Ausgabe 
2.9.1897 Erstes Blatt
 
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bereit- äußerst belebt,- die meisten Lädeu find geschloffen - die Biflaggullg der Häuser übertrifft bet Weitem die am 14. Jult herkömmliche. Heute früh wurden von zwei Der« tretungen patriotischer Gesellschaften Kränze an dem Stand« bilde der Stadt Straßburg utedergelegt. Auch in den Pro- viozstädteu wird die Rückkehr de- Präfidenteu Faure be- geistert gefeiert. Dem Präsidenten find zahlreiche Adressen zugegangen.

Dünkirchen, 31. August. Der vom Präsidenten Faure auSgebrachte Toast bet dem von der Stadt gegebenen Fest­mahl lautet wörtlich wie folgt:Sie werden verstehen, daß meine Gedanken sich nach dem großen Reiche zurückwendeu, welche- der französischen Republik in der Person seine- ersten Beamten einen großartigen Empfang bereitet hat, dessen Gedenken unsere Herzen stet- in patriotischer Be- wegung erschüttern machen wird. (Beifall.) Mit Recht haben Sie daran eriuoert, wie da- immer getreue Frank­reich die Freuden und Leiden seiner Freunde zu theileu weiß. Durch ihre Loyalität, ihre Weisheit und ihre politische Größe hat unsere Demokratie verstanden, unser Land auf seinen wahren Platz unter den Nationen zu stellen. (Er­neuter Beifall.) Durch ihre Treue wußte unsere Demo­kratie die Anhänglichkeit de- Volke- zu gewinnen und fest­zuhalten und in einem gleichen friedlichen Ideale die innige Bereinigung zweier großen Nationen zu begründen, welche eine- der bedeutsamsten Ereignisse aa der Wende de- Jahr­hundert- bildet." (Wiederholter Beifall.) Die Rede wurde mit den Rufen:ES lebe Präsident Faure Er lebe Frankreich!" ausgenommen.

Depeschen de- Bureau .Herold.'

Berlin, 31. August. Der Kaiser hörte heute Vor­mittag im Schloß zu Cobleuz den Vortrag deS Generals v. Hahnke. Die DeukmalSenthülluug wurde wegen des Regenwetters auf Nachmittags 4 Uhr verschoben.

Berlin, 31. August. DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine große Reihe von Ordensverleihungen, die aus Anlaß der Anwesenheit des Kaisers in der Rhetnprovtnz, der großen Herbst-Manöver und der Enthüllung des Kaiser- Wilhelm-Denkmal- tu Coblenz erfolgt sind. ES erhielten u. A. den Rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub der Landschaftsmaler Professor Oswald Achenbach in Düssel­dorf, sowie die Regierungspräsidenten v. Hartmann io Aachen, Freiherr v. Rheinbabeu in Düsseldorf und Dr. Wentzel tu Tobleuz, den Stern zum Kronenordeu 2. Klaffe der Reich-tagSabgeordnete Freiherr v. Stumm, den Kronenordeu 2. Klaffe mit dem Stern der Bischof von Trier, Dr. Kor um.

