Ausgabe 
31.5.1895 Erstes Blatt
 
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intercsfircu, in welcher Weise hierbei verfahren wurde, nm nur die besten und preiSwerthesten Dualitäten zu beschaffen. Sämmtliche Weinhändler Gießens waren zur Einreichung von Proben eingeladen, welche in neutral gehaltenen braunen Flaschen ohne Korkbrand und nur mit Motto und Nummer versehen bei Herrn E. Fischbach als Vertrauensmann Hier­selbst eingellefert wurden, der dieselben anstatt des Mottos mit fortlaufenden Buchstaben versah (A. B. C. u. s. w.). Den Proben war ein verschloffeneS Couvert ohne äußeres Zeichen mit Motto versehen beigefügt. Der WirthschaftS- auSschuß hatte zur WeinprÜfung eine Untercommission bestellt, deren Mitglieder somit über die Namen der Probenlieferanten völlig ununterrichtet waren. Die Prüfung fand nun in Ab- theilungen statt, und zwar a) für den Zapfwein, b) für den Turncrwein, c) für die Flaschenweine beffere Marken und für den Schaumwein. Jeder der Prüfungsmitglieder kostete sämmtliche Proben durch, und schrieb sich die Buch­staben der als beft befundenen Proben im Geheimen auf ein Blatt Papier. Diese Stimmzettel wurden zu einem Resultat» zettel durch den Vertrauensmann Herrn Fischbach zusammen» gestellt, und somit ein völlig unparteiisches Resultat ermittelt. Es bedarf daher nicht mehr der Versicherung, daß die Prüfungscommission völlig unbeeinflußt ihres Amtes in selbst­loser Weise gewaltet hat, und daß die gewählten Qualitäten dem Publikum die beste Gewähr bieten für einen guten, reinen und preiSwerthen Wein.

* * Jubiläum. In den Tagen vom 4.6. Juni be­geht die studentische ReformverbindungAdelphia" daS Fest ihres 25jährigen Bestehens. Hervorgegangen anS einer großen, von modernem Geiste getragenen Bewegung, die AuSgangS der 60er und Anfangs der 70er Jahre alle deutschen Universitäten ergriffen hatte, ist sie heute noch die einzige studentische Corporation, die den, alten Idealen treu geblieben ist. Echte wahre Freundschaft, Gleichberechtigung aller ©lubtrcnbcn, Kamps gegen baß Duell als eines ver­alteten, unmoralischen UeberbleibselS früherer Zeiten sind die Hauptprincipien, für die sie immer gestritten hat. Diesem ihrem Principe gemäß wird natürlich auch daß Fest einen wesentlich internen Character tragen und nicht in äußerlichem ' Pomp seinen Ruhm suchen. Wünschen wir srohes Gelingen! ,

♦♦ Oberheffische Gewerbe- und Zubustric-AuSstelluug zu Alsfeld. Die zur Ausstellung projectirt gewesenen Bauten ! haben sich den vielen AuSstellungSobjecten gegenüber nun i doch als zu klein erwiesen. Nach dem neu angefertigten i Plane wird die zu erbauende geschloffene Halle wesentlich ' größer wie vorgesehen war und zweistöckig bergerichtef werden. Man hat sich auch entschlossen, die gedeckte offene Halle größer als früher gedacht zu errichten und soll auf die zu sperrende Lutherstraße daS Bauwerk zu stehen kommen. Die Aus­stellung für Möbel und Zimmereinrichtungen wird in den Räumen des neuen RralschulgebäudeS sehr geeignete Unter­kunft finden.

* An Schenkungen und Stiftungen hat der Groß- Herzog in dem ersten Quartal dieses Jahres 179,967.94 Mk. . genehmigt. Der Haupttheil dieser Summe entfällt diesmal ' auf die evangelische Kirche mit einem Betrage von 124,233 Mk. ! 26 Pfg. und davon kommen allein 114,383 Mk. auf die , evangelische JohanneSgemeinde zu Darmstadt- die katholische Kirch,- erhielt 29,282 Mk.

SchulDienst-Rachrichten. Am 3. April wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Sauer-Schwabenheim, Kreiß Bingen, Phil. Brenner auf sein Nachsuchen, am 11. Mai wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Wieß'OpPenheim, Kr. Wormß. Georg Kichtscheid auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 16. Mai an, auß dem Dienste ; entlassen.

