Sonntag den 31. März
1898
Erstes Blatt
Nr. 77
Sorftyb. *
Gratisbeilage: Hießener Jamilienökätter.
in ihm besessen haben.
Schleswig-Holstein und Elsaß-Lothringen dem Vaterlande wiedergewonnen.
in
hoch Jfürft ßismarth!
3
Paul Berthold.
f
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr.
besteht aber darin, treu zu werden, wie er in der Hingabe an seinen kaiserlichen Herrn, unbeugsam wie er, wo es des Vaterlandes Wohlfahrt gilt, muthig wie er, Gottesfurcht im Gemüthe, wo es gilt, Gefahr und Noth zu besiegen.
teilt Nllteü.
Menschenalter vollenden lassen. Der an uns und ihm so viel gethan, hat wohl noch mehr im Sinne.
Wenn Fürst Bismarck einst nicht mehr sein wird, werden wir erst ganz ermessen, was wir
Der beste Dank, den ihm heute sein Volk zollen kann,
Wie fluchet doch Ein Jubelrauschen heut' durch'das deutsche Vorland, Wie hiirt Jhr's brausend niederklingen vom Alpenfirn zum nord schen Strand: Heil unser'm Bismarck, der geschaffen das neue Reich in schwerer Zeit, Der einst mit wucht'gen Hammerschlägen geschmiedet uns're @imgteit. Heil ihm, der mit Titanenkräften Deutschland erhob aus tiefer Noth, Daß nun nach langem nächt'gen Grauen brach an ein herrltch Morgenroth — Ein Morgenroth, daß Strahlenschimmer die Kaiserkrone neu gebar. Die weithin glänzt durch alle Lande in ihrem Leuchten wunderbar.
Wohl ruht von seinen Kanzlermühen der alte Recke nunmehr aus, Nicht mehr ruft ihn der Gegner Toben zu sonst gewohntem grimmen Strauß; Doch immer noch ist all' sein Sinnen dem, was er schuf, heiß zugewandt. Noch strahlt so hell ja seine Treue für Kaiser, Volk und Vaterland — Und „Treu' um Treue" soll es tönen zurück jetzt nach dem Sachsenwald, Als Ruf, der in unzähl'gen Herzen zum heut'gen Tage widerhallt Er mag dem greisen Helden künden, wie sehr fern Volk noch zu ihm steht. Ihm sagen, daß im deutschen Herzen sein hehres Bildniß nie vergeht!
So nimm, Held Bismarck, denn entgegen zu Deinem großen Ehrentag Bewegten Gruß von Millionen — froh kling' er durch den jungen Hag! Und wenn sich Haß und Mißgunst mühen, selbst jetzt zu schwächen noch Dein Bild — Was thut's? Trotzdem wird weiterstrahlen ja Deiner Thaten Ruhmesschild!
Nun laßt das Bismarcksest uns feiern nach echter guter deutscher Art, Wir Alle wollen heut' ihn ehren, der Deutschlands Ehre stets gewahrt. Die Becher füllt! Stoßt an! Hoch lebe Fürst Bismarck, unser Stolz und Zier, Mög' ihn auch fernerhin noch schirmen des Himmels Gnade für und für!
Vierteljähriger AOunncrnrnlsyms: 2 Mar! 20 Psg. mit Bringerlohzi. Durch bic Post bezogen 2 Mar! 60 Psg.
Redaktion, Expedition und Dructerei:
Sibutstrahe Nr.7. Fernsprecher 51.
