Ausgabe 
9.10.1897 Erstes Blatt
 
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Auswärtigen Amtes, Botschafter v. Bülow. Wie ein Bericht- I erstatter meldet, hat die Maririevorlage de» Admirals Tirpitz die Billigung des Staatsministerium» gefunden und ist bereit», ebenso wie in Entwurf betreffend die Entschädigung unschuldig Verurtheilter, dem BundeSrathe zugegangen.

Berlin, 7. October. Die in der Preffe verbreitete Nachricht, daß der Reichskanzler nach Hubertusstock gehen werde, um dem Kaiser Bortrag zu halten, wird einem Parlamentarischen Berichterstatter gegenüber von einer Stelle, die davon wissen müßte, als unzutreffend bezeichnet, ebenso die andere Nachricht, daß in HubertuSstock eine Kronraths- fitzung stattfinden werde.

Hamburg. 7. October. Die heutige BormittagSfitzung des soeialdemokratischeu Parteitages wurde durch ein Referat des Abg. Auer eröffnet, welcher über die Frage der Bethetliguug der Socialdemokrareu an den preußischen Landtag»wahlen sprach. Referent führte au», daß die Nicht- betheiligung an denjenigen Wahlen, die nicht auf dem all- gemeinen und gleichen Stimmrecht fußen, eine Frage der Taktik und nicht eine Principieufrage gewesen sei. ES hätten darüber in verschiedenen Kreisen auch verschiedene Anfichten geherrscht. Leider hätte man im Jahre 1893 in Köln fich darauf verpflichtet, an den Landtagswahlen nicht theilzunehmen. Die letzten Ereignisse im preußischen Landtage hätten jedoch eine Erleuchtung in die Kreise der Socialdemokratie hiuein- getragen. Man sei nun zumeist der Ansicht, daß man fich an den prenßischen Landtagswahlen betheiligen müsse. ES handelt fich darum, den Kampf gegen das Dretklaflen-Wahl- system aufzunehmen und den Gegnern der Staatsstreichpolitik im preußischen Landtage eine sichere Majorität zu verschaffen. Die 2«/zstündige Rede erntete lebhaften Beifall. DaS Cor- referat des Abg. Liebknecht wurde auf Freitag früh fest- gesetzt, an da» sich voraussichtlich eine lebhafte Debatte knüpfen wird. 37 Redner haben sich bereits gemeldet. Im Allgemeinen wachte fich heute eine Stimmung für die Be- theiltgung an den Landtagswahlen bemerkbar. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden noch einige Anträge erledigt. ES wurde eine Neuordnung der Preß-Commiffion beschlossen, welche die Verwaltung des CentralorgansVorwärts" cen- tralifiren soll. Um 2 Uhr fand von der Landungsbrücke St. Pauli aus eine Rundfahrt nach Blankenese statt. Heute Abend finden zwei officielle Commerse in den beiden größten Sälen statt, in welchen einzelne Abgeordnete sprechen werden.

Lorch, 7. October. In fünf Weinbergen der hiesigen Gemarkung wurde die Reblaus entdeckt. Diese Nachricht ruft lebhafte Besorgniß hervor.

London, 7. October. Nach Newhorker Drahtmeldungen find in Ohio und anderen westlichen Städten der Union verheerende Wald- und Prairiebrände auSgebrochen. Chicago und Cleveland sind schwer bedroht. Große Vieh- heerden find umgrkommen. Zwischen Montreal und Ottawa wurden vier Ortschaften eingeäschert. In dem Dorfe Kasselmau ist der Verlust von Menschenleben zu beklagen. 1500 Per- fonen find obdachlos geworden. Ein Bahnzug fuhr in Ottawa durch die Flammen. Die Reisenden schwebten in großer Gefahr.

de Janeiro, 7. October. Die RegieruugS- truppen haben die Stadt KanodoS eingenommen.

Berlin, 8. October. Die Metallarbeiter haben gestern Abend in zwei öffentlichen Versammlungen den Formerstrike für beendet erklärt. Montag wird die Arbeit wieder aus­genommen werden. In den Versammlungen wurde mitge- theilt, daß die Firma Borfig die von auswärts angenommenen Arbeiter in ihre Helmath zurückschicke, um die hiesigen Former Möglichst sofort wieder einstellen zu können.

