— Der Senat von Hamburg hat in einer amtlichen I Kundgebung der Einwohnerschaft den Dank des Kaisers! für die ihm in Hamburg gewordene Aufnahme, sowie daS Bedauern der Kaiserin, daß sie den Hamburger Festlichkeiten nicht beiwohnen konnte, übermittelt. Der Senat seinerseits dankt der Bevölkerung der Stadt für ihre während des Kaisertages bekundete ausgezeichnete Haltung.
* Ms. Kassel, 28. Juni. In dem benachbarten Ober- kau fung en eretgnetefich gestern ein schrecklicher Unglücksfall. Der ArbeiterLin g e, welcher auf einer dortigen Fabrik an der Kreissäge beschäftigt war, kam auf eine merkwürdige Weise ums Leben. Die Kreissäge schlug nämlich eine Latte mit solcher Wucht zurück, daß Linge, vor den Kopf getroffen, sofort tobt zusammenstürzte.
*Ms. Aus dem Werrathale, 28. Juni. Eine wirthschaftliche Maßregel von großer Tragweite vollzieht sich hier im mittleren Werrathale, indem die Grundbesitzer in den Dörfern bei Allendorf, Witzenhausen, Eschwege rc. in viellen Fällen, anstatt wie bisher Zuckerrüben, Tabakanpflanzen, weil ihnen der Tabaksbau einen erheblich höheren Ertrag verspricht, als der Bau von Zuckerrüben. Dadurch mehren sich die Anpflanzungen von Tabak in recht vielversprechender Weise in Hessen.
*Ms. Fulda, 27. Juni. Der provisorische Billetabnehmer auf dem hiesigen Frankfurt - Bebraer Bahnhof, Hein r. Wagener, ging gestern Abend mit einem Bekannten zur Fulda, um zu baden. Obwohl des Schwimmens nicht kundig, wagte er sich zu weit in den Fluß hinein gerade an solche Stellen, die von der Polizei verboten sind, zu benutzen. Der Fluß ist dort nämlich stellenweise 4 Meter tief. Kaum war Wagener ins Waffer gestiegen, als er mit jähem Aufschrei versank und nicht wieder zum Vorschein kam. Alle Rettungsversuche waren vergeblich.
* Berlin, ^4. Juni. Durch den Mißgriff eines Arztes bei Anwendung einer Einspritzung hat ein Provinziale sein Augenlicht verloren. Der Unglückliche, der aus Czarnikau gebürtig ist, consultirte wegen eines Augenleidens einen dort wohnenden practischen Arzt, der ihm ein Augen- waffer verordnete, das mittelst einer kleinen Spritze den kranken Theilen zugeführt werden sollte. Um nun seinen Patienten in der Handhabung der Spritze zu unterweisen, wollte der Arzt die erste Einspritzung selbst bewirken. Hierbei verwechselte er aber das Augenwaffer mit einem daneben stehenden Fläschchen Carbolsäure und spritzte dem Unglücklichen die ätzende Flüssigkeit in beide Augen, so daß derselbe augenblicklich erblindete. Da die sofort angewandten Gegenmittel ihre Wirkung versagten, hat sich der Bedauernswerthe hierher begeben- doch erscheint es nach Ausspruch der Aerzte sehr fraglich, ob er jemals wieder sein volles Sehvermögen erhalten wird.
* Düffeldorf, 28. Juni. Vom Schwurgericht wurde die Frau des Werkmeisters Heep, die ihren 10jährigen Stiefsohn in unmenschlicher Weise zu Tode mißhandelt hatte, zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt.
Technische Fortschritte.
