Parts, 2. März. Der Correspondent des „Eclair" t<fcgrQpt)trte aus Kanea, daß die Zahl der io Sttia umgekommenen Muhamedaner 725 betrage.
Bonbon, 2. März „Daily Lhroniele" theilt mit, König Georg werde demnächst in der Ebene von Pha- raluS einem Manöver von 25,000 Mann beiwohnen.
Serajevo, 2. März. Die türkischen Truppen io den Grenzbezirken find abmarschtrt. Rar einzeloe kleine Detachements bleiben zurück.
Cetttnje, 2. März. Der gegenwärtig in Parts weilende Erbprinz Dantla wurde nach Cettioje berufen, um, wenn oöthtg, das Commando über die Truppen zu übernehmen.
Cetttnje, 2. März. Der Fürst unterhandelte tn letzter Zeit wiederholt mit den Führern der griechisch, albanischen Stämme, wie eS hetßt, weil sich der Fürst für künftige Eventualitäten deren Unterstützung sichern will.
Sofia, 2. März. „Swoboda" berichtet über starke Gährung unter der muhamedantschen Bevölkerung, besonders in den Bezirken voa Stlistrta, Burgas n. f. w., wo die Bevölkerung durch auS Konstantinopel ge kommene Sofias ausgehetzt wird.
Athen, 2. März. Ein offizielles Telegramm auS Kaoea bestätigt die Nachricht, daß die Insurgenten sich des FortS Kaodaoo bemächtigt haben.
Vertin, 3. März. Beim Kaikerpaar fand gestern Abend der alljährlich am FastnachtS-Abeod veranstaltete Ball patt. ES waren 1800 Einladungen ergangen. Der Ball verlief glänzend und erreichte gegen 1 Uhr fein Ende.
Berlin, 3. März. Ein heftiges Schadenfeuer wüthete gestern Abend auf dem Terrain der Borfig'schen Maschinenfabrik und legte die Kesselschmiede in Asche. Gegen Mitternacht gelang es der Feuerwehr, Herr des FeuerS zu werden.
Vertin, 3. März. Der Magistrat beschloß, sich an den Begrüßungs-Feierlichkeiten für Nausen offictell nicht zu betheiligen und auch von einer besonderen Nachfeier abzusehen, da es unmöglich sei, diese Berlin besuchende berühmte Persönlichkeit offtciell zu feiern.
Wien, 3. März. AuS den Kreisen des hiesigen phil- hellenischen EomitLs verlautet mit Bestimmtheit, daß Griechenland unter keiner Bedingung auf den Vorschlag der Mächte etngehen werde.
Athen, 3. März. Der griechische Eommandant Retnek wurde abberufen. — Von der Grenze, wo 20000 griechische Truppen stationirt find, werden Ausschreitungen und Plünderungen deS türkischen Militärs gemeldet.
Kandia, 3. März. 300 türkische Familien auS Sofia und Gierapatra wurden hier auSgeschifft, wodurch die Gefahr der HungerSnoth noch vermehrt wird. Die Blattern herrschen stark unter der Bevölkerung. Die Regierung ist muthloS.
WB. London, 3 März. Die „Times" meldet auS Athen vom 2. dss. Mts.: Die Truppenfeudungen nach Thessalien dauern fort. Wie verlautet, begibt fich der Kronprinz nächste Woche dorthin behufs Uebernahme des Oberbefehls.
CoctiUs nnö proHnjkltefe
Gießen, den 3. März.
