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Dienstag den 29. October
2lmt$« und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gissten
chratisbeitage: Gießener Aamitienötatter.
stchtifchmerzeu, eintaR* da-Mge tel Dr. Schwen. «E°u'A
werden.
v. Gagern.
DeBttscher Rereh.
Annahm r von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
vierteljähriger AZonnementsprei» t 2 Mark 20 Pfg. rot» Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.
Redaction, Lxpeditio» und Druckerei:
Kchntftraße Kr.I.
Fernsprecher 51.
uinger ein wenig befriedigendes.
Straßburg, 26. October. Wie die „Neuesten Nachrichten" aus angeblich sicherer Quelle erfahren, ist Ober- staatSanwalt Rassiga auS Colmar zum Nachfolger des UnterstaatssecretärS der Justiz, Dr. HofeuS, endgültig
-rr. 254 Zweites Blatt
Stütze der alten Tage, der weiß, was wir gelitten, ob ich eß gleich uit mag herschretben.
Wir find es also gewöhnet gewesen, Daniel mit dem Tüchletn vor fich liegen zu sehen, daß ich itzo gar erschrocken, so ich sein nit gewahret.
Auf der Decken hatS legen," schluchzte mein Weib, „da ich ihn vor kurzem verlaffen." — „Morgen finden wirs wol," sagte ich beruhigend, hab aber, dieweil wir Todtenwacht gehalten bet unserem lieben Kinde, gar herum schauen müssen im Kämmerlein nach dem Tuche.
Habens nit funden, weder zu Nacht, noch bet Tage. Wer fichS kann erklären, der mag eS thun.
Ihm aber gebe unser lieber Herr Gott.fröhliche seelige Urständ nach seine« Wunsche.
KaldenuS, Präceptor.
Schicksale.
Skizze von OrmanoS Sandor.
(Schluß.)
Eß war eine stille, glückliche Ehe geworden. Sie hatten beide immerdar gefunden, was fie suchten, nur ein Wunsch war ihnen unerfüllt geblieben, fie hatten kein Kind.
Dor einem halben Jahre erlag Nathaniel einem Schlaganfall. Rahel hatte darauf das Geschäft verkauft. Die Sehnsucht nach der Heimath, dem wetchselumschlungenen Krakau und der engen Gasse packte fie plötzlich . . . wollte eS Wiedersehen, fie wollte die Geschwister aufsuchen, ihnen von ihrem Ueberfluß abgeben und dann sehen, wo ste weiter ihre Hütte baute.
Die „Augusta Victoria" trug fie hinüber . . .
Der tytitnet Anzeiger erscheint täglich, ent Ausnahme deS Montag».
Die Gießener Ilamikie« 0 kälter werden dem Anzeiger »schentlich dreimal beigelegt.
ste: Luhu s Wasch Extraet
in Gart-1 Vs Pfd. D. R. P. 82 424 Ang. Lahn & Co., Barmen- aast
„Es lebe Frankreich, Es entstand eine große Panik, die Abgeordneten liefen den Ausgängen zu. Der Arbeiter wurde verhaftet, er erklärte Soldat gewesen zu sein und zeigte eine im Kriege erhaltene Wunde. Nach dem Zwischenfall begann LeygueS mit seiner Rede.
London, 26. October. Die Vorbereitungen zum Kriege gegen die Aschantis sind nach einer offictösen Note soweit vorgeschritten, daß der Feldzug sofort beginnen kann. ES wird nur noch die Antwort deS Königs auf daß englische Ultimatum und die Rückkehr deS Lord Chamberlain
Alle Lnnoncen-Dureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
BnU», 26. Dctobtr. Der ,RetchSanz-ig-r" v-rSff-nt- licht mehrere, anläßlich der Einweihung de- Reich-gerichiS- gedände« in Leipzig erfolgte ^rdenSv er lei Hungen. 68 erhielten u. «. der jetzige Justizminister Dr Schur g den Rothen Adlerorden 1. »laste, der Polizei Direetor in Leipzig, Breltfchuetder, den Rothen Sdlerorden S. »laste, ter WtaatSfecretär de« Reich-.Justizamle«, Dr Nieberding, ioroie der Präsident de« Reichsgerichts, Oehlichläger, den Sronen-Orden 1. »loste- ferner Oberbürgermeister Dr. Georgi Leivzia den Stern zum Kronen-Orden 2. Klasse.
Pi»etlin, 26. October. Wie die „Neuesten Nachrichten" suS fiertedrichsruh melden, ist das Befinden des Fürsten Bismarck, abgesehen von t~ ^—"»7
Gießener Anzeig er
Kenerat-Ftnzeiger.
Feuilleton.
Aus alter Zeit.
(Schluß.)
