Hauses beauftragt, das Beileid des Königs auszudrücken. Kaiser Wilhelm hat dem deutschen Consul telegraphisch den Auftrag ertheilt, daS Beileid des Kaisers zum Ausdruck zu bringen und einen Kranz am Sarge niederzulegen.
Pari», 4. Januar. Nach einer Meldung des „Figaro" sollen während der diesjährigen Herbstmanöver vier ArmeecorpS in Kriegsstärke im Lager von ChalonS vereint werden.
Sevilla, 4. Januar. Eine Räuberbande führte bei Roda die Entgleisung der Maschine eines Eisen« bahnzugeS herbei, der einen Geldtransport enthielt- es gelang den Beamten des Zuges, die Räuber, welche den Zug plündern wollten, in die Flucht zu schlagen.
Loudon, 4. Januar. Heute Morgen fand in Chatam die Kiellegung des neuen Schlachtschiffes „Goliath" statt, welches in 20 Monaten fertiggestellt werden soll. Die Länge desielben wird 390 Fuß, die Breite 74 Fuß betragen, daS Deplacement ungefähr 13000 Tonnen. In Portsmouth fand die Kiellegung des gleich großen Schlachtschiffes „CanopuS" statt.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 4. Januar. Den „Berl. Reuest. Rachr." wird auS militärischen Kreisen geschrieben, eS bestätige sich die Nachricht, daß der Kaiser am NeujahrStage eine Ordre gegen das Duell der Offiziere erlaffen hat. Es soll darin gesagt sein, eS sei der Wunsch des Kaisers, baß „endlich einmal" die Duell Leidenschaft aufhöre. Jeder O!fizter ist darnach verpflichtet, bei jedem einzelnen Streit» falle seinem Ehreurathe Meldung zu machen, ehe er selbst irgend welche Schritte thut. Der Ehrenrath hat die Verpflichtung, den Streit auf jedem ordentlichen Wege beizulegen. Der Wortlaut soll demnächst an die Armee bekannt gegeben werden.
Berlin, 4. Januar. Ein neues Heilserum gegen Tuberkulose hat, wie der „Local-Anz." von gut unterrichteter Seite erfährt, der bekannte hiesige Bacteriologe Dr. F. Niemann entdeckt. Schon in der nächsten Zeit soll die Veröffentlichung der interessanten Entdeckung in der medictntschen Fachpresse erfolgen. DaS neue Heilserum soll keine unangenehme Nachwirkung besitzen und Einspritzungen von großen Quantitäten weder Fieber noch sonstige Störungen bei den Patienten Hervorrufen.
Berlin, 4. Januar. Dem „Berl. Tagebl." zufolge haben einige europäische Großmächte, darunter Frankreich und Rußland, sich entschlossen, bet den Vereinigten Staaten von Nordamerika ihren Einfluß dahin aufzubieten, daß eS zwischen ihnen und Spanien zu keinem Bruche kommt.
Berlin, 4. Januar. Auf seinem Gute Brunn ist der ehemalige NeichStagsabgeordnete Heinrich von Oertzen gestorben.
Berlin, 4. Januar. Die Verhandlung gegen den Crtmtnalcommissar v. Tausch dürfte in den ersten Tagen des Monat Februar stattfinden. Wie verlautet, wurden 30 Zeugen geladen.
Berlin, 4. Januar. In der Sache gegen Tausch wegen wissentlichen Meineids haben heute verschiedene Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter stattgefunden. ES wurde der Gerichts-Berichterstatter Föllmer, welcher bekanntlich im Prozeß Leckert-Lützow mit angeklagt war und die Redacteure Dr. Bachler und Berger von der „StaatSbürger-Zeitung" vernommen. ES ist festgeftcllt worden, daß Tausch den Versuch gemacht hat, in den Besitz deS Föllmer'schen Schriftstückes zu kommen und deshalb auch bei Levisohn gewesen ist. Später hat fich Tausch auch an Föllmer gewandt wegen des Originals, welches ihm Föllmer auch auSgehändigt hat.
