Ausgabe 
27.2.1895
 
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Neueste Nachrichten.

Wolffs telegrophlfcheS 6onefponbm|:Burt«L

Serlin, 25. Februar. Der Kaiser reiste heute Abend 7 Uhr 50 Mtn. mit Gefolge mittelst Sonderzuge» nach Wien ab. Auf dem Bahnsteige war der österreichisch-ungarische Botschafter anwesend. An Stelle deS Flügeladjutanten von Kalcksteiu ist Oberst voa Scholl mitgereist.

Berlin, 25. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde der Antrag eingebracht, die Regierung möge Maß­regeln ergreifen, um die durch wiederholte Sperrung de» Berliner BiehhofS der Landwirthschaft und dem Vieh» handel zugefügten Schäden künftig zu beseitigen.

Berlin, 25. Februar. In die heute zu bildende Tabak- fabrikatsteuer-Commisfion entsenden die National­liberalen drei Anhänger: Bennigsen, Clemm, Paasche und einen Gegner: Basserman» - daS Centrum zwei Anhänger: Schädler und Reindl, 6 Gegner: Witt, v. ArnSwaldt, Harden­bostel, Fritzen, Humann, Wattendorf und Müller-Fulda.

Königsberg, 25. Februar. Der Provinziallandtag von Ostpreußen erklärte mit 44 gegen 23 Stimmen die Errichtung einer LandwirthlchaftSkammer für Ost­preußen für zweckmäßig. Daneben wurde das Weiterbesteheu der landwirthschaftlichen Centralvereine für erwünscht erachtet.

Wiesbaden, 25. Februar. Der seit drei Tagen zur Kur hier weilende sächsische Bergrath, Professor der Bergakademie zu Freiberg Dr. Alfred Stelzner ist gestorben.

London, 25. Februar. Nach einer Meldung derDimeS" u» Tientsin vom 25. d. M. hatte der amerikanische Missionar Reid in Peking eine Zusammenkunft mit der Majorität der Mitglieder deS Großen Raths, welche lebhaft den Frieden wünschten. Hauptmann Haun eken hat die Organisation der Armee infolge deS obstructiven Vor­gehens der Chinesen und Infolge der Weigerung, die von ihm für nothwendig erachteten vorläufigen Bedingungen zuzu­gestehen, aufgegeben.

London, 25. Februar. Eine der Admiralität zugegangene Depesche bestätigt, daß am Braßflusfe im englischen Pro- tectorat deS Niger ein ernsterer Kampf mit den Ausständi- sckren ftaitgefunden hat. Lieutenant Tailor vom Panzerschiff r©t. Georg" und zwei Mann wurden getödtet, fünf ver­wundet. Einzelheiten fehlen noch.

Petersburg, 25. Februar. Officiell wird jetzt mitgetheilt, daß bei dem Untergange deS Kriegsschiffe»Russalka" im November 1893 zwölf Offiziere und 165 Mann Unteroffiziere Mnb Matrosen umgekommen find. Freiwillige Spenden haben 216 000 Rubel eingebracht. Weitere Nachforschungen nach der Russalka" sind definitiv aufgegeben. AuS ASkhabad wird berichtet, daß die Stadt Kutsch an mit Tausenden von Ein­wohnern am 17. Januar von der Erde total verschlungen worden sei. Der englische Consularagent in Kutschan, welcher entkommen ist, bestätigt die Nachricht. Mehrere Erdstöße waren der Katastrophe vorauSgegangen.

tzaitsching, 25. Februar. (Central News of Germ.) Die von Niutschwang und yingtschow zusammengezogenen chinesischen Streitkräfte griffen am Donnerstag die japanischen Stellungen an, wurden aber mit bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen. General NodzuS Kundschafter hatten vorher gemeldet, daß 12000 Mann besser bewaffneter Truppen in drei Abtheilungen auf beiden Setten deS Hatchon- Flüsse» im Anrücken begriffen feien. Die erste Abtheilung von Antfun hatte 10 Geschütze,, die zweite von Tongwason 4, die dritte von Laohang 6 Geschütze. Letztere enthielt den Rest der vorige Woche geschlagenen Truppen. Die Chinesen griffen die Japaner von drei Seiten gleichzeitig an: daS vorzügliche und regelmäßige Feuer der japanischen Artillerie ließ sie aber nicht nahekommen. Der heftigste Angriff erfolgte von der Bandstraße von Laohang. Hierbei verloren die Chinesen über 100 Tobte. Die Schlacht dauerte bis 3 Uhr Nachmittags, bann zogen sich die Chinesen zurück, verfolgt von dem japanischen Veschlltzfeuer: Eine allgemeine Verfolgung wurde nicht be­schlossen, nur die japanische Cavallerie verfolgte den Feind eine kurze Strecke und machte viele Gefangene. Der Verlust der Chinesen beträgt über 200 lobte und viele Verwundete. Die Japaner hatten nur sechs Tobte.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 25. Februar. Zur Feier des Geburts­tages des Königs von Württemberg fand heule eine größere Frühstückstafel beim Kaiser statt, zu welcher ber Reichskanzler und Mitglieder der württembergischen Ge- sandtschast mit Einladungen beehrt wurden.

Berlin, 25. Februar. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist heute an» Anlaß de» Geburtstages de» Königs von Württemberg zum Kaiser befohlen und hat aus diesem Grunde seine Absicht, sich an den Berathungen deS Reichstag» über die Finanzreform Vorlage mit einer einleitenden Rede zu bethei- ltgen, aufgeben müssen.

Berlin, 25. Februar. Die Justiz-Commission de» Reichstags setzte heute die Berathung der Novelle zum GerichtSoerfassungSgesetz fort. § 78, welcher bestimmt, daß wegen großer Entfernung deS Landgerichtssitzes bei einem Amