kber den tatsächlichen Hergang de» Vorfalles und seines Verlaufs abwarten müssen.
Köln. 1, September. Die „Köln. Ztg." meldet aus Brüssel: Unter dem Verdacht, einen Anschlag auf daS Leben des deutschen Kaisers gemacht zu haben, wurde gestern hier ein deutscher, bis vor Kurzem in Loudon an- säsfiger und erst tu der letzten Woche von einer Reise nach Deutschland hierher zurückgekrhrter Anarchist NameuS Gustav Daubenspeck verhaftet. Die Verhaftung erfolgte auf Grund einer Anzeige eines Deutschen, der durch Andeutungen eines Freundes de- Anarchisten von dem Anschläge des Letzteren Krnutniß erhalten hatte.
FriedrichSruh, 1. September. Am Freitag Vormittag trifft der König von Siam beim Fürsten Bismarck ein und wird bet demselben frühstücken.
Hamburg. 1. September. Der Leutralverbaud deutscher Kaufleute beschloß in seiner gestrigen Nach« mittag-sitzuug, eine Petition au den Reichstag betreffend die BriefgewtchtSerhöhung auf 20 Gramm und Herab« fetzuug der Postanweisung-- und Telephongebühren zu richten.
Würzburg. 1. September. Der Großherzog von Hessen und der König von Württemberg find gestern hier eingetroffen. Heute Morgen werden daS Kaiserpaar und der Priuz-Regeut von Braunschweig erwartet.
Würzburg. 1. September. Heute Morgen um 7 Uhr 20 Mtn. traf der kaiserliche Souderzug hier ein. Zur Begrüßung des Kaiser Paares war der Prinz Regent tu bayerischer GeueralS-Untform mit der Prinzessin Ludwig erschienen. Nach derselben und der Vorstellung der zum Empfang Befohlenen erfolgte die Abfahrt nach dem Parade- selbe. Der Wagen mit dem Kaiser und dem Prtnz-Regenren wurde von einer Schwadron des 1. Ulanen-RegimentS eSkor- tirt, der Wagen mit der Kaiserin und der Prinzessin Ludwig von einer Schwadron des 1. schweren Retter-RegimentS. Die Ankunft der hohen und höchsten Herrschaften auf dem Paradefelde erfolgte um 8*/* Uhr, woselbst der Kaiser und der Prinz-Regent zu Pferde stiegen, während die Kaiserin und die übrigen fürstlichen Damen die Parade zu Wagen abnahmen. Zur Parade hatten etwa 35,000 Mann und 8300 Pferde Aufstellung genommen, nämlich 41 Bataillone Infanterie, 40 EScadronS Eavallerie und 31 Batterien. Aar 3/410 Uhr begann der Vorbeimarsch, den die Infanterie in Compagniefront, die Eavallerie in EScadrovsfront und die Artillerie in Batteriefront ausführte. Der Kaiser setzte sich beim Vorbeimarsch des 6. Infanterie-Regiment- an dessen Spitze und führte es dem Prinz-Regenten vor. Ebenso führten der König von Württemberg und der Großherzog von Hessen ihre Regimenter vorbei. Um l/,12 Uhr war die Parade zu Ende und eS folgte die Kritik. Hierauf erfolgte zu Wagen die Rückfahrt und der Einzug in die Stadt. Auf einer am Ende der LudwigSstraße errichteteon Estrade begrüßte Bürgermeister Hofrath Dr. Netdle, umgeben von der Stadtvertretung in längerer Ansprache den Kaiser und den Prinzregenten und schloß mit einem Hoch auf dieselben. Der Kaiser antwortete, indem er dem Bürgermeister die Hand reichte: Ich freue mich außerordentlich, in der schönen Stadt Würzburg, der Geburtsstätte Sr. König!. Hoheit des Prinz- Regenten einige Tage weilen zu können. Die bayerische Armee ist, wie ich heute gesehen habe, ein würdiges Glied der deutschen Armee! Den von den Ehrendamen credenzten Becher Wein leerte der Kaiser auf daö Wohl der Stadt Würzburg, ebenso die Kaiserin und die andern Fürstlichkeiten. Sodann erfolgte die Fahrt zum Schloß, wo Frühstück stattfand.
