Freiwilligen aus Venetien in Korfu unbehindert angelavgt ist und die Fahrt nach Kreta fortsetzte.
Lüttich, 7. März. DaS Deficit des hier verhafteten
Wechsel-Agenten Vincenz beträgt 100,000 FrcS.
Athen, 7. März. Wie verlautet, beabfichtigt der
Marinemioister, zu demisfiooiren.
Athen, 7. März. Militär und Polizei spannen den Civtl'Fuhrwerken einfach auf der Straße die Zugthiere auS, um Kanonen nach dem PiräuS zu fahren, von wo diese zu Schiff an die Grenze gebracht werden. Die au-gehobenen Pferde find noch nicht eingetroffen.
Athen, 7. März. Aus Arta wird gemeldet, daß Muselmänner daS griechische und englische Consulat in Prevosa in Brand gesteckt haben. DaS Feuer wurde rechtzeitig entdeckt und gelöscht. Hier ist man fest überzeugt, daß die angestrebte Blokade deS PyräuS unmöglich sei, da eine Einigkeit der Großmächte hierüber kaum zu Staude komme.
Berlin, 8. März. Der Kaiser nahm gestern daS Frühstück im Hause deS ProfefforS Dr. Paul Gäßfeldt ein.
Athen, 8. März. Der Inhalt der Antwort der Re« gierung ist ein Protest gegen Gewaltmaßregeln und die Aufforderung, eine BolkS«Absttmmung der Kreter zu veranlassen. Die Befitzergreifung der Insel sei auch auS Gründen der Humanität erfolgt. Ein Zurückwetchen sei uu« möglich. Als Folge wird eine friedliche Blokade der Häfen erwartet. Das griechische Heer auf Kreta wird fich tu daö Innere zurückziehen.
Athen, 8. März. Dem Regierungsblatt „Asty" zufolge erklärte der König einer hochstehenden Persönlichkeit, er verachte jede Gewaltmaßregel, die Europa gegen sein kleines Königreich anweude. Er werde daS Beispiel geben zur Erhebung aller noch unter dem türkischen Joch stehenden Völker. Gelinge idm dies nicht und sollten die Mächte die Türken durch Blokade der griechischen Häsen unterstützen, so werde er Europa die Krone vor die Füße werfen. Er wolle dann nicht mehr der König der Hellenen heißen, weil die Mehr- zahl der Hellenen den Sultan zum Herrn hätten, während sich die Mächte selbst zum Büttel deS TürkenrricheS erniedrigt hätten. Oberst DaffoS habe Befehl erhalten, sich zum äußersten Widerstande bereit zu halten.
WB. Berlin, 8. März. Eine Privatmeldung des „Berliner Tageblatt" aus Parts besagt, die griechische Regierung beantwortete die Note der Mächte dahin, daß Griechenland die Zurückziehung der Truppen auS Krata ablehne, da hierdurch auf Kreta völlige Anarchie entstehen würde.
WB. Barmen, 8. März. Der Dichter Emil Ritters« haus ist heute früh gestorben.
Schwurgericht.
W. Gießen, 8. März.
Heute Vormittag 9 Uhr begannen die Verhandlungen des diesmaligen Schwurgerichts. Der Vorsitzende, Herr LandgertchtSrath Dr. Ltnkenheld, begrüßte die Geschworenen, indem er dieselben auf ihre Pflicht htnwieS, Recht zu sprechen nach bestem Wissen und Gewissen. Nach Bildung der Geschworenenbank wird in die Verhandlung gegen den 52 Jahre alten Gänsehirten Johannes Schwing XV. von Landenhausen eingetreten. Die Anklage wird vertreten von dem Ersten Staatsanwalt Herrn Dr. Güngerich. Als Vertheidiger des Angeklagten ist bestellt Herr Rechtsanwalt Wei big. Die Anklage lautet auf Verbrechen wider die Sittlichkeit, begangen an einer geistesgestörten Person. Es sind sechs Zeugen und ein medictntscher Sachverständiger zu hören. Die Verhandlung erfolgt wegen Gefährdung der Sittlichkeit hinter verschlossenen Thüren.
Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage wegen des übrigens geständigen Angeklagten, ebenso das Vorliegen mildernder Umstände, worauf der Gerichtshof auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängntß, unter Anrechnung von 2 Monaten der erlittenen Untersuchungshaft, erkannte.
Locales rind provinzielles.
Gießen, den 8. März.
* * Kirchliche Dieustnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarr- derwalter Heinrich Brtll zu Ober-Wtddershetm, Decanat Nidda, und dem Pfarrverwalter Hugo Frey zu Hopfgarten, Decanat Alsfeld, die evangelischen Pfarrstellen daselbst zu übertragen.
• • Militärdieustaachrichten. Walter, Kaserneninspector in Gießen, als Garuison-VerwaltuugS Inspektor auf Probe nach Hameln, Fischer, Kaserneninspector tu Frankfurt a. M., nach Gießen versetzt.
* * Senteuar-Feier. Die erste Gesangsprobe für die Feier am 22. d. MtS. findet laut Jnseratentheil Dienstag Abend im Saale des Lass Ebel statt. Zur Ausführung resp. Ucbung gelangen drei Chöre: Beethovens „Die Himmel rühmen", KöllnerS „Kaiser RothbartS Testament" und das für vorliegenden Zweck preisgekrönte Lied von Th. Krause: „Wilhelm der Große". Sehr erwünscht ist e», daß die Herren Sänger pünktlichst die Proben besuchen, damit Herr Franz Bauer, der sich wieder auf Wunsch des Stadtraths freundlichst zur Verfügung gestellt hat, Ehre einlegen kann mit seinen Sängern.
• * Zn der Kunstausstellung am Brand ist am gestrigen Sonntag die höchste Besuchsziffer erreicht worden. Die Ausstellung besuchten nämlich in der Zett von 11 bts 8 Uhr über 300 Personen, etn Beweis dafür, daß die gegenwärtige Mannfeld'AuSstellung eine recht intereffante ist.
• • Dr. von vradke f. Gestern früh 5 Uhr starb in der chirurgischen Klinik Dr. P. von Bradke, ordent- ltcher Profeffor des Sanskrit und der vergleichenden Sprach, wtffenschaft an der LandeS-Univerfität. Eine Rankheit tm
Herbste hatte er glücklich so weit überwunden, daß er die Vorlesung aufnehmen konnte,- da kam im December ein Rückfall und bald zeigte fich ein noch schwereres Leiden, gegen das fich keine Hilfe fand. So wußte er vom Leben scheiden in einem Alter, das als das thatkraftigfte und schaffen«- freudigste gilt. Geboren 1853 in Petersburg, ftudirte von Bradke 1873—78 erst in Dorpat, dann in Tübingen, besonders bei dem Altmeister der indischen Philologie, Roth. Weitere Anregungen für seine Arbeiten fand er später in Jena und in München. Seit 1884 wirkte er an unserer Hochschule. Er hatte für alle Gebiete der indogermanischen Sprachwiffenschaft lebhaftes Interesse und hat die Linguistik mit nicht wenigen Beiträgen bereichert, die alle von feiner CombinationSgabe zeugen. Aber seine Forschung richtete sich doch wesentlich auf die indische Philologie. Seine gründliche Kenutniß des Sanskrit und besonders des Beda machte er in hervorragendem Maße nutzbar für sein Lieb- lingögebiet, da» altindische Alterthum. Wie fein Lehrer Roth beschäftigte er sich eingehend mit dem ReligionSwrfen der alte« Inder. Für die Probleme dieses schwierigsten Gebietes brachte er noch mehr mit als das bloße Rüstzeug deS Gelehrten : die Gabe, tief zu blicken, weil der Menfch selbst an der Sache Autheil hatte. Die Feinheit der Beobachtung erinnerte an seinen baltischen Landsmann Victor Hehn, mit dessen Studien und Neigungen er fich vielfach berührte. Es ist tief zu beklagen, daß solch gründliches und wahrhaft reiches Wissen so früh der Wissenschaft entzogen ist.
Herr Kammersänger Buff-Gießen hatte nach Berichten Wiener Blätter bei seinem Gastspiel an der Wiener Hofoper einen glänzenden Erfolg und erhielt derselbe von Seiten der Directtou den ehrenvollen Antrag, in den Verband der Wiener Hofoper einzutreten.
• *H. Stadttheater. WaS dem hiefigen Theaterverein trotz großem Bemühen bis jetzt nicht gelungen, nämlich eine Aufführung von Schillers „Räuber" durchzufetzen, hat gestern die Direction Kruse-Helm ermöglicht, noch dazu unter Heranziehung eines der gefeiertsten Schauspieler, des königl. preuß. Hofschausptelers Adalbert Matkowsky als Gast. Dem machtvollen Zauber der Sprache Schillers kann man sich auch in diesem Trauerspiele nicht entziehen, wenngleich, um eS ohne kritischen Einwand genießen und fich von dem eindringlichen Pathos ganz hinrrißen lassen zu können, man fich die Jugend und Ueberschwänglichkeit Schillers zur Zeit, als er dasselbe schuf, vergegenwärtigen muß. In Karl v. Moor, dem Helden der „Räuber", ist, wenn auch stellenweise ins Uebermcnschliche angelegt, jene echte unverfälschte Naturgewalt wiedergegeben, deren vulkanische Ausbrüche schrecken und erschüttern. Der Wiedergabe des an Utero« rischem Werth und dramatischer Wirkung hochstehenden Werkes durch unser hiesiges Ensemble durfte man wohl mit Spannung entgegensetzen, doch müssen wir gestehen, daß in Berücksichtigung der hiesigen Bühnenverhältnisse die Regie, Dank ihrem Eifer und Bemühung, auf etn zufriedenstellendS Resultat zurückblicken kann. Die Hauptrolle deS Stückes, Carl von Moor, lag in den Händen deS geschätzten Gastes, Herrn Matkowsky. Unsere aufrichtigste Bewunderung für diese schauspielerische Leistung großen Stils- dieser Carl Moor war nicht gespielt, sondern geschaffen mit jener elementaren Gewalt, die unS die Psychischen Pbasen voll und ganz al» Seelengemälde vor Augen führte. Reichster Beifall und mehrmaliger Hervorruf ehrten den Künstler, dessen weiterem Auftreten als „Keau" und „O'hello" wir mit höchstem Interesse entgegensehen. — Neben dem Gaste hatte unfrr heimisches Ensemble die schwlerige Aufgabe, fich zu behaupten, wa« zum größten Theil auch befriedigend gelang. Herr Peickner als Vater Moor führte die ihm schlecht liegende Rolle mit Selbstverleugnung durch, war jedoch im Pathos manchmal zu überschwänglich. Die ungemein schwierige Wtedergabe deS Franz Moor gelang Herrn Kunert nicht immer im Sinne de» von dem Dichter gezeichneten ChrnacterS. ES ließe sich über die Wiedergabe dieses Bösewichts ein Capitel für fich schreiben- wir betonen bloS das Eine: dieser dämonische, zu allem Schlechten fähige Teufel in Menschengestalt erfordert eine ebensolche Verkörperung und stellt demgemäß auch die größten Anforderungen an mimische und physische Ausdruckweise. DaS Talent deS Künstlers ist hierzu befähigt, doch scheint er hiersür nicht diSponirt gewesen zu sein. Was auS der an und für sich idealen, aber sonst unbedeutenden Parthie der Amalia gemacht werden kann, verlieh ihr Frl. Leno in gewinnender Weise. Von den als Räuber auftretenden Herren gefiel Herr Fritz schler (Schweizer), Herr Schröder (Spiegelberg) und Herr Goldbach (Roller) durch gutes Spiel. In Kofiuzky stellte fich etn Herr Fellner als Debütant vor- feine Gestaltung war zu theatermäßig-pathetisch angelegt und ließ Natürlichkeit vermissen, die Sprache muß an Klarheit deS leidenschaft- ltchen Ausdrucks, Festigkeit und Beherrschung noch gewinnen - daS Spiel war flott und brachte ihm Beisall. Dle übrigen Rollen befriedigten. DaS gut besetzte HauS stand unter dem starken, nachhaltigen Eindruck der Dichtung und lohnte mit lebhaftestem anerkennenden Beifalls
• • Stadttheater, lieber das weitere Gastspiel deS Herrn Matkowsky als „Kean" heute Abend, entnehmen wir dem „Oldrnb. Gen.-Anz." Nachstehendes über seine Verkörperung dieser Rolle am Großh. Theater zu Oldenburg: „Herr Matkowsky beherrschte die Rolle so ganz bis in ihr innerstes Wesen, daß ihm auch nicht ein Zug entging von der Weichheit und tobenden Heftigkeit deS zu schildernden Künstlers, doch ohne daß ein Wort auf das Gefühl deS Zuschauers zurückwirkte. Eine solche Darstellung kann nicht bloS vergleichsweise gut genannt, fie verdient den vollendetsten in jeder Hinsicht zur Seite gestellt zu werden. Trefflich zu statten kommt ihm dabei das biegsame, klare, auch in der Dämpfung reine, vornehmliche Sprachorgan, die feste präcise Articulation, wobei bei richttgem Seelenausdruck größere Wirkung hervorgebracht wird, al« durch die gemessenste mo- dulirteste Declamation. Herr Matkowsky verschmähte jeden rhetorischen Prunk, er suchte durch die Natürlichkeit seiner Rede zu überzeugen, und eS gelang ihm, selbst den Zuhörer
im Zuschauerraum von der Wahrheit seiner Worte zu überzeugen. Gewiß darf da« als ein Triumph der Kunst betrachtet werden. In der kleineren Scene mit der Gräfin Helena (Fräulein WalleS) war eS daS weiche, warme Ge- fühl, die Jouigkeit deS Empfindens, wodurch der Künstler fesselt-, und das exzentrische Wesen deS genialen Schauspielers wußte er da, wo er sich für die Vorstellung entleiben läßt, mit solcher Naturwahrheit wiederzugeben, daß man vergaß, daß man im Theater war und glaubte, man habe den wirklichen Menschen vor Augen. Ein Extrem überholte daS andere, aber keines verletzte, keine« ließ da« edle, durch die Kunst gebotene Maß vermissen. Dasselbe ist von dem Auftritt zu sagen, wo Keau von der glühendsten Eifersucht gepackt wird und der Wahnsinn ihn auS allen Fugen heraus» treibt. WaS vorher schon durch Worte angedeutet war, vermittelte hier daS Auge, in ihm gab fich immer mehr und mehr das zu erkennen, was sich in der Seele de« Manne« regte, bis endlich der tobende Ausbruch alle Dämme nieder» riß. Ja dem fast nicht endenwollenden Applaus, der dem Künstler nach jeder Scene gespendet wurde, gab fich der Dank de« ausverkauften HaufeS für den seltenen Kunstgenuß zu erkennen.
* * Die lebenden Photographien konnten gestern leider durch Versagen de« Mechanismus im Bildertransporteur den zahlreich erschienenen Interessenten nicht vorgefübrt werden. Dem mißlichen Vorkommniß ist jetzt abgeholfen und functionirt der Apparat nunmehr zufriedenstellend. Die Vorführungen finden nun wie angezeigt statt.
* • Diebstahl. Am vorigen Samstag Abend wurde ein frecher Diebstahl in einem Haufe am Marktplatz ver- übt, indem ein im Hausflur liegender Waannballen aufpr» schnitten und daraus ein ganzes Stück Leinwand gestohlen wurde.
* * Brand. In einem Zimmer des Manfardenstocks eine« Hauses in der Moltkestraße entstand am vorigen SamStag Abend 7f/2 Uhr auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer. Die Hausbewohner und Nachbarn vermochten dasselbe wohl zu löschen, jedoch ist ein nicht unerheblicher Schaden an Mobilien und auch am Hause selbst zu verzeichnen.
* * Nebenbahn von Gtnoberg über Lich «ach Butzbach. Der Abg. Schönfeld hat bei der Zweiten Kammer folgenden Antrag gestellt: Die hohe Kammer wolle Großherzogliche Regierung ersuchen: „Im Anschluß und unter Genehmigung des Antrags des Abg. Joutz und Consorten wegen lieber, nähme des Baues und Betriebes einer Nebenbahn von Butzbach nach Lich, geneigteft eine Ausnahme der nach ®;flnberg fortzusetzenden Linie dieser Bahn eintreten, und darauf den Ständen eine Vorlage wegen Uebernahme deS Baue« und Betriebes einer Bahn von Grünberg nach Lich und Butzbach gütigst werden lassen zu wollen." Zur Begründung wird u. A. ausgeführt, daß durch die Herstellnug dieser Linie der Stadt Grünberg eine Förderung ihrer Interessen geboten wird, welche im Laufe der letzten 30 Jahre durch Umstände, deren Verhütung oder Beseitigung außerhalb der Macht der Stadt selbst gelegen war, beeinträchtigt worden sind, umso» mehr, als auch bei Genehmigung der Nebenbahn Mücke— Laubach—Hungen—Friedberg durch'Annahme der Linie Mücke —Freienseen eben die Stadt Grünberg nicht berückfichtigt worden ist- daß durch den Bau der Eisenbahnlinie Butzbach —Cid}—Grünberg die uralte, verkehrsreiche Verkehrsstraße Frankfurt—Alsfeld—Hersfeld—Norden wieder hergestellt wird.
*♦ Höhere Schulen in Hesse«. Im Großherzogthum Hessen bestanden 1896 29 Gymnasien, Realgymnasien, Real- und höhere Bürgerschulen. Die Frequenz dieser Schul» anstalten betrug einschließlich der Vorschulen 8813 Schüler, wovon auf die Gymnasien 3177, b:e Realgymnasien und höheren Bürgerschulen 5636 entfallen. Der Confession nach sind 5864 evangelisch, 1898 römisch katholisch, 9 altkatholisch, 67 deuischkatholtsch, 944 israelitisch und 3 gehören anderen ReligionSgescllschasten an. 726 find Söhne von Landwirthen 966 von Handwerkern, 3330 von selbstständigen Gewerbetreibenden, 522 von Aerzten, Anwälten, Geistlichen, Gelehrten, Künstlern, 638 von Lehrern und Gemeindebeamten, 1463 von Beamten deS Staates und Hofes, 739 von Privat» angestcllten, 259 von Militärs und 170 von Rentnern und Privaten. Die Gesammtzahl der an diesen Anstalten wirkenden Lehrkräste belief sich tncl. der außerordentlichen Lehrer auf 479. Von diesen find 14 von 20—25 Jahren, 51 von 25—30 Jahren, 207 von 30—40 Jahren, 92 von 40 bis 50 Jahren, 44 von 50 bis 60 Jahren und 9 über 60 Jahre alt. 10 beziehen einen jährlichen Gehalt von 1500 Mk. und weniger, 70 1500—2000, 47 2000—2500, 56 2500 bis 3000, 68 3000—3500, 27 3500—4000, 60 4000^1« 4500, 64 4500—5000, 12 5000-5500 und 4 über 5500 Mark.
** Beitrag des Staates zu den Kosten der Polizei tu den Städte» betreffend. Die Gemeindeverwaltung der Stadt Mainz hat eine diesen Gegenstand behandelnde Petition an das Ministerium gerichtet, die auch für Gießen interessant ist. Wir lassen die Petition im Wortlaut folgen: Bei der am 29. Januar l. I. stattgehabten Prüfung unserer Ver» waltungsrechenschaft ist Seiten» der Stadtverordneten-Ver- sammlung erneut Veranlassung genommen worden, die Unzulänglichkeit deS Staatszuschusses zu den Kosten der Polizei zu betonen und zu beantragen, daß an Grohherzogliche Regierung das Ersuchen gerichtet werde, in den Haushaltsvoranschlag des GroßherzogthumS für die Rechnungsjahre 1897/98 1898/99, 1899/1900 als Zuschuß des Staates zu den Kosten der Polizeiverwaltung der Stadt Mainz den Betrag von 45,000 Mk. für jedes Rechnungsjahr einzustellen. Wenn wir, diese» Anträge Folge gebend, von der Wiederholung unterer früheren eingehenden Ausführungen glauben abfeheu zu dürfen, so halten wir uns gleichwohl heute mehr als jemals überzeugt, daß dem berechtigten Verlangen der Stadt endlich entsprochen wird. Nachdem die Großherzogliche Regierung in ihrer Vorlage des GesetzentwursS vom 16. März 1896, die Polizeiverwaltung betr., in der Begründung zu Art. 21, Beilage zu den Verhandlungen der zweiten Kammer Nr. 496, S. 14 und 16 selbst anerkannt hat, daß die Klage der Städte,


