Ausgabe 
29.6.1895 Erstes Blatt
 
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dieselbe wie durch keine andere Maßnahme, der Sparsinn der Bevölkerung gehoben wird.

Bezüglich der 124 Bezugsgenossenschaften wird aus der bezüglichen Statistik berichtet, daß gegenüber einem Iahresbezug von 2,1 Millionen Mk. eine Schuld der Mitglieder zu Ende des Jahres von inSgesammt 863 000 Mk. bestand, die Ausstände also 41 pCt. des JahreSbezugS ausmachten, was zu viel sei. Neben 37000 Mk. Geschäfts- guthaben der Genoffen hatten die BezugSgenoffenschaften 112000 Mk. Reserve, im Ganzen also ein eigenes Ver­mögen von 149000 Mk.

Bei einerJahreS-Milch-Einlieferung von 8,9 Millionen Kg. belief sich der Werth des Besitzes von 16 Molkerei­genossenschaften an Immobilien, Maschinen und G erät hen auf 528OOO Mk., die Geschäftsguthaben und die Sicherungseinlagen der Mitglieder auf 155 000 Mk. und die Reserven auf 48 000 Mk.

Das gesammte eigene Vermögen der Verbands- genoffenschaften und deren Central-Geschäftsanstalten berechnet sich bei

Geschäftsguthabenrc. anReserven in Tausenden Mark

den Spar- und Darlehnskasien 1 126 536

Bezugsgenossenschaften 37 112

Molkereien 155 48

der Central-Einkaufsgenossenschaft 14 50

Genossenschaftsbank 411 « 18

1 743 e764

zusammen also auf 2 507 000 Mk.

In 1893 wurden 228, in 1894 107 Verwaltungs- Revisionen an Ort und Stelle vorgenommen, worüber in besonderem Bericht Näheres mitgetheilt und hervorgehoben wird, daß die Zustände in den Genossenschaften, in der Ver­waltung derselben sich schon von Jahr zu Jahr gebeffert haben, als durchaus gute zu bezeichnen sind, wenn auch noch manche Unregelmäßigkeiten zu verzeichnen und auszumerzen find.

E. m. Allgemeine Gartenbau- und Rosen- Ausstellung in Darmstadt.

(Originalbericht für denGießener Anzeiger".)

Wenn irgend eine Stadt sich dazu eignet, den Erzeug- niflen der Gartenkunst einen der Natur der Ausstellungs­objecte angemeffenen Ausstellungsraum zu bieten, so Darm- ftadt mit seinen großen, geschmackvoll angelegten öffent­lichen Gärten. Wie schon früher ist auch dies Mal der Großherzogliche Orangeriegarten, auch unter dem Namen Beffunger Herrengarten" bekannt, von der Liebenswürdig­keit Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs dem Gartenbauverein zur Verfügung gestellt worden.

Beffer als irgend einer der übrigen herrschaftlichen Gärten paßt er zu genanntem Zweck. Im französischen Geschmack angelegt, etwa im Stil von Klein-Trianon, giebt er für die symmetrische Anlage von Beeten und Rabatten einen großen Flächenraum her. Keine englischen Baum­gruppen stören den paradeartigen Aufmarsch der verschiedenen Rosensorten.

Für unseren Geschmack lagert über dem Orangerie­garten schon so etwas wie eine südliche Stimmung! DaS macht der betäubende Duft der in mächtigen Kübeln auf­gepflanzten Orangenbäume und die Fluth von Licht, die hier von allen Seiten ungehinderten Zutritt hat.