Laudihut. 1. September. Ja der gestrigen zweiten öffentlichen Generalversammlung des Katholikentages sprach RetchStagSabgeordueter Dr. Porsch über die römische Frage, welche nicht verstummen werde, bis sie in einem dem Papste günstigen Sinne ihre Lösung gefunden habe. Huper aus Bensheim sprach über Literatur und Presse und kam zu dem Schluß, daß die ktrchen- und glaubenSfetudltche Tagespresse und Roman-Literatur auS den katholischen Familien verbannt werden müßte. Land- und Reichstagsabgeordneter Gerftenberger sprach über die Agrarfrage und empfahl den Ausbau der christlichen Bauernvereine, sowie die Schaffung und Organisation auf christlicher Grundlage. Pater Auracher auS Burghausen behandelte daS Thema: Der EleruS und die sociale Frage und legte tu seiner Rede dar, daß der Clerus vor Allem dazu berufen sei, sich mit diesen Angelegenheit zu beschäftigen, weil eS seine Pflicht sei, die Lehren der christ- lichen Gerechtigkeit zu verkündigen. Sowohl vom Prinz- Regenten wie vom Kaiser find Antwort-Depeschen auf die avgesandteu Huldigungs-Telegramme eingelaufeu.
Wien, 1. September. Aus Martnekreisen veröffentlicht das „Neue Wiener Journal" Aufsehen erregende Mittheil, ungen über den trostlosen Zustand der österretcht- sch en Marine. Der Bau von 20 neuen Kreuzern im Gesammtbetrage von 25 Millionen Gulden sei unabweisbar.
Budapest, 1. September. Kaiser Wilhelm wird drei Tage hier verweilen. Während seiner Anwesenheit werden große Galatafeln und Opern Festvorstellungen veranstaltet. Auch eine große militärische Hebung soll stattfinden.
P°rtS, 1. September. Eine Gruppe junger Leute rief gestern gegen Mitternacht vor der engltschen Botschaft: „Nieder mit England, es lebe Frankreich, es lebe Rußland!" Die Polizei vertrieb die Schreier und verhaftete mehrere der- selben. Vor dem Polizeicommiffar erklärten sie, sie hätten sich amüsiren wollen. Angesichts ihrer Jugend wurden sie wieder fretgelassen.
Warschau, 1. September. Die Ankunft des Zaren- paare- erfolgte gestern Abend 6 Uhr. Der Einzug in die Stadt gestaltete sich großartig. Die Stadt ist von Fremden überfüllt. Bet dem Abends stattgefundenen Fawtltendiner waren der Generalgouverueur von Warschau und der Vertreter der Polen, Marquis Wtelpopolkskt zugegen. Der Zar wird bis zum nächsten Monat in Warschau bleiben, dann zu den großen Manövern nach Btalystock abreisen, kurze Zeit in Bidlowieza sich aufhalten und sich schließlich zu längerem Aufenthalt nach Spala begeben.
verliu. 2. September. Ein furchtbares Verbrechen ist gestern Abend im Hause Koblanckftraße 14 verübt worden. Der 25jährige Arbeiter Letzel hat seine Geliebte, die 21jährige Mantelnäherin Rohde, getödtet, indem er ihr nach einem vorauSgegavgenev Streit den Hal» abschuitt. Alsdann hat sich Letzel auf dieselbe Weise getödtet.
vromberg, 2. September. Die Ruhrerkrankungen tu der Tucheler Haide nehmen weiter zu. Die Todesfälle wachsen. Die meisten Schulen find infolgedessen geschlossen.
Korst i. tz. Lausitz, 2. September. DaS vorläufige Sr- gebuiß der Zusammenstellung der Hochwasserschäden in der Stadt Forst beträgt ohne den Schaden, den die Stadtgemeinde an Brücken und Gebäuden zu verzeichnen hat, 1,390,000 Mark.
Brüssel, 2. September. Der Schnellzug Köln—Antwerpen entgleiste auf der Station Mecheln. 4 Wagen wurden zertrümmert, beide Locomotiven beschädigt. Verletzt wurde Niemand.
Petris, 2. September. Der König von Siam wird mit dem Präsidenten Faure der Revue in St. Quenttu am 17. September beiwohnen.
