Ausgabe 
10.3.1897 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

sich in Sicherheit befinden. Zwei Handelsdampfer find ab­gegangen, um ihre Habseligkeiten fortzuschaffen.

Schwurgericht.

W. Gieße», 9. März.

Um 9 Uhr eröffnete Herr Landgerichtsrath Dr. Linken- Held die Sitzung. Nach Bildung der Geschworeueubank wurde in die Verhandlung gegen den Schuhmacher Heinrich Prescher und den Buchbinder Heinrich Brück, beide von Gießen, wegen Münzverbrechen eingetreten. Die Au- klage vertritt Herr Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Als Vertheidiger für Prescher ist Herr Rechtsanwalt Grüne­wald, für Brück Herr Rechtsanwalt Kraft zur Stelle. Es find außer dem Crtmiualschutzmann Weiß 6 wettere Zeugen zu hören. Die beiden Angeklagten find bisher un­bestraft, Prescher ist am 13. October 1877, Brück am 25. März 1878 geboren. Sie find beschuldigt, am 12. Sep­tember ein Zweimarkstück und vier Einmarkstücke fälschlich nachgemacht zu haben, um fie in den Verkehr zu bringen. Brück wird außerdem beschuldigt, daß er den Versuch ge­macht, falsches Geld auszugeben. Prescher giebt an, das Schuhmacherhandwerk erlernt zu haben. Die spätere Thätig- feit in der Schaffstädt'schen Gießerei behagte ihm aber nicht und er gab dieselbe wieder auf, um fich vom August ad im Saudgießen zu üben; er mit dem Mitangeklagten beabsich­tigten zum Frühjahr in die Fremde zu gehen. Inzwischen hat Prescher in dem von ihm erlernten Handwerk ab und zu zu thun gehabt und eines Tage- für ein Paar angefertigte Schuhe 6 Mark 50 Pfg. eingenommen, darunter ein Zwei­markstück, vier Einmarkstücke und ein 50 Pfennigstück. Der Angeklagte Prescher giebt zu, mit dem echten Zweimarkstück und einem Einmarkstück durch Abformung in Sand und Flüsfigmachen von Zink und Blei Abgüsse gemacht zu haben, um dieselben als Bijouterien für Uhrketten zu benutzen. Ein- der Falsificate wurde am Rande sorgfältig gefeilt und dieses wurde vom Brück versucht, beim Pferdemetzger Keßler beim Einkauf von Fletsch anzubringen, wobei Prescher wit- gegangen und vor dem Laden stehen geblieben war. Den Geschworenen werden die verschiedenen Abgüsse gezeigt, da­runter auch ein abgefetlteS Einmarkstück, welches benutzt war, um eS bei Keßler zu verausgaben. Der Angeklagte Brück hat in Gießen gelernt, ist dann in die Fremde gegangen und im Winter vorigen Jahres nach hier zurückgekehrt, ohne Ar­beit in seinem Geschäft zu finden. Er giebt an, bei der Mutter deS Prescher gewohnt zu haben, er habe an dem be­treffenden Tage fich von dem Mitangeklagten daS Einmark­stück geben laffen und diesem gesagt, er wolle versuchen, eS auszugeben, worauf dieser den Rand erst durch Feilen hergerichtet- diese Zurichtung sei am Mittag geschehen, gegen Abend sei er mit Prescher zusammengetroffen, dieser habe ihm noch eine echte Mark gegeben, die er an Zahlungsstatt hingeben sollte, wenn er die falsche Mark nicht los werden würde. Prescher hat den Brück beauftragt, ihm von Keßler Fleisch mttzubriugen. Brück erklärt auf Befragen, daß Prescher fich geweigert habe, ihm daS nach­geformte 1 Mark-Stück zu geben, erst als dessen Mutter ihm zugeredet, Hal er das falsche Geld ihm gegeben. Es wird darauf als erster Zeuge Crtminalschutzmann Weiß vernommen. Brück hat zuerst angegeben, er habe die falsche Mark gefunden, bequemte sich aber zu einem Geständniß, welches sich mit den Angaben deckte, die dieser selber vorher gemacht. Prescher hat bei seiner Verhaftung erklärt, er habe die Falsificate hergestellt, nicht um fie in den Verkehr zu bringen, sondern um fie an die Uhrkette zu hängen.

(Schluß folgt.)

Loealer unb provinzielles.

Gießen, den 9. März.

** Provinzialausschußsttzuug. SamStag den 13. März l. I., Vormittags 9 Uhr, findet in dem Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des ProvtnzialauSschusseS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des OrtSarmenverbandeS Alsfeld gegen den Orts­armenverband Angenrod und 2. Klage des OrtSarmenver­bandeS Ttorndorf gegen den OrtSarmenverband Angenrod wegen verweigerter Fürsorge für die vorehelichen Kinder der Anna Kath. Boß, verehelicht gewesen an Johs. Kratz. 3. Klage deS OrtSarmenverbandeS Frankfurt a. M. gegen den Orts­armenverband Altenstadt wegen verweigerter Unterstützung der Ehefrau deS Schuhmachers Joh. Bonrath von Alten- stabt, Magdalene geb. Altenheim. 4. Den Antrag auf Ent­eignung von Grundstücken des Schuhmachermeisters Heinrich Fleischhauer II. zu Bad-Nauheim zu Straßenanlagen betr. 5. DaS Gesuch deS Maurers Heinrich Bernhardt zu Klein- Linden um Erthetlung der Erlaubntß zum Betriebe einer Schankwirthschaft.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Lerfammlnng Donnerstag den 11. März 189 7, Nachmittags 3*/a Uhr. 1. Gesuch deS Jakob Gorr VII. zu Heuchelheim um Erlaubniß zur Errichtung eines Back- stetnmacherhäuSchenS. 2. Desgleichen des Christian Hau­bach I. dahier. 3. Desgleichen des Georg Btchler dahier. 4. Gesuch des I. Jhrtng um Erlaubniß zur Erbauung einer Trinkhalle auf der LtebtgShöhe. 5. DeSgl. deS H. Baduin zur Erbauung eines Stallgebäudes am Leihgesternerweg. 6. Baugesuch der Firma Hryltgeustaedt & Cie. für die ver­längerte Liebigstraße. 7. DeSgl. des C. v. Münchow für die Wolkengasse. 8. Desgl. des A. Euler für die Stein­straße. 9. Gesuch des P. Senßfelder um Erlaubniß zur Herstellung einer Einfriedigung- hier: der von der Stadt zu leistende Zuschuß auf Grund des Entwurfs für Ab­änderung derOrtSpolizeiverordnung vom 10. Mat 1890. 10. Ge­such des Emil Noll, Verpachtung eines Holzlagerplatzes am Lulherberg betr. 11. Abgabe von Gelände zur Hofmann« straße. 12. Gesuch des Joseph Stein um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Asterweg 6.

13. Desgl. des Heinrich Nau für daS HauS Steinstraße 74. 14. DeSgl. deS Heinrich Winn in dem zu erbauenden Hause Ecke der Bleich- und Stephanstraße. 15. Herstellung erhöhter Trottoirs: a) in der Südanlage, b) in der Weidengasse, o) Lieferung von Band- und Bordsteinen.

* Zweite Kammer der Landstände. Tagesordnung der 3. Sitzung. Donnerstag den 11. März 1897, Vormit­tags 10 Uhr. Eröffnung der Sitzung. Neue Einläufe. BerichtSanzrigen. verathung über die stattgehabten Wahlen von Landtagsabgeordneten: 1. in dem 4. und 9. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg und die Kreisstadt Worms- 2. tu dem 1. Wahlbezirk der Provinz Rheinhessen- 3. in dem 3. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen und der Kreisstadt Friedberg- 4. in dem 13. Wahlbezirk der Provinz Starken­burg und der Kreisstadt Alsfeld- 5. in dem 2. und 6. Wahl­bezirk der Provinz Starkenburg sowie der Kreisstadt Bingen- 6. in dem 6. und 9. Wahlbezirk der Provinz Rheinhessen und der Provinzialhauprstadt Mainz- 7. in dem Wahlbezirk der Kreisstadt Offenbach- 8. in dem 16. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg- fr. Berathung über: 1. die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Abtretung von Gelände in der Gemarkung Kastel betreffend- 2. die Vorlage Großherzogltchen Ministeriums der Finanzen, Vor- ' berettungen einer Reform des directen Steuerwesens be­treffend- 3. die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Gesetzentwurf, die Prorogation des Finanz« gesetzeS betreffend- 4. die Vorlage Großherzoglichen Mini­steriums der Finanzen, den vierten Nachtrag zum Gesetz vom 15. November 1890, die Herstellung von Nebenbahnen be­treffend- 5. die Vorlage Großherzogltcher Ministerien deS Innern, der Finanzen und der Justiz, die Fürsorge für Be­amte in Folge von Betriebsunfällen betreffend- 6. die Vor­lage Großherzogltcher Mtnisterien deS Innern und der Fi- nanzen, den Gesetzentwurf, die Aufbringung der zur Ge­währung von Darlehen aus der LandeScreditkaffe erforder­lichen Mittel betreffend- 7. die Vorlage Großherzogltcher Mtntsterien des Innern und der Finanzen, die staatlichen Baubeamten rc. iw Kunststraßenwesen betreffend - 8. die Vor­lage Großherzogltchen Staatsministeriums, den Gesetzentwurf, die Ruhegehaltsverhältnisse und die Versorgung der Hinter­bliebenen der im Hesfisch-Preußtschen GemeinschaftSdienft an­gestellten StaatSeisenbahnbeamten betreffend- 9. die Vorlage Großherzoglicher Ministerien des Innern und der Finanzen, die vorläufige Bewilligung von 29,200 Mark für neue bezw. erhöhte Gehalte und Vergütungen für Professoren und Assi­stenten an der technischen Hochschule betreffend- 10. die Vor­stellung des AmtSgerichtSdtenerS i. P. Joh. Hrch. Wambold in Groß-Gerau um Anrechnung seiner Militärdtenstzeit bei Feststellung seiner Pension- 11. die Vorlage Großherzog­lichen Ministeriums deS Innern, die Errichtung einer Weberei- Lehrwerkstätte in Lauterbach betreffend.

* Die Feier zum Andenken an den 100jährigen Geburts­tag Kaiser Wilhelms I. wird in unserer Stadt am 21. bis 23. März begangen werden. Geplant sind, abgesehen von den kirchlichen und Schulfeiern, folgende, Iheils von der Militärbehörde, theilS von der Stadt ausgehende Veran­staltungen. Sonntag den 21. März: Mittags 121 Uhr Promenade-Concert auf der Südanlage- Abends 8 Uhr Zapfenstreich, beginnend an der neuen Kaserne, endigend mit einem Concert gegen 89/t Uhr auf dem Brandplatz. Mon­tag den 22. März: Vormittags 6 Uhr Wecken- Mittags 12 Uhr Parade auf dem Trieb- Nachmittags 34 Uhr Promenade Concert auf der Südanlage- 5 Uhr FestactuS in StetnS Garten- Abends Illumination. Dienstag den 23. März: Vormittags 121 Uhr Promenade«Concert auf der Südanlage- Nachmittags 4 Uhr Festessen im Offizier- cafino- Abends Compagniefestlichketten. Der Festact wird in ähnlicher Weise verlaufen, wie diejenige Feier, welche im vergangenen Jahre zur Verherrlichung der 25. Wiederkehr des Jahrestages der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches abgehalten wurde: eine Festrede, eingeleitet und geschlossen durch Musik- und Gesangvorträge. Als Festredner ist, nach­dem Herr Geheimrath Professor Dr. Oncken abgelehnt hat derselbe ist an den Festtagen von Gießen abwesend Herr Geh. Kirchenrath Professor Dr. Köstlin gewonnen worden. Ein aus ca. 130 Säugern gebildeter Männerchor unter Leitung des Herrn Franz Bauer und die Capelle unseres Regiments werden bet der Feier Mitwirken.