Berit», 8. October. In neuerer Zeit hat, wie die ^Staat»b.-Ztg." mittheilt, die Bildung von Handwerks- Eredit-Genossenfchaften ganz erhebliche Fortschritte gemacht. Insbesondere seien in den östlichen Provinzen größere Verbände gegründet worden, um in die Lage zu kommen, den von den preußischen Central-Genoffenschastskaffeu gewährten Genossenschaft»-Credit in Anspruch nehmen zu können.

Danzig, 8. October. DaS KanonenbootWolf" ging nach beendeter Probefahrt nach Wilhelmshaven ab, dort er­folgt die Armirung, Berproviantirung und die Kohlenüber­nahme, worauf da» Schiff nach Kamerun fährt.

Wie», 8. October. Die deutsche Fortschrittspartei ver­öffentlicht eine Erklärung, wonach sie gegenüber dem Sprachrnantrag de» Abg. Dipauli an der Forderung fest- hält, daß vor Allem die Sprachenverordnung aufge­hoben werde.

Madrid, 8. October. Dec amerikanische Gesandte, Graf Woodford, versicherte Sag asta, Nordamerika denke nicht an die Annexion CnbeS und fordere nur eine Beendigung des Aufstandes, welcher die Interessen Amerikas schwer schädige.

Sitzung -er Stadtverordneten

am 7. October 1897.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Bei- geordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von Seiten der ^^verordneten die Herren Adami, Brück, EmmeliuS, Flett, vr. Gaffky, Dr. Gmfleisch, Habenicht, Heichelheim, Helfrich, Hey- ligenstaedt, Hornberger, Keller, Kirch, Loo», Löber, Dr. Thaer und Wallenfels. ' 4

3n einer früheren Sitzung wurde beschlossen, von einer Wtederverpachtuug eine» Thetle» de» LärchenwLldchen» abzuseheu und für einen besseren Schutz durch Einfriedigung desselben zu sorgen. Die Versammlung bewilligte für die Einfriedigung läng» des Wege» 144 Mk.

Herr PH. Kröck hat um Pflasterung de» zwischen dem Schlachthaus und seinem Wohnhanse an der Rodhrimerstraße befindlichen Trottoirs nachgesucht und fich bereit erklärt, einen Theil der Kosten zu tragen. Die Versammlung erklärt fich damit einverstanden, daß Kröck die PflastrrnngSkosten trägt, während daS Material au» dem städtischen Magazin entnommen werden kann.

Nach Vertrag mit Herrn Heitler, dem Besitzer de» an der Ecke der Frankfurterstraße und Südanlage gelegenen HauseS, soll die vor dem gepflasterten Borhof dteseS Hauses befindliche Einfriedigung entfernt und der in die Straßen- flucht fallende Theil des Vorgartens als Trottoir angelegt werden. Die auf 100 Mk. veranschlagten Kosten werden be­willigt, nachdem Hettler fich bereit erklärt, da» Gelände un­entgeltlich au die Stadt abzutreten.

AuS Anlaß der Reftaurirung der Stadtkttche war vom Kirchenvorftand beantragt und von der Stadtverordneten- Versammlung beschlossen worden, die Kirche mit erhöhtem Trottoir zu umgeben. Die auf 111200 Mk. veranschlagten Kosten werden genehmigt, und beschlossen, mit der Hälfte derjenigen Kosten, die für das entlang der Kirche anzulegende Trottoir entstehen, die Kirchengemeinde heranzuziehen. Die Kirchftraße soll beiderseits erhöhte Trottoire erhalten.

Die Gesuche von Eduard Böhm um Erlaubniß zum WirthschaftSbetrieb tm Hanse Brandgaffe 8 (TannnS), Jacob Müller im Hanse Rodhrimerstraße 69 (Feldschlößchen), Karl Herber um Erlaubniß zum Verkauf von Brannt­wein über die Straße und Georg Rutsatz (an den Bahnhöfen 40) werden durch Bejahung der Bedürfnißfrage hinsichtlich de» AuSschankS von Branntwein befürwortet.

Schwurgericht.

