Ausgabe 
31.12.1895 Erstes Blatt
 
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gefällte Urtheil gegen den Ceremonienmeister v. Kotze, daß auf Ausstoßung au- dem OfstzterSstaade lautere, nicht be- stätigt, die Sache vielmehr zur erneuten Verhandlung dem 30. ArmeecorpS in Hannover Überwiesen.

Berlin, 29. December. Zur verhaftun g deflFret» Herrn von Hämmerst ein meldet dieNationalzeitung" folgende Einzelheiten: Freiherr von Hammerstein ist in Athen ergriffen und auf einen italienischen Postdampfer ge­bracht worden. Der steckbrieflich verfolgte wurde auf Grund einer zugleich mit dem Signalement übersandten Photographie in Athen, wo er sich seit Wochen unter einem salschen Namen aufhielt und Verkehr suchte, erkannt. Obgleich zwischen Deutschland und Griechenland kein entsprechender AuSliefe- rungSoertrag besteht, le stete doch die griechische Polizei dem von Berlin entsandten Polizeicommisiar Wolff auf Beran« laffung de» deutschen Cousulat» hilfreiche Hand. Der ita« lienische Postdampser, auf dem sich Freiherr v. Hammerstein befindet, hat am Freitag Nachmittag den PiräuS verlassen und trifft voraussichtlich in der Nacht von Sonntag zum Montag in Brindisi ein. ES dürfte angenommen werden, baß dann die Auslieferung an Deutschland aus Grund dcö italienisch-deutschen vertrage» erfolgt.

Berlin, 29. Dccember. Ein gestern Abend ausgegebenes ärztliches Bulletln besagt, daß Prinz Alexander von Preußen an einer linksseitigen Lungenentzündung er- krankt ist.

Berlin, 29. December. Wie dervorwärts" meldet, wurde gestern auf Requisition deS Magdeburger Landgerichts nach Antrag des Dortigen Staatsanwalts die Nr. 47 der Neuen Welt" beschlagnahmt. Jncriminirt ist die dort abgedruckte NovelleDer neue Lazarufl" wegen der darin enthaltenen Verse aus HerweghSBet' und arbeit, ruft die Welt". Wegen derselben Sache wurde bei dem Redacteur derNeuen Welt", Koko»ky in Berlin, eine Haussuchung abgehalten, jedoch keine Exemplare des Blattes oorgefunden.

Triest, 29. December. Bei dem SchifsSunglück, welches den französischen DampferEmile Heloise" da­durch betroffen hat, daß er von dem holländischen Dampfer Bellerophon" angerannt und durchschnitten wurde, sind 24 Passagiere und 10 Mann der SchtffSbedienung ertrunken. Der Eapitän, 6 Matrosen und 21 Passagiere wurden ge­reitet. An dem Unglück soll der holländische Dampfer die Schuld tragen.

WB. Brindisi, 30. December. Der PostdampferPeloro" ist heute früh 4 Uhr 20 Min. hier eingetroffen- an Bord befinden sich Freiherr v. Hammerstein und Criminal- Cumnnffar Wolff.

WB. Berlin, 30. December. Privatmeldungen zufolge wohnte v. Hammerstetn in Athen in einem kleinen Hotel- er gab sich für einen Journalisten aus, ging glatt rafirt, verkehrte täglich im deutschen ClubPhiladelphia" und in deutschen Familien. Er verkaufte Uhrketten, vermuthlich war er in Geldklemme. Er hatte sich während deS Weihnacht»- gotteSdiensteS infolge Schluchzen» auffallend gemacht und wurde erkannt- er war auf Antrag des deutschen Gesandten v. Pl essen als Anarchist auSgewiesen worden und reiste, von einem Criminalcommissar begleitet, mit dem Lloyddampfer nach Brtndissi.

totale» nnd prooi«sielte»,

Wiehen, 30. December 1895.

** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog empfingen u. A. am 28. December den Reallehrer Rothe von AlSfeld, den Reallehrer Bölsing von Fried­berg, den Herrn v. H arnier aufl Echzell, den Professor Br. Pasch von Gießen, den Medictnalrath Professor Br. Bose von Gießen.