Geburtslage des WttreichskaHkers
1. April 1895.
Amts- und Anzeigeblatt für den Tlveis Gieszen
Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener IamikienvtSIler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Alle AnnonceN'Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
s war im Jahre 1844, siebenundzwanzig Jahre vor der Einigung des zerrissenen deutschen Volkes, als ein junger deutscher Dichter allen wahrhaft deutschen Herzen zurief„Zum Himmel bete, wer da beten kann, ein Mann ist noth, ein Nibelungen- cnkel, daß er die Zeit, den toll gewordnen Renner, mit ehrner Faust beherrsch' und ehrnem Schenkel!" Emanuel Geibel ahnte nicht, daß in seinem eigenen Geburtsjahr (1815) auch der Mann geboren war, der des Dichters Sehnsucht erfüllen, den Traum aller Deutschen verwirklichen sollte. Der große Sänger Lübecks schläft nun schon elf Jahre auf dem Friedhöfe seiner Vaterstadt. Aber der, den er prophezeit, ist uns erhalten geblieben. Der Eiche gleich in seinem Sachsenlande steht Otto von B i s m a r ck hoch und stolz unter dem Geschlechte der Enkel, das, heißen Dank im Herzen, dem Achtzigjährigen heute zujauchzt mit millionenstimmigem Heilruf.
Die Weltgeschichte hat gelehrt, daß die politischen Großthaten des Fürsten Bismarck eine Ehre des deutschen Namens in aller Welt, also auch eine solche für jeden Deutschen bedeuten, denn Bismarck's wagemuthige, geniale Staatskunst in den Jahren 1862 bis 1871 hat vor allen Dingen den Staatsgedanken in Preußen
und den nationalen Gedanken in Deutschland wieder lebendig gemacht, der deutschen Einheit mit fester Hand die Wege geebnet, Dänemarks Starrsinn und Frankreichs Hochmuth gebrochen und gegen 3 Millionen deutsche Stammesgenossen
Giehener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
8'/, Ub,,
1:
schließen.
Ein Volk, das seine großen Männer ehrt, das ehrt sich selber. Wir wollen nicht den Hellenen gleichen, die ihre Helden erst feierten, wenn sie längst die Augen geschlossen hatten, nachdem sie bei Lebzeiten verunglimpft, verkannt, ja verjagt worden waren. Es ist der Helden Art, viel Widerspruch herauszufordern. Der ist kein Mann, der sich, nicht Gegner schafft durch Thun und Wirken. Auch Fürst Bismarck hat viele Anfeindung in seinem langen Leben erfahren, erfährt sie noch immer, obgleich er längst das Steuer des Reichsschiffs in andere Hände gelegt hat. Aber heute, an seinem Ehrentage, müssen Neid und Hader schweigen. Wem wirklich ein deutsches Herz in der Brust cklopst, dem wird es leicht werden, - rückhaltslos mitzufeiern am 1. April und freudig mit eillzustimmen in den innigen Wunsch des deutschen Volks: Gott erhalte dem Kaiser und dem Reiche, erhalte allen Deutschen auf dem weiten Erdenrund den Größten aller Deutschen noch manches Jahr! Hat Gott den ersten Kaiser die Neunziger erleben lassen, so kann er auch den ersten Kanzler das dritte
in
*
chte Anzeigen.
littfl gesucht. .
U. MM.
Mcctüaße A- __
ifertifltn
Machst W uua Hatteuhaser, Menn,
Wüchsen
Ädler-Droeerle.
Seltersweg ____
ü, Mniün.nebsta t OWWbimb C’Ä-r
jnsioD-
nterrf in« filier, 'M*
heken, '
k-$ttM
" l(L
M,..
„ Jss»
■ w btt VIII1PI-.,, obnt
■ nU 5
I Sttdfltthr
—_6tetnftrora otrmietbtn.
les Zimmer zu vermiethei Mhävstt, MSutzbur^ HrtlWlIli^ chön unb bequem möble in der Nihe der Z» ch getrennt ober jufamsn Oberes 8-erstr. 5, lü, .-Freiwillige! tt Zimmer, In der Nihe nne, zu vermieihen.
,Zum Linbmbei' mzührige! üblirieS Zimmer, In bet i Kaserne, zu mmilchm. »lfikraße 15 2.sm. igjhnmtr in permidba lat 6 frnttrf), 2 6t 'es Zimmer mir ffabinet ValUhorstratzetti. t mbWxUl Zimmer \t
möblitti Jim f»immer, »u vemlcha atzt 80, mittlerer k/«' eeinanbergchende wN j, lür AtltrvtMi«' AyrU ab »u otnnitth Wrlttsttatz« 3, patt


