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eine Commission von Sachverständigen von Reichswegen nach Ostafien, um die dortigen Absatz» und Productions- Verhältnisse einer genauen Prüfung zu unte'zi hen. Die Vorarbeiten dazu find im Reichsamt des Innern vor Kurzem abgeschlofien worden. Unter den Mitgliedern der Commission befindet sich als Vertreter der deutschen Lederindustrie ein Landsmann aus Hessen, Herr Fritz Reinhart, Sohn deS bekannten Großindustriellen Herrn Nicolaus Reinhart von der Firma Dörr & Reinhart in WormS a. Rh. Herr Fritz Reinhart befindet sich zur Zeit in Australien und wird sich der Expedition, die Ende Januar von Bremen abfährt, zu Columbo anschließeu. Die gesammte exportirende Leder­industrie wird während des Verlaufs der Expedition be- ziehungsweise nach Abschluß derselben infolge der Betheiligung deS Herrn Fritz Reinbart beachtenswerthe Fingerzeige be­treffs deS Absatzes in Ostafien erhalten.

Die Zunahme der TageSläuge im Monat Januar 1897 betrogt inSgefammt eine Stunde 7 Min., also täg'ich über 2 Minuten. Am 1. Januar ging die Sonne 8 Uhr 26 Min auf und 4 Uhr 32 Min. unter, am 31. Januar geht fie um 8 Uhr 2 Min. auf und 5 Uhr 15 Min. unter. Die Zunahme der Tageslänge wird somit vorerst mehr an den längeren Nachmittagen und weniger am Morgen bemerk« bar sein. _______

Grüuberg, 1. Januar. Herr Rentner Jöckel, der auch in wetteren Kreisen bekannte frühere Besitzer deS Gast­hausesZum Stern" hier, feierte am heutigen Neujahrsfeste seinen neunzigsten Geburtstag. Der ehrwürdige Greis erfreut fich trotz seines selten hohen Alters einer bewundtrnSwerthen körperlichen Rüstigkeit und gnstigen Frische. Darmst. Ztg.

K. W. LanggoaS, 4. Januar. (Verspätet). Am 29. Decewber fand bet Gastwirth K. Wentzel bei überfülltem Saale eine Volksversammlung statt, in welcher, unter dem Vorsitze deS Sparkaffenrechners und Gemetnderathsmit- gliedeS Herrn JohS. Wagner, Herr Ministerialcalculator K. Hennrtch aus Darmstadt, ein geborener Langgönfer, einen Vortrag hielt überdie wirthschaftliche Lage des Bauern» standeS". Nach Vorausschickung eines kurzen geschichtlichen UeberbltckS über die bisherige Entwicklung des Bauernstandes, wobei insbesondere die Bedeutung der Landwirthschast im StaatSleben und ihr VrrhäUniß zur Industrie eine Beleuch­tung erfuhren, wurden zunächst diejenigen Punkte besprochen, bet welchen der Staat dtrect oder tndirect etngreifen könnte. Hierher rechnete der Vortragende: 1) Die Ermöglichung besserer Fachausbildung in landwirthschaftlichen Schulen für alle Landwirthe durch Errichtung solcher Anstalten einfacher Form an allen namhaften Orten des Landes nach Analogie der Handwerker-Sonntagsschulen. 2) Eine allgemeine Orani- sation deS Bauernstandes zur wirksamen Vertretung der Jn- 1 treffen desselben. 3) Die Errichtung von Getreide-Lager- häusern durch den Staat oder auf genoffenschaftlicher Grund­lage zur Erleichterung des befferen Absatzes des Getreides; hiermit läßt sich gleichzeitig eine anderweitige Regelung deS llmdwirthschastltchen Personal Credits verbinden. 4) Ge­nügender Zollschutz zum Schutz gegen die ausländische Gon» cucrenz ist n chr zu entbehren. Der Vortragende erläuterte hierbei gleichzeitig die Nützlichkeit und Nothwendtgkeit von Handelsverträgen im Allgemeinen. Gegenüber dem fort­währenden Zurückgrhen der Schafzucht wurde ein Zoll auf rohe Schafwolle vorgeschlagen, welche gegenwärtig in einem Werlhe von 250 Millionen Mark in Deutschland eingesührt würde. 5) Reform des landwirthschaftlichen Hypotheken» wesens. Hierbei wurde auch die Einrichtung der LandeS- rreditkaffe besprochen und deren Benutzung empfohlen. 6) Er­leichterung auf dem Gebiete des Steuerwesens, hauptsächlich Reform der Grundsteuer durch Berücksichtigung der Hypo­thekenschulden und der Benutzungsweise. Ermäßigung der Gemeindeumlagen, der Aufhebung deS Privilegiums der Eln- kommensteuercapitalien und Uebernahme der Kosten der Volks- unb Fortbildungsschulen auf den Staat, Ermäßigung des

