Scharfrichter, dessen Gehilfen unb ein Seelsorger befinden fich im Gertchi-g'bSude zur Verfügung de» Standgericht». Die erwarteten Truppenverstärkungen find nunmehr ringe- troffen und e» befinden fich jetzt 26 Bataillone Infanterie und 2 Schwadronen tu Prag.
Wie,. 3. Deccmber. Der Ministerpräsident Freiherr v. Ga ursch empfing eine Abordnung der m Prag lebeaden Deutschen, bestehend au» dem Stellvertreter de» Oberst» Laadmarschall« Lippert, sowie den Abgeordveteo Schlefingrr und ttiermann und gab denselben die beruhigendsten Ber» ficherungen hinsichtlich der Erhaltung der Ruhe unb Ordnung tu Prag unb bei Schutzes ber Personen unb de» Etgenlhum».
Depeschen de» Bure« „fcerdb/
Berlin, 3. December. Der Kaiser wirb heute Abeub tu KöntgSwusterhauseu zur Abhaltung von Jagden erwartet. Die Rückkehr nach Berlin erfolgt morgen Abend. Vorau»- sichtlich nimmt auch der König von Sachsen au der Jagd Theil.
Berlin', 3. December. Die Nationalliberalen haben im Reichstage einen Antrag eingebracht, den berechtigten Wünschen der Militär-Invaliden bezügl'ch der Versorgung von Wittwen und Waisen, der Entschädigung für Nichtbenutzung de» EivtlversorgungSschetn» n. s. w. Rechnung zu tragen.
Berlin, 3. December. Die deutsch»soctale Reform» Partei hat, wie die „Poft" hört, in einer gestrigen Frac» ttonifitzung beschlossen, bet der bevorstehenden Wahl im dritten Wahlkreis BreSlau, den gegenwärtig Herr v. Kardorff vertritt, keinen Candtdaten wieder aufzustellen.
Berlin, 3. December. Die Fraction der Confer- vativen hat heute Mittag Über ihre Stellungnahme zur Flottenfrage berathen. Die Mehrheit der Fraction wird für dieselbe eiutreten. Die CeutrumSfraction de» Reichstages hat fich heute gleichfalls mit der Martnevorlage beschäftigt, jedoch nur in allgemeinen Zügen die Debatte geführt. Eine absolute Stellungnahme ist, wie behauptet wird, noch nicht durchgeführt.
Berlin, 3. December. In parlamentarischen Kreisen ■bedeutet, der bisherige Präsident de» Abgeordnetenhauses, v. Köller, wolle das Präsidium unter keinen Umständen wieder übernehmen. Die Conservativen haben deshalb be» schloffen, den Abgeordneten v. Kröcher für den Präsidenten- posten aufzustellen.
Berlin, 3. December. Der Senioreucouveut des Reichstags trat heute vor der Plenarfitzung zusammen. Man kam Überein, daß vor Weihnachten jedenfall» die drei großen Vorlagen in erster Berathung erledigt werden sollen, um commiffarischer Berathung Überwiesen zu werden und zwar soll zuerst — am Montag nächster Woche — daS Flottengesetz, sodann der Etat unb schließlich die Militär» Strafprozeßordnung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Man beschloß ferner, die Martnevorlage nicht einer besonderen Commission zu Überweisen, vielmehr die Budgetcommisfion mit deren voiberathung zu beauftragen. Der morgige Tag soll für die Fractionen frei bleiben, also die Plenarsitzung auSfallcn, ebenso wie am nächsten Mittwoch wegen des katholischen Feiertag». Die WeihnachtSferieu sollen am 18. D^ember beginnen unb sich bis zum 11. Januar erstreck, n.
Berlin, 3. December. Der Colonialrath berieth gestern die Strafrechtspflege ber Eingeborenen, unb zwar wurde die Frage eingehend erörtert, welche strafgerichtltchen Befugnisse Führern von Expeditionen zu übertragen seien. Es wurde beschlossen, daß allgemein bet Expeditionen dem Führer für deren Dauer die Strafgerichtsbarkeit über die zur Expedition gehörigen Eingeborenen vom Gouverneur Überträgen werden kann. Zur E>Haltung ber Disziplin unter den Arbeitern sollen Einsperrung, Geldstrafen unb körperliche Züchtigung, letztere aber nur gegen männliche, völlig gesunbe Arbeiter, in Anwendung kommen. Nachdem noch eine Resolution angenommen worden war, die fich dafür auSsproch, baß in den einzelnen Schutzgebieten au» den angesehensten deutschen Einwohnern dem Gouverneur bezw. Landeshauptmann ein Brirath beigeordnet werden möge, wurde ber Colonialrath geschlossen.
