Gewitter. Zustände de- Erdmagnetismus und die in Tele- graphenttnieu beobachteten electrischen Erdströme.
Pole, 4. August. Der „Röln. Ztg." wird au- Kon. staortoopel gemeldet: Bei dem gestrigen Abschieds- Empfang der Mitglieder des deutschen Rothen Kreuze- sprach der Sultan für die Pflege der Ber- wundeteo seinen Dank aus und sagte, er und sein Volk würden die- niemals vergeffen. Besonders wurde Profefior Nofie, der fich bei einer Operatiou seinerzeit eine Blutvergiftung aa der Hand zugezogeu hatte, vom Sultan ausgezeichnet.
Görlitz. 4. August. Unter Borfitz des Oberbürgermeister« Büchtemann fand heute die Bildung eines ComiteS zur Unterstützung der durch das Hochwasser Geschädigten statt. Der Magistrat hat die Einsetzung einer Commission zur Feststellung deS Schadens beschlofien. ES gehen bereits zahlreich Unterstützungsgelder ein.
Dre-deu, 4. August. Der Personen- und Güterverkehr zwischen Blasewitz—Pillnitz wird am 5. August von der „Tächfisch-böhwischen Dampfschifffahrtsgesellschaft" wieder eröffnet. Am 6. August erfolgt die Ausdehnung deS Verkehrs auf die Strecke Dresden—Blasewitz—Pirna und am 7. August auf die ganze Linie. Ja mehreren Ortschaften an der Elbe werden jetzt Erhebungen über ein- gebrachte- Strandgut von Sachverständigen und von der LandeSgendarmerte eiugeleitet. Der Werth des geborgenen Gutes ist stellenweise ein hoher.
Wien, 4. August. Der directe Personenverkehr zwischen Wien, Tirol, der Schweiz und Frankreich ab Süd- bahnhos über Bruck, Leoben, St. Michel und Kufstein ist wiederhergestellt.
Wie», 4. August. Die Staatsbahnstrecken Wien- Vöcklabruck mir Umsteigen zwischen PrtuzerSdorf und LoSdorf, ferner Asten —Kletomüachen, St. Pölten — Löbersdorf, St. Pölten—Herzogenburg—Atzenbrugg find für den Ber- kehr wieder frei. Auf der Linie Kletnreifling—Selzthal wird der Tagesverkehr voraussichtlich am 6. d. M. wieder aufgeuowmen werden können, wodurch dann der Verkehr über Amstetten—Selzthal nach Salzburg, Throl und darüber hinaus, sowie nach Auffee wieder frei wird.
Gmunden, 4. August. Das Hochwasser hat fich hier verlaufen. Die Wege sind gereinigt. Concerte und Theatervorstellungen werden wieder ausgenommen. Die Zufuhr von Lebensmitteln ist normal, der Verkehr mit Linz und Salzburg ungestört.
Budapest, 4. August. (Saatenstand Ende Juli.) Die herrschende Witterung hat eine schädliche Wirkung auf die Saaten gehabt. Die Ernte entspricht, ausgenommen zweier Comitate, nicht den Erwartungen. Da- Ergebniß ist geringer, als man vor einigen Wochen hoffte und beträgt quantitativ als qualitativ im Durchschnitt 20—30 pCt. unter Mittel. Der Wetzenertrag wird auf 27000000 Metercentner veranschlagt, der Roggen ertrag auf 9 680000, der Gerste ertrag auf 9250000. Die Qualität ist mitunter gut, sogar bester al- im Vorjahr. Hafer steht quantitativ wie qualitativ genügend und gut- der Ertrag wird auf 8620000 geschätzt. Die Hackfrüchte stehen im Allgemeinen gut. Flachs hat unter der Unbill des Wetters gelitten. Rüben versprechen mittleren, Obst geringen Ertrag.
Loudon, 4. August. Der Anwalt der Chartered Company erklärt die heutige Meldung der „Morning Post", Rhode« und Reid hätten eine Entschädigungssumme von 250000 Pfd. Sterl. an Transvaal gezahlt, für unbegründet.
Depeschen de» Bureau .Herold."