Stempels bei VermögenSthellung^n - hierbei wurde inflbtfon» dere darauf hingewtesen, welcher Unterschied gemacht würde, wenn nur ein Kind als Erbe auftritt und wenn dann mehrere vorhanden find. Der Redner erklärte sich sodann noch als Gegner der Zölle und Steuern auf nothwendige Lebens- bedürsnisse, die er als eine ungerechte Kopfsteuer bezeichnet, während er Loxusabgaben und Steuern auf Genußmtttel befürwortete, zu letzteren zählte er auch die Weinsteuer. 7) Erleichterung des Erwerbes von Grundbesitz für kleinere Besitzer. 8) Sicherung des Besitzers in Bezug auf Zwangs- Veräußerungen. Hier wurde insbesondere auf die günstigere Behandlung der Fideicommißgüter, sowie darauf hingewtesen, daß die dem Landwirthe und dem Handwerker bei Pfändung von Mobtliargegenständen gesetzlich gewährten Vergünstigungen durch den Verkauf der Häuser und Grundstücke illusorisch gemacht würden. Im Weiteren führte der Vortragende auS, daß der Landwlrth aber auch durch Selbsthilfe Vieles zur Besserung seiner Lage beitragen könne. Er wies besonders darauf hin, daß auf die Erschließung möglichst vieler Ein­nahmequellen Bedacht genommen werden müffe. Hierzu wurde neben einer intensiveren Bewirthschastung deS Acker­bodens, die Ausnutzung der landwirthschaftlichen Neben­gewerbe, wie Obstzucht, Geflügel» und Bienenzucht, Molkeret- wesen, Brennereibetrieb, Gemüsecultur, Zuckerrübenbau und dergl. noch befürwortet. Zur erfolgreichen Ausnutzung ein­zelner dieser Nebengewerbe wurde die Gründung von Pro- ductionSgenoss-nschaften und zur Erzielung eines vortheilhasteren Absatzes gewisser Producte der Zusammenschluß zu BerufS- genossenschasten empfohlen. Um die nöthige Zeit zum erfolg­reichen Betriebe dieser Nebengewerbe zu erübrigen, empfiehlt er eine rationellere Einrichtung für den Hauptbetrieb durch Einführung maschineller Hilfsmittel. Wo aber Unfruchtbar­keit deS Bodens, ungünstige Lage deS Ortes rc., die Ein­führung von landwirthschaftlichen Nebenbetrteben unmöglich machen, da hielt Redner die größtmöglichste Beschränkung der Ausgaben und die Beschaffung der Producte für den eignen Bedarf möglichst durch Selbstanfertigung für nothwendig, ins' besondere wurde hier auf die immer mehr im Rückgang be­findliche FlachSzucht und die Weberei für den eigenen Be­darf hingewiesen. Hiermit schloß der Vortragende mit der Mahnung, daß'auch der Bauernstand selbst durch Arbeitsam­keit, Mäßigkeit und festes Zusammenschließen dazu beitragen solle, daß dieser Stand für alle Zeiten für seine vornehmste Mission erhalten bleiben möge, nämlich nicht nur die Nähr­mutter für alle übrigen Berufszweige abzugeben, sondern vor allen Dingen auch ein sicheres Fundament für unser ganzes StaatSleben, ein kräftiges Bollwerk zum Schutz für Thron und Altar zu erhalten. Der durch zahlreiches Material an­der Berufs», Zoll«, Handels- rc. Statistik noch besonders in» teressant geftaltite Vortrag wurde lebhaft applaudirt.

