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Der friefrtett Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montags.
Die Gießener InmikienStLtler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Erstes Blatt. Freitag den 31. Mai 189$
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folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. ^i41UUullVlUlut. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Deutsche» Reich.
Berlin, 29. Mai. Pfingstliche Ruhe ist auf dem Gebiete der inneren Politik eingezogen, die Pforten der verschiedenen Parlamente sind für einen größeren oder kleineren Zeitraum geschlossen und hiermit haben auch die actuellen Tagesfragen vorerst an Jntereffe verloren. Auch was sich sonst an Vorgängen im Rahmen der innerpolitischen Angelegenheiten präsentirt, wie die verschiedenen neuerlichen ReichStagSersatzwahlen, die Vorbereitungen für die nachpfingstliche Session des preußischen Landtages u. s. w., kann schwerlich Anspruch auf allgemeinere Beachtung erheben. Ebensowenig scheint es, als ob in nächster Zeit jene Veränderungen in verschiedenen Mtnisterämtern etntreten sollten, welche im Zusammenhang mit bekannten Ereignifien im Reichstage vielfach erwartet worden waren, die Gerüchte sind den da vielleicht noch zu erwartenden Begebenheiten mindestens wett vorausgeeilt.
— Der Colonialrath soll kurz nach Pfingsten ein- berufen werden. Wie es heißt, würde sich die genannte Körperschaft in ihrer bevorstehenden Session mit den Fragen deS Grunderwerbs in den deutschen Colonien und der Vorbildung unserer Colonialbeamten zu befasien haben.
Neueste Nachrichten»
Wolff» telegraphisches Correspondmz-Bureau.
Berlin, 29. Mai. Anläßlich des heutigen Jahrestages der letzten Parade vor Kaiser Friedrich versammelte der Kaiser die 2. Garde-Infanterie-Brigade auf dem Tempelhoser Felde. Der Kaiser hielt eine auf die Bedeutung deS Tages bezügliche Ansprache und verlieh den Fahnen des 2. Garde-Jnfanterie-RegimentS und des 4. Garde-Infanterie» Regiments die Kette des Hohenzolleru'schen HausordenS, die alsbald über den Fahnenbändern befestigt wurde.
Wiesbaden, 29. Mai. Dem „Rhein. Courier" zufolge wird der Kaiser am 1. Juni auf Schloß FriedrichShof in Cronberg zum Besuche der Kaiserin Friedrich erwartet.
Rom, 29. Mai. Cardinal Ruffo Scilla ist heute früh 7^2 Uhr gestorben.
Depeschen deS Bureau „fcetolb*.
Berlin, 29. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: In der morgigen Sitzung deS BundeSrathS werden voraussichtlich die Entwürfe eines Börsengesetzes und eines Depotgesetzes im Plenum zur Berathung kommen. Auch dürfte die Berathung der veränderten Instructionen deS BundeSrathS zur Ausführung deS Viehseuchengesetzes vom 12. Februar 1881, sowie deS Abgabentarifes für den Nord- Ostsee-Canal demnächst bevorstehen.
Berlin, 29. Mai. Wie die „Nat.-Ztg." meldet, tritt gegen Mitte Juni der Ausschuß des Colonialraths, dem die Frage der Vorbildung der Colonialbeamten zur Erörterung überwiesen ist, zur zweiten Lesung zusammen. Die Arbeiten hätten zwar bisher einen guten Fortgang genommen, für die nächste Zeit nach Pfingsten könnte aber von einer Einberufung des Colonialrathes schon iu Anbetracht des Standes der Arbeiten nicht die Rede sein. Ueber den Zeit- punkt des Zusammentritts des Plenums sei in den betheiligten Kreisen noch nichts bekannt.
Berlin, 29. Mai. Gestern sind hier zwei Erkrankungen au den schwarzen Pocken festgestellt worden. Dieselben betreffen die Frau und daS Kind eines italienischen Handelsmannes. Die Polizei hat umfassende Vorkehrungen getroffen, um die Ausbreitung der gefährlichen Krankheit zu verhüten.