Cobleuz, 31. August. Heute Morgen trat strömender Regen ein- infolge dessen bat der Kaiser, die Feier zur Enthüllung deS Denkmals auf 4 Uhr Nachmittag- zu verlegen. Anwesend waren das Kaiserpaar, die Groß­herzogin von Baden, Prinz von Schaumburg-Ltppe und andere Fürstlichkeiten, die Staatsminister Miquel, Schönstedt, Posa- dowSkt, die Stände der Provinz, die LaudtagSabgeordneten, die Oberbürgermeister der Rheinprovtuz. Punkt 4 Uhr legte das Katserschtff am DenkmalSplatze au uud eS begann sofort die Feier mit Gesang. Hierauf hielt der Fürst zu Wied, LandeSmarschall der Rheinprovtuz, eine Ansprache au den Kaiser, die mit einem Hoch auf die Majestäten schloß. Sämmt- ltche MufikcorpS stimmten die Nationalhymne an. Auf der DenkmalSterraffe waren grupptrt: die Abgeordneten der Krtegervereine und der Provinz, die Studenten von Bonn und des Polytechnikums tu Aachen. Dte Ehren-Compagute stellte das Bonner Husaren-Regimeut. Nach der Ansprache machte der Kaiser mit der Großherzogin von Baden und den anderen Fürstlichkeiten einen Rundgang um daS Denkmal. Hierauf nahm der Kaiser die Parade über die Coblenzer Garnison ab, kehrte dauu unter den Jubelrufen der tausend- köpfigen Menge zum Denkmalsplatz zurück uud bestieg da« Kaiserschiff, um dte Rückfahrt nach dem Refideuzschloß anzu- treteu. Um 6l/,Uhr begann im wetßeu Saale drS Schlosse- daS Essen, welches der Kaiser den Ständen der Rheinprovlnz gab. Heute Abend 9 Uhr findet dte Ufer- und Höhen- beleuchtuug statt. Nachmittags 1 Uhr gab der Theilhaber der Firma Reinhardt u. Co. den Mitgliedern des Provinzial- Landtages ein Festbanket. Die Abreise der Majestäteu nach Würzburg ist auf Abends 11 Uhr bestimmt. DaS Wetter hat fich prachtvoll gestaltet. Dte ganze DeukmalS- feter verlief bet schönstem Sonnenschein. Der Verkehr in der Stadt ist ein sehr enormer. Verkehrsstörungen und Unfälle sind nicht vorgrkommen.

Kol», 31. August. DteKöln. Ztg." meldet aus Petersburg: Bet der Abfahrt des französtscheu Ge schwaderS fehlten 150 Mann der SchtssSbesatzung, dte am Tage vorher an daS Land gegangen waren. Jetzt fehlen noch 20 Maun, welche von der Polizei eifrig gesucht werden.

Wiesbaden, 31. August. Der russische Gesandte am bayrischen Hofe, Graf von Bontinef, ist heute früh hier infolge eines Schlaganfalles gestorben.

Landshut, 31. August. Katholikentag. Erste öffeut- liche General-Versammlung vom 30. August. Präsident Dr. Bachem begrüßt die Anwesenden und weist darauf hin, daß einen neuen Culturkampf nur vollständige Einigkeit deS Centrums vermeiden könne. Dasselbe konnte sich bis jetzt nicht den Luxus einer eigenen Zeitung erlauben. Erzbischof Antonius spendete der Versammlung den Segen. Hierauf spricht Frhr. v. Hertling über KatholiciSmuS und Wissenschast, dabet betonend, daß zwischen göttlicher Offenbarung und geistlicher Forschung ein Widerspruch nicht bestehe. Alsdann sprach Dompredtger Steininger über PetruS CautsiuS und seine Verdienste um die katholische Sache, endlich Dr. Schadler über christliche Charitas, derselbe empfiehlt Ausdehnung des VereinSweseuS, Gründung von Mädchenhetmen, Bekämpfung des AlkoholtSmuS ic. Abends fanden mehrere Commerse katholischer Studenteu-Verbiudungen statt.

Landshut, 31. August. Katholikentag. Heute Bor- mittag fand die General-Bersammlung de» VolkSveretuS für

daS katholische Deutschland statt. Zn derselben hatten fich u. A. eiugefunden: Dr. Lieber, Dr. Pichler, Dr. Orterer u. s. w. Fabrikbesitzer Brandt München-Gladbach begrüßte die Versammlung und bezeichnete als Zweck deS Vereins, das Volk auf coofessionellem Boden zu sammeln und zu organifiren. Der Geueralsecretär Dr. Piep aus München Gladbach er­stattete hierauf den Rechenschaftsbericht. Reichs- uud Land- tagsabgeordneter Dr. Pichler bezeichnete den BolkSvereiu als das beste Panier für dte Begründung und den Ausbau der christlichen Baurrn-Vereine. LaudgerichtSrath Groeber rühmte den Aufschwung deS katholischen VolkSveretuS in Württem­berg. Dr. Lieber meint, der großen Parole:Proletarier aller Länder, vereinigt Euch", müßte wenigstens eine Parole der Katholiken entgegengesetzt werden:Katholiken, vereinigt Euch". Nachdem noch Dr. Orierer dte Versicherung ab­gegeben, daß die Katholiken stets gute Deutsche, gute Bayern und gute Katholiken bleiben werden, wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden mit einem Hoch auf den Kaiser, den Papst und den Prinz-Regenten geschloffen.

