Ausgabe 
10.2.1897 Erstes Blatt
 
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Bewegung zu verhindern, wurde gestern eine große Polizei- und Truppenmacht aufgeboten und eine Studenteu-Vecsamm- luug verhindert. Eii e Stndenten-Cowwisston begab sich zum Rector, der vermittelnd zu ihr sprach. Brt« Fortgehen wurde die Hälfte der Commission verhaftet.

Konstantinopel, 8. Februar. AuS Canea eingetroffeue Berichte schildern die dortige Situation in sehr düsteren Farben. Allgemein wird ein Christen-Massacre als uahe bevorstehend bezeichnet. Der dteserhalb stattgefundene Minifterrath konnte sich über die zu treffenden Maßnahmen noch nicht einigen. Auch werden neuerliche Exceffe der auf« geregten Muselmanen befürchtet.

Berlin, 9. Februar. An dem gestrigen Diner bet dem Finaozwintster Miquel nahmen außer dem Kaiser Theil: Fürst Hohenlohe, StaatSsecretär Bötticher, der frühere Minister deS Innern Graf Eulenburg, der Präsident des Abgeordnetenhauses v. Köller, Viceprästdent v. Heeremauu, v. Leoetzow, Freiherr v. Manteuffel, Freiherr v. Stumm, Hammacher, v. Eynern, v. Erfa, Dr. Sattler, Dr. Bödiker, die Oberbürgermeister Zelle und Becker, Hofmarschall Graf Eulenburg, v. LucanuS und andere Herren. Nach VjlO Uh* wurde die Tafel aafgehoben. Der Kaiser, welcher sich in heiterster Stimmung befand, trat zu den verschiedenen Gruppen und nahm lebhaft an der Unterhaltung Theil. Wie der Local-Anz." weiter berichtet, nahm der Kaiser nach einiger Zett mit einzelnen Herren an einem der Tische Platz, um eine Reihe von ihm selbst aufgestellter Zusammenstellungen der Entwickelung der deutschen, russischen und französischen Flotte während der letzten fünf Jahre vorzulegen und zu erläutern. Der Kaiser sprach sehr lebhaft und mit großen Detailkenntniffea und Belesenheit auf dem Gebiete der Marine und KriegSwiffenschast, sowie der überseeischen Be­ziehungen unserer Handelsmarine.

Hamburg, 9. Februar. Die Krawalle dauern fort. Angriffe ans Ersatzarbeiter kamen auch gestern vor. In der vorletzten Nacht wurden 68 Personen verhaftet. Gestern wurden 300 Hafenarbeiter eingestellt.

Wien, 9. Februar. Die Polizei verhaftete gestern von 600 etwa 40 Studenten des Polytechnikums, als sie vor dem Institut lebhaft diScutirten. Die Polizei nahm an, es handle sich um eine Demonstration. Der Rector setzte die sofortige Freilaffung der Verhafteten durch.

Professor Dr. Otto Buchner.

Gießen, 9. Februar.

Am vergangenen Samstag schloß sich das Grab über einem Manne, deffen Andenken bei Allen, die seine Wirksam- leit kannten, ein bleibendes sein wird. Verfaffer dieser Zeilen will dem verstorbenen Freunde den letzten Liebesdienst er­weisen, indem er auch weiteren Kreisen ein Lebensbild deS Hiugegangenen vorführt. Otto Buchner war geboren am 22. Mat 1828 zu Darmstadt als der Sohn des Hofgerichts, advokaten und Justizraths Karl Buchner. Er hatte das Glück, seine Jugend in einem geistig angeregten Elternhause zu verleben. Sein Vater, der neben den Arbeiten seines Berufes die Muse fand, literarisch thätig zu sein, war ein Mann von poetischen Anlagen. Seine vaterländischen Ge­dichte erwarben ihm die Freundschaft der Edelsten unseres Volkes, und so sah der junge Buchner schon in seinen Kinder­jahren Männer wie E. Geibel, B. Auerbach, Freiligrath, Gustav Schwab und Schücking in seinem Elternhause ver- kehren. Hier wurde in ihm der Idealismus geweckt, der ihn bis zum Tode nicht verließ.

Buchner besuchte zuerst das damals in Darmstadt blühende Schmitz'sche Institut, dann die dortige Gewerbeschule und bezog seinen Neigungen folgend 1847 die hiesige Universität, um Naturwissenschaft zu studiren. Es war die große Zeit dieser Anstalt, in der Liebig Schüler aus allen Länvern in der damals noch sehr kleinen Stadt sammelte, und war Buchner mit Recht stolz, sich einen Schüler unseres großen Chemikers zu nennen. Nach Vollendung seiner Studien 1850 bildete er sich als Lehrer in dem damals bekannten Knaben­institute des Pfarrer Lucius in Jugenheim aus, promovtrte 1851 und erhielt dann 1852 eine Verwendung an der Real­schule in Michelstadt, wo er die treue Gefährtin seines Lebens kennen lernte. Er erhielt dann Verwendungen an dem Gym­nasium in Worms und der Realschule in Offenbach und wurde endlich 1857 als Lehrer an der Realschule in Gießen angestellr. WaS er als anregender Lchrer seinen Schülern, als guter College seinen Fachgenossen war, ist noch in Aller Erinnerung,- mit seiner Fürsorge für die Sammlungen der Anstalt hat er sich ein dauerndes Verdienst erworben. Der Schuldienst Buchners war dadurch ein erfolgreicher, daß er ständig wiffenschaftlich weiter arbeitete. Außer einer Reihe von Aufsätzen über verschiedene Zweige der Nalurwiffenschast und Technologie in mehreren Fachzeitschriften, namentlich der Gäa, erschienen in den 50er und 60er Jahren seine Abhand­lungen über die Feuermeteore, insbesondere die Meteoriten (Ricker 1859), 2) die Meteoriten in Sammlungen, ihre Ge­schichte, mineralogische und chemische Beschaffenheit (Leipzig, Jungmann 1863 und 3) Die Construction und Anlegung von Blitzableitern (Weimar 1866 bet F. Voigt), eine Schrift, welche 1867 in das Holländische übersetzt wurde. Buchner hatte bei seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten die Gegend von Gießen und ganz Oberhessen auf das eingehendste kennen und lieben gelernt. Die Liebe zu seiner zweiten engeren Heimath veranlaßte ihn wohl, sich auf ein Fach zu werfen, welches ihm von Haus aus fern lag, jedoch ihn seit 1870 voü beschäftigte, eS war dies die hessische Localgeschichte. Die Geschichte unserer Stadt war bis auf unsere Tage kaum be­arbeitet, da das treffliche Werk von KraftDie Geschichte von Gießen" leider ein Torso geblieben ist. Buchner hat daS Verdienst, in bisher noch nicht bearbeitete Perioden un­serer Stadtgeschichte eingedrungen zu sein, und war eS selbst- verständlich, daß, als durch Gareis, von Ritgen u. A. der hiesige Verein für oberheffifche Geschichte gegründet wurde,

ihm tu diesem eine führende Rolle zufiel, ja daß wir uuS den Verein ohne Bachner nicht denken konnten. Zuerst als Schriftführer, dann als Vorsitzender deS Vereins war er in Vorträgen und in den jährlichen VeretnSnachrichten un­ermüdlich thätig. Seine in den Jahren 1880 und 90er Jahren erschienenen Schriften:Gießen vor 100 Jahren", Gießen und seine Umgebung" undCulturgeschichtliche Bilder aus Gießens Vergangenheit" geben uns ein vortreffliches Bild von der Entwicklung unserer Stadt. Auch auf dem Gebiet der Landeskunde verwerthete er seine vielseitigen Kenntniffe. Sein 1894 in dritter Auflage erschienener Führer durch den Vogelsberg" hat dieses Gebirg erst wei­teren Touristeukreiseu erschlaffen. Vor Allem verdient jedoch seine Thätigkeit für die Erhaltung des Gleiberger Schloffes und die Gründung des hiesigen AlterthumSmuseumS hervor- gehoben zu werden. Noch als älterer Mann hat er mit jugend- ltchem Eifer für das letztere gearbeitet. Leider hat er die Verwirklichung seines Wunsches, die Ueberführung des Mu­seums in daS zu restaurirende alte Schloß, nicht erlebt. Wenn dieses Ziel, dank der Liberalität der städtischen Ver- waltuvg, erreicht ist, dann wird unS vor Augen geführt werden, was Buchner mit kleinen Mitteln für die Geschichte unserer Stadt geleistet hat.

