Ausgabe 
30.8.1895
 
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richt aller Kinder. Die einzige Forderung der Katholiken laute auf dem Gebiete der Volksschule:konfessionelle Schule und nur confesfionelle Schule". Am Schluffe seiner Ausführungen trat Redner für eine Reform des Lehrplanes rin. Lauter Beifall begleitet feine Schlußworte. Sodann ergreift das Wort Gymoafiallehrer Dr. Orterer Eichstadt, um Über Umsturz in Wissenschaft und Schule zu sprechen. Die Katholiken müßten dafür Sorge tragen, daß in allen unseren Schulen ein wahrhaft christlicher Geist seinen Einzug halte. Die moderne Wissenschaft, welche vielfach die Socio- logie mit der Zoologie verwechsele, sei Umsturz in des Wortes vollster Bedeutung. ES gelte nicht allein zu be­kämpfen den Umsturz beim Proletariat, sondern auch den Umsturz im Salon. Redner schließt mir den Worten: Wir danken Gott, daß wir in der katholischen Kirche erzogen find, und nach dieser R'chrung hin mehr zu wirken vermögen, als andere Eonfesfionen. RetchSrarh Frhr. von Hertling verbreitet sich sodann über daS Thema:Der Papst und die römische Frage". Vor 25 Jahren sei ein Sturm der Ent­rüstung durch die katholische Welt gegangen, als ein Beweis dafür, daß auch im 19. Jahrhundert die religiöse Frage die H rzen am meisten bewegt. Der Papst sei heule nicht mehr Herr in Rom, er sei ein Gefangener in seinem Palast. Man könne ein Gefangener sein ohne Ketten und vergitterte Fenster, so beim Papst, der sein Gebiet nicht verlassen könne, ohne den Insulten des modernen Publikums ausgesetzt zu f'tn. Mögen auch hunderttausende von Votanten erklärt haben, Rom ist die Hauptstadt Italiens, wir sagen doch: Rom ist uvS Rom und der heilige Vater unser Oberhaupt geblieben. Der Papst muß frei sein, denn er kann als Souverän nicht der Untergebene eines weltlichen Herrschers fein, die territoriale Souveränität ist eine unabwendbare Nothwendigkeit für die Ausübung des PapstthumS. Dem Papst die territoriale Macht rauben, heißt, den Papst und die Kirche in die Katakomben zurückdrängen. Wir haben keine politische Macht, aber als eine Gewalt können wir uns fühlbar machen, das ist die öffentlich^ Meinung. Halten wir fest an dem heiligen Glauben und der Sieg der Kirche, der Sieg im Lager des Papstes, wird uns sicher sein. (Brau­sender Beifall).

München, 28. August. Katholikentag. Heute Vor­mittag fand die dritte geschlossene Generalversammlung statt. Domcapitular Stigloher berichtet über die Berathuagen des Ausschusses für Mission und christliche Charitas. Eine Reihe von Anträgen auf Förderung der verschiedenen Missions- Vereine wurden angenommen, ebenso ein Antrag LingenS auf volle Freiheit der Ordensthätigkeit. Sodann berichtete i^eneralsecretär Hille»Berlin über die Verhandlungen des Ausschusses für die sociale Frage. Im Anschluß hieran wurden Anträge angenommen, betreffend Erweiterung der Sonntagsruhe für die Soldaten, Abschaffung des Duells, Herstellung billiger Arbeiterwohnungen, Förderung der MäßigkeitSbeftrebungen. Schließlich referirte Juftizrath CustodtS - Köln über die Berathungen des AusschuffeS für BereinSwesen. Als Ort der nächstjährigen General­versammlung wurde Dortmund gewählt.

Wien, 28. August. DiePolit. Corr." erfährt auS Konstantinopel, die Regierungen von England, Frankreich und Rußland hätten beschlossen, daß, nachdem die Antwort der Pforte auf die von den genannten Regierungen in der armenischen Frage eingeleitete Action für ungenügend befunden und die Entsendung Schaktr-PaschaS nicht zur Kenntntß genommen wurde, nunmehr auf stricte Durchführung des § 61 des Berliner Vertrages energisch zu bestehen sei. Wegen diesbezüglicher Schritte sollen bereits Verhandlungen eingeleitet sein.

vrüx, 28. August. In der Bahnhofstraße hat sich eine neue Erdrinne gebildet, durch welche die Bevölkerung wieder stark beunruhigt ist.

Florenz, 28. August. Hier wurden wiederum mehrere Verhaftungen, darunter solche hochstehender Persönlich­keiten, vorgenommen, die unter dem Verdacht stehen, einer Falschmünzerbande anzugehören. Eine Werkstatt ist bisher nicht entdeckt worden. Die Verbreitung von falschen 100 Lire-Noten der Nationalbank, die täuschend nachgeahmt find, dauert fort.

Paris, 28. August. Die großen Manöver, welche in den Ostprovinzen stattfinden, sind die größten und wich­tigsten seit langer Zett. Vier Armeecorps nehmen daran Theil.

Paris, 28. August. AuS Maubeuge wird gemeldet, daß daselbst ein gewisser de Grands, Handlungsgehilfe aus London, verhaftet wurde. Derselbe wurde dabei überrascht, als er Auskunft über die Verproviantirung der FortS zu erhalten suchte. Die Militärbehörde hat den Verhafteten unter Anklage deS Spionageversuchs gestellt.

London, 28. August. In Milttärkreisen herrscht große Erregung. Die letzten Manöver sollen nämlich bewiesen haben, daß der weitaus größte Theil der englischen Infanterie nicht marsch fähig war. Eine diesbezügliche Interpellation soll demnächst im Unterhause eingebracht werden.

Belgrad, 28. August. Aus der Station Rakonitza, wo gerade Kirchweihfest war, überfuhr der Orientexpreß, zug mehrere Personen. Ein Gendarm wurde getödtet- drei Personen sind tödtlich verletzt.

E. AlSfeld, 29. August. (Privat - Depesche.) Seine Königliche Hoheit der Großherzog traf kurz nach 11 Uhr vormittags hier ein. Nachdem er die Front der aufgestellten 860 KriegervereinSmitglieder abgeschritten, besuchte er die Ausstellung, woselbst er eine Stunde verweilte. Restaurateur Reinhold credenzte Sr. Königl. Hoheit Gießener Actienbier.

WB. Berlin , 29. August. DaS Torpedoboot 8 41 ist gestern in der Nordsee gekentert und untergegangen. Dabei ertranken Oberfeuermeister Reichenberg, Oberfeuer- meisterSmaar Plümm, FeuermeisterSmaat Krüger, Ober­matrosen Urban, Allerkawp, Oberheizer Wiese, Bätzel,

Matrosen Bruckwitzkt, Hannemann, Kurscheit, Schmidt, Heizer Pohle, Wimmer-.

Der Krieg von 187Ö|71,

geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit.

(Nachdruck verboten.) 30. August.

Nach osficiellen telegraphischen Nachrichten ist am 29. August Mac Mahon von der Armee deS Kronprinzen von Sachsen mit dem 4., 12. (sächsischen) und einem baye­rischen CorpS geschlagen und von Beaumont bis Mouzon zurückgedrängt- 12 Geschütze, ewige Tausend Gefangene und viel Material gerieth in unsere Hände. Verluste mäßig.

