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r Militär. PeusionSkasse auf JUtnz verfügt auf die brziig. ouökaffe die Unterstützuna-- nS.
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Feststellung der Waisen v\^tx\ btx ^\\tx^t\btx wf Mn 9 unb3- ietzinungShauptlaffen rc. - — entsprechende Mittheilung ^'Nachweisungen zu machen.
Schellendorf.
)en 20. September 1895.
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Nr. 227
Der -te^ener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.
Die Gießki»er P«mtkienStätter werden dem Anzeiger wdchrntlich dreimal brigelegt.
Erstes Blatt. Freitag den 27. September_________
Gießener Anzeiger
Kmerak-Wnzeiger.
1898
Vierteljäbri.ier Avounemelltspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloh». Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
Sckiukstrahe Fr.7.
Fernsprecher 51.
Zlnrts- und Zlnzeigeblutt für den Ureis Gietzen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
Hratisöeitage: Gießener Kamikienökätter.
Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
2(mtiid?er Theil.
Bekanntmachung, betreffend die Fortsetzung der Steinstraße- hier Antrag der Stadt Gießen auf Enteignung von Gelände des Fabrikanten Louis Scheid zu Gießen.
Zum Zweck des Ausbaues der Steinstraße zwischen der Schort- und Marburgerstraße hat die Großh. Bürgermeisterei Gießen Antrag gestellt auf Enteignung des erforderlichen Geländes von 166 qm und zwar von 147,5 qm aus Flur XD Nr. 18a3/10 Grabgarten und 18,5 qm aus Nr. 193/iq Hof- raithe links der Chaussee im Grundbuch dem LoutS Scheid zu Gießen zugeschrieben.
Es wird dies mit dem Ansügen bekannt gemacht, daß 1. der Antrag Großh. Bürgermeisterei Gießen vom 18. Februar, bezw. 18. Juni d. I.,
2. der Meßbrief nebst geometrischem Plan und Grund- buchSauszug,
3. der Plan nebst Längen« und Querprofil
in der Zeit vom 7. bis 21, October d. I auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen zu Jedermanns Etnffcht offenliegen.
Zur Verhandlung über den Plan und die zu leistende Entschädigung wird Tagfahrt vor der Localcommisfion auf
Mittwoch den 30. October d. I, Vormittags 9 Uhr,
auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen an« beraumt.
Die Eigenthümer der oben bezeichneten Grundstücke, sowie solche Personen, welchen hinsichtlich derselben irgend welche Rechte (z. B. Eigenthumsvorbehalte, Pfandrechte oder sonstige dingliche Rechte, Rechte als Pächter oder Mtether) zusteheu, werden hierdurch aufgefordert,
a. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung,
b. Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme deS Angebots, c. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung deS Ausschlusses mit solchen,
d. Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten bei Meidung des Ausschlusses mit solchen (Art. 19 des Ges. vom 26. Juli 1884).
e. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke oder im öffentlichen Interesse zur Sicherung gegen Gefahren und Nachthetle nothwendig find (Art. 14 des Ges.),
f. etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an die zu enteignenden Grundstücke
in dem oben genannten Termine vorzubringen.
Wenn dritte Personen als dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsoerhältniffe bei der Enteignung beiheiligt sind, so muß sie der Eigenthümer sofort nach Zustellung der Bekanntmachung der unterzeichneten Behörde bezeichnen, andernfalls bleibt er für d'.ese Ansprüche verantwortlich.
Räumt der Eigenthümer einem Andern von dem Zeitpunkte der Zustellung an ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundstücke oder ein persönliches Recht auf dessen Benutzung ohne Genehmigung des Unternehmers ein, so steht jenem Andern an den Unternehmer ein Anspruch auf eine besondere Entschädigung nicht zu.
Gießen, den 25. September 1895. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern.
Abonnements - Einladung
Zum Bezug des „«Siebener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebens! ein.' Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz O b e r h e s s e n ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten
Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschast, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliäte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzuttetende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Deutsches Reich.
Berlin, 25. September. Fünfundzwanzig Jahre vollenden sich an diesem Freitag, daß Straßburg „die wunderschöne Stadt", durch die Kapitulation vom 27. September dem alten deutschen Vaterlande zurückgewonnen wurde, dem sie dann durch den Frankfurter Friedensvertrag auch formell zugesprochen werden sollte. Mit brausendem Jubel wurde damals die Siegeskunde von dem nach etwa sechswöchiger Belagerung erfolgten Falle Straßburgs in allen deutschen Landen begrüßt, war doch mit der Wiedergewinnung der Stadt Erwins von Steinbach und Gutenbergs ein glühender Wunsch herrlich erfüllt, der gleich bei Anfang deS Krieges gegen Frankreich in allen deutschen Herzen auftauchte, der aber schon seit Jahrhunderten im Bewußtsein des deutschen Volkes schlummerte. Der 27. September 1870 tilgte glänzend die fast zweihundertjährige Schmach, welche die mitten im Frieden erfolgte Wegnahme Straßburgs durch die Truppen Ludwigs XIV. für Deutschland bedeutet hatte, jetzt war die altberühmte Hauptstadt des Elsaffes durch das siegreiche deutsche Schwert Altdeutschlands zurückerobert worden. Seitdem ist ein Vierteljahrhundert verflossen und in dieser Zeit ist Straßburg unter deutscher Herrschaft prächtig aufgeblüht, während es auch in seinem inneren Wesen mehr und mehr den Charakter einer echt deutschen Stadt wieder angenommen hat. Hoffentlich werden nunmehr Straßburg und mit ihm das schöne Elsaß auf ewige Zeiten mit dem neuen deutschen Reiche vereinigt bleiben!
Neueste Nachrichten»
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 25. September. Einem den Blättern zugehenden Bericht zufolge soll der unter dem Verdachte des Landes- v err at hS hier verhaftete In g eni e u r Ludwig Pfeiffer Angestellter der Waffen- und Munitionsfabrik von Skala in Pilsen fein, welcher hier eine Filiale errichten sollte. Es verlautet, Pfeiffer soll in die Kölner LandesverrathS-Affaire verwickelt sein.
Pofen, 25. September. Zu Ehren der Mitglieder des 2 8. CongresseS für innere Mission fand heute im großen Saale des Zoologischen Gartens ein Festmahl statt, an dem u. A. der commandirende General v. Seekt, Oberpräsident Freiherr von Wilamowitz-Möllendorf, Generalsuper-
iutendent Hesekiel, sowie Oberbürgermeister Witting theil- nahmen. Der Ehrenvorsitzende des CongreffeS, Oberpräsident Freiherr von Wilamowitz-Möllendorf, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, wobei er unter Hinweis auf die von Kaiser Wilhelm I. und Bismarck begonnene socialpolitische Gesetzgebung den Congreß auffordcrre, fortzufahren im Kampfe für Religion, Wahrheit und Sitte. Die Festtheilnehmer sangen hierauf die Nationalhymne.
Petersburg, 25. September. In einem gestern erlaßenen militärischen Tagesbefehl wird die Formirung deS 49. ArchangelSk-Ogorodschen und des 50. JrkutSkschen Dra- gonerregimentS, welche die erste detachirte Cavalleriebrigade bilden sollen, sowie Vie Formirung eines 17. Cadres der Eavalleriereserve angeordnet. Aus den CadreS 16 und 17 ist die 8. Brigade der Eavalleriereserve zu bilden. Außerdem wird die Formirung einer detachirten transbaikalischen Artilleriedivision, zweier transbaikalischer Fußbatterien, zweier Mortierbatterien im Bestände der ostfibiriichen Artilleriebrigade und von vier Compagnien der Wladiwostoker FestungS- artillerie angeordnet.
Dtpdtben deS Bureau .Herold".
Berlin, 25. September. Der Kaiser nahm gestern Nachmittag und heute Vormittag im Jagdhause Rominten den Vortrag des Chefs des Militär-Cabinets entgegen.
Berlin, 25. September. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Reihe von Ordensverleihungen an active und inactive Offiziere.
Berlin, 25. September. Der „Reichsanzeiger" bestätigt heute, daß Freih e rr von Hammer st ein fein Reichstags- und Landtags-Mandat niedergelegt hat.
Berlin, 25. September. Die Beisetzung des Geh. Medicinalrath Professor Dr. v. Bard eleben findet am Samstag auf dem Matthäi-Kirchhofe statt.
Berlin, 25. September. Die „Post" sagt zu der Meldung der „Karlsruher Zeitung", wonach Graf von Posadowskh in der Conferenz, die er aus seiner Reise in Süddeutschland mit den Tabak-Interessenten hatte, die Einführung einer neuen Tabaksteuer-Vorlage erörtert. habe, sie müffe aus naheliegenden Gründen daraus verzichten, auf diese Meldung überhaupt einzugehen. ES sei aber undenkbar, daß der Staatssecretär in Süddeutschland geweilt haben sollte, ohne mit den maßgebenden Persönlichkeiten über die Tabaksteuer zu sprechen.
Berlin, 25. September. Der frühere Redacteur des „Vorwärts", Josef Dierl, ist gestern Abend verhaftet worden.
Berlin, 25. September. Die „Post" hört, daß der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe erst dann nach Berlin zurückkehren wird, wenn die sämmtlichen anderen Staatsminister wieder in Berlin eingetroffen sein werden, was erst in der ersten Woche deS October der Fall sein dürfte. Die erste Sitzung des Staatsministeriums dürfte daher kaum vor Mitte October stattfinden und auch die Rückkehr des Fürsten Hohenlohe nicht viel früher zu erwarten sein.
Köln, 25. September. Die 43. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner wurde heute Mittag in Anwesenheit von 1500 Personen im großen Gürzenichsaale durch Director Jcken Köln mit herzlichen Begrüßungsworten eröffnet. Professor Dr. Ziegler-Straßburg hielt einen Vortrag über die Geschichte des deutschen Schulwesens.
Rom, 25. Seprember. Infolge richterlichen Befehls wurde gestern in Genua eine in den Händen des Bankiers Hoppenheim, eines Schwagers der Gebrüder Bingen, befindliche Summe von 48 0000 Lire, sowie eine Anzahl Juwelen, welche von einem Kaffenboten der falliten Bank verwahrt wurden, mit Beschlag belegt.
Mailand, 25. September. In der vorletzten Nacht wurde der Sockel des Victor-Emanuel-DenkmalS schwer beschädigt, indem es mit Tinte und Del begossen wurde. Der Schaden wird auf 20000 Lire geschätzt. Man vermuthet einen politischen Racheact.
Brussel, 25. September. Heute tritt das neue Schulgesetz in Kraft. Die Geistlichkeit erhält also von heute ab daS Recht, den ReligionS Unterricht an diejenigen Kinder zu ertheilen, deren Eltern einen Dispens hiervon nicht nachgesucht haben. Die Socialisten haben gestern in allen Arbeitervierteln gedruckte DispenSgesuche vertheilt, welche sofort von den Eltern unterzeichnet wurden. Die socialistischen Kinder sollen in einer neu zu gründenden rationellen Schule in socialiftischer Moral unterrichtet werden.
PattS, 25. September. Die Reise des Königs Leopold wird in der Pariser Presse lebhaft besprochen.


