt 21. Telephon 46.

ML Schlachthaus.

Freibank. 1402

Heute und morgen:

Achsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 46 Mg. ooooooooooooo Getrocknetes Höst

ApfeLringe, fst. amerik., Apfetfpalteu, Apricosen, Brünetten, Edelbirueu, sft. franz., Gemischtes Obst, Pflaumen, div. Sorten empfiehlt 1011

L. Halkhof. □OOOOOOOOOOCM Frische Schellfische empfiehlt 990

_____J. IW. Schulhof.

Warme Mder

Mäusburg 15* 1212

|vermischteAnzeigerKj

1400] Für einen alteren, alleinstehen­den Herrn wird in einfach bürgerlicher Familie Pension ««d Pflege für ersten März gesucht. Angebote unter G. B. an die Expedition d- Bl-

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in den früheren Jahren, an der norbatlantischen Postbeförbe- rung theilnehmen. Mit der Einstellung der beiden neuen Schnelldampfer, der DampferKaiser Wilhelm der Große" undKaiser Friedrich" wirb der Norddeutsche Lloyd seine bomintrenbe Stellung abermals bedeutend verstärken.

* Bingerbrück, 8. Februar. Das Eisenbahnrraject Bingerbrück RlldeSheim ist seit heute Morgen 10 Uhr für den Personen- und Güter-Vrrkehr eingestellt,- das Eisenbahu- traject Bingen-RüdeSheirn ist nur noch für den Personen­verkehr im Betrieb.

* AuS Lothringen, 8. Februar. Zur Gründung eines Sanatoriums für Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten rc. des 15. Armeecorps wurde ein bei dem Luftkurort Albersch- weiter imWolssrhal" gelegenes Gelände in Wiesen und Wald bestehend angekauft. Der windgeschützte, in- mitte ozonreicher Waldungen gelegene Platz ist zu erwähntem Zwecke vorzüglich geeignet. Unweit Alberschweiler liegt auch das Sanatorium Lettenbach für baß 16. Armeecorps.

* Der Handelsmann Gimbel zu Grünstadt in der Pfalz ist bei Entnahme de« WafferS au8 der städtischen Leitung derart verfahren, daß er die Zapfhähnen nur wenig öffnete und dadurch da« Wasser so langsam laufen ließ, daß die Wasseruhr die Entnahme des Wassers nicht anzeigte und Gimbel für Wasser nicht so viel Geld an die Stadtkasie ab­zuführen hatte, als er für bezogenes Wasser schuldig geroefcn wäre. Die Sache wurde angezeigt und das dortige Schöffen­gericht verurtheilte den schlauen Gimbel wegen Betrugs zu 50 Mark Geldstrafe.

Wöchentliche Uederstchi der T-desWe tu ©ießew.

6. Woche. Vom 31. Januar bis 6. Februar 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (incl. 1600 Mann Militär)« Sterblichkeilsziffer: 22,60, nach Abzug der Ortsfremden 20,35o/oo.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

l.Lebmsjshr: 21b. Jahr:

Gehirnschlagfluß

1

1

Bronchitis

1

1

Lungenentzündung

i

1

Herzleiden

3

3

Syphilis

1 (1)

1_(1)

Blasenleiden

1

1

Krämpfen

1

1

Altersschwäche

1

1

Summa: 10 (1) 7» 3 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Glrster« ar brachte Kranke fommcr.

MrchttcheAnzeigen der erxrng.Genreinde.

Donnerstag den 11. Februar, Abends 8 Uhr: BibelA««de im Confirmandensaal (Neustadt 61). Ev. Mare Cap. 6, Vers 45 und folgende. Pfarrer Dr. Grein.

Kunst-Ausstellung, Äc«

nähme des Samstags, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. SouvtagS ununterbrochen von 11 bib 3 Uhr» Eintrittspreis für Nichtmttglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonnlagen 20 Pfg.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Gartenftraße 2.

Angebot der Arbeitnehmer.

1 Conditor bezw. Feinbäcker,

1 Steindrucker, 1 Gelbgießer,

1 Barbier und Friseur,

1 Glaser, 2 Lackirer,

1 Bauschlosser, 2 Schuhmacher.

2 Waschfrauen,

2 Hausburschen.

b Taglöhner.

4 Lauffrouen.

B Pferdeknechte.

1 AuShilisköchin,

1 Echlofferledrling,

1 Bäckerlehrling,

1 feineres Hausmädchen.

1 Kindermädchen.

8 Dienstmädchen,

1 Schneiderin für Knaben- und Mädchen- Ueid r für in und außer dem Hause,

1 Buchhalter oder Correspondent.

Nachfrage der Arbeitgeber.

1 tücht Drechsler für Drechslerei mit Dampfbetrieb bei hohem Lohn nach Auswärts.

3 tücht. Glaser, 2 tücht. Schuhmacher,

1 tücht. Tapeziergehülse für dauernde Arbeit,

2 tücht. Bauschreiner nach Auswärts.

1 tüchi. Pferdeknecht nach Auswärts.

2 Lauffrauen, 1 Heizer,

1 Portier, 1 Housbursche,

2 Dienstmädchen nach Auswärts,

12 Dienstmädchen vom Lande.

1 Stütze der Hausfrau.

2 Schuhmacher-, 1 Bäcker-, 3 Schlosser-, 2 Buchbinder-, 1 Schmied-, 1 Glaser-, 2 Schneider-, 1 Schreiner, 1 Lackirer-, 1 Gelbgießer-, 1 Sattler-, 1 Bürsten­binder- , 1 Steindrucker-, 1 Setzer- Lehrling.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Eberstadt liegt vom 12. bis einschließlich 19. Februar d. I. wiederholt auf unserem Bureau )«r Einsicht der Interessenten offen.

Eberstadt, den 10. Februar 1897.

Großherzogliche Bügermeisterei Eberstadt

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