werden sollen, die sich fm Falle einer Mobilmachung mit der Pflege der flinber besoffen können.
London, 6, Januar. Am Montag Abend gegen 11 Uhr fand ein Postbeamter in einem Brteskasten zwei Spreng- körper.
London, 6. Januar. Einer Depesche des -»Daily News" aus Rom zufolge ist das Befinden des Papstes ein hoch« ernstes.
Petersburg. 6. Januar. ES bestätigt sich, daß das Befinden deS Grafen Schuwalow ein so ernstes ist, daß fämmtliche Verwandte bereits au feinem Krankenlager weilen.
Konstantinopel, 6. Januar. In den letzten Tagen fanden Wiede-Holt Verhaftungen von Jungtürkev statt.
Wafhinglon, 6. Januar. Der Senat hat die Abschaffung der Todesstrafe in 55 von den im Strafgesetzbuch vorgesehenen 60 Fällen beschloffen.
Berlin, 7. Januar. Die Dotivtafel für den Fürsten Bismarck, welche der Verein Berliner Künstler seinem Ehreumitgliede in FriedrichSruh zu überreichen gedenkt, ist vollendet. Der Fürst wurde bekanntlich anläßlich seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied des Künstler- Verein- gewäh't, die persönliche Uebergabe des Diploms jedoch htnauSgeschobeu. Die Urkunde bildet nun jene Dotio- täfel, welche nach einem Entwürfe deS Architecten Hoffacker hergestellt ist. Der Mittelpunkt derselben besteht in einer Elsenplotte, welche ein Gedicht von Julius Wolff trägt.
Berlin, 7. Januar. In Bezug auf die Mittheilung eines spanischen Blatte«, wonach Deutschland großen Antheil an der Erhaltung der spanischen Herrschaft aufCuba nehmen solle, da Nordamerika, sobald Cuba in dessen Besitz gelange, dasselbe dazu benutzen würde, um der deutschen Zucker Industrie den nordamerikanischen Markt völlig zu ver« schließen, erfährt die „Nat.-Ztg." von zuverlässiger Seite, daß von Seiten Deutschlands in der kubanischen Angelegenheit eine Stellungnahme weder erfolgt, noch beabsichtigt ist.
Berlin, 7. Januar. Die „Berl. Neuest. Nachr." geben unter allem Vorbehalt eine Mittheilung aus Kiel wieder, in welcher Staatsminister von Köller als künftiger Oberpräsident von Schleswig-Holstein genannt wird.
Berlin, 7. Januar. Den „Berl. Neuest. Nachr." zufolge sind die Mittheilungen über ein neu entdeckte« Heilserum gegen Tuberculose verfrüht.
Brüssel, 7. Januar. Die beiden Adjutanten des Königs, die Obersten Chapelie und Fisch find plötzlich zurück- getrrten. Es verlautet, infolge clericaler Hofintriguen, weil sie den König im Sinne der HeereSreform beeinflußten.
CoeeU* * protxinsicUes,
Gießen, den 7. Januar 1897.
*• Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 6. Januar u. A. den Realgymnafial- lehrer Professor Müller von Gießen, den Bürgermeister Ru l lm a n n von Nidda, den Steuerrath H o o S von Büdingen, den RegierungSrath Rach, den RegierungSrath KreiSamt- mann Best, den Polizeiamtmann Kammerjunker v. B e ch t o l d aus Gießen, den Lehrer Uhl von Michelnau bei Nidda, den Gymuafiallehrer Profeffor Stamm aus Gießen.
* ♦ DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs vom 16. December 1896 den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Mainz Tüncherweister Franz Karl Mährlein und Küfermeister Georg Konrad Philipp Maurer.
