Petersburg, 2. September. Im Ministerium für Volk». Aufklärung wird in der nächsten Zett eine besondere Lom- misfiou zusammentreten, am die Frage wegen der Einführung de- allgemeinen Schulzwanges in Rußland zu berathen.
Konstantinopel. 2. September. Die Nachricht, der Sultan habe dem Emir von Afghanistan ein Handschreiben und Geschenke übersandt, wird von türkischer Sette bestritten.
Athen, 2. September. Griechenland hat an die Mächte eine Note gerichtet, in welcher es gegen die Abtretung des Landstrichs, der die Strecke des PeueioS zwischen Conitza und Sntzochero einschließt, Einspruch erhebt, weil dadurch Griechenland der wirkliche Besitz diese- ganzen FluffeS genommen werde. — Nach einer Mittheilnng des Ministerpräsidenten Rallt hat die Regierung außer den Einnahmen aus der Stempelsteuer für den Dienst derKrtegSentschädignngS- Anleihe noch die Einnahme aus den Monopolen und dem Tabak vorgeschlagen, um den Mächten zu gestatten, zwischen diesen drei Pfändern zu wählen.
Depeschen bei Bureau .Herold/
Berlin, 2. September. Der Prinzregevt von Bayern verlieh dem Botschafter v. Bülow daS Großkreuz des Verdienstordens der bayrischen Krone. Der bayrische Juftizmtntster Freiherr v. Leonrod erhielt den Rothen Adlerorden 1. Klaffe, der Kriegsminister Freiherr v. Adt die Brillanten zu diesem Orden.
Berlin, 2. September. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat gestern auf der Rückreise von seinen russischen Gütern Eydtkuhnen passirt. Morgen wird er in Homburg eintreffen, um gleich dem interimistischen StaatSsecretär v. Bülow in der Begleitung deS Kaisers zu sein, während die Zusammenkunft mit dem Könige von Italien stattfindet. ES ist, so schreibt die „Nat.-Ztg.", wahrscheinlich, daß eS bei dieser Gelegenheit zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler zu einer entscheidenden Aussprache über die schwebenden politischen Fragen, namentlich über die Reform deS Militär- strafproceffeS und die Aufgaben der Gesetzgebung gegenüber der Socialdemokratte kommen wird. Die Rede des Kaisers in Coblenz werde vielfach als Anzeichen dafür aufgefaßt, daß eine Entscheidung im Sinne des Fürsten Hohenlohe nicht zu erwarten fei.
Berlin, 2. September. Auf dem Sportplatz Friedenau, auf dem heute Nachmittag zu Gunsten der Ueberschwemmten ein Fest stattfand, ist gegen 2 Uhr das sogenannte AuS- ftellungSgebäude infolge eines heftigen Windstoßes in sich zufammenbrochen. Ein Klempner, der auf dem Dache des Gebäudes arbeitete, ist schwer verunglückt.
Berlin, 2. September. Die „Krenzztg." bestätigt, daß gegenwärtig im Reichspostamt Erhebungen über die Einführung von Kartenbriefen stattfinden. ES sollen sowohl solche für daS Deutsche Reich wie für den internationalen Verkehr zur Einführung gelangen. Ein Termin .ist jedoch zur Zeit noch nicht festgesetzt. Als Porto dürften 10 bezw. 20 Pfg. erhoben werden.
FriedrichSrnh, 2. September. Der König von Siam ist heute hier etngetroffen und vom Fürsten Bismarck am Schlöffe empfangen worden.
Lauba«, 2. September. Sämmtliche Brunnen find wegen sehr ernster Typhusgefahr, hervorgerufen durch das jüngste Hochwaffer, behördlich geschlossen worden. ES find bereits mehrere Erkrankungen eingetreten. Auch in den überschwemmt gewesenen Häusern wurden TyphuSkeime entdeckt. ’%1j-
WieSbaden, 2. September. Der General der Eavallerie z. D. v. Bernhardt ist heute früh in feinem 79. Lebensjahre hier gestorben.
Homburg,2. September. Die Ankunft des Kaiser- Paares erfolgt morgen Mittag 12 Uhr 29 Mtn. Das italienische KönigSpaar trifft Nachmittags 6 Uhr 3 Mtn. hier ein.