Wien, 3. December. Wenn die Ruhe in Prag anhält, soll am Montag daS Standrecht wieder aufgehoben werden.
Wien, 3. December. Die gestern Abend stattgesundenen Verhandlungen zwischen dem Ministerpr äst» Renten und den Club-Obmännern bzr vereinigten deutschen Linken dauerte über bret Stunden. Da» Resultat wird geheim gehalten. Nur so viel verlautet, baß die Linke von ihren Forberungen, Lösung ber Präfideutenfrage unb Zurücknahme ber Sprachen-Verordnungen, nicht abgeht. Der Mivisterpräfibent konnte in dieser Beziehung nur un» genügende Zusagen machen unb sollen bie Verhandlungen fort« gesetzt werben.
Wie», 3. December. Der „Neuen Fr. Pr." zufolge gestalten fich bie Verhandlungen be» Ministerpräsidenten Gautsch mit ben verschiedenen Parteien wegen Anbahnung eines Compromisse» günstiger. Die Aussichten auf eine ver- ftändigung sind etwas besser.
Prag, 3. December. Da» hiesige tschechische Socialisteu» blatt sagt, „Narobnh Ltstt" und andere tschechische Blätter trügen allein die Schuld an den letzten Vorgängen; dieselben hätten das Volk aufgereizt.
j Prag, 3. December. Seit 11 Uhr Abend» herrscht vollständige Ruhe. Da» Militär konnte deßhalb um 12 Uhr in die Kasernen zurückkehreu. Der ExecutivanSschuß ber böhmischen Socialisteu Organisation erließ einen Aufruf, in welchem er gegen bie Provocatiooen unb Gewaltthaten sowohl von Seiten ber Deutschen, al» ber Tschechen fich Der« urtheilend ausspricht. DaS Blatt fordert sodann die Parteigenossen auf, fich in keiner Weise an ben Exccssen zu detheiligeu.
Königgratz, 3. December. Gestern Abend fanden hier
arge Ausschreitungen statt. Der tschechische Pöbel plünderte die GeschästSläsen der deutschen und jüdischen Kaufleute. Erft da» Militär konnte die Ruhe wieder verstellen.
Cherbourg, 3. December. Ein englisches Schiff ist hier uuterg-gangen. DaS Unwetter dauert fort.
Bonbon, 3 December. Das Bureau Dalziel meldet an» Shangat: Für den Dlstrict von Kiao Tschau wurde da» Kriegsrecht proclamirt. Der Kaiser von China erklärte, lieber seine Krone verlieren zu wollen, als die deutschen Forderungen anzunehmen. Er wünscht die Angelegenheit einem von Holland und Belgien zu ernenueudeu Schiedsgericht zu unterbreiten. In Formosa treffen zahlreiche japanische Truppen ein, deren Stärke fich bis jetzt aus 50000 Mann beläuft. _____________
Berlin, 4. December. In einer öffentlichen Versammlung besprach gestern Abend H-rr v. Egtdh den bekannten Fall Ziethen in mehrstündiger Rede vor einem zahlreich erschienenen Publikum. Der Redner, welcher von der Unschuld Ziethens überzeugt ist, ebenso sehr von der wahrscheinlichen Schuld drS Wilhelm, schloß mit der Feststellung, daß Alles geschehen sei, um dem gebeugten Rechte wieder anfzuhelfeu. Jetzt sei es am Volke, die Sache zu verfechten unb er übergebe sie hiermit dem Volke.
