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Erstes Blatt
Samstag den 9. October
1807
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Zur Organisation des Handwerks.
Die nach dem Gesetze vom 26. Juli d. I. erforderlichen Vorarbeiten zur Durchführung der HandwerkSorganisation find im vollen Gange. Siner officiöseu Verlautbarung zu- folge sind Entwürfe für Zwangs- und freiwillige Jnnuugru fertiggestellt worden, die den Bestimmungen der Neuorgani- fation des HardweikS Rechnung tragen sollen. Diese Ent- würfe werden einer genauen Prüfung unterzogen und auch einer Eommiffton von Fachleuten vorgelegt werden, um dann zur Kenntniß der Oeffentlichkeit zu gelangen. Mit dieser Behandlung der Angelegenheit kann man sich nur einverstanden erklären, um so mehr, als das HcmdwerkSorganisationsgefetz bekanntlich großer Anfechtung seitens Derjenigen ausgesetzt ist, für die es gemacht wurde — nämlich eines großen Theil» der Handwerker selbst. Der Kampf um die obligatorische nab freiwillige Innung ist noch immer nicht auSgefochteu und dürfte noch lange da» Jntereffe der betheiligten Kreise in Anspruch nehmen. Zur Durchführung des Gesetze» will man tzorerst mit der Bildung von Handwerkskammern beginnen, zu welchem Zwecke jetzt Erhebungen über die Abgrenzung der Bezirke derselben angeftellt werden.
Es wäre vielleicht richtiger gewesen, die Entscheidung über die künftige Form der Innungen herbeizusühren, ehe «an an die Errichtung der Handwerkskammern geht/ denn hiergegen können wohlberechtigte Bedenken geltend gemacht «erden. Wie schon oben angedeutet worden ist, herrscht innerhalb der Haudwerkerkreise noch sehr getheilte Meinung über die Frage, ob facultative oder obligatorische Innungen im Interesse des Handwerks liegen. Es ist Neigung zur Er- richtung von Zwangsinuungen vorhanden, aber in demselben, «eno nicht noch höheren Maße verwirft eia Thetl der Handwerker fedr Anwendung von Zwang und ist nur für freiwillige Innungen zu haben. Da diese Frage den CulminationS- punkt bildet, um den sich die künftige Gestaltung der ganzen Organisation dreht, so hätte die Regierung — wie schon eben gesagt — besser grthan, die Entscheidung hierüber ab- »uwarren, die bekanntlich durch Mehrheitsbeschlüsse nach den einzelnen HandwerkSzweigen und bezirksweise erfolgen sollen.
Die bereit» jetzt bestehenden Innungen können sich nach dem Gesetze vom 26. Juli in Zwangsinnungen umwandeln, ebne dazu der Zustimmung der Mehrheit der betheiligten Handwerksmeister zu bedürfen, wenn sie im Besitze der Prtvi- legten, welche die Paragraphen 100 e und 100 f der Gewerbe- erdnung enthalten, sich befinden. Da in RegierungSkreisen bas Bestreben vorherrschend ist, die obligatorischen Innungen zur Regel zu machen und dieselben auf alle HandwerkSzwetge t« ganzen Reiche zu übertragen, so ist es nicht verwunder- lich, wenn man jetzt hört, daß die preußische Regierung noch möglichst viele Innungen mit jenen Privilegien versieht und die Gewährung dieser Vergünstigung an weitere Innungen unmittelbar bevorsteht. Unter den gegenwärtigen Verhält-
uissen, wo die ganze Handwerksorganijauon sich gewissermaßen in einem Uebergangsstadium befindet, kann daS Vorgehen der Regierungen nicht für richtig und für loyal bezeichnet werden, da sie damit die Entscheidungen der Hand- werkSmetster über die hauptsächlichste Frage von vornherein beeinflußt. Gerade jetzt müßte ein solche» Verfahren nicht etngeschlagen werden, um die wahre Stimmung unter den Berufskretsen kennen zu lernen. Je wehr Innungen jetzt noch die Vorrechte der oben angeführten Paragraphen der Gewerbeordnung erhalten, desto mehr wird dem Gesetze vom 26. Juli d. I, welches Zwangsinuungen nur auf Grund von Mehrheitsbeschlüssen der Handwerksmeister künftig ein- geführt wissen will, ein Schnippchen geschlagen. Daß hierdurch die Erbitterung, welche vielfach unter den Handwerkern herrscht, wächst, liegt auf der Hand, weshalb e» angezeigt erschien, wenn die Regierung den Dingen ihren freien Lauf ließe und da» Corriger la fortune vermeiden würde.
Wir hoffen, daß der gute Wille, den die Regierung mit der Einführung einer festeren und gesetzlichen Organisation deS Handwerks bethätigt hat, auch darin seinen Ausdruck findet, daß den Handwerksmeistern möglichste Unabhängigkeit betreffs der künftigen Bildung von Innungen gelassen wird.
