erfolgt. Alle Mächte find in dem Entschluß einig, die griechische Dynastie unter allen Umständen zu retten und eventl. durch Landung von Truppen in Athen zu schützen. Griechenland hat indeß erklärt, die Vermittlung nicht in Anspruch nehmen zu wollen, trotzdem der König selbst für dieselbe ist. Die Mächte stehen daher vor neuen Schwierigkeiten.
Rom, 6. Mai. Chpriani, der an der Spitze von Freiwilligen sich seiner Zeit nach Griechenland begab, wurde heute in Athen verhaftet, weil er im Verdacht steht, Unruhen hervorzurufen.
Brüssel, 6. Mai. Ein hochgestellter Congo-Beamter erklärte gestern, der Aufruhr der Eingeborenen von Ndirfi im Uelle-Gebtet sei leicht begreiflich. Fünf belgische Offiziere hätten nämlich unter Androhung von körperlichen Züchtigungen eingeborene Unteroffiziere gezwungen, ihren Stammes- Verwandten Elfenbein und Kautschuk mit Gewalt abzunehmen und die abgehauenen Hände der Widerspenstigen vorzuzeigen. Daraufhin sei die Revolte ausgebrochen und die Offiziere getödtet worden.
vrüffel, 6. Mai. Trotz der Hoftrauer wird die offizielle Eröffnung der Weltausstellung am Samötag stattfinden.
Paris, 6 Mai. Die nun erschienene amtlicheTodten- liste stellt 117 Namen fest, deren Träger und Trägerinnen bei dem furchtbaren Brandunglück vorgestern ihr Leben verloren haben. Neunzehn im Jndustriepalast liegende Leichen konnten noch nicht agnoScirt werden. Bei der Polizeiprä- fectur find seit AuSbruch der Katastrophe 146 Vermißte angemeldet worden. ES wurden bereits zahlreiche Rettungsmedaillen vertheilt. Die Mehrzahl der Beerdigungen findet am SamStag statt, einige jedoch bereits morgen. ES besteht indeffen der Wunsch, alle diese Trauerfeiern zu einer imposanten zu vereinigen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde« am SamStag, am Tage der Trauerfeier, die Geschäfte geschloffen bleiben. Auf der Brandstätte soll eine Kapelle errichtet werden, zu welcher der Papst ein berühmtes Madonnenbild spenden wird. ES verlautet, die Herzogin von Alentzon habe ihr Leben bei einer englischen Gesellschaft ber*1 sichert. Die Gräfin Eastellane, die mit dem Fürsten Anton Radziwtll verwandt ist, befindet fich unter den Geretteten. Auch die Meldung, General Sauffter sei bei dem Unglück verletzt worden, bestätigt fich nicht. Gestern haben fich zwei Damen in ihrem Heim eingefunden, die in ihrer Verwirrung bei der Flucht aus der Lagerhalle 20 Stunden lang umhergeirrt waren und nicht angeben können, wo fie die Nacht zugebracht haben.
Paris, 6. Mai. Der deutsch e Kaiser begab fich persönlich in das Botschaftsgebäude der französischen Repubik in Berlin, um dem Botschafter Marquis de Noailles wiederholt den Ausdruck seines Beileids auszusprechen. Der Präsident der Republik Faure begab fich in die deutsche Botschaft in Paris, um dem Grafen Münster zu versichern, wie tief er durch den Schritt deS Kaisers gerührt sei.
Paris, 6. Mai. Die Zahl der auf der Unglücksstätte aufgelesenen Gegenstände beträgt an 90000; darunter befinden fich Börsen, Schmucksachen, Lorgnetten und Bücher; auch der Säbel eines Infanterie Offiziers wurde aus dem Schutt ausgegraben. Die meisten Fundftücke gehören jedoch zu den Gegenständen, die im Bazar zum Verkauf standen.
Paris, 6. Mai. Der Director des städtischen Laboratoriums demenrirt das Gerücht, daß in dem Schutthaufen die Hülse einer Dynamit-Patrone gefunden worden sei. — Präsident Faure hat in dem außerordentlichen Ministerrath, den er gestern zur Anordnung eines Trauergotres- dievstes einberufen hatte, sämmtliche Beileidskundgebungen, die er vom AuSlande erhalten hat, verlesen.
