Ausgabe 
29.5.1895
 
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Berlin, 27. Mai. In der bekannten anarchistischen An- gelegenheit Krebs und TöbS wird die Untersuchung von Seiten der Behörden rastlos betrieben. Die Braut des TöbS, die Kellnerin Paula Flügel, hatte neuerdings ein vier­stündige» Verhör zu bestehen, bei welcher Gelegenheit ihr auch t'.e Porträt- der bekanntesten Anarchisten vorgelrgr wurden, von denen ste jedoch außer Krebs und TöbS Niemand kannte. Die Berrheidigung liegt tn den Händen des RechrSanwaltS Bieber, welcher baldige Haftentlassung beantragte.

Berlin. 27. Mai. ÄuS Bremen wird gemeldet, daß der gestrigen zweiten Aufführung deSChristus" der Flügeladjutant des Kaisers, Oberstlieutenant von Moltke, deigewohnr hat. Er iaformirre sich eingehend über die Daten der Wiederholungen, woran man in Bremen die Annahme knüpft, daß der Kaiser oder die Kaiserin den Besuch einer Christusaufführung inS Auge gefaßt haben.

Berlin. 27. Mai. Bei dem Leiter de» anarchistischen UnterstützungSsondS, Schlosser Köhler, wurde dieser Tage von Geheimpolizisten Haussuchung gehalten. Sämmrliche Sammellisten, sowie die Abrechnungen Über die an die Genossen" gewährten Unterstützungen wurden beschlagnahmt. Köhler befindet sich zur Zeit außerhalb Berlins auf Arbeit.

Berlin. 27. Mai. Ein Cabeltelegramm desBerliner Tageblattes" meldet aus Majunga: Am 17. Mai fand ein Gefecht bei Androntsh auf Madagaskar statt. Ein Bataillon der Sakalawa-Tirailleure erstürmte mit dem Bajonet die feindliche Stellung. Im Kampfe gefallen find 60 HovaS nnd nur ein Mann der französischen Colonletruppe. Die Franzosen erbeuteten mehrere Krupp sche Geschütze.

Kiel. 27. Mai. Das von der Türkei bei der Germania« werft bestellte Torpedoboot, welche- angeblich wegen ZahlungS« differenzen bisher noch nicht abgeliefert worden ist, wachte heute eine Probefahrt in der Eckernförder Bucht, wobei eine Kessel-Explosion stattfand. Don der Bemannung find 6 Personen getödtet, 14 schwer verletzt. Sämmtliche Der« unglückte find Angestellte der Germania-Werft.

Wien, 27. Mat. Der oberste SanirätSrath beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung unter Hinzuziehung mehrerer Profesioren vom Thierarznei-Jnstitut mit der in Ungarn ausgebrochenen Schw eine pest, welche ungeheuren materiellen Schaden anrichrer. Die Verluste tn Stetnbruch werden auf 4 Millionen Gulden geschätzt.

Paris, 27. Mai. Der Botschafter Herbette ist gestern aus Berlin für einige Tage hier eingetroffen. Die Reise steht im Zusammenhänge mit der Betheiligung Frank­reichs an den Kieler Festlichkeiten.

London, 27. Mai. AuS Hongkong meldet dieTimes", daß General Cheng KiTung für die Republikaner in Formosa Partei ergriffen habe. General Ku-tung'Kuk unterstützt ebenfalls die republikanische Bewegung mit allen seinen Truppen. Die Republikaner erhalten Geld, Waffen und Soldaten aus China.

Warschau. 27. Mai. Wegen der in dem Kielcer katho- lischen Priester-Seminar entdeckten politisch«nationalen Umtriebe sind vier polnische Profesioren der Theologie des Seminars zur Verschickung nach Sibirien und 20 polnische Schüler zur Ansiedelung im Innern Rußlands verurtheilt worden. Der Kaiser hat daS Urtheil bereits bestätigt. Die Ortschaft Agikent im Gouvernement Baku wurde von einem Erdbeben heimgesucht. 60 Häuser sind eingestürzt, 35 stark beschädigt. Viele Einwohner wurden unter den Trümmern der einstürzenden Häuser begraben.

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Gießen, den 28. Mai 1895.

* Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- hekzog haben Allergnädtgst geruht, die LehramtSasiesioren: 1) August Braun zu Bingen zum Lehrer an der Real­schule daselbst, 2) August Todt zu Butzbach zum Lehrer an der Realschule daselbst, 3) Dr. Wilhelm Reeb zu Mainz zum Lehrer an dem Gymnasium daselbst und 4) Dr. Karl

mitn Jesicht, als wenn er sein Glück nich trauen kann. Jawoll," sage ick, da kommt et mir jar nicht uf an."IS jut," sagte er,det mache ick, ick will jleich Pinsel un Farbe holen." Er kömmt richtig nach eene halbe Stunde wieder und legt los. Ick kieke ihm über die Schulter un versäume meinen MittagSschlaf und freue mir, wie det von die Hand jeht un wie er det wunderbar schön macht, in eene Stunde war det Ding wie neu. Un als er beinahe fertig is, lege ick mir een biSken uf'r Ohr und flüstere meine Olle zu, sie soll ihm noch eenen Nordhäuser inschenken, aber for umsonst. Als ick um viere wieder runterkomme, steht det Bild uf'n Stuhl, mit die Malerei nach innen. Ick drehe det um un wat ick da zu sehen kriegte, det können Sie selbst in Dogen« schein nehmen. (Er wickelt das Schild aus der Hülle.) Sehen Sic hier den Mann, iS der mir nich zum Sprechen ähnlich? Sojar die Warze hier an die Nase iS mir druf. Aber denn sehen Sie hier. In die Weiße schwimmen sieben Fliejen, man sieht deitlich, det drei davon schon dodt sind. Un hier uf den Käse! Sehen Sie bloß die Maden un uf den Schinken den Schimmel und allenS so narierlich zum Jreisen. Wie iS et bloß möglich, det der Mensch der so schnell fertig jekriegt hat? Wo kann der Mann mir so ne Blamage anthun? Bors.: Ich will Ihnen mal etwaß sagen, Herr Zeuge. Vergessen Sie nicht, daß Sie den An« geklagten Tagß zuvor geschimpft haben. Wenn derselbe sich nun dazu versteht, Ihnen daß Schild wieder umzuändern, so wie Sie haben wollen, würden Sie denn nicht den Straf« antrag zurückztehen? Nicht wahr, Angeklagter, Sie werden daß Schild ändern? Ange kl.: Ich verspreche. Zeuge. Schön, bet jede ick Beifall, ick habe nischt davon, det er bestraft wird, denn een tüchtiger Kerl er doch. Bors.: Dann ist die Sache damit erledigt. «Zeuge zum Angekl.: Also ohne Maden un Fliegen!

Becker zu Alzey zum Lehrer an der Realschule und dem ( Progymnafium daselbst zu ernennen.