Würzburg, 2. September. Gestern Abend fand im Residenzschloß Paradetafel zu 130 Gedecken statt. Der Prinzregent sprach während der Tafel seine Freude darüber aus, daß die Majestäten seiner Einladung gefolgt und in Würzburg erschienen seien. Auch den übrigen fürstlichen Gästen dankte der Prinzregent für ihr Erscheinen an dem Tage zur Erinnerung an die Waffenthat der bayrischen Armee, an den Tag, an welchem die Armee ihre Hingabe gezeigt an die große deutsche Sache, für welche sie so tapfer gekämpft habe. Der Regent schloß mit den Worten: Ich trinke auf das Wohl Euer Majestäten und meiner übrigen hohen Gäste. Kaiser Wilhelm dankte in seinem und der Kaiserin Namen und gab seiner Freude über den liebenswürdigen Empfang und die freundliche Aufnahme Ausdruck. Insbesondere dankte er dem Prinzregentrn, daß er ihm Gelegenheit gegeben habe, das tüchtige zweite Armeecorps zu sehen. Sein Hoch galt dem Hause Wittelsbach. Um 9 Uhr wurde großer Zapfen- streich von 1100 Musikern auSgeführt. Auf dem Main wurde dann das große Mainfest mit Beleuchtung der Festung ab- gehalten. — Der Kaiser verlieh dem Regierungspräsidenten Grafen v. Luxburg den Kronenorden 1. Klaffe, dem Bürgermeister Hofrath Dr. Retdle den Rothen Adlerorden 3. Klaffe. Der König von Württemberg verlieh daS Großkreuz deS FriedrtchSorden» dem commandtrenden General v. Xylander und dem Regierungspräsidenten Grafen v. Luxberg.
Nürnberg, 2. September. Heute Vormittag 9 Uhr 40 Mtn. trafen die fürstlichen Gäste auf dem Parade- selbe bet Schweinau ein. Um 10 Uhr begann die Parade, die bet herrlichem Wetter den programmmäßigen Verlauf nahm. Der Kaiser war in Ulanenuniforw, die Kaiserin in der Uniform ihres Garde-Regiments. Der Kaiser ritt mit dem Prtnzregenten die Front ab. vom Paradeplatze erfolgte die Fahrt nach der Stadt. Am Plärrer wurde Halt gemacht, wo ein Zelt errichtet war. Hier hatten sich die beiden Bürger- meister von Nürnberg, die städtischen Eollegten und Magistrats- Mitglieder mit ihren Damen aufgestellt. Der erste Bürger
meister Schuh hielt eine längere Ansprache, worauf ihm der Kaiser unter Händedruck dankte. Am Plärrer hatte sich eine zahlreiche Menge angesammelt, die den Kaiser und die übrigen Fürstlichkeiten mit begeisterten Hochrufen begrüßten. Hierauf erfolgte die Fahrt nach der Burg, wo um 6 Uhr große Galatafel stattfand.
Landshut, 2. September. Heute vormittag fand die Schlußsitzung der 44. Generalverfammlung der Katholiken Deutschlands statt. Reichstagsabgeordneter Dr. Lieber, welcher heute sprechen sollte, war wegen Erkrankung daran verhindert. Nach dem Vortrag über Jerusalem und die Einigkeit der Katholiken hielt der erste Präsident Dr. Bachem die Schlußrede, in welcher er auf die Schul- und OrdeoSfrage zu sprechen kam und darauf hinwieS, daß die Katholiken nicht ruhen und rasten würden, bis diese Fragen gelöst seien. Mit dem katholischen Gruß schloß er sodann die 44. Generalversammlung der deutschen Katholiken. Hierauf fand im RathhauSsaale ein Festmahl statt.
Wien, 2. September. Die gestern Abend im Wimberger Saale abgehaltene Sedanfeier der Deutsch-Nationalen wurde behördlich aufgelöst wegen einer Rede des Abgeordneten Wolff, welcher die Vorgänge in Eger besprach.
Wien, 2. September. Der griechische Geschäftsträger ManoS confertrte gestern längere Zeit in der Angelegenheit der Beschleunigung der Friedensverhandlungen mit dem Grasen GoluchowSkh.