Paris, 6. Mai. Bon heute Früh bis Nachmittags 3 Uhr sind weitere 13 Leichen erkannt worden. 16 Leichen find noch nicht agnoScirt. Der General Munter ist heute Mittag seinen Brandwunden erlegen. Er hat ein Alter von 69 Jahren erreicht.
Paris, 6. Mai. Die russische Botschaft wird heute in der hiesigen orthodoxen K.rche einen Gottesdienst für die Opfer der Brand-Catastrophe abhalten. Im Laufe der Nacht wurden noch 9 weitere Opfer erkannt. Es sind im Ganzen 95 Leichen agnoScirt.
Athen, 6. Mai. Die hiesigen Blätter veröffentlichen Inserate von Eltern, welche ihre Kinder auf der Flucht von Larissa verloren haben. Vielfach wird der Be- fürchwng Ausdruck gegeben, daß die Kinder von den Türken getödtet oder als Sclaven fortgeschleppt worden find.
Athen, 6. Mai. Von amtlicher Seite wird über den gestrigen Kampf Folgendes mitgetheilt. Vor Velrftino begann der Kampf Morgens 11 Uhr und endete erst 4 Uhr Nachmittags. Die Türken griffen die Stellung des Obersten SmolenSki mit überlegenen Streitkräften an, wurden aber durch das 7. Infanterie Regiment, durch drei Compagnien des ersten Infanterie Regiments, zwei Berg-Bataillone und einer zu Fuß kämpfenden Kavallerie-Schwadron nach heftiger Gegenwehr zurückgeschlagen. Die Verluste des Feindes an Menschenleben und Pferden find enorm. Mehr als 10 000 Türken nahmen an dem Kampfe theil. Oberst SmolenSki, welcher die dritte Brigade commandirte, tele- graphirte, daß er für heute bestimmt eine Erneuerung des Kampfes erwarte. Vor Pharsala begann der Kampf vor 2 Uhr Mittags und wurde erst nach Sonnenuntergang beendet. Die Türken griffen die griechischen Vorposten an, welche der Uebermacht nachgeben mußten und fich an der Front deS rechten Flügels der griechischen Armee placirten. Der aus weiter Entfernung geführte Artillerie-Kampf dauerte nur kurze Zeit. Die feindliche Infanterie rückte vor und gewann an drei Punkten Terrain, wurde aber durch griechisches Militär aufgehalten. Der Kronprinz hielt fich beständig in der Feuerlinie der Infanterie und trug durch seine Anwesenheit dazu bei, den Muth seiner Soldaten zu erhöhen. Prinz NicolauS stand am rechten Flügel und kämpfte mit einer Batterie gegen zwei türkische Batterien. Seine Kaltblütigkeit theilte fich den Truppen mit. Trotz der Ueberlegenheit der feindlichen Artillerie, trotz der zahlreichen Infanterie- und Kavallerie Patrouillen der Türken baden die Griechen ihre Stellungen behauptet und den Türken empfindliche Verluste bereitet. Als der Kampf beendet war, brachten die griechischen Soldaten dem Kronprinzen lebhafte Ovationen dar. Bei Pharsala wird die Fortsetzung des Kampfes heute erwartet.
Larissa, 6. Mai. Bon hier find große Truppenvrr- stärkungen nach Pharsala abgegangen. Griechenland verlangt einen Waffenstillstand. Edhem Pascha hat indeß von Constantinopel aus Weisung erhalten, die Operationen fort
zusetzen oder Frieden zu schließen. Man erwartet einen entscheidenden Kampf bet Pharsala.
Bielefeld, 7. Mai. Hier ist vom Oberhof-Marschall- Amt die Mittheilung eingetroffen, daß der Kaiser bei Gelegenheit deS Besuches der Stadt, der für den 18. Juni in Aussicht steht, die Huldigung der Bielefelder Bürgerschaft entgegennehmen will. Voraussichtlich wird auch die Kaiserin mitkommen.
