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10/06/1897 Erstes Blatt
 
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Dr, jur. v. Gottschall zur Begrüßung erschienen. Den sämmrlichen Borrednern dankte tm Namen deS verbände- Professor Dr. Böcker-Frankfurt a. M. für den herzlichen Empfang. Redner schloß mit einem Hoch auf König Albert. Der feierlichen Eröffnung reihte sich eiu Frühstück im Buch- häudlerbause an.

München, 8. Juni. Gestern schlug der Blitz in die Telephon-Lettung des PulverthurmeS bei Rosenheim ein. Nur dem Umstaude, daß eto wolkenbruchartiger Regen nieder- ging, ist eS zu danken, daß größeres Unheil verhütet wurde. Der durch den Brand verursachte Schaden wird auf 100000 Mark geschätzt.

Mannheim, 8. Juni. Auf der Statiou Neckar­gemünd stießen zwei Güterwagen auf einen Local­zug. 10 Passagiere wurden verwundet.

Wien, 8. Juni. Au- allen LandeStheilen laufen Meld­ungen über Kolossalen Schaden ein, welchen Wolken­brüche, Hochwaffer und Hagelschlag., tu Forst und Land an- richteteu. Alle Flüffe Nteder-OesterretchS, Steiermark- und Ungarn- find aus den Ufern getreten. Die Stadt Arad^fteht thetlweise unter Waffer. Die Stadt Felviuaz ist durch Wolken­bruch zerstört.

Pari-, 8. Juni. Die monarchistischen und katholischen Blätter drücken über die innere Politik beß jetzigen Eabinet- ihre volle Befriedigung aus. Die radicale Lanterne zieht daraus den Schluß, daß Mvltne mit den Conservativen complottirt, um die Republik zu beseitigen.

Loudon, 8. Juni. Die englische Regierung hat eine Eommisfion ernannt, um einen Plan zur Erbauung eines Tunnels unter dem Nord-Canal zwischen Schottland und Irland auszuarbeiten. Der Tunnel würde eine Länge von 53 Kilometer erhalten. Die Dauer der Arbeit würde 14 Jahre betragen. Der Tunnel soll elektrische Beleuchtung bekommen und ein doppelte- Geleise erhalten. Die Baukosten find auf 400 Millionen Franc» veranschlagt.

Athen, 8. Juni. Die Regierung entließ die phil- hellenische Legion.

Athen, 8. Juni. Bei den FestungSarbetteu am Aeta- Gebirge entdeckte man die Ruine eine- alten dorischen Tempels. ________

Berlin, 9. Juni. Der Kaiser tritt, wie auS Kiel ge­meldet wird, voraussichtlich Anfang Juli mit der Macht Hohenzollern" die Fahrt nach Rußland an, begleitet von dem KreuzerGefion". Die weiteren Begleitschiffe find noch nicht bestimmt.

Berlin, 9. Juni. Unter Theilnahme des Kaiser- paare» und der kaiserlichen Kinder fand gestern in Potsdam der alljährliche Blumencorso statt.

London, 9. Juni. Der FischdampferLiberte" ist mit der ganzen Besatzung von 23 Mann bei Island unter- gegangen.

Canea, 9. Juni. Die Admirale haben beschloffen, durch einige Compagnien internationaUr Truppen Streif­züge nach dem Innern der Insel bewerkstelligen zu laffen.

CoeeU» nni> provhtjitlfef.

Gießen, den 8. Juni.

* Ehrung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben am 6. Juni dem Kirchenrath und Ober­pfarrer D. Georg Christian Dteffenbach zu Schlitz deu Charakter alsGeheimer Kirchenrath" ertheilt.

Ernannt wurde der HauptsteueramtSasfistent bei dem Hauptsteueramt Bingen Heinrich Schlehenbecker zum DistrtctSetnnehmer der DistrictSeiunehwerei Grebenhain.

* Um Trauringe kaufen zu köuneu, erschwindelte gestern eine stellenlose Dtenstmagd bei einer hiesigen Herr­schaft den Betrag von 10 Mk. Das Mädchen wurde in Haft genommen.