Wien, 31. August. Nach römischen Meldungen polnischer Blätter legt Cardinal LedochowSki schon demnächst die Würde des Präfecteu der congregatio de Propaganda fide nieder.

Venedig, 31. August. In einem Tapeteulager am Landungsplätze brach Feuer aus, welches das ganze Gebäude zerstörte. Während der LöschuugSarbeiten stürzte daS Dach zusammen, schlug eine Mauer nieder uud fiel mit dieser iu deu Canal, wo 100 Feuerwehrboote sich befanden. Mehrere Mann von der städtischen und militärischen Feuerwehr wurden unter den Trümmern begraben, mehrere schwer verletzt- viele werden vermißt. Unter dem Eindrücke des Unglück- wurden Seitens deS StadtratheS die Abend-Coucerte abgesagt.

Brussel, 31. August. Dte Presse befürwortet die Absicht der Gründung einer belgtsch-holläudischen Alliauz zur Vertheidiguug Belgien- und Hollands.

Duvkirche», 31. August. Präsident Faure traf heute Vormittag 10 Uhr hier ein und wurde von Meline und dem Marioemiuister empfangen. Meline sprach dem Präsidenten dte Glückwünsche deS CabtnetS zum glücklichen Ausgange der Reise aus. Die Bevölkerung brachte dem Präsidenten groß­artige Ovationen dar.

Loudon, 31. August.Morningpoft" meldet, England habe, um ein Einvernehmen mit Deutschland zu erzielen, vorgeschlagen, Artikel 2 der Friedenspräliminarien mit Artikel 6 zu verschmelzen. Der Artikel 2 beziehe fich auf die Interessen der griechischen Staat-gläubiger.

Loudon, 31. August. Au- Bombay wird gemeldet, daß dort große Unruhen au-gebrochen sind. Mehrere Redacteure wurden wegen Aufreizung verhaftet.

Paris, 1. September. Entgegen den Prophezeiungen der chauvinistischen Blätter hat gestern Abend Präsident Faure beim Borbeifahren an der Straßburg Statue weder gehalten noch gegrüßt. Die heutigen Blätter beklagen fich, daß der Präfident bei seiner gestrigen Rede in Dünkirchen da- Wort Allianz nicht gebraucht habe. Dem gestrigen feierlichen Tedeum in der Sacre Coeur-Kirche wohnten 8000 Personen bei. Der Brief de- Cardinals Richard wurde verlesen, worin eS beißt, die katholische Kirche werde zu Gott beten, damit die Vereinigung Frankreichs mit Ruß­land Europa die Gewähr des Friedens und der Sicherheit bringen möge.

Paris, 1. September, Präfident Faure ist gestern Abend 6 Uhr hier eingetroffen und von den hier zurück­gebliebenen Ministern, den Präsidenten des Senats und der Kammer und den Mitgliedern des Generalraths und Stadt- raths am Bahnhofe empfangen worden. In den Straßen, welche der Präfident pasfirte, herrschte reges Leben. Auf dem Concorbienplatz bestieg Faure eine Tribüne, um eine Adreffe der Pariser Kauflrute und Industriellen entgegen­zunehmen. Dte Adreffe gipfelt in dem Satze: Friede ist unser größter Wunsch, der Friede wird uns gestatten, da« Werk von 1900 zu vollenden, welches Vielen Freude be­reiten und den gerechten Lohn ihrer Bemühungen bringen möge. Am Opernplatz ließ, der Präfident halten und hörte die russische Hymne und die Marseillaise an. Der Jubel der ungeheuren Menge war unbeschreiblich. Faure fuhr bittet nach dem Elysee, wo die Minister bet ihm dinirten. Als der Wagen des Präsidenten die Madelainektrche pasfirt hatte, explodirte in dem rechten Säulengang eine mit Pulver und Metallftücken gefüllte Blechbüchse. Personen wurden nicht verletzt, auch sonst kein Schaden verursacht. Als der That verdächtig wurde der Advocatenschreiber Moulin und der 20jäyrige Färber Hedrol verhaftet. Letzterer trug ein Packet, in welchem fich die Bombe befunden haben soll.