— Thonfigrrre« galdanisch z« überziehe«. Will man ungebrannten Tdon galvanisch mit einer Metallschtcht überziehen, so muß diesem vorerst die Eigenschaft genommen werden, Flüssigkeiten anzuziehen. Es geschieht dies am besten durch Wasserglas oder eine Kautschuklösung. Nach vollständigem Trocknen wird der Gegenstand durch Ueberbürsten mit Graphtipulver leitend gemacht und alsdann in ein saures Kupserbad gebracht (Kupfervttriollösung mit 10pCt. Schwefelsäure). In diesem Kupferbade bleibt das Stück, bis der Kupferniederschlag die genügende Stärke hat. Diese Kupferschicht kann nun beliebig entweder so bleiben, vernickelt oder in Cyanbäderv versilbert oder vergoldet werden.
- »-«es praktisches Verfahre«, «m GipSgutz zv polire«. Ein sehr einfaches Verfahren, Gipsguß polttursähig zu machen, ohne ihn, wie es früher geschehen mußte, erst mit einem Grunde überziehen und mehrfach naß abschleifen zu müssen, hat Richard Völker in München erfunden. Der Gips erhält einfach in trockenem Zustande einen kleinen Zusatz von Graphit oder Talkum und zwar im Verhältniß von 100 zu 4 und wird dann wie gewöhnlich mit Wasser angemacht, in die Form gegoffen und getrocknet. Danach kann er gefärbt werden und läßt sich mit dem Reibholz, Polirftahl oder Achat poliren. In der Auswahl der Farbe ist man nicht beschränkt, es kann Tempera, Leimfarbe, Goldbrovce, Aluminium u. a. sein. Um die Geschmeidigkeit zu erhöhen, kann man Kreide zusetzen, die Härte wird durch Harzöl vermehrt, und um ihn trocken zu falten, dient Carbolpulver.
— Stempelkissen a«S Kork. Nach „Ackermanns Gew.-Z." stellt man jetzt Stempelkissen her, bei denen das Farbpolster durch eine Korkplatte ersetzt ist. Der sehr glatt geschnittene Kork saugt die Stempelfarbe gut auf und hält diese in feiner Vertheilung fest. Als Vortheile dieser Neuerung werden genannt: geringe Abnutzung der Stempel und sehr scharfe Abdrücke, da nur die eigentliche Druckfläche mit Farbe benetzt wird.
Citerofur und Annft.
— Grundzüge der Briefma»kenk«nde und des Briesmarkensammelns von Victor Suppantschitsch. Mit dem Porträt Rowland Hills und 7 in den Text gedruckten Abbildungen. In Original-Leinenband 3 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Während das Sammeln von Postwerthzeichen früher nur als eine Spielerei angesehen wurde, mit welcher sich lediglich Kinder beschäftigten, ist, besonders im letzten Jahrzehnt und nachdem sich insbesondere gereifte Männer eingehend mit demselben befaßt haben, ein vollkommener Umschwung in dieser Beziehung eingetreten. Es wird nicht mehr nur gesammelt, sondern es hat sich ein ernstes Studium entwickelt, dem sich tausende von Männern aus allen Berufsklassen widmen und dem täglich neue und begeisterte Anhänger zuftrömen. Wenn auch bisher einige Leitfäden der Brtef- markenkunde (Philatelie) erschienen sind, so fehlte es doch an einem Lehrbuch, in welchem alles Wissenswerthe auf diesem Sammelgebiete »u finden ist. Ein solches Buch liegt nun vor uns, und der Name des Verfassers, der in philatelistischen Kreisen einen guten Klang hat, gibt genügende Bürgschaft dafür, daß auch etwas wirklich Gediegenes geschaffen worden ist. Der zu bewältigende Stoff ist vom Verfasser in drei Abschnitten behandelt worden, deren erster: Die Lehre von den Postwerthzeichen, deren zweiter: Die Lehre vom Sammeln der Postwerthzeichen (Philatelie) und deren dritter: Die Geschichte der Philatelie mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands umfaßt. Es würde zu wett führen, bier all die einzelnen Capltel zu erwähnen, welche in diesen dr.i Theilen Berückstchligung gefunden haben; es genüge darauf hinzuweisen, daß Derjenige, der sich mit Ernst dem Studium der Philatelie hingeben will, in dem Buche alles finden wird, worüber er Aufklärung wünschen dürfte und daß auch Derjenige, welcher der Philatelie bisher scepttsch gegenüber gestanden hat, durch daS in dem Buche Entwickelte zu einer
Feuilleton.