Erledigte Lehrerftellen. Erledigt ist: eine mit einem i evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- ! schule zu Ober-Beerbach, Kr. Benßheim, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk.

* Verseht wurde der Straßenmeister B er keß zu Lich in den 6. Straßenmeisterbezirk beß Straßenbauamtß Grün- berg mit dem Wohnsitz in Herbstein.

* * Die Invalidität«- und Alter«verficherung8-Austalt für daß Großherzogthum Heffen hat im letzten Jahre 351 Alters- und 658 Unfallrenten bewilligt. Die einzelnen Renten i schwanken zwischen 106,80 und 191,90 Mark bei der | Alierß- und zwischen 111 und 137,40 Mark bei der In­validenrente.

* * Große Heiterkeit erregte in der am Sonntag statt- gehabten General-Versammlung der freien Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogthum Heffen die Bemerkung eines ThetloehmerS,daß die ärztlichen Recepte so lange nicht billiger würden, alß dieselben noch lateinisch ge­schrieben würden."

n. Altenstadt. 28. Mat. Eine gestern hier angekommene fahrende Korbmachergesellschaft kam in unangenehme Berührung mit der Polizei. Die beiden hiesigen GenSdarmen mit dem Polizeidiener verlangten die Vorzeigung der zum Wandergewerbebetrieb nöthigen Papiere. Die Herausgabe wurde aus naheliegenden Gründen verweigert. Einer Auf- forberung der Polizei, anß Amtsgericht zu folgen, wurde nicht ftattgegeben, vielmehr wiedersetzte sich die Bande der Verhaftung eines ihrer männlichen Mitglieder. Mit allem, was gerade zur Hand war, schlugen die weiblichen Mitglieder auf die Polizei, während ein Hund wüthend den einen GenS­darmen anfiel und ihm den Rock zerriß. Erst alß hiesige Einwohner der Polizei zu Hilfe kamen, konnte die Verhaf­tung erfolgen. Der Korbmacher wurde inß hiesige AmtS- gerichtßgesäiigniß verbracht. Für baß am 5. Juni hier ftatlfindende MissionSfest beß Wetterauer MtssionSveretnß sind die Vorbereitungen im vollen Gange. Alß Festprediger find gewonnen: Herr Superintendent Waaß von Darmstadt und Herr Missionar Thun en von Frankfurt. An den be­nachbarten Vahnftationen werden am Festtag Wagen zur Verfügung der Gäste stehen.

Frankfurt a. M., 29. Mai. Seit Kurzem ist der Zoologische Garten in den Besitz einer ganzen Anzahl äußerst intereffanter Thiere gekommen, unter denen sich eine im Außsterben befindliche, flügellose Dogelan, der Schnepfen- stranß von Neu Seeland, befindet. Eine prächtige, schwarz und gelb gebänderte Eidechse, der sog. Apothekcrskmk, hat seinen Namen von seiner eigenartigen Verwendung. Er wurde nämlich kinderlosen Frauen alß Arznei eingegeben und auch in verbrecherischer Abficht wurde sein Fleisch heimlich jungen Mädchen unter die Nahrung gemischt, um Liebe zu erregen. Eine große Seltenheit ist daß neu erworbene Heloderma auspectum, baßverdächtige Krustenthier", ist nämlich neben seinem Verwandten demschrecklichen Krusten­thier" die einzige wirklich giftige Eidechse, die man biß jetzt gefunden hat. Außerdem hat der Garten noch verschiedene Reptilien, Vögel und Däugethiere tn der letzten Woche an- gekauft. Der Schnepfenstrautz ist so lichtscheu, daß er bei Tage in einem dunklen Kasten gehalten werden muß, doch wird er Vormittags und Nachmittags einmal den Be­suchern gezeigt.