W. Gießen. 7. Oktober. Fortsetzung der Verhandlung gegen den Keffelschmied Georg EverS von Schwetzingen wegen TodtschlagS, Todtschlags- versuch und gefährlicher Körperverletzung.

Der Zeuge Joh. Zoll von Rödgen hat nur gesehen, wie der Bürgermeister über die Bäuke gekommen ist, um den Messerhelden zu verhaften, nicht aber, wie er gestochen wurde. Chr. BachuS von Rödgen erklärt, er habe, als der Seckinger gestochen gewesen, den Evers beim Kragen ge­nommen und ihm einige Ohrfeigen gegeben, dann habe EverS auch von anderer Seite Schläge bekommen, auch eine Wein- flache sei auf ihn geworfen worden. Der Zeuge schließt aus der ganzen Situation, daß der Bürgermeister erst ge­stochen wurde, nachdem der Angeklagte seine Prügel weg hatte. Die Ehefrau Hrch. FriedrichVolbrecht von Bad- Nauheim will deutlich beobachtet haben, daß EverS, als er dem Seckinger auf dem Gang znm Tanzboden, Gesicht gegen Gesicht gewendet, diesem da» Messer in den Leib rannte. Hierauf erhielt der Angeklagte feine Prügel und dann erst wurde der Bürgermeister gerufen, und als dieser vor Seckinger von der Bank herunter treten wollte, sagte er Etwas zum Angeklagten, wovon die Zeugin nur das Wortverhaftet" gehört hat. EverS war im selben Moment ganz frei, von Niemand bedroht, er nahm das Messer, da» er in der Hand hatte und stach e», ebenfalls von vorn, dem Bürgermeister in den Leib. Erst nachher schlug Alles da» zweite Mal auf EverS ein, es bildete sich um diesen ein Knäul, in welchem EverS mit dem Messer, fich bückend, freie Bahn zu machen suchte. Der Ehemann Bolbrecht bestätigt die Angaben seiner Ehefrau. EverS fei, von Niemand bedroht, auf die Bank, auf welcher der Bürgermeister stand, zugetreteu, da» Messer zum Stich bereit, er hat gestochen, al» der Bürgermeister von der Bank nach unten treten wollte. Georg Krauch von Rödgen bestätigt die Bekundungen der Volbrecht'schen Darstellungen. Der Angeklagte bestreitet entschieden diese Darstellung- eS sei unrichtig, daß er auf die Bank zu ge­treten, auf der Hartmann gestanden, er habe mit dem Messer fich nur abwehrend verhalten und dabei den Bürgermeister getroffen, den er al» solchen nicht gekannt haben will. Der Zeuge Georg Meyer von Frankfurt a. M. hat zur Kirchweihe in Rödgen Bier gezapft. Dieser hatte nach seiner Darstellung, nachdem Seckinger gestochen, den Angeklagten ge­packt und hielt denselben von hinten, während von allen Seiten mit Stöcken auf ihn gehauen wurde. EverS wehrte sich mit dem offenen Messer in der Hand. Al» man von EverS abließ, stand der Bürgermeister auf der Bank und da erhielt er den Stich vom Angeklagten in den Unterleib.

Der Landwirth Jener von Rödgen hat genau gehört, daß der Bürgermeister, al» er die Bank verlassen wollte, laut und hörbar gerufen hat:Im Namen deS Gesetzes, Sie find verhaftet", darauf aber muß er verletzt worden sein, denn er sagte gleich im selben Moment:Ach Herrje, ich bin gestochen".

Adam Wehr ich von Frankfurt hat, nachdem der alte Seckinger gestochen worden, mit auf den Angeklagten los- geschlagen, dieser hat dabei vom Messer Gebrauch gemacht. Der Zeuge ist der Ansicht, daß der Bürgermeister noch nicht verletzt worden war, als er und Andere den EverS ver­hauen haben.

Der Verletzte, Amthor, Dienstknecht von Schwalheim, erzählt dasselbe, was schon andere Zeugen deponirt, er hat einen Stich nach der Gurgel bekommen, der durch den' Gummikragen abgeschwächt wurde. Der Zeuge hat 1 bi» 2 Tage im Hospital zu Bad-Nauheim zugebracht und dann als geheilt seine Arbeit wieder aufgenommen.