Lauzruhain, 31. Decewber. Am zweiten Feiertag wurde hier eine 22jährige Frau begraben, welche an den Masern gestorben ist. Die Maseru grasfiren hier und in der Umgegend sehr stark. An anderen Orten, wie Ilbes­hausen und Grebenhain herrscht unter den Kindern der Hullen.

x Lorbach. 2. Januar. Unser Mitbürger M. wurde in der Sylvesternacht von einem jähen Tode ereilt. Auf drm Wege von einer Wirthschast nach seiner Wohnung fiel er plötzlich zu Boden und war alsbald tobt; ein Schlag hatte seinem Leben ein Enbe bereitet.

Lauterbach. 27. December. Zwecks Begrünbung einer Fleischer-Innung in hiesiger Stabt hatten fich heute Mittag 4 Uhr sämmtliche Metzgermrifter im Gasthaus zum Anker" eingesundkn. Die Fleischer-Innung in Fulba, sowie Collegen bet Städte Alsfeld unb Schlitz waren hierzu ein» geloben worben und sanden sich auch in stattlicher Zahl ein. Aus Grund eines vorliegenden Statuts traten die Metzger- meister alsbald zu einer Innung zusammen. Zum provi­sorischen Vorstand wurden gewählt: Jacob Dörner, Ober­meister, Georg Ducharbt, stellvertretenber Obermeister, Jerom Rehn, Schriftführer unb Leonard Ducharbt, Kasfirer. Mit einem Hoch auf den deutschen Fleischerverband unb besten

Borsitzenbeu Herrn Stein in Lübeck, an welchen ein Tele­gramm abgesandt würbe, schloß bie in allen Theilen schön verlaufene Versammlung.

Darmstadt, 3. Januar. Der preußische Eisenbahn­minister Thielen war gestern in unserer Stadt, um mit maßgebenden Persönlichkeiten zu conseriren. Er wurde, wie man hört, zur Großh. Neujahrstafel gezogen.

Berlin, 3. Januar. Bei dem gestern Abend 8 Uhr 25 Minuten stattgehabten Kleins euer, Posenerstraße 15, erstickte in der Hof Kellerwohnung der am 23. Mai v. I. geborene, in der Wohnung allein zurückgebliebene Knabe Hugo (Büttner infolge starker Rauchentwickelung durch in Brand gerathene, hinter dem Ofen befindliche Wäsche. Die von einem Arzte angestellten Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Die Schuld eines Dritten ist ausgeschloffen.

* Breslau, 2. Januar. AuS Hirschberg i. Schl, wird demBresl. Generalanz." gemeldet: Der Tuchler Hoeppner in Warmbrunn begoß sein sechs Wochen altes Kind mit Petroleum und Spiritus und zündete dann die Kleider des Kindes an. Das Kind starb an den furchtbaren Brandwunden. Der unmenschliche Vater wurde in das Gerichtsgefängniß eingeliefert.

Schiff-nachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 2. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. F. Keßler, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Enthebung von Gratulationsbesuchen urrd von Zusendung von Gratulationskarten zu Neujahr

haben weiter folgende Herren der Kletnkinder-Bewahranstalt Gaben zugewendet: 91. Emil Pistor, 92. Professor D. Bälden- sperger, 93. RegierungSrath Dr. Wallau.

Auch diesen Herren sprechen wir herzlichen Dank auS. Gießen, 4. Januar 1897.

Der Vorstand der Kleinkinder Bewahranstalt.

Dr. Naumann.

^Weyers

(auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bücher | liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII.

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Angebot der Arbeitnehmer.

