Ausgabe 
30.10.1895 Erstes Blatt
 
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Der Krieg von 1870|71,

tr1d>Ubnt durch Ausschnitte «uS Zeitung» - Nummern jener Zett.

(Nachdruck verboten.)

30. Octrber.

Bon der Thätigkeit, die in den verschiedenen BureauS de-i Generals v. Moltke in Versailles herrscht, wird ein Late sich kaum einen Begriff machen können. H'er ist die Seele, welche allen unseren sitzt in Frankreich venheilter» deutschen Truppen ihr Leben etuhaucht- von hier au» werden diese 700,000 Mann in ihren Hauptbewegungen allein ge« leitet. Hunderte von Meldungen wichtige und gar oft auch sehr unwichtige laufen täglich hier ein und müssen wenigstens gelesen und verzeichnet werdrn, worauf freilich viele sogleich ohne Weiteres bei Seite zu liegens kommen - und Hunderte von Befehlen, alle bestimmt und mit mili­tärischer Kürze abgefaßt, werden von hier auö Tag für Tag erlassen. ES ist ein ungeheures Getriebe in diesem großen Generalstabe deS Generals v. Moltke und die ganze Auslese oller preußischen GeneralstabS-Offiziere darin vereinigt, um fc gleich jeden Wink, jeden nur mit wenigen Worten ertheilten Befehl ihres Herrn und Meister», de» unsterblichen Lenkers oller Heere Deutschlands, weiter auszuarbeiten und an die verschiedenen HeereSthrile zu befördern. ES befinden sich in dem großen Hauptquartiere aber auch gar viele äußerlich sehr vornehme Personen, die auch nicht den allermindesten Nutzen leisten und deren ganze Thätigkeit saft ausschließlich darin besteht, möglichst viel und gut zu essen, zu trinken und spazieren zu reiten, und wieder neben ihnen find viele Männer vorhanden, bei denen jede Stunde saft in der angestrengtesten u d ersolgreichsten Thätigkeit verbracht wird und von deren Wirken und Schaffen da» Geschick von Tausenden braver Soldaten abhängt.Les extremes se touchent. Die Wahrheit diese- sranzöfischen Spruches habe ich niemals tiefer o 0 während diese- Kriege- empfunden.Während diese- ganzen Krieges hat mein Regiment noch keinen einzigen un« nützen Marsch gemacht, so trefflich ist alles durchdacht und so genau geleitet, während ich 1866 kaum jemals einen nützlichen Marsch gemacht habe," sagte mir noch kürzlich ein Oberst eines bayerischen leichten Cavallerie-Regiments. Ich p'aube, diese wenigen Worte enthalten die beste und treffendste Kritik deS Wirkens des Generals v. Moltke.

Die Nolh in Metz muß in den letzen Tagen furcht« dar gewesen sein. Die Festung war nur für etwa 30,000 Mann verproviantirt und bekam durch Bazaine 150,000 Mit« elfer. Die Armee BazaineS, obwohl in den drei blutigen Augustschlachten geschlagen, fand hinter den schützenden Wällen Kraft zu neuen Kämpfen und versuchte siebenmal, den t erneu Gürtel zu durchbrechen', der sie umgab. StetS scheiterten die Ausfälle an der Wachsamkeit und dem Muthe der Belagerer. Die Borräthe wurden immer knapper, die Verhandlungen führten zu keinem Ziele- da warf sich Bazaine om 7. October mit 30,000 Mann seiner besten Truppen in i rr Absicht, nach Thionville durchzubrechen, auf die Nordseite der Belagerer, die Dörfer LadonchampS, Grandes und Petit Tape-- er drang vor. Aber in den beiden letzten Dörfern lagen zwei ostpreußische Landwehrbataillone, sie fühlten, was von ihrer Haltung abhing, und der Geist von 1813 kam Über die Männer, deren Väter unter Uork die Ersten im heiligen Kampfe wider die Fcemdherrichaft ge« ttanden. Sie fochten und fielen, aber fie wichen nicht. Ihr heldenmllthiger Widerstand gab den nächstliegenden Truppen Zeit, heranzukommen und die Franzosen zurückzuwerfen. Seit­dem war jede Hoffnung für Bazaine vorbei und er beugte sich unter die eiserne Nothwendigkeit.

