Ausgabe 
28.3.1895 Erstes Blatt
 
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Amts- und Anzeigeblatt für den Mreis Gissten.

P chralisbeitage: Hießener Aamilienötätter

»orjulegen.

daß die Reichsbank sich wenig

chiehener Anzeiger erscheint täglich, üt Ausnahme de» MontagS.

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Zchutstr«tc^'r.

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Die Gießener Inmitten d tätler Werben bnn Anzeiger W-chcntlich dreimal deigelrgt.

ior-Indastrie 4X r., Giessen. A Jh. 88, Kalkwerk Nr. 84. i. hydraulischer (©ran-, uub aemahleo. 1588

offenen »anb.

'iien) mit etwa 1000 Mi | 'nbaode kostet itbtt k 50 Pfg.

äMt BoQtnbtl t>tt

l>ig einzeln £äaM^ 1 «bezieh,a.

g in Wien.

zer-D°n,ig Bebel und Schahs cretär Graf Posadowsky, welcher einem Drängen nach Converttrung warnt.

Hierauf wird der Etat der Reichsschuld genehmigt.

Bet dem EtatBankwcfen" fordert Abg. Kardorff (Rp.) Abg. Bhlwardt auf, den bewußten Brief der Firma Mohr u. Speyer

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Sonn. 10 Uhr.

ins Uöb Familie ®Mlen des Siffexl 1895.

Heini ein Lest 'lO Zllustrationen, barnnttr MSV fr. = 60^=

W 913.60 = 116-

We Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehme» £

Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger" entgegen. 1

rate in Be in aussprach: DaS Beste in mir undmeiner i LebenSbethr. lgung ist immer der preußische Offizier I gewesen. Wäre ich der nicht gewesen, ich weiß nicht, ob ich I ganz in dieselben richtigen Bahnen verfallen wäre- aber der I Landwehroffizier des neunten Regiments war für mich der I Wegweiser, der mich Anno 48 von HauS auS in Me rlchtigen I Bahnen geworfen, d. h. in die Bahnen der Anhänglichkeit an unser regierendes Haus im Hinblick auf andere Lander, I die diesen Vortheil eines regierenden HauseS überhaupt nicht besaßen. Kurz und gut, ich bin über 1848 hinweggekommen mit intensiverer Anhänglichkeit an daS Königshaus, als ich vielleicht in meiner agrarischen Unwisienheit von 1848 auch nur gedacht hätte: begeistert und hingebend. Ich bin in der Richtung geblieben, so lange meine That gkeit beansprucht wurde. Darin wurde ich überzeugt, daß außerhalb der dynastischen Anhänglichkeit in Deutschland überhaupt kein He l | ist Wir brauchen blos auf Frankreich zu sehen, seitdem die Dynastie weg ist. Wo soll ein Sammelpunkt Herkommen, für 1 den Raillement geblasen wird? DaS ist immer streitig. Halten wir fest, was wir haben. Wir haben in Deutschland nicht ein einheitliches Kaiserthum, aber unsere Fürsten und regierenden Herren, die unS angestammt find, an denen schon die römischen Schriftsteller die Anhänglichkeit der Germanen in einer Weise gerühmt haben, die wir heute kaum mehr verstehen. Im Sinne der germanischen Anhäng' lichkeit an die StammeSfÜrsten bitte ich, mit mir auf das Wohl meines gnädigen Herrn anzuftoßen. Seine Maiestat der Kaiser und König lebe hoch!"

FriedrichSruh, 26 März. Der Großherzog von Baden tr.fft morgen um 11 Uhr 15 Min. hier ein und reift um 1 Uhr 17 Min. zurück. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe kommt um 12 Uhr 40 Min. an und kehrt am 5 Uhr 12 Min. nach Berlin zurück.

FriedrichSruh, 26. März. Die Kaiserin ließ dem Fürsten Bismarck durch den Kronprinzen ein herrliches Rosen-Arrangement nebst Glückwunschbrief überreichen, was dieser mit den Worten:Son der Mama!" that.

