Ausgabe 
8.12.1897 Erstes Blatt
 
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wurde mit der Ueberführuvg und der Bestattung der Leichen der in der Grube Frankeuholz Ber- u u glückten begonnen. Drei der Leichen wurden auf dem Frankenholzer Friedhof bestattet, die übrigen wurden in ihre benachbarten Heimathgemeinden gebracht, woselbst die Bei­setzungen im Laufe des heutigen und morgenden Tage- start« finden werden. An der Spitze des LeichenzugrS marschirte die Frankenholzer Grubencopelle, ihr folgten sämmtliche Grubenbeamte und Bergleute, Abordnungen der Königlichen Grube Seckbach und der Neunkirchener Kohlengruben. Am Grabe spielten stch erschütternde Sceneu ab. Die amtlichen Untersuchungen haben ergeben, daß die Explosion ollrr Wahr« scheinlichkett nach durch einen sogenannten Bläser (Kluft in den Steinen) verursacht worden ift, indem sich die in dem Bläser ange'ammelten Gase au den Lampen der Bergleute entzündet haben. Bon den verletzten Bergleuten find in der vergangenen Nacht zwei weitere gestorben. Die Großherzogin von Baden ha: telegraphisch ihre Theiluahme an dem Unglück auSgedrückt.

Dresden, 4. December. Au- Anlaß deS RegierungS« jubiläumS deS Königs sind bisher in mehr als tausend

Orten Stiftungen gegründet, deren Gesammtcapital sich auf 4,021,000 Mk. beläuft.

* Die riesigenKraken", die Schrecken der Seefahrer in früherer Zeit, scheinen nach einer Meldung desH. K." aus Rom auch im Mittelmeer noch nicht auSgestorben zu sein. In den Gewässern des Neapeler Arsenals werden gegenwärtig unterseeische Arbeiten ausgeführt. Einer der dabei beschäftigten Taucher gab kürzlich, bald nachdem er htrnbgelaffen war, daS Nothsignal und wurde rasch herauf­gezogen. Er kam ganz aufgeregt und zitternd an die Ober­fläche und berichtete, daß er in einer Art Höhle deS Meeres­grundes ein Ungeheuer gesehen habe. Nach seiner Be­schreibung ist eS ein sehr großer Polyp geiesen. Seine Fangarme sollen zwei Meter gemessen haben, die Saugnäpfe den Umfang eines ThalerS haben. Das Grwichl schätz:? der Taucher auf zwei Crntner. Ec weigerte sich entschieden, wieder an jener Stelle ins Wasser zu gehen, weshalb man fttzt darüber beräth, wie das Ungeheuer unschädlich zu machen sei. ES ift bekannt, daß es unter den Schwimmpolypen der Tiefsee solche von einem Meter Durchmesser girbt, die ihre Fangarme bis auf 5 bis 6 Meter auSstrrcken können.

In Norwegen und in Japan find solche Ungeheuer vor Zeiten schon einige Mal an den Strand qrrooTfcn worden.

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3W Der Theaterbericht sowie mehrere Eorraspo« denzen mußte« wegen Raummanget für die nächste -lummer zurückgestellt werden.

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Bekanntmachung.

Der cand. med. Otto Jäger zu Gießen ist wegen Verschwendung entmündigt worden und können Rechtsgeschäfte nur mit dem gericht­lich bestellten Curator, Herrn Zahn­arzt Eduard Jäger zu Gießen abgeschlossen werden.

Gießen, 6. December 1897. Großh. Amtsgericht.

Wiener. 11112

Bekanntmachung.

Heinrich Lang von Gießen und Ehefrau Lina geb. Kinkel haben durch Vertrag vom 14. Mai d. I. Gütertrennung vereinbart.

Gießen, den 4. Decembrr 1897. Großh. Amtsgericht.

Wiener.

11115 Neidhart.

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Drittes Concert

(103. Concertjahr)

Samstag, 11. December 1897

Abends 6 Uhr

im Saale des Gesellschaftsvereins unter Leitung

des Grossh. üniversitäts - Musikdirectors Herrn Gustav Trautmann.

Mitwirkende:

Sollst: Herr Professor James Kwast (Cfavier), Orchester: Homburger städtische Kurkapelle und andere geehrte Künstler.

P r o g r a m m:

1. Ouvertüre zuSakuntala op. 13

Carl Goldmark.

2. Concert für Pianoforte mit Begleitung des Orchesters in D-moll (Manuscript)

B. Scholz.

Unter gefälliger Leitung des Compo- nisten.

3. LArlesienne. Erste Suite für Orchester, Musik zu A. Daudets gleichnamigem Drama George Bizet

4. Solovorträge für Pianoforte:

a) Andante in Fis-moll )

b) Scherzo in A-dur Fr. Schubert c) Marsch in C-dur /

(Original vierhändig) f

5. Symphonie Nr. 1 in C-moll, op. 68

J. Brahms.

Der Concertflügel von Steinway-Sons in New-York und Hamburg ist aus dem Piano-Magazin von C. A. Andre in Frank­furt a. M. ____________

Eintrittskarten zum Concert für Nichtmitglieder zu Mk. 2.50 (Sperrsitz Mk. 3.50) sind in der Musikalienhandlung von Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nachf.), für Studirende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigtem Preise zu haben, zur 11023

Hauptprobe

um 11 Uhr Vormittags Mk. 1., Schülerkarten Mk..50, nur in der Musikalienhdlg. Ernst Challier (Rudolphs Nachf.). Ebendaselbst sind die Musik­führer zum Preise von 20 Pfg. zu haben.

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zum Börsenhandel an der hiesigen Börse zuzulassen.

Berlin, den 4. December 1897.

Zahlungsstelle an der Börse zu Berlin.

Gez. Kaempf. 11116