• • Ueber den Verkehr auf dem Meldebureau Großh. Palizeiamtö im verfloffenen Jahre bringen wir folgende intereffante Notizen: ES wurden gemeldet 970 Wohnungswechsel von Familien- Dienstboten kamen zur Anmeldung 1275, zur Abmeldung 846 und zum Wechsel innerhalb der Stadt meldeten sich 833 Dienstboten. Als hier zugezogen von auswärts kamen 580 Familien zur Anmeldung und 890 Familien zogen von hier fort. Gewerbsgehülfen und Lehrlinge kamen 1200 zur An- und 703 zur Abmeldung und rS wechselten ihre Stellen innerhalb der Stadt 509. Zur Entbindungsanstalt kamen 384 Personen zur An- und 372 zur Abmeldung. An- und Abmeldungen von Studenten wurden nur 530 vollzogen, da vielfach beim Publikum, manchmal zu seinem eigenen Schaden, die irrige Meinung herrscht, als ob die Studenten nur an der Universität anzumelden seien. Als vorübergehend zu Besuch rc. anwesend wurden 65 Personen gemeldet. Auskunft über Adressen von Personen wurde von der Post in 1010 und von Privaten in 950 Fällen begehrt. Ausgestellt wurden 46 Reisepässe, 70 Postkarten, 152 Arbeitsbücher, 260 Dienstbücher, 600 Leumundszeugnisse, 1093 Abmeldescheine und 588 sonstige Bescheinigungen.
* * Ei» Coucerte. Die aus Veranlaffung des hiesigen Regiments CommandeurS, Herrn Oberst von Madai, allwöchentlich Mittwoch Mittag« 12 Uhr statifindenden Prome- nade-Concerte wurden seither in dankenswerthester Weise auf der Eisbahn des Eis Vereins abgehalten. Bei anhaltendem Frostwetter beabsichtigt der Vorstand, am Freitag und am Sonntag, Nachmittags von 2*/g bis 4>/2 Uhr die hiesige Militärcapelle auf der ElSbahn conccrtiren zu laffen, Während für nächste Woche ein Abend-Concert in Aussicht genommen ist, vorausgesetzt, daß der Mond die kostenlose Beleuchtung übernimmt.
* * ConcurSstatiftik. Was in einem Jahr in Deutschland in Concursen verloren geht, ergibt eine nach Berichten deö kaiserlichen statistischen imtes zusammengeftrllte Verlustliste. Danach kamen im Jahre 1895 6361 Bankerotte vor - die Zahl der Gläubiger belief sich auf 264.509, die Summe der Forderungen auf nahezu 225 Millionen Maik. Von diesen gingen 181 Millionen efftcliv verloren, während die Activa insgesammt an 54 Millionen ausmachten und die Gerichts- und Verwaltungskosten etwa durchschnittlich 10 pCt.
hiervon verschlangen. An den Verlusten ist Berlin allein mit fast 13 Millionen Mark betheiligt.
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m. Bo« Lande, 6. Januar. Schon seit Jahren bietet der Jahreswechsel Personen verschiedenen Alters, Stande« und Erwerbs willkommene Gelegenheit, einem sogenannten „guten Freund" die Neujahrsfreude tüchtig zu vergällen. Während man früher auf dem Lande die schöne Sitte der ReujahrSgratulation kaum kannte, ist sie jetzt und leider auch in ihrer schlimmsten Entartung allgemein ge worden. Kaum der Schule entwachsene Bürschchen und Mädchen erstehen sich sür sauer verdientes Geld von Haufirern die Karten und schicken sie theils zum Scherz, IheilS aus Neid und Hohn au gleichaltrige. Am häufigsten aber dienen die Ulkkarteu als vergiftete Pfeile, die von übelbeleumundeteu Personen auS Haß und Rachsucht auf ihr Opfer, dem sie mit offenem Dister nicht entgegen zu treten vermögen, geschleudert werden. Dabei sucht noch der hinterlistige Schütze zu seiner Deckung den Verdacht von sich ab auf eine dritte vollständig unschuldige Person zu lenken und setzt diese dadurch dem größten Argwohn und Mißtrauen auS. Nicht selten wird durch solch schändliche« Gebühren der Friede der Familien und Gemeinde gefährdet. Es ist darum Pflicht eines jeden edeldenkendeu Menschen, an seinem Theile mitzuwirken, daß solch frevelhafter Uebermuth gemeingefähr- licher Menschen öffentlich gebrandmarkt wird. Dadurch würde dem Frieden in der Gemeinde, der guten Sitte und der Post durch Ersparung vieler Arbeit ein kleiner Dienst erwiesen. Hierzu den Anstoß zu geben, möge der Zweck dieser Zeilen sein.