Die Vierte Lanbeßverfammtnug btt jnternatUnelen 1 Crimiaalisiischeu Bereinigung. Landesgruppe Deutsches Reich, welche vom 5.7. Juni dahier stattfiudet, har folgende Be« rathungßgegenstände auf die Tageßordnuvg gesetzt: 1. Er­scheinen die Bestimmungen deß Reichsftrafgesetzbuchß über die correctionelle Nachhaft reformbedürftig? Bericht- statter Dr. v. Engelberg, Strafanftaltßdirector in auuheim, und Schellmann, Direetor der Provinzial- ArbeitSanstalt Brauweiler bei Köln a. Rh. (auf Grund der außführlichen, von Profeffor v. Hippel in Srraßburg dem­nächst zu veröffentlichenden Darstellung). 2. Individual- statistik wiederholt vorbestrafter Personen als Vorbereitung einer allgemeinen Rückfallstatistik (vergl. daß Gutachten von Dr. Kobner, Z. XIII. 615). Berichterstatter Geheimerath Dr. Kröhne in Berlin und Assessor Dr. Klein in Berlin. 3. Daß bei einer Revision des Reichsstrafgesetzbuchs zu Grunde zu legende Strafensystem. Berichterstatter Geheime« rath Profeffor Dr. Seuffert in Bonn, Reichßgrrichtßrath Dr. Olßhausen in Leipzig.In einem wohlgeordneten Staate dürfen Verbrecher nach überstandener Strafzeit uichl ihrem Schicksal überlasten werden, ohne daß der Staat sich mit Bedacht die Frage vorlegt, waß soll nun auß den Menschen werden, die entweder schon vor der Strafe nicht im Stande waren, sich zu nähren, oder denen jetzt, wo sie der Welt verächtlich und fremd geworden find, die Subflstenz erschwert worden ist? Wie können fie wieder am besten in die Welt eingeführr, wie kann ihnen durch ehrliche Thätigkeit ihre Existenz erhalten und überhaupt der Staat gegen neue Anfälle vor ihnen gesichert werden?" So schrieb an der Wende des vorigen Jahrhunderts der Criminalist Feuerbach, in demselben Sinne schrieben und wirkten damals viele Andere die criminalistische Litteratur war damals kaum weniger reichhaltig als heute und dieselben Worte könnten heute in jedem Aussatze stehen, der sich mit der Reform unserer Strafrechtspflege, mit dem Problem der staatlichen Reaction gegen da» rückfällige, gewohnheitsmäßige Berbrecherthum be- fchäfngt. ES ist eben ein altes Problem, kein neues, vor dessen Lösung die heutige bürgerliche Gesellschaft gestellt ist, | hat stets bestanden und wird wahrscheinlich leider bestehen, so lange es Menschen gibt, nur um graduelle Unterschiede kann und wird es sich beim Vergleiche der einzelnen Zeit­abschnitte handeln. Die Resormbestrebungeu werden lebhafter sein in Zeiten, in welchen das sociale Gewisteu der bürger­lichen Gesellschaft besonders tief aufgerüttelt wird, fie werden ruhen, wenn dastelbe schlummert. ES ist deßhalb kein Zufall, daß wir heute denselben Bestrebungen begegnen, wie vor hundert Jahren, ist doch die bürgerliche Gesellschaft in ähn­licher socialer Gährung wie damals. Damals suchte man die Lösung wisienschaftlicher Fragen durch AuSschreiben von Preisarbeiten zu finden, heute vereinigt man zu diesem Be- huse die Fachleute in Vereinen, Congressen und Versamm­lungen. Die Internationale criminalistische Vereinigung hat sich die Aufgabe gestellt,die Auffassung, daß Verbrechen und Strafe ebensosehr vom sociologischen, wie vom juristischen Standpunkte aus ins Auge zu fassen ist und die sich daraus ergebenden Folgerungen in Wissenschaft und Gesetzgebung zur Anerkennung zu dringen." Schon heute, nach kaum sechs­jährigem Bestände der Vereinigung, kann man sagen, daß es der Vereinigung allenthalben gelungen ist, wesentlichen Ein­fluß auf die Gesetzgebung zu erlangen: man verweist ins­besondere auf die Schwerz und auf Belgien. Auch in Deutschland werden und müssen die gesetzgebenden Factoren den Bestrebungen der Vereinigung mehr und mehr Rechnung tragen und können sich der Einsicht nicht verschließen, daß auch in diese» dunkelste Gebiet des socialen LebcnS die Fackel der socialen Reform hineinleuchten muß. Die Reform­bestrebungen im Zeitalter der Aufklärung wurden erstickt durch den Mehlthau, welchen die Folgen der französischen Revolution, der code penal, dem Leben entfremdete philo­sophische Theorieen Über die Strafgesetzgebung außbreiteten, nur spärliche Spuren hinterließen fie In der Gesetzgebung. Heute ist die Lage eine günstigere, der Boden in der bürgen lichen Gesellschaft ist vorberettet und gilt, einen Schritt vorwärts zu thun, auf daß das Strafrecht, die Strafgesetz- gebung der starren Formen des Civilrechtß entkleidet, nicht das objektive Verbrechen zum Gegenstand juristischer Eon- struction und Systematik ferner gemacht, sondern daß Ver­brechen als eine sociale Erscheinung auf gefaßt und behandelt werde- daS Strafrecht hat es eben nicht mit Sachen, Lebens« und BermögenSverhältnifien zu thun, welche in handliche BegriffSformen, RechtSfiguren gepreßt, knapp und scharf aus- geprägt werden können, fein einziges Substrat ist der Mensch in seiner unendlichen individuellen Mannigfaltigkeit. Der Verbrecher, nicht baß Verbrechen ist in den Vordergrund der Betrachtung zu stellen, wenn man die Mittel und Wege zur wirksamen Bekämpfung de» Verbrecherthumß finden will. Zu diesem Studium anzuregen, die theoretischen Grundlagen für eine auf sociologischer und anthropologischer Betrachtungs­weise deß verbrechens aufgebaute Strafgesetzgebung zu suchen, ist daß Bestreben der Internationalen Crrminaliftischen Ver­einigung, fie erkennt deßhalb in der Unterscheidung zwischen Gewohnheitß- und Gelegenheitßverbrechern den AuSgangß- punkt und die Grundlage für die künftige Strafgesetzgebung. Gerettet auß den Reformbestrebungen de» vorigen Jahr« Hunderts in die heutige Strafgesetzgebung hat sich als eine den Eingangs citirten Erwägungen entsprungene Maßregel bie correctionelle Nachhaft unsere» Reichsstrasgesetz- buchs. Sie bildet neben der Polizeiaufsicht, der vorläufigen Entlaffung den Ansatz für die organische Weiterentwicklung unsere» Strafsystemß, der Maßregeln zur Bekämpfung der Gewohnheitsverbrecher, ihr Studium ist deshalb ebenso historisch intereffant, wie anregend und lehrreich ist de lege ferenda. Auf Anregung v. Liszt » hat deshalb v. Hippel f. Zt. die Uebermeifung an die Landeßpolizeibehörde im geltenden Rechte zum Gegenstände seiner Differtation gemacht, der er nun eine eingehendere Arbeit über dieselbe Frage folgen läßt. Arbeitfcheu