Prag, 4. December. Da» Organ ber Statthalterei Der» öffentl cht eine Reihe von Excefsen auf dem Laube. In Gablon» wurden die Fenster der deutschen Schule eingeworfen. In Bodenbach griff die Menge die tschechische Schule deS Vororte» Kioeglitz an, sowie die Wohnung deS Lehrer» daselbst, ber eine leichte Verletzung bavontrug. Ferner warf bie Menge die Fenster zweier Bobenbacher Gasthäuser ein. In Kralup, Lann, Beraum, Neubrhdzow, Königgrätz und Mrlnik wurden zahlreiche Geschäfte geplündert und Fenster eingeschlagen. In letzterem Orte wurde die Plünderung durch Gendarmerie unterdrückt.
London, 4. December. Nach Meldungen au» Washington empfing da» Auswärtige Amt die amtliche Nachricht, eS sei infolge der Haltung der Regierung in den Unterhandlungen mit Deutschland wegen deS Zwischenfalle» Lüder» die Gefahr einer Revolution in Haiti vorhanden. Der Kreuzer „Marblehead" erhielt die Weisung, sofort nach Porr au-Priuce abzugehen. Der deutsche Botschafter v. Holleben verständigte da» Auswärtige Amt, Deutschland werde den Streit mit Haiti auf diplomatischem Wege ohne Anwendung von Gewalt schlichten.
CocaUs ttnfc prot>in$iellts»
Gießen, 4. December 1897.
* • Schwurgericht. Das am Montag den 6. December znsammeutretende Schwurgericht der Provinz Oberhcssen wird über folgende Anklagesachen verhandeln: Montag den 6. D.-cember gegen Karl Götze von Halle a. S. wegen Raub unb Widerstand. Ankläger: Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Bertheidiger: Just'zrath Batst. — Dienstag, 7. December, gegen PH. Maul von Bindsachsen wegen versuch» der Nothzucht. Ankläger: Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Bertheidiger: Grünewald. — Mittwoch, 8. unb Donnerstag, 9. December, gegen Ambrosia» Feuerstein von Schwalheim wegen Meineids und Georg Mühl- Häuser von Bad-Nauheim wegen Verleitung dazu. Ankläger: Gerichts Affeffor Dr. Friedrich. Bertheidiger: Weidig und Grünewald. — Freitag 10. December gegen Hrch. Riegelmann von Hopfgarten wegen SittlichkeitSverbtecheu. Ankläger: Staatsanwalt Koch, Bertheidiger: Grünewald. — Samstag ben 11. December gegen August Horz von Löhnberg wegen Meineids. Ankläger: Staatsanwalt Koch, Der» theidiger: Dr. Fahr. — Montag den 13. und Dienstag den 14 December gegen Heinrich Kraft Ehefrau von HergerSdorf wegen Brandstiftung. Ankläger: Staatsanwalt Koch, Bertheidiger: Dr. Reatz. — Mittwoch den 15. December, Vormittag» 9 Uhr, gegen Emil Schmitz von Geistiugen, Heinrich Gebhardt, Rudolf Langermann, Reinhard Koch, Albert Baas, Adolf Brettel, Ferdinand Rube, Georg Stammler von Gießen wegen Zweikampf, Beihülfe zum Zweikampf unb Ausrichtung beS Auftrags zu einer HerauSforberung. Ankläger: Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Bertheibiger Dr. Gnifleisch, Metz, Holzapfel, Schimmrlpfeng.
* • Stadttheater Als Sonntags Vorstellung bringt die Direction Krufe unb Helm da» fünfactige Lebensbild „von Stufe zu Stufe" von Hugo Müller, Musik von R. Bi al, zur Aufführung. Für Moatag, ben 6. Drcember, ist eine bet bedeutenbstcn Novitäten der Saison, das vier» actige Sensations-Schauspiel „T r i 16 y", von Paul M. Potter nach du MawierS bekanntem Roman gleichen Namens bearbeitet, in Vorbereitung. „Trilby" hatte an sämmtlichen Bühnen einen ungewöhnlichen Erfolg.