Nidda, 5. Januar. Mit dem 1. September 1895 wurden auf Grund ministerieller Genehmigung 128 Orte der Provinz Oberheffen zu einer katholischen DiaS- poracuratie erhoben, welche den größten Theil des KceiseS Büdingen, den ganzen Kreis Schotten und einen Theil deS Kreises Gießen umfaßt. Mittelpunkt der Verwaltung dieses ausgedehnten Pfarreisprengel« ist Nidda, woselbst der CuratuS wohnt, auf welchem allein die Ausübung der gesammten Seelsorge ruht- derselbe hat beispielsweise sowohl jeden Sonntag zu Nidda wie auch an 3 resp. 2 Sonntagen mt Monar zu Büdingen und Laubach Gottesdienst abzuhalten, ferner an den Werktagen abwechselnd in den Stationsorten Nidda, Ober-Schmitten, Büdingen und Laubach Gottesdienst und Religionsunterricht abzuhalten, sowie die Confirmanden vorzubereiten. Mit Rücksicht auf die in dem weiten Bezirke für einen Priester allzu großen Dienstanforderungen soll maßgebenden Orts die Bestellung eines weiteren Geistlichen in Aussicht genommen sein, wodurch allein den Katholiken hiesiger Gegend die Möglichkeit erschlossen würde, ihren SonntagSgotteSdienst zu einer ge- legeneren Zeit als seither zu haben.
Lauterbach, 5. Januar. Dem Brennmeister Herrn Heinrich Krömmelbein in Stockhausen wurde anläßlich seiner 25jährigen Dienstzeit bei der Freiherr!, v. Riedesel« scheu Gutsverwaltung daselbst von dem Dampskeffel-Ueber- wachungSveretn mit dem Sitz in Offenbach a. M. ein Ehrendiplom nebst einer Festgabe von 50 Mk. überwiesen. Möge eS dem Jubilar vergönnt sein, sich seinem Verantwortung-- vollen Berufe noch manches Jahr widmen zu können.
-ö- Södel t. d. Wetterau, 6. Januar. Im hiesigen Gemeindewald sollte eine mächtige Buche medergerissen werden- plötzlich erschallte für die umstehenden Holzhauer der Ruf zum Davonlaufen. Unter den ReißauS nehmenden Arbeitern war einer, ein junger Bursche, in diesem verhäng- nißvollen Augenblicke so verwirrt, daß er, anstatt sich von der Fällrichtung zu entfernen, schnurstracks in derselben dahinlief. Dabei halte er auch noch daS Mißgeschick zu stolpern und kam zu Fall. Ehe er sich ausraff-n konnte, um zu entfliehen, stürzte schon der Baum direct über ihm krachend zu Boden. Alles eilte herzu, um zu sehen, was passirt sei — und siehe da — der vielleicht sür zerschmettert geglaubte junge Mensch kroch fast unversehrt unter dem WaldeSriesen hervor. Der Stamm hatte nämlich gerade an der Stelle, unter welcher der Gefallene lag, eine fo starke Krümmung, daß jener unter dieser Wölbung genügend Platz hatte und auf solche bewundernswürdige Weise, abgesehen von einigen unbedeutenden Verwundungen, mit dem bloßen Schrecken, den natürlich auch seine Mitarbeiter theilten, der Gefahr glücklich entgangen ist.