Paris. 7. Mai. In der Notre-Dame-Kirche werden Ehrenplätze für die diplomatischen Repräsentanten reservirt. Neben den Vertretern deS deutschen KaiserpaareS werden bei der Trauerfeier die Vertreter der Monarchen Oesterreichs, Rußlands, Englands, Spaniens, Italiens und Belgiens fitzen. Cardinal Richard trfft morgen aus Rom hier ein, um den Traueract zu leiten. Die Notre- Dame -Kirche hat großartigen Trauerschmuck angelegt. Auf einen Riesen- Katafalk werden alle Särge gestellt, welche bis dahin nicht inS Grab gesenkt find. Die Familie Alen^onS wünscht, daß die Leiche der Herzogin gleichfalls dabei eingesegnet wird, bevor sie zur Beisetzung, tie in aller Stille erfolgen soll, nach der Familiengruft zu Dreux im Departement Eure et Loire überführt wird. 5 Leichen find noch nicht erkannt. ES wird jetzt folgende Zusammenstellung der bisher bekannten, bei dem Brande Verunglückten verbreitet: Eine Herzogin, acht Gräfinnen, drei Baroninnen, eine GeneralSgattin und noch 10 adlige Damen. Die große Mehrzahl der Verunglückten bürgerlicher Herkunft wohnten in den elegantesten Vierteln. DaS Doctor Collegium ist durch zwei Mitglieder bei der Katastrophe vertreten.
Darmstadt, 7. Mai. (Telephonmeldung.) Nach mehrmonatlicher Abwesenheit ist Ihre König!. Hoheit die Großherzogin heute Mittag 12 Uhr 5 Mtn. von ihrem Besuch in Bukarest zurückgekrhrt. Am Bahnhof wurde dieselbe von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog, sowie ihrer Tochter, Prinzesfin Elisabeth, sowie sämmtlichem Hofstaat herzlich empfangen. Zahlreiches Publikum hatte fich zur Begrüßung eingefunden.
Zu nächster Woche beginne« vir mit ber Beröffent lichuug des Romans
„Das Kind der Täterin"
von Josef Treumann.
Die amerikanischen Berhaltniffe werden in demselben fesselnd geschildert und hoffen wir, daß auch unsere geehrten Leser denselben mit Interesse versolgen.
Locale» rrnd provinzielles.
Gießen, den 7. Mai 1897.
** Großherzogliche Handelskammer Gießen. Aus unfern Antrag vom 16. v. MtS. theilt uni König!. Eisenbahn- Direktion Frankfurt a. M. mit, daß von Sonntag den 16. Mat er. ab Sonntags -Rückfahrkarten von Gießen nach Braunfels, Wetzlar, Lollar und Lich für 1., 2. und 3. Wagenklasse zu den einfachen Personenzugpreisen und unter den für die übrigen SonnkagSkarten
CardaunS, Gerde-, Depp u. A., dann ergibt fich au8 dem Streit der Meinungen mit immer größerer Wahrfcheinlichkeir Marien- Unschuld, und Gerdes geht in seinem Buche „Geschichte der Königin Maria Stuart" (Gotha 1885) sogar so weit, auszusprechen (pag. 380): „Um den Schein deS Rechtes zu retten, hat Cecil mit Hilfe schottischer Gelehrter den großartigen Versuch gemacht, eine lügenhafte historische Literatur über Maria Stuart zu schaffen, welche mehrere Jahrhunderte hindurch die Grundlage für die Geschichte Marias gewesen ist. Erst unser kritisches Jahrhundert, der Fleiß zahlreicher Forscher hat dies Lügengewebe zerstört und da- Bild der Schottenkönigin schöner und glänzender wiederhergestellt, als selbst der prophetische Geist des großen deutschen Dichters es gestaltet hat." Es wäre am angeführten Orte nachzulesen, welche Fälschungen mit den die Königin besonder- belastenden sogenannten „Caffettenbriefen" getrieben worden und daß insbesondere die beiden Glasgowbriefe aus einem in schottischer Sprache geschriebenen von Maria an