* Kamiubraud. In einer Bäckerei auf der MäuSburg entstand gestern Abend ein Kamin brand. Da der brennende Ruß vielfach auf die Nachbardächer ntederfiel, war die Feuersgefahr nicht zu unterschätzen, weßhalb unter den Hausbewohnern große Aufregung herrschte.

* * Eiuguter" Freuud. Drei Freunde, wovon einer gut bei Kaffe war urtb bezahlte, machten am zweiten Feiertag Vormittag einen Bterbummel und tranken zum Schluß in einem Hotel noch eine Flasche Wein. Während hier der Wohlthäter bezahlte und sein Portemonnaie auf dem Tisch liegen hatte, entwendete ihm sein Freund 15 Mk., versuchte

aber auch zugleich, als der Verlust bemerkt wurde, die Sache auf den Kellner zu schieben, indem er behauptete, derselbe habe beim Wechseln eines ZwanztgmarkftückeS nicht richug herausgegeben. Die Polizei klärte die Sache auf und nahm den Dieb fest, welcher daun zu seiner Entschuldigung vor­brachte, er habe das Geld wieder zurückgeben wollen.

* SouutagSfahrkarteu werden von Sonntag, den 13. Juni ab von Wetzlar aus nach Gleiberg, Lollar, Weilburg, Limburg und Bad-Nauheim au-gegeben. Nach Braunfels, Balduinstein und Ems wurden schon vorher Sonntagsfahrkarten verabfolgt.

* Sudw. Couferenz für innere Mission. Arn 23. und 24. Juni soll in Pforzheim die 33. Jahresversammlung der südwestdeutscheu Confereuz für innere Mission statlfinden. AuS dem reichhaltigen Programm theilen wir mit, daß die Hauptversammlung am 23. Juni Nachmittags die Dienst- boteufrage im Lichte des Evangeliums behandeln soll, ein Thema, das wahrlich heutzutage zu deu wichtigsten und bren- nendsteu gehört. DaS Referat liegt in den Händen des wohlbekannten BeretnSgeistlichen Ostertag von München, der in feiner weitverzweigten Thätigkeit Beranlaffung genug hat, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen und die Noth der Herrschaften wie der Dienstboten kennen zu lernen. Als Correferent wird Frhr. E. A. v. Güler von Sulzfeld die DtScussion einleiten. In einer zweiten Versammlung am 24. Juni Vormittags wird Semiuardirector Dr. Oes er von Karlsruhe, der bekannte feinsinnige Schriftsteller, über dieHauSandacht" reden als eine der wichtigsten Säulen eines gesunden christlichen Familienleben». Es steht zu hoffen, daß an beiden Versammlungen besonders auch die Damen ebenso zahlreich theilnehmeu, wie die Männer. Die dritte Versammlung, gleichfalls am 24. Juni, soll über da» Der- hältniß von Innerer Mission zur Sozialpolitik verhandeln. Stadtpfarrer Dr. Wurster von Heilbronn, der auch tu seinem BuchDie Lehre von der inneren Mission" diese Frage erörtert hat, wird Referent sein. Angesichts der neueren Bewegungen auf dem sozialen Gebiete ist es ein dringendes Bedürfuiß, zu klaren Sätzen über das Verhältniß derselben zur inneren Mission zu gelangen, und dürfte daher diese Erörterung keineswegs bloö theoretischen Werth Haden. Den Festgottesdienst am Abend des 23. Juni hat Pfarrer Cordes von Frankfurt übernommen, die Morgenandacht am 24. Juni Prälat Schmidt von Karlsruhe. In der ge­selligen Vereinigung am 23. Juni Abends werden verschie­dene Ansprachen gehalten werden. Für die Theilnehmer von auswärts wird daS Socalcomite am Bahnhofe ein Empfang»« bureau einrichten- auf Wunsch wird dasselbe gerne Frei­quartiere vermitteln. Bezügliche Anfragen wolle mau an den Vorsitzenden deS Localcomitv» Herrn Decan Gehre» in Pforz­heim, richten.