In Sonnenglanz gebadet lag der Garten mit seiner frischen Blumenherrltchkeit und seinem Festglanz auch heute um die elfte Vormittagsstunde da, als in Anwesenheit Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Ludwig von Battenberg, des Staatsministers Finger, des Finanz- mintsters Weber, des Oberbürgermeisters Morneweg, des PolizeirathS Fey rc. der EröffnungSact der Ausstellung durch den Oberhofmarschall von Westerweller vollzogen ward. Derselbe sprach das Bedauern des Großherzogs und der Großherzogin aus, am Besuch der Ausstellung nicht Theil nehmen zu können, und betonte nochmals bas warme Jntereffe des hohen Paares für das schöne Unternehmen. Hierauf ergriff der Vorsitzende, Herr Rentner H. Müller, daS Wort, und begrüßte die Anwesenden im Namen des Ge- sammtauSschusses, in kurzen Worten die Gründe anführend, infolge deren man sich veranlaßt gesehen habe, zur Zeit der Rosenblüthe in Darmstadt eine Blumenausstellung zu in- scenieren und zwar von einem Umfange, wie er seit einem Jahrzehnt hier nicht erreicht worden sei. Das Comit4 habe bet seinen Vorarbeiten mit manchen Widerwärtigkeiten kämpfen müffen, sei aber nicht emmuthigt>orden, und nach erreichtem Ziel gebühre der Dank in erster Linie dem hohen Protector der Ausstellung, Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog, welcher erstens das AusstellungSterrain hergegeben und so­dann mit Ihrer Kgl. Hoheit der Großherzogin den Verein durch Stiftung werthvoller Ehrenpreise auSzuzeichnen geruhte. Ein Hoch auf den Landesfürsten, zu welchem eine Mufikcapelle die Nationalhymne intonierte, beschloß den Er­öffnungsact, der in dem Gewächshause stattgefunden hatte. Durch die Arbeit umsichtiger Arrangeurs war der längliche Hallenraum in ein, den Geruchs- und Gesichtsnerven schmeichelndes Interieur verwandelt worden, in welchem Blumen die Teppiche, Palmen und Farrenkräuter die Tapeten abgaben. Die Prinzessin Ludwig von Battenberg durchschritt, geleitet vom Hofmarschall, zuerst die Halle, bei manchem seltenen Pflanzenexemplar mit Interesse verweilend,- ihr schloß sich die Zahl der zur Feier geladenen Damen und Herren in zwangloser Folge an. AuS dem kühlen, halb- dunklen Gewächshaus trat man hinaus in die Freilicht- athmosphäre des Gartens, wo sich ein auf den ersten Blick unabsehbares Rosenfeld vor den Augen des Beschauers dehnte. Wo sind die Zeiten hin, da man mit den Adjectiven roth, weiß, gelb die Farbennatur derKönigin der Blumen" er­schöpft zu haben wähnte! Welche Abstufungen der Töne hat die Gartenkunst mittlerweile geschaffen. Vom dunkelsten Violett bis zur delicatesten BiScuttfarbe findet sich jede

Nüance vertreten! Die Rose beherrscht selbstverständlich das Terrain, aber dazwischen eingesprengt finden sich auch andere Felder, namentlich Nelken und großblumig gefüllte englische Sommerlevkohen.

ES versteht sich, daß in dieser Ausstellung alles, was zur Gartencultur in directer Beziehung steht, wie Gieß­apparate, Blumendünger, Samen, Baum- Bänder rc. rc. gleichfalls einen Platz gefunden hat.

Wie wir ermitteln konnten, haben sich über 150 Aus­steller an dem Unternehmen betheiligt, und, nach dem Verlauf des heutigen Tages zu urtheilen, werden sich die Sympathieen des Publikums demselben in reichem Maße zuwenden.

ftocritet *ttd PeovLirzLeSe».

Wetzen, den 28. JuntU8V5.

** Fernsprechverbindung mit oberhesfischen Städten. Die von der Frankfurter Handelskammer angeregte Herstellung einer Fernsprechverbindung zwischen den oberhessischen Städten Friedberg, Bad-Nauheim und Gießen einerseits und Frankfurt andererseits, bildet seit längerer Zeit Gegenstand von Erwägungen der betheiligten Oberpostdirectionen in Darmstadt und Frankfurt und liegt es in der Absicht, eine solche Fernsprechverbindung höheren OrtS in Vorschlag zu bringen. Dagegen haben die angestellten Erhebungen das Ergebniß geliefert, daß in Butzbach, Großkarben und Vilbel ein Bedürfniß zur Herstellung von Stadt-Fernsprecheinrich- tungen durchaus nicht vorhanden ist. D. T.