Der Dreschmaschinenbefitzer Wilh. Veith von Ober­wöllstadt, der Arbeitgeber de» Angeklagten, giebt demselben daS Zeugniß eines braven, tüchtigen Arbeiters, der schon seit fünf Jahren, theilS bei seinem Vater, theil» bei ihm ge­arbeitet hat. EverS sei von Lharacter jähzornig und auf­brausend. Der Wirth Simon Schütz von Oder-Wöll- stadt giebt dem Angeklagten auch wegen seines Verhalten» in seiner Wirthschaft ein gutes Zeugniß. Medicinalrath Dr. ßorenj von Friedberg, als Gutachter vernommen, wie» darauf hin, daß der Bürgermeister Hartmann ein Mann von 46 Jahren gewesen, sein Körper war gesund und kräftig und wies dessen Leiche zwei Wunden am Arm und Ellenbogen und eine Wunde am Unterleib. Die Verletzungen waren theil» Schnitt-, theilS Stichwunden. Die Wunde am Unter­leib hatte bei der Sektion sieben NLthe aufzuweisen, nach Entfernung derselben sah man daS Innere der Bauchhöhle offen, und es unterliegt nach der Beschaffenheit der ganzen Wunde keinem Zweifel, daß durch sie der Tod de» Hart­

mann herbeigeführt ist. Betreffs der Verwund»»» de» A»- geklagten ist der Sachverständige der Ansicht, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit EverS fich die Verletzung selbst beigebracht hat. Die Verletzung des alten Seckinger konnte dem Mannt sehr leicht da» Leben kosten, jedenfalls ist derselbe dauernd an seiner Gesundheit geschädigt. Auch der Stoß, den Amthor mit dem Messer an die Gurgel bekommen hat, hätte gefähr­liche Verletzungen herbeigeführt, wenn dessen Kragen nicht schützend vorhanden gewesen.

E» wird darauf das eidliche vernehmnngsprotocoll de» Bürgermeister» Hartmann, welches da» Amtsgericht Nau- heim aufgenommen, verlesen. Er schildert die Art, wie er die tödtliche Wunde erhalten, die übereinstimmend wie die Angaben der volbrechr'schen Eheleute lauten. Damit ist die Beweisaufnahme erledigt.

W. Gießen, den 8. Oktober.

Nachschrift. Die Geschworenen bejahten die Frage de» Todtschlags, TodtschlagSversnch» und der gefährlichen Körper­verletzung und bewilligte mildernde Umstände nur betreff» der Körperverletzung. Staatsanwalt Dr. ©fingert* bean­tragte 15 Jahre Zuchthan» und zehnjährigen Ehrverlust. RechtSanwatt Metz bat um eine mildere Bestrafung. Da» Urtheil lautete auf 14 Jahre Zuchthaus und den beantragte» Ehrverlust.

_ CocMes * peeetwjUtU»,

Gieße», den 8. Oktober.

Die beide» Sanner, welche am 28. April d. I. de» Bankier Grünewald hier durch Vorlage eine» gefälschten Wechsels um 6000 Mk. prellen wollten, wurden heute von der Strafkammer abgeurtheilt. Der eine, Schütz mit Namen, erhielt mit Rücksicht auf seine Vorstrafen eine Ge- farnrntzuchthauSstrafe von 4 Jahren (beantragt waren 6 Jahre) und 300 Mk. Geldstrafe, der andere, Ehlich, erhielt wegen Urkundenfälschung 2 Jahre Zuchthan». Ueber Bride wurden die Üblichen Nebenstrafen verhängt. Der Mitangeklagte Holländer Goutierten, der in die Gesellschaft der Beiden geraden und anscheinend von ihnen benutzt, bezw. auch gerupft wurde, wurde auf Antrag be» Staatsanwalts freigesprochen.

* Parlamentarischer. An die Zweite Kammer der Stände richtet fich eine Vorlage de» Großh. Ministerium» de» Innern, betreffend eine Revision der Regulative für bie Landesanstalten zu Heppenheim und Hosheim und die Neuregulirung der Pflegegelber für ba» LandeShoSpitol Hofheim. Eine Vorstellung ber in ben Städten stationirten Steueraufseher gipfelt in der Bitte, zu beschließen, baß bie ihnen seither bewilligte Localzulage unverkürzt, wie sie in bem 189790er Voranschlag eingestellt find, künftig weitergewährt wirb. Eine Vorstellung des Earl Walter in Friedberg geht dahin, zu bewirken, daß der ihmnn schon seit zwei Jahren durch bie gesetzwidrige Verunreinigung der Ufa entzogene Erwerb durch Abstellung jener unhaltbaren Verhältnisse wiedergegebe» wird."