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Deutsche» Reich.
Darmstadt. 7. October. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin empfingen gestern Nachmittag den Oberbürgermeister von Mainz Dr. Gaßner tu Audienz und ge- ruhten die Einladung zu dem am 13. d. M. in Mainz stattfindenden Concert zum Besten deS Victoria Meltta-verein» anzunehmen.— Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin haben allerguädigst geruht, die Pathenstelle an dem siebenten Töchterchen deS Sebastian Arzberger zu Bensheim, sowie au dem achten Töchterchen deSGemetudedtenerS WilhelmMeffeitIV. zu Nteder-Saulheim zu übernehmen. — Heute Vormittag 11 Uhr 23 Mtn. trafen Seine Majestät der König von Siam und Seine Königliche Hoheit Prinz Chaura- wamfa zum Besuch der allerhöchsten Herrschaften hier ein und wurden von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland und Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog auf dem Bahnhof der Main-Neckar-Bahn empfangen. Die Majestäten begrüßten sich mit Händedruck und Kuß sehr herzlich, worauf Prinz Chaurawamsa Seiner Majestät dem Kaiser und Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog vorgestellt wurde. Die allerhöchsten Herrschaften fuhren in einem offenen Wagen nach dem Neuen Palais, wo um 121/2 Uhr da» Luncheon stattfand. Im Gefolge der Siamestichen Fürstlichkeiten befanden sich Generaladjutaut Thha Jejo, welcher Uniform trug, Kammerherr Jnaicha Jnot und Phra Ratuna Kosa. DaS Gefolge fuhr nach dem Großherzogltchen Palais am Lutsenplatz, wo um 121/, Uhr Marschalltafel war. Die Abreise der fremden Herrschaften findet um 2 Uhr 17 Min. statt.
Wolff» telegraphische» Correspondenz'Bnrea«
pjln, 7. Oktober. In der heutigen Stadtverordneten- fitzung wurdeOberbürgermeister Becker, deffen Amt»- Periode mit dem 31. Mai 1898 abläuft, auf wettere zwölf Jahre al» Oberbürgermeister von Köln einstimmig wieder- gewählt.
Leipzig, 7. October. Der bekannte humoristische Schrift- stellrr Gustav Schumann fist gestorben.
Deffau, 7. October. Der Oberbürgermeister von Dessau, Geh. RegierungSrath Funk, hat sich dem „Anhalt. StaatSaoz." zufolge infolge Nervenerschütterung erschossen.
Nom, 7. October. Nach Meldungen au» Eatania ist im Aetuagebtete Schneefall etugetreten. Ju den Provinzen Aqutla und Ancona dauert der Regen fort. Schäden werden aus den Städten Falcouara und Ehtara- valle gemeldet. Nach Castelferetti, wo dem Hochwaffer bereits ein Menschenleben zum Opfer fiel, ist Hilfe entsendet worden.
Rewyork, 7. October. In New - Orlean » find neuer- ding» 38 Fälle von Erkraukuugeu am gelben Fieber und 6 Todesfälle vorgekommeu. In Edward» find gesteru 16 Personen erkrankt.
Depesche» de» Bure«« „Herold/
Berlin, 7. Oktober. Ju Sachen de» Berliner B i» m a r ck - D e n k m a l S hat die Jury einstimmig beschlossen, den Proseffor Reinhold BegaS mit der Ausführung zn betrauen.
Berlin, 7. October. Der „Nordd. Allgem. 8tg." wird aus Wien telegraphirt, daß der 19jährige Sohu de» früheren Handelsministers Grafen Wurmbravdt sich heute Mittag während der Fahrt in einem geschlossenen Fiaker durch einen Revolverschuß auS noch nicht aufgeklärten Gründen g etödtet habe. Derselbe diente zur Zeit als Einjährig-Freiwilliger.
Berlin, 7. October. Das Ober-BerwaltungSgericht 6e- schäfttgte sich gestern mit der Frage, ob der Gebrauch der polnischen Sprache in einer Versammlung die Auflösung derselben begründe, weou der überwachende Beamte nicht polnisch verstehe.
Berlin, 7. October. Auch die „Post" erklärt die Nachricht, daß Reichskanzler Fürst Hohenlohe schon dreimal sein Abschiedsgesuch eingereicht habe, für unrichtig. 6» sei da» noch nicht ein einzige» Mal geschehen.
Berlin, 7. October. An der gestrigen Sitzung de» Staatsministeriums, die von 2 bis nach 7 Uhr dauerte, nahmen außer sämmtlichen activen Staatsministern auch die Staatssecretäre des Schatzamts und des Justizministerium», Freiherr v. Thielcmanu und Nteberdiug Theil. Ferner der StaatSsecretär de» Martoeamt», Tirpttz und der Leiter de»
Feuilleton.
Sri ne kleine Cousine.