** Dienstuachrichten. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 28. lsd. Mts. drm Oberforstmeister Karl Th al eru Gießen daö Forstamt Darmstadt und dem Oberförster Oberforstmeister Heinrich Krauß zu Darmstadt da» Forstamt Gießen zu übertragen, sowie den DistrictS - Einnehmer der DistrictS - Einnehmerei Beerfelden Reinhard Magel und den DistrictS-Einnehmer der DistrictS Einnehmerei Altenstadt, Valentin M a ch e m e r, beide in gleicher Diensteigenschaft, in die DistrictS ° Ein- nehmereten Babenhausen, beziehungsweise Groß Umstadt zu versetzen und den HauptstcueramlSaisistenten bei dem Haupt- steueramte Gießen, JohaneS Keil,^sowie den Finanz« aspuanten Christian Becker au» Schotten, beide m t Wirkung vom Tage ihres Dienstantritts, zu DistrictS - Ein­nehmern der DistrictS - Einnchmerei Beerfelden, beziehungs­weise Altenstadt zu ernennen.

** KretStagSwahl. Bon den 50 Höchstbesteuerten wurden heute Bormittag als Mitgl eder des Kreistages neu gewählt die Herren: Gutspächter v. Oven, Hungen, Director Schiele, Gießen, Commerzienrath Gail, Rentner A. Heß und Branereibesitzer Röhrle, Gießen.

Feier de» 18. Januar. Heute Mittag fanden im Stadtverordneten - Sitzungssaal der Bürgermeisterei die Be- rathungen wegen der am 18. Januar k. I. anläßlich der 25jäl)rigcu Wiederkehr der Errichtung dc» deutschen Reiches beabsichtigten Feter in unserer Stadt statt.

** Die diesjährige Ausstellung de» Knast-VereinS im Thnrmhau» am Braud ist eine der reichhaltigsten und besten fett Jahrerfrist. Eine nähere Beschreibung der einzelnen Bilder einer derufeneren Feder überlassend, wollen wir hier nur diejenigen erwähnen, die als hervorragende Leistungen schon beim Eintritt in den Saal die Augen auf sich ziehen, z. B.Der hohe Göll bei Berchtesgaden" von Ludwig Cor­reggio,Christus" von F. Wolter,Eine Vision" von Erich Brunkel,Sommernacht im Nordland" von W.r'dema Schultz, Abend am Haiderfec" von Otto Seltzer,Mondschein an der Norwegischen Küste" von Alfred Hellberg,Nachmittag im Winter" von F. v. Lovu. Da, wie wir hören, schon in kurzer Zeit ein Wechsel der Bilder in Aussicht steht, können

ro allen Kunstfreunden einen baldigen Besuch der AuS- stellung empfehlen.

♦♦ Zur Pestalozzi-Feier. Wie unS au« zuverlässiger Quelle mirgetheilt wird, kommt daS au» der Mitte der hie­sigen städtischen Lehrercorporaiton herau» geplante Pefta- lozzifeft am 12 Januar 1896 nicht zu Stande, da, wie man sagt, eS an geeigneten Kräften fehle zur Durchführung eine» packenden Programms Wir bedauern diesen Verzicht, obwohl wir der Meinung sind, daß bei einem energischen Aufraffcn aller Glieder der hiesigen Volksschullehrer sich wohl doch die nöthigen Kräfte zur Durchführung dneß dem Tage würdigen Programmes gefunden haben würden. Nun dürste e« wohl zu spät sein dafür und waS Du von der Minute auSgeichlagen, bringt keine Ewigkeit zurück. Eine» nut kann den hiesigen BolkSfchullehrerern bei die'em laisser faire eintgermahen zur Entschuldigung dienen, nämlich die Zurückgezogenheit des hiesigen höheren Lehrerstande» zu einer Verherrlichung Pestalozzis. Pestalozzi hatte e» zwar nicht unternommen, da» hödrre Schulwesen zu reformtrmen, er wollte nur dieElementarbildung" in seiner Zeit verbessern, und bildete sich dabei ein, daß alle Stände den Segen dieser empfänden, sie demnachdaS Fundament aller StaatSkraft, aller StaatSruhe und alles StaatSsegen» fei." Wer möchte sich bei der Gedächtnißfeicr eines solchen ersolgntßreichen Unternehmens auSschlteßcn? Die Sehnsucht der Gegenwart nach einem neuen sozialen Ausbau kann nur in Verfolgung der Prinzipien, die Pestalozzi in Erziehung und Unterricht für alle Stufen de« Schulwesens gelegt hat, befriedigt werden. Pestalozzi hat für baßVolk" im weitesten Sinne gelebt, und wer gehört nicht dazu?

