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Nr. 205
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Lietzener Anzeiger erscheint täglich, wit Ausnahme deS
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Erstes Blatt Donnerstag den 2 September_________________
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1807
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Das Kaiserpaar in Bayern.
Am Tage 27jähriger Feier deS Sieges bei Sedan Weilt das deutsche Katsrrpaar auf bayerischem Boden, um den Paraden des dortigen 1. und 2. Armeecorps beizuwohnen. Der Einzug in Würzburg erfolgt am Mittwoch, während am 2. September der Stadt Nürnberg ein Besuch abgestattet werden soll, von wo die Rückkehr an demselben Abend nach Würzburg erfolgt. Am Freitag, den 3. September Früh, treten sodann die Kaiserlichen Herrschaften die Reise nach Homburg zu den Katsermanöoern an.
Der Anwesenheit Kaiser Wilhelms in Süddeutschland hat man von jeher eine größere Bedeutung beigelegt. Wenn auch die Maingrenze gefallen ist, so stehen sich der Norden und Süden Deutschlands doch immer noch nicht so einig und vertrauensvoll gegenüber, wie es im Interesse der wahren Größe deS deutschen Reiches wünschenswerth wäre. Man braucht aber bekanntlich in dieser Beziehung gar nicht einmal den Norden und Süden Deutschland» einander gegenüberzustellen, auch innerhalb der Grenzen des früheren norddeutschen Bunde- treibt der LocalpatriotiSmuS noch reiche Blüihen, ist der ParticulartSmuS keineswegs auSglstorbrn, sondern gewinnt im Gegentheil immer mehr an Umfang — trotz Kaiser und Reich. Und was nun gar die süddeutschen Staaten betrifft — wir haben hierbei hauptsächlich Bayern und Württemberg im Ange — so ist eS ja hinreichend bekannt, daß daselbst ein gewisser Preußenhaß florirt, welcher vielfach von hochstehenden Seiten Nahrung erhält und geschürt wird. „Wir wollen keine Preußen sein", dieser PaffuS auS dem luxemburgischen Nationalliede wird auch in Bayern und Württemberg in allen Tonarten gesungen, wenngleich nicht ein Jeder zu einem Preußenfreffer ä la Sigl sich herauSgebildet hat. Die Stimmung tn den beiden genannten Staaten ist übrigens an den maßgebenden Berliner Stellen wohl bekannt, und man sucht jede Veranlassung zu vermeiden, welche etwa da» Nationalgesühl der Süddeutschen bele digen könnte.
Der erste deutsche Kaiser hat von dem ihm als Bunde-« seldherrn zustehenden Rechte der Jnsptcirung der bayerischen ArmeecorpS keinen Gebrauch gemacht- er betraute vielmehr den damaligen Kconpctnzen Friedrich Wilhelm, späteren Kaiser Friedrich, mit dieser Aufgabe. Und Kronprinz Fritz hatte bet den Süddeutschen einen Stein im Brette von Anno 1870/71 her, wo seiner Führung auch die süddeutschen Truppen anvertraut waren, bet welcher Gelegenheit er sich große Sympathien erworben hatte. Kaiser Wilhelm der Zweite ist heute nicht zum ersten Male während seiner Regierung in Bayern, um siineS militärischen Amtes zu warten, und man erinnert sich bei dieler Gelegenheit wohl noch der Preßfehde, welche über die Berechtigung de- Kaisers ausgefochten wurde, die bayerischen Truppen zu insp ciren. Die besondere Gunst der Münchener hatte sich Kaiser Wilhelm II. Im vorigen Jahre durch den Ankauf der Schack Gallerie erworben und dadurch, daß er dieselbe dem größeren Publikum berettwilltgft zur Versügung stellte. Bet seinem letzten Besuch in der bayerischen Hauptstadt kam der Dank, welchen ihm bie Bewohner Isar-Athens dasür zollten, zum vollen Ausdruck, rind man kann wohl sogen, diese Schock Gallerte bildete eine veue Brücke zur Verständigung zwischen Nord und Süd, zwischen Kaiser und Bahernvolk. Deshalb darf man an- vehmen, daß diesmal der Empfang de- Kaisers in Bayern poch herzlicher ausfällt, als sonst und daß die Begeisterung, welche sich der Süddeutschen bemächtigen wird, der Ausdruck ehrlicher Ueberzeugung ist.