0. Aus Oberheffen, 6. Januar: Im Anschluffe an Ihre Mittheilungen über abergläubische Uedüngen und Gebräuche in Nr. 3, erstes Blatt des „Gießener Anzeigers" vom 5. ds. Mts. erlauben wir uns, einige Beiträge zu liefern. Viele Leute ziehen am NeujahrStage kein frisches Hemd an, weil dieses für das kommende Jahr leicht Schwäre und HautauSschläge im Gefolge haben soll. Die Leute ziehen daher ihr Hemd schon am Sylvesterabend an. Nicht unwichtig soll es sein, in welcher Stellung man um Petritag den Storch zum erstenmale sieht. Wer ihn fliegen sieht, wird während des Jahres fleißig fein. Wer ihn stehend sieht, wird faul und träge sein. Wer ihn beim erstmaligen Sehen klappern hört, wird viel Geschirr zerbrechen. Beim Brod-oder Kuchen« backen machen viele Hausfrauen, wenn der Teig durchgeknetet ist und zum Gehen eine zeitlang ruhig hingestellt werden muß, drei Kreuze darauf. Hierdurch wird verhütet, heißt rs, daß das Gebäck nicht zu schaden kommt. Am Walpurgis- abend macht man an die Stalllhüren drei Kreuze, oder legt zwei stumpfe Besen kreuzweise vor die Thüren, wodurch die Hexen von dem Vieh abgehalten werden und eS nicht beschädigen können. Wenn es auf dem Kirchthurme gleichzeitig läutet und schlägt, wird eine Ehe getrennt. Legt ein Huhn ein Ei ohne Schale, so ist es ein Unglücksei - man soll es nicht verzehren, sondern über daS HauS werfen, dadurch wird das Unglück abgewandt. Wenn auf einem Acker oder in einem Garten eine Dickwurzel, oder eine Gemüsepflanze mit weißen Blättern erscheint, so kommt in der Familie, welches der Acker oder der Garten gehört, noch im Laufe des Jahren ein Todesfall vor. Wer den Kuckuck zum erstenmale rufen
hört, soll mit feinem Gelbe klappern, dann hat er während deS ganzen JahreS keinen Geldmangel. Hat der Hörer grade kein Geld bet sich, so soll er mit seinen Schlüffeln klappern, die die Stelle der Münzen vertreten können.
? «ns de« Kreise «Ilfelb, 6. Januar. Wer die jetzige Beschaffenheit unserer Kreisstraßen mit ihrem früheren Zustand vergleicht, dem kann der große Fortschritt ihrer Ver- bifferung nicht entgehen. Sie haben nahezu in ihrem Oberbau den vorzüglichen Stand der auf bester Anlage basirenden Staatsstraßen erreicht. Namentlich find es die Radfahrer, die die Verbrfferung der Wege am ehesten empfinden. Früher war e« fast unmöglich, mit dem Rade, diesem stetig wachsenden modernen Verkehrsmittel, die KreiSstroßen zu befahren, heute kann sich ein Radfahrer jeder Straße unseres Kreises getrost anvertrauen. Wo aber daS Stahlroß mit seinen empfindlichen Gummireifen dahin zu gleiten vermag, da ist auch dem Fuhrwerk aller Art der Weg in bester We se gebahnt. DaS feldwegmäßige Aussehen der KreiSwege ist verschwunden, ein zielbewußtes Pfl-gen an deffen Stelle getreten, welche- eß ermöglicht, die KrciSstraßen auf der einmal erlangten Höhe nicht nur zu halten, sondern noch weiter zu führen. Dieser unleugbare Fortschritt in der Verbesserung unserer Kreiswege ist eben in der Kreisverwaltung und namentlich dem technischen Leiter deS KreiSwegefacheS zu suchen. AuS diesem Grunde hegen wir die Hoffnung, daß unS derselbe bei der bevorstehenden Veränderung in der Leitung dSB Straßen- wesenS erhalten bleiben möge.
§ Aus dem Vogelsberg. 4. Januar. Vielfach zündet man den Christbaum, der zu Weihnachten den Altar der OrtSkirche geschmückt, nochmals beim AbrndgotteSdienft auf Sylvester an. Wie die Christmetten, fe zeichnen sich auch diese Gottesdienste durch einen außergewöhnlich starken Besuch aus. Der Ernst der Jahreswende giebt diesen Abend- gottesdiensten einen besonders feierlichen Charakter und eindringlicher als sonst im Jahre dringt dann die Stimme deS Predigers zu den Herzen der Zuhörer. Auch an *der diesmaligen Jahreswende fanden solche Abend- gottesdienste bei brennendem Christbaum und großer Zuhörerschaft vielfach statt.