Sein Bater berichtet noch kurz wie folgt:
Des Sohnes Wunsch, womit er seine Aufzeichnung ge- schlossen und sein Cnd hat herbeiwünschen »ollen, ist nur aa bald erfüllet. Haben unß seines Aussehens baß ver wundert, da er von der Hochschulen heimgekehret. Ein froher Jüngling hatte unß verlaffen, ein gar stiller Mann ist widerkehret, und wie der Lichtschein grade gefallen auf sein Haupt, fo mochte man der Siberfäden gewahren an den Schläfen in seinem dunklen Haar.
In nächster Nähe hat er alßbald ein Amt überkommen und getreulich verwaltet. So nun sein Gesundheit über Winter ist merklich geschwächet gewest, so hat mein Sohn gleich nach dem heilig Osterfest unß besuchen mögen, in seines Mütterlin Pfleg wider zu gesunden. Ist aber schlimmer mit ihm worden, Gott setß geklaget, und hat er das Lager nit verlaffen können. Sein Stüblein aber hat »eben unsrer Kammer legen, damit wir, so er möchten- etwa» ein Verlangen hab, ihm möchten reichen können, weffen
Daß wundersam Erleben hat er auch unß berichtet, unb wir — ja, waß soll man dazu sagen. EtnS aber ist gewiß, meines Daniel Verstand ist so hell und fest, wie nur einer wag funden werden.
Denk doch nit immer an die Beschicht/ bat Mütterlein wol, wenn er daß Tächlein vor fich auf der Bettdecken gehalten, wie er daß immer gethan- da hat er gar freund-
ltch, aber müd gelächelt: „Lieb Mütterlein, an die Geschicht denk ich nit, doch an die Maid."
ES ist um die Zeit gewest, da er damalen gen Marpurg gezogen vor zwölf Jahren, unb war Abend späth worden. Ich hatte mich geleget und Mutter war um JustuS Daniel beschäftigt gewest, itzo aber wollt auch fie fich zur Ruhe begeben. Die Sammerthür ließen wir offen stehen, damit ich bei meinem sehr leichten Schlaf ihn höre, so er rufe. Mein ltebeß Weib hört gar zu schwer. Plötzlich vernehme, wie Daniel in frohem Tone ruft: „Kommst, mich zu holen?" Daß ist mir in die Glieder fahren, so daß ich mich kaum macht erheben. Mein Weib aber hatte ihn gehört, so rief fie zurück: „Ich komme." Ist auch alßbald hinüber unb bieweil ich mir einen Mantel umgeschlagen, höre ich, wie fie zu ihm rebet. .
Hat aber kein Antwort erlanget,- so ist ihr plötzlich ein bang Ahnen burch bie Seele zogen. „Ach, mein lieber Eheherr, bringet Licht herzu," ruft fie, „wein Ktnb ist so still."
Zitternd vor Aufregung und Sorg macht ich kaum daß Leuchterlein halten- auß der Kammer aber hörte ich, wie fie unseren lieben Justuß Daniel mit gar viel Kosenamen benennet, damit er möcht reden und ihr Herz erfreuen.
Da ich ihn aber beleuchtet, hat er weit offenen Augeß mit freundlich lächlender Mienen dagelegen, aber daß Aug war gebrochen. — Unser einzig Kind, unsere Freud und Stolz war eingegangen zur Ruh, wol vor der Zeit.
Da wir das Unabänderliche endlich gefaßet, hat mein armes Weiblein den Thränen freien Lauf lassen in meinen Armen. Ich aber hab immer nur das stille Antlitz ange- schaut. Wer sein einzig Kind verloren, die Freud und
Mülhausen, 26. October. Der „Mülhausener Expreß' veröffentlicht an der Spitze seiner heutigen Nummer einen längeren Artikel, betitelt: „Nach 25 Jahren", in welchem er sich in bitterster und scharfer Weise gegen die noch immer in Elsaß-Lothringen bestehende Ausnahme-Gesetzgebung wendet. Daß Jahrhundert der Erfindungen und des Verkehrs sei in Elsaß-Lothringen gleichbedeutend mit GeisteS-Tödtung und Preß- Knebelung. Niemals sei die Unzufriedenheit mit den be- stehenden Zuständen größer gewesen als jetzt- Industrie und Landwirthschaft lägen schwer darnieder. Der Artikel schließt mit den Worten: „Sind denn die 25 Jahre deutscher Herrschaft noch keine genügende Garantie für die langst eingetretene Ruhe der Bevölkerung. Schaffe man Dwtatur- Paragraph und alle die Ausnahme-Gesetze ab, die die Ent« faltung wahren unb echten Bürgerlebens verhindern. Stelle man unß politisch gleich mit den übrigen deutschen Staaten, dann wird die ungesunde, tödtende Kirchhosslust einem auf- athmenden Leben weichen. Eß kann keine berechtigtere Forderung heute nach 25 Jahren geben, alß die Abschaffung deß Aus- nahmezustandeß. Möge sie die Regierung bewilligen, bevor eß zu spät ist.