Berlin, 4. Januar. Unter Vorsitz des Geh. Medictnal- rathS Professor v. Bergmann fand gestern eine Versammlung der ärztlichen Inhaber der Privat- kltniken in Berlin statt, um gegen eine Verfügung der Steuerbehörde, wonach die ärztlichen Besitzer erwähnter Anstalten auch den Gewinn aus ihrer Thätigkeit in diesen Kliniken versteuern müssen, Stellung zu nehmen. Professor v. Bergmann schlug vor, daß man bei dem Oberverwaltungsgericht klagbar werden müsse. Ferner müsse eine Deputation beim CultuSminifter unter Darlegung des Sachverhalts vorstellig werden. Die Versammlung ernannte eine Commission zur Durchführung der Klagen gegen die Steuerbehörde bis zur höchsten Instanz.
Wien, 4. Januar. ES verlautet, der Kaiser reise zum Jubiläum der Königin Victoria nach Loudon.
Wien, 4. Januar. Die „Reichswehr" meldet auS Paris: Die letzten Ereignisse im Orient seien auf die Gesundheit deS Sultans nicht ohne Einfluß geblieben. Namentlich hätten des Sultans geistige Fähigkeiten sehr gelitten. Er leide an Verfolgungswahn.
Prag, 4. Januar. In letzter Zett wurden hier in den Abendstunden wieder in verschiedenen Gassen die Reichsadler an den Briefkästen besudelt.
Agram, 4. Januar. Der Bischof Stroßmayer hat die Ertheilung des Religionsunterrichts, sowie das Predigen und Beichten in ungarischer Sprache in seiner Dtöcese verboten.
Rom, 4. Januar. Der König, dessen Gesundheit vollständig wiederhergestellt ist, wird heute die üblichen Vorträge entgegennehmen.
Parts,4.Januar. AuS Madagaskar wird gemeldet, daß General Galltent entschlossen sei, die Königin abzusetzen, weil sie bet der Neujahrsfeier tm Königlichen Palast eine Demonstration für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Insel veranstaltet hat.
Salat», 4. Januar. Der Dampfer „Deux Fröres" gtng tn der Nähe der französischen Küste unter, die auS 16 Personen bestehende Mannschaft ist ertrunken.
Newyork, 4. Januar. In einem Silberbergwerk in der Nähe von Pachnea ist ein Grub en brand auSgebrochen, wobei 34 Bergleute ihren Tod fanden. Sämmtliche Leichen find bereits geborgen.
Berlin, 5. Januar- Die von einzelnen Blättern dem Kaiser zugeschriebene Aeußerunz bezüglich deS Stutt- gar ter Zweikampfes ist der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge erfunden.
Berlin, 5. Januar. Der Finavzmintster wird am nächsien Freitag den StaatShaushaltS-Etat pro 1897/98 mit einer Rede tm Abgeordnetenhause einbriogeu.
Berlin, 5. Januar. Die Einbringung deS AuS- wanderungSgesetzeS im Reichstage ist dem Vernehmen nach Ende Januar oder Anfang Februar zu erwarten.
Berlin, 5. Januar. Die „StaatSb. - Ztg." bestätigt unsere gestrige Meldung, daß ihre Redacteure Dr. Bachler und Berger gestern vom Untersuchungsrichter vernommen worden sind. Sie wurden gefragt, ob ihnen Normanu'Schumann bekanvt sei, ob und in welcher Form er Beziehungen zur Redaction gesucht und eventuell, wie er sie ausgenutzt habe. Das Ergebntß der Vernehmung sei ein negatives gewesen. Normann-Schumann habe ebenso, wie in anderen Redactionen, auch in der „Staat»b.-Ztg." Anschluß zu finden gesucht, habe aber stets eine Ablehnung erfahren. Auch bezüglich der fich auf Anstiftung der MajestälSbeletdigung gegen Normann-Schumann erstreckenden Ermittelungen wurden die beiden Redacteure vernommen.