X Darmstadt, 6. Januar. In verwichener Nacht starb nach längerem Siechihum an Herzbeutelwaffersucht ein um unser öffentliches, staatliches und communaleS Leben hochverdienter Mann, der VerlagS-Buchhändler Arnold Berg- strößcr. Er war lange Jahre Landtagsabgeordneter für Darmstadt und ein überaus thätiges Mitglied der national- liberalen Partei- in der städtischen Verwaltung machte er sich insbesondere um die Förderung deS städtischen Schulwesen» verdient; auch lange Jahre wirkte er segensreich alS Abgeordneter im Kreistage. Der Börsenverein Deutscher Buchhändler hat ihm, seinem längjährigrn ersten Präsidenten, einen großen Theil seines Aufschwungs zu verdanken. B. betrieb einen angesehenen Verlag, insbesondere in technische« Werken. Ein dankendes Andenken bleibt ihm gesichert.
A Mainz, 6. Januar. Wie der Oberbürgermeister in der heutigen Sitzung der hiesigen Stadtverordneten-Versamm- lung mittheilte, hat sich die Bürgermeisterei aus Anfrage de» Ministeriums hin entschlossen, ebenso wie in anderen Städten hier eine Marktcommtssion zur Feststellung der Marktpreise für Getreide und Uebermiltelung derselben an da« statistische Amt in Berlin zu bilden. Die Commission besteht aus einem Mitglied der Handelskammer, einem Stadtverordneten und einem Landwirth. — Die Erhebung einer evangelischen Kirchensteuer im Betrage von 49,000 Mk. wurde durch die Stadtoerordneten-Versammlung genehmigt und weiter 81,000 Mk. zur Herstellung einer direkten Geleiseverbindung zwischen dem Hauptbahnhof Mainz und dem Hafen bewilligt. Ferner beschlossen die Stadwer« orbneten bie Errichtung eines stäbtischen Fernsprechnetzes, durch welches die 48 städtischen Büreavx ohne Berührung mit der Centralstation miteinander verbunden werden. Die Ausführung des Netzes wird von der Reichstelegraphen- Verwaltung bethätigt.
Mainz, 2 Januar. Ein in der Rheinthorstraße wohnendes Mädchen hatte mit dem Sohne eines hiesigen Metzgermeisters ein LiebeSverhältniß, das die Eltern des jungen Manne« nicht gern sahen. Der junge Mann brach deßhalb da« Der- hältniß ab. Am Sylvesterabend ersuchte baß Mädchen den Liebhaber in bringender Weise, mit ihm in die elterliche Wohnung zu gehen, weil eS ihn dringend sprechen müffe. Nach langem Zögern leistete der junge Mann dem Rufe Folge. Kaum hatren die jungen Leute ein Zimmer betreten, als baß Mädchen bie Thür abschloß, einen Revolver zog und auf ben jungen Mann zielte. Dieser sprang rasch h'nzu unb entwand dem Mädchen den Revolver- der Schuß aber entlud sich in die Wand. Der ungetreue L ebhaber machte alsbald von dem Dorkommniß der Polizei Anzeige, die nunmehr gegen daS Mädchen wegen Mordversuchs Untersuchung eröffnete. Nach Entwindung der Waffe drohte da- Mädchen, daß eS ihn doch noch mit einem zweiten in seinem Besitze befindlichen Revolver erschießen werde.
□ Kinzenbach, 3. Januar. Unser landwirthschaftllcheS Casino hielt am gestrigen Abend seine erste diesjährige V e r s am m l u n g ab. Die Versammlungen werden nunmehr bei unfern Wirthen abwechselnd gehalten unb zwar pflegt btr Verein jeden Monat eine Versammlung abzuhalten. Auf der Tagesordnung stand diesmal DorstandSwahl. In gewohnter Weise wurden die alten Mitglieder deS Vorstandes wieder gewählt. Ein Zeichen, daß dieselben ihr, wenn auch geringfügiges, Amt zu allgemeiner Zufriedenheit geführt hoben.
• Leipzig, 3. Januar. Das „Leipz. Tagebl " meldet: Gestern Abend gegen 9 Uhr wollten drei bei der sächsisch« thüringischen Industrie- und Gewerbe Ausstellung beschäftigte Arbeiter den Canal unfern der Ausstellung Überschreiten. Hierbei brachen zwei der Arbeiter im Etse ein- der dritte, welcher den Ertrinkenden zu Hilfe eilte, brach gleichfalls ein. Alle drei ertranken.


