Ausgabe 
1.9.1897 Erstes Blatt
 
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drantfirt tt M., 30. August. DerFranks. Ztg." wird auS Paris gemeldet: Die Masten, welche die Estrade am Opernplatz umgeben, tragen Schilder mit der Aufschrift Par 26. et 31./8. ä Felix Faure. Commerce et In­dustrie.

Krankfuet e. M-, 30. August. DerFranks. Ztg." wird auS Montevideo telegraphirt: An Stelle des ermordeten Jdiarte Borba wurde der seitherige Kammerpräsident EueftaS zum Präsidenten der Republik Uruguay gewählt.

Beuthe». 30. August. Nach amtlicher Mittheilung find in der vergangenen Woche 269 neue Typhu-erkrauk- ungen polizeilich gemeldet worden. Die Gefammtzahl der Erkrankungen betrug im Juni 45, im Juli 125 und im August 660. Gestorben find 29 Personen.

LaudShut, 30. August. Katholikentag. Bei der heutigen Präsidentenwahl wurde der Reich»- und Landtags- Abgeordnete vr Bachem zum ersten Präfidenteu, der Fürstlich Thurn und Taxiß'schc Domänenrath Baron v. Aufseß au» Regensburg zum Btcepräfidenten gewählt. Die Wahl des zweiten Btcepräfidenten wurde, da der vorgeschlageue Fabrik­besitzer Brandt auS München-Gladbach nicht anwesend war, zurückgestellt. Zum ersten Schriftführer wurde gewählt Rechtsanwalt Dr. Hotten auS Landshut, zum zweiten Schrift­führer OberamtSrtchter Gteßler auS Mannheim. Darauf folgte die Wahl der Vorsitzenden der einzelnen Sectionen. Bürgermeister Marschall gab sodann bekannt, daß der pro- jecrirte Extrazug zum Grabe deS heiligen Canifiu» in Freiburg wegen geringer Betheiligung nicht zu Stande kommt. An den Priozregenten und Kaiser Wilhelm wurden HuldigungS- telegramme gesandt.

Graz, 30. August. Gestern wurde Ostftetermark von einem furchtbaren Wolkenbruch heimgesucht. Die Lulturen find zum größten Thetle vernichtet.

Budapest, 30. August. Die strtkenden Maurer verübten auf den Neubauten entsetzliche Gewaltthätig- ketten. Biele arbeitende Maurer wurden schwer verwundet. Die Polizei nahm 142 Verhaftungen vor.

Rom, 30. August. DaS BlattZampa" erhielt ein Telegramm au» Berlin, worin es heißt, daß die franco- russische Allianz nur nach dem Rücktritt BtSmarckS erfolgen konnte, well Bismarck aus dem Zustandekommen derselben einen caaus belli gemacht hatte. Die franco- russische Allianz ist auf sechs Jahre abgeschlosieu und läuft gleichzeitig mit dem Dreibundvertrage ab.

Loudon, 30. August.Daily Mail" schreibt: Wenn Deutschland fortfährt, anti-englische Politik zu treiben, so muß sich England entschieden in die Arme Frankreichs werfen.

Petersburg, 30. August. Aus Pultawa wird gemeldet, daß dort das Stadttheater bis auf den Grund nieder- gebrannt ist. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Petersburg, 30. August. Großfürst Constantin Constan- tioowttfch eröffnete gestern den internationalen Geo- logeu-Congreß. Prinzessin Eugente von Oldenburg be­grüßte die Congreßmitglieder Namens der Petersburger mineralogischen Gesellschaft. Eine Deputation deö CougreffeS, bestehend aus 19 Vertretern verschiedener Nationen, wurde vorgestern vom Zaren und der Zarin in Peterhof empfangen.

Stettin, 31. August. Das SchiffKaiser Wilhelm der Große" ist bei Swtnemünde stecken geblieben. Sechs Dampfer arbeiten an der Flottmachung.

Pofen, 31. August. In Boguslaw an der russischen Grenze wurde ein Schmuggler von einem russischen Grenzsoldaten erschossen, cm anderer erhielt einen Schuß durch den Arm. Die Schmuggler befanden sich auf preu­ßischem Gebiete.

