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Nr. 6
Der
Htetzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS.
Die Gießener
Alamitienö kälter werben dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelcgt.
Erstes Blatts Freitag den 8. Januar
Gießener Anzeig er
Generat-Mnzeiger.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Gratisbeilage: Gießener Iamilienökätter.
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Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Amtlicher Tbsil.
Bekanntmachung,
betreffend: Abhaltung der Btehmärkte.
Mit Rückficht auf den Ausbruch der Maul- und Klauen« feuche zu Gießen, Bellersheim, Bettenhausen, Eberstadt, Hungen, Oppenrod, Rodheim, Hof Ringelshausen, Trais« Horloff und Steinheim wird die Abhaltung des Viehmarktes zu Gießen am 158. d. Mts. hiermit ver boten.
Gießen, den 7. Januar 1897.
Großherzogliches KreiSamt Gießen. • v. Gagern.
Gießen, den 4. Januar 1897.
Betr.: Erlaß einer Polizei - Verordnung für den Kreis Gießen; betr.: Den Verkehr für Radfahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Unter Bezugnahme auf den Schlußsatz unseres Aus« schreibens vom 29. December 1893 (Gießener Anzeiger Nr. 2 von 1894) sehen wir binnen fünf Tagen der Vorlage eines Verzeichnisses der in der Zeit vom 1. Juli bis 31. December 1896 stattgehabten und in Ihren Registern gewahrten Ab- und Zugänge von Fahrradbesitzern mit den zugehörigen Nummern entgegen.
v. Gagern.
Gießen, den 6. Januar 1897.
Betr.: Maßregeln gegen die Tuberkulose des Rindviehs. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der zum Großh.
Kreisveteriuäramt Grüuberg gehörigen Gemeinden.
Sie wollen den Fleischbeschauern aufgeben, die Tagebücher bis zum 15 Januar d. Js. an Großh. Kreisveterinäramt Grünberg einzusenden.
_________________v. Gagern.___________________
Gießen, den 5. Januar 1897.
Betr.: Lehrerbibliothek.
Die
Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
au die Schulvorstände des Kreises.
Wir beauftragen Sie, den Lehrern Ihrer Gemeinden mitzutheilen, daß die Lehrerbibliothek des Bezirks Gießen nunmehr im Schulhause der Stadtknabenschule dahier aufgestellt ist und daß Bücher aus derselben gegen Empfangsbescheinigung SamStags Nachmittags verabfolgt werden. Die länger als vier Wochen im Befitz einzelner Lehrer gewesenen Bücher find unverzüglich zurückzuliesern.
Anträge betr. Neuanschaffung von Büchern für sämmt- liche Lesebezirke find alljährlich im Laufe deS Monats März an den Großh. KretSschulinspector gelangen zu laffen und staden, soweit die vorhandenen Mittel reichen, Berücksichtigung.
v. Gagern.
Gießen, den 5. Januar 1897. Betr.: Die Prüfung von Aspiranten und Aspirantinnen für Turulehrerstellen.
Die
Sroßh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
au die Schulvorstände des Kreises.
Von nachstehender Bekanntmachung Gr. M. d. I., A. f. Sch.-A. geben wir Ihnen mit dem Auftrage Kenntniß, die Lehrer Ihrer Gemeinden hierdurch zu bedeuten.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit der Verordnung vom 10. Januar 1879, die Prüfung von Aspiranten für Turulehrerstellen betreffend, soll im Lause des Monats März k. I. dahier eine Tnrulehrerprüsuug abgehalten weroen.
Diejenigen Aspiranten und Aspirantinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, werden hiermit aufgefordert, ihre an die unterzeichnete Behörde zu richtenden
Meldungen bis spätestens zum 23. Januar k. I. bei den betreffenden Kreis-Schulcommtssionen, beziehungsweise Direktionen derjenigen höheren Lehranstalten, bet welchen sie beschäftigt find, etnzureichen.
Der Meldung ist betzufügen:
1. ein Tauf- oder Geburtsschein,
2. ein selbstgefertigter Lebeuslauf,
3. das Zeugniß der an einem Schullehrerseminar bestandenen EntlaffungSprüfung oder sonstige Zeugniffe über die Erwerbung einer entsprechenden allgemeinen Bildung,- in dem Falle, daß der Aspirant oder die Aspirantin auch die Definitortalprüfung bestanden hat, ist daS betreffende Zeugntß gleichfalls beigeschlossen,
4. ein Zeugniß über die erlangte turnerische Ausbildung und eventuell über bisherige Lehrthätigkeit,
5. ein amtliches LeumundSzeugniß.