Petersburg, 2. September. Als Nachfolger des Botschafters Mohrenhetm auf dem Pariser Posten gilt Casini, der jetzige russische Gesandte in Peking.
WB. Sitte«, 2. September. Bei Besteigung de» Montpleureur wurden vier Personen durch eine Lawine in die Tiefe geriffeu und getödtet.
WB. Montreux, 2. September. Durch Einsturz einer Mauer bei dem im Bau begriffenen Sanatorium wurden acht Arbeiter getödtet, sechs verwundet. Sämmtliche Arbeiter find Jtalieuer.
Cocefc» »nt prooiitjka«,
Gieße«, den 2. September
** Militär - Dieustuachrichten. Die Assistenzärzte erster Klasse der Reserve Professor Dr. Poppert vom Landwehr- Bezirk Gießen, Dr. Koch vom Landwehr Bezirk Friedberg, die Assistenzärzte 1. Klaffe der Landwehr 1. Aufgebots Dr. Zahn vom Landwehr-Bezirk Mainz, Dr. Sch li ep hake vom Laudwehr-Bezirk Gießen — zu Stabsärzten befördert/ Dr. Braune, Oberstabsarzt 2. Kl. und Regimentsarzt vom 1. Großh. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23 der Character als Oberstabsarzt 1. Klasse verliehen.
• * Zom Margarine Gesetz. Da« Gesetz, betreffend den Verkehr mit Butter, Käse, Schmalz und deren Ersatzmitteln vom 15. Juni 1897 tritt bekanntlich mit AuS- nähme der Bestimmungen des § 4 Über die getrennten Verkaufsräume am 1. October d. I. in Kraft. § 5 dieses Ge- setzeS bestimmt, daß in öffentlichen Angeboten, sowie in Schluß- scheinen, Rechnungen, Frachtbriefen, Eonoflementen, Lager- scheinen, Ladescheinen und sonstigen im Handelsverkehr üblichen Schriftstücken, welche sich auf die Lieferung von Margarine, Margarinekäse oder Kunstspeisefett beziehen, die im Gesetze vorgeschriebenen Waarenbezeichnungrn angewendet werden müssen. Demgemäß ist eß von dem genannten Zeitpunkt ab nicht mehr zulässig, daß dem Schweineschmalz ähnliche Zubereitungen, deren Fettgehalt nicht ausschließlich auS Schweinefett besteht, unter der bisher vielfach auch für diese Kunstspeisefette noch üblichen Bezeichnung: Schweineschmalz oder dergleichen in den Verkehr gebracht werden/ für sie ist vielmehr nur die Bezeichnung Kunftspeisefett anzuwenden.
• • Zwangserziehung. Im Jahre 1896 wurden innerhalb des GroßherzogthumS Hessen 212 jugendliche Hebel- th äter und verwahrloste Kinder zur Unterbringung in die Zwangserziehung verurtheilt.
* * Jagd. Mit dem gestrigen Tage wurde im Groß- herzogthum Hessen die allgemeine Jagd wieder eröffnet. Der Bestand an Hasen ist sehr gut und auch Rebhühner sollen sich zahlreich finden.