Zu den erfreulichsten Erscheinungen deS gegenwärtigen großartigen Krieges gehört auch die wirklich wunderbare Einigkeit, ja, selbst herzliche Kameradschaftlichkeit, welche stetS alle Truppen ohne Ausnahme, Preußen, Bayern, Württem­berger, Badener, gegen einander beweisen. Wer früher bayerische und preußische Truppen in einer Garnison zu­sammen sah, z. B. in Frankfurt a. M., dem konnte eS nicht entgehen, daß stets eine gewisse Spannung zwischen ihnen herrschte, und 1866 haben unter allen sich gegeaüberftehenden Feinden vielleicht die Bayern und Preußen sich am erbittertsten geschlagen. Jetzt ist'daS gerade Gegentheil eingetreten Von allen Kameraden find besonders die Bayern und Preußen stets die besten zusammen, die auch keine Gelegenheit vorüber­gehen lassen, ihre Brüderlichkeit recht sichtbar zu zeigen. Wickede erzählt in Bezug darauf: So sah ich, daß preußische Infanteristen mühsam Wasser herbeischleppien, um bayerischen CheveauxlegerS beim Tränken ihrer Pferde zu helfen, und wieder theilen die bayerischen Soldaten gewiß ihren letzten Trunk aus der Feldflasche und ihren spärlichen Tabak im Tabaksbeutel mit den Preußen. Eine höchst komische Scene war es, als Soldaten vom 18. preußischen Regiment, ge­borene Polen, die etwas angehettert waren und nun, wie eS der Pole liebt, wenn er viel getrunken hat, ihre Freude durch Küssen zu bezeugen, sich recht herzhaft mit bayerischen Jägern, lauter stämmigen Alt Bayern, abschmatzten und um­armten. Später spielte ein Pole auf dem Dudelsack, den er Gott weiß wo aufgetrieben hatte, und Polen und Bayern tanzten nun Fran-aise auf daS Lebhafteste miteinander. Und so ist eS überall, Bayern, Württemberger, Preußen, Badener, kurz, alle Soldaten der Südarmce sind ein Herz und eine Seele und auch noch nicht die mindeste Unordnung ist zwischen ihnen vorgekommen.

Die Gießener Industrie auf der Alsfelder Ausstellung.

(Origtnalbericht für denGießener Anzeiger".) III.

Gehen wir jetzt Vom Schulhofe aus in daS alte Real­schulgebäude, in dessen zu ebener Erde gelegene Räume der Buchhandel und die vervielfältigenden Künste untergebracht sind. Einen hervorragenden Platz nimmt hier die Verlags­buchhandlung von Emil Roth ein. Die Wandflächen sind mit geographischen Karten für den Anschauungsunterricht bedeckt, Bücher und Broschüren, die im Roth'schen Verlag erschienen find. AlbumS oder Maphen, enthaltend Lichtdruck- Reproductionen in Photographie-Manier füllen einen etagen­artigen Aufbau und entspricht daS gut wirkende Arrangement der Bedeutung dieser Firma voll und ganz.

Hier in diesem Gebäude hat auch die Brühl'sche Druckerei mit ihren Erzeugnissen Unterkunft gefunden. In zahlreichen Original-Platten wird die eigene Stereo­typie, Galvanoplastik, die Monogramm- und Siegel- Prägerei veranschaulicht^ besonders werden die sauber her­gestellten Papiermatritzen, mittelst deren die Platten verfertigt werden, von dem Laienpublikum bewundert. Aus­gestellte Druckarbeiten aller Art, welche auch im Haupt­ausstellungsgebäude, eine Treppe hoch, von der Hof- und Univ ersit ätS-Druckerei, Curt von Münchow, ausgestellt find, liefern den Beweis, daß Gießen in diesem Zweige der ErwerbSthätigkeit auf der Höhe steht und die Concurrenz der größeren Städte keines Falls zu scheuen hat.

Buchbindermeister Richter veranschaulicht sein Können an zwei Bänden der Dorischen Prachtbibel, welche in Sasfianleder gebunden, mit Metallecken und Auflagen aus- gestattet und Goldschnitt versehen find. Außer mehreren kleineren Einbänden, die mit ihren Pressungen von gutem Geschmack zeugen, ist eS besonders noch ein in dunkelgrünem Plüsch gefertigter Schmuckkasten, der im Innern mit matt­rosa Seide gefüttert ist, welcher besonders Beachtung verdient.

Nun betreten wir den unteren Raum der neuen Real- chule, in dem Schlossermeifter Wilhelm Ziegler einen eisernen Geldschrank zur Ausstellung bringt, dessen Construction trotz des darauf bemerkten billigen Preises äußerst solid ausgeführt ist.