Brüffel, 2. September. Hiesige Blätter versichern, daß die Meldung der „Köln. Ztg/ von einem angeblichen (Somplot gegen Kaiser Wilhelm auf einer falschen Aussage eines preußischen Deserteurs beruhe, der dadurch eine gelindere Strafe zu erwirken hoffte.
Loudon, 2. September. Der „Times" wird aus Rom telegraphirt, daß nach der Rückkehr des Königs Humbert aus Homburg ein Mtnisterwechfel stattfiaden werde.
Taruopol, 2. September. In der Nähe der Station ProScawa fand infolge falscher Weichenstelluog die Entgleisung eines stark besetzten PersonenzngeS statt. Ein Waggon wurde zertrümmert. Ein Eonducteur erlitt schwere Verletzungen.
Berlin, 3. September. Der commandirende General deS 4. Armeecorps General von Häut sch hat seinen Abschied nachgefucht und erhalten. An seine Stelle tritt der Commandeur der ersten Garde-Jnfanterie-Divifion, Generallieutenant von Klitzing und an deffen Stelle der General- lieutenatn Frhr. von Bülow aus Freiburg (Baden).
Berlin, 3. September. Gelegentlich des Magdeburger Aufenthalt» soll der Kaiser über den Erfolg der Rußlandsreife sich geäußert haben: „Dort haben wir nach meiner Ueberzeugung die Sahne abgeschöpft."
Rom, 3. September. Es verlautet, der Papst richte an die Großmächte eine Circularnote, um gegen den Wunsch des ZionistencongreffeS, welcher dahin geht, Palästina dem Sultan abzukaufen, zu proteftiren.
Mailand, 3. September. Graf Bonasi und fünf andere hochaageiehene Bürger von Modena, Lieferanten der dortigen Milttärschnle, wurden wegen großer Unterschlagungen und Bestechungen verhaftet.
Athen, 3. September. Der deutsche Gesandte besuchte gestern den Ministerpräsidenten Ralli, bei welchem er eine halbe Stunde verweilte. Ralli begab sich gleich darauf ins Schloß, wohin auch die übrigen Minister berufen wurden. Der deutsche Gesandte ist von seiner Regierung dahin informirt worden, daß Deutschland unwandelbar bet seinen ursprünglichen Forderungen beharrt, und daß an den Abschluß einer Anleihe nur nach Einführung einer wirksamen Controle zu denken sei. Die Gesandten von England, Frankreich und Rußland übermittelten ihren Regierungen eine Eingabe, in der sie feststellen, daß Griechenland nur 11/2 Millionen zahlen könne.
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Gießen, den 3. September.
Werthvolle Spende. Die psychiatrische Klinik erhielt von Herrn Obermedtcinalrath Dr. v. Höld er in Stuttgart ein werthvolles Geschenk in Gestalt von 30 Schädeln, welche sich hauptsächlich auf gewiffe Fragen der psychiatrischen Begutachtung beziehen. Diese von auswärts kommende Bereicherung der Studienmittel eines Institutes der Landes- univerfilät ist mit Dank zu begrüßen.
• • Geschworene pro 8. Quartal 1897. Für die am 19. September beginnende Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen wurden folgende Geschworene auS- gelost: 1. Roth, Karl II., Bürgermeister, Kaichen; 2. Huhu, Ludwig, Bauunternehmer, Gießen- 3. Becker, Ludwig V., Landwirth, Ruttershausen- 4. Haubach, Theodor, Maschinenhändler, Gießen- 5. Schneider, Georg Ludwig, Schmied, Alsfeld- 6. Karl, Karl II., Landwirth, Heegheim- 7. Heyer, Ernst III., Landwirth, Wölfersheim - 8. HieroutmuS, Georg, Beigeordneter, Friedberg- 9. Müller, Karl, Gutsbesitzer, Neuhof bei Leihgestern- 10. Krüger, Gustav, Professor, Gießen- 11. Leonhard, Christoph, Landwirth, Okarben - 12. Kalbherm, Johann Georg, Landwirth, Vilbel- 13. Feuerbach , Georg Philipp, Gemeindeetnnehmer, Ockstadt- 14. Schlatter, Leopold, Kaufmann, Gießen- 15. Grünewald, Johannes, Bürgermeister, Herger-dorf- 16. Koch, Heinrich XIV., Oelmüller, Alsfeld- 17. Schühler, Martin, Landwirth, Groß-Felda- 18. Schmidt, Arthur Benno, Professor, Gießen- 19. Jochim, Johanne-, Bürgermeister, EinartShaufen- 20. Hüffel, Friedrich, Bergrentmeister, Weckesheim - 21. Jacobi, Georg Konrad Emil, Landwirth, Rodheim v. d. H.- 22. Röhner, Lorenz, Dachdecker, Alsfeld- 23. Jung, Philipp III., Landwirth, Heuchelheim- 24. Berk, Karl Valentin, Fabrikant, Alsfeld- 25. Rullmann, Otto, Pachter, Mittelgründau- 26. Ehrevklan, Ferdinand, Buchdrucker, Alsfeld- 27. Bähr, P. Wilhelm, Landwirth, Rohrbach- 28. Petri, Louis III., Weißbinder, Gießen - 29. Kober, Adolph, Buchhalter, Gießen- 30. Dämon, Heinrich IX., Landwirth, Hoch Weisel.