• • Der Bericht der Berwaltnng der Unterstütznngttaffe der hessische« Landes - Irrenanstalten für das Rechnungsjahr 1896/97 enthält eine Reihe interessanter Mittheilungen und Anregungen, daß wir nicht verfehlen wollen, auf denselben etwas näher einzugehen. Mit Befriedigung wird festgestellt, daß die Zahl der erklärten Freunde um 4646 sich vermehrt hat und daß au freiwilligen Gaben Mk. 18 368.27 vereinnahmt wurden. Die vor 18 Jahren zum ersten Mal vor- genommene versuchsweise Entlassung von Kranken bat sich als eine gerechtfertigte und nützliche Einrichtung erwiesen. Die Erfahrung lehrt, daß nicht wenige der Kranken am Besten gedeihen, wenn man sie, nachdem eine gewisse Besserung des KraokheitSzustandeS eingetreten ist, versuchsweise aus der Anstalt entläßt und sie der Einwirkung des Familienlebens, der BerufSthätigkeit und Überhaupt den Einflüssen der Welt auf die Gesundheit aussetzt. Als sehr mißlich hat sich wiederholt die Heberfüllung der Anstalten herauSgestellt/ in dieser Beziehung glaubt der Bericht, könne die Einrichtung und der sachgemäße Betrieb von Proviozial-Pflege- häusern entlastend wirken. Mit Bedauern wird die öfter- wiederkehrende Thatsache mitgetheilt, daß Entlassene die ihnen gebotene Hnterstützung zurückweisen, um sich daS Bewußtsein zu sichern, daß sie alle und jede Verbindung mit der Irrenanstalt abgebrochen haben und daß ihnen Niemand mehr nachsagen könne, daß sie sich noch in einem gewissen Ab- hängigkeitSverhältniß zur Irrenanstalt befinden. Lebhafter Dank wird den 31500 Gebern des letzten Jahres gespendet. In den 28 Jahren des Bestehens der Kaffe wurden über Mk. 201000 an Hnterftützungen verausgabt und ist daS Kapitalvermögen auf rund Mk 61000 angewachsen. Sehr bemerkenSwerth ist, daß die Kasse in dem letzten Jahre die wesentlichste Hilfe nicht den bemittelten, sondern den weniger bemittelten DolkSklassen verdankte. Gerade in dieser treuen und stets wachsenden Betheiligung in den Gaben von 5 und 10 Pfg. erblickt der Bericht die Bürgschaft einer
i glücklichen Zukunft. Auffallend ist die sehr geringe Geberzahl in den größeren Städten deS Landes. Im letzten Jahrs betrag durchschnittlich die Gabe auf den Kopf in Mainz bei 263 Gebern Mk. 4.60, io Darmstadt bet 363 Gebern Mk 2.87, in Offenbach bei 179 Gebern Mk. 2.76, in Warm- bet 82 Gebern Mk. 1.65 und in Gießen bei 261 Gebern Mk. 1.38. Mit Recht fordert der Bericht mit Entschiedenheit, daß die Bevölkerung in den weitesten Kreisen den Anstalten, die ein Werk freiwilliger Berein-thätigkeit und der Privatwohlthätigkett darstellen, reichliche Hnterstützung gewähren müsse, nur dann könne eine fruchtbringende Thätig. feit entfaltet werden. Der Anschluß an den Verein und die thätige Theilnahme an den Bestrebungen der Lande». Irrenanstalten erscheine als eine sittliche und patriotische Pflicht Aller.
•* Wetterbericht. Ein ausgedehnte- Depressionsgebiet bedeckt die Nordhälste Europa-, während über der Südhälfte hoher Druck lagert, doch dürfte die Herrschaft de- letzteren nicht von Dauer sein oder wenigstens nicht recht zur Geltung kommen. DaS Minimalgebiet weist nämlich zwei Eentra über Skandinavien und dem Nordwesten der britischen Inseln auf und scheint sich von letztgenanntem ein Ausläufer ziemlich weit nach Süden zu erstrecken. — Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung ziemlich warmeS Wetter und stellenweise Niederschläge.
-1- Lollar, 1. September. Einer von hier vor einiger Zeit abgegangenen Eingabe wegen Späterlegung de» Local- zugeS 99 a von Gießen nach Marburg behufs Herstellung eines Anschlusses an den Abends 10 Hhr 25 Min. von Gelnhausen in Gießen eintreffenden Personenzug hat die Kgl. Eisenbahn-Direction zu Frankfurt a. M. in danken»- werther Weise entsprochen, indem nach eingegangener Mir- theilung die Abfahrtszeit deS LocalzugeS 99 a (Gießen- Marburg) mit Beginn des Winterfahrplan- (1. October) auf 10 Uhr 43 Min. Abends ab Gießen verlegt und somit ein Anschluß an den von diesem Tage ab um 10 Uqr 38 Min. Abend- eintreffenben Zuge von Gelnhausen hergestellt wird.
p. Bad - Rauheim, 1. September. Welch' ungeheuere Steigerung der hiesigen Grund- und Bodenpreise einpetnten ist, mag sich aus der Thatsache ergeben, daß gestern die Villa Britannia, Herrn Nöggerath gehörig, an die Bau- fitma Fr. Brofft-Frankfurt a. M. für Mk. 315 000 verkauft wurde. Erworben hat der seitherige Besitzer dieselbe im Jahre 1893 sür Mk. 90000, letzterer hat von diesem Terrain für ca. Mk. 100000 Bauplätze verkauft und j-tzt die Villa mit Gelände für obengenannten Preis, d. i. beinahe eine Verfünffachung de- damaligen Preises.