Versailles, 28. Octoder. Gestern Abend ist die Eapitulation unterzeichnet und das victoriaschießen bittet in Berlin empfohlen. Am 29., also nicht am 27., werden die Stadt und die Fort» besetzt. Gefangene 173,000, drei Marschälle, über 6000 Offiziere. Wilhelm.

Versailles, 29. October. Da- große Ereigniß, daß nun die beiden seindlichen Armeen, die im Juli unö gegenüber« traten, in Gefangenschaft sich befinden, veranlaßte mich, die beiden Eommandireuden unserer Armeen, Fritz und Fried­rich Carl, gestern zu Feldmarschällen zu ernennen. Der erste Fall der Art in unserem Haufe. Wilhelm.

Die Eapitulation von Metz erfolgte an demselben Tage, an welchem im Jahre 1806 Napoleon I. seinen Einzug in Berlin hielt.

Versailles, 28.October. Seine Majestät der König haben den Freiherrn v. Moltke in den Grafenstand zu erheben geruht.

CsceU* und ptwimkto»

Wietzen, den 29. October 1896.

* Aufzeichnungen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß« Herzog haben Allergnädigst geruht, den ordentlichen Pro« fesioren an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geheimen Hofrath Dr. Kittler und Geheimen Baurath Dr. Wagner da» Ritterkreuz 1. Klaffe de- Ludewigs Ordens zu verleihen, den ordentlichen Profefforen an der Technischen Hochschule Erwin Marx, Felix Lincke und Theodor Landsberg den Character alsGeheimer Baurath" und den ordentlichen Profefforen an der Technischen Hochschule Dr. Richard LepstuS und Dr. Wilhelm Städel den Character alsGeheimer Hofrath" zu ertheilen.

* Darmstadter Hoftheater Concert am Montag den 4. November 1895. Eine treffliche Künstlerschaar sendet unfl um nächsten Montag unsere Landeshauptstadt. Die Herr­schaften geben ein eigne- Concert, jedoch hoffen wir, daß auch die Mitglieder deS Concert VeremS, trotzdem c» sich um kein Abonnement-.Eoncert handelt, sich diesen Genuß nicht entgehen laffen werden. Als Stern de» Ensemble» dürfen wir wohl Fräulein M. Czerwenka bezeichnen- die Dame war früher längere Zeit in Darmstadt engagirt und wirkt jetzt seit einigen Jahren al- erste dramatische Sängerin in Stuttgart, sie ist weit über ihren engeren Wirkung»krei» hinaus rühmlichst bekannt und -war namentlich al» vortreff­

liche Wagner-Interpretin. Würdig schließt sich Herr W. Riechmann an, der als erster Bassist am Hostheatcr wirkt, der treffliche Sänger hat mehrfach am Königs. Opern« häufe zu Berlin, an der Hofoper in München, Karlsruhe, Mannheim, Wiesbaden gasttrt und ist namentlich bekannt geworden durch seine Gastspiele am Kroll'ichen Theater in Berlin, wo er mit Größen wie Sembrtch, Gerster, Mier-win-ki, Götze zusammen auftrat und die denkbar günstigste Aufnahme fand. Herr Georg Weber ist der Liebling des Darmstädter HofeS. de» dortigen Publikum- und der Preffe, derselbe war vorher drei Jahre am Weimar« scheu Hoflheater, welche- ihn ungern scheiden sah. Herr Kammersänger Baer ist gleichfalls eine geschätzte Kraft deS HoftheaterS und a!S vortrefflicher Wagner-Sänger von der Wiener Hofoper her rühmlichst bekannt. Hohen Kunstgenuß verspricht die Mitwirkung deS KammcrmufikuS und Harfen- virtuosen Herrn Wiedemann, die Harfe in künstlerischer Form geschlagen zu hören wird un» selten geboten, und der Ruf, der Herrn Wiedemann vorauSgeht, welcher England, Schweden, Norwegen und Rußland mit größtem Erfolg besucht, sicher» unS zu, daß dieser Genuß e>n ganz vollkommener sein wird. Hoffen wir, daß die Künstlerschaar, die durch Herrn Musikdirector Dr. Keifer (Clavier) verstärkt ist, einen recht großen und greifbaren Erfolg haben möge, lieber Preise verweisen wir auf da» heutige Inserat.

