b 8r f ern herrscht große Panik. Die Türken überfielen bei Kotschani daS Dors Wtschani und raubten und plünderten Alles. 120 Flüchtlinge find in Küstendil aagekommen.
WB. London, 7. December. Reuters Bureau bei* * breitet solgeode Newhorkrr Depesche: Eine hier eingegangene Depesche aus Portauprince vom 6. December meldet: Zwei deutsche Kreuzer find heute hier eivgetroffeo. Der Regierung wurde ein Ultimatum überreicht, worin verlangt wird, daß die Forderungen Deutschlands bezüglich der Genug* thuung für den Fall LüderS innerhalb acht Stunden zu er* füllen feien. In diplomatischen Kreisen in Portauprince glaubt man, Haiti sei entschloffeu, die Bedingungen Deutsch* land« onznnrhmen.____________________
Cockle* unb prwht
Sieben, den 7. December 1897.
♦ ♦ Seelsorge. Zum Pf arrasstst enten für die evangelische Kircheugemeiude Gießen, sowie als Seelsorger bet den htefigen Kliniken wurde ernannt Herr Pfarrverwalter Dr. Adam Heußel, seither in Holzheim.
Gesellschaft für Srd- und Bölkerkande. Nach voraus* gegangener außerordentlicher Generalversammlung, in der Herr Profeffor Dr. Biermanu zum VorstaudSmitgliede gewählt wurde, hielt Herr Director Dr. Seitz aus Frankfurt a. M. seinen mit großem Beifall aufgenowmenen Vortrag über Australien. Der Redner, welcher In früheren Jahren bedeutende Reisen nach fast allen Theilen der Welt unternommen hat und aus einem reichen Schatze eigener Erfahrung und eigener Erlebniffe schildern kann, erklärt zu* nächst, daß die kulturellen, commerzielleu und geographischen Berhältnifie Australiens in dem vor Kurzem von SteverS herausgegebenen Werke über diesen Eontinevt so erschöpfend behandelt worden find, daß er fich während der kurzen Zett feines Vortrages auf diejenigen Eindrücke beschränken werde, die nur der empfängt und zu würdigen weih, der unter australischen Berhältutfien zu leben gezwungen war. Die kleine Südostecke deS EontinentS, in der die großen Städte Melbourne, Stdneh und Adelaide liegen, ist thatsächlich eine der gesegnetsten Landschaften unserer Erde. Ein für die europäischen Einwanderer im Ganzen sehr gesundes Klima ermöglicht ein intensives Arbeiten von Setten der Eolontsten und trieb die dortigen Städte rasch zur üppigsten Blüthe. Melbourne, vor 50 Jahren ein Hüttenhaufen, ist heute eine Riesenstadt, reich und prächtig, voll monumentaler Bauten, auf die jede europäische Nation stolz sein kann. Stdneh, einst Der- brechercolonie, ist heute eine der vornehmsten Großstädte, an entzückend schönem Hafen gelegen, mit imposantem Villenviertel. Bei alle dem gegenwärtigen Glanz hat die australische Eolonie eine trübe Vergangenheit. Die ersten Einwanderer, Depor* tirte, Goldsucher und ähnliches Gefindel, haben unter den Eingeborenen entsetzlich gehaust, und die englisch-australische Regierung war beispielsweise in der Eolonie Tasmanien nicht stark genug, dem Treiben der Ansiedler Einhalt zu thun, bevor die ethnologisch so interesiante Rasie der Tasmanier gänzlich vernichtet war. Der Vortragende betont diese Vor- gänge hier besonders, da gerade von England aus gegen deutsche Eolonisten in Afrika der Vorwurf der Brutalität erhoben wurde. Die günstigen Verhältnisse deS südöstlichen Australien, seine Fruchtbarkeit und sein mildeS Klima, die raschen Fortschritte in industrieller Hinsicht und das rasche WachSthum seiner Städte erfüllt seine Bewohner mit einem Stolz, der leider ost über das berechtigte Maß hinauSgeht. Der Eolonift verleugnet seine frühere Heimath und auch der Deutsche legt seine ursprüngliche Nationalität so vollkommen ab, als ob er es als Schande empfinde, von europäiicher Abkunft zu fein. Redner tadelt dies Verhalten, das gerade in den großen Städten das Deutschthum gefährdet, mit scharfen Worten und bezeichnet die Auffassung der Austra- lier, alS ob ihr