*• Parlamentarisches. Bei der Zweiten Kammer der Stände find u. A. letzthin folgende Anträge ein- gelaufen: 1. der Abgg. vr. Schröder und Genossen, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, den Ständen bald Vorlage zu machen, durch welche allen vor dem 23. Juli 1890 peufiontrten Volks s chullehreru im Lande, welche zur Zeit weniger als 1000Mk. an Ruhegehalt beziehen, eine Penfion bis zu dieser Höhe mit Wirkung vom 1. Januar 1897 an gewährt wirb; 2. der Abgg. Pennrich und Genossen, die Kammer wolle beschließen, an Großh. StaatSregierung daS Ersuchen zu richten, den Ständen eine Gesetzesvorlage, betreffend Einführung einer Hesstfcheu Staatö- Kla fsenlotterie, zugehen zu lassen; 3. des Abg. Köh ler, die Zweite Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, den Ständen einen Gesetzentwurf vorzulegen de« Inhalt«: 1) ES soll Princtp sein, daß jede im Laude zum verkauf kommende Mühle, jede verkäufliche Wasserkraft vom Staate aufgekauft und das dann zur Verfügung stehende Wasser, bezw. die Wasserkraft je nach Umständen entweder zur landwirthschaftlichen Bewässerung oder zur Erzeugung von Electricität von Staats wegen verwendet werde, 2) das erforderliche Capital soll nach Bedarf durch Capital-Aufnahme in daö zu errichtende StaatS-Schuldbuch aufgebracht werden; 4. Petition vieler Kleingrundbefitzer der Stadt Lich um gesetzliche Maßnahmen gegen die Ausdehnung des fürstlich SolmS - Hohensolms-Ltchschen WaldeS tn der dortigen Gemarkung, von dem Abg. Köhler al« Antrag übergeben; dieselbe gipfelt tn der Bitte an die Kammer, mit der Großh. StaatSregierung gesetzliche Maßnahmen zu veranlassen, nach welchen die Aufforstung von Grundstücken tn der (in der Petition näher dargelegteo) Weise verhindert werden kann; 5. dringlicher Antrag der Abgg. Köhler und Genoffen, die Zweite Kammer wolle beschließen, Großh. Re- gierung zu ersuchen, sofort die erforderliche Geldsumme für Anlage eines zweiten Geleises und Einrichtung einer Station für wagenweise Güterverladung bet Haltestelle Langsdorf in den Hauptvoranschlag für 1897 — unter weitgehendster Schonung der Beitragspflicht der Gemeinde Langsdorf ein- zufetzen und mit dem Bau der Güterstation sofort und ohne Aufschub zu beginnen; der Abgg. Köhler und Genossen, die Zweite Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen: 1) beim Bau der Bahn zwischen Laubach und Freienseen die Ausgrabung eines zweigleisigen Tunnels durch das sog. Kaff tnS Auge zu fassen, 2) beider Seen- brücke* eine größere Station zu Gunsten der um- liegenden Ortschaften zu errichten; 7) der Abgg. Joutz und Genossen, die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zn ersuchen, dem Landtag einen Antrag, betreffend den Bau
einer uormalspurigen Bahn von Butzbach nach Lich auf Grund der dem Schreiben avgeschloffeuen (auf der Kanzlei Zweiter Kammer zur Einficht offenltegenden) Pläne und Voranschläge alsbald vorzutragen.
Der gestrige FastoachtS-Dienstag zeigte, gerade wie sein Vorgänger 1896, daß eS mit dem früher üblichen lebhaften Treiben mit Riesenschritten bergab geht. Mag daS Wetter, welches einem fröhlichen Treiben gestern nicht besonders hold war, Manchen zurückgehalten haben, der etwas vorhatte, so ließen auch die wenigen Gruppen, die fich hervorgewagt, erkennen, daß recht wenig los war. Selbst die angekündigten vielversprechenden Umzüge vermochten eine richtige FastnachtSstimmuug nicht hervorzubringen. Wer eS nicht vorzog, zu Hause zu bleiben, ging auS, um — nichts zu sehen oder sich in irgend einer Winhschaft zu verkriechen. Auch die Nacht verlief ruhig.
*• Znnkermann'S „Fritz Reuter Abend". Bei dem heute, Mittwoch, im Clubsaale stattfiudenden „Reuter-Abend- kommt folgende« neue, sorgsam an-gewählte Programm zum Vortrag: Ut mine Stromtid: Cap. 44. Worüm de junge Fru v. Rambow up de Landstraat lep, rc. — Cap. 45. WWti un David äwer de Luggedohr'S rc. (Pause). Ut mine Stromtid: Der Rahnstädter Reformverein.