Herr W'lly Kruse, welcher unseren verehrltchen Lesern durch seine vorzüglichen Darbietungen im Rahmen deS Kruse- (eben Quartettes auf dem ConcerthauS Lahnstein besten» bekannt wurde, findet, wie Zeitungsberichte melden, in seiner neuen Stellung als Concertmeister am Sradttheater zu Halle überaus günstige Bcurtheilung seine- hervorragenden Könnens. Wir sind gewiß mit unseren Lesern eins, wenn wir Herrn Kruse zu diesem neuesten Erfolge Glück wünschen.

Die Leipziger Coucerlsäuger, hier seit Jahren bestens bekannt und für ihre vorzüglichen Leistungen stets mit reichem Beifall bedacht, veranstalten morgen Mittwoch einen humo­ristischen Abend in Steins Saalbau, auf welchen wir hierdurch besonders aufmerksam machen.

*Ma. Neue Güterhaltestelle. Die Königliche Eisenbahn- direction Caffel theilt der dortigen Handelskammer mit, daß die an der Strecke Treysa-Gießen liegende bisher nur dem Personen- und Gepäckverkehr dienende Station Nieder­walgern am 1. November d. I. auch für den Güterverkehr eröffnet werden wird. Die Beförderung von Sprengstoffen ist ausgeschloffen.

» Freisinniger Wahlverein. Am 5. November d. I., Abends 81/, Uhr, hält im RestaurantBavaria" der Freisinnige Wahlverein seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht außer ^Erstattung deS Rechenschafts­berichts und Neuwahl deS Vorstandes insbesondere die Stadtverordnetenwahl und die Nominirung der Candidaten hierzu.

Einbruchsdiebstahl. In verflossener Nacht wurde in einem GeschaftShause in der Westanlage ein Einbruchsdiebstahl verübt. Der Dieb ist durch Eindrücken einer Fensterscheibe in daS Comptoir gelangt, hat mittelst eines Beils, das er im Holzstall vorfand, den Kaffenschrank (ein Fabrikat deS Herrn Krogmann hier) zu sprengen versucht und hat, nachdem ihm dies nicht gelang, unter Mitnahme einiger Cigarren daS Gebäude wieder verlassen.

Freimarken zu zwei Mark sind so schreibt der Hamb. Corr." bei den Postämtern zwar vorhanden, dieselben dürfen jedoch an daS Publikum nicht abgegeben werden. AuS welchem Grunde, ist unerfindlich, da andere Marken Gattungen z. B. Wechselstempel bi» zu 15 Mk. dem Publikum zur freien Benutzung stehen. AuS kauf­männischen Kreisen find wiederholt Anträge gestellt worden, die Freimarken zu zwei Mark auch dem Publikum zugänglich zu machen, indem auf die daraus erwachsenden Bequemlich« ketten bei Frankirung schwerer Pakete hingewiesen wurde. Namentlich würde, da der kleinste Kaffenschein fünf Mark Werth hat, die freigegebene Marke zu zwei Mark ein sehr erwünschtes Zahlungsmittel bei Versendung von Geld- brieten fein.

♦♦ lieber Stellenvermittlung. Die BerufSgenoffenschaften der Frauen sollten, wie die der Männer, die Stellenvermittlung für ihre Mitglieder selbst in die Hand nehmen. Dadurch würden sie daS Standesbewußtsein unter ihnen heben. Freilich dürsten fie ihre Thätigkeit nicht auf einen kleinen Bezirk beschränken, sondern müßten sie über ein möglichst großes Gebiet auszudehnen suchen, wenn sie nennenSwerthe Erfolge erzielen wollen. Auch dürfen sie nicht zur Be- Schaffung der Mittel Wohlthätigkeit in Anspruch nehmen. DaS würde der Ehre des Stande» widersprechen. Aber wohl könnte die Stellenvermittlung derartig eingerichtet werden, daß ihre Mittel mit ihrer Thätigkeit wüchsen. Dann würde das Ziel, einmal allen Berufsgenossinnen durch die Stellenvermittlung zu dienen, doch nicht ganz unerreich­bar sein. Der Allgemeine deutsche Lehrerinnenverein hat seine stets wachsende Stellenvermittlung, deren Centralleitung sich in Leipzig, Pfaffendorfer Straße 17 befindet, auf diese Weise organifirt, und schon hat der HauSbeamtinnenverein nach seinem Vorbilde sowohl eine Centralstelle in Leipzig (Grasfistr. 33), wie Agenturen in zahlreichen Städten ge­gründet und gute Ersolge erzielt. Auch der Frauengewerbe­verein in Leipzig, Grasfistr. 33, sucht sich einer allgemein wohlorganifirten Stellenvermittlung für in kaufmännischen Geschäften Angestellte anzuschließen. Hoffentlich ist die Zeit nicht mehr fern, in der alle erwerbenden Frauen diesem Betsptele folgen. Je einmütiger die BerufSgenossinnen vorgehen, desto zuverlässiger wird auch ihre Stellenvermittlung werden.