Würzburg, 31. August. Der Prinzregent und die Prinzessinnen Ludwig und Leopold sind gestern Abend 7 Uhr hier eingetroffen. Die Stadt ist festlich geschmückt.

Paris, 31 August. Seit gestern arbeitet man eifrig an der Ausschmückung der Stadt für den heutigen Festrag. Die Regierung verbot die Mitwirkung von Militärmusikcorps.

Atheu, 31. August. I« der Kammer sprach gestern Rollt kurz über die gegenwärtige äußerst kritische Lage und den Gang der Verhandlungen. Dellyannis versicherte ihn der Unterstützung seiner Partei. Der Deputirte Grtkas ver- suchte, seine an Cevtdiö begangenen thätlichen Angriffe zu rechtfertigen.

Athen, 31. August. Die Chefs der Geschwader vor Kreta theilten dem Generalgouverneur mit, daß daS türkische Militär nicht mehr an osficiellen Feierlichkeiten theilnehmen solle, um Differenzen zu vermeiden.

WB. Loblenz, 30. August. Bet dem heutigen Parade­diner brachte der Kaiser einen Trtnkspruch auf da» achte ArmeecorpS und deffen Commandeur, den Erbgroßherzog von Baden au«. Der Anblick der riesigen Söhne Rhein­lands unter dem Eommando deS ErbgroßherzogS habe den Kaiser in hoher Freude aber auch in tiefer Wehmuth bewegt in dem Gedanken an den Kaiser Wilhelm den Großen, der in Coblenz in stiller Zurückgezogenheit die HeereSorganisatton ausgearbeitet, die sich so glänzend bewährt. Das Volk in Waffen babe in brei siegreichen Kriegen bewiesen, baß er Recht hatte. Der Kaiser habe ba» schöne CorpS aus ben Händen de» tapferen ritterlichen treuen Generals dem Erb- großherzog gegeben, dem Enkel des großen Kaisers, dem Sohne des hohen Fürsten, welcher e» sich nicht nehmen ließ, im Geiste seiner großen Mutter mit uns zu feiern. DaS CorpS habe auch die hohe Ehre, daß der Herzog von Cambridge, lange Zeit Höchstcommandirender der tapferen Britenarmee, hier erschienen sei, um sein tapfere» historisches Regiment mir vorzuführen. Die heutige Parade mache dem CorpS und dem Cowmaudirendeo volle Ehre- e» liege an uns, da» Werk de» großen Kaisers in allen Theilen zu erhalten, gegen jeden Einfluß und Einspruch von außen zu

vertheidigen - ich hoffe, daß jeder General ebenso für seinen Theil bestrebt ist, die» Ziel zu erreichen.

Gießen, den 31. August

Orden» Berleihung. Se. Majestät der Kaiser hat dem Geh. RegierungSrath HaaS, KreiSrath de» Kreise» Offen­bach, den Rothen-Adler Orden dritter Klaffe verliehen.

* Kaiser-Manöver. Unter Hinweis auf die bereits im Gießener Anzeiger" erschienene Bekanntmachung, betr. Der- kehr von Sonderzügen zwischen Gießen und BonameS, theilen wir noch Folgendes zur Keuntnißnahme Derjenigen mit, welche der Kaiser-Parade bei Homburg beiwohnen wollen. E» werden zu den erwähnten Zügen Sonder-Rück- fahrkarten zu ermäßigten Preisen ausgegeben. Ab Station Gießen kostet eine Karre nach Boname» und zurück 2. Kl. Mk. 3.40, 3. Kl. Mk. 2.30, ab Großen-Linden 2. Kl. Mk. 3, 3. Kl. Mk. 2, ab Lang-GönS 2. Kl. Mk. 2.80, 3. Kl. Mk. 1.90. Die Benutzung von Schnellzügen ist selbst gegen Lösung von Zuschlagskarten nicht gestattet, Fahrtunterbrechung ist nicht gestattet, Freigepäck ist ausgeschlossen. Fahrkarten deS gewöhnlichen Verkehrs gelten auch für die Sonderzüge. Der Souderzug nach BonameS verläßt Gießen Morgen- 6 Uhr 9 Min. und trifft 7 Uhr 51 Min. in BonameS ein; die Rückfahrt deS Sonderzuges erfolgt von Frankiurt aus Abends 11 Uhr 20 Min., ab BonameS 11 Uhr 40 Min., doch kann auf der Strecke BonameS-Gießen die Rückfahrt mit einem beliebigen Personeozuge erfolgen. Die Giltigkeit der Sonderzug-Fahrkarten erstreckt sich nur auf den 4. Sep­tember. Die Sonderzugkarten können bereits vom 2. Sep­tember ab an den Schaltern im Voraus gelöst werden, es ist zu wünschen, daß die Reisenden von dieser Einrichtung in mögllchst großem Umfange Gebrauch machen.