Ein Heilmittel gegen Krebs entdeckt!
Von Dr. Otto Gotthilf.
(Nachdruck verboten.)
In allen Kreisen der Bevölkerung, von der Hütte bis zum Thron, hat die furchtbare Krebskrankheit schon ihre Opfer gefordert. Noch ist in Aller Gedächtniß das traurige Jahr 1888, wo Kaiser Friedrich nach unsäglichen Leiden von dieser gräßlichen Krankheit dahingerafft wurde. Das echt christlich- demüthige Kaiserwort: „Lerne leiben, ohne zu klagen!" ist damals auf dem schmerzvollen Krankenlager entstanden. Vergebens bemühten sich die Koryphäen der medizinischen Wissenschaft, die Leiden zu lindern oder der unheimlich gleichmäßig fortschreitenden Krankheit Einhalt zn thun. Menschliches Wissen und menschliche Kunst erwiesen sich, wie stets gegen Krebs, ganz ohnmächtig. Denn wie vor tausend Jahren, so sind auch heute noch alle Aerzte der Ansicht, daß unter den sogenannten unheilbaren Krankheiten der Krebs (Carcinom) obenan steht. Professor Billroth sagt, daß er die zahllosen angeblichen Krebsheilmittel vergebens geprüft habe, „die Resultate waren so durchaus negativ, daß nicht einmal eine Veröffentlichung der methodisch ausgesührten Kuren der Mühe verlohnte !" Er fügt dann hinzu: „In den Perioden der Unheilbarkeit stehe ich keinen Moment an, den Wünschen der Patienten oder ihrer Angehörigen nach allerlei Kuren mit „Wundermitteln" nachzugeben. Eine Wirkung sah ich bisher nie. Dem Arzte bleibt nur eine Aufgabe: zu trösten und die unsäglichen Leiden der Kranken zu lindern. Solche Patienten zum Essen zu quälen oder stärkende Mittel zu geben, hat keinen Sinn. Man lasse sie schlafen, schlafen, schlafen!" In diesen Worten Billroths spricht sich die ganze Ohnmacht der medizinischen Behandlung in betrübender Weise aus. Ja, die 6e» deutendsten Aerzte glaubten sogar für alle Zukunft daran ver^ zweifeln zu müssen, daß je ein Heilmittel gegen Krebs gefunden werden könnte. Professor Gusserow (Berlin) sagt: „Für immer sind in der wissenschaftlichen Medizin die Zeiten vorüber, wo wir nach specifischen Mitteln gegen die krebsigen Affectionen suchten." Alle abwehrenden Streiche gegen diesen furchtbaren Feind, gegen diesen Würgeengel der Menschheit, trafen stets in die Luft, und allgemach erlahmte die kampfes- muthige Hand im vergeblichen Ringen. Diese Zeit der ärztlichen Ohlimacht war denn auch die Blütheperiode unzähliger „ganz unfehlbarer" Heilmittel, welche von Kurpfuschern als Panaceen, als Radicalmittel gepriesen wurden. Aber immer von Neuem rüttelte der unerbittliche Feind die Aerzte auf zu neuem Kampfe, zur Verbesserung ihrer Kampfesweise, zur Schärfung ihrer Waffen. Da ist es nun endlich zwei deutschen Forschern, Professor Emmerich und Dr. H. Scholl, gelungen,
dem Feinde das Visir zu öffnen, und mit neuer Kampfes- freudigkeit sind die Gemüther aller Aerzte erfüllt.