Die eine ganze Breitseite des Turnsaales nimmt die Firma F. Krogmann mit einer ganzen Serie feuerfester und diebessicherer eiserner Geldschränke in allen Größen ein. Hier findet man Behälter, die für Millionen berechnet sind, aber auch der Mann, der nur über Tausende gebietet, kann sich das für ihn Passende heraussuchen. Selbst für den ganz kleinen Capitalisten ist bestens Vorsorge getroffen. Eiserne Rafettcn in der verschiedensten Construction und inneren Eintheilung finden sich vor. Dieser Zweig der Gießener Industrie ist durch die Firma F. Krogmann vorzüglich und ihrer Bedeutung würdig in Alsfeld vertreten.

Man sollte nun meinen, wer einen solchen Schätze­bewahrer erworben, der könnte ruhig schlafen, damit er aber auch ganz ruhig sich Abends ins Bett legen kann, find an mehreren Krogmann'ichen Schränken die F. Baumann'fchen Lärm-Apparate angebracht und ist es besonders deren von Zeit zu Zeit hörbares Geläute, welches ein zahlreiches Publikum hier zufammenlockt.

Im unteren Stock der neuen Realschule hat auch Photo­graph PH. Uhl in künstlerischer Vollendung Porrrait-Gruppen und Genrebilder in elegantem, geschmackvollen Arrangement

zur Schau gestellt. Zwei große Photographien sind eS br* 'ovderS, bic^ die AusnellungSbefucher fesseln, erstens die des Festausschusses des 22. mittelrheinischen Turnfeste- vor ber Fefthalle, welches in Gießen ja allgemein bekannt ist und zweitens bie Aufnahme des CorpSHasfia" vor dessen CorpShauS anläßlich des 50jährigen Stiftung-festes dies-4 CorpS. Ferner ist als besondere künstlerische Leistung ttne Vergrößerung in Lebensgröße daS Portrait deS verstorbenen MedicinalrathS Professor "Dr. Werner, in Platin auS- geführt, zu betrachten. Außerdem find noch weiter eine Menge Platinbilder verschiedenen Formats ausgestellt, die technisch und künstlerisch vollendet zu nennen find.

Begeben wir unS in dem Gebäude eine Treppe hoch, wo bte Möbelschreinerei ihre Erzeugnisse zur Anschauung bringt. Die Möbelfabrik von Wilh. Reiber bat hier in pompösester Weise ihr Leisten und Können gezeigt. Ein Speisezimmer, stylgerecht in deutscher Renaissance, tn antik Eichenholz ausgeführt, ist betreffs seiner Gesammt- Wirkung blendend. DaS Prunkstück in diesem Raum ist da­mit reichem und gediegenem Schnitzwerk ouSgestattete Buffet, woran sich diesem ebenbürtig der prächtige, mit persischen Teppichen bezogene Divan anschließt. Der gediegen ge­arbeitete, 16 bis 18 Personen bequem Raum gewährende Der Tisch ist von mit gepreßtem Leder bezogenen Stühlen umgeben, ein geschmackyoller Credenz- und ein Serviert sch vervollständigen das hochvornehme Mobiliar. Um ben ganzen Raum zu beleben und daS Ouadrat des SchulraumeS zweckentsprechend herzunchten, hat der Aussteller eS ver­standen, in sehr origineller, vorzüglich wirkender Weise einen Erker herzurichten, wodurch der ganze Raum an­heimelnd und gemüthllch auf den Beschauer wirkt. Dieser Eindruck wird noch erhöht durch die in ihrer Zeichnung künstlerisch gestalteten Gobelins. Die Wände und Möbel find mit Zierrathen aller Art verziert, welche die Firma Bach am SelterSweg geliefert hat. Ein zweiter Raum bildet ein Schlafgemach in englischem Styl. Ein pracht­