Nachfrage der Arbeitgeber.

1 Bäcker.

2 Schreiner.

1 Schreiner.

3 Taglöhner.

1 Schweizer.

1 Waschfrau.

4 Lausmäbchen.

3 Pferdeknechte.

2 tüchtige Pferdeknecht.e.

1 Kutscher.

1 Hausbursche.

1 Kutscher.

7 Dienstmädchen.

1 Köchin

1 Schweizer.

1 Comptortst

12 Dienstmädchen. _________

Aussüllungsarheit.

Der Garten zwischen der Synagoge und dem neuerbauten israel. Gemeindehaus soll mit guter Bauerde (ca. 480 cbm) aufgefüllt werden.

Reflectanten wollen die Uebernahmebedingungen bei den Herren Architecten Stein und Meyer einsehen und Offerten bis zum 8. ds. Mts. an den Unterzeichneten abgeben.

Gießen, den 5. Januar 1897.

Der Vorstand der israel. Religions-Gemeinde Gießen.

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BehördlicheAnzeigen

In dem Concursverfahren über das Vermögen des Schuhmachers Caspar Müller II. in Großen- Buseck ist zur Prüfung der nachträg­lich angemeldeten Forderungen Ter­min auf Dienstag den 19. Januar 1897, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte Hier­selbst, Zimmer Nr. 3, anberaumt.

Gießen, den 4. Januar 1897.

Orth, 300

Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts.

Lieferung vou ÄraftnbllWlltkriiiliell.

Die Lieferung der zur Unter- Haltung der städtischen Straßen und Wege in 1897/98 erforderlichen Materialien, wie:

1) BafattLteinlchtag:

Loos I . . . 355 cbm

,, II . 330

III.. . 285

2) Lahnkies (Naturkies): L00S I . . . 200 cbm

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3) Desgleichen (Feinkies) : Loos I . . . 150 cbm

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, HI- - - 160 ,

IV . . . 300

4) AasattKopfsteine (Pflastersteine): Loos I . . . 100 cbm

, n ... 100 soll

Dienstag, 12 Jaunar 1897, Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Lieferungsbedingungen liegen während der Dienststunden zur Einsicht bei uns offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum ge­nannten Termin verschloffen und mit entsprechender Aufschrift -ersehen, einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den29.December 1896. Das Stadtbauamt.

Schmandt. 71

Bekanntmachung.

Am 16. Januar 1897 wird der an der Strecke Eaffel Sravkfart a. M. zwi­schen den Stationen Marburg und »iederweimar neuerrtchtete Personen- haltepunkt Marburg Süd dem Verkehr übergeben.

Eine Gepäckabfertigung nach oder von Marburg Süd findet statt.

In Marburg Süd werden folgende Personenzüge halten:

a. Richtung von Lasset «ach Frankfurt a. M.

Pers -Zug 82 um

1.57

Vorm.

94

6.04

88

ff

7 06

ff

86

ff

9.29

ff

96

11.19

98

w

1.31

Nachm.

100

4.14

104

7.32

w

H

102

w

10.68

w

b. Richtung von Krarrkfurt a. M. nach Lasset.

3 67

5 51

8.36

10.46

95

97

107 99a

Pers -Zug 81 um 2.32 Vorm.

, 103 4.56

87 6 45

(ab 1. März 1897 am 6.30 Dorrn)

Pers.-Zug 91 um 9 00

93 , 12.43 Nachm-

Cassel, den 29. December 1896.

263 Königliche Eisenbahn'Dlrectiom

Versteigerungen.;»

Mittwoch den 6 d. Ms.,

Nachmittags 2 Uhr, werden ttn Bieker'schen Saale Neu­stadt 55 versteigert:

Möbel aller Arten, 1 Kaff«schrank, 2 Hobelbänke, 1 Partie Werkholz, woll- Garn. 1 Schwein u. a m.

291 «eitzler, Gerichtsvollzieher.

Ausführlicher Prospekt gratis in allen Buchhandlungen.