* * Post und Kaisermauover. Die Postverwaltung hat große Vorbereitungen getroffen, um dem Verkehr, sowohl dem brieflichen wie dem telegraphischen, während der Manöverzeit und zumal während der Anwesenheit der Kaiserlichen Maje­stäten und fremden Fürstlichkeiten in Homburg gerecht werden zu können. Fast sämmtliche Postanstalten deS Manöver- terrain» bekommen Verstärkung an Beamten- uns Unter­beamtenpersonal. So find für Homburg allein 31 Beamte und einige 20 Unterbeamte zur Dienstleistung bestimmt worden. Im Schloß selbst wird eine Telegraphenanstalt errichtet. Um den Telephonverkehr zu bewältigen, ist eine neue Leitung ge­baut worden. Außerdem sind in Homburg fünf HugheS- apparate aufgestellt, so daß für eine schnelle Uebermittelung der Telegramme bestens gesorgt ist. Ein Postinspector wird sich selbst nach Homburg begeben und den Verkehr an Ort und Stelle leiten.

* * Lin für (Htern sehr interessante« Urtheil, betr. deren Haftpflicht, hat die Civilkammer zu Darmstadt kürzlich abgegeben. Der siebenjährige Sohn einer In Darmstadt wohnenden Wittwe hatte ,m Jahre 1890 einem dreijährigen Kind mit einer Kinderarmbrust in» Auge geschaffen, wodurch dasselbe verletzt wurde. Die Verletzung wurde aber geheilt, nur stellte es sich heraus, daß die Sehkraft des Auges Noth gelitten hatte. Als drei Jahre später der Junge in die Schule gehen mußte, zeigte es sich, daß er an hochgradiger Kurz- und Schwachsichtigkeit litt. Nun strengte der Vater deS Kindes gegen die Muttet des Knaben, der damals das Auge verletzt hatte, eine Klage auf Entschädigung an. Der Prozeß duichlief sämmUiche Instanzen und die Wittwe wurde in letzter Instanz zur Zahlung einer EntschädigunzSsumme von 1200 Mk. an die Ellern deS am Auge verletzten Knaben verurtheilt.

* * DaS Reichsgericht hat eine bemerkenSwerthe Ent- scheidung getroffen. Ein Lehrer befahl einem Fort- bildungSschüler während des Unterrichts, die Bank zu ver- laffen. Der Schüler widersetzte sich der Aufforderung. Die» zeigte der Lehrer beim Strafrichter an und der Schüler wurde zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Auf eingelegte Be­rufung kam die Sache vor das Reichsgericht und dieses ent­schied wie folgt: Der Lehrer, der in der Fortbildungsschule das Auffichtsrecht ausübt, ist als Beamter anzuseben, der zur Vollstreckung der Anordnungen der Obrigkeit berufen ist. Demgemäß ist der einem solchen Lehrer bei Ausübung dieses Rechts geleistete Widerstand als Widerstand gegen die Staats­gewalt nach § 136 des Strafgesetzbücher zu bestrafen. In dem vorliegenden Falle war daher die vorschriftsmäßig ein­gelegte Berufung des Fortbildungsschüler» zu verwerfen und die ihm vom Gericht zudictirte Gefäugnißstrafe aufrecht zu erhalten.

* * lieber das Mitnehmen von größeren Hunden, besonders von Jagdhunden, in die Wagenabtheile zweiter und dritter Klaffe der Fernbahnzüge sind in letzter Zeit vom Reisepublikum wieder häufig Beschwerden erhoben worden. Infolge deffen hat, besonders im Hinblick auf die eben begonnene Jagd, die preußische Bahnverwaltung da» Zugbegleitung»- personal wieder darauf Hinweisen laffen, daß nach den Be­stimmungen der Verkehrsordnung das Mitnehmen größerer Hunde in die Personenwagen nur dann gestattet ist, wenn die Beförderung der Thiere und ihrer Begleiter in besonderen Abtheilen geschehen kann.