Mitten in dieser eifrigen Thätigkeit setzte ein unheil­bares Leiden der Wirksamkeit des geistig so frischen ManneS ein Ziel.

So ist er denn aus unserer Mitte geschieden, als ein Mensch, der keine Feinde hiuterlaffen, als ein strebsamer Diener der Wiffenschast, unvergeßlich seinen Freunden, ein biederer, echt deutscher Mann. Don ihm gelten die Worte, in welchen baß Jugendlied seines VaterS ausklingt:

Doch eine Blüthe bleibet ewig uns, o wahrt sie gut!

Es ist deS Herzens reine Güte, Der feste, heitre Jugendmuth!"

Cocates unb provinzielles»

Gießen, den 9. Februar 1897.

* Ernennungen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den provisorischen Lehrer am Schullehrerseminar zu Bcnöheim, LehramtSaffeffor Heinrich Werner, zum Lehrer au dieser Anstalt, den provisorischen Lehrer am Schullehrerseminar zu Friedberg Karl Jäger zum Lehrer an dieser Anstalt zu ernennen.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 11. Februar 1897, Nachmittags 5 Uhr: 1. Gesuch des Johannes Nickel um Erlaubniß zum Gebrauch eines OefchenS in seinem ArbeitS- häuschen am Leihgesternerweg. 2. Baugesuch der Architecten Stein & Meyer für den Platz, Ecke der Garten- und Berg- straße. 3. Gesuch der L. C. Rübsamen Wtw. wegen Pach tung eines Platzes oberhalb der Lahnbrücke. 4. Gesuch deS MännerturnvereinS um Ueberlaffung der Realschul-Turnhalle für seine Hebungen. 5. Die Verbesserung des AbzugscaualS auf dem Brand. 6. Gesuch des W. Hehner zu Gießen um Ertheilung der Erlaubniß zum Betrieb einer Schankwirth- schäft im Hause Bahnhofstraße 48.

* Theater-Verein. Herr Dr. Rauch in Wiesbaden hat an die Bereinsleitung die erfreuliche Mtttheilung gerichtet, daß er beim Debüt seiner Gesellschaft selb st mitzuwirken gedenke. ES wird darum an Stelle deS Blumenthal'schen Lustspiels am 15. d. MtS.Das letzte Wort", Theaterstück in 4 Acten von Schönthan zur Darstellung gelangen. Herr Dr. Rauch übernimmt darin die Rolle des Geheimrath Mantius. DaS Stück hat an allen großen Bühnen bereits seine Zugk-ast bewährt.

* 25jährigeS Jubiläum. Der Landesverband der Kriegerkameradschaft Hassia begeht am 10. d. MtS. die Feier seines 25jährigen Bestehens. AuS diesem Anlaß hat daS Präsidium desselben an sämmtliche Vereine deS Landes folgende Bekanntmachung erlaffen:Am 10. Februar blickt die Hassia auf ihr 25 jährigeS Bestehen zurück! Kame­raden ! Vergegenwärtigt Euch an diesem Tage, wie unser Verband auS kleinen Anfängen, nach langem Mühen sich zu seiner jetzigen Größe auSgebaut hat! 700 Vereine mit rund 37,000 Mitgliedern, die olle fest zusammenhalten, wo cS gilt, treu zu unserem Kaiser und dem Deutschen Reiche, zum Landesfürsten und dem hessischen Vaterland zu stehen. Lasset unS auch fernerhin die Erinnerung an die große Zeit der Erhebung deS deutschen Volkes pflegen, für die, welche ihr Blut und ihre Gesundheit zum Opfer gebracht, forgen, so viel in unseren Kräften steht. Unsere Kraft wird wachsen, je fester wir diese erhabenen Ziele verfolgen und wenn die­selbe kameradschastliche Einigkeit wie seither alle unsere Glieder umschlingt. Darum stimmt mit ein in den Ruf:Hoch die Hassia, hoch die Kameradschaft und einGlück auf" zu weiteren Erfolgen im neuen Vierteljahrhundert!"