Kola, 29. Mai. Die „Köln. Ztg." wendet sich an leitender Stelle in scharfen Worten gegen die serbische Regierung wegen ihrer Stellung den ausländischen Gläubigern gegenüber und versichert, Deutschland habe bereits seine Stimme in Belgrad erhoben und werde seine Haltung nicht ändern, bis die den deutschen Gläubigern noch drohende Gefahr vollständig beseitigt sei. Sollte schließlich in Serbien dennoch die Politik deS Vertragsbruchs die Oberhand gewinnen, so dürfte Belgrad schon die Erfahrung machen, daß man sich ins eigene Fleisch geschnitten habe.
Hamburg, 29. Mai. In der letzten Nacht brach in eimem Hause der Frankenstraße ein großer Brand auS. Oer Branddirector Westphal und zehn Feuerwehrleute wurden dabei schwer verletzt. Die Verletzungen wurden dadurch hsrbeigeführt, daß der Schornstein in daS Treppenhaus stürzte und die auf den Treppen befindlichen Mannschaften mit in Mit Tiefe riß.
Autwerpeu, 29. Mai. Auf der Durchreise nach Kiel werden hier noch zwei amerikanische, ein italienisches und zwei rumänische Kriegsschiffe erwartet.
Brüssel, 29.Mat. Die Versammlung der belgischen Bergarbeiter hat beschloffen, bei dem internationalen Congreß zu beantragen, daß eine bestimmte Frist angesetzt werden könnte, innerhalb welcher der Achtstundentag gesetzlich eingesührt werden soll. Andernfalls möge der Congreß über die Maßregeln entscheiden, welche zu treffen seien, um die Regierung dazu zu zwingen.
Paris, 29. Mai. Entgegen Meldungen, welche besagen, daß der französische Botschafter in Berlin, Her bette, nach Paris gekommen sei, um mit der Regierung über die Be- theiligung Frankreichs an den Kieler Festlichkeiten zu verhandeln, wird von glaubwürdiger Seite versichert, daß sich der Botschafter nur an den Sitzungen des VerwaltungSraths des Suezcanals betheili^en will.
Paris, 29. Mai. Der Ministerpräsident Ribot hat seine College« aufgefordert, eine Aufstellung der Ersparnisse zu machen, welche jeder Minister in seinem Reffort vorzunehmen gedenkt. Die Aufstellung wird dem Budget- auSschuß überwiesen werden, welcher dann seine Vorschläge machen wird. Man erwartet bei dieser Gelegenheit ernste Conflicte zwischen Regierung und Ausschuß.
Paris, 29. Mai. DaS Comitö der Royalisten richtet an die royalistische Jugend eine Aufforderung, sich bei der Anwesenheit des Präsidenten Faure in Bordeaux jeder feindlichen Kundgebung zu enthalten.
Paris, 29. Mai. Die Regierung hat den Contre-Admiral Menard nach Paris berufen, um mit demselben die Reisedispositionen festzustellen, welche für die französische Flotte nach Kiel getroffen werden sollen.
Sofia, 29. Mai. Da die Regierung über die Güter Stambulows die Sequestration verhängt hat, ist dieser nicht im Stande, das Project, seine Grundstücke zu verkaufen, durchzuführen. Nur in Burgan konnte Stambulow seine Liegenschaften veräußern, weil der dortige Gemetnderath die Sequestration nicht anerkannte.
Rewyork, 29. Mai. An der mexikanischen Küste ist der Dampfer „Colima" von der Pacific-Mail-Company gescheitert. 66 Menschen sind ertrunken.
Washington, 29. Mai. Die Leiche GraShamS wird heute nach Chicago befördert, wo daS Begräbniß erfolgen soll. Die Einsegnung der Leiche ist bereits erfolgt. Cleveland und die Minister werden mit dem Leichenzuge nach Chicago abfahren.