* Fadrikinspection. AuS dem soeben erschienenen Jahresberichte der beiden hessischen Fabrik- Inspektoren für 1896 ist zu entnehmen, daß die Zahl der Fabrikbetriebe im 1. Aufsichtsbezirk (Prov. Starkenburg) 1009, im 2. Bezirk (Rheinhessen und Oberhrffen) 802 be­trägt. Die Zahl der jugendlichen Arbeiter belauft sich auf 2967 bezw. 2698. Während in Starkenburg die Anzahl der jugendlichen Arbeiter nur eine Zunahme von 116 Per­sonen gefunden, erfolgte im 2. Bezirk eine solche von 514, so daß die Vermehrung der jugendlichen Arbeiter in dem­selben Verhältniß wie diejenige der Gesammtzahl der Arbeiter stattfaud. Auch die Zahl der weiblichen Arbeiter erfuhr im 2. Bezirk einen Zuwachs von 615, sodaß die Gesammtzahl 5479 beträgt. Im 1. Bezirk find 6742 Arbeiterinnen be­schäftigt, der Zuwachs seit dem Vorjahre belief fich auf 16. Die Zahl der erwachsenen männlichen Arbeiter beträgt im Ganzen 50,444, wovon auf Starkenburg 25,824 und auf Rhein- und Oberhrffen 24,620 entfallen. Der Arbeiter­zuwachs in Rheinheffen mit 3192 übertrifft denjenigen von Oberheffev (1265) und Starkenburg (1429). Unter den Jnduftriegruppen hat besonder» der Bergbaubetrieb in Ober­hessen eine beträchtliche Abnahme erfahren. Innerhalb 6 Jahren find diese Betriebe von 42 auf 16 zurückgegangen, was auf mangelnde LeiftungSfähigkeit der Kleinbetriebe, Fehlen des BahnanschluffeS rc. rc. zurückzuführeu ist. Trotzdem hat fich die Zahl der in den erwähnten Betrieben befdrnf- tigten Arbeiter annähernd auf gleicher Höhe gehalten. Die größte Zunahme unter allen Jnduftriegruppen hat diejenige der Steine und Erden (-f- 1800 Arbeiter) zu verzeichnen, waS als eine Folge der Überaus regen Bauthätigkeit zu be­trachten ist. NennenSwerthe Ausdehnung erfuhren außerdem

die Holzindustrie in Oberheffev, sowie die Bierbrauereien und Sectfadrikeu in Rheinheffen. Hinsichtlich der Arbelter- auSschüffe, die tm Bezirk 1 gar keine Vermehrung, im Be­zirk 2 eine solche in 23 Betrieben erfuhren, äußern fich beide Fabrikinspectoren dahin, daß viele Unternehmer diese« Institut feindlich gegeuüberftänden. Auch zielbewußte Arbeiter­führer seien Gegner. Der Arbeitsnachweis hat durch Ein­richtung von Arbeitsämtern in den größeren Städten weitere Fortschritte gemacht. So wurden solche in Wort»» und Gießen gegründet, die Errichtung eineß solchen in Mainz steht bevor. Die Zahl der angemeldeten Unfälle betrug tnsgesamrnt 2170, wovon 30 mit tödtlichern Au-gang zu verzeichnen find. Hinsichtlich de» Verkehr» zwischen Arbeit« gebern und Arbeitnehmern entnehmen wir dem Berichte wörtlich Folgende»:Einer schlechten Gewohnheit, die noch hier und da bei dem Verkehr von Arbeitgebern, Werkführera und Vorarbeitern mit ihren Arbeitern besteht, soll hier Er­wähnung finden mit dem Wunsche, daß diese Zeilen dazu beitragen möchten, diesen Uebelstand zu beseitigen, der von den besten, mit einem empfindlichen Ehrgefühl auSgestatteten Arbeitern und Arbeiterinnen am schwersten empfunden wird. ES ist dies die oft geradezu rohe und rücksichtslose Behand­lung, welche ohne jeden äußeren Grund den Arbeitern zu Theil wird. Hierher gehört auch die Gepflogenheit, alle Arbeiter und Arbeiterinnen grundsätzlich mitDa" anznreden. Wenn auch den Arbeitern in manchen Fällen der Schutz deS § 124 Ziffer 4 der Gewerbeordnung zur Seite steht, so hat dieser doch praktisch kaum eine Bedeutung, wenn nicht zu­gleich eine Lösung deS ArbeitSverhältniffeS in Aussicht ge­nommen werden soll. Eine direkte Einwirkung auf diese Uebelstände ist schwierig und delikat. Möchte dieser Hinweis eine Besserung herbeiführen.