nn. Darmstadt, 28. October. D ie Einweihungs­festlichkeiten der Neubauten der Technischen Hochschule. Unter der Aotheilnahme der gelammten hie­sigen Bevölkerung und in Gegenwart Seiner Königl. Hoheit

des Großherzog» und Ihrer Kgl. Hoheit der Großherzogin^, des Prinzen Wlihelm von Heffen, der Vertreter der staat- l'chen unö städtischen Behörden, der Abgesandten der Schwesteranstalten von Karlsruhe, Stuttgart, Dresden u. s. w. und der Lance-universität, des gesummten Lehrkörper- und der Studentenschaft, sowie zahlreicher sonstiger Ehrengäste fand heute Morgen um 12 Uhr die feierliche Etnwethung der neuerrichteten, prächtig auSgesührten Neubauten der hiesigen Technischen Hochschule statt. Die Stadt Darmstadt, sowie der hessi che Staat haben hiermit unter Aufbringung von großen Geld-Opfern der Technik, Kunst und Industrie unseres Batcr'.ande- ein Heim geschaffen, wie e- schöner unö zweckdienlicher wohl nirgends mehr zu finden fein dürste, und daS seinen Erbauern, den Profefforen Marx und Wagner alle Ehre mach:. Dank der regen Fürsorge dcS GroßherzogS Ludwig IV., wurden die Gebäude an einem Platz errichtet, wie er nicht beffer gedacht werden konnte und der für diesen Zweck al- geradezu ideal bezeichnet werden muß. Leider war es dem edlen Fürsten nicht ve>- gönnt, die Vollendung eine» Werkes zu erleben, dem er st-t» daS größte Jntereffe entgegengebracht hat. Nachdem am Sonntag Abend um 8 Uhr im städtischen Saalbau unter Anwesenheit der Staatsbehörden und Stadtverordneten, der Profefforen mit ihren Damen, sowie der Vertreter der deutschen technischen Hochschulen und der Universität Gieß«n, der Staatsbehörden und Deputationen von etubirenben der hiesigen technischen Hochschule eine festliche Vereinigung und Begrüßung seitens der Stadt Darmstadt stattgesunden hatte, versammelten sich heute Morgen um 10'/, Uhr vor dem Portal deS alten Hochschul-Gebäudes die gesammten Coro» und Burschenschaften, tue Chargieren der einzelnen CorpS und Verbindungen im vollen Wich» und zu Pferde, die Meister vom Baugewerbe, ehemalige und jetzige Studirende, die auswärtigen Studenten, Deputationen, sowie das ge» Jammte Profefforen-Collegium, um von der Stätte der seit­herigen Wirksamkeit Abschied zu nehmen. Der älteste Docrrt an der Anstalt, Profeffor Noack, richtete Worte des Danke» an die Stadtverwaltung, wobei er einen Rückblick auf die Entwickelung der Technischen Hochschule gab. Mit einem Glück auf im neuen Heim" übergab er die Schlüssel de­alten Gebäudes dem Beigeordneten Köhler, der fie mit den besten Wünschen für daS Blühen und Gedeihen der neuen Alma mater in Empfang nahm. Um 11 Uhr setzte sich ein imposanter Festzug, unter Vorantritt eine» Musik« corpS, nach den neuen Hochschul« Gebäuden in Bewegung. An der Spitze deS ZugeS schritten die Erbauer der Hochschule. Profeffor Wagner und Marx, umgeben von den bei hm Bau beschäftigten Künstlern und Bauleuten, sodann folgten die Vertreter der Stadt, die Profefforen, sowie die gesammte Studentenschaft mit ihren Bannern, die farbentragenden Korporationen In großem studentischem Wich», waS dem Zug ein farbenprächtiges Aussehen verlieh. Seitens der Stadt war auf Ausschmückung der Festzugöftraßen große