Hamburg, 5. Januar. Eine Tabakarbeiter-Derfammlung beschloß, wöchentlich die Strikesteuer von 1 auf 2 Mark zu erhöhen.
Hamburg, 5. Januar. Auf dem Dampfer „Austria" ist an den für den Export bestimmten Maaren ein großer Diebstahl verübt worden. Der Diebstahl wurde erst bemerkt, als das Schiff in den Bestimmungshafen einlief.
Warschau, 5. Januar. DaS Eldoradotheater ist gestern abgebrannt. Ein Mann kam im Feuer um, drei erlitten schwere Verletzungen.
_ Co«*U» nnö prorittjicOtf.
Gießen, den 5. Januar 1897.
*• Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 30. December 1896 den Hosjunker Polizetamtmann v. Bechtold, sowie am 2. Januar 1897 den Hofjunker Kreisamtmann v. Werner zu Kammerjunkern zu ernennen.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordueteu- Versammlnug Donnerstag den 7. Januar 1897, Nachmitta gs 3!/2 Uhr: 1. Vorlage der Rechnung der Stadt Gießen pro 1895/96 und Erstattung des Verwaltungsberichts. 2. Erläuterung der RevifionSbemerkungen zur Rechnung der Stadt Gießen pro 1894/95. 3. Die Erhebung der evangelischen Localkirchensteuer. 4. Gesuch deS Heinrich Benner II. dahier um pachtweise Ueberlassung einer städtischen Wiese an der Lahn für die Zwecke seiner Badeanstalt. 5. Umbau deS früher Matteiß'schen Hauses tn der Frankfurterftraße,- hier: Austausch von Gelände. 6. Das Eeräthemagazin auf OSwaldS Garten- hier: Errichtung einer Wohnung in demselben. 7. Gesuch des Ausschusses für Errichtung eines Kriegerdenkmals um Ueberlassung des Marktplatzes für das Denkmal.
•* Militardteostoachrichteu. Dr. Clasen, einjährig, freiwilliger Arzt vom Husarenregiment König Wilhelm I. (1. Rhein.) Nr. 7, unter gleichzeitiger Versetzung zum Ins.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116, zum Unterarzt ernannt und mit Wahrnehmung einer bei ge- uanntem Truppentheil offenen Assist.-Arztstelle beauftragt.
** Schuldienst-Nachrichten. Am 2. December wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf dir 1. Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Elmshausen, Kr. Bensheim, präsentirte Schullehrer Carl Krauß zu Hähnlein für diese Stelle bestätigt- — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Hardt zu Btndsachsen die 2. Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Langsdorf, Kreis Gießen, übertragen- — an demselben Tage wurde der Schullehrer an der katholischen Schule zu Hirschhorn Heinrich Malst auf sein Nachsuchen von der ihm übertragenen Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Büdesheim enthoben und bis auf Weiteres auf seiner seitherigen Stelle belaffen- — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpirauten Philipp Beck aus Welgesheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms, — au demselben Tage wurde dem SchulamtSaspiranten Jacob Sieder aus Höchst a. N. eine Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Groß-Gerau, — am 5. December wurde dem SchulamtSaspiranten Wilhelm Oftheim aus Darmstadt eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Bensheim, — an demselben Tage wurde der SchulamtSasptrantin Franziska Höhliug auS BenSheim eine Lehrertnnenstelle an der kath. Schule daselbst- — am 14. December wurde dem Schul- amtSaspiranten Ludwig Keller auS Steinbach, Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Pfungstadt, KrrtS Darmstadt, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaspiranten Christian Alb ach auS Dorf Gill, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Queckborn, KcetS Gießen, übertragen.
** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Feldkrücken, Kreis Schotten, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Eine Lehrerstelle an der kathol. Schule zu Herbstein, Kreis Lauterbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1400 Mk. Mit der Stelle kann Organistendtenft verbunden werden. Eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mombach, Kr. Mainz, mit einem nach dem Dienftalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1600 Mk. Dem betreffenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers au dieser Schule übertragen werden. An der Gemeindeschule zu Laubenheim, Kreis Mainz, eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle und eine mit einer kathol. Lehrerin zu besetzende Lehrertnnenstelle mit einem jährlichen Gehalte von je 900 Mk.
** Aus dem Berwaltuugsbericht Großh. Bürgermeisterei Gießen 1895/96. Im Kalenderjahr 1895 wurden tu Gießen geboren 298 eheliche, 185 uneheliche Knaben, 251 eheliche 122 uneheliche Mädchen, zusammen 856 Kinder. Von den zum größten Theil tu der Entbindungsanstalt geborenen unehelichen Kindern waren 267 Mütter von auswärts, 40 von hier. — Todtgeboren waren 23 eheliche, 10 uneheliche Stinber. Bon 443 Sterbefällen betrafen 265 männliche, 178 weibliche Personen. — Bon in 1895 bezeichneten Geburten entfallen auf in Gießen wohnhafte Eltern 547, von den im selben Jahr gestorbenen Personen waren tu Gießen wohnhaft 287, es betrug danach der Geburtenüberschuß 260. — Ehe- schlteßungen kamen 172 vor. — WaS die städtischen Unter« richtSanstalten betrifft, so besuchten 1) die Vorschule deS Gymnasiums im Sommer 1895 89, tm Winter 1895/96 91 Schüler. Der Gesammtzuschuß der Stadt belief fich auf Mk. 575.84 oder Mk. 6.40 pro Schüler. — 2) DaS Real- kl mnafium besuchten in 9 Klaffen 273 Schüler im Sommer, 264 im Winter, die Realschule in 7 Klaffen 288 Schüler im Sommer, 279 im Winter, die Vorschule beider vorgenannten Anstalten im Sommer 127, im Winter 126 Schüler. Die beiden Anstalten erforderten einen Zuschuß der Stadtkaffe von Mk. 31,864.69 oder Mk. 46.96 pro Schüler. 3) Die höhere Mädchenschule besuchten in 10 Klassen im Sommer 302, im Winter 296 Schülerinnen, die erweiterte Volksschule für Mädchen tn 8 Klassen im Sommer 199, tm Winter 190 Schülerinnen. Der Zuschuß aus der Stadtkaffe zu den Kosten der vereinigten Schulen betrug Mk. 25,034 oder Mk. 50.73 pro Schülerin. 4) Von der Volksschule besuchten die Stadtknabenschule in 8 Klassen (wovon 6 in zwei, die 8. in drei Abtheilungen unterrichtet wurden) im Sommer 795, im Winter 794 Schüler die Anstalt, die Stadtmädchenschule in 8 Klassen, wovon 7 in zwei, die 8. in drei Abtheilungen unterrichtet werden im Sommer 972, tm Winter ebenfalls 972 Schülerinnen. 7 geistig zurück- gebliebene Kinder wurden besonders unterrichtet, an dem Unterricht für Stotterer und Stammler nahmen 31 Kinder Theil. Der Zuschuß aus der Stadtkasse belief fich aus Mk. 81,800.17 oder für ein Schulkind auf Mk. 46.30. — Der 1893 errichtete Knabenhort war von 52 Knaben besucht, der 1895 errichtete Mädchenhort von 53 Mädchen. — Der facultative Handfertigkeitsunterricht für Schüler aller Lehranstalten wurde von insgesammt 49 Schülern besucht. — In der Fortbildungsschule belief ficy die Schülerzahl insgesammt auf 366, die in den Gruppen je nach ihrer gewerblichen Branche unterrichtet wurden. — In der vom kaufmännischen Verein gegründeten und betriebenen Fachschule mit Lehrltngsheim wurden im SommercurS 45, im Winter- curs 115 Schüler in den wesentlichsten Fächern unterrichtet/ daS Lehrlingsheim war Abends durchschnittlich von 16 Lehrlingen besucht. — Die erweiterte Handwerkerschule (Tagschule) haben besucht im Sommer 20, im Winter 88, die Sonntags- zeichenschule im Sommer 196, im Winter 163 Schüler. — In der Aliceschule für Frauenbildung und Erwerb nähme« theil am Weißzeugnähen 42, Sticken 24, Kleidermachen 27, Bügeln 17, Lehrerinnencurs 9, KochcurS 29 Schülerinnen. — Den Feierabend für Lehrlinge besuchten 158 Lehrlinge, durchschnittlich 63 den Abend. — In der Kleinkinderschule waren im Sommer 210, im Winter 236 Kinder ausgenommen.