Zn den Rnhestand versetzt wurde am 23. Februar l. I. der MagazinSdtener bei den Oberhessischen Eisenbahnen Balthafer Wteßner zu Gießen, mit Wirkung vom 1. April l. I. an.
** Einjährigen Prüfung In der vorgestern in Darmstadt zu Ende gegangenen Prüfung für Einjährig- Freiwillige sind von 27 Candidaten 12 bestanden. Bei acht jungen Leuten, welche mit Rücksicht auf ihre sonstige Befähigung nur einer Prüfung in den Elementarkenntnissen unterzogen wurden, wurde diese Prüfung von sieben bestanden.
*• Spielkartenstewpel. Im Großberzogthum Hessen find im Rechnungsjahre 1895/96 169001.30 Mk. an Reichsspielkartenstempel erhoben worden. Die etat-mäßige Veranschlagung dieser Einnahme für da- ganze Reichsgebiet betrug 1 312000 Mk. Hiernach entfällt auf unser Land ein sehr beträchtlicher Bruchtheil der Spielkartenfabrikation de- Deutschen Reiche-.
•• Haar- und Barltracht der Gefangenen. Für die hessischen Gefängnisse und daS Zuchthaus Mariens chloß hat da- Groh. Ministerium folgende neue Verfügung über die Haar- und Barttracht der Gefangenen erlassen: „Die Gefangenen, mit Ausnahme der ZuchthauSstraflinge und derjenigen Gefängmßsträflinge, die fich nicht in dem Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden, dürfen zu einer Veränderung der Haar- und Barttracht nur aus Gründen der Reinlichkeit und Schicklichkeit angehalten werden. Sechs Wochen vor der zu erwartenden Beendigung der Strafzeit kann den Gefangenen, die nicht in weitere Strafhaft von mehr als einmonatlicher Dauer oder in ein Arbeit-Hau- zu verbringen find, auf ihr Verlangen Befreiung von den die Veränderung der Haar- und Barttracht betreffenden Vorschriften gewährt werden."
•* Wetterbericht. Mit Ausnahme des äußersten Ostens und Südens hat der tiefe Druck von ganz Europa Besitz ergriffen und herrscht unter seinem Einfluß meist trübes und namentlich in den westlichen Thetlen unruhiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch beständiges und kühles Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
Steinbrnche zu Rockenberg. Rockenberg war seither, wie die „Darmst. Ztg." meldet, in industrieller Beziehung durch seine Sandgruben und Sandsteinbrüche bekannt. In den östlich vom Ort gelegrnen kleinen Anhöhen befindet sich eine Anzahl dieser Brüche und Gruben, worin ein Theil der Ortseinwohner jährlich Beschäftigung findet. Seit vorigem Herbst nun ift ein neuer Steinbruchbetrieb hier ins Leben getreten. Die in und auf den Anhöhen lagernden Feuer» wacken (Quarzitsteine) sind von einem Vertreter, Herrn I. Dielmann der Firma Wililsch u. Co. angekauft worden, um zu feuerfesten Producteu verarbeitet zu werden. Derselbe hat mit der Gemeinde einen Vertrag abgeschlossen, wonach fämmtliche derartigen Steine, die irn Gemeindeeigen- thum liegen, in das Eigenthum der genannten Firma übergehen. Die Gemeinde Rockenberg erhält für jeden Waggon (200 Centn«) 2 Mark, und die Firma ist verpflichtet, monatlich mindestens 12 Waggons Steine brechen zu lassen. Wenn man erwägt, daß dieser Steinreichthum fast unermeßlich ist und nach Jahrzehnten nicht erschöpft sein dürfte, so kann die Gemeinde Rockenberg mit einer sehr erwünschten, unvorhergesehenen Einnahme rechnen. Ein weiterer Vortheil für die Gemeinde besteht darin, daß nach dem Vertrag vorzugsweise als Arbeitskräfte (Steinbrecher, Fuhrleute u.f.w.) die Einwohner Rockenbergs berücksichtigt werden sollen. Bi« jetzt dürften schon etwa 150 bis 200 Waggons Steine gebrochen fein, mit deren Transport anfangs nächsten Monats begonnen werden soll. Gegenwärtig werden Unterhandlungen über die Höhe des FuhrlohnS nach den Bahnstationen Bad- Naubeim, bezw. Butzbach gepflogen. — Auch daS an diese Anhöhen angrenzende Privatgelände ist reich an diesen Steinen, und eine andere Firma soll bereits mit den Eigen- thümern desselben in Verhandlung getreten sein.