Ausland.
Wien, 26. October. Der Minister deß Innern richtete «egen der bedenklichen Außbreitung der Cholera in Galizien an die Statthalter von Wien, Prag, Brünn, Czernowitz einen Erlaß, worin verschiedene Sanitätß- Vorschriften und eine strenge Ueberwachung der Reisenden angeordnet wird. _
Pilsen. 27. October. Im Laufe des gestrigen Abends und der Nacht hat sich der Zustand des Grafen Taaffe bedenklich verschlimmert, sodaß das Aeußerfte befürchtet wird
Paris, 26. October. Der Ackerbaumtnister empfing gestern eine Abordnung von Senatoren und Abgeordneten des Norddepartementß, welche von der Regierung verlangte, daß die EtngangSzölle für fremden Zucker erhöht werden.
Paris, 26. October. Der König von Italien hat 1OOO Francs für daß Denkmal des Marschalls Canrobert
Amtliche» Theil.
Gießen, den 25. October 1895.
yetr.: Ausführung des Krankenversicherungsgesetzes, hier des § 82 c desselben.
LaS «rMerzoglichr KreiSamt Gießen ett die Vorstände der Kraukeukassen und der Vemeiudekraukeuverficherungeu des Nrerses.
Rach S 82e des KrankenverficherungSgesetzeS sollen die auf Grund der 81, 82, 82a verhängten Geldstrafen der- jenigen Orts-, Betriebs- (Fabrik-), Bau- oder Innung-- Krankenkaffe zufließen, welcher die betheiligte verficherur^s- pflichtige Person angehört, in Ermangelung einer solchen Kaffe der Gemeinde-Krankenversicherung. _ r.
Die auf Grund dieses Paragraphen erkannten Geld- strafen werden in gleicher Weise, wie die der Staat-kaffe verbleibenden Geldstrafen durch die Organe der Staaisftnanz- Verwaltung erhoben und gelangen durch die letzteren zur A - lieferung an die bezugsberechtigten Kaffen. Hierbei wurde bisher von dem erkannten und eingegangenen Betrag der Geldstrafe eine ControlirungS- und Hebgebühr von »Vs /o und ein Drittheil als Denunciantenantheil in Abzug gebracht.
Auf Grund erneuter Prüfung der Angelegenheit ist nunmehr die Anordnung getroffen worden, daß bei Ablieferung dieser Strafbeträge an die bezugsberechtigten Kaffen für d e fofae von dem Abzüge eines Denunciantendntttheils abzusehen ist. Dagegen wird die einen Ersatz für bte bem Staate durch bie Constatirung unb Erhebung ber Gelbstrafen er- wachsenben Auslagen bilbenbe Erhebung-, unb SontrolirungS- gebühr von 51/. % bei Ablieferung ber fraglichen Beträge an bie berechtigten Kaffen nach wie vor m Abzug gebracht
gespendet.
Pari«, 26. October. In der Kammerfitzung warf heute Nachmittag in dem Augenblicke, als Minister LeygueS 'N, tn aa» ... ........ . dir Rednertribüne bestieg, um J-uröS zu widerlegen, -in
den zeitweilig auftretenden G-> I Arbeiter van der Zufchauertribüne Blumen in den
“^TtXn. 26. Oclober. Di- „Times" meldet au« Hongkong. AIS bie Nachricht von bem Abkommen zwischen Rußland und China unb bie bedeutenben Concessionen Chinas an Rußland bekannt wurden, sei ein Ent rüst ungß sturm gegen die chinesische Regierung erfolgt. Die Zeitungen klagen Frankreich unb Rußlanb an, China theilen zu wollen.
Ipitlplaß der vereinigten frankfurter Stadttheater
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Dienstag den 29. Oktober: Carmen. Mittwoch den 30. October: Einmaliges Gastspiel deS KammersSngerS Emil Götz^ Dcr Prophet. Donnerstag den 31. October. Xel . tf nnbine 1. November geschlossen. S-miStag den 2. November. Unbtn Sonntag den 3. November: Der Eoangeltmann.
Dienstag den 29. ^menceau. Mittwoch
dm 30. October: Ottilie. Donnerstag den31.October. ®f 1 ® Fritzi. Freitag den 1. November: Fourchambaul^ Sauistag den 2. November: Die gezierten Frauen. Schule der Krauen Sonntag den 3. November, Nachmittags 3/2 Uhr. ©rafft’ StIH Ä 7 Ubr: Die S'-u-u.
Schule ber Frauen. Montag den 4. November. Ottilie.
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