und Landstreicherei find da» A unb O de» Dasein» der meitaul mersten Gewohnheitsverbrecher. Müßiggang mag er nun ein freiwilliger ober unfreiwilliger sein ift aller Laster Anfang, unb die Landstreicherei bildet da» große Reservoir, in dem der weitaus größte Procentsatz aller Gewodnbetts- Verbrecher untertaucht- wenn nicht im Zuchthaus, so rm ArbertShau», ober auf der Lanbstraße enden sie ihren trostlosen Lebenslauf. Gegen Arbeuscheu, Betteln und Landstreicherei wirksame Maßregeln treffen, heißt deshalb die Reservearmee des Gewohnheitkverbrecherthums in einem Augenblicke un­schädlich machen, in dem sie zu schweren Verletzungen der bürgerlichen Ordnung noch nicht übergegangen ist- es ist bie erste zur Berathung gestellte Frage deshalb eine der wichtigsten der Criminalpolitik unb verdient baß Interesse weitester Kreise. Sie ist practisch wie theoretisch intereffant, weil gerade bei ihrer Lösung große socialpolitische Fragen mit Forderungen der Criminalpolitik verquickt find, weil bisher ihre Behandlung zwischen Justiz und Polizei getheilt war und weil endlich durch Aufnahme der logen. Nebenstrafe der carrectionellen Nachhaft in bie Strafgesetzgebung ein theoretischer Zwiespalt getragen worden, welcher auf Grund der bislang in der Gesetzgebung und Literatur herrschenden Strafrechts­theorie nicht gelöst werden konnte. Man umging die Lösung in unserem Reichsstrafgesetzbuch, in dem man neben der Hauptstrafe Haft bi» zu ,ech» Wochen noch die Neben- strase der Ueberweisung an die Lande»polizeibehörde schuf unb deren Vollstreckung den Verwaltungsdehörben überwies. Die Unzulänglichkeit unb Reformbebürftigkeit der einschlägigen Bestimmungen unseres Strafgesetzbuchs ist allgemein anerkannt, man wird von den bestellten Referenten eine sachkundige unb gründliche Beleuchtung der Frage erwarten dürfen und kant» auf anregende Verhandlungen gefaßt sein, da an der Lösung nicht nur önminaliften und Verwaltungsbeamte, sondern auch die Organe der Armenpflege, die Vertreter der Arbeits­nachweise, der Verpflegungsstationen, der Arbeitercolonien in» höchsten Maße interessier sind. Eins der wichtigsten, ober vielleicht richtiger gesagt ba» wichtigste Hilfsmittel zur richtigen Erkenntniß socialer Erscheinungen ist die Statistik, zuverlässig ist sie jedoch nur dann unb brauchbar, wenn sie richtig ist, wenn bie von ihr gebrachten Zahlenreihen unb Ziffern da» Ergedniß consequenten logischen Denkens find, und ihre Elemente entnommen find aus öen richtigen Quellen. Die Nothwendigkeit einer Reorganisation unserer Criminaistatistik unwiderleglich nachgewiesen zu haben, ist ein Verdienst Söbners, dessen Arbeit unb Vorschläge allenthalben Beifall gefunden haben. Dor Allem beim Studium der Frage, tn welcher Weise die Unterscheidung zwischen Gewohnheits- und Gelegen- heitSverbrecher in Gesetzesform zu bringen sei, bet der Suche nach den greifbaren Unterscheidungsmerkmalen dieser beiden Kategorien mußte die heutige Statistik versagen, weil in derselben das verbrecherische Individuum in der Gattung, im Verbrechen, verschwindet, während nur aus Grund der Mafien- Vergleichung individueller Entwicklungsgänge feste Anhalts­punkte für diese Frage gesunden werben können. Schon vor Köbner war für daS Studium der rückfälligen Verbrecher dieser Weg gewiesen worden, es ist da» Verdienst Köbners, den Weg abgesteckt unb festgelegt zu haben. Die Tages­ordnung verläßt alsdann die Besprechung der Einzelfragen und verspricht den Theilnehmern schließlich ein Gesammtdild der zu erstrebenden Reform unserer Strafgesetzgebung. Bei der Bedeutung, welche die beiden Berichterstatter al» Theoretiker und Practiker in den Reihen der lebenden Criminaliften besitzen, kann man mit Recht auf deren Vor­schläge in hohem Grade gespannt sein. Alles in Allem barf man sonach von ben gelammten Verhandlungen recht viel Anregung erwarten, bie geschickt ausgewählte Tagesordnung wird ihre Anziehungskraft nicht versagen und die Betheiligung an der Versammlung eine um so regere werden, als Jeder­mann Zutritt zu den Berathungen hat unb sich an bet Discnssion betheilige" kann. Dr. Karl Fuhr.