* Zur Rebhühner-Saifou. Nunmehr hat die Tafel wieder eine Krone. Die sommerliche Sorge nach etwasBe­sonderem" für den Tisch ist nun wieder für längere Zeit be­hoben, denn se»t einigen Tagen gibt wiederFrische Reb­hühner!" Von vielen Feinichmeckeru wird da» Fleisch deS Rebhuhns als da» schmackhafteste angesehen- hohe Anerkennung genoß es schon im Alterthum, und seine Werthschätzung hat sich unvermindert erhalten bis auf den heutigen Tag. Die junge Brut und die Eiojährigen gehören zu den erlesensten Schätzen für jede Hausfrau, die älteren Exemplare dagegen, welche an der dunkleren Färbung der Beine, dem grauen Schnabel und den abgestumpften Spitzen der Flugfedern von ihren jüngeren Genoffen unterschieden find, soll man fich auch nicht schenken laffen, fie find ein Danaergeschenk. Man gibt

die schönste Butter und Speckumwicklung dazu, bekommt aber trotzdem keinen genießbaren Braten auf den Tisch. Da» Fleisch der alten Hühner spottet allen Künsten der Zubereitung- eS bleibt zäh wie Leder. Deßhalb ist eine genaue Prüfung de» begehren»werlhen Vogel» vor jedem Einkauf durchaus erforderlich, soll nicht die Freude an dem bevorstehenden Ge­nuß zum bitteren Verdruß au-schlagen. Für den Waidmann ist die Eröffnung der Hühnerjagd ein wirkliches Fest. Nach der laugen Schonzeit wieder mit der Büchse über Feld und Flur zu schweifen, ist Hochgenuß. Dann ist aber auch die Hühnerjagd ganz besonder» intereffaut und die Erregung de» Jägers hochgespannt. Große Aufmerksamkeit und Gewandt­heit find hier besonder» nöthig, um zu einem lohnenden Schuß zu gelangen, nachdem daS biß dahin versteckteVolk" unter dem wohlbekannten Geschwirr aufgeflogen ist.

Hebet die Giltigkeit bet silbernen Zwaozigpfennigstücke herrscht vielfach große Unklarheit. Man tft hier und da der Ansicht, daß diese Geldmünzen überhaupt keine Giltig­keit mehr besitzen. Sie bilden indeffen noch immer ein voll- giltige» gesetzliches Zahlungsmittel. Allerdings verschwinden diese kleinen Geldstücke immer mehr au» dem Verkehr, da seit Jahren keine neuen mehr geprägt werden und die im Verkehr befindlichen bei allen öffentlichen Kaffen einbehalten werden. Eine UogiltigkeitSerklärung ist nicht erfolgt, viel­mehr wird diese Münze nur durch die öffentlichen Kaffen ein- gezogen- sie ist schon heute im Verkehr ziemlich selten ge­worden und wird in einigen Jahren ganz au» ihm ver- schwunden sein.

* Zn Amerika verstorbene Heffen. In Baltimore, Md.: Wittwe Maria Elisabeth Karg, geb. König, au» Affolderbach, 80 Jahre alt. In EvanSville, J'd.: Pastor Georg Schwinn auS Niederbeerbach. In Johvstown, Pa.: Frau Elisabeth Scharmann, geb. Schweitzer, au» Steinheim, 71 Jahre alt. In MaScoutah, Jll.: Johann Alt Vater aus Lordach, 84 Jahre alt. In St. Loui», Mo.: Frau Reaina Appel au» Heffen-Darmstadt.