**ii. GabelSberger Steuographen-Lereiu Gießen. Die Verehrung für den Altmeister der Redezeichenkunst führt in allen deutschen Gauen alljährlich die Jünger dieser Kunst zu­sammen, um die Geburtstagsfeier Gabelsbergers zu begehen und diese liebe Gewohnheit pflegt auch treulich der Gießener GabelSberger Stenogrophen-Verein. Am Samstag 6. März fand die Feier imCafä Ebel" statt, besonderer Umstände halber diesmal in engerem Rahmen, wofür aber ein für Mai geplanter Ausflug mit Familie (Staufenberg) entschädigen soll. Der Verein kann mit Be­friedigung auf das abgelaufene Jahr zurückblicken, die Mit­gliederzahl hat fich vergrößert, die UnterrichtScurse werden immer mehr frequentirt, neue Gönner und Freunde schließen fich an, was im Interesse der guten Sache sehr zu begrüßen ist. ES ließen auch in ihren trefflichen Reden die Herren Realgymnafiallehrer A1 bach, Dr. Pitz, Director Bergen, Kaufmann Vaubel und Kaufmann Bramm (als Gast) die Aufmunterung ergehen, jeder Kunstgenoffe möge sich dem Verein anschließeu und ihm neue Jünger und Schüler zuzu­führen bestrebt sein. Was nun den Verlauf deS Abends betrifft, so kann derselbe als durchaus gelungen bezeichnet werden, Ernst und Scherz, heitere Bilder und würzige Reden hielten die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder lange beisammen, einige Herren meldeten sich sofort als Mitglieder an und gewiß folgen weitere nach. Besonders erfreulich ist die Einführung der GabelSberger Stenographie im Kauf­männischen Verein. Wollten nun auch Alle, sonst mit der Feder arbeitenden zu eigenem Nutzen und Frommen die an­genehme Kunst erlernen. Immer wieder sei daS schöne Wort deS genialen Meisters GabelSberger auch unser Wunsch:

»Die Stenographie soll Gemeingut aller Gebildeten werden."! Im Einverständniß mit dem VereinSvorstand wollen wir er­wähnen, daß Gäste und Jntereffenten stets willkommen sind, sowohl Montags und Freitag», Abends 9 Uhr imCaf^ Ebel", oberes Local, wie ebenso zu den in den Tageszeit- ungen jeweils angegebenen Monat-versammlungen.

** Stadttheater. Heute Dienstag findet da» letzte Gast. spiel des Herrn Hofschauspieler MatkowSky al»Othello" statt. Fräulein Clara Leno, die beliebte Sentimentale unseres StadttheaterS, welche uns schon durch so manche Proben ihres schönen Talent» erfreute, hat am nächsten Donnerstag ihr Benefiz. Die Dame hat zu ihrem Ehren­abend Charlotte Birch - Pfeiffer» bekanntes Charactergemälde Die Grille" gewählt, in welcher fie die Titelrolle spielt, die ihr reichlich Gelegenheit bietet, ihr schauspielerisches Können zu -eigen.

LolkSbad. Nach den Bedingungen, welche dem Wett- bewerb zur Erlangung von Bauprojecten für da» Volksbad in Gießen zu Grunde liegen, sind gewiß folgende Mit« theilnogen von allgemeinem Interesse. DaS Bad soll betriebsfähig für die Summe von 120,000 Mk. ein gerichtet werden, und jedenfalls enthalten: ein möglichst große» Schwimmbad, Brausebäder, in einer der Einwohner­zahl von 25,000 entsprechenden Anzahl, 16-20 Wannen­bäder 1. und 2 Klasse in getrennter Männer« und Frauen« abtheilung, falls im Rahmen der Bausumme irgend möglich, ein Dampfbad (Dampfraum) oder Kastenbad, mit Räume, zum Masfiren und AuSruhen, ferner Wohnung von 3 bi« 4 Wohnräumen mit Zubehör für den Verwalter, sowie son­stige zum Betriebe eine» solchen BadeS erforderliche Räume DaS zum Betrieb benöthigte Wasser soll der städtischen Wasser­leitung entnommen werden. Die Abwässer können in den Schoorgraben geleitet werden. Bei der Bebauung de» Ge- ländes (SchellenbergS Garten) ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß eoentl. möglich bleibt, von der Bahnhofstraße durch Uederwölbung des Schoorgraben» einen Eingang zum Volks- bad zu schassen. Die Hauptgebäudefront de» Baurs ist nach dem Seltersweg zu projectirt. ES wird in den Bedingungen zu dem ausgeschriebenen Wettbewerb von den Baumeistern, welche fich an der Concurrenz betheilfgcn werden, die Frage gerichtet, wie die zu errichtende Anlage späterhin bei mög- lichst centraler Lage der hauptsächlichen BetriebSeinrichtungen durch Anlage eine» zweiten Schwimmbades, durch Hinzu fügung von Heiß-Luftbädern nebst Vermehrung der übriger Bäder erweitert und nach Geschlechtern getrennt betriebet! werden kann. DaS ConcurrenzauSschreiben verlangt, daß in den einzureichenden Projekten in dem Hauptgrundriß unh in dem Lageplan nach dieser Richtung Aufschluß gegeben werde. DaS zu bildende Preisgericht soll au» fünf Mit­gliedern, von denen drei Architecten, und höchsten» zwei in Gießen wohnhaft sein sollen, bestehen und sind hierzu folgende Herren in Aussicht genommen: Stadtbaumeister Wolff, Frankfurt a. M., der Jnspector de» Hohenstaufenbades ir Köln a. Rh., Baurath Raupp in Offenbach a. M., Ober­bürgermeister Gnauth in Gießen und Commerzieorath Heyligenstäd t in Gießen. Die Entwürfe sind bi» zu» 15. April mit einem Kennzeichen versehen an Rechtsanwalt Dr. Fuhr einznreichen. Zur Theilnahme an der Concurrenz ! sollen aufgefordert werden vier im Bau von VolkSbade- anstalten erfahrene Baumeister von auswärts und zuzulaffen sein alle Gießener Architecten.