** einen Vortrag über Luftschifffahrt wird im Laufe dieses Monats der Luftschtffer Schumann halten. Herr Schumann hat bereits 38 Höhenfahrten unternommen und dürfte sonach der Vortrag ein interessanter werden. Näheres später durch Anzeigen und Plakate.
** F. „Die Wanderer", Gießener Radfahr-Gesellschast, feierten am vergangenen Samstag und Sonntag ihr erstes Stiftungsfest in Steins Garten. Aus der von Herrn Henze gehaltenen Festrede ist hervorzuheben, daß die Mitgliederzahl der „Wanderer" von anfänglich 14 Gründern im ersten Jahre bereits auf 60 gestiegen ist, gewiß ein Erfolg, auf den der junge Verein stolz sein kann. Auch die sportliche Thätigkrit der „Wanderer" konnte der Redner mit Recht als erfolgreich bezeichnen. Dem Festessen (schloß fich ein BiercommerS an, welcher die Theilnchmer in fröhlicher Stimmung noch lange zusammenhielt. Der Sonntag Vormittag vereinigte die Mitglieder im Vereinslocale ElgeS zu einem Frühschoppen und am Nachmittag fand ein Ausflug mit Damen nach der Haardt statt. — Bemerkt fei noch, daß in der letzten Hauptverfammlung der alte Vorstand zum größten Theile wiedergewählt wurde. Neu wurden gewählt die Herren Otto Ackermann, Heinrich Kockerbeck und Chr. Duill.
* * Jubiläum. Gestern feierten die Schneidermeister Büttner Eheleute in der Landmannstraße im Kreise ihrer Familie das seltene Fest der Silbernen Hochzeit. Zn Ehren der Feier wurde ihnen von dem Männerchor des Evangel. Arbeitervereins ein Ständchen gebracht.
* * Baden im Winter. Zehn hiesige Einwohner nehmen jetzt noch täglich in der Rübsameu'schen, in der Benner scheu Badeanstalt sowie im Männerbad ein Bad in den gewiß augenblicklich kühlen Fluthen der Lahn.
* * Sin interessanter und principiell wichtiger Eivilproceß spielt fich feit Kurzem vor unserem Amtsgericht ab. Es dreht fich um die Frage: muß Jemand in einem gemieteten Ladenlocale, in dem die Maaren des MietherS in Folge schlechter oder nicht vorhandener Ventilation, wie der eine Sachverständige behauptet, ober in Folge von im Boden vorhandener Feuchtigkeit, wie ein Sachverständiger annimmt, schimmeln, muß trotz des Verderbens der Maaren der Miether den auf längere Jahre abgeschlossenen Miethsvertrag auswohnen? Die Klage ist vorerst erhoben auf ordnungsmäßige Herstellung des Ladens, ohne dessen Inhaber in feinem Gewerbebetriebe zu belästigen. Jedenfalls dürfte der AuSgang des ProcesseS für denjenigen Theil, der denselben verliert, nicht sehr billig sein, da beide Parteien gewillt sind, den ganzen Jnstanzenzug mit ihrer Rechtssache zu pasfireu.
* * Die Sachverständigen Expedition nach Ostafieu. Wie vielfach bekannt geworden ist, so begibt fich in nächster Zeit