Darmstadt, den 19. December 1896.
Großherzogliches Ministerium des Innern, Abtheilung für Schul-Angelegenheiten.
v. Knorr.
de Beauclatr.
WslffS telegraphisches LorrefpoKday-Bmear».
Berlin, 6. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Erlaß des Kaisers vom 1. d. M. an daS Kriegsministerium nebst den Bestimmungen zur Ergänzung der Etnsührungsordre zu der Verordnung über die Ehrengerichte der Offiziere des preußischen Heeres vom 2. Mat 1874.
Berlin, 6. Januar. Das Staatsmini st ertum trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Vorsitze deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 6. Januar. Bezüglich der Frage, ob ärzt- lichePrivatkltniken der Gewerbe st euer unterliegen, weift die „Berl. Corresp." auf ein vor längerer Zett abgegebenes Erkenntniß hin, daS sich für die Steuerpflicht als Regel ausspricht.
Berlin, 6. Januar. Nach einem gemeinschaftlichen Erlaß der Minister deS Innern und des Krieges find, wie die „Berl. Corresp." berichtet, Militärpflichtige, die nach erfolgter Anmeldung zur Stammrolle vor der Musterung in einen anderen Bezirk verziehen, wo die Musterung bereits stattgefunden hat, zur,AuShebung heranzuztehen.
Berlin, 6. Januar. Nach der Denkschrift zur Begründung des Gesetzentwurfs betreffend Regelung der Richtergehälter wird laut „Berl. Corresp." für die Senatspräfi- denten bei OberlandeSgerichten, Landgerichtspräsidenten, Oberstaatsanwälten das Gehalt von 7500 Mark in 12 Jahren bis 11000 Mark steigend vorgesehen. Die dreijährigen Zulagen betragen dreimal 900 Mark, einmal 800 Mark. Für OberlandeSgerichtsräthe, Landgerichtsdirectoren, die Ersten Staatsanwälte beginnt das Gehalt mit 5400 Mark und steigt mittelst dreier Zulagen ü 600 Mark in neun Jahren auf 7200 Mark. Für Landrichter, Amtsrichter, Staatsanwälte find Gehälter von 3000 bis 6300 Mark vorgesehen, nämlich acht Gehaltsklaffen von 3000, 3500, 4000, 4400, 4900, 5300, 5800, 6300, von denen jede rund 500 Beamte umfaßt. Der durch die Vorlage erforderte Mehrbedarf wird für die erste Kategorie auf 89900 Mae k, für die zweite auf 333 300, für die dritte auf 1943 400, zusammen auf 2 366000 Mark berechnet.
Hamburg, 6. Januar. Nachdem die Hafenarbeiter in ausländischen Häfen die Entlöschung von aus Hamburg kommenden Schiffen verweigert haben, wurden heute 50 der kräftigsten Männer auSgewählt, um nach den betreffenden Hafenplätzen befördert zu werden, wo sie die Hamburger Schiffe entlöschen sollen. Die Betreffenden wurden heute Nachmittag zunächst nach Kiel, alsdann nach Dänemark befördert. — Im Hafen find heute von 218 Schiffen 181 mit 403 Gängen in Arbeit. Am Quai lagen von in Arbeit befindlichen Schiffen 68, die mit 1302 Arbeitern an 181 Krähnen arbeiteten. In den Quaischuppen find 2203 Arbeiter beschäftigt. — Heute Morgen fanden 10 Appellversammlungen statt. In einer dieser Versammlungen forderte v. Elm die Strikenden auf, sich nicht auf einzelne Verhandlungen mit Arbeitgebern einzulaffen. Nur eine einheitliche Erledigung der Forderungen stimmt- licher Kategorien der Hafenarbeiter sei statthaft. — Au der Beerdigung eines verstorbenen Hafenarbeiters betheiligten sich etwa 3000 Personen. ES gab keine Ruhestörung.
Bern, 6. Januar. Wegen Verbreitung der Maul- und Klauenseuche im Großherzogthum Baden und der daher
drohenden Gefahr der Einschleppung hat daS schweizerische landwirthschaftliche Departement sür die Einfuhr von Klauenvieh die Zollämter Zurzach und Kaiserstuhl, Wasterkingen, Nuentwangen, Rafz, Rheinau, Durtgraben, Erzingen, Unterhallau, Schleitheim, Beggingen vorübergehend geschloffen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 6. Januar. Die Minister Bosse, Miquel und Thielen hielten heute Vormittag dem Kaiser Vortrag.