4- Nidda, 2. März. Zu den in den letzten Tagen sich bei unS eingestellt habenden kleinen Frühlingsboten hat sich auch, begrüßt von der lieben Jugend, Freund Klapper- storch gesellt, welcher unS hoffentlich den ersten Frühling etnsühren wird.
4- Schotte«, 2. März. Bei der am letzten Samstag hier stattgehadten GemetnderathSwahl siegten die von den Anhängern des WafferleitungSprojectS aufgestellten Can- didaten: Herr Apotheker Scriba und Herr Johanne- Kromm I.
§§ Gedern, 28. Februar. Der bei einem hiesigen Land- wirth in Diensten stehende Knecht Adolph von Herchenhain wollte fich Morgen- erst in dem am Hanse vorbeifließenden
Bach waschen. Er fiel, wahrscheinlich von einem Schlaganfall betroffen, ins Wasser und ertrank. Der Verstör- bene war seit 4 Jahren im Dienste und stand in den fünfziger Jahren. Der Leichnam wurde heute nach Herchenhatn verbracht.
-e. Neu - Ulrichstein, 1. März. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro Februar 18 9 7. Ende Februar 1897 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 78 Mann. Dieselben verthellen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 19; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 7, Regierungsbezirk Wiesbaden 14; Provinz Rheinlande 5, Provinz Sachsen 4, Provinz Schlesien 3, Provinz Brandenburg 2, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 1, Provinz Posen 2, Provinz Pommern 1; Königreich Bayern 6, Königreich Württemberg 3, Königreich Sachsen 2; Großherzogthum Baden 4; thüringische Staaten 1; Ausland: Schweiz 1, Ungarn !. Hiervon waren: Arbeiter 43, Anstreicher 1, Bäcker 1, Condtior 1, Former 1, Gärtner 2, Graveure 1 , Kaufleute 4, Kellner 3, Küfer 2, Kupferschmiede 1, Lehrer 1, Maurer 1, Müller 1, Schneider 3 Schuhmacher 3, Schlosser 2, Schreiner 1, Steindrucker 2, Tuchmacher 1, Tüncher 3. Gearbeitet wurde an 2219 Tagen. Verpflegt wurde an 2543 Tagen Im Monat Februar 1897 wurden entlassen 38 Mann, und zwar in Arbeit durch die Colonie 1, durch eigene« Bemühen 2, auf eigenen Wunsch 28, wegen Arbeitsscheu 5, wegen schlechten Betragen- 2, wegen Krankheit 1. Sei! Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 3224, dagegen abgegangen im Ganzen 3146 Mann, bleibt Bestand am 28. Februar 1897: 78 Mann.
Saasen, 28. Februar. Hier hatte am vergangenen Sam-tag Abend ein älterer Einwohner einer Versteigerung angewohnt. Vor seinem gleichfalls anwesenden Sohne verließ er da- Wirth-local, in dem die erwähnte Versteigerung abgehalten wurde. Zu Hause fand der letztere indessen den Vater noch nicht vor, was ihn veranlaßte, wieder zurückzukehren und nach ihm zu suchen. Er fand ihn dann auch auf dem nach seiner Wohnung führenden Wege, indessen entseelt, vor. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat ein Schlaganfall dem Leben desselben ein so rasche- Ziel gesetzt.