Gelegentlich der Anwesenheit Kaiser Wi'helms in Würz- bürg soll, wie von verschiedenen Seiten übereinstimmend gemeldet wird, auch eine Besprechung zwischen ihm und dem Prinzregemen über die Militätstrafproeeß«Ordnung starr« finden. Soweit bisher über den Staub dieser Angelegenheit Mitteilungen tn die Oeffentltchkett gelangten, lauteten dieselben dahin, daß das Befiätigungsrecht des Obersten Kriegs- Herrn und der Oberste MilitärgerichtShof noch die Klippen bildeten, deren Beseitigung bezw. Umschiffung bisher nicht möglich gewesen sei, da insbesondere Bayern auf Grund seine- Neservatrechts nicht auf einen eigenen Obersten Gerichtshof verzichten wolle. Etwas positiv Sicheres ist natürlich hierüber nicht bekannt geworden, aber es wäre mit großer Freude zu begrüßen, wenn die Anwesenheit de- Kaisers tu Bayern die Frage der Reform des MtlitärstrafploceffeS fördern und ihrer endlichen Regelung zusühren werde- Denn die Regierung hat sich der VolkSverrretung gegenüber so formell zur Abänderung der Mtlitärstrafproceß-Ordnung verpflichtet, daß ein Ausweichen schier unmöglich ist und die lange Verzögerung, welche die Erledigung der Frage erlitten hat, schon Siel böses Blut und Beunruhigung erregte. Im Interesse
des Ansehens der Regierung würde es daher liegen, wenn in die Verhandlungen und Beratungen ein etwa- schnelleres Tempo kommt. AuS dem Umstande, daß der Verweser des Auswärtigen Amts, Botschafter v. Bülow, auf Befehl deS Kaisers nach Würzburg abgeretst ist, schließt man, daß tatsächlich die Zusammenkunft deS Kaiser- mit dem Prtnzregenten von Bayern dazu benutzt werden soll, über mancherlei schwebende Angelegenheiten eine Verständigung herbetzusühren. Ob freilich diese Besprechungen auch in der Richtung eine Wirkung haben, daß der künftige Mtlitärstrafprocrß dem Wuniche der Mehrheit deS Volke» entsprechend geregelt wird, ist sehr zu bezweifeln- eS wird sich dabet wahrscheinlich nur um Cornpetenzfragen handeln, die mit dem eigentlichen Inhalte der Reform nicht- zu thun haben. Und gerade Bayern wäre doch in der Lage, mit seinen Erfahrungen, die eS auf dem Gebiete eines zeitgemäßen MtlttärftrafproceffeS gemacht hat, auf die Einführung eine» solchen in ganz Deutschland hinzuwirken. Die Zeit wird lehren, ob die Festtage in Bayern tn dieser Beziehung einen Gewinn für da» deutsche Volk bedeuten werden. (XX)
Zum Sedantage.
Ist eS recht, Kriegstharen zu feiern, wo alle Welt sich des Frieden- freut? Z ernt eS, Waffenerfolge zu Preisen, wo wohlmeinende Menschen rufen: „Die Waffen nieder! Ein Ende habe Blutvergießen und Krieg! Schiedsgerichte sollen den Weltfrieden sichern!" —
Allen Idealismus tn Ehren, und aller Friedfertigkeit Schutz und Segen - aber es verkennt die Welt, wer hier auf ewigen Frieden hofft. Wie trotz Gellerts schöner Parabel von den Processen das Procefsiren nicht aufhört, so wird auch das Kriegen kein Ende haben, so lange Menschen noch Menschen find und jede Nation ihren eigenen Character, ihre eigenen LebenSinteressen und ihre eigene Eyre besitzt und schützen muß.
