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Mittwoch den ^0. März
Nr. 58
1S97
Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren
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Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
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Kenerat-Wnzeiger.
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v. Gaffern.
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WB Kapea, 9. März, 7 Uhr Abends. Rrutermelduug. Nach türkischer Quelle find die mohamed anischen Ein- wo Huer von Kandauo und der ganzen Provinz Seliuo nach Talacochora abgegangen, wo fie Abends ankamen und
Depeschen deS Bureau „Herolds
Berlin, 8. März. Der Kaiser empfing gestern Mittag 129/z Uhr den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe.
Berlin, 8. März. Der Kaiser wird am 16. März einer Einladung deS russischen Botschafter- Grafen v. d. Osten- Sacken zur Tafel entsprechen.
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zu richten G. L. Daubt In.
Berlin, 9. März. Den Morgenblättern zufolge find in der gestrigen Sitzung der wirthschaftlichen Bereinigung des Reichstages wichtige Beschlüsse bezüglich der Interpellation über die Ausführung des Börsengesetze- gefaßt worden, welche in den allernächsten Tagen bekannt gegeben werden sollen. Wie die „Staatsbürgerzeitung" berichtet, war im Reichstage gestern das Gerücht verbreitet, daß der Abgeordnete v. PodbielSkt (cons.) beabfichtige, einen Antrag wegen Aufhebung de- Verbot- des Getreide TermiuhaudelS im Reichstage etnzubringeu.
Berlin, 8. März. Zn dem Prozeß gegen die socialistisch e Partei-Organisation wurden gestern sämmtliche Angeklagten sreigesprochen. Damit ist die Schließung der Parteileitung und der Wahlveretne aufgehoben.
Berlin, 9. März. Der „Localanzeiger" meldet au- Kanea: Dem hiesigen griechischen Btce-Consul wurde mitgetheilt, daß er sich al- Gefangener zu betrachten habe. Heute muß er, sowie alle anderen nicht kretenfischeu Griechen die Stadt verlaffeu. Als Ersatz für die aufgelöste GenSdarmerie wird jede Macht 600 Mann Infanterie hierher senden.
Danzig. 9. März. Die chinesische Regierung bestellte bet Schichau vier Torpedojäger.
Wien, 9. März. Die Botschafter Rußland-, Italien- und Englands hatten gestern mit dem Grafen Golu- chowsky längere Besprechungen.
Pari-, 9. März. Der hiesige deutsche Botschafter conferirte gestern mit Hanotaux. Osficiös verlautet darüber, Graf Münster habe betont, Deutschland wolle die anderen Mächte nicht hindern, die Gewaltmaßregeln gegen Griechenland erst von dem Resultat der allerletzten Note an Griechen- land abhängig zu machen.
WslffS telegraphische- Eorrssparrdaq-Brneas.
Köln, 8. März. Der „Köln. Ztg." wird auS Wien telegraphirt: Scharfe ZwaugSmaßregeln, die nicht nur die Blokade des PiräuS, sondern auch die Einschließung der Insel Kreta vorsehen, find von den Admiralen der Mächte vereinbart und von Oesterreich-Ungarn, Deutschland und Rußland bereit- angenommen worden.
Frankfurt a. b. O., 8. März. Wie die „Franks. Oderzeitung" erklärt, beruht die Nachricht, dem Commandeur der 5. Division, Generallieutenant Freiherr» v. d. Goltz, sei vom Sultan das Obercommando an der griechischen Grenze angeboten, von diesem aber in entschiedener Weise abgelehnt worden, auf Erfindung. Es, ist dem General v. d. Goltz weder das Generalcommando, noch irgend eine Commandostelle an der Grenze angeboten worden.
Bremen, 8. März. Der auf der Ausreise nach Newhork befindliche deutsche Dampfer „H. H. Meier" hat infolge Feuerschaden- den Hafen von Falmouth ausgesucht. Die Passagiere standen, als da- Schiff bei St. Anthonys Leuchtthurm ankerte, auf dem Achterdeck. Da- Feuer wurde ge* löscht. Der Dampfer wird in Falmouth seine beschädigte Ladunfl löschen und alsbald die Reise nach Newyork fortsetzen.
Lübeck, 8. März. Acht Seemeilen vom Travemünder Leuchtthurm strandete Vormittags der norwegische Kohlendampfer „Advauce", für Lübeck bestimmt. Ein anderer Frachtdampfer versuchte vergeblich Hilfeleistung. Er kehrte daher nach Travemünde zurück, um einen Bergedampfer zur Assistenz zu holen. Das Schiff befindet fich in einer gefährlichen Lage, zumal hoher Seegang ist.
Rom, 8. März. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Commandant de-Dardanellenforts wurde wegen deS Zwischenfalles, der sich bei der Durchfahrt deS italienischen Schiffe- „Simeto" durch die Dardanellen ereignete, für zwei Mouate von seinen Functionen enthoben.
A-rslarrd.