Cocates tmb pror>iirrielle».
Gießen, den 30. Mai 1895.
** Sitzung der Großh. Handelskammer am 22. Mai 1895. Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Homberger, Katz, Wortmanu. Die Kammer beschließt, dem am 3. April d. I. conftituirten Verein zum Schutze der Goldwährung in Stuttgart beizutreten, welcher einen von den sonstigen politischen Fragen unv Parteien unabhängigen Mittelpunkt für die Anhänger unserer Währung zum Kampfe gegen die Angreifer derselben, insbesondere gegen die bimetallistisch - agrarischen Zwecke bilden soll. — Wegen der drohenden Erhöhung des belgischen Einfuhrzolls auf Corsets wird eine dieselbe bekämpfende Eingabe an den Reichskanzler mit der Bitte um Schutz für die deutsche Corsetindustrie gerichtet. — Zufolge einer Anregung der Interessenten spricht sich die Kammer gegen die in die Branntweinsteuer-Novelle aufgenommene Bestimmung auS, wonach die Branntwein - Detailverkäufer durch AuShang den Alcoholgehalt veröffentlichen sollen, beschließt aber wegen der nahen dritten Lesung im Reichstag zur Zeit keine bezüglichen Schritte zu thun. — Nach einer Mittheilung der Kaiser!. Oberpostdirection Darmstadt konnte die Herstellung einer Fernsprecheinrichtung Gießen — Friedberg — Frankfurt in den Postetat 1895/96 nicht mehr eingesetzt werden und wird dieselbe deshalb für 1896/97 beantragt werden. — Ein fachmännisch - amtliches Gutachten über Maschinen-Export nach Nordamerika sowie ein Bericht über die Bedeutung des Commercial-MuseumS zu Philadelphia als permanente Ausstellung liegt zur Einsicht der Interessenten offen. — Laut Nachricht der Reichsbank werden am 1. bezw. 5. Juni Reichsbank-Nebenstellen in Geestemünde (Bremen)und Aschaffenburg (Frankfurt a. M.) errichtet. — Da» GeschäftSlocal der Kammer befindet sich vom 1. Juli ab in der Neustadt Nr. 32 (Gail'scheS HauS.)
*• Pr. Concerlverein. DaS sechste Concert, welche» i gestern im „Clubsaal" stattfand und mit dem die Saison ! 1894/95 ihren Abschluß fand, zeigte rin Programm, welches abgesehen von dem Pianoforte die Instrumentalmusik voll- - ständig auSschloß und sich mit Ausnahme einer einzigen ! Nummer lediglich auf gesangliche Darbietungen beschränkte. ; So viel interessante Einzelheiten nun auch geboten sein ' mögen, so möchten wir doch behaupten, daß ein Coneert- Programm wie daS gestrige in den Rahmen des Concert- Vereins nicht recht paßt. Lieder wie die Chöre von Löwe und BrahmS mögen sich bei kleineren musikalischen Veranstaltungen recht gut auSuehmen, aber in den großen Concertsaal gehören sie unseres Erachtens nicht hin. Wir kennen zwar die Gründe nicht, mit deren Berücksichtigung die Concertleitnng das gestrige Programm zusammengestellt hatte, aber wir sind der Meinung, daß eine musikalische Großthat, sei es in Gestalt eines Orchester-Concertes oder einer Oratorienaufführung die Saison effectvoller und würdiger abgeschloffen hätte. Ueber dem gestrigen Concert waltete insofern ein Unstern, als der Leiter desselben, Herr UniversitätSmusikdirector Felchner, durch plötzliche Krankheit an der Ausübung seines Amtes verhindert war. Der Umstand, daß viele der Mitwirkenden dies erst kurz vor Beginn deS ConcerteS erfuhren, mag viel dazu beigetragen ■ haben, daß namentlich in den a oapsIla-Chören mehrfach eine gewisse Unruhe und Unsicherheit sich zeigte, die selbst die