* 3* Amerika verstorbene Hessen. Minoa, N. M., Friedrich Ebeling, 74 Jahre alt, auS Hohenhorst. Arn- Prior, Ont., Canada, Frau Maria Streich, auS Butzbach. New'Kork, Frau Christine Stüb ner geb. Hehler, au» Flon­heim. Chicago, Jll., Carl Schilling, 75 Jahre alt, au* Darmstadt. East St. Louis, Jll , Louis Liebig, 64 Jahre alt, aus Groß-Bieberau. Indianapolis, Jnd., Wilhelm Köhler, 75 Jahre alt, auS Zell bei Alsfeld. Nev-Mork, Adam Dorn, 42 Jahre alt, au» Heppenheim. Freeburg, Jll., Frau Maria Catharina B a l tz geb. Reinheimer, 63 Jahre alt, au» Gcoßbieberau.

* Wetterbericht. Der Kern deS barometrischen Maxi­mum» ist merklich zusammen geschrumpft und zieht sich heute nur noch von Schottland Über den westlichen Theil der Nordsee bis zur niederländischen Küste. Im Westen der britischen Inseln liegt bereit» niederer Druck, welcher fich in südöstlicher Richtung auSbreitet. Außerdem find noch Über Central-Europa und im Süden kleinere Unregelmäßigkeiten vorhanden. voraussichtliche Witterung: Ziemlich warmes, aber tm Allgemeinen unbeständiges Wetter.

M. Ober Mockstadt, 4. Juni. In unserer Gemarkung giebt es einen ausgezeichneten Thon, der stellenweise eine tiefdunkelrothe Farbe besitzt und sich zu Ziegeln, Back­steinen und Drairnöhren ganz besonders gut eignet. Beim Brennen des Fabrikates tritt zuweilen eine förmliche Ver­glasung ein, so daß die Stücke einen Klang und die Härte von Steingut atmehmen. Unsere Th onerzeugnisse werden darum von Jahr zu Jahr bekannter und gesuchter. Die hiesigen Ziegler Haden Bestellungen bi» zum September er­halten und können die Aufträge kaum bewältigen. Dies ist zugleich ein Zeichen dafür, daß die Bauthätigkeit in der näheren und ferneren Umgegend sehr lebhaft geworden ist.

§§ Bermuthshain, 5. Juni. Im Laufe dieser Woche schwärmten bet uuS die ersten Bienen, sogar an einem Tage bekam jeder der Bicnenbefitzer einen Schwarm. Heute kam hier folgender Unglück»fall vor: Der achtzehn­jährige Sohn eine» hiesigen LaudwirthS war mit SraSmShen auf einer Wiese beschäftigt, während der zwölfjährige Dienst- junge das abgemähte Gra» wegbringen sollte. Unvorsichtiger Weise gerieth letzterer dabet der Sense zu nahe, so daß ihm dieselbe in den einen Oberschenkel etnitbnitt; furchtbare Blutungen erfolgten alsbald. AlS man ihn nach Haute bringen wollte, brach er unterwegs ohnmächtig zusammen, so daß er getragen werden mußte. Arrztliche Hilfe war glück­licher Weise bald zur Stelle, andernfalls dürfte der Junge infolge der großen Blutungen mit dem Leben nicht davon­gekommen sein.

4- Geiß Nidda. 8. Juni. Zur Winterszeit werden auch

WM

DaS aber damals in Alsfeld von Emil RitterShauS im- provifirteHeffenlied", baß einer der wenigen Gäste nach- stenographirte, lautete also:

Pretß des Hessenlande-.