DaS war es, was Deutschland tn diesem Jahrhundert groß gemacht hat und zuletzt in den Krieg, aber auch zum Sieg und zur RetchSetnhett führte, daß es seit der Erhebung in den Freiheitskriegen endlich begann, sich seinem eigenen Character gemäß und nach seinen eigenen LebenSinteressen zu entwickeln. ES fing an, sich frei zu machen von der Macht welschen Einflusses. Das führte tm letzten Grunde zu der wachsenden Spannung. Darum griff zuletzt der neidische Nachbar tm Westen unS an. Und die Waffentüchtig« kett des deutschen Volkes war eS nächst der Barmherzigkeit Gottes und der Weisheit unserer Heerführer, die unß dann die ununterbrochene Reihe der Stege, die unß den glänzendsten Sieg bet Sedan errang NichtSwürdig wäre — nach dem Dichterwort — die Nation gewesen, Härte sie damals nicht um ihrer Ehre willen zum Schwert gegriffen- nichtswürdig wären wir, wollten wir jene großen Tage vergessen und uns nicht mühen, den heldenhaften Sinn tn unserem Volke zu erhalten, der und zu solcher Höhe geführt har.
Ein starker Character und etn scharfe- Schwert: da- ist's, was ein Volk auf die Höhe führt- das ist'», was un- allein auf der Höhe erhalten kann.
Unser Kaiserlicher Herr müht sich ohne Ende, unsere Armee tn Kampfbereitschaft und Tüchtigkeit zu erhalten. Sorgen wir, daß unser Volk auch die Kraft seines Charackers in den Tagen des Frieden» nicht verliere: die alte deutsche, fromme, treue Art. Dann tröstet uns da- Wort Ernst Moritz Arndt'»:
Deutsche Freiheit, deutscher Gott, Deutscher Glaube ohne Spott, Deutsches Herz und deutscher Stahl Sind vier Helden allzumal: Diese steh'n wie Felsenburg!
Gott walt's, daß Reich und Volk so burgfest bleiben!
Deutsche» Reich.
Burg Friedberg. 31. August. Gestern Abend traf die Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein mit der Hofdame Miß Loch von Bad Nauheim hier zur Großherzog. lichen Tafel ein, die um 8 U)r stattsand. Dazu hatten noch Generalmajor v. BiSmarck, Oberstlieutenant v. Woyrsch, Rittmeister v. Geldern, die Lieutenant» v. Lößl, Meister und v. Köppen, die gestern in Friedberg einrückten, Einladungen erhalten. Heute früh 7 Uhr ritten der Großherzog und die Großherzogin zum Manöver Über Melbach nach Södel und Umgegend. Um 2 Uhr 25 Min. findet die Ab- reise zur Parade bei Würzburg statt. Im Gefolge des Großherzogs werden sich Generallieutenanr Grneraladjutant Wernher, Oberftallmeister Frhr. Riedesel zu Gtsenbach und Flügeladjutant Major Frhr. v. Röder befinden.
Aeueßte SuchsHchsssv»'
Wolff- telegraphische- Correspondenz-Bureim.
Berlin. 31. August. Der „ReichSanzetger" schreibt: Im Laufe diese- Sommer- haben die StaatSbahnen eine ungewöhnlich große Anzahl schwerer Betrieb-Unfälle zu beklagen. Die königlichen Eisenbahndirectiouen find zwar schon erneut darauf htngewiesen worden, für die Sicherheit de- Betriebrs tn ihren Bezirken unausgesetzt und mit allem Nachdruck besorgt zu sein und streng darüber zu wachen, daß daß im äußeren Dienste stehende Personal seine Instructionen und die sür die Betriebssicherheit erlassenen Vorschriften nicht nur genau kennt, sondern auch sicher anzuwenden versteht, und eß darf erwartet werden, daß die Eisenbahnbehörden wie die Staatseisenbahnbeamten aller Grade ihrer Beruf-- pflicht gewissenhaft nachkommen werden. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat jedoch noch Anlaß genommen, eine besondere Commission mit der Aufgabe zu betrauen, in den einzelnen Dtrection-bezirken, auf größeren Bahnhöfen und für besonders schwierige Berkehr-puvkte und Strecken: 1) die betriebSficherheitlichen Anordnungen und Einrichtungen, 2) die Zahl, Diensteintheilung, Dienstdauer und Dienstkenntniß de- PersovalS des äußeren Dienste- unter Zuziehung von geeigneten Beamten de- Bezirks zu prüfen, sowie 3) die allgemeinen sür die Sicherheit deS Betriebes erlassenen Bor- schriften einer erneuten Revision zu unterziehen.