Sorgfalt verwendet und auch viele Pllvatgebäudewaren mit Flaggen und Tannengrün geschmückt. Am Hauptgebäude der Hochschule angelangt, nahmen die Theilnehmer de- FestzngS vor dem Hauptporlal desselben Ausstellung. Auf zwei besonderen Tribünen neben der Freitreppe hatten Seine Großherzogliche Hoheit Prinz Wilhelm, Staatsminister Finger, Finanzminifter Weber, Geh. StaatSrath Knorr von Rosenroth, der Rector der Hochschule, Profeffor LepsiuS, die Erbauer der Hochschule, der Geh. Baurath von Weltzien, sowie die Ministerien und Hofstaaten, Mitglieder der ersten und -weiten Stänke- kammer, die Stadtverordneten und sonstigen ge­ladenen sich Gäste versammelt, während auf einer Tribüne, dem Hauptporlal gegenüber, die am Bau beteiligten Bauhandwerker und Künstler Platz genommen hatten. Punkt 12 Uhr fuhr Se. Königl. Hohelt der Großherzog, begleitet von dem Flügeladjutanten Frhr. v. Röder, am Haupteingong vor, von der illustren Festversammlung mit Hochrusen be« grüßt und begab sich zum Eingang der Hochschule. Der Leiter deS Baues des Hauptgebäude», Herr Geh. Baurath Profeffor Wagner, ergriff nunmehr daS Wort, um in längerer Rede einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Bauten zu geben, aus der wir entnehmen, daß 1893 mit denselben begonnen und dieselben bis zum heutigen Tag ohne besonderes Mißgeschick durchgesührt wurden. Besonderen Dank sprach er der einmütigen und tatkräftigen Mitwirkung der am Bau beteiligten Handwerker au». Hierauf übergab er den Schlüssel zur Hochschule dem Staatsminister Finger. Derselbe sprach in feiner Rede den Ständen den Dank au» für die Bewilligung der -um Bau erforderlichen Mittel, sowie dem trefflichen Förderer de» ganzen Werke-, dem ver­storbenen Großherzog Ludwig IV, an dessen Stelle nun dessen Sohn, unfer erhabener Großherzog Ernst Ludwig, die Durchsühruvg deS prächtigen Baues nach allen «rästen förderte. Er dankte ferner den Erbauern und den Werk leuten, mit deren und Gotte» Hilfe ein Bauwerk entstanden fei zur Ehre deS hessischen Staate» und zum Blühen und Gedeihen von Kunst und W-ffevschaft. Staatsminister Finger übergab hierauf, indem er noch Gotte» Segen für das Wachsen und Gedeihen der Anstalt erflehte, den Schlüffe! Sr. König!. Hoheit dem Großherzog, der ihn mit den Worten: Zum Wohle der Wissenschaft und zum Segen der Anstalt, an den Rector der Hochschule, Profeffor LepsiuS, mit dem Ersuchen um Orffnung deS Gebäude» überreichte. Mir den Worten: Gott segne unseren Eintritt in diese- Haus, erschloß Letzterer nunmehr das Portal und betraten als Erste der Großherzog und Prinz Wilhelm die neuen herrlichen Räume, worauf die Festtheilnehmer sich anschloffen. Bei hm sich anschließenden Festact, bei welchem Herr Profeffor LepsiuS die Festrede hielt, überreichte der Großherzog mit dem Wunsche, daß die Technische Hochschule wie bisher blühen und gedeihen möge, dem Rector Profeffor LepsiuS eine goldene AmtSkette, womit er denselben inoeftirte. Auch Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin traf später im Haupt- gebäude mit ihrem Hofstaat ein, um sich ebenfalls an der Besichtigung der Neubauten zu beteiligen, welche nur eint

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