Weickartshain, 27. Februar. Es steht zu hoffen, daß die segensreiche Erfindung der Röntgenstrahlen auch die Fran des Herrn Forstwart Stendal dahier von wochenlangen Schmerzen befreien helfen wird. Vor etwa drei Monaten drang derselben eine Nadel in die Hand, ohne daß eS dem behandelnden Arzte seither gelang, dieselbe zu entfernen. Nachdem dieser Tage in der Klinik zu Gteßm ver- mittelst der Röntgenstrahlen der S tz der Nadel ermittelt wurde, kann demnächst deren Entfernung au- der Hand vor- geromwen werden.
vabeuhansen, 1. März. In Schaafheim ereignete sich vorgestern ein schwerer Unglücksfall. Der 29jährige verheiratete Wagnermeister H ö r e t h war mit der Bearbeitung einer Wagendeichsel beschäftigt; dadei sprang ihm daS Handbeil ab und trennte die linke Hand vollständig vom Unterarm. Der Verunglückte wurde in bewußtlosem Zustande von seiner jungen Frau aufgefunden.
Bom Odenwald, 1. März. In letzter Zeit bereisen nicht nur Weinhändler, sondern auch WeinbergSbe- sitz er au« Rheinhessen und der Rheinpsalz unsere Gegend, um ihre eminenten Borräthe an Wein an den Mann zu bringen. Diese Weinbauern haben verschiedenen OrtS da« Liter zu 20 Pfg. abgesetzt, so daß die Bauersleute ihren Aepfelwein in benachbarten Städten zu gleichem Preise verkaufen und sich hierfür Traubenwein anlegen.
Mainz. 2. März. Das Ministerium hat nach bim „M. A." daS von ben Stadtverordneten beschlossene städtifche Arbeitsamt genehmigt.
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* Biedenkopf, 2. März. Der Sohn eines Bauern zu Oberweidbach (Kreis Biedenkopf), welcher feiner Militärpflicht bei einem Dragoner-Regiment im Elsaß genügte, beging ben leichtsinnigen Streich, nach 13 Monaten Dienstzeit nach Frankreich zu besertiren und sich dort für bie Fremdenlegion in Afrika anwerben zu lassen. DaS Schicksal hat ihm dort arg mitgespielt; er hat viele Kämpfe in Wüste und Roth mitgemacht und viele Entbehrungen erlitten. Nach Verlauf von sieben Jahren kehrte er zu Besuch in die Heimath Ober- weidbach zurück, wurde hier aber erkannt und wegen seiner früheren Fahnenflucht festgenommen. Vor Gericht gestellt, wurde er wegen Desertion zn einer FestungSstrafe von sechs Monaten verurtheilt.
* Oberaula, Kreis Ziegenhain, 26. Februar. Jo unserer Gemeinde ereignete fich am gestrigen Tage ein erschütternder Unglücksfall. Beim Holzholen im nahe gelegenen Walde gingen die Pferde deS Besitzer« W. infolge ScheuwerdenS durch. Dabei wurden zwei Kinder überfahren und derart verletzt, daß sie alsbald ihren Geist aufgaben. Der Land- Wirth H., welcher die Pferde aufzuhalten versuchte, wurde ebenfalls von den scheuen Thieren umgerissen und überfahren; derselbe erlitt eine schwere Kopfverletzung und mußte nach seiner Wohnung getragen werden. H.'S Zustand ist ein bedenklicher.
• Kriegsminister von Goßler ging kürzlich folgendes anonyme Gedicht zu: Hochverehrter Krieg-Minister? — Lange wächst schon da« Geflüster — Laut und immer lauter an: — „Stellt bie Frauen gleich bem Mann!" — Sagt, was kann auf dieser Erden — Eine Frau noch alle- werden? — Aerztin, Pastor und Notar, — Lehrer, Superoumerar, — Postbeamter, Commissar. — Ganz bem Manne kommt sie gleich — Freilich nicht im Deutschen Reich, — Sondern in Amerika, — Denn man ist titel klüger da. — Nachgeahmt hat es bereit« — In der alten Welt die Schweiz. — Da nun, wie doch allbekannt, — Preußen das gelobte Land — Ist für alle- Milttär, — Bitten Excellenz wir sehr, — Doch die Frage zu erwägen, — Ob denn nicht ein großer