Wohl hatte sich in der Behandlung des Krebses 'm Laufe der letzten 50 Jahre bisweilen ein Wetterleuchte, gezeigt, welches durch vereinzelte Hoffnungsstrahlen auch dieses noch ganz umnachtete Gebiet vorübergehend erhellte. Französische, englische und deutsche Forscher berichteten in den letzten De- cenrien über merkwürdig rasche Heilung von Krebs oder anderen Geschwülsten (Sarkomen), wenn dabei noch eine andere Krankheit, nämlich Rothlauf (Rose, Erysipel), auftrat. Auf dieser Grundlage bauten Emmerich und Scholl weiter, um nach jahrelangen Mühen endlich zu einer rationellen Heilmethode zu gelangen. Im Jahre 1886 stellte Professor Emmerich fest, daß Thiere, welche an Krebs oder auch an Milzbrand, dieser furchtbaren, oft in 24 Stunden tödtlich verlaufenden Krankheit, litten, durch Einimpfung von Rothlaufbacterfi n geheilt wurden. Emmerich fand ferner, daß die Rothlaufbacterien im Blute gewisse Veränderungen verursachen, welche den Milzbrand- bazillen die weitere Existenz unmöglich machen. Wir können uns dies durch folgenden Vergleich klar machen: Viele Pflanzen gedeihen nur auf bestimmtem Boden, d. h. wenn der Boden die zu ihrem Wachsthum uöthigen Stoffe enthält, sonst ve, kümmern sie und sterben ab. So verhält es sich auch mit den kleinsten pflanzlichen Gebilden, den Mikroorganismen (Bacterien, Bazillen), welche auf ihrem Nährboden, int Blute nämlich, nur dann gedeihen, wenn sich darin die für sie nöth gen Nährstoffe vorfinden. Die Rothlaufbacterien entziehen nun gewiß dem Blute diese Stoffe oder erzeugen sogar für Milzbrand- und Krebsbazillen giftige Substanzen, weshalb diese alsbald absterben. Durch Hunderte von Versuchen wurde festgestellt, daß Blut von Thieren, welche mit Rothlaufbacterien geimpft waren, die Krebsbazillen zu Grunde richtete, also heilende Wirkung auf Krebs ausübte. Derjenige Bestandtheil des Blutes aber, an welchem diese heilende Eigenschaft haftet, ist — ebenso wie bei dem Diphtheritisheilmittel — das Serum, weshalb man diese Heilmethode (Therapie) die Serum-Therapie nennt Was ist nun Serum? Wenn wir eine kleine Wunde haben, so gerinnen alsbald in dem aus derselben tretenden Blute die Faserstoffe zu einem Schorf, und es bleibt eine durchscheinende, Helle Flüssigkeit übrig: das Serum. Von dem Blute der mit Rothlauf geimpften Thiere wurde nun das Serum ab= gesondert und von den darin befindlichen Rothlaufbacterien durch Filtriren befreit- das erwies sich dann in der That als „Krebs- Heilserum". Zahlreiche, jahrelange Versuche, welche Professor Emmerich und Dr. Scholl in Verbindung mit Professor Tsnboi und Dr. M o st ausführten, bestätigten dies zur Genüge. Dabei zeigte sich als besonders wirksam das Blutserum von Schafen, weit weniger dagegen von Kaninchen. Die Bereitungsweise des Krebsheilserums ist übrigens viel umständlicher, als die des Diphtherieheilserums. Es müssen zahlreiche Vorsichtsmaßregeln beobachtet, es dürfen nur ganz be-
I tmb besseren Ansicht über da« Wesen derselben gelange^ I wird. Wir zweifeln nicht, daß der Wunsch des Herrn Verfassers, „daß sich das Buch den Beifall der Briefmarkensammler erringen möge', voll und ganz in Erfüllung gehen wird.