** 22. Mittelrheinisches Kreisturnfest. Die Festbauten nahen der Vollendung und da die Tage des Festes näher rücken, dürfte es von allgemeinem Interesse fein, wenn wir heute über die Bewtrthschaftung auf dem Festplatze und in der Halle berichten. Die Festhalle bietet Raum für 2500 Sitzplätze und wird bewirthschaftet von Herrn L. Feidel zurBavaria" hier und dessen Verwandten, Herrn Seebold, Pächter der großen Palmengarten- Restauration zu Frankfurt a. M. Auf je 500 Sitzplätze kommt ein Abtheilungschef, dem wieder 6 Kellner unterstellt sind. Die Kellner sind mit weißen Armbinden und Nummern versehen und tragen dieselben Farben wie der ihnen vor­gesetzte Abtheilungschef. In der Festhalle ist nur Wein- restauratton und sind die Weine geliefert von den hiesigen Firmen Ad. Zinßer, Fr. Helm, Gebr. Mayer, Gebr. Schwan, Aug. Saame, Ferd. Schott, Emil Fischbach und A. u. G. Wallenfels. Künstliches Mineralwasser liefert Dr. Metten- heimerS Mineralwasseranstalt, das natürliche die Niederlage des Taunusbrunnen hierselbft. Die Wein- und Speise- Ausgabe ist in der Festhalle für das Publikum nicht sichtbar, sondern spielt sich hinter der Festhalle in einem breiten Gange ab. Für die Festwirthe ist eine geräumige Küche mit 4 großen Heerden, eine Spülküche mit 3 Kesseln, eine Vorrathskammer mit Eisschränken, ein Bureau mit feuer- und diebssicherem Kaffenschrank, ein Weinlager, ein Schwenk­raum und Aufenthaltsräume für männliches und weibliches Personal eingerichtet. Die ganzen Räume sind soweit erforderlich mit electrischer Lichtanlage und Wafferleitung versehen. Die Festhalle selbst, in welcher abwechselnd und zusammen die gesammten Musikchöre des Großh. Hess. Leib- Garde-Jnf.-Regts. Nr. 115 und des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 concertiren werden, ist mit einem breiten Mittelgang versehen, so daß selbst bei stärkstem Verkehre Stockungen unmöglich sind, zumal wenn das Publikum gefälligst die Anordnung beachten willstets rechts zu gehen". Zu der am nächsten Sonntag stattfindenden Vorfeier wird der ganze große Wirthschaftsapparat bereits in Function treten. Es kommen in Betrieb: die Fest Halle mit Wein aus dem eigenen Depot des Wirthschaftsausschuffes und kalter und warmer Küche, vier Bierhallen (3/10 Citer 12Pfg.) von der Actienbrauerei, Btchler, Friedel und Röhrle, eine Schoppenweinhalle (glaSweiser Verkauf direct vom Faß), 8/io Liter 35 Pfg.), eine bayrische Bierhalle (Münchener Bürgerbräu, pro Krug 30 Pfg.), ein Caf« und Conditorei. Gleich wie die Biere (mit Ausnahme des Münchener Bürger­bräus) hat der Wirthschaftsausschuß sämmtliche Weine, Schaum­weine und Mineralwasser nur von hiesigen Lieferanten bezogen und werden dieselben sicherlich allgemein befriedigen- Die Kellner der Bierhallen sind mit gelben Armbinden versehen- auf jeder Binde steht der Name der Brauerei und die Nummer des Kellners. Die Festwirthe sind die Herren Euler (Actienbrauerei), Horn (Bichler-Brauerei), Grün (Friedel und Asprion, Brauerei Lotz), Rühl (Röhrles Brauerei), Emil Schmoll (Bürgerliches Brauhaus, München), W. Mayer (Schoppenweinhalle) und Ludw. Döll (Cafö und Conditorei). Der Wirthschaftsausschuß hat einen voll­ständigen Ordnungsdienst, sowie an der Festhalle ein Bureau eingerichtet, in welchem ständig ein Mitglied anwesend sein wird. Daselbst wird auch eine Lifte zu dem am Montag, dem zweiten Festtage, stattfindenden Fefteffen zur Einzeichnung aufliegen.