I ** OruuibuSverbiuduug Manöver - SiNderzu-. Zu dem SamStag Morgen 6 Uhr 9 Mtn. in da» Manövergelände abgehenden Sonderzug wird die Omntbus-Gesellschaft auf den Linien Grünbergerstraße-Bahahof und Marburgerstraße- Bahnhof je zwei Extra-Omnibusse fahren lassen und zwar 5 Uhr 40 Min. und 5 Uhr 45 Min. ab Endstation. Der Fahrpreis beträgt 20 Pfg.
* * Kaufmännischer Verein. Da nunmehr durch Erbauung eines BeremShauseS die Schulsäle den Anforderungen der Neuzeit entsprechend eingerichtet find, so kann man jetzt dem kaufmännischen UnterrichtSwesen noch mehr al» seither Aufmerksamkeit zuweuden. Die Schulcommiflion der kaufmännischen Fachschule hat deshalb beschlossen, auch für die Ausbildung deS weiblichen Hilfspersonals im Handelsgewerbe Sorge zu tragen und gedenkt mit Beginn des Winter-Semester» einen Unterrichts-CursuS in Buchführung, Schönschreiben, Rechnen und Correspondenz für weibliche Personen mit TageSunterricht einzurichten, woran bei mäßigem- Honorar alle Damen, welche in kaufmännischen oder gewerblichen Geschäften — fei e» im Eltern- oder fremden Hause — thätig sind oder e» noch vorhaben, theilnehmen können. Um nun etwas Anregung und Aufklärung in dieser Angelegenheit zu schaffen, hat sich Frau Anna Edinger an» Frankfurt a. M., Vorsteherin de» dortigen kaufmännischen Verein» weiblicher Angestellten und deren Unterricht» Curse, bereit erklärt, nächsten Sonntag, den 5. September, Nachmittags 4 Uhr, im hiesigen kaufmännischen VeretnShause einem Vortrag abzuhalten, wozu alle sich dafür intereffirende Dame» und Herren freien Zutritt haben. Siehe auch Inserat.