Einen kleinen Vorgeschmack der künftigen Bieberthal- bahn giebt der die Lahnbrücke passirendeu Einwohnerschaft jetzt schon die GeletSanlage, welche die Firma Rübsamen auß dem Neustädter Felde bezw. Rodheimerstraße nach der im Ausbau begriffenen Hammstraße hergestellt hat. Genannte Firma hat die Anfahrt von 10,000 Cbm. Grund übernommen, was am schnellsten und wohl auch am billigsten durch diese Bahnanlage geschieht. Die Spurweite ist ungefähr 70 Ctm., während diejenige der Bieberthalbahn eettoo 1 Meter sein wird. DaS Legen derartiger Feldbahnen geht sehr rasch und wird dadurch erleichtert, daß Schienen sammt (eisernen) Schwellen auf gewisse Länge fertig montirt geliefert werden.

* Kaiser-Manöver. Nach dem Armee-VerordnungSblatt finden in diesem Herbste zwischen dem 8. und 11. Armee- corpS, einschließlich der 2 5. (Großh. Hessischen) Division und den beiden bayerischen ArmeecorpS Manöver vor dem Kaiser statt- außerdem wird beim 11. Armeecorps eine besondere Cavalleriedivision aufgestellt, zu diesem Zwecke wird dem ArmeecorpS ein Cavallerieregiment deS 8. Armee­corpS zugetheilt, desgleichen eine Luftschiffer-Abtheilung. Die Rückkehr der Fußtruppen in ihre Standorte mutz-bis

zum 30. September, als den spätesten EntlasiungStag, be­endet sein.

** Zur Backerei - Verorduuog. Der Strasseuat bei Kammerger ichtS zu Berlin, als RevisionSinstanz tm Proeeffe gegen ben Bäckermeister König, erklärte die Bäckeret- verordnung beß BundeSrathS vom 4. März 1896 rechts gültig unter Bestätigung der Urtheile der Borinstanzen.

Wiederum ein neues Licht. Als vor einigen Jahr­zehnten die Oellampe von dem Petroleum verdrängt wurde da glaubte man etwas Bedeutendes erreicht zu haben. Als dann das Leuchtgas populär wurde, als gar die Slectvct&t auf den Plan trat und als zum Ende der Glühstrumpf ihn völlige Revolution der Beleuchtungstechnik hervorrief, da schien die Petroleumlampe trotz aller Berbefferungen ganz in den Hintergrund gerathen zu sein. Doch nicht lange hatte es gedauert, und die moderne Beleuchtungstechnik hat aut die Familienlampe wieder zu Ehren gebracht. WaS all-, andern Leuchtarten, außer der electrischen, vervollkommnet hat, daS ist auch der Petroleumlampe zu Gute gekommen: der Glühstrumpf. Die Continental-Gasglühltcht-Actien- GesellschaftMeteor" gab kürzlich einem geladenen Publikum diese neue Erfindung zur Kenntniß. Der neue Brenner der Meteor"-Petroleumlawpe kann auf alte Lampen von ent» sprechender Größe aufgeschraubt werden. Er besteht ta Wesentlichen aus einer Art Mrtallkappe, die oben den Glüh­körper sammt Cyliuder trägt und in ihrem Innern M Röhrensystem birgt, welches der Flamme jenes Quantum «n Luft zuführt, daS erforderlich ist, um dieser Flamme je, en H tzegrad zu verleihen, daß sie den Glühkörper zu weißem Leuchten bringt. DaS Licht ist fast intensiver wie GaSglüh- licht- etwaiger, auch noch so scharfer Luftzug kann die Flamme nicht verlöschen. Ueber die Lichtstärke dieser Petroleumglüh lampe hat die physikalisch technische Reichsaustalt folgcrbcl ermittelt:Die Lichtemission hat in horizontaler Richtuaz eine Intensität von 61 Hefnerkerzen Licht, also mehr al» dreimal soviel, wie eine große Petroleumlampe (14 Linien, brenner), dabei ist der Petroleumverbrauch nur halb so groß, wie der einer gewöhnlichen Petroleumlampe. Die Petroleum glühlampe übertrifft an Helligkeit das GaSgiühltcht, bltibt aber in Bezug auf Betriebskosten unter diesem bisher billigsten Lichte. Die Betriebskosten betragen bei der gewöhnlichen Petroleumlampe per Stunde (14 Linienbrenner) 1,8 Ps°., bei GaSglÜhlicht 1,6 Pfg., bei Petroleumglühiicht 1,05 Pst. Die Kosten auf gleiche Helligkeit (16 Kerzen) stellen sich om 1,07 bis 0,63 biß 0,26. DaS Petroleumglühiicht ist allo etwa viermal billiger als eine Petroleumlampe. Das Petro- leumglühlicht ist somit absolut und relativ baß billigste Licht der Gegenwart. Dabei ist die Bedienung der Lampe autzer- ordentlich einfach, die Verbrennung ist so vollständig, bafc nicht die geringste Belästigung durch VerbrennungSgase sta t- findet." Unzweifelhaft dürfte die Petroleumglühlichttamp:, die demnächst in den Handel kommen soll, eine große Zukunft haben. Patente find in allen Ländern angemeldet uno einigt schon erthcilt worden.