Bremen, 26. März. Der Jahresabschluß des Norddeutschen Lloyd" beziffert die Gesammtüberschüffe auf 4,263,582 Mk. gegen 9,825,443 Mk. im Jahre 1893. Der Ueberschuß beträgt auS transatlantischen Fahrten 603,952 Mk.

i gegen 6,414,523 Mk. in 1893, aus europäischen Fahrten 1 429 649 Mk. gegen 615,035 Mk. in 1893, auf Affecuranz- conto 54 992 Mk. gegen 29,640 Mk. in 1893, auf Inter- eflenconto 573,835 Mk. gegen 651,216 Mk. in 1893; auf

Ptämt.nüverschüffe 1,624,794 Mk. gegen MW52 fflt. in 1893. Ueberwiesen sind dem Affecuranz- Reservefond 6110 Mk. gegen 3293 Mk. in 1893, dcm Versicherung«, fonb« 560,043 Mk. gegen 445,530 in 1893. Zu Ab­schreibungen werden 6,039,799 M . gegen '6^)55 077 ® ' in 1893 verwendet. Dem Reservefonds sind 4,524,928 Mk. entnommen. Die Reichsposibampferlinien °-dr-,ch»n ein- schließlich be« »urteil« an Prämien und UebeiWiflen einen Gewinn non 1,446,791 Mk. gegen 995,188 Mk. in 1893. Der Atifsich'Srart beschloß, eine Dividenbe ntd)t Br*6c^,n-

Detmold. 26. März. Die B e i! e tz u n g d e, Für ft en Woibemar hat heute Nachmittag ftattgefunben. In «er tretung des Kaiser« war Prinz Friedrich L°°p°ld »schienen Der Feierlichkeit wohnten serner bei: «»als Prinz von Schaumburg Lippe, Graf Bernhard zur Lff-p-, B'efterfeib und @raf Friedrich Wilhelm zur Lippe Btefterfelb, Sohn und Bruder de« Grasen Ernst zur Lchpe-Blesterseld. Die Be theiligung de« Publikum« war eine überaus rege.

Loudon, 26. März. Die Pom Coroner vertagt ge- wesene Verhandlung über den Untergang der »Elbe wurde heute in Lowestost wieder ausgenommen, sedoch bi* ! ,um 30 April vertagt. Der Coroner erklärte, ,n den Gründen sür diesen Beschluh gebäre die Erwartung, der Notddeuische Llotzd werde e« ermäglichen, daß er, der Coroner, ans Deutschland Zeugen Auslagen -rbalte. Jeboch ließen die in den letzten Tagen eingegaugenen Wiltheilungen die« ,'emlich zweiselhast erscheinen. - D.e Herzogin I oon Fise eröffnete heute Nachmittag den Bazar zufünfen der Bereinigung britischer und au«,ändilcher Seeleute^ D Herzogin schenkte Fräulein Böcker zur Erinnerung an ihre Errettung eine Uhr Der Deutsche Kaffer sandte 50 Lstr.

I zur Unterstützung des Bazars.______

Berlin, 27. März. Die Um st u rz- C o mm i ffi o n begann die zweite Lesung und lehnte den Antrag Lenzmann, I die Borlage en bloc abzulehnen, ab.

«m die Lage der wirthschaftlichen Verhältnisse bekümmere. ReichSbankpräsident Dr. Koch weist diesen Vorwurf zurück.

A b g^ Richter (frf. Dp.): Die Landwtrthfchaft finde mehr

Z^STiits.B äimsä*

*'tln®ie Etats sür da« Bankwesen sowie einige Ildnete Etat«, ,enter Etat und da« Anlelbeges-tz werden genehmigt. Damit ist die "°'"'Mmaen 7 Mr° Wahl de« Pristdenien und be« »weilen Bke=

gntragB auf die Tagesordnung zu setzen, wild abgelehnt.

Was Ihr thut, thut Ihr dem Herrn und ntd)t oen weist hin auf das unerschütterliche GotteSvertrauen, mit dem Euer Durchlaucht Ihre gewaltige Arbeit auSgeführt haben und daS auch unser Heer niemals verleugnet hat. Der zweite Spruch:Dennoch" war der Ausspruch jenes tapferen Grafen Mansfeld, als er sich, kühn daS Schwert in stahlbewehrter Faust, dem übermächtigen Feinde gegenüberstellte. Euer Durchlaucht haben denselben deS Oefteren wahr gemacht, zu­mal in jener Zeit schwerwiegender Entschlüffe für meinen hockseligeu Herrn Großvater, als Sie ihn mit stolzem Hin- I weis auf sein OlfiziercorpS an sein Pvrtepb erinnerten. Den dritten Spruch: Spectemus agendo schrieb mein englisches Dragoner-Regiment in stolzem Selbstbewußtsein auf seine Standarte. Dieses kann als Antwort gelten auf alles, was Euer Durchlaucht Feinde und Neider ^n oder thun können. Wir aber, die wir mit Freude Euer Durchlauch als Kame­raden und Standesgenoffen bewundernd feiern in bewegtem Dank gegen Gott, der Sie unseren glorreichen alten Kaiser so Herrliches vollbringen ließ, stimmen ein in den Rus, den alle Deutschen von den schneebedeckten Alpen bis zu den Schären be« Seit, wo bie Sranbung bonnernb brauft, au« glühendem Herzen ausrufen: Seine Durchlaucht der Fürst Bismarck, Herzog von Lauenburg, lebe hoch! Hurrah, Liurrab üurrahl" Die Antwort deS Fürsten Bis- mar (^'lautete/Erlauben Euer Majestät, Allerhöchstihnen meinen Dank in wenigen Worten zu Füßen zu legen. Euer Majestät appellirten an die Eigenschaft deS preußischen Offi­ziers. Ich kann in Anknüpfung daran nur das bestätigen, wo« ich schon vor zehn Jahren bei her Begrüßung bet Gene-