* * 22. Mittelrheinisches Turnfest. Um den auswärtigen Gästen den Besuch des Festes möglichst zu erleichtern, werden wahrscheinlich eine Anzahl Sonderzüge eingelegt, so daß es auch den Fremden möglich ist, dem Feste länger bei­wohnen zu können, als dies nach dem sonst Üblichen Fahr- )lan angängig ist. So wird am Sonntag den 7. Juli und Dienstag den 9. Juli, Abends 11 Uhr 30 Minuten, noch je ein Sonder.Personenzug nach Wetzlar eingelegt, welcher dort 11 Uhr 47 Minuten eintrtfft. Bei der Festsetzung dieser Ausnahme-Fahrgelegenheiten ist die König!. Eisenbahn-Dtrec- tion Frankfurt von der Annahme ausgegangen, daß am Sonntag und Dienstag der stärkste Besuch des Festes von Wetzlar aus zu erwarten sei. Gut Heil!

* 22. Mittelrheinifches Turnfest. Gestern Abend fand Probebeleuchtung des ganzen Festplatzes einschließlich )er Festhalle mittelst electrischen Lichtes statt. Der Betrieb geschieht durch eine hinter dem städtischen Magazin aufgestellte Dampfmaschine.

* * Die Darmstädter Turner, welche bisher in vier

Vereinen wirkten, wollen unter dem NamenDarmstädter Turnerschaft" in eine engere Verbindung treten und dieser Verbindung die Weihe auf dem 22. Mittelrheinischen Turnfest in Gießen geben. Bon Darmstädter Turnern nehmen an den allgemeinen Freiübungen 50 Theil, ferner 6 Musterriegen, ca. 16 Wettturner und 4 bis 6 Wettfechter.

** Untersuchung. Heute Vormittag traf der Unter­suchungsrichter vom Landgericht Darmstadt hier ein, um Augenschein wegen der bei Fabrikant Ackermann, in de« Bureaus der Oberhesfischen Eisenbahnen und des städtischen Gaswerks verübten Einbrüche vorzunehmen. ES sind zu ihrer Vernehmung vom Darmstädter Richter über 30 Per­sonen nach dem Juftizgebäude geladen. Es scheint, daß man die Einbrecher, welche in Darmstadt in Haft sich befinden, auch wegen der in Gießen begangenen Delicte gleich mit aburtheilen will.

* * Kaminbraud. Der von anderer Seite gemeldete Kaminbrand bei einem hiesigen, in der Löwengasse wohnen­den Bäcker stellt sich als ein durch Rühren in der Feuerung verursachter Funkenregen heraus. Es dürfte indeß rathsam sein, einem derartigen bei Nacht immerhin auf­regenden und auch für die Nachbarschaft gefährlichen Schau­spiel durch Anbringung von Funkenfängern vorzubeugen.

* * Wegen Diebstahls wurde gestern ein 16 jähriger RechtSanwaltSgehülfe verhaftet. Derselbe hatte unter Anderem im Hause des Rechtsanwalts mehrfach Silbersachen, als Messer und Gabeln rc., entwendet und verkauft.

* * Erwischte Gartendiebe. Einem Gartenbesitzer am Wißmarerweg wurden am 26. d. M., Mittags zwischen 12 und 1 Uhr, Rosen, Salat und Zwiebeln gestohlen. Die Thäter, zwei Frauenspersonen, wurden gestern durch den Flurschützen abgefaßt und zur Anzeige gebracht.

* * Briefmarkensammler fahnden jetzt eifrig nach Brief­marken, welche in Kiel abgeftempelt sind. Die während der Festtage einem bestimmten Postamte eingeüeferten Briefe tragen nämlich, wie Zeitungsnachrichten besagen, den Stempel: Kiel Marine-Akademie" und darunter den historischen Vermerk:Canal-Eröffnung".

* * Einen Mordsrausch schleppte vor einigen Tagen bezw. Nächten ein Marburger Studio von Gießen nach Marburg und zwar auf dem Umwege über Hannöverisch- Mündcn. Wie Marburger Blätter melden, hatte der Student in Gießen einen Commers mitgemacht und sich in dem Nacht­zug nach Marburg schlafen gelegt. In tiefen Schlummer versunken, hatte derselbe dort das AuSsteigen versäumt, trotzdem der Schaffner vorschriftsmäßig die Station nach­drücklichst auSgerufen hatte. Er war so glücklich über Cassel bis Hann.-Münden gelangt, und erst hier wurde ihm klar, daß die dtrecte Fahrt von Gießen nach Marburg denn doch ein wenig kürzer ist.