** Die Anzahl der im Rechnungsjahr 1895/96 auf ben Oberhessischen Bahnen beförderten Pe.iou^ betrug a) auf den Hauptbahnen 1,036,921, auf der Neb.n'ouhi NiddaSchotten 61,747, auf der Nebenbahn Stockheim- Gedern 84,299, auf der Nebenbahn HungenLaudach 35,901. Auf ben Hauptbahnen fuhren 1. Klaffe 1636, 2. Klaffe 56,026, 3. Klaffe 942,976 Personen- außerdem würben 36,283 Militärfahrkahrten (3. Kl.) ausgegeben. Bei bett N.b-.- bahnen ist bie 1. Klaffe nicht eingeführt, würben d.de.i auf der Bahn NiddaSchotten 2. Klaffe 2722, 3 Klasse 57,710, Militär 1315, StockhelmGedern 2 Klaffe 5596, 3. Klaffe 77,049, Militär 1654, HungenLaubach 2 Klasse 2209, 3. Klaffe 32 924, Militär 768.

** Wetterbericht. Daß Dep.efsionßgebiet ist nach bta Süd osten Europas zurück gewichen, während in W-st uul Central-Europa sowie über der Nordhälfte des E-dthellö Da: Barometer erheblich gestiegen ist. Der Kern beß hoho Druckes erstreckt sich von dem Biskaya See nordostwärts b i zu ben russischen Ostsee-Provinzen. Sonach besteht über Central Europa ein erhebliches, gegen Südoftrn genchtet-1 Gefälle unb fällt vielenorts Schnee, im süblichen Bayern m>» im Gebirge in großen Mengen. Die Temperaturen sind in Südbeutschland gesunken unb lagen am Morgen metstengr-i unter bem Gefrierpunkt. Nörblich bet britischen Inseln schein ein neues Minimum vorüber zu ziehen. Vor aussicht lickt Witterung: Zunächst noch trüb mit Schneefällen- bann besseres, aber kälteres Wetter.

n. Bon der mittleren Nidda, 8. Februar. Wir Habti feit vorgestern Hochwaffer. Der Niddapegel stand gestern auf 180 Zentimeter. Heute ist er auf 160 zurückgegat.gtt Weite Strecken des den Fluß entlang ziehenden W es enthalt sind unter Waffer gesetzt. Hier tummeln sich nun Hundert! von Enten und Wildgänsen, die aber bei ihrer großen Vorsti: und dem gänzlich freien Terrain sehr schwer zu schirßen sw- Biß jetzt brachten neben einigen Stockenten unsere Jäger er« eine WildganS als Bente hetm.

n. Stockheim, 8. Februar. Tiefes Leid ist über ein Familie im benachbarten Gl au berg hereingebrochen. einzige Kind geachteter Eitern, ein Mädchen, daS zu PfinM confnmlrt werden sollte, war schon längere Zeit leidwl Gestern fuhr die Mutter mit ihrem Kinde nach Gießen, n» | es dort untersuchen zu taffen. Hier wurde ihr nun b« niederschmetternde Mittheilung gemacht, daß an dem Rtni ein Verbrechen begangen worden. Der von dem ßW bezeichnete Knecht deö HauseS machte gestern Ab-nd, als ti bei der Rückkehr davon hörte, einen Fluchtversuch, w^l aber nach einigen Stunden eingeholt und ins AmtSgerM gefängniß in Altenstadt eingel'.efert.

Ortenberg, 7. Februar. Am 16. Februar l. I. voller e unser Herr Bürgermeister Roth sein achtzigstes Leb-nSM Wenn man erwägt, daß der Jubelgreiß dreißig Jahre lci| Bürgermeister ist, baß er von 18421867 R'chner W ' Stabt Ortenberg gewesen, baß er seit 1842 Rechner M