Berlin, 4. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die Blättermelduug von einer bevorstehenden Neubesetzung de- Reichskanzleramtes und des hannoverschen Oderprästdium- als vollständig unbegründet.
neue Straßenzüge, besonder« im Osten, hübsche Villen, elegante Ziergärten an Farbe und Lebhaftigkeit entschieden gewonnen hat und immer mehr gewinnt, aber nicht so rasch har man seine herrlichen Anlagen, benannt nach den Himmelsrichtungen, durchschritten. Denn hier giebr eS zu virl, was zum Bleiben und Rasten einlädt, etnlädt mit jenen süßen, vertrauten Stimmen, welche die Natur für unS hat, ob fie fich nun naht mit der zarten, dämmerhaften Schönheit de« ersten FrühlingSgrünS oder der siegenden Pracht sommerlicher Blüthensülle. Gerne gestehe ich, daß z. B. die volle, warme Schönheit der Gießener Ostanlage, die fich am „Botanischen Garten" vorbeizieht und einen künstlerischen CulminationSpunkt in den das leuchtende Lte- bigS-Denkmal umgebenden Beeten und Baumgruppen erreicht, in meiner Vorstellung den Vergleich mit jeder Stadtanlage aushalten kann. Aus dem Grün der Gärten und Anlagen gelangen wir in die weitere Umgebung Gießens. DaS Fernbild wird durch die sich fast gegenüberliegenden Höhen des „Schiffenberg" und deS „Gleiberg" mit dem „Vetzberg", die beiden letzteren dem breiten wuchtigen Rücken de« „DünSberg" vorgelagert, wirkungsvoll abgeschloffen. Niemand sage, er kenne Gießen, wenn er nicht auch auf seinen Bergen Bescheid weiß- sie gehören dazu wie die Glocken zu den Kirchen, die vollen, starken Töne werfen erst fie in da- Landschastsbild.
Ich Höne von einer Familie, die lange Zeit in Neapel gelebt, da- südliche Klima aber nicht mehr vertragen tonnte und nun Umschau nach einem nördlichen Wohnort hielt. In diesem sollte sie aber immer etwa- an ihr geliebtes Neapel erinnern. Und nach mühevollem Suchen fand fie endlich Gießen und begrüßt freudig den Fund, denn die kahlen Bergkegel deS Gleiberg und Vetzberg, wie fie einsam ander Ebene aufragen, zauberten ihnen, nach Form und Gruppirung, die Erinnerung an die feuerspeienden Vesuv- krarer hervor.
Berlin, 4. August. Die Kaiserin hat vor ihrer Abreise anS Tegernsee für die Hilfsbedürftigen des Bezirks den Betrag von 1000 Mark und für Zwecke ber evangelischen Kirchengemetude 500 Mark überweisen lassen.
Berit», 4. August. Der „Local-Anzeiger" meldet auS Jardoe: 12 Sibiriendampfer, 15 Walfischdampfer und Spitzbergenfahrer haben Auftrag erhalten, nach Andree zu forschen. Gleichzeitig sollen sie auf den Gegenstand achten, den der holländische Capitän Lehmann im weißen Meere beobachtet und für den Ballon Andrees gehalten hat.
Berlin, 4. August. Heute Abend 7 Uhr 20 Mtn. verläßt das Kaiserpaar an Bord der „Hohenzollern" Kiel und wird am 7. d. MtS. Vormittags zum Besuch de« russischen KatferpaareS auf der Rhede von Kronstadt eintreffen.
Berlin, 4. August. DaS hiesige Eentral-Eomits für die durch die Ueberschwewmung heimgesuchten Gegenden Deutschland« hat fich gestern constiruirt und erläßt heute einen Aufruf an die Bürgerschaft der Reich-Hauptstadt.
Berlin, 4. August. AuS den Hochwassergebieten liegen folgende Meldungen vor: In Zollaffowitz (Schlesien) ist ein schwerer Wolkenbruch niedergegangen, der coloffalen Schaden anrichtete und die Fischzuchtanstalten zerstörte. — In Niederbayern schwemmte der Rott und der Inn enorme Getreidemaffen von den Feldern weg, in Grießbach auf einem Gute allein ca. 1000 Fuhren Getreide. Für Wien ist die Hochwaffergefahr noch immer nicht geschwunden, da die Donau fortwährend steigt. In Auffee find 15 Häuser zerstört und 17 Brücken weggeriffen. In Ungarn nimmt wegen der Mißernte die Auswanderung zu.
Kiel, 4. August. Ueber die Reise-Dispositionen deS Kaiserpaares verlautet, daß daffelbe nach der Rückkehr von Rußland am 14. August hier eintrifft und fich von hier wieder nach Berlin begeben wird. Heute Mittag stattete das Katserpaar im Königlichen Schloß der Prinzesfin Heinrich einen Besuch ab. Nachmittags machten die Majestäten an Bord der Marine Aacht „Comet" eine Vergnügungsfahrt auf der Außenföhrde.
vielitz, 4. August. Ein Wolkenbruch mit Hagelschlag hat gestern Abend neuerdings die unteren Stadttheile überschwemmt. Ein Theil der Schloßmauer ist etngestürzt. Die Saybuscher Bahnstrecke wurde durch Rutschungen betriebsunfähig.
London, 4. August. Unterrichtete Ftnanzkreise sehen den Abschluß des griechischen KriegScontributionS- AnlehenS als perfect an. Betheiltgt sind außer reichen Griechen nur gewisse französische und englische Bankcoterieu. Der Zinsfuß soll sehr hoch sein. Der Widerstand deS König« gegen die fremde Administration gilt als nur zum Schein.