Bon Michel Triveley.
(Nachdruck verboten.)
Du brauchst JeavS Besteck nicht aufzulegeu," sagte Madame Clodat zu Alice, »Dein Vetter wird heute nicht rum Abendessen nach Hause kommen."
Gut, liebe Tante," versetzte daS junge Mädchen mit ruhiger Miene und fügte dann leise für fich hinzu: „Was mag denn vorgehen?"
Alice deckte schnell / während sie Teller und Gläser brachte, ließ sie ihrer Phantasie freien Lauf.
„WaS kann denn Iran nur außerhalb zu thun haben? Mit wem ist er zusammen? Und warum sieht die Taute so zufrieden auS?"
Madame Elodat setzte sich in ihren Lehnstuhl, während Alice am anderen Ende de» Tische» Platz nahm.
AlS man da» Huhn brachte und da» junge Mädchen sich nur ein kleine» Stückchen auflegte, bemerkte Madame Llodat: „Warum nimmst Du denn nicht von dem Flügel?"
„Ich danke, liebe Tante, mir schmeckt ein Stück genau wie das andere. Und da Jean kaltes Huhn so gerne ißt, so kann er morgen zum Frühstück . ."
ES ist sehr nett von Dir, daß Du an Deinen Vetter denkst —"
„DaS ist doch ganz natürlich, liebe Taute.
„Du hast ihn sehr gern, wie?"
„Ebenso wie Sie, liebe Tante. Ich wäre s hr un
dankbar, wenn es anders wäre. Sie haben mich als arme Waise zu sich genommen —"
„Ich habe nur meine Pflicht gethan. Ich konnte doch die kleine Tochter meines Bruders nicht auf der Straße lassen —"
„O, Sie sind so gütig gewesen, liebe Tante!"
„Doch sprechen wir nicht mehr davon! Wenn ich üb« rigeu» etwas Gutes gethan habe, so bin ich dafür belohnt, denn Du machst Dich im Hause sehr nützlich ... Du bist mir wie eine gute Tochter. Und seit den zwei Jahren, da Du bei un» bist, habe ich Dich lieben und schätzen gelernt. Du hast große Vorzüge, bist fleißig und verständig. Und Du wirft auch nach Jean» Abreise . . ."
„Er bleibt nicht bei unS?"
„Nun, Du bildest Dir doch wohl nicht ein, daß er sein ganze» Leben lang Junggeselle bleiben wird?"
„Er will fich verheirathen?" fügte sie leise seuszeud hinzu. „Ich wußte es ja, daß eS so kommen würde."
Dann fragte sie nach einer Pause: „Ist daS bald?"
„Ja, hoffentlich bald," versetzte Madame Clodat mit freudiger Miene.
Dann ließ sie den etwas hochfahrenden Ton fallen, den fie ihrer Nichte gegenüber gewöhnlich anschlug und sagte: „Schließlich sehe ich keinen Grund, warum ich Dir gegenüber dies länger als Geheimuiß betrachten soll/ erfahre also, daß mit Jean etwa» im Gauge ist."
„Oh!"
„Ja, mit Fräulein Henriette Dubri», die Du ja kennst. Eine brillante Partie; sechzigtauseud Francs Mitgift, von der Erbschaft gar nicht zu reden . . . Ju diesem Augen-
blicke findet die entscheidende Begegnung statt, Jeau speist heute bei der Familie Dubri». Wenn alle» gut geht, was ich hoffe, wird er fich noch heute erklären. — Aber wa» hast Du denn? Du ißt ja nicht!"
„Doch, liebe Tante, doch!"
„Da kannst Dir denken, wie zufrieden ich bin!"
„Gewiß, liebe Tante .
„Aber Du scheinst die Sache gar nicht vorzüglich zu finden . .
„Doch, liebe Taute, doch!"
Daun fuhr Madame Godat fort: „Schon feit langer Zeit wollte ich Jean verheirathen . . Aber das war nicht so leicht . . Wen sollte ich ihm aussuchen? Du wachst ein erstauntes Gesicht ... Du kennst also ein junge» Mädchen, da» er hätte heirathen können?"
„Nicht doch, liebe Tante, nickt dock l"
„Doch nicht etwa die kleine Duran»? Oder die kleine Legro», die so schlecht erzogen ist! Oder Fräulein Ledoux?*
„Nein, nein!"
„Na also! Du mußt doch anerkennen, daß ich Recht habe, nicht wahr?"
„Gewiß, liebe Tante, gewiß."
Alice hatte fich, während fie eine Orange schälte, in den Finger geschnitten.
„O, bist Du ungeschickt. DaS blutet ja entsetzlich.
„ES hat nicht» zu sagen, liebe Tante, gar nicht»/ ich werde mir die Hand in kaltem Wasser kühlen."
Mit diesen Worten verließ Alice schnell da» Zimmer.
(Fortsetzung folgt.)