• • Loucert-Berein. Am SamStag ben 11. December wird ein außergewöhnlich interessantes Concert seitens deS Concert-Berein» abgchalten werden Interessant nicht allein durch sein Programm, sondern ganz besonder» auch durch die Mitwirkenden. Bernhard Scholz, der wohlbekannte Director de» Frankfurter Conservatorium» und Componist bedeutender musikalischer Schöpfungen, hat vor Kurzem ein Clavier-Concert vollendet, welches, wenn wir nicht irren, seine Erstaufführung in Gießen erleben soll. Herr Professor Kwast aus Frankfurt ist erwählt, diese» bedeutsame Werk zu iuterpretireu unb ber Stamm be» Frankfurter Museums- Orchesters wird bie Begleitung ausführen. Die Direction seines jüngsten Musenkinde» hat Herr Professor Scholz selbst übernommen. Die Idee, diese günstige Gelegenheit, eine so vortreffliche musikalische Körperschaft hier zu haben, auszunutzen, lag sehr nahe, und so werden noch zwei schwierige und großartige Orchesterwerke unter UniverfitätSmufikdirector Trautmaun» Leitung ausgeführt werden. In erster Linie Brahm» Symphonie C-moll, außerdem GoldmarkS Coucert-Ouverture Daknntala. Zur Einführung in blefe hochbedeutsamen Schöpfungen empfehlen wir unfern Lesern, sich
i ben Mnfikführer vorher auzuschaffen, ber sür einen geringen Betrag in der Challier' scheu Musikalienhandlung zu haben ist. Zum Schlnß machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, baß daS vorliegende Concert am SamStag statfiudet (6 Uhr), ebenfalls die Hauptprobe (vormittags 11 Uhr).
•e Errichtung einer Heilstätte für Langenlettzevde. Der Bericht de» vierten Ausschusses der zweiten Kammer über den Antrag bet Abgeordneten Cramer und Genossen, sowie bie Eingabe des geschäftSfÜhrenden Ausschüsse» ber freien Bereinigung der Krankeakaffeu im Großherzogthnm Hessen in obigem Betreff lautet: Der Ausschuß konnte fich ber Uederzeuguug nicht verschließen, daß verschiedene Seiten» bet Großhetzoglicheu Regierung gegen den votliegenbeu Antrag hervorgehobene Bedenken begründet sind. Diese Bedenken find: daß ber Antrag seinem Wortlaut nach alle unheilbare Lungenleidenbe auSschließt- daß ferner nicht angegeben ist, für welche Arten von chronischen Krankheiten die Sr.stalt bestimmt sein soll- und endlich, daß eine unb bie nämliche Anstalt sowohl für Lungenkranke al» für anderweit chronische Kranke bienen soll. Dagegen konnte fich ber Ausschuß mit dem regierungsseitigen Hinweis nicht zufrieden geben, baß die Jaoalidität»» und Altersversicherung» Anstalt erkrankte Versicherte schon seither in Sanatorien behandeln läßt und beschloffcn hat, selbst eine Lungenheilstätte für solche Kranke zu erbauen unb daß abzuwarten sei, ob nicht bie Invalidität»- und Altersversicherung!» Anstalt auch nicht verficherung»pflichiige Kranke in ihre Heimstätte aufnehme. Mau war vielmehr einstimmig der Ansicht, daß für alle unbemittelte Lungenleidende eine derartige Anstalt al» StaatSanftalt alsbald errichtet werden müffe. Der Ausschuß sah fich daher, confoim mit ber Eingabe deS geschäftssühreudeu ÄuSschusse» ber freien Bereinigung ber Krankenkassen im Großherzogthnm Hessen, Errichtung einer Lungenheilanstalt betr., einstimmig zu dem Antrag veranlaßt, hohe Kammer wolle beschließen: 1. Groß- herzogliche Regierung zu ersuchen, ben Stäuben alsbald eine Vorlage über bie Errichtung einer Landesanstalt zur Aufnahme unb Pflege tuberkulös kranker unbemittelter Personen zugehen zu lassen. 2. Die Eingabe des geschäft-führenden Ausschüsse» ber freien Bereinigung ber Krankenkassen im Großherzogthnm Hessen für erledigt zu erklären.