• • Aue Gröulaub-AuSstelluug wird von Sonntag ab auf Oswalds Garten zu besichtigen sein. Ein im Jahre 1884 von Kapitän Röhl an der Küste von Norwegen erlegter Riesenwal, deffen Knochengertppe die Hälfte der 600 Quadratmeter großen Halle einnimmt, erregt daselbst da» Jntereffe in hohem Maße. Dr. Herme», Direktor des Aquariums in Berlin, hat da» Alter des Ungeheuers auf 500 Jahre geschätzt. Da» Kopfinnere ist so groß, daß zwölf Personen darin Platz haben. In der Nähe des Alten, der im Leben ein Gewicht von 300000 Pfund gehabt haben muß, sieht man einen Walfischsäugliog von zehn Fuß Länge. Auch einereichliche Sammlung von Mordinstrumenten wird gezeigt, mit denen man dem Seeuogethüm zu Leibe geht, Harpunen aller Art, besonders die Dynawitharpune mit Bombe an der Spitze- dieselbe explodirt, nachdem sie in den Körper des Wales eingedrungen ist und führt binnen zwei Stunden zur Verblutung. Außer den AuSrüstungsgegenständen zum ffialr fischfang sieht man eine Walroßsamilie, bestehend auS Männchen, Weibchen und zwei Jungen, eine Seehundfamilie, einen Eisbär, die beiden Todfeinde Hai- und Sägefisch friedlich neben« einanderliegend, Polarfuchs, Polarfische und Polarvögel, See- löwen, Seebären, sowie hundert andere Seltenheiten von ethnographischem Werth. Gewaltig ist alles Erschaffene, doch das Gewaltigste ist der Mensch. Deshalb flößt uns selbst die kleinste Spectes, der Eskimo, mehr Jntereffe ein, als der größte Walfisch. Kapitän Röhl hat eigenhändig Alles gesammelt, was diese Stiefkinder der Natur zur Kleidung und Nahrung, zur Jagd und Fischerei benöthigen. Weitere Plastische Darstellungen schildern uns den Eskimo im Kampfe mit einem Eisbären, auf dem Schlitten mit einem Reonthter- Vorspann und im Kajak, einem aus Fell und Ftschrippen verfertigten Boot. Eine besondere Abtheilung der Hyperborätschen Sammlung ist den Geschöpfen und Produclen milderer Klimate gewidmet. Da ist zuerst die Meerfrau, Dugang oder Sirene aus dem Rothen Meer, halb Fisch, halb Mensch. Dieses seltene Exemplar wurde erst vor einigen Monaten gefangen und im Leipziger Zoologischen Institut präparirt. Der übrige Thetl dieser Abtheilung besteht au» einer Sammlung von Waffen und Schmuckgegenständen, mie sie die Bewohner von Neu-Gninea oder Kaiser Wtlhelm»- Land im Gebrauche haben. Aus der nicht» weniger als vollständigen Anführung der Röhl'scheu Schaustücke ersieht man, wie lehrreich und unterhaltend zugleich der Besuch der Grünland-Ausstellung ist.
* * Ueberschuß. Der Abschluß de» wittelrheinischew Krei-turnfeste» in Homburg v. d. H. ergibt einen Urber- schuß von etwa 4000 Mk.
• • Militärische». Nach einer Bestimmung de» Kaiser» haben die Offiziere der Fußtruppen im Gefecht den Degen (Säbel) erst dann zu ziehen, wenn die Truppe zum Angriff schreitet, also dazu Tritt faßt, bezw. die Tambour» anschlagen, wenn die Schützen znm Sturm anlaufen ober da» Seitengewehr aufgepflanzt wirb. Den Vorgesetzten steht jedoch die Befugniß zu, auch bei anderen als den vorstehend erwähnten Gelegenheiten den Degen usw. ziehen zu laffen, wenn tm Gefecht besondere Umstände oder das Jntereffe der Gefecht»- dtSciplin die» erfordern. Wie der KriegSmtntfter angeordnet hat, ist bereit» bei den diesjährigen Herbstübungeu hiernach zu verfahren.
* * Wetterbericht. Die über Nord-Europa liegende Depression hat unter gleichzeitiger Vertiefung ihres Centrum» ihren Bereich ganz erheblich nach Süden ausgedehnt. Bon der Nordsee zieht sich ein sackförmiger Ausläufer Über die Niederlande und SÜdwest-Deutschland bis nach der Küste. Schwacher, relativ hoher Druck besteht noch im Süden. Der bei dieser Wetterlage zur Zett noch herrschende Einfluß de» letzteren, welcher für die südlichen GebietStheile zunächst wolkenlosen Himmel verursacht, dürfte aber mit dem weiteren Vordringen deS niederen Druckes allenthalben verschwinden. — Voraussichtliche Witterung: Neuerdings Zunahme der Bewölkung und später Eintritt von trübem Wetter mit Niederschlägen.
E. Echzell, 2. September. Da- GrummetgraS auf den fißcalischen Wiesen in dir Echzeller und Berstädter Mark ist versteigert worden und hat Erlöse von 7 bi» 13 Mk. den Morgen erzielt. In den Gemarkungen Gettenau, Heuchel- heim, Leidhecken und Blofeld waren die Preise überaus schlecht, man bot 2 bis 3 Mk. für den Morgen, sodaß die Genehmi«