§ Gniuingen, 28. Juni. Gestern Abend Va7 Uhr stürzte Dachdeckermeifter Walz von Sich von dem Gerüst des Schlauchthurmes und war sofort tobt. Derselbe war verheirathet und hatte den Feldzug 1870/71 mitgernacht- Die Untersuchung ergab Genickbruch.

St. Butzbach, 27. Juni. Nächsten Sonntag den 30. Ium findet in unserer Stadt das 16. Gauv er bandsfest mittelrheinischer Fechtclubs statt. Am Vormittag wird im Hessischen Hofe das Preisfechten, welches SamStaK begonnen hat, fortgesetzt und beendet. Sodann wird in dem- selben Locale um die Ehrenpreise gerungen. Gegen 12^/z Uhr beginnt das Festbankett. Um 2% Uhr stellt sich der Festzug auf, welcher sich durch die Straßen der Stadt nach dew Festplatze (Marktplatz am Wetzlarer Thor) bewegt. Dort werden in der großen, herrlich geschmückten Festhalle Schau­fechten vorgenommen und Reigen von hiesigen Fechtern und Realschülern aufgeführt. Die Marburger Jägercapelle con- certirt dabei. Ein hübsches Abendfest in der Halle beschließt die Feier, welche sehr schön zu werden verspricht.

Mainz, 27. Juni. Ein Soldat vom Infanterie^ Regiment Nr. 88, welcher zu einem Offizier als Bursche commandirt war, erbrach dessen Schrank und stahl etwa 450 Mk. Der Leichtsinnige stattete zwei Freundinnen flott aus, kaufte sich einen Civilanzug und begab sich dann auf die Reise. Schon in Castel wurde er festgenommen und in daS hiesige Militärgefängniß eingeliefert, wo er nun einer schweren Bestrafung entgegensieht, zumal er sich auch noch durch unpassende Aeußerungen über den Offizier vergangen haben soll.

Vermischte».

* Barmeu, 27. Juni. Vor dem Elberfelder Schwur­gericht wurde heute gegen den Erdarbeiter Henzerling, welcher am 21. Mai in Elberfeld den Erdarbeiter Kretzler niederstach, verhandelt. Der Angeklagte wurde zu.m Tode verurtheilt.

Citeratar und Kunft

Wie wie ««ser eisern «ren» erwarben, «riegS» erinnernnge«, unter diesem Titel erscheint im »Verlage be« Deutschen Verlagshauses Bong L Co., Berlin W. 57, ein neues Lieferungs Prachtwerk (vollständig in 15 Lieferungen A 50 Pfg.), das unter ähnlichen Verherrlichungen der Jubeljahre 187071 eine hervorragende Stelle einzunehmen bestimmt ist. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen handelt es fich hier nicht um eine nach­trägliche Schilderung der Krtegsereigniffe, sondern um eine lebhafte Darstellung der Einzelerlebniffe der Mitkämpfer durch diese selbst. DaS Ganze stellt sich als ein Ruhmes-Album der deutschen Armee dar, in das jeder Krieger den bescheidenen Antheil, den er an der Wiedererrichtung des deutschen Reiches genommen, in der ihm eigen- thümlichen schlichten Sprache erzählt. Birgt der Name des Heraus­gebers, des Generalmajors z. D. Freiherrn Friedrich von Dincklage- Campe, der sich der Redaction des groß angelegten Werkes unters zogen, für die militärische Correctheit sowohl, wie für eine ge­schmackvolle Auswahl und Bearbeitung, so liegt der Hauptreiz deS originellen Unternehmens in der Heranziehung der ihre eigenen Er­lebnisse erzählenden Mitarbeiter, in der Lebhaftigkeit einer Dar­stellung, die unter dem Einflüsse der frischen Erinnerung entstanden, sich wie ein Ausschnitt auS dem gesammten Kriegstableau giebt. Preußen und Bayern Hand in Hand",Ohne Signal",Nächt-