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Neueste Nachrichten.

Wolff» telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 26. März. Der Vorsitzende desBismarck- AuSschuffes" erhielt auf eine Eingabe an den evangelischen Oberktrchenraih den Bescheid, daß b» Oberkirchenrath e fid, versagen muffe, eine Anordnung über Erwähnung ?e» 80. Geburtstages deS Fürsten BiSmarck in den öffentlichen Gottesdiensten zu treffe^ Der Oberkirchen^ rath ist überzeugt, daß die evangelischen Geistlicher den Dank ür die mit Gottes Gnade durch den großen Staats­mann dem deutschen Vaterland gewordenen Segnungen an geweihter Stätte bezeugen werden. In welcher Weise die Geistlichen dem, waö die Herzen bewegt, Ausdruck verleihen würden, das glaubt der Oberkirchenrath den Geistlichen #k'erl»erlie,U26. März. Die Morgenblätter veröffentlichen eine Uebersicht über den wesentlichen Inhalt deS Börsen- gesetzentwurfes. Danach zersällt derselbe in zwei T^tle 1) ein besonderes Börsengesetz, 2) eine Ergänzung und Revi­sion der Vorschriften des Handelsgesetzbuches Erlegt ist der ganze Entwurf im Anschluß an den Bericht der Börsen- enquetecommission in fünf Abteilungen, von denen die erste sich mit der rechtlichen Stellung, Organisation und Beaus- pchtignng der Börsen, der zweite mit dem EmtssionSwefen und der Zulaffung von Papieren zum Handel und zur Notiz, der dritte mit dem Terminhandel, der vierte mit dem Makler wesen und der Coursseststellung und der fünfte mit dem Commissionsgeschäft befaßt. In den Bestimmungen über den Terminhandel ist zunächst die gewinnsüchtige Ber eitung e ner Privatperson zu Börsengeschäften in unverhaltnißmaßiger Löhe unter Benutzung ihres Leichtsinns und ihrer Uuerfah renheit unter Strafe gestellt und das daraufhin etngegangene Geschäft für klaglos erklärt. Bezüglich deS BörsenregtsterS schreibt der Entwurf vor, daß nur die zwischen registrirten Börsenhändlern eingegangenen Geschäfte als börsenmaßig ab- geschloffen gelten und daher bet diesen die Stnrede des Differenzsptels ausgeschloffen ist.

FriedrichSruh. 26. März. Bei der heutigen Tafel hielt j der Kaiser folgende Ansprache an den Fürsten^BiSmarck: 'Der achtzigste Geburtstag Eurer Durchlaucht fällt iindas sünfundzwanzigste Jahr der Wiedererrichtung unseres Reiches. Die Glückwünsche meines HeereS, geweiht durch die Erinne rung an die gewaltigen Kämpfe, konnte ich Ihnen soeben im Angesicht der Truppen aussprechen. Nicht an den großen Staatsmann, sondern an den Offizier richte ich heute meine heißen Wünsche. Und da sind eS drei Sprüche, die für den heutigen Tag von besonderer Bedeutung mir er­scheinen. Zum Ersten Euer Durchlaucht ConfirmationSspruch:

Depeschm deS BureauHerold".

Berlin, 26. März. Die gestrige S'tzung des Staats- Ministeriums dauerte von 2 bis 7 Ubr. An der Sitzung nahmen außer den Ministern auch der Staatssecretar deS StaatsrathS, Mtnistertaldirector Crefeld theil.