* Gießener Roder 'tzesellschafl. Auf dem Bootßplatz der Gießener Ruder Gesellschaft herrscht seit einiger Zeit rege« Leben. Neb n der Junior-Mannschaft, die schon seit vier Wochen fleißig trainirt und sich schon in sehr guter Rennverfaffung befindet, ist auch seit letzter Woche eine Senior Mannschaft zusammengesetzt worden Wie verlautet, vertheidigt in diesem Jahre die Gießener Ruder - Gesellschaft auf der 5. Regatta im Juli im Achter den Ehrenpreis Seiner Königl. Hoheit des Großherzog».

Frühjahrs «aschießeu des Schützeaverems. Das An- schießen fand am Sonntag unb Montag theilweise bei schönstem Wettet statt. Am Sonntag wat die Betheiligung am Schießen eine mittlere, am Montag knallte unauf­hörlich. Nach beendetem Schießen fand Preisvertheilung statt. Die Gaben bestanden in 4 Preisen auf 300 Meter Scheibe, in 6 Preisen auf 175 Meter Scheibe und in 6 Preisen auf Wildstand. Die als Preise ausgesetzten Werthgcgenstänbe waren gediegen und geschmackvoll.

* Mittelrheiaisches letufe#. Gestern wurde mit de« Anfahren des Holzes zu den Fest baut en begonnen. Letztere, besonders die große Festhalle, werden nach Pfingsten in Angriff genommen

* Radfahren. Am Sonntag siegte in Groß-Gerau Philipp Nicolau» von Gießen beim Straßenrennen auf eine Strecke von 13000 Meter mit einer Fahrzeit von 20 Minuten 35 Secunden. Der preisgekrönte Fahret ,st 19 Iahte alt und hatte 1500 Meter Vorsprung vor seinen Concurtenten. .

Die Wasserleitung wird nun auch in die jenseits bet Lahn liegenden Stabttheile geführt. Gegenwänig ist man mit den Arbeiten auf bet ©rüde beschäftigt.

Rahrendruch. Gestern Abend gegen 8 Uhr erfolgte auf dem Ludwigsplatz ein Rohtbtuch bet ffianetlettung an eine« 225 mm weiten Rohr des älteren, dem Hochdruck angehörenden Rohrnetzes, infolge besten bas Master die Straßendecke durchwühlte und sich frei auf die Sttatze ergoß. Um nicht das Wastet für einen größeren Stadttheil ad- sperren zu müssen, wurden die Zuleitungsschieber offen ge»-