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Hießener Anzcigor erschein! täglich, mit Ausnahme deS Montags.
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Amtlichem Tbeil
Bekanntmachung,
betreffend: Obstbauversammlungen.
Der Obstbautechniker des Oberhesfischen Obstbauvereins, Herr Metz aus Friedberg, beabfichtigt, die nachstehend verzeichneten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, um Versammlungen abzuhalten und praktische Unterweisungen an Obstbäumen zu ertheilen.
An Sonntagen beginnen die Versammlungen Nachmittags 3 Uhr, an Wochentagen Abends 8 Uhr, die praktischen Unterweisungen nach Maßgabe der den Herren Obmännern der Localveretne zugehenden besonderen Mittheilungen.
Sonntag
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Wieseck,
Montag
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Annerod,
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11.
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Hausen,
Mittwoch
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Bettenhausen,
Donnerstag
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Muschenheim,
Freitag
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14.
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Klein Linden,
Samstag
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Leihgestern,
Sonntag
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Großen Linden,
Montag
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17.
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Lang-GönS.
Lebhafte Betheiltgung der Mitglieder deS Obstbauvereins und aller Freunde deS Obstbaues erwünscht.
Gießen, den 6. Mat 1897.
Der Vorsitzende deS VeretnSbezirkS Gießen des Oberhesfischen ObstbauveretnS.
Dr. Wallau.
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Ätolfis tetegrsPhtscheS Ssrrespovdmz-UsrrÄL.
Berlin, 6. Mat. Die ReichStagScommisfion für die HandwerkSorgantsationS-Vorlage nahm § 129 betr. die Besngniß zur Anleitung von Lehrlingen an, nachdem fie den Antrag Euler aus Einführung oeS Befähigungsnachweises abgrlehnt hatte. Dagegen wurde der Antrag Camp, den Befähigungsnachweis nur für daS Baugewerbe und zwar durch ein besonderes Gesetz einzuführen, an- genommen. Ebenso wird eine Reihe weiterer Paragraphen angenommen.
Berlin, 6. Mat. DaS Oberverwaltungsgericht erachtete entgegen der Entscheidung deS Bezirksausschusses die Be- rufSgenossenfchaften für juristische Personen und erklärte demgemäß deren Besteuerung für zutreffend.
Berlin, 6. Mat. Die „Bert. Corresp." meldet: Der vom Bundrsrath beute genehmigte zweite Nachtragsetat beläuft sich auf 171210 Mk. Davon entfallen 71210 Mk.
auf vre Vermehrung deS Personals des Retcysoerficherungö- amtS und 100000 Mk. auf Vorarbeiten für die Weltausstellung in Parts im Jahre 1900, wofür die Gesammtkoften auf 5 Millionen Mark geschätzt werden.
Parts, 6. Mat. Präsident Faure richtete gestern folgendes Telegramm an den Kaiser von Oesterreich: „Ich vernehme soeben, daß die Herzogin von Alen90n daS Opfer der schrecklichen Katastrophe wurde, die Parts und ganz Frankreich in so schmerzliche Trauer versetzt. Ich erlaube mir, an Ew. Majestät, sowie an Ihre Majestät die Kaiserin bei diesem Verluste, der Sie so grausam und so nahe trifft, die Gefühle deS lebhaften Beileids und der tiefsten Sympathie zu richten."
Der Kaiser antwortete:
„Tief gerührt von der lebhaften Antheilnahwe, die Sie an dem schmerzlichen Verluste nehmen, der die Kaiserin und mich betroffen, danken wir Ihnen von ganzem Herzen. Wollen Sie, Herr Präsident, versichert sein, daß auch ich metnersetis ausrichtig für Sie, für Part« und ganz Frank« reich die Gefühle der Trauer theile, die das schmerzliche Ereigniß mit seinen zahlreichen Opfern über trostlose Familien gebracht hat. Ftanz Joseph."