* Frankfurt a. M., 29. Mai. Die Frankfurter Ruder- gefellschastGermania" hat in ihrer gestrigen Versamm­lung beschlossen, bei der bieSjährigen Gießener Regatta zu sechs Rennen zu melden, darunter den StadtpreiS. Herr Hugo Bar dorff in Frankfurt a. M., der bekannte För­derer des Rudersports und ausgezeichnete Fachschriftsteller, feiert heute fein 25 jähriges Jubiläum als Ruderer. Herr Bardorff, der tn diesem Winter auch in Gießen einen Vortrag überDie Grundregeln des RudemS" hielt, hat durch seine rastlose Thätigkeit der deutschen Ruderei wesent­liche Förderung angedeihen laffen, und insbesondere dem Rudersport in Süddeutschland viele dankenSwerihe Anreg­ungen gegeben. Die RubergesellschaftenSchwaben".Heil- bronn undStarkenburg" haben ihn zu ihrem Ehrenmit- glich ernannt.

Homburg. 29. Mai. Die Tochter beß 1874 in Friebrichsdorf verstorbenen ErfinberS deS Telephons, beß Lehrers Philipp Reis, hat von her Oberpostdirection in Frankfurt die Mitlheilung erhalten, daß ihr vom 6. d. M. ab auß dem kaiserlichen DißpositionSfondS ein JahreSgehalt von 400 Mk. außgeroorfen ist.

Sine Unglücks-Sitte.Ich bitte um mildernde Um­stände," meinte am Samßtag Abend in Berlin vor der ersten Strafkammer am Landgericht II eine Angeklagte auf die Frage, was sie auf den Antrag beß Staatsanwalts zu sogen habe. Der Staatsanwalt hatte nämlich die Frei- sprechung beantragt und der Angeklagten mußte daß letzte Wort gegeben werben. Sie bat um mildernde Umstände und dies war ihr Unglück, denn der Gerichtshof faßte diese Bitte als den Ausdruck des Schuldbewußtseinß auf unb er­kannte auf drei Tage Gefängntß.

* Durch eigene Schuld kam der Malergebilfe Breitling in Halle ums Leben. Er sah in einem Hause daselbst, wo er mit Anstreichen zu thun hatte, eine Flasche mit Flüssig- kett unb that einen kräftigen Schluck auß ihr. Er hatte Carbolsäure getrunken, bie ihm Schlunb unb Magen derart verbrannte, baß er tn heftige Krämpfe verfiel und bald darauf verstarb.

* Altona, 29. Mai. Der Knecht Witt, der im Jahre 1892 in Hamburg baß Dienstmädchen Gießfeld und in diesem Jahre die Näherin Cordeß ermordet hat, wurde heute vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt.

Danzig, 29. Mai. Abends entstand auf der Speicher- insel tn der Nähe beß Bahnhofs am Legethor ein Speicher- branb, wobei ein mit Getreide gefüllter Speicher nieder- gebrannt ist unb ein zweiter einzustürzen broht. ES besteht die Hoffnung, ben Branb zu localisiren.

Die Kehrfeite der Medaille. Die Leipziger Blätter enthalten im Gegensatz zu anderweitigen Nachrichten Mittheilungen mit NamenSunterschristen, wonach der Distanz- ntt DresdenLeipzig in weiten Kreisen der Stadt große Mißstimmung wegen der damit verbundenen unerhörten Thierschinderei erregt habe. Die abgehetzten, mit Schwielen bedeckten, theilweise blutenden Thiere sollen einen höchst kläglichen Anblick geboten haben. Von ben 22 Pserben, welche am Distanzritt theilnahrnen, sind sieben ben Stra­pazen erlegen!

* Einen recht erbaulichen..Wettbewerb" veranstalten zur Zeit tn Würzburg zwei Kurzwaarengeschäste, welche sich in ber engen Augustinerstraße so etablirt haben, baß Einer bem Andern von seinem Laben au6 in besten Laden schauen und besten Kunden zählen kann. Die eine Firma heißt Ge­schwister Steinberg, bie andere Gebrüder Kempe. Nachdem sie sich eine Zeit lang in den Zeitungen befehdet hatten, suchen sie sich durch Spottpreise gegenseitig zu ärgern. So hing der Eine Cravattcn zum Preise von 5 Pfg. baß Stück tn bie Außlage, gleich folgte baß Gegenüber unb legte die­selbe Art Cravattcn zwei Stück zu 5 Pfg. auß. Jedermann lacht über diese Art Wettbewerb, noch mehr aber über die Studenten, welche mit diesen billigen Cravattcn ihre großen Hunde schmücken unb tn ben Straßen Würzburgs para- btren lasten.