Stockholm, 4. August. In Gothenborg ist gestern aus der Stadt Germania im Staate Iowa (Nordamerika) folgende Depesche beim Baron Dickhon eingelaufen: „Andree schwebend in südwestlicher Richtung auf 10. Längengrade gegen Edanland gesehen. Ole Brokke." Der Absender ist unbekannt. Man sagt, e« sei ein Norweger Redacteur in der genannten Stadt. Nordenskjoeld, der über die Angelegenheit befragt wurde, sagt, der Meldung sei nicht zu trauen.
Athen, 4. August. Außerhalb Trikala im Walde von PapadopuloS fand ein Gefecht zwischen 2000 türkischen Infanteristen und 200 Reitern einerseits und den Einwohnern mehrerer von ihnen bedrohter Dörfer andererseits statt, wobei die Türken angeblich 70 Todte, die Griechen 26 Tobte und zahlreiche Verwundete zählten. Die elektrischen Scheinwerfer der griechischen Kriegsschiffe sind Nachts auf das linke Flußufer des SperchoioS gerichtet, wo verdächtige feindliche Bewegungen gemerkt werden.
Berlin, 5. August. Zu der Anregung einiger Blätter zwecks schleuniger Gewährung staatlicher Hilfe für die durch Hochwasser Geschädigten eine außerordentliche ReichStagSsesfion einzuberufen, schreiben die „Berl. Polit. Nachr.": Abgesehen davon, daß fich zur Zeit der Umfang des Schadens noch nicht mit Sicherheit übersehen laffe, sei es nicht Sache des Reichs, sondern der einzelnen Bundesstaaten, hier helfend etnzugreifen. Was das neben Sachsen und Württemberg am meisten geschädigte Preußen anlange, so sei da- in der Lage, aus eigenen Mitteln für Alle-, was nach Lage der Dinge von Staat-wegen zu deffern fein wird, vollständig zu sorgen. Man werde indeffen nicht vergeffen dürfen, daß die Verwendung von StaatSgeldern zur Beseitigung der Ueberschwemmungsschäden auch ihre zwei Seiten habe und daß die Erfahrungen, welche mit den infolge der Hochwasserschäden von 1888 und 1889 beantragten Noth- standscrediten gemacht find, dringend zur Vorsicht mahnen.
Posen, 5. August. Gegen den Probst Hechmann und den Haupilehrer Stoll in Mieltschin, die beide bei einem Waldfest beim Kaiserhoch sitzen blieben, ist Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhoben worden. Dem Probst Hechmann ist die Befugviß zum Religionsunterricht entzogen worden.
Warschau, 5. August. In Kremtscherg ereignete fich ein entsetzliches Unglück. Die städtische Frauen-Bade- anstalt auf dem Dnjrper, in welcher über 400 Frauen badeten, hat fich gelockert und ist fortgeschwommen. Trotz zur Rettung abgesandter Boote sanden ca. 200 der Frauen ihren Tod in den Wellen.
CocwU# und proohtsfcUes,
Sieben, den 5. August.
• • Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 4. August u. A. den Pfarrer Schreiber von Langd, den Pfarrer Lehn von Offenbach, den Geh. Medicinalrath Professor Dr. Löhlein von Gießen.
• • Vermächtnisse. Im Lause der Monate April, Mai und Juni I. I. sind lt. „Offb. Ztg." von dem Groß-
s Herzog Schenkungen und Vermächtnisse bestätigt worden^ die den Gesammtbetrag von 94,970 Mk. erreichen. Den größten Antheil mit 31,025 Mk. erhalten katholische Kircken- gemeinden, dann folgen eine Anzahl wohlthätiger Anstalten und Vereine mir 27,472 Mk., die israelitischen Gemeinden mit 20,000 Mk., mehrere Communen mit 10,730 Mk., evangelische Kirchengemetnden mit zusammen 4743 Mk. und Museen mit 1000 Mk. Außerdem entfallen auf katholische Kirchengemeinden noch eine Anzahl Hofraithen und Grabgärten in ziemlich bedeutendem Werthe.
Erledigte Lehrerstelle». Erledigt find: Zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau mit nach dem Dienstalter fich bemessenden jährlichen Gehalten von 1000—1600 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biebesheim, Kreis Groß Gcran, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1400 Mk. Mit dieser Stelle lü die Halste des Organistendtenste« verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Banschhetm, Kreis Groß Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hungen, Kreis Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lehrbach, KreiS Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, KreiS Heppenheim, mit einem jährl. Gehalte von 1000 Mk.
* * Rekrutiruug i» Hessen. In dem abgelaufenen Ersotz- jahre wurden bet der Großh. Hessischen Division 3547 Rekruten eingestellt, von denen 4 ohne jede Schulbildung waren, was seit dem Ersatzjahre 1884/85 nicht vorgekommen ist.