Athen, 6. März. Der griechische Viceconsul in Kanea erklärte den Admiralen, daß die griechische Regierung jede Verantwortung für die Entsendung gemischter Detachement- der Großmächte nach Kandano ablehne. — Die Schüler der militärischen BildungSaustalten treten al- Offieiere in die Armee. — Der Ministerpräsident Dely aunis richtete an die Behörden ein Rundschreiben, in welchem er empfiehlt, die Einziehung der Steuern im Hinblick auf die kritische Lage zu beschleunigen. — Die dem stehenden Heere angehörenden Abgeordneten verlangen wieder ihren Dienst in der Armee zu thun. Man versichert, daß der Kronprinz am Montag nach der thessalischen Grenze abreisen wird.
Washington, 7. März. Der hiesige griechische General- consul Bo lasst erhielt von dem griechischen Minister deS Auswärtigen, SkuseS, den telegraphischen Auftrag, die gegenwärtig in den Bereinigten Staaten lebenden Griechen, soweit sie der Reserve angehöreu, etuzuberufen, um sie aufzufordern, Griechenland zu Hilfe zu eilen. Botasfi solle den Auftrag sehr ernst nehmen und so handeln, als ob der Krieg am Montag erklärt werden würde.
Washington, 6. März. Präsident Mac Kinley berief eine Spectalfitzung de- Congreffe- für den 15. März ein.
Manilla, 7. März. Gestern brannten hier zweitausend Häuser nieder. Menschenleben sind nicht zu beklagen.
rstE w*)
Gießen, den 6 März 1897, Betr.: Die Gehalte der Volksschullehrer.
Die
Grvtzh. Kreis-SchulcommWon Gießen in die Schulvorstände drei- und mehrklafsiger Schulen des Kreises.
Wir beauftragen Sie, umgehend Bericht zu erstatten, wann dir letzte Schulstelle in Ihrer Gemeinde errichtet worden ist.
Berlin, 8. März. Aus dem Berlaufe der Commsfions- verhandlungen über den Marine-Etat zieht bte „Post" den Schluß, daß die Aussichten auf unverkürzte Bewilligung aller Forderungen der Regierung nur recht geringe seien.
Berlin, 8.März. Im Abgeordnetenhause wurde heute der Domänen- und Forst-Etat erledigt. Morgen: Eisenbahn-Etat.
Berlin, 8. März. In der heutigen Nummer de- „Reichsanzeiger" wird daS Gesetz betreffend daS Dienst- einkommen der Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Volksschulen vom 3. März veröffentlicht.
Frankfurt a. M., 8. März. Einem Londoner Telegramm der „Franks. Ztg." zufolge haben die griechischen Truppen auf Kreta für fünf Monat Proviant.
Frankfurt a. M., 8. März. Der „Franks. Ztg." geht auS Konstantinopel eine Drahtnachricht zu, laut welcher sich unter den dortigen Griechen und Türken eine gereizte Stimmung bemerkbar macht. In Konstantinopel befinden fich ungefähr 200000 bewaffnete Griechen.
Wilhelm-Haven, 8. März. Nach hier eingetroffenen Meldungen hat der Kreuzer „Kaiserin Augusta" auf Kreta neuerdings drei Offiziere und 50 Mann gelandet.
London, 8. März. Man glaubt hier, die Kretakrife werde sehr schnell und durch einen friedlichen Compromiß beendet werden. „Morningpost" glaubt an einen Umschlag in Berlin und verzeichnet den bemerkenswerthen Vorschlag, v. d. Goltz-Pascha zum Gouverneur von Kreta zu ernennen. „Daily NewS" sind der Ansicht, daß die gleichzeitige Zurückziehung der griechischen und türkischen Truppen von Kreta die Grundlage deS CompromisseS bilden werde.
Athen, 8. März. DaS griechische Schiff „Hydra" har Befehl erhalten, Kreta zu verlaffeu und sich mit dem Ostgeschwader bei SctattoS zu vereinigen.
Athen, 8. März. Im gestrigen Ministerrath, welcher unter dem Vorsitz des König- stattfand, wurde die Antwort auf das Ultimatum der Mächte festgesetzt. Dieselbe soll heute telegraphisch den Mächten zugehen. Wie hier verlautet, wird dieselbe ablehnend lauten.
Kanea, 8. März. Die Insurgenten verweigerten den von Kandano angekommenen europäischen See-Soldaten die Freigabe der gefangenen Muselmänner.
Konstantinopel, 8. März. Die Pforte hat den Botschaftern auf die Collectivnote der Mächte geantwortet, daß sie die darin gemachten Vorschläge annehme. Bezüglich der Autonomie auf Kreta erhofft die Pforte eine Verständigung zwischen ihr und den Mächten.
Deutsche» Leich.
Berlin, 7. März. Nach der „Nordd. Allg. Ztg." lautet der im Reichstage vom BundeSrath eingebrachte Antrag wie folgt: „Zu Ehren der im Feldzuge 1870/71 gefallenen, sowie der in Folge der dort erhaltenen Wunden verschiedenen oder dauerndem Siechthum verfallenen deutschen Krieger wird in der Hauptstadt deS Reiches eine Gedenkhalle errichtet. Zur Ausarbeitung eine- Bauplanes und zu den sonstigen Vorarbeiten wird eine Summe von 50000 Mk. zur Verfügung gestellt. Der Reichskanzler wird ermächtigt, diesen Betrag aus den bereiten Mitteln der Reichs-Hauptkaffe zu entnehmen."