Paris, 6. Mai. Die Regierung verlieh die goldene Rettungsmedaille der Besitzerin, einem Koche und einem Küchenjungen deS Hotel du Palais, die zahlreiche Personen durch ein Küchenfenster aus der Brandstätte gerettet hatten.
Paris, 6. Mai. Der beim Brande deS WohlthätigkeitS- bazarS verwundete General Munter ist gestorben.
Paris, 6. Mat. Der russische Botschafter Baron v. Mohrenheim thetlte dem Minister des Aeußern, Hanotavx, ein Telegramm des Grafen Murawjew mit, in dem dieser sagt: „Seien Sie der Dolmetsch der tiefen Sympathie des Kaisers und der Kaiserin bet den Familien der bei der gestrigen schrecklichen Katastrophe ums Leben Gekommenen." Han otaux erhält fortgesetzt zahlreiche Beileidstelegramme.
Konstantinopel, 6. Mai. Wiener Corr.-B. Nach einer amtlichen Mtttheilung hat Edhem Pascha gestern an den K'.iegSmtntster telegraphirt: Unser heutiger Sieg ist groß. Unsere Kugeln beginnen in der Nähe von Pharsala zu fallen. Details folgen. — Emer Depesche des Blattes „Sabah" aus Larissa zufolge nahm die Division Hakte Paschas die erste BefefttgungSltnie vor Velestino und begann den Angriff auf die folgenden Linien.
Konstantinopel, 6. Mat. Die egyptischen Beiträge für die türkischen ArmeeSubscrtptionen haben die Summe von 45000 Pfund erreicht.
Bombay, 6. Mat. Seit dem Ausbruch find bis jetzt 12118 Pesterkrankungen und 11349 Todes
fälle constattrt. Die GesammtstervUchkeit für die Woch* beträgt 638.
Depeschen deS Bureau „Herold.*
Berlin, 6. Mai. Der Kaiser hat gestern, wie der „Localanz." berichtet, den Reichskanzler durch einen besonderen Kurier zu sich entbieten lassen, um sich von ihm abermals über die Novelle zum Beretusgesetz und die Militär- strafproceßnovelle Vortrag halten zu lassen.
Berlin, 6. Mat. Wie die „Voss. Ztg." hört, sollen die Verhandlungen über die Justtznovelle im Plenum wieder ausgenommen werden, weil Hoffnung vorhanden ist, daß wegen der streitigen Punkte, die das Scheitern der Novelle herbeizuführen drohten (Entschädigung unschuldig Verur- theilter und Berufung in Strafsachen), doch noch eine Einigung erzielt werden wird.
Berlin, 6. Ma«. Der „Nat. Ztg." wird bestätigt, daß Herr v. Bennigsen feinen Entschluß, aus dem Amte al- Oberpräsident von Hannover auszuscheiden erklärt hat und zwar für Ende diese- Jahres.
Berlin, 6. Mai. Die beiden ältesten kaiserlichen Prinzen find dem „Localanz." zufolge in Plön leicht an den Windpocken erkrankt. Obgleich die Erkrankung einen ganz ungefährlichen Charakter trägt, dürfen die Prinzen daS Bett doch nicht verlassen.
Frankfurt a. M., 6. Mai. Die „Frkf. Ztg." meldet auS P ariS: Fürst Radztwill, der Flügeladjutant Kaiser Wilhelms I., trifft morgen in Paris ein, um am Samstag den deutschen Kaiser bet der Leichenfeier für die Opfer des Brandunglücks zu vertreten. Mit ihm kommt die Fürstin Radziwill als Vertreterin der deutschen Kaiserin. Auch Kränze dürften NamenS des KaiferpaareS bet der Leichenfeier niedergelegt werden.
Frankfurt a M., 6. Mai. Die „Frkf. Ztg." berichtet aus Basel: Der große Rath hat die erste Berathung deS BerficheruvgSgesetzeS gegen die ArbeitSlofeuzeit mit unwesentlichen Aenderungen erledigt.