Berlin, 26. März. Betreffs der morgigen Präft- dentenwahl im Reichstage erfährt die ^orbb. Allg. qm." : Herr v. Levetzow wird eine auf ihn fallende Wahl unter (einen Umftänben annehmen. Zum ersten Ptaflbenien wirb voraussichtlich Freiherr v. Buol gewähltwerben, zum SStcegräftbenten Abgeorbneter Schmibt Slberfelb unb Sp h (dentr.), boch ist noch nicht vereinbart welcher»von ihnen erster Bicepräsibent wirb. Die Confetvatinen und National liberalen werben wahrscheinlich weiße Zettel abgeben, «o« anberer Seite wirb gemelbet, baß ber Borsitzenbe ber Eentrum«. fraction, Graf Hompesch, bett Nationalliberalen unb ber beuttoen Reichspartei int Auftrage ietner'HarteieineBr. tretung im neuen Präfibium angeboten hat. Berte Parteien haben darauf einstimmig beschloffen, dieses Anerbieten a - iUlC^®etlin 26. Mürz. Wie ein parlamentarifcher Bericht- erfiatter härt, beabsichtigen bie Svcialbemokraten ba« Telegramm be« Kaiser« an ben Fürsten Bismarck anläßlich des RetchstagSbeschluffeS vom SamStag im Reichs­tage einer Besprechung zu unterziehen.

Berlin, 26. März. Ftnanzminister Miquel ist von seiner Krankheit wiederhergeftellt. Der Minister war heute wieder zur Theilnahme an den Verhandlungen im Abgeorb netenhause erschienen.

Berlin, 26. März. DiePost" «elbet: Da« Nieren leiden beS Frelherrn von Stumm welcher bie Wieberaufnahme ber Parlamentär! chen Thäugleit be« Erkrankten währenb ber laufenben Session völlig au«. ^Berlin, 26. März DerLocal «nieiger« berietet an« I Gaffel: Bei ber Serelbigung ber neugewahlicn Stabtrath«. mltglieber verweigerte Rechtsanwalt Martin von bet Hessischen Rechtspartei vorläufig ben Treuschwur für ben Röntg von Preußen in ber verlangten Form. Die Eide«, abuahme unterblieb deshalb. 1O

FriedrichSruh, 26. März. Der Kalser ift um l2Uhr mit militärischem Gefolge und vom Kronprinzen begleitet hi» einaetroffen. Er ritt an der Spitze der Halberstadter Kürassiere in 9Den Schloßhof ein, wo herzliche Begrüßung ftattfand Sofort nach der Ankunft deö Kaisers erfolgte in der Nähe des Schlaffes die Parade Aufstellung der anwesenden Truppen. Fürst Bismarck traf in Kürassier Uniform in offenem Wage« auf dem Paradeplatze ein, wo er von den Truppen mit

Deutscher Reichstag.

69. Sitzung. DieuStag, den 26. Marz 1895.

Zunächst macht Dicepräfident v. Buol Mttthetlung, daß der «wette Bicevrästdent Dr. Bürklin sein Amt ntedergelegt hat.

Der Etat des Rechnungshofes wird debatteloS genehmigt. Bet dem Etat deS Retchsfchahamtes wünscht Abg. Lachem (Erntr.), d«ß die Retchsbank mehr Mittel alS bisher für ^andwtrlhschailltche Creditzwecke nutzbar mache.

R ichsbankprästdent Dr. Koch antwortet, daß dies Ktzt schon U Reichsschatzamtes genehmigt.

Ab?.^ M/y^Danfigi(Rp ) verbreitet sich über die Frage der Anleihe-Coriverttrung unb hält eS für gut, wenn Preußen und daS «eich diese Anleihen in 3 °/o Titres verwandeln würde.

Abg Bebel (Soc.) tritt ebenfalls für die Eonvertirung ein.

Abg. v Frege (conf.) bezweifelt, daß es im Internste der Finanzen und der Steuerzahler .lege, diese Converttrung im jetzigen Augenblick vorzunehmen, zumal es fraglich erscheine, ob der tztztge atedrtge Zinsfuß sich als von Dauer erweisen werde.

»faß. Barth (fr. Vg): Die Converttrung liege unzweifelhaft t« Interesse der Steuerzahler und sei durchführbar.

«bflfl. Rtntelen (Centr.) und Friedberg (ntl.) sind gegen MC ^SwaÄecreiär Graf Posadowsky widerspricht den Abgg. Ueyer und Brbel und führt aus, daß die Regierung im Jnterrsfe der Veli-btheit der Staatspapiere eine Converttrung ntcht vor "<6mabg6Trnim <Rp.) erklärt sich Namen« feiner Fraction al« '"abg^öa^Jf»"^»^!««) fftW«'»»»' b'«

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