Koblenz. 31. August. Bei der Denkmalsweihe hielt der Fürst zu Wied eine Rede, welche im Wesentlichen Folgende» enthielt: Ew. Majestät erlaube ich mir Namen- der Rheinlande den allerunterthänigsten Dank zu Füßen zu legen für die Thetlnahme an der heutigen Feier. Ew. Majestät selbst haben diese Stelle am Deutschen Eck, am Zusammenflüsse der beiden sagen- und sange-reichsten Flüsse Deutschlands, de- Rheins und der Mosel, zur Errichtung diese- Denkmals bestimmt. Dieser historische Boden ist ein hehre» Zeichen in doppelter Beziehung: Einmal kann Niemand auf dem Rhein oder an dem Rhein entlang fahren, ohne dtese- Denkmal zu erblicken, da» die Rheinprovinz als ein Zeichen tiefster Dankbarkeit ihrem großen Könige errichtet hat. Dann aber: tn Coblenz war e», wo der damalige Prinz von Preußen zielbewußt den Plan zur Reorganisation der preußischen Armee selbst ausarbeitete und so den Grund und den Eckstein schuf, auf dem allein der Bau des einigen deutschen Reiche» entstehen konnte. Kaiser Wilhelm der Große war groß in der Demuth, als er im Mannesalter da» Schwerste ertragen mußte, Verkennung und Verbannung, und al» er erst im Greisenalter seine unerhörten Erfolge errang und so viel Kränze um die Fahnen seiner Armee wand, da gab er stets und überall demüthig Gott die Ehre und freute sich neidlos über den Erfolg seiner Staatsmänner und Feld« Herrn. Er war groß tn der Opferwilligkeit zum Besten seine- Landes und seines Volkes, er war groß in der Treue, am größten aber war unser Kaiser an Güte und Milde. Wenn jeder von unS in seinem Herzen ein Denkmal seiner herrlichen Tugenden einpflanzen und seinem Borbilde nach« eifern würde, dann gäbe eS, so weit die deutsche Zunge klingt, keine Unzufriedenheit mehr. Am Fuße diese- Denk- mals treten im Geiste alle Rheinländer zusammen und huldigen mit unS ihrem Kaiser und König und schwören ihm, tn guten und tn bösen Tagen, mit Gut und Blut treu und gehorsam seiner Befehle gewärtig zu sein, und bekräftigen dies mit dem Rufe: „Se. Majestät, unser allergnädigster Kaiser und König, Ihre Majestät, unsere allergnädtgste Kaiserin und Königin, sie leben Hoch! Hoch! Hoch!"
Hamburg. 31. August. Der König von Siam ist heute Nachmittag 2 Uhr hier etngetroffen und von dem siamesischen Generalkonsul Pickenpach, dem Bürgermeister Dr. VerSmann und anderen Spitzen der Behörden auf de« Bahnhofe empfangen worden. Nach Abschretten der Ehren« compagnie bestiegen die siamesischen Gäste mit dem Bürgermeister Dr. VerSmann einen vierspännigen Galawagen und begaben sich nach dem „Hamburger Hof", wo ein Imbiß eingenommen wurde. Hierauf stattete der König einige Besuche ab und begab sich um 5 Uhr nach der Gartenbau- Ausstellung, woselbst um 6 Uhr ein Diner zu 32 Gedecken stattfi^idet.
Leipzig. 31. August. In Anwesenheit von Vertretern der Staats- und städtischen Behörden, sowie de» Handels und unter Beteiligung zahlretcter auswärtiger Meßbesucher wurde heute das Denkmal des Kaiser» flKaftmiltQn enthüllt, da» zur Erinnerung an die Verleihung des Mev- prtvtlegiumS, die vor vierhundert Jahren durch den Kaiser Maximilian erfolgte, errichtet wurde. Der Oberbürgermeister hielt die Festrede.
Paris, 31. August. Die Straßen von Pari- find