WB. Cobleuz, 1. September. Der Trinkspruch des Kaisers bei dem gestrigen Festmahle gedenkt zunächst des herzlichen Empfanges bei seiner jüngsten Rheinlandreise, er dankte für die gegenwärtige herrliche Denkmalfeier, wobei schöner als aus Erz und Stein der DankeSjubel des Volkes für den Heimgegangenen Herrscher hervortrat, welcher hier vorausschauend die großen Werke vorbereitete und fich als auSerwähltes Rüstzeug Gottes betrachtete, als er den Thron bestieg und besonders den Fürsten ein herrliches Kleinod wiedererrang, das Königthum von Gottes Gnaden, da« Königthum mit seinen schweren Pflichten, daS unter niemals endenden Mühen arbeite, der furchtbaren Verantwortung vor dem Schöpfer allein fich bewußt, wovon kein Mensch, Minister und Abgeordnetenhaus, kein Volk den Fürsten entbinden kann. Nach dem Wunsche für eine segensreiche, langandauernde FriedenSarbeit schloß der Kaiser mit einem dreimaligen Hoch auf die Rheinprovinz.

Cocele# tuet proohtjitOlfo

Sietes, deu 1. September

Zur Ehrenwache am 3. September beim Empfang der Majestäten in Homburg wird außer dem combinirten

Ehrenwachtcommands und der Fahnencompagnie (10.) de- Hombnrger Bataillons noch die Leibcowpagnie des 116 Regi­ments in Homburg eintreffeu.

Vom Saifermauover. 32 Perfonen-Sonder- züge verkehren aus Anlaß der Kaiserparade zur Erreichung des Paradefeldes neben deu fahrplanmäßigen Zügen zwischen Wiesbaden-Frankfurt, Hanau-BonameS, Frankfurt a. M.- BonameS und Frankfurt-Homburg. Auf letzrerer Strecke fahren vier Souderzüge, da mit den fahrplanmäßigen Zügen Gelegenheit genug geboten ist, nach Homburg und zurück zu gelangen. In der Richtung der verlängerten Bismarck straße im Fauerbacherfelde ist seit Sonntag Abend die Feld­bäckerei mit 30 Oefen Tag und Nacht in Thätigkeit. ES ist sehr intereffant, daS Leben und Treiben daselbst zu be obachten.

Die Kaiserparabe macht fich bereits bemerklich- täglich pasfireu größere Truppeoabtheiluugen, vorwiegend Cavallerie, in der Richtung nach Friedberg unsere Stadt.

* * Vortrag. Sonntag den 5. September, Nachmittags 4 Uhr, wird Frau A. Edinger, Vorsteherin de-Kauf­männischen Vereins weiblicher Angestellten zu Frankfurt a. M.", im hiesigenKaufmännischen BereinShause" einen Vortrag halten überFrauenarbeit im Handelsgewerbe."