voller, in creme und blau gehaltener Himmel überwölbt, kunstvoll arrangirt, zwei hübsche Betten. Ein eigen­artig componineS Möbel (Sptegelschrank) vereinigt sehr ge­schickt einen Aufbewahrer für Kleider und Wäsche und bildet gleichzeitig eine Commode. Diese Bereinigung ist originell und practisch zugleich glücklich durchgeführt. Eine Waschtoi­lette und zwei Nachttische mit mattrosa Marmorplatten und hierzu paffenden Porzellangeschirren find auf da» eleganteste wirkend gestaltet. Ein vornehm mit Stoff bropirter Toiletten­tisch mit Spiegel giebt bem Ganzen eine Abwechselung. Der ganze Raum beS Schlafzimmers ist faltig, mit himmel­blauem Stoff brapirt, von bem sich, ben in Eichenholz mit Vogelahorn eingelegt gefertigten Möbeln entsprechend. Fenstervorhänge abheben. Die Firma Wilh. Reiber hat sämmtliche ausgestellte Möbel, auch beten Polsterung, in eigener Werkstatt gefertigt unb bamit bewiesen, daß sie Meister in ftylgerechten Wohnungseinrichtungen auch für den verfeinertsten Geschmack ist. Auf daS Speisezimmer mit feiner ganzen Einrichtung soll übrigens das VerloofungS- Cornits reflectiren und kann man bem eventuellen glücklichen Gewinner schon im Voraus dazu gratuliren.

Coceks unt protrifajWCk#,

Gießen, den 29. August 1895

* * Seine Königliche Hoheit ber Großherzog pafsirte heute Vormittag 10 Uhr aus der Reise nach AlSfeld mit kurzen» Aufenthalt die hiesige Station.

* * Ernennung Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog baden Allergnädigft geruht, den praktischen Arzt Dr. Ernst Walger auS Pfungstadt zum KreiSasfistenzarzt für die Kreise Schotten unb Bübingen mit bem Amtssitze zu Gedern zu ernennen.

Dedicatiou. Wie mir erst heute erfahren, wurde am letzten Montag Herrn Geh. Hofrath Dr. Oticken von einer Deputation seiner früherrn und gegenwärtigen Schüler rin prachtvolles Album mit den Photogrophieen der Schüler überreicht. Die Anregung zu dieser Ehrung ging auS vor» den Herren Professor Dr. Mangold in Berlin, Dr. Han- Heim in Darmstadt, Dr. Bernbeck in Bingen und stud. Geißler in Gießen. Der aus oxydirtcm Silber gearbeitete, reich mir Allegorien gezierte Deckel deS AlbumS trägt die Widmung: Ihrem hochverdienten Lehrer, Herrn Geh. Hofrath Professor Dr. Oncken, auS Anlaß feine? 25 jährigen segensreichen akademischen Thätigkeit an der alma mater Ludoviciana in treuer Dankbarkeit gewidmet von seinen Schülern."

* * Zur Ausstellung nach AlSfeld fuhren heute mit dem 8 Uhr Zuge mindestens 300 Personen von Gießen auS.

* * Manöver. Heute Morgen 7 Uhr 20 Min. verließ ein Theil unserer Garnison in 24 Wagen den Bahnhof, um nach Darmstadt zu fahren. Der Rest fuhr 8 Uhr 45 Min. in 41 Wagen dahin ab. Die Verladung geschah in circa 12 Minuten.

* Don ber Kaiferparabe ber 116 er, wird vomMainzer Anz." berichtet, daß unser Regiment am besten den Vorbei­marsch auöführte. Genannte- Blatt schreibt:Der Vorbeimarsch im weichen Flugsandboden deS großen SandeS war meistens ein guter, am Besten aber wohl ber beS Regi­ments 116, baS, frisch vorwärts gehend, am Defilirpunkt allen Compagnien gradlinig abschnitt. Dabei war bfff Gießener116 em" unser Sandboden ein vollständig gewohntes Terrain. Wie dieses Regiment an bie Reihe des Vorbeimarsches kam, sprengte der Kaiser daraus zu und stellte sich hinter der Musik vor die erste Compagnie, zog den Degen und führte die erste Compagnie seine- Regiment» dem Großherzoge vor. Am Defilirpunkt ritt er zum Groß- Herzog unb nahm, als daS ganze Regiment vorbeimarfchirt war, an seiner linken Seite Platz." DerM A." «eitet weiter:Zwischen dem ersten und zweiten Vorbeimarsch be­merkte man, daß der Kaiser dem Großherzog etroaß An­genehmes gesagt haben mußte, denn Letzterer verneigte sich mehrmals mit militärischem Gruß gegen den Kaiser und