* Gesetzentwurf zur Bekämpfung de» unlauteren Wett­bewerbe». Ueber dieses Thema findet heute, Montag Abend, von Seiten des Kaufmännischen Verein», wozu auch Nichtmitglieder eingeladen sind, eine Besprechung statt, ins­besondere soll, noch so zu sagen in der letzten Stunde, Siel lung gegen die in diesem Gesetzentwurf enthaltenen §§ 9 und 10 genommen werden - denn diesbezügliche Petionen müssen, falls sie noch ihren Zweck erreichen sollen, spätesten» am 31. d. M. abgesandt werden. ES ist wohl anzunehmen, daß die Ver fammlung besonder« von Handlungflgehülsen recht stark be sucht werden wird. Denn würden obige §§ 9 und 10 zum Gesetz erhoben, so würden Erstere nicht allein in ihrem Fortkommen schwer geschädigt, sondern auch immerwährend in der Gesahr schweben, in eine Geldstrafe bi» zu 3000 Mk. oder Gefängnihstrafe bi« zu einem Jahre zu verfallen.

* Die SiSbahu de» EiSvereiuS wurde gestern eröffnet und wurde da» Schlittschuhlaufen von Groh und Klein eifrig und zahlreich geübt.

* Marine - Verein. Am SamStag den 28. d». Mt». hielt der Marine - Verein Gießen im Cas6 Leib seine dies­jährige WeihnachtSbescheerung ab. Die vorzüglich gestellten lebenden Bilder, Theater-Aufführung u. s. w. be­reiteten den Anwesenden einen vergnügten Abend. Der voll­besetzte Saal legte ein beredtes Zeugniß ab von der Beliebt­heit, deren sich der noch junge Verein erfreut. Nach den Aufführungen fand Tanz statt.

Der Artillerie verein veranstaltete gestern Abend aufLonys Bierkeller" einen Familie nabend, welcher sehr animtrt verlies. Nach einer Ansprache de» Herrn StationS-Asstftenten Lemke folgten musikalische und andere Vorträge, denen sich ein Tänzchen anreihte. Wir wünschen dem jungen Verein ein fröhliche» Gedeihen.

* Die Gießener Freiwillige Feuerwehr feierte am dritten Feiertage tm großen Saale de« Cafä Leib ihr Weihnacht«- f e st. DaS Programm war sehr reichhaltig und die Mufik sehr gut. Al« erster Vortrag wurdeDer Strike der Schmiede" von Fr. Wittmann vorgetragen. DaS darauf­folgende Theaterstück:Ordre ist Schnarchen" von Queitner wurde sehr gut gegeben und erregte allgemeine Heiterkeit. Den Glanzpunkt deS Abend» boten die von Damen und Herren des Turnverein» unter Leitung de« Turnwartö Hcrrn Fr. Wiegand gestellten lebenden Bilder:Ein Weihnachtsmärchen", mit acht Verwandlungen. Effectdoller ist wohl noch selten ein derartiges Bild gestellt worden, auch trug die treffliche bengalische Beleuchtung sehr viel zu der feenhaften Darstellung bei. Allen beteiligten Damen und Herren, wie auch dem Arrangeur derselben wurde die vollste Anerkennung zu Theil und mußte die Aufführung wlederholt werden. Dem von Gießen scheidenden Schriftführer der Wehr, Herrn Fr. Traxel, wurde zum Andenken em Diplom überreicht. Nach den üblichen Verloosungen wurde mit einigen Tänzen der vergnügte Abend beendet.