* Die Beschränkung der Postpacketbefordernug en Bonn- und Festtagen. Eine Anzahl Detaillisten-Veretne (darunter auch der Gießener) haben an den Reichstag folgende Peti­tion gerichtet:Hoher Retch-tag? Der Antrag der Budget- Commisfion deS Hohen Reichstages: Die Packetbesördrruvg an Sonn- und Festtagen auf Eilsendungen zu beschränken, hat in den betheiligten Handelskreisen zu lebhaften Erörte­rungen geführt und ist auf der am 28. März d. I. statt- gehabten Conferenz der süd-westdeutschen Detaillisten-Vereine, in welcher unterzeichnete Körperschaften vertteten waren, Gegenstand eingehender Brrathuugen gewesen. In diesen Berathungen kam einwüthig zum Au-druck, daß eine Be­schränkung in der Packelbestellung, wie von der Budget- Commission beantragt, den Detailgeschäften eine empfindliche Schädigung bereiten würde, weil eine große Anzahl von Ge- fchäftezweigen auf den Empfang der Pockete an Sonntagen geradezu angewiesen find. In hohem Maße ist solche« der Fall in Confection-geschäften, Putzgeschäften und Modewaaren- geschästen, welche ein erhebliche- Jntereffe daran haben, daß fie in der Zeit der oft sehr knapp bemeffenen Saison ihre eiligen Sendungen, ihre extra bestellten Stücke u. s. w. an jedem Tage empfangen können- fie haben ein noch er heblicheres Jntereffe daran, daß ihren auswärtigen Kunden auch an Sonntagen die bestellten Maaren zugängig gemacht werden, zumal wenn e- sich um neue Kleidungsstücke Han beit, bereit Lieferung gerade für Sonn- und Feiertage dringend gewünscht wird. Von Wichtigkeit ist die schleunige Ablieferung von Packeten ferner für die Delicateß- und ver­wandte Brauchen, deren Maaren bei längerem Lagern auf der Post leicht dem Verderben ausgesetzt find. Aber auch alle anderen Geschäfte würden von der Nicht-Bestellung der Packcte an Sonntagen insofern betroffen werden, al- die un­mittelbare Folge dieser Maßregel eine Anhäufung von Packeten sein würde, welche eine prompte Ausgabe und Ablieferung der Packete an Montagen empfindlich stören mühte. Die oben ausgeführte Nothwendigkeit für zahlreiche Detailgeschäfte, ihre Postpackete auch an Sonntagen zu empfangen, wird all­gemein als eine so erhebliche betrachtet, daß diese Kaufleute sich genölhigt sehen würden, ihre sämmtlichen für Sonntag zu erwartenden Packete als Eilpackete befördern zu laffen. Hierdurch würde einerseits eine kostspielige Belastung des Drtailgeschäfte- eintreten, welche gerade von kleineren Ge­schäftsleuten als eine sehr drückende empfunden werden würde. Andrerseits würde die wohlwollende Absicht der Antragsteller, den Postbeamten ein größeres Matz von Sonntagsruhe zu Theil werden zu lasten" in das Gegentheil verkehrt werden, da der Postdienst, welcher gegenwärtig an wenigen Sonntags- Vormittagsstunden besorgt wird, fich nunmehr durch die Beförderung von Eilpacketen auf den ganzen Sonntag er­strecken und den Postbeamten eine vermehrte Sonntags- thätigkeit aufbürden würde. AuS allen diesen Gründen hat die Conferenz süd-westdeutscher Detaillistenvereine ein­stimmig beschlosten, an den Hohen Reichstag die Bitte zu richten, dem Antrag der Budgrt-Commisfion: die Beförderung der Postpackete an Sonn- und Festtagen auf Eilsendungen zu beschränken, die Zustimmung zu versagen." (Unterschriften.)

* * Lehrerheim Vogelsberg. Herr Geh. RegierungSrath Hugo BuderuS zu Hirzenhain hat für die Verloosuag zu Gunsten deS HeimS einen vernickelten Etagcn-Regulir-Füll- ofeu mit Luftheizung, sowie zwei weitere hübsche Preise gestiftet.

* * Das bereits erwähnte «ufucheu der Verwaltung der Thüringischen Staatslotterie, wonach Baden und Hessen der Beitritt zur staatlichen Thüringer Klastenlotterie nahe gelegt worden ist, würde, falls der Beitritt wirklich ausgesprochen würde, als eine sehr glückliche Lösung eines Dilemmas er­scheinen, in welche- unsere Regierung gerathen. Bekanntlich hatte fich Herr Fioauzminister Weber mit aller Entschieden­heit gegen die Neugründung einer hessischen Staat-lotterie ausgesprochen, während die überwiegende Majorität der Zweiten Kammer die Einsührung einer solchen Lotterte zur Entladung der Steuerzahler dringend wünschte. Dem Vor- hatt, daß auch in einer ganzen Anzahl von deutschen Staaten derartige Lotterien beständen, wurde vorn Regierungstische mit der Antwort begegnet, daß eS etwas Anderes fei, eine bereits vorhandene Lotterie weiter bestehen zu lassen ober eine neue Lotterie ins Leben zu rufen. Nun würde fich aber im vorliegenden Falle durchaus nicht um Gründung einer neuen Lotterie, sondern lediglich darum handeln, eine bereits geschaffene Lotterie in unserem Lande zu concesfio- niren und letztere«, entweder im Berhältniß seiner Einwohner- zahl oder pro raU der im Großherzogthum abgesetzten Loose, an dem Gewinne participiren zu laffen. Während jetzt viele Hunderttausende alljährlich in dte Lotteriekaffen anderer Län- der abfließen, würde fich, falls daS erwähnte Projrct zur