Durch Anregung einiger Gießener Mitglieder bei Verbandes reifender Kaufleute Deutschland»" in Leipzig fanden fich am vergangenen Samstag Ab.ud imRestaurant Weidtg", Souneuftraße hier, eine Anzahl Reisender hiesiger Firmen zur Besprechung zwecks Gründung einerSektion Gießen" zusammen. Fast alle anwesenden Herren, welche noch nicht Mitglieder genannten Verbandes waren, erklärteu fich bereit, demselben beizutreten und gaben fich der Hoffnung hin, daß es ihnen gelingen würde, die übrigen Gießener Collegen zu bewegen, die gute Sache zu unterstützen, um die von obigem Verbände oorgeschriebene Mitgliederzahl, welche zur Gründung einer Sektion in Gießen erforderlich, zu er« hatten. Da die Ziele deS Verbände» nur lobenSwerthe find, wünschen wir den Herren zu diesem Vorhaben besten Erfolg.

Zu Amerika verstorbene Hessen. Rock Creek Township, Jll., Anna Katharina Berthold, geborene Pfeifer, 81 Jahre alt, auS Höckersdorf. Knight Township, Jnd., Katharina Gerdig, geborene Klench 38 Jahre alt, au» Groß Gerau. Baltimore. Md., Franz Becker, 77 Jahre alt, auS Westhofen. Mil­waukee, WiS., Dorothea Bläser, 85 Jahre alt, au» Effelborn. __

Bnhdach, 6. März. In der letzten Sitzung de» hiefizw GemeinderathS wurde der Beschluß gefaßt, in der Stabt« kirche über der Gedenktafel für die Gefallenen von 1870/71 ein Medaillonbild Kaiser Wilhelm» I. anzubriugen.

Büdingen, 9. März. Mittwoch den 10. d. Mt». feiert Ihre Durch!. Gräfin Reinhard zu SolmS-Lauboch, Prinzeffin zu Usenburg und Büdingen, als älteste» jetzt lebende» Glied der fürstlichen Familie ihren 80. Geburtstag- Durch ihr leutselige- Wesen und ihren zum Wohlthuu stet« »ereiten Sinn, der wiederholt in Zuwendungen au Arme und Nothleidende, sowie an verschiedene Vereine unserer Stadt zum Ausdruck gekommen ist, hat sich die hohe Frau die Liebe und Verehrung der hiesigen Einwohner in solche» Grade erworben, daß anläßlich dieses Tage» gewiß jeder gern mit unfl in den Wunsch einstimmeu wird:Mögen )er edlen Dame noch viele frohe und zufriedene Jahre In ben Mauern ihrer Vaterstadt beschieden sein.- B. A. A.

K. AuS Oberhesseu, 8. März. Die Großherzogliche Regierung hat die Errichtung einer Weberei-Lehrwerk­stätte in Lauterbach zur Hebung der Handweberei i» Vogelsberg in» Auge gefaßt und will in dem Entwurf de« Staatsvoranschlags pro 1897/1900 bei Capitel 67Lande»' gewerkbauschule, Fachschulen und erweiterte Handwerker'