A Hattenrod, 1. September. Heute wurde dahier ein 14jährigeS Mädchen, daS infolge schwerer Brandwunden, die es sich in voriger Woche während seines alleinigen Aufenthaltes in der Küche vermuthlich zugezogen hatte, verschieden ist, zur letzten Ruhe gebettet.
Darmstadt, 1. September Der hier stationirte Hilfs- roagenmetfter Jacob Kraft auS Goddelau gerieth heule Nachmittag zwischen die Puffer zweier Wagen uab wurde erdrückt.
Mainz, 31. August. In unserer Stadt hat sich eine neue religiöse Stete, die sich „Apostolische Gemeinde" nennt, gebildet. ES drang von ihr erst Einige- an die Oeffcntlichkeit, aU sich die Staatsanwaltschaft mit ihr zu beschäftigen begann. ES starb nämlich vor Kurzem eine alte Frau, deren Sohn ein fanatischer Anhänger der Stete ist/ die Frau war dem Arzte und jeder Medicin entzogen worden, weil die Secte glaubte, mit religiösen Zeremonien die Todtkranke heilen zu können. Hiervon ist Anzeige gemacht worden und die Hntersuchung eingeleitet. Die sogen. Apostel und Prediger der Secte find ein Apotheker au« einem Nachbarorte, ein Metzgermeister, ein Schuhmacher- meister und ein Bäckergeselle. Die amtlichen Erhebungen ergaben, daß die „Apostolische Gemeinde" hier 50 bis 60 Mit- glteber zählt, Katholiken und Protestanten.
A Mainz, 1. September. Nach langer Unterbreitung fand heute wieder eine Sitzung der hiesigen Stadtverordneten statt, welche indeß nur mit knapper Stimmenüberzahl beschlußfähig war. Gemäß dem Anträge ihre» Finanzausschusses beschloß die Versammlung zuvörderst, von den auS den Jahren 1882/83 von der Wassersnoth übrig gebliebenen Summen, welche seitdem auf 50,000 Mk. an» gelaufen find, 10,000 Mk. als Beihilfe für die jüngsten Wasserbeschädigungen in Deutschland zu bewilligen. Seitens der Stadtverordneten Dr. Masserell (Zentrum) und Tiefe! (Sociaiist) wurde habet kritistrt, daß die Reichs- und Landesregierungen noch nichts zur Linderung der Roth gethan und man alles der privaten und csmmunaleo Wohlthätigkeit über» lasse. — Ferner bewilligte die Bersammluug 1500 Mk. für Ausgrabungen römischer Baureste in der Nähe de« Gau- thore«, weiche wahrscheinlich von dem Castrum de« südwestlichen Germanien- herrühren. Weitere 2000 Mk. wurden zur Einführung der electrischen Beleuchtung deS Dienstgebäudes im Zollhafen bewilligt.
• Wetzlar, 1. September. Der F ah r r a d d i eb st a h l scheint sich neuerdings auch bet unß breit machen zu wollen. Nachdem vor Kurzem einem Aufseher au» Niedergirmes während eine- kurzen Aufenthaltes in Waldgirmes da» Rad entwendet worden war, geschah dasselbe vorgestern einem Kaufmann au- Wetzlar. Ihm wurde daS Rad auS einem verschlossenen Stall in Garbenheim gestohlen. Der Br» stohlene machte sich al-bald zur Verfolgung deS Diebe» auf und wirklich gelang e» ihm und dem Herrn Gendarmen Simon, den diebischen SportSfreund bei Bissenberg fefb zunehmen. Der Dieb, ein vorbestrafter Bursche au« Wetzlar, erhielt von dem Bestohlenen, dem er vorschwindelte, er habe nur Radfahren lernen wollen, eine tüchtige Tracht Prügel
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