* * Wetterbericht. Die Luftdruckvertheilung bleibt im Großen und Ganzen die gleiche, fortgesetzt unregelmäßige, und dauert daher auch der unsichere, zu Gewittern geneigte Witteruugszustand noch an. Im Nordoften der britischen Inseln liegt eine tiefe Depression, welche fich bereit» ziemlich weit nach dem Contiueut herein erstreckt. Außerdem zieht niederer Druck vom Innern Rußland» gegen Deutschland herein. Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung fortgesetzt Neigung zu Gewittern uad Nieder- schlügen. _____________

M. W. AuS der mittleren Wetteran, 29. August. Seit drei Tagen haben wir Gewitter mit wolkenbruch- artigen Regen und eine heiße mit Wafferdämpfen ge­sättigte Treibhausluft. Das ist eine seltene Erscheinung im Spätsommer, sie erinnert an ähnliche Erscheinungen Ende Juni und Anfang Juli. Auch dieses Jahr bestätigt fch die Bauernregel:Nach Bartholomä' steigt das Wasser tu die Höh'." Heute Nacht zwischen 1 und 2 Uhr hatten wir mehrere schwere Gewitter, der Blitz fuhr in hochstcyende Bäume und die Waffermassen überflutheten die Dorfstratzen. Dem Waffermangel ist abgeholfen, aber manche Brunnen führen trübe», lehmiger Waffer. DaS vor mehreren Tagen gemähte GrummeigraS, das nicht viel vertragen kann, hat stark gelitten. Da die Regen gründlich durchgeweicht haben, wächst daS GraS und der dritte Klee jetzt nach.

n. Staden, 29. August. Em bisher hier gänzlich un­bekannt gewesener Feind der Zuckerrüben ist kurz nach der Getreideernte auf manchen Aeckern maffenweise aufgetreteu. ES ift dies ein kleiner Käfer. Er hat die Größe de» Stebenpunkte» (Coccinella septempunctata L.), ist aber im Unterschied von diesem platt und hat grünliche Flügeldecken mit schwarzen Punkten. Die Käfer sitzen schaarenweiie auf den Blättern, auf denen fie wegen ihrer Schutzähnlichkeit nur bei genauem Betrachten wahrgenommen werden. Merk- würdigerwetse wurden fie immer nur auf den äußeren, nie auf den Herzblättern angetroffrn, obgleich diese doch zarter find. Bel der leisesten Berührung de» Blattes laffen sie sich sofort zur Erde fallen. Ein erst kurz von ihnen besuchte» Rübenfeld wacht den Eindruck, als ob der Hagel unzählige Löcher in die Blatter geschlagen hätte. Bald vergrößern diese sich aber und nach wenigen Tagen find nur noch die Blattrippen Übrig. Plötzlich wie die Käfer kamen, find sie bet den letzten häufigen Regen auch wieder verschwunden. ES muß noch erwähnt werden, daß sie nur einzelne Rüben- ücfer heimgesucht Haden.

Liudheim, 28. August. Eine erfreuliche Wandlung hat sich in unserer Gemeinde vollzogen. Brachte die vorletzte Wahl eines Bürgermeisters eine gewaltige Erbitterung und Feindseligkeit der Parteien mit fich, so erfolgte die am 28. d. Mts. stattgehabte Neuwahl fast ohne vorherige Agitation in vollem Frieden. Da» erwartete Ergebnlß der­selben war, daß der bisherige bewährte Bürgermeister Herr Johs. Jacob Lipp mit 83 Stimmen wiedergewählt wurde gegen 38 Stimmen, die auf den Beigeordneten Herrn Gaft- wirth König fielen. Möge das Wirken des Neugewählten auch fernerhin zum Wohle der ganzen Gemeinde gereichen.

Schotten, 24. August. Gestern wurden die Arbeiten und Lieferungen zu unserer städtischen Wasserleitung vergeben. Die Firma Jooß Söhne, Landau (Pfalz) erhielt die Ausführung der Zuleitung, Stadtrohrvetz und HauS« anschlüffe für Mk. 41571.75, in diesem Preis ift die Ver­gütung für Felsschwierigkeiten und verschiedene Lieferungen nicht einbegriffen. Die Ausführung des Hochbehälter» wurde der Firma Lucht & Sohn in WormS für Mk. 7449 über­tragen- auch in diesem Preis find einige kleinere Lieferungen nicht mit einbegriffen. Da» obige Angebot war für einen Hochbehälter mit 150 Cubikmeter Waffer gemacht worden, nachträglich wurde ober beschlossen, denselben in einer Größe für 200 Cubikmeter anSzuführen - e» wird fich daher auch dieser Betrag entsprechend erhöhen. Mit den Arbeiten wird voraussichtlich nächsten Montag begonnen werden und ist zu