Koczalski-Concert. Am Freitag den 22. October im Club-Saal. Raoul v. Koczal-ki, der noch vor wenige» Jahren als Wunderkind die ganze musikalische Welt in Er­staunen setzte, ist jetzt zum Jüngling herangereift. Er gehört zu den wenigen AuSerwahlten, die da», was sie ol» Kind versprochen, auch hielten. AuS bem Kinde ist ein reifer Künstler geworden, von dem der berühmte Dr. HauSlick in Wien sagt:Seine Technik stellt ihn schon jetzt in die Reihe» der ersten Virtuosen". Aehnliche Urtheile haben die be­deutendsten Kritiker über ben Künstler gefällt. Wer fich für KoczalSki interesfirt, kann in ber Mufikalienhaubluog von Ernst Challier eine interessante Zusammenstellung aller Ur­theile über ben jungen Künstler in Empfang nehmen. Plätze zum Concert können ebenfalls bei Ernst Challier schon heute belegt werden.

Prämiirnng. Bei der am 1. October borgenommenen Prämii run g in der Obst auSftellung in Frankfurt erhielten u. A. folgende Aussteller Ehrenpreise und Staats- Medaillen. Frisches Obst: Geldpreise der Hessischen Re­gierung ä 25 Mk.: Oberhessischer Obstbauverein Ortsgruppen Glanberg, Lich und Friedberg- Geldpreis der Heffischen Re­gierung, 50 Mk.: Obstverwerthung» - Genossenschaft Fried- berg; ferner Ehrenpreise: Obst- und Gartenbauverein Nam heim , Obstbauverein Mühlheim , A. Söhnge - Ortender», Kreisst raße Gießen, Oberhessischer Obstbauverein Orts­gruppe Bettenhausen, Ortsgruppe Butzbach, PH. Wehr­heim XI. - Rodheim- ehrende Anerkennung für vorzügliche Leistung: Großherzogliche Obstbauschule Friedberg.

Verkehr mit demHinterlande". Man schreibt au» Wetzlar: Jahr und Tag gehen von unserer Nachbarstadt Gießen nachdrücklich geförderte Bestrebungen darauf an», den Verkehr au» dem sogen.Hinterlande" ganz und »ar nach Gießen hinüber zu ziehen. Die Erkennung dieser Gefahr hat neuerdings zur Ausarbeitung einer Denkschrift geführt, die den Bau einer Nebenbahn (nicht Kleinbahn) befürwortet, welche von Gladenbach ausgehend, über Hohensolms nach der Kreisstadt Wetzlar geführt werden soll. Diese Denkschrift, welcher eine das Project erläuternde Karte beigegeben ,st, wurde in der letzten KreiStagSsttzung vom 4. October durch daS Kreistagsmitglied Apothekenbefitzer S. Hiepe zur Vor­lage gebracht. Herr Hiepe nahm auch Anlaß, den Inhalt der Denkschrift den anwesenden Kreistag» Mitgliedern durch eine längere Auseinandersetzung noch weiterhin zu erklären.

ee Leipziger Ausstellung. Die zum Besuch der Industrie- und Gewerde-AuSstellung In Leipzig bislang an jedem Sams­tag ausgegebenen, tm Preise ermäßigten S o n d e r r ü ckf a hr- karten nach Leipzig werden, nach einer Mittheilung der Oberh. Ztg.", am 16. October d. I». zum letzten Male ausgegeben.

Hebet die Höhe bei Find et lohne» herrschen in Publi­kum häufig irrige Anschauungen. In Bayern und Preußen beträgt bmelbe gesetzlich 10 pSt. des gefundenen WertheS. Da» neue Bürgerlich- Gesetzbuch schafft hierin Wandel. SS hat den Finderlohn wesentlich herabgesetzt- vom 1. Januar