Land über das „alternde" Europa zu stellen fei, als eine Art von „Größenwahn". Zu diesem neigen die Anfiedler prosperirender Eolonien gar leicht, und er bildet eine Hauptcomponente deS „Tropenkollers", den der Vortragende deS Längeren bespricht und mehr auf die fonstigen Verhältnisse unter den Tropen als auf die dtrecte Einwirkung der Sonnenhitze zurückführt. Unsere australischen Colonien — wie da- auf Neu-Guinea liegende Kaiser Wil- Helmö-Land, haben leider z. Z. ein recht ungünstiges Klima, bod) besteht Hoffnung, daß fich die» einst ebenso ändern werde, wie an gewissen Plätzen deS englischen ColonialreicheS. Redner führt als Beispiel Hongkong auf, daS ehemals als ein sichere» Grab für Europäer bezeichnet wurde, während es heute vom Tropenfieber so gut wie frei ist. Nach einem Seitenblick auf die Thier- und Pflanzenwelt schließt Redner mit einer Warnung, fich durch überschwängliche Berichte au» Australien verleiten zu lassen, seine wirth- fchaftliche Bedeutung zu überschätzen und nicht zu vergessen, daß da» weite Innere des Kontinente eine wasserlose, unter gegenwärtigen Verhältnissen unbewohnbare Wüste ist, deren Erschließung der Zukunft überlassen bleibt. Erst wenn diese erfolgt sein wird, hat der fünfte Kontinent Berechtigung, fich für einen würdigen Gegenstand deS Interesses der gesammten europäischen Welt zu halten.
• • Theater Verein. Der Vorstand ersucht unS, die Mit* glieder des Vereins darauf aufmerksam zu machen, daß wegen vorgekommener Mißbräuche (von Nichtmitgliedern) eine Verschärfung der Kontrolle am Eingang angeordnet werden mußte. Die verehrlichen Mitglieder werden daher höflichst gebeten, am Mittwoch ihre BilletS mitzubringen und dem Eontroleur vorzuzeigen.
* * Theater Verein. Um die Vorstellungen des Theater* Vereins auch dem minder bemittelten Theil der Einwohnerschaft zugänglich zu machen, hat der Vorstand beschlossen, den Preis der GalleriebilletS von einer Mark auf 60 Pfg. zu ermäßigen. Za der Vorstellung am 8. d. Mts. „Die Journalisten" kommen wieder SchülerbilletS znr Aus- gäbe, deren Preis ebenfalls, nämlich auf 40 Pfg., herabgesetzt wurde.
- Liedetkranz-Znbilanm. Die 60jährige Jubiläumkfeier des Gesangverein» „Liederkranz" fand diesen vergangenen Sonntag (5.) Abend in den Räumen deS Stein» SaalbaueS, bestehend in Ueberreichung einer von den Frauen und Jung* fraoen deS Verein» gestifteten Fahnenschleife und einem sich daran anschließenden Balle, seinen würdigen Abschluß. ~ Em- geleitet wurde die Feier durch den mächtig pickenden Männer- chor „Die Himmel rühmen deS Ewigen Ehre", worauf der Vorsitzende des Liederkranzes, Herr Hrch. Wagner, das Wort ergriff, um den anwesenden Mitgliedern die freudige Mittheilung zu machen, daß dem Gesangverein Liederkranz zu Gießen von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog da» Silberne Kreuz deS Verdienstordens Philipps de» Großmüthigen verliehen worden sei, mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß der jeweilige Vorsitzende des LtederkranzeS zum Tragen dieser ehrenden Auszeichnung berechtigt sei- die dem Vorsitzenden von dem Vertreter der Grotzh. Hess. Regierung, Herrn Provinzialdirector Geheimerath Frhrn. v. Gageru, zugegangene Urkunde wurde zur Verlesung gebracht. Hierauf fand die Entgegennahme einer prachtvollen Fahnenschleise, sowie deS von dem Gesangverein „Heiterkeit" dem Liederkranze gestifteten goldenen FahnennagelS statt. Mit einem Hoch auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog und nach Abfingen der National-Hymne schloß dieser Weiheact. ,6m großartiger, von Herrn Frech arrangirter Ball hielt die tanzlustige Jugend bis zum frühesten Morgen zusammen und verfehlen wir nicht, an dieser Stelle die vorzügliche Ballmufik, welche von der Bäuerischen Kapelle gestellt wurde, lobend zu erwähnen.