• * Hessische Staatsschuld. DaS neue Staatsbudget enthält bet der Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld einen Mehrbedarf von rund 6 374000 Mk., so daß diese Ab- theilung mit einem Zuschußbedürfniß von rund 7 934 000 Mk. abschlteßt. Der Zugang ist durch die Verstaatlichung der Ludwigsbahn, den Bau der Nebenbahnen, die Einstellung eines AnlehenS für den Bau einer Rheinbrücke (WormS) rc. bewirkt worden. Die eigentliche Staatsschuld betragt derzeit 214000000 Mk., worunter die Oberhesfische Eisenbahnschuld mit 31500000 Mk., die Mainzer Brückenschuld (3500000 Mark), die Nebenbahnanleihe mit 13 000000 Mk.) und die Schuld wegen Erwerb der Ludwigsbahn mit 166000000 Mk. Diese Schuldcapitalien erhöhen sich bis zum Schluffe der Finanzperiode auf Grund früher erfolgter Bewilligungen wegen den Nebenbahnen auf 29 000000 Mk., für die Lud- wigSbahnschuld (falls der Wormser Brückenbau zur Vollendung gelangt) auf cs. über 190000000 Mk. Eine weitere Erhöhung bringt die Aufnahme mehrerer Anleihen zu productiven Zwicken, wodurch sich der Gesammtbetrag der eigentlichen Staatsschuld bis Ende der neuen Finanzperiode auf rund 268000 000 Mk. stellt. — Der Stand der Aktiven der Hauptstaatskaffe beträgt z. Zt. rund 9 925000 Mk., der Stand der Activrn der Schuldenverwaltnng 2 497 000 Mk., zusammen 12 422000 Mk.- verglichen mit obigem Stand der Passiven von 214 000 000 Mk. ergibt fich ein Netto- Pasfivbeftand von 201078 000 Mk., an dem der Werth der mittelst Tilgungsrenten allmählich eingehenden StaatS-Activ- capitalien wegen abgelöster nicht-fiscalischer Grundrenten mit rund 923 000 Mk. abzusetzen ist.
♦* Wetterbericht. Da» barometrische Maximum bedeckt heute Scandinavren, England, Deutschland und den nördlichen Theil von Frankreich. Die Luftdruckunterschiede sind daher von allen Seiten her sehr gering. Da« Wetter ist in Deutschland fast allenthalben wolkenlos und bereits am Morgen etwas wärmer als gestern. Nur im Alpenvorlande trat noch starke Bewölkung auf, die aber unter Tags abnahm. — Voraussichtliche Witterung: Allgemein heitere« und warme« Wetter.
Pariser Geheimpolizisten.
Der ehemalige Chef der Pariser Sicherheitspolizei, Herr Goron, der nach seinem Rücktritte Journalist geworden ist, und gegenwärtig seine Memoiren im „Journal" veröffentlicht, kommt, wie der „Frkf. Ztg." geschrieben wird, darin wiederholt auf die Findigkeit seiner ehemaligen Agenten zu sprechen. Goron, dem eS in seinen Memoiren in erster Linie darum zu thun ist, eine gründliche Reform der Geheimpolizei herbeizuführen, hat in der großen Fülle interessanter Anekdoten und ReminiScenzen auch Einiges von den Verkleidungen mitgetheilt, deren die Geheimagenten fich oft bedienen müssen, um unauffällig ihrem Berufe nachzu- gehen. Die Verkleidungen und Verstellungen gelingen oft, aber nicht immer und Goron selbst mußte dies eines Tage« in London erfahren, als er auf der Suche nach Arton, den ein Angeber ihm in die Hände spielen sollte, mit einem seiner Agenten eine kleine Cowödie in Scene gesetzt hatte. Der Agent sollte, da Arton fich angeblich mit dem Verkauf gestohlener Werthp-rpiere befaßte, ein Packet italienischer Rente zum Kaufe anbieten und Goron als unbetheiligter Paffant in den Bar treten, wo die Zusammenkunft verabredet war. Der Agent spielte seine Rolle vortrefflich, allein der Cylinderhut, den Goron eben in einem der ersten Läden Londons gekauft hatte, kam der verdächtigen Gesellschaft so franzöfisch vor, daß diese fich schleunigst au« dem Staube machte und Goron da« Nachsehen, sowie die Begleichung der Zeche ließ.
Erst vor Kurzem soll ein als Geistlicher verkleideter Geheimagent da« Treiben einer Taschendiebs - Bande vor dem Omnibus-Bürean, gegenüber dem Bahnhöfe Saint- Lazar, Dank dem Brevier, in dem er eifrig zn lesen schien, so gut beobachtet haben, daß auf ein verabredete« Zeichen