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat Februar 1897 für den Lieferungsoerband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 15,70, Heu Mk. 8,10, Stroh 3KL 4,70.
Gießen, den 6. März 1897.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
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187. Sitzung. Montag, ben 8. März 1897.
Zunächst wird der Etat des Reichstages berathen.
Die Budgetcommisston beantragt eine Resolution, in welcher Ut verbündeten Regierungen um einen Nachtragsetat für ein Präfidial- qebäude ersucht werden. 8^
Ein Antrag von Levetzow, Schmidt-Elberfeld und Genossen iu8 allen Parteien deS HauseS will dagegen eine entsprechende Rate, 300 000 Mark, gleich in den vorliegenden Etat einstellen.
Außerdem liegt hierzu ein Antrag Ancker vor betr. Gewährung »en Diäten an die Reichvtagsabgeordneten.
Abg. Beckh (freis. Vp.) führt Beschwerde darüber, daß im »origen Sommer die Reichstagsräume zu der Ausstellung für Amateur- Pvotographie hergegeben worden seien und wünscht, baß daS nicht wieder vorkomme.
Abg. Pichler (Ctr.) wünscht, daß die etatömäßige Anstellung der Reichstagsstenographen in vermehrtem Umfange stattftnde, sodaß nicht dergestalt wie bisher von Hilfsstenographen Gebrauch gemacht werde.
Vicrpräfident Abg. Schmidt bemerkt, eS sei in neuerer Zeit wiederholentlich eine feste Anstellung weiterer Stenographen erfolgt.
Abg. Liebknecht wünscht, daß die Reichstagswahlen-Statistik noch etwas vervollständigt bezw. in größerer Vollständigkeit veröffentlicht werde.
Zur Geschäftsordnung erklärt sodann
Abg. Richter, daß er den Antrag Ancker bis zur dritten Lesung des Etats zurückstehe, zumal auch deshalb, weil es fich bei ,em Anträge um eine Verfassungsänderung handele.
Präsident v. Buol constatirt demgemäß, daß der Antrag Lncker für diese Lesung zurückgezogen fei.
Abg. Lieber referirt alsdann über den Commisfionsbeschluß betr. Errichtung eines Präsidialgebäudes.
Abg. v. Stumm beantragt, die in dem Anträge Levetzow- Schmidt gesord-rten 300000 Mark nur zu bewilligen für Grunderwerb und Projectbearbeitung, aber nicht zugleich als erste Baurate, wie dies jener Antrag und bie Resolution der Commission vor- schlagen. Ehe gebaut werde, sei es durchaus nöthig, daß dem Hause der Bauplan unterbreitet werbe.
Abg. Schmidt-Elberfeld constatirt demgegenüber, daß gerade die Bewilligung gleich als erste Baurate von der Mehrheit der vudgetcommission gewünscht worden sei.
Abg. o. Levetzow plaidirt für den Stumm'schen Vorschlag.
Abg. Richter stimmt ebenfalls dem Stumm'schen Verlangen in, umsomehr als er Repräsentationsräume für ben Präsidenten keineswegs für erforderlich halte. Dem Präsidenten würden durch Repräsentationspflichten nur seine eigentlichen Aufgaben erschwert, mb überdies würde das Haus dadurch in der Auswahl seiner Präst- dmten beschränkt. t
Abg. Hammacher erklärt fich ebmsalls für das Amendement Stumm, wogegen Abg. Spahn bittet, es bei dem Beschluß der Nudgetcommtsston zu belasien. c m
Nach kurzer Debatte wird der Antrag der Budgetcommisston mit der Stumm'schen Abänderung angenommen.
Weitere Debatten entstehen bei dem Etat des Reichstages nicht.
In dritter Berathung wird die Vorlage betr. Zwangs- »ersteigerung und Zwangsverwaltung en bloc angenommen; ebenfalls debattelos wird in dritter Lesung die Grundbuchordnung ange- «ommen.
Es folgen Petitionen. _ t ,
lieber verschiedene derselben betr. Gleichstellung der Teleer ap hi st en der Reichseisenbahnen mit denen der Reichspostverwaltung wirb von der Commission Uebergang zur Tagesordnung beantragt.
Ein Antrag Hammacher will die Petitionen dem Reichskanzler in theilweiser Berücksichtigung überwiesen wisien.
Dieser letztere Antrag wird nach kurzer Debatte angenommen.
Entsprechend einem Antrag der Commission werden dann noch debattelos mehrere Petitionen betr. Rückerstattung von Getreidezoll dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen.
Mittwoch 1 Uhr: Antrag Schwerin-Löwitz: Zollcredit auf betreibe.
Schluß gegen 31/» Uhr.
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