Sine Wette wuroe bietet Tage tm RestaurantPost- kcller" abgeschlossen zwischen zwei hiesigen Metzgermeistern. Der eine von ihnen hat sich bereit erklärt, am 1. Januar Morgen« seinenGaul in der neun Stusen hoch bcltgenen WirthSstude be» Postkcller» vorzuführen, während der Gegner die Möglichkeit einer solchen Vorführung bestritt. Als Preis dieser sonderbaren Wette wurden 4 0 Flaschen Wein festgesetzt, die an Ort und S-elle zu trink n seien.

Todt oufgefanben. Am SamStag Abend gegen 9 Uhr wurde am Rangirbahnhose der Köln Mindener Eisenbahn dahier der Bahnarbeiter Joh«. Schweizer zwischen dem Geleise liegend tobt aufgefunden. Da die Leiche keinerlei Verletzungen zeigte, wirb al» Todesursache Herzschlag an­genommen. Die Leiche wurde in da» Lcichenhau» am Fried- Hofe gebracht.

* * Schlägerei. Auf der Lahnbrücke sand gestern Abend zwischen Mctzgerburschen und Unteroffizieren eine Schlägerei statt, wobei e« auf beiden Seiten blutige Köpfe gab. Den hinzugekommeneu Schutzleuten widersetzte sich ein von Marburg hier zu Besuch weilender Metzgerbursche und wurde dieser und noch ein zweiter, der sich einen falschen Namen beigelegt, verhaftet.

Ecaudal. Ein Arbeiter scandalifirte gestern Mittag in seiner Wohnung in der Sandgasse mit feiner Familie derart, baß er, am Ordnung herzustellet-., la Hast genommen werden mußte.

Gegen die Sylvester-Schuheu. Da» Polizei-Präsidiuur zu Frankfurt a. M. veröffentlicht die nachstehende Be­kanntmachung:Wiederbo t kommt vor, daß in der Syloesternacht Personen ihrer Fcststtmmung durch Abbrennen von laut knallenden Feuerwerkskörpern, durch Schießen, laute» Schreien und sonstigen Unfug Ausdruck geben. Es wird davor mit dem Bemerken gewarnt, daß alle Anzeigen über solche Zuwiderhandlungen an die StaalSanwaltschast abgegeben werden." D'ese Warnung mögen sich auch die Gießener Sylvester Schützen einprägen, denn auch hier wird unnachsichtlich gegen sie vorgegangen werden.

* Postalische» für den Neujahrfltag. Da« bevorstehende Neujahrsfest mit der gewaltigen Steigerung de» Briesverkehr« gibt un» Anlaß, auf einige schlechte Gebräuche betreff« der Form und Farbe der Briefumschläge aufmerksam zu machen, die zahlreichen Briefen geradezu gefährlich werden können. Besonder» störend sind die ganz kleinen Briefe, die namentlich zur Versendung von Visitenkarten benutzt werden - aber auch alle anderen ungewöhnlichen Formate, mit denen un« leider Jahr für Jahr die Mode überrascht, er­schweren die postalische Behandlung in hohem Grade. Der­artige Briese können nicht in die Briefbunde verpackt werden, lassen sich schwer stempeln und sind von ihrer Auflieferung bi« zur Bestellung die reinen Schmerzenskinder der Poft - auch deshalb, mal sie am leichtesten sich in andere Sen­dungen verschieben ober gar verloren gehen. Gerade zur NeujahrSzeit sollte man sich nur der gewöhnlichen Formate bedienen, wie fie z B. für den Geschäftsverkehr allgemein üblich sind. Daß eine genaue Adre ssirung dem Briefe da« sicherste Geleit giebt, bedarf keiner Hervor­hebung - ebenso klar ist es, baß, je besser und schneller der Beamte die Abreffe entziffern kann, um so rascher der An- sturm erledigt wird, also deutliche Schrist und keine dunkelfarbigen Briefumschläge? Man muß dabei immer bedenken, daß die Beamten in größter Eile und Hast die Briefe sorttren müssen, daß die kleinen Verzögerungen, die durch solche Störenfriede verursacht werden, sich bei dem riesenhasten Verkehr in sehr bedenklicher Weise siimmiren.

-1- Salzhausen, 26. December. Um die Bergr oßer ung und Verschönerung unseres Kurparks vorzu- nehmen, über welche Ihre Zeitung kürzlich eine Nachricht brachte, soll eine Autorität auf dem Gebiete der Landschaft» gärtneret gehört werden, damit auch etwas Bedeutende» geleistet wird. Mit dem Bau der Bahnstrecke Nidda-Salz- hausen gebt in aller Nähe rasch voran, indem die Fällung der Forstbäume, welche in die Bahnlinie fallen, vorgenommen werden soll. Wenn man auf der Strecke Hungen-Friedberg auch etwa» weiter gediehen ist, so steht doch soviel fest, bah beide Linien gleichzeitig fahrbar werden, es mögen einige Mißvergnügte auch da« Gegentheil behaupten wollen. Die Bauunternehmer sorgen schon selbst dafür, daß sie ihr Arbeiter- personal gleichzeitig frei bekommen, denn erstere Haden auch noch anderwärts Verpflichtungen und haben durchaus nicht die Absicht, ihre Kräfte unnöthig zu zersplittern. In dem B-streben, die Linien möglichst rasch dem Verkehr zu über­geben, werden die Unternehmer von der Regierung in wirk samftcr Weise unterstützt.

66erftabt, 30. December. Trotz einer schon wochenlangen Agitation von Seiten der Antisemiten wurde bei der am 19. b. M. dahier stattgehabten KretStagSwahl da» feit» herige KreiSiagSrnitglteb, Bürgermeister Roth von Müschen» heim, zum viertenmal wiedergewählt.

Darmstadt, 27. December. Eine aufl den verschiedenen Gesellschaftskreisen zusammengesetzte Versammlung beschloß heute einstimmig, den Tag der Errichtung de» deut sw en Reiche» durch ein Fest tm Saalbau zu begehen. Die Ausführung bleibt einem engeren Ausschuß Vorbehalten.

Mainz, 26. December. Dem Vernehmen nach ist über die Fortführung defl MaincanalS von Frankfurt o. M. nach Offenbach zwischen Preußen und Hessen jetzt lieber» einftimmung erzielt. Der Abschluß de« Vertrags steht un­mittelbar bevor.

A Mainz, 29. December. Bei den jüngst hier stattgehabten Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten- Versammlung Haden dekanntlich die Soctaldemokraten eine empfindliche Niederlage erlitten, welche dadurch ver­ursacht wurde, daß die bürgerlichen Parteien sich zu einem Cartcll gegen die Socialdemokraten vereinigten. Wie nun verschiedene Lokalblätter melden, find Verhandlungen emge* leitet, das Cartell auch für die bevorstehenden Erneuerung»- wählen zum Landtag aufrrchtzuerhalten, um die Socialdemo- traten, die in den Personen der Wbgeorhnetcn Jöst und Ullrich die zwei Mainzer LandtagSfitze einnchmen, aufl der Kammer zu verdrängen. Schon seit neun Jahren ist Mainz durch Soctaldemokraten im Landtag vertreten, ebenso wahrend zwei Sessionen im Reichstag. Seiten« mehrerer Rheeder- firmen ist neuerdings wieder die Errichtung einer städtischen Schisferschule hier angelegt worden. Die guten Resultate, die man In Mannheim mit einer solchen Schule erzielt Hal, haben tnflbcionberc in Handelskammer kreisen dcm Prvject viel Anklang verschasst, weßhalb zunächst auch die Handelskammer angegangen werden soll, bei der städtischen Verwaltung sür Errichtung einer Schifferschule einzutreten. Da neben der Stellung eine« geeigneten Locale» finanziell die Stadt nur wenig in Mitleidenschaft gezogen wird, steht zu erwarten, daß die städtische Ver­waltung der Sach: ihie volle Unterstützung gewädren wird.

Permifdfto.

* Ei» ungeratener E»ha. Brrltve: Blätter benchteu, baß ein junger Mann aufl Frankfurt a. M, Namen« Walther Oppenheim, in der Reichflhauptstadt angehalten wurde, al» er für Mk. 10000 Obligationen der bayerischen Staatsanleihe an baß dortige Bankgeschäft von Katz u. Woh lauer verkaufen wollte. Zwar vermochte er sich bet der Be­anstandung alfl den Eigenthümer dieser Staatflpapiere auflzm-