Berlin, 6. Januar. Wie verlautet, hat der Ober- Präsident der Provinz Sachsen bei der Handelskammer in Halle angefragt, auS welchem Grunde die Halle'fche Produkte nbörfe sich auflöste.
Berlin, 6. Januar. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bespricht heute die CabiuetSordre des Kaisers Über die Ehrengerichte der Offiziere und schließt mit den Worten: Der Erfolg der CabtnetSordre wird zweifellos der fein, daß Duelle wegen geringfügigen Ursachen ausgeschlossen find. ES werden trotzdem manche mit Allem Unzufriedene die Behauptung ausstellen, daß dadurch der sogenannte Duellunfug nicht ganz beseitigt sei. Wir meinen aber, daß alle Diejenigen zufrieden sein werden, die den thatsächltchen Ver- haltuiffen überhaupt Rechnung tragen wollen und deren Ansicht eS nicht ist, die Stände mit ihren verschiedenartigen Ehrbegriffen zu nivelliren.
Frankfurt a. M., 6. Januar. Die „Franks. Ztg." meldet auS St. Johann: Der Saar-Canal ist zugefroren, die Schifffahrt vollständig eingestellt.
Frankfurt a. M<, 6. Januar. Die „Franks. Ztg." meldet auS London: Wie der Newhorker Correspondent der „TimeS" erfährt, nimmt Mac Kinley großes Interesse an der Reise deS Senators Walcott nach Europa. Er habe Letzterem schriftliche Instructionen und EmpfehlungS« briefe an amerikanische Gesandte und Consuln und an andere osficielle Personen im Auslande mitgegeben. Mac Kinleys wirkliche Absicht sei, Stimmen für die Silberleute und sür eine Tariferhöhung zu gewinnen.
Erfurt, 6. Januar. Die hiesige Handelskammer beschloß, eine Petition an den Reichstag wegen Herabsetzung der Fernsprechgebühren zu richten.
Breslau, 6. Januar. Nach einer Meldung deS „BreSl. Gen.«Anz." haben die Breslauer Getreidehändler beschlosien, die Börse nicht zu verlassen. Dagegen nahmen fie eine Resolution an, welche der Abgeordnete Gothein verfaßte, in welcher die Solidarität der hiesigen Getreidehändler mit Bezug auf die von der Berliner und den übrigen Börsen gefaßten Beschlüsse ausgesprochen wird. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, einen Verein zum Schutze der Interessen de« Getreidehandels zu gründen.
Meiningen, 6. Juuuar. Vorgestern Abend wurde gegen die Lehrerin der Kinder-Bewahranstalt, Busch, auf dem Wege zum Bahnhofe ein unsittliches Attentat, sowie ein Raubmordversuch verübt. Die Lehrerin wurde durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Der Thäter ist entkommen.
Aussig, 6. Januar. Die SchiffsahrtS« und Kohlen-Jn« teressenten beschlossen, die hiesige Kohlenbörse fortbestehen zu lassen.
Budapest, 6. Januar. In Unghvar wüthete gestern ein verheerender Brand, der daS große Gebäude deS Kronenhotels und mehrere benachbarte Häuser einäscherte. Hierbei ereigneten sich verschiedene Unglückssälle. Der Gom- Mandant der Feuerwehr wurde von einem herabstürzende« Balken getödtet und mehrere Feuerwehrmänner kamen in den Flammen um. Vier Soldaten erlitten bei den Rettungsarbeiten schwere Verletzungen.
Rom, 6. Januar. Der Papst präfidirte heute der Con- gregation der Riten. Er verschrieb testamentarisch sein Vermögen seinem Nachfolger, mit Ausnahme der 1887 gelegentlich feines Jubiläums erhaltenen Geschenke, welche dem PeterSpfennig zufließen.
Rom, 6. Januar. Baldissera ist auf sein Verlangen vom KctegSminister seines Postens als Generalgouverneur von Erythrea enthoben worden. General Begano wurde zum Civilgouverneur ernannt. DaS militärische Commando wird einem Obersten anvertraut.
Paris, 6. Januar. „Petite Republique" erklärt, daß fie infolge vertraulicher Mittheilungen auS dem Kriegsministerium an die Regierung die Frage richte, ob die Befürchtungen, daß der europäische Friede nicht mehr lange andauere, begründet seien. Der Kriegsminister habe nämlich allen Ossi- zieren an der Grenze Fragebogen überreichen lassen, tu welchen die Namen, der Familienstand, die Kinderzahl, daS Vermögen und sonstige Personen in der Familie angegeben