** Die Erleuchtung der Eisenbahnwagen durch Acethleuga» ist jetzt beschlossene Sache, nachdem durch fortgesetzte versuche unb ein Gutachten ber königlichen technischen Deputation für Gewerbe daS zur Berwendung gelangende Gemisch von Fettgas und Acethlenga» al» zuverlässig erkannt unb feftgestellt ist, daß bie Bereitung unb Berwenbnng jene» Gemisches keine größeren Gefahren bietet al» bie de» reinen FettgaseS. Minister Thielen hat daher die königlichen Eisen- bahndirectionen angewiesen, die neue BeleuchtungSart demnächst allgemein einzuführen.
♦* Wetterbericht, von ben zwei gestern vorhandenen DepreffionScentren hat fich da» eine über der Ostsee gelegene ausgedehnt- jene», welche» gestern vor der franzöfiichen Westküste lag, ist dagegen über da» Mittelmeergebiet gezogen und hat fich von hier au» niederer Druck noch weiter ausgedehnt. Urber der Nordhälfte Europa» ist dagegen da» Barometer allenthalben gestiegen unb liegt heute außer einem Kerne hohen Druckes über den britischen Inseln ein solcher im äußersten Nordosten. Die Witterung ist in Süddeutsch- land trübe, die Temperaturen find wenig verändert. — Voraussichtliche Witterung: Meist trübe», etwa» kältere» Wetter mit zeitweisen Schneesällen.
Au» der Wetterau, 1. December. Die Flurschäden, welche bet ben großen Herbstmanöoern in ben Gemarkungen des Kreise» Friedberg verursacht würben, find dem „Mzr. Jl." zufolge auf 800000 Mark taxirt worden. Zur Abschätzung de» Schaden» waren, außer den OrtScommisfioneu, fünf Kreiscommisfionen thätig. Letztere bestanden auS je fünf Mitgliedern und dürften die Kosten dieser Commissionen recht beträchtliche sein. Die Entschädigungssummen wurden im Ganzen gut bemessen. Auf Nieder Erlenbach, in dessen Gemarkung bie Parade stattfand, fallen allein gegen 100000 Mark. Schon im Frühjahr mußten 60 Morgen Ackerfeld umgepflügt unb mit GraS angesät werben. E» wurden dafür pro Morgen 200 Mark und überdies für den GraSsamen 30 Mark vergütet.
Friedberg, 3. December. Auf Einladung be» Herrn Bürgermeisters fanb gestern Abeub auf bem Rathhause eint Besprechung statt, betreffenb bie Abhaltung von R iudvieh- Märkten an hiesigem Platze. Zu berfelben waren gelaben unb erschienen die Markt- unb Pserbemarke Commisfion, sowie einige Interessenten. Der Vorsitzende bemerkte, daß schon früher bei bem landwirthschaftlichen Verein der Antrag auf Abhaltung von Rinbviehmätkten an hiesigem Platze gestellt worden sei, ber Ausschuß hat fich indessen ablehnend verhalten. Auch der jetzt stattfiadeode Faselmarkt, zu dem die Stadt nur einen Beitrag zur PrSmiirnng leistet, ist lediglich Sache deS landwirthschaftlichen Verein». In der Debatte kam die einstimmige Ansicht zur Geltung, daß mau einen versuch machen solle, und meinten die anwesenden Viehhändler, e» fei hauptsächlich darauf zu sehen, die Händler herauzuziehen, bie ben Markt machten- e» sei felbftrebenb zu begrüßen, wenn auch viele Lanbwirthe fich beteiligten. E» wurde hieraus beschlossen, vorerst nach den Pferdemärkten am Mittwoch zwei Rindviehmärkte unb ferner einen am 25. Mai unb 7. September abzuhalten unb soll für da» folgende Jahr Rücksicht auf die Märkte der Umgebung, wie Butzbach, Hanau, Gießen u. s. w., genommen werden.
§ Grebenhain, 2 December. Heute fand hier Bürger- meisterwahl statt. Unser seitheriger Bürgermeister Loui» Jost wurde einstimmig und zwar mit 85 Stimmen wiedergewählt. Heute Abend nach der Wahl fand ein Fackelzug unter Begleitung de» Mufikveretn», dessen Dirigent Herr Bürgermeister Jost ist, durch die Ort»straßen statt unb später gesellige Vereinigung.
□ Dannßadt, 3. December. Unsere TechnischeHoch- schnle zählt im laufenden Winterhalbjahr 1296 Hörer (In