Wien, 6. Mai. Die Kaiserin befindet sich infolge deS Todes ihrer Schwester in tiefster Niedergeschlagenheit im Linzer Schloß. Prinzessin Gisela, welche sich ebenfalls dort befindet, weicht nicht von der Seite ihrer Mutter.
Wien, 6. Mat. Nach hierher gelangten Meldungen griffen türkische Truppen in beträchtlicher Stärke das griechische Centrum, welches vom Kronprinzen befehligt wird, an. Die Schlacht dauerte mehrere Tage. Die Türken wurden schließlich zurückgesch lag en.
Wien, 6. Mat. Die al- unmittelbar bevorstehend angekündigte Vermittelung der Mächte zwischen Griechenland und der Türkei ist, wie amtlich bestätigt wird, gestern
Feuilleton.
Mari» Stuart.
(Zur Aufführung des Gießener Theatervereins am 10. Mai.)
Von den im besonderen Sinne „klassisch" genannten Tragödien Schillers kommt die „Maria Stuart" in ihrer eigenthümltchen, einfachen und glänzenden Technik seinen Jugendbramen am nächsten. Hier, wie in den „Räubern" und „Kabale und Liebe" findet sich die Liebhaberei deS Dichters, Spiel und Gegenspiel einander ebenbürtig zu gestalten und statt eines Helden zwei zu schaff n (Carl und Franz, Maria und Elisabeth)- wahrend bei Shakespeare der Einzelne unbedingt zu herrschen oder völlig wehrlos zu sein pflegt, während Richard III. in seiner ganzen Umgebung auch nicht entfernt seines Gleichen findet, während aus den alten Lear die feindseligen Creaturen wie eine Meute Hunde loSftürzen, entwickelt sich hier ein Kampf gleich starker Gewalten, ein heißeS Ringen um die Oberhand. Diese Neigung Schillers, die sich, auf ganze Gruppen bezogen, in „Kabale und Liebe", im „Carlos", in der „Jungfrau" ebenso deutlich zeigt, bringt es dann mit sich, oaß Spiel und Gegenspiel uns in der dramatischen Handlung auch umschichtig vorgeführt werden, bis fie aufeinander platzen und die Krisis herbeiführen. ES ist an anderer Stelle darauf htngewiescn, mit welcher Regelmäßigkeit in den „Räubern" die Sphäre de- Franz und Earl, in „Kabale und Liebe" die der Bürgerlichen und Adeligen abwechselt. Die „Stuart" bestätigt unß nur diese alte Erfahrung. Im ersten Act die Maria, im zweiten Elisabeth, im dritten beide, mit der Maria als Siegerin, im vierten Elisabeth als Siegerin, im fünften zuerst Maria, dann Elisabeth. Ein stetes Auf- und Abwogen der Handlung und des Interesses, bäum so gespannter wird, je mehr die Darstellerin der Stuart den Nachdruck auf den LebenSmuth und die Leiden«
| schäft der Heldin legt, deren Widerstandsfähigkeit um keinen Preis in GefühlSschwelgeret und Thränen untergkheu darf. Die Stuart deS Dichters ist von Anfang bis zu Ende eine Heldin, trotz des Kerkerelends, daS an ihrem Leben zehrt. Sie versuchte aufs Hartnäckigste, sich zu retten, sie hofft mit Heftigkeit auf ihre Befreiung und selbst ganz kurz vor ihrem Ende, noch nach der Beichte flackert der alte Stolz wieder auf. Sie hat Schmuckwerk aus ihren Zimmern in den Garten werfen lassen, um den Gärtner zu bestechen- als sie mit dem Crucifix in der Hand die Bühne betritt, ganz Duldung, ganz Ergebenheit, birgt fie auf der Brust schon da- Briefchen mit ihrem Bildntß, das sie auf gute Art in Leicesters Hand gelangen lassen will. Dem Burgleigh tritt sie mit siegreicher Suada gegenüber, und in der Gartenscene ist sie von einer Schwungkraft der Seele und der Sinne, die jeden Angriff auf ihre Freiheit und ihre Würde weit von fich stößt. Al- Melvil ihr Burleighs und Leicesters Ankunft meldet, fürchtet sie „keinen Rückfall" der Bitterkeit und de- Hasse-, als fie aber an Leicester vorüber zum Tode schreitet, finkt sie ihm zitternd in den Arm, und wa- sagt fie?