_ , —, 3m Verlage der Konigl. Hosbuchdruckerei Trowitzsch u. Sohn In Frankfurt a. O. ist erschsinen und durch jede Buchhandlung, wie gegen Einsendung von 90 Psg. porlofret durch die Verlagsbuchhandlung selb» zu beziehen: Allerlei Nützliche Garien- Jnseete«. Neu durchgesehener und vermehrter Sonderabdruck aus dem „Praktischen Rathgeber im Obst- und Gartenbau" von Heinrich Freiherrn von Schilling. Mit einer Farbentafel und 29 Holzschnitten nach Zeichnungen des Verfassers. Preis 80 Pfg. Pflicht jedes Gartenfreundes, der seine Pflanzen lieb hat, ist es, sie zu schützen vor dem großen Heere von Schädlmgen, von denen ihnen, besonders unserem Obstbaue, Gefahren drohen. Der Kampf muß auf doppelte Weise geführt werden: einmal durch directe Bekämpfung der Schädlinge — und dieser Kampf bildet den Inhalt des von dem Herrn Verfasser früher herausgegebenen Werkes „Die Schädlinge des Obst- und Weinbaus." — Dann aber durch Pflege und Unterstützung der Lebewesen, die unsere Bundesgenossen sind im Kampfe gegen die Schädlinge, besonders der Vögel und gewißer nützlicher Garteninsecten. Als die Kunftbeilage und die sie erklärenden Aufsätze des Herrn Verfassers im vorigen Jahre im praktischen Rathgeber erschienen, erregten sie das größte Interesse der Gartenfreunde und allgemein wurde der Wunsch nach einem Sonder- abdruck laut. Der Herr Verfasser ist diesem Wunsche jetzt in erweiterter Form nachgekommen. Die Kenntniß gerade der Jnsecten und ihrer Bedeutung im Reiche der Natur ist in den weiteren Kreisen unseres Volkes sehr gering - schädliche Jnsecten werden unterstützt, die nützlichsten, wie der Ohrwurm, die Baumwanzen, die Laufkäfer aus Unkenntniß vernichtet. Möge das Buch dazu beitragen, diese Vorurtheile zu zerstören, zum Segen unseres deutschen Gartenbaues!
_ n ~ Eltern und Erzieher sowie Studirende seien auf das in 6. Auflage im Verlag von Gustav Fock in Leipzig erschienene, 275 Setten umfassende Werk: .Die Stipendien an de« dentschen Universitäten. Ein Handbuch für Studirende. Mit einem Anhang: Das studentische Leben in Deutschland, Oesterreich, der Schweiz, Rußland und Frankreich nebst einer Anleitung und Formularen zu Bewerbungsschreiben aller Art. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und herausgegebm von einem Universitäts-Beamten" hiermit aufmerksam gemacht. Dieses allen Interessenten warm zu empfehlende Handbuch enthält ein Verzeichniß aller bekannten Stipendien und Studienstiftungen der deutschen Universitäten nebst Angabe der Bestimmungen zu deren Erlangung, Adressen der dieselben vergebenden Curatoren rc. Für diejenigen Studtrenden und künftigen Studtren- den, welche auf den Genuß von Stipendien zur Ermöglichung ihrer Studien angewiesen sind, ist es cmpfehlenswerth, sich stets frühzeitig über die bestehenden Stipendien und Stiftungen zu orienttren und nicht damit bis zum Beginn der Semester zu warten, da sonst häufig den Bewerbern ein „zu spät" entgegen gehalten wird. Andererseits aber bleiben auch viele Stipendien oft lange Zeit unbenutzt, da stch infolge Unkenntniß des Vorhandenseins derselben Bewerber nicht melden. Der dem Werke beigegebene Anhang, „Wohnungsund Lebensverhältnisse in den verschiedenen Universitätsstädten, Preis-Aufgaben, wissenschaftliche Anstalten, studentische Vereinigungen", erstreckt sich auch auf die deutschen Universitäten des Auslandes. Der Preis des Werkes beträgt 2 Mark und ermöglicht derselbe auch Minderbemittelten die Anschaffung dieses nützlichen Handbuchs.