* • Saalbau-Gründung. Am Sonntag Nachmittag find auf Einladung des Rectors der Universität etwa 50, ver- fsiebenen BerufSkreisen angehörige Herren zusammengetreten, um sich über die Bildung eines Vereins zur Förderung eines SaalbaueS zu besprechen. Nach längerer, eingehender Erörterung wurde einstimmig beschlossen, einen Verein zu gründen, dessen Aufgabe eS sein soll, für alle auf Errichtung etneS Saalbaues (Concert- und Theater* saale») in unserer Stadt gerichteten Bestrebungen einen Mittelpunkt zu bilden und der hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit zu ermöglichenden Ausführung deS Baues die Wege zu ebenen. Um die für diese Zwecke erforderlichen Geldmittel zu beschaffen, sollen die Mitglieder einen jährlichen Beitrag von mindestens 10 Mark entrichten. Dasür soll denselben freier Zutritt zu künstlerischen Aufführungen (Koncerien, theatralischen Dilettanten-Borstellungen rc.), deren der Verein alljährlich einige zu veranstalten beabsichtigt, al» eine theilweise Gegenleistung geboten werden. AuS den Ueberschüssen von den Einkünften de» Vereins soll ein „SaalbaufondS" gebildet werden. An der Spitze de» Vereins soll ein au» einer größeren Zahl angesehener Bürger bestehender Ausschuß stehen, während die Führung der Geschäfte und im Besonderen auch die Vorbereitung der Aufführungen einem au» 5 Personen bestehenden Vorstand obliegen soll. Nachdem - diese Vorschläge die Zustimmung der großen Mehrheit der Anwesenden gefunden hatten, wurde zunächst ein Ausschuß gewählt — die Herren Prof. Bchaghel, Landgerichtsrath Schäfer, Stadtdaumeifter Schmandt, Prof. Spengel und Musikdirector Trautmann —, um einen Ent Wurf der Vereinssatzungen auszuarbeiten, und beschlossen, am künftigen Sonntag (den 12. December) in der kleinen Aula eine zweite Versammlung zum Zweck der Konstltuirung des Vereins abzuhalten. Die Reihe der künstlerischen Darbietungen soll schon am 19. D.cember mit einem unter Mit Wirkung auswärtiger Künstler und deS Akademischen Gesang* Vereins und unter Leitung de» Herrn Musikdirector Trautmann in der großen Aula der Universität zu veranstaltenden Koncert eröffnet werden.
ReichSgerichtSenlscheidnug. (Nachdruck verboten.) Der Kesselschmied Georg Evers wurde bekanntlich am 8. October dieses Jahres vom Schwurgericht Gießen wegen vollendeten, au dem Bürgermeister Hartmann in Rödgen verübten und eines versuchten Todischlag» zu einer GesammtzuchthauSstrafe von 14 Jahren verurtheilt. Der Angeklagte focht daS Urtheil mit dem Rechtsmittel der Revision an und rügte zur Rechtfertigung derselben außer einer Reihe anderer Prozeßbeschwerden auch, daß die als Zeugin vernommene Oehm weder auf daS ihr zustehende Recht der Zeugniß* Verweigerung, noch auf da» der Eidesverweigerung hinge* wiesen sei, obwohl sie doch seine Verlobte wäre. AuS dem Sitzungsprotokoll geht jedoch hervor, daß die Oehm in der Hauptverhandlung erklärte, da» Derlödniß mit EverS sei aufgelöst, da fie ihn nicht mehr heirathen werde. Der erste Strafsenat erkannte auf Verwerfung der Revision des Angeklagten und legte dem Beschwerdeführer die Kosten des Rechtsmittels zur Last.
• • Offenhaltung bet Geschäfte am letzten Sonntag vor Weihnachten bi» 9 Uhr «benb». Der Eingabe de« Detail* Ustenveretn« an Großh. Kreis amt, die Verkaufszeit an den letzten beiden Sonntagen auf 8 Uhr zu verlängern, wurde insofern stattgegeben, al« für den letzt en Sonntag vor Weihnachten die Erlaubniß zur Offenhaltung der Geschäfte bi« 9 Uhr ertheilt wurde. E» dürfte fich nach dem Abendgotte«dienst in diesen Stunden ein noch recht lebhafte« Geschäft entwickeln- auch läßt fich diese Zeit sür da« auswärtige Publikum, welche» mit den späteren Zügen abreist, gut auSnützen. Diese« Entgegenkommen der Behörde wird jedenfalls allseitig begrüßt werden. Geschäftsleute und Publikum machen wir heute schon auf bie'e Verordnung aufmerksam.
• • vergessene Fahrgäste. Gestern vormittag blieben eine Anzahl Fahrgäste, welche in der Richtung nach Grünberg reisen wollten, auf dem Oberhessischen Personenbahnhof buchstäblich fitzen. Die Herren hatten fich in den letzten Wagen de« schon rangirten Zuge» gesetzt und warteten, in der Unterhaltung begriffen, auf dre Abfahrt. Schließlich wunderte man fich über die Verspätung und schaute zum Wagenfenster hinan», um deren Grund zu erforschen und war nicht wenig erstaunt, al» man erfuhr, daß der Zug 10 Minuten früher bereit» abgedampft war.
* • Rothe-Kreuz Lotterie. Bei der gestern vormittag begonnenen Ziehung der Rothe-Kreuz Korterie fiel der Hauptgewinn von 100,000 Mk auf dir Nummer 281239.
• • Povkarleu werben nicht mehr all Drucksache befördert. Für gedruckte Mittheilungen hat man nicht feiten Postkarten genommen und darauf das Wort „Postkarte" durchstrichen und dann mit 3 Pfg. frankirt. Da« darf nicht fein, da alle mit der Bezeichnung „Postkarte" versehenen Karten al» solche behandelt werden und 5 Pfg. Porto kosten.
Kur Weihnachtsreisende. Auf den preußischen und hessischen Staatsbahnen wird den am 18. December d. I. und den folgenden Tagen bis 4. Januar 1898 gelösten gewöhnlichen Rückfahrtkarten von sonst kürzerer Geltungsdauer verlängerte Gültigkeit b'S einschließlich den 6. Januar 1898 beigelegt. Die Rückfahrt muß spätesten» am letzten Gültigkeitstage um 12 Uhr Miiternacht einschl. angetreten und darf nach Ablauf dieses Tage» nicht mehr unterbrochen werden. Die gleiche Vergünstigung tritt auch im Verkehr mit der Kronberger-, Kerkerbach-, B ö thaler- und Main-Neckarbahu, der Süddeutschen und Holländischen Eisenbahn-Gesellschaft, der Eutin-Lübecker, Lüb-ck Buchener, Mecklenburgischen Friedrich Franz- und Braunschweiger Lande»- eisenbahn, sowie im Verkehr mit den Niederländischen, Sächsischen und Oldenburgischen Staatsbahnen ein. Die btrecien Rückfahrkarten nach und von Badischen, Bayerischen, Wüntem- bergischen, Pfälzischen und Stationen der ReichSeiienbahnen erhalten die verlängerte Gültigkeitsdauer (bis 6. Januar 1898) indessen nur auf den preußischen und hessischen Strecken, während fich die Geltungsdauer auf den Strecken der vorgenannten Bahnen selbst nicht über Mitternacht de« zehnten Tage», vom LösuugStage ab gerechnet, hinaus erstreckt.
• • Zn Amerika verstorbene Hessen. Ja Albany, N.-U.: Louise Sangmeister, geb. Cook (eigentlich Koch), au» Wachenheim bet WormS. In Cincinnati, O.: Christian: Werner, 72 Jahre alt, au» Langen. In Albany, N. K. Juwelier William HiSgen, 67 Jahre alt, aus Darmstadt. In Sandville Station, O.: Christian Helmreich, 64 Jahre alt, au« Worm«. In Reading, Pa : Elisabeth GrieS, Wittwe von John Grie», 77 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt.
• • Wetterbericht. Die Depression über dem Mittel- meergebtet besteht noch fort, hat aber an Tiefe beträchtlich abgenommen. Dagegen hat daS gestern tm Westen Irland« erschienene Minimum seinen Einfluß über die britischen Inseln und die Nordsee ausgedehnt, wird jedoch voraussichtlich in nordöstlicher Richtung weiterschreiten. DaS baro- metrische Mazimum behauptet seine Lage ziemlich unverändert im Nordea von Europa. In Süddeutschland bestand am Morgen ruhige», meist nebelige» oder trübe«, tm Allgemeinen aber trockene« Wetter. — VorauSstchtli che Witterung: Bet wenig veränderter Temperatur zumeist trübe» Wetter ohne erhebliche Niederschläge.
? Mücke, 6. December. Au» dem Bezirk Srünbecg* Mücke de« Oberhessischen Bienenzüchterveretn« find die Mitglieder au« der Umgegend von Mücke ausgetreten und haben einen neuen Verein gegründet. Gestern fand in der Baist'ichen Wtrthschaft hier die erste Versammlung dr» neuen BeztrkSverein« statt, die sehr stark belacht war. Die neugebildete Section zählt bereit« 39 Mitglieder- fie nennt fich Mücke und Umgegend, und will jährlich sechs versomm- langen abhalten, abwechselnd in Mücke bezw. Flensungen, Groß-Eichen, Ruppertenrod and Nieder-Ohmen. Die Hädme Versammlung findet za Flensungen statt mit Vortrag de» Imker» Herzberger Über den Carsa» in Oltenberg.
(§) Ruppertenrod, 6. December. Eine eigenthümliche Erscheinung bilden in diesem Winter die Nothschlachtungen der zum Hausgebrauch bestimmten Tchlachtschweine. Wäh .end sonst eine Nothschlachtung zu den Ausnahmen gehörte, ist sie jetzt zur Regel geworden. Fast j-den Tag werden solche Schichtungen vorgenommen, meist noch zur Nachtzeit, ja selbst am Sonntage. Die Ursache diese» seltenen Borkowm- n'sse« liegt zwar nicht in einer eigentlichen Krankheit der Schweine, wohl aber in einer plötzlich auftretenden Unlust zum Fressen. Da die eigentliche Schlachtzeit — 14 Tage vor Weihnachten — vor der Thüre steht, so machen die Leute mit ihren Mastschweinen wenig Federlesen«, fie schlachten fie, ehe eine Gefahr eintritt. BernerkenSwerth bleibt auch da» niedere Gewicht der diesjährigen Schlachtschweine im Allgemeinen, das gleichfalls auf eine oft auftretenbe Unlust zum Fressen bei den Mastschweinen zurückgeführt wird. Bon den Nachbarorten werden die gleichen Erscheinungen berichtet.
Schwurgericht.
W. Gieße», 7. December 1897.
Der Vorsitzende, Herr LandgerichtSrath Helwig, eröffnete heute vormittag um 9 Uhr die Sitzung. Es wird verhandelt gegen den Jagdaufseher Philipp Maul von Bindsachsen wegen Sittlichkeitsverbrechen. Die Anklage vertritt Eister Staatsanwalt Dr. Güngerich. Die venhei- dtgung sührt.RechtSanwalo Grünewald. ES find sechs Z'ugm zu hören. — Der Angeklagte, ein 46 Jadre alter oerhei- ratheter Mann, bestreitet seine Schuld. Die Verhandlung wird hinter verichloff-nen TdÜren geführt.
• Wielbade», 6. December. Die hier vorübergehend anwesende Fran eine» Fabrikbesitzers in Kassel ist dem „Rhein. Cour." zufolge durch Umstürzen der Petroleumlampe in ihrem Ankleidezimmer vollständig verbrannt-
• Köln, 6. December- In der verflossenen Nacht ent* stand eine große Schlägerei in berJnfanteriekaserne am Weidenbach, wobei ein Soldat mit einem Seitengewehr getöbtet wurde. Angeblich vollführte den tödtlichen Stich der Stubenälteste. Em anderer Soldat wurde durch mehrere Stiche lebensgefährlich verletzt. Die strengste Untersuchung ist eingeleitet.
• Hsrnbarg (Pfalz), 4. December. Gestern Nachmittag