..Ein zärtlich liebend Herz habt Ihr verschmäht, Verrathen, um ein stolzes zu gewinnen.
Kniet zu den Füßen der Elisabeth!!
Mög' Euer Lohn, nicht Eure Strafe werden!"
Ist das kein Rückfall? Schiller selbst hat eS betont, daß Maria nur bet der Amme rührend wirkt — sonst nie.
Bekanntlich hat die Geschichtsforschung seit dem Erscheinen deS Dramas dem Dichter nicht nur einige Freiheiten, die er fich mit den historischen Daten zu Schulden kommen ließ, sondern die gesammre Darstellung de- Charakters der Maria und der Stellung der Elisabeth in dem königlichen Rechtsstreit al- ungenau und schönfärberisch vorgeworfen, und in den weiteren Schichten der Gebildeten herrscht auch jetzt noch die Anficht, Schiller habe um die Stirn einer Ver°
| brecherin, die ihren eigenen Gemahl ermorden l-eß und dem Mörder desselben ihre Hand reichte, eine tdealifirende Glorie gegossen und „das Mitleid, da- einen ergreift, so oft man in der Ferne einen Rabenstein erblickt" (Eunomia, Berlin 1801) höchst ungerechtfertigter Weise in tragische Rührung umgeschaffen. Aber die ohne daS Schiller'sche Werk wohl nie in diesem Maße geförderte Beschäftigung der Historiker mit der Person der Königin von Schottland zeigt nur immer mehr, daß den Dichter hier wieder einmal sein Scharfblick richtig leitete - ja, traut man den neuesten Forschern, dann würde die geschichtliche Maria noch ungleich „idealer" und reiner als die Gestalt Schillers dastehen. Denn, wie de- Näheren noch auSzuführen sein wird, besteht die Schiller'sche „JdeaUfirung" ohnehin keineswegs in einer Mohrenwäsche, rote man fie mit Cleopatra, TtberiuS, Lucrezia Borgia vor- qenommen — er läßt ihr vielmehr ihren Antheil an der Ermordung ihres Gatten unvermindert und legt nur, wie eS ihm der Conflict, auf den es ihm in seinem Drama an kam, an die Hand gab, nicht den Nachdruck darauf, der ihr die Theilnahme an dem Kampf um ihre Herrscherrechte und ihre Freiheit entzogen oder geschmälert haben würde. Wie echt dichterisch er dabei verfahren, führt u. A. der treffliche Eugen Sierke in seinen „Kritischen Streifzügen" (Braunschweig 1881) fein und sorgfältig aus und insbesondere rühmt er die tiefe Zerknirschung Maria- über Darnley- Ermordung als eine echt dichterische Jdealistrung der Geschichte, da die historische Maria „die moralische Mitschuld daran niemals zugestanden habe" (pag. 63). Er würde in seiner Vergleichung der Geschichte mit der Dichtung noch zu andern Ergebnissen gekommen fein, wenn er fich nicht auSs^ließlich an die Stuart- Biographie deS Heidelberger Professors Gädeke gehalten hätte, der den Glauben der Mitschuld der Königin an jener Mordthat festhält. Unterrichtet man fich aber über die übrige sehr umfangreiche diese Frage behandelnde Literatur, über die Werke und Schriften von Hosack, Opitz, Bekker, Breßla»,