* 80 Personen ertrunken. Schon wieder kommt dir Kunde von einem Dampferunglück. Der von Pasage« nach Carril gehende französische DampferDom Pedro" lief Montag Abend bei Cap Corrubedo auf. Der Keffel platzte, daS Schiff sank. Ein Theil ber Mannschaft und Passagiere, die meistens Auswanderer waren, wurde gerettet, 80 Personen fanden jedoch ihren Tob. Die Mann­schaft bestand ausschließlich auß Franzosen und die Paffagtere meist aus Franzosen unb Italienern. Ader auch einige Deutsche sind verunglückt und zwar ein Kaufmann, ein Diener, und ein Mädchen. Daß Schiff hatte am 20. Mai mit 54 SchiffSlcutcn und 76 Pastagieren Havre verlosten unb ging nach Buenos AvreS unb Montevideo. ES war ein Eisen-

bampfer von 2999 Tonnen unb gehörte der Packctboot- Compagnie beß Chargeurs 9teuntß.

Eine Brücke zwischen Europa und Asien soll demnächst eine überseeische Verbindung zwischen ber orientalischen und anatoltfdjen Eisenbahn verwirklichen. Diese über den BoS- öoruß führende Riesenbrücke soll auf acht Pfeilern ruhen unb die Höhe über den beiden mittleren Pfeilern 71 m be­tragen, damit auch Dampfer mit ben höchsten Masten hin­durch können. Die Vorarbeiten zu diesem großartigen Werke sollen im Laufe dieses Sommers in Angriff genommen werden. Die Kosten dürften sich auf 60 Millionen Mark belaufen.

Newyork, 29. Mai. Mit welchen Zahlen amerikanische Geschäfte zu rechnen pflegen, dafür gibt der Jahresabschluß ber Schlachthaus-Firma Armour und Comp. in Chicago die beste AuSkunst. Der Geiammtumsatz beß JahreS 1894 stellt sich auf 320 Millionen Mark. Geschlachtet würben 1 500000 Schweine, 800000 Rinder unb 400000 Schafe. Gegenüber diesen Ziffern erscheint bie Zahl ber Angestellten, bie gegen früher etwas zurückgegangen ist, nur gering, 5700, doch beläuft sich ihr Gehalt immerhin auf 14 200000 Mark. Die Firma besitzt jetzt über 2000 Kühl-Eisenbahnwagen, ihre Gebäude bedecken eine Grundfläche von 55 Acres. Auch die Letwfabnk hat im letzten Jahre einen erneuten Aufschwung genommen, sie beschäftigt jetzt 700 Mann unb erzeugte 7 180 000 Psund Leim.

Die höchsten Gebäude in Chicago. Nach ber städti scheu statistischen Liste in Chicago sind dort vorhanden 70 siebenstöckige, 43 achtstöckige, 10 neunstöckige, 13 zehnstöckige, ein elfstöckigeS, 12 zwvlfstöckige, 3 dreizehnstöckige, 10 vier- zehnstöckige, 2 fünfzehnstöckige, 8 sechSzehnstöcktge und je ein siebzehn- und zwanzigstöcktgeS Gebäude.