umsichtige Leitung des Herrn Musikdirektor Enzian aus Kreuznach, der für Herrn Felchner eingetreten war, nicht völlig zu beseitigen vermochte. Besser gelangen die Chöre mit Clavierbcgleitung- sowohl Gades „FrühlingS- botschaft", eine reizvolle, farbenprächtige Tonschöpfung, alS auch Schumanns charakteristisches „Zigeunerleben" wurden flott und sicher und mit der nöthigen Berücksichtigung der verschiedenen Nuancen vorgetragen. Bon den Solisten nahm Fräulein Johanna Nathan, eine hier noch unbekannte Künstlerin, der aber von ihrem verschiedenen Auftreten in größeren Concertsälen her ein guter Ruf voraufging, daS : meiste Jntereffe in Anspruch. Der Sopran des Fräulein Nathan ist ^wohlklingend, glockenrein, und, was besonders hervorzuheben ist, in allen Tonlagen völlig ausgeglichen. Die TextauSsprache ist vor allen Dingen deutlich, wenn wir uns mit manchen Einzelheiten auch nicht einverstanden erklären können. Wenn die Künstlerin, besonders mit ihren Solovorträgen (Lieder von Schumann, Brahms und Franz), dennoch keinen sehr großen Beifall erntete, so mag dies hauptsächlich daran liegen, daß man nach dem bisher Gehörten mehr von ihr erwartet hatte, als sie gestern leistete. Auch wir sind überzeugt, daß die Dame namentlich über größere Stimmmittel verfügt und daß sie Schöneres hätte bieten können. Oder sollte sie etwa mit Rücksicht auf die Anforderungen, die auf dem bevorstehenden mittelrheinischen Musik- fest an sie gestellt werden, sich hier nur geschont haben? Herr Adolph Müller aus Frankfurt, der Löwes Ballade „der Nöck" und später im Verein mit Frl. Nathan Duette | von Rubinstein und Hiller vortrug, bot, wie wir eS von ihm i nicht anders erwarteten, wieder schöne, abgerundete Leistungen. Er ist ein ausgezeichneter Künstler, der nicht nur nichts verdirbt, sondern stets Vorzügliches leistet, und den man stets wieder gern hört. Die Direction der Chorgesänge und die verschiedenen Clavierbegleitungen hatte Herr Musikdirektor Enzian übernommen. WaS die Begleitung der verschiedenen Chor- und Sologesänge anbelangt, so sagen wir gern, daß sie völlig auf der Höhe der Zeit stand und in Bezug auf Technik tote auf Deceyz nichts zu wünschen übrig ließ. Weniger Glück hatte Herr Enzian mit den Vorträgen der Solostücke von Liszt, de Haan und Chopin. Hier gelang ihm nur daS „Scherziuo" oon de Haan, welches auch viel Beifall fand. Liszts „Waldesrauschen" und Chopins „^8-äur-Ballade" ließen in der technischen Aufführung zwar kaum etwas zu wünschen übrig, aber in der Auffaffung und im Vortrag vermochte der Künstler keiner der beiden Compofitionen völlig gerecht zu werden. Es genügt bei Liszt und Chopin durchaus nicht, einfach die Noten herunterzuspielen und sich in der Nüancirung auf die vorgeschriebenen Vortragszeichen zu beschränken,- ein tiefeß Eindringen in den Geist ihrer Tonschöpfungen ist bei diesen Meistern ein Haupterforderniß für ihre einwandfreie Wiedergabe, und gerade das war es, was wir gestern bei dem Vortrag beider Stücke mehrfach vermißten. Der Besuch deS Concertes war nicht so gut als sonst, doch wird dies in erster Linie auf Rechnung der vorgerückten Jahreszeit zu fetzen fein.
** Die Vergebung der Weiulieferuugeu -nm 22. Mittel» rheinischen Kreisturnfest. Nachdem die Vergebung der Wein- lieserungen zum Turnfeste erfolgt ist, dürste es weitere Kreise