Knust-Anccfpllnnn im Thurmhaus am Brand, XMlUOl Ällbbieilling, geöffnet täglich, mit Ausnahme des Samstags, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch und Sonntag auch noch von 3 bis 5 Uhr. — Eintrittspreis für Nichtmttglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg.
stimmte Schasrasscn benützt werden u. s. w. Die Wirkung der Jnjection ist aber oft ganz überraschend. Die Geschwülste schwinden meist schon in zwei bis drei Tagen. Je jünger die Krebsgeschwulst, um so sicherer, um so rascher ist die Heilung.
Bis jetzt wurde der Krebs bekanntlich nur operativ behandelt, d. h. es wurde durch höchst schmerzhafte und oft lebensgefährliche Operationen die Geschwulst herausgeschnitten. War dies wirklich vollständig gelungen und an der betreffenden Stelle auch nicht mehr das geringste krankhafte Gewebe zurückgeblieben, so wurden doch meist über kurz oder lang die Hoffnungen des Patienten nnd Chirurgen zerstört, indem an anderen Körper- theilen neue Geschwülste entstanden. Wie der Hydra für jeden abgehauenen Kopf zwei andere wuchsen, so wucherten nach einem glücklich entfernten Gewächs verschiedene andere hervor und setzten den Operateur schier in Verzweiflung. Die Krebs- parasilen wurden nämlich durch Blut uno Lymphe von dem ersten Krankheitsherde im ganzen Körper verschleppt, und dadurch wurde der Grund zur Entstehung anderer Geschwülste gelegt. Hat nun aber durch Einspritzung von Krebsheilserum das Blut bacterientödtende Wirkung erlangt, so ist dies unmöglich, weil nicht nur die eine bestehende Geschwulst geheilt wird, sondern auch das im ganzen Körper circulirende Blut diese heilende Eigenschaft annimmt. ,Wenn sich Chirurgie und interne Medizin in dieser Weise ergänzend unterstützen", sagt Professor Emmeri ch, „dann werden viele jener „hoffnungslosen" Fälle, welche das Glück ganzer Familien zerstören, verhindert werden. Aber", fügt er hinzu, „wir stehen noch ganz im Anfänge der Behandlungsmethode, nnd das bitten wir wohl zu beachten."
Uebrigens verspricht die S^rumbehandlung des Krebs schon aus einem rein äußerlichen Grunde weit mehr Erfolg als die der Diphtheritis- denn letztere entsteht meist so rasch und verläuft so schnell tödtlich, daß es, namentlich in der Privatpraxis, oft gar nicht möglich ist, rechtzeitig Heilserum anzuwenden. Aber die Krebskrankheit zieht sich so in die Länge, daß dieser höchst wichtige Hinderungsgrund ganz wegfällt.
Wohl mögen bei dieser Heilmethode sich noch manche Mängel einstellen, sich noch manche Enttäuschungen zeigen, aber doch ist sie eine Errungenschaft, und zwar deutschen Forschergeistes, wie sie von keinem Optimisten unter den Aerzten für's Erste erhofft wurde. Fast zehn Jahre lang haben deutsche Forscher in aller Stille daran gearbeitet, haben keine Mühen und keine Kosten gescheut, und, auf einer scheinbar unbedeutenden That- sache fußend, logisch Schluß aus Schluß gefolgert, experimentell Folgerung auf Folgerung aufgebaut, bis es ihnen endlich gelungen ist, der leidenden Menschheit ein Heilmittel gegen den furchtbaren Würgeengel, d>e fressende Krebskrankheit zu bieten. Diese jahrelange Arbeit war wahrlich des Schweißes der Edeln werth!