Set gegrüßt, Du liebes Heffen. Lächle mild im Sonnenglanz i Bacchus, Flora, Ceres preffen Dreifach Dir der Stirne Kranz.

Und noch mehr als diese Gaben Spenden auß Fortuna« Horn Sind unß Deine lust'gen Knaben, Deiner Männer Schrot und Korn.

Und die Mädchen und die Frauen Strahlen wie der junge Mai- Darf man sie nur einmal schauen, Ist deS Herzens Ruh vorbei. Drückst Du einem HeffenrnSdchen Einmal leise nur die Hand, Laufen schneller alle Rädchen In dem Uhrwerk,Herz" genannt.

Zwischen Südland- grünen Matte» Und dem deutschen kühlen Nord

Strahlst Du. wackrer Stamm der Chatten, Deutscher Ehre Schirm und Hort!

Wackrer Stamm, in Deinen Gauen Reicht fich Süd und Nord die Hand, Heil Euch, Männer, Mädchen, Frauen, Heil dem ganzen Heffenland!

Dieses Loblied HeffenS, das gewifferrnaßen seine Melodie in fich trägt, fand in den Herzen und Ohren der entzückten Zuhörer solchen Widerhall, daß ihm der damals anwesende Oberamtsrichter Ad. Fritz (1894 in Butzbach verstorben) einen stimmungsvollen musikalischen Ausdruck in einem von ihm compontrten vierstimmigen Männerchor verlieh. Der geniale Componist hatte die besondere Auszeichnung, sein Werk dem höchstseligen Großherzog Ludwig IV. und dem Prinzen Alexander gelegentlich deren Anwesenheit zu AlSfeld bet den Hofjagden vorztttragen und gewann damit ihren vollen Beifall. Die gegenwärtig in Darmstadt (SteSstr. 80) wohnende Wittwe des OberamtSrichterS Fritz dürfte fich wohl bestimmen laffen, die Compofitiou einem Verleger zu über- laffen, und damit wäre gegründete AuSficht vorhanden, unserem lieben Hessenlande eine eigenartige Nationalhymne und ihrem Dichter Emil RitterShauS auch bei ucS ein bleibendes ehren­volle» Andenken zu filern.

Daß ihm die» aber in unserem engeren Baterlande und besonder» in der Refidenz Darmstadt gebühre, da» werden

gern alle Theilnehmer und Zeugen der schönen September- tage deS Jahre» 1883 gelegentlich de» daselbst abgehaltenen Schriftstellerrage» bezeugen. Unser unvergeßlicher Lande», fürst, der nunmehr in Gott ruhende Ludwig IV., erschien damals selbst mit glänzender Suite im Saalbau und be­grüßte in seiner bekannten, gewohnten gütig-herzlichen Weise die Vorstandsmitglieder de» Schriftstellerverein». Bet einer Saalbauvereintgung war auch, wo wiederum die begeisterte Muse der Improvisation über Emil Rltter-Hauß kam und er so prächtig sprach, daß ihm Profeffor Büchner einen beson­deren Toast widmete. Dabei pasfirte ihm jedoch in der Zer­streutheit, daß er den gefeierten Dichter Emil Ritter-Hau- iu einenCarl" umtaufte. Herr Direktor Wulkow konnte damal» nicht umhin, ihn zu unterbrechen und hiueinzurufen: Dieser Carl heißt Emil," worauf ein schallende- Gelächter au»brach, In da- auch Ritter-hauS von Herzen mit ein­stimmte.

Und dann da- prächtige Fest auf dem Auerbacher Schloß und die klassische Aufführung derAntigone" durch den kürz­lich Heimgegangenen, in der Darmstädter Theatergeschichte unsterblichen Direktor Wünzer!

Alle, die jene herrlichen Tage miterlebt, wird die Er- innerang unaußiöschlich in» Herz gegraben und da» Andenken an Emil Ritter-Hau» eng damit verwoben lein.