ihren Stiefbruder Murray gesandten Bericht über Darnley zu Briefen an diesen künstlich umgeschaffen seien. Will man aber auch dieser letzten Anficht nicht beitreten, so erhellt au8 diesen Untersuchungen doch fast mit Gewißheit, daß Maria selbst ein Spielball in den Händen Murray8 und Bothwells gewesen und daß fie den pockenkranken Darnley nicht etwa, wie Schiller annimmt, „schmeichelnd in das TodeSnetz" gelockt habe. Ihr Zureden an dem Gemahl, Glasgow mit dem bei Edinburg gelegenen Landhause Kirk of Fteld der defferen Luft wegen zu vertauschen, wäre einer ehrlichen Sorge um das Wohl deS Kranken entsprungen und Maria selbst wäre von dem Mordplan und der Sprengung deö Hauses, das Darnley aufgenommen hatte, auf da- Furchtbarste überrascht worden. Auch stimmt ihre ganze leidenschaftliche, sehr oft gerade bann heftig auSbrechende Natur, wenn ihr Vorthei! ihr Mäßigung und Schweigen angerathen hätte, zwar trefflich mit der selbstvergessenen Rache, die fie bet Schiller an der Königin nimmt, schlecht jedoch mit so versteckten hinterlistigen Plänen und Handlungen, wie sie der UriaSbrief an Darnley aufdecken würde. Gäbe aber die Geschichte Schiller auch in diesen Beziehungen kein Recht, — immer doch spräche aus der Art, wie er die Königin dem tragischen und damit menschlichen Mitleid nahebrachte, wieder da- geschichtliche Ahnung-Vermögen, von dem er so ganz erfüllt war. Ihn lockte diese dunkle Gestalt, wie eS Carlos, Wallenstein, die Jungfrau that. An der Hand dürf tiger Quellen konnte er fie geschichtlich nicht ander- auffaffeu und darstelleu al- er es that, — aber er sammelte so viel
Wärme um fie, daß man die Neigung fühlte, ihr zu vergeben und zu wünschen, fie hätte das Verbrechen, da- man ihr zuschrieb, nicht begangen.
Und wie für da- historische Empfinden Schillers, so ist da- Stück auch für feinen politischen Sinn characteristisch. Er liebt bte Haupt« und Staat-actionen nicht nur in der Schilderung großer, leidenschaftlicher, öffentlicher Vorgänge, er verweilt auch außerordentlich gern bei diplomatischen Auseinandersetzungen, die im landläufigen Sinne nichts weniger als poetisch find, und hat nach dieser Richtung dem großen Gespräche Wallensteins und WrangelS in der Unterredung der Stuart- und Burletghs ein gleiche- Meisterwerk an die Seite gestellt. Dramatisches Leben in dem scheinbar Trockensten, glühende Funken unter der grauen Asche; und das ganze Gespräch im Kleinen eia Beispiel für die erstaunliche Kunst, mit der der Dichter im Großen ein fast handlung-lose- pro et contra zu einer fünfacttgen Tragödie auSgeschwellt hat. Denn waS ist im Grunde in der Maria Stuart die Handlung? Berurtheilt ist fie schon; der Hochverrath BabingtonS und ParrhS, um deffentwillen fie formell procesfirt ist, liegt vor dem Stücke, wie DarnleyS Ermordung und ihre Entführung durch den Bothwell. ES gibt keine großen äußeren Vorgänge, feine feingespitzte Jntrigue. ES gilt nur, ein Urtheil zu vollstrecken und die Königin zu dem Entschluß zu bringen, in die Vollstreckung zu willigen auf der einen, die Wege der Rettung zu finden auf der anderen Sette. Um alle Empfindungen legt fich überdies noch baS Banb der Etiquette und nur im dritten Acte waltet die Leidenschaft frei. Und wie versteht der Dichter dennoch zu fesseln, wo doch alles schon verloren scheint! Der Höhepunkt ist die Gartenscene, die Begegnung der Königinnen, ohne jeden geschichtlichen Anhalt ganz seine eigene Erfindung. Sie scheint in dem wüthenden AuSbruch der Maria nicht Überboten werden zu können, und fie wird eS doch. In ber Elisabeth sah die Königin ihrer ergrimmtesten Feindin fich gegenüber, der fie ihren ganzen Groll inS Antlitz schlendern konnte; nun aber kommt Mortimer, ihr Freund, thr glühendster Freund, ihr Retter, und fie muß finden, daß ihr von dieser Seite keine geringere Gefahr, als von der anderen droht. Der Feindin wußte sie zu begegnen; dem Mortimer gegenüber ist fie waffenlos. Da- schmettert fie nieder. War eine Steigerung de- Effectes ber Scene ber Königinnen überhaupt möglich, so war sie da- nur auf biefem Wege. Nur beiläufig fei bazu bemerkt, daß die Zeiten sich doch gewaltig geändert haben müssen, denn unseren würdigen Borvorbern erschien (in MerkelS „Briefen an ein Frauenzimmer", Berlin 1801),
ber Triumph ber Maria über ihre Feindin „zwar Wahrheit, schreiende Wahrheit, aber eine höchst niedrige gemeine" zu sein, Mortimer- Gebühren aber fanden sie von „noch widerlicherer Art" und fie knüpften an seine Heißbegehrenden Worte die Kritik: „Sie können wahr sein, fie ftnb e-, in der Natur eines so thierisch-sinnlichen Menschen . . aber zugleich von so brutaler viehischer Art, daß fie die- ernste Kunstwerk entehren." Und da reden wir Heutigen von Schiller- ibealisirenber Darstellung. WaS würben die wackeren Alten erst gesagt haben, hätten sie SardouS „Odette", „Fedora" und „ToSca" oder Zola- „Renö" sehen müssen?
Wie schade nun aber, daß die Wirkung deS Triumphe-, den Maria in voller menschlicher Berechtigung über die Elisabeth davonträgt, der Gipfel ihrer Dramatik, durch den fünften Act so völlig verwischt wird! Er löscht daS Vergangene unbegreiflicher Weise aul. Wenn Maria lo-bricht: „Der Thron von England ist durch einen Bastard entweiht", so sühlen wir oollstänbig mit ihr, wir stehen auf ihrer Seite unb nicht auf ber ber Gegnerin, und Juliu- Dudoc trifft in seiner Schrift „Die Tragik vom Standpunkt bei Optimismus", ganz daS Richtige, wenn er sagt: „Ein uns durch ihre wesentlichen Charactereigenschaften, durch den Kern ihres Innern sympathisch nahe gerücktes Wesen geräth durch LebenSumstände in eine Lage, baß ihr nur bte Wahl bleibt, entweber ihrem Leben ober in schmählicher Demüthigung ihrer Seele, ihrem ethischen Leben-odem zu entsagen. Sie wählt ba- Erstere unb erhebt fich bamit in einem einzigen Befreiungsact über bte vorangegangene tragische Erschütterung. Der tragische Höhe- unb Wendepunkt ber Situation liegt klärlich in ber Unterredung der beiden Königinnen und kaum irgendwo ist einem Dichter so meisterhaft der hinreißende Schwung der fich befreienden Seele gelungen, wie in dem prachtvollen AuSbruch der Maria:
Mäßigung! Ich habe Ertragen waS ein Mensch ertragen kann u. s. w.
Denn au- jedem Wort spricht hier da- leidenschaftlich empfundene Bewußtsein, da- Unwürdige zu erdulden, nur uv daS Leben zu erretten, einer Zertrümmerung de- sittliche« Ideal- unb daher auch dessen, waS die Pflicht fordert, gleich- käme. Auf baS Verstänbniß diese- ethischen Vollgehalt- t« dem AuSbruch ber schottischen Königin kommt hier alle- an, ohne ihn würde nur ber Aus chret eine* heftig gereizten Gefühl- vorzuliegen scheinen."
(Fortsetzung folgt.)