* Da« Schloh beß fangen Vanderdilt bei Asheville, Nord-Carolina wird amerikanischen Blättern zufolge alles Aehnliche auf Erden an Großartigkeit und Pracht in den Schatten stellen. Der erst 26 jährige Sohn George beß ver­storbenen William H. vanderbilt zieht den rauschenden Ver­gnügungen beß Gesellschaftßlebenß bie Einsamkeit ber maje­stätischen Natur vor, unb seine Liebhaberei find Bücher unb Gemälde. Um sich nun ungestört feinen Neigungen hingeben zu können, hat er sich auf einem vor etc Jahren ougekauften - Grundstück, baß ungefähr hunderttausend Acres, etwa hundert- \ undvierundsechzig Quadratmeilen umfaßt, em prachtvolles Schloß erbauen laffen, baß langsam seiner Vollendung ent» gegengeht. Erst gegen Ende 1896 wird ber Eigenthümrr beziehen können, und auch bann noch werden zwei Jahre vergehen, biß baß ganze Besitzthum vollständig angelegt ist, obwohl täglich sechßhundert Arbeiter am Werke sind. Schon jetzt sind in einer Gesammtlänge von über siebzig Meilen Macadamwege gelegt, welche mit farbenprächtigen unb ge­waltigen Tropenpflanzen unb bunum Rhododcndrongebüsch eingesäumt finb. Diese Wege fuhren balb gradlinig, bald gewunden, über Hügel unb Thälcr, nach den schönsten Auß- sichtß- und Ruhepunkten. Daß vier Stockwerke hohe Schloß steht auf einer 700 mal 300 Fuß großen Etplanade, welche durch Nivellirung und Ausfüllung auf dem Gipfel eineß Hügels gewonnen wurde. Die Bauart ist rein italienisch; baß zur Verwendung gekommene Material flammt auß Mailänder Kalksteinbrüchcn. Die Maße dieses Prachtbaues sind außcrorbeniliche. Banket unb EmpsangSsaal sind so geräumig wie eine gewöhnliche Kirche, unb in der Bibliothek hätte ein mäßiges PrivathauS Platz. Reiche Bildhauerarbett ziert die Haupteingänge,- an einem derselben befindet sich eine überlebensgroße Statue der Jungfrau von Orleans. In einer Anzahl von befonderen Gebäuden finb die Ställe, Remisen u. s. w. untergebracht. Heber 1,000,000 Pflanzen unb Bäume sind in ben Anlagen eingesetzt worden, unb im nächsten Jahre wird em großartiger Wildpark errichtet. Etwa 20 Villen werden mit einem Aufwand von je 20,000 Dol­lars erbaut, unb sind bestimmt, an persönliche Freunde Herrn VanderbiltS vermietet zu werden. Eine Kirche zu hundert­tausend Dollars ist i > fertig. Zur größeren Bequem­lichkeit des Millionärs Ui btt von Biltmore, wo er, nebenbei gesagt, einen großen Lad n besitzt, eine Zweiglinie der Süd­lichen Eisenbahn btrect zum Schlöffe.

* * 3m Kästchen beß StandeSamie« za ttrafenstabe» (Elf.) hing kürzlich em HeirathSaufgedot, baß mit rot ben unb grünen Rosetten geschmückt war. Daß ist nämlich ein alter Brauch, wenn baß Hochzeitspaar auffallend alt ist. In diesem Falle zählte der Bräutigam 79 Jahre, die glück­liche Braut deren gar 80.

Auch ein Heirathßgesach. AuS Pliezhausen der Ort liegt im Oberamte Tübingen bringt der Schwarzbote" folgendes Inserat:Heirath. WannS will, halt a mol, 'S kann loßgehen! Für ben Gasthof Ochsen, Bäckerei unb Londttorei, suche ich auf biesem ehr­lichen, freigesinnten, nicht mehr ungewöhnlichen, aufrichtigen Wege ein tüchtiges, verständiges, liebenSwürbigeS Fräulein ober eine Wittwe, 20 biß 36 Jahre alt. Ich bin 39 Jahre alt, milttärfrei, lebig, von unbescholtenem Ledcnßwanbel, tüchtig in jeder Beziehung im Geschält. Um mene Feinde zu schlagen, wie Japan China, um Verleumdung, Hinterlist, Verächtlichmachung unb sonstige Schwätzereieo zu verhüten, um bie näheren Verhältnisse außzutauschen, bitte ich, sich btrect an mich zu wenden und empfehle mich ergebend Reinhold Schlegel, Conditor." Der hat Lust?

Eingesandt.

Gieße«, 30. Mai 1896.

Schreiber bietff feilen hat baß , Eingesandt" in No. 124 b 8U betr. die Wirthschafi |«r Vadeudur-. mit Interefie gtlden hm bestätigt gerne, daß der Aufenthalt in den ichattigen (Aax taumlet® genannter Wtrthschast ein sehr angenehmer, die Bewindung eine gute und vreißwerthe ist. Der Besuch der Badenbura würbe ob« ebne Zweifel ein regerer werden, wenn die Wcgoerbinduna für PI ganger dorthin eine angenehmere wäre. Einsender biestS bat < von fernerem Besuche abgeschreckt, al« er vor labutntn den Fußweg am Eisenbahndamm entlang wanderte, habet aber aiu paar Minuten auf eine Warnungstafel mit der 3lilL boten er ®eg* stieß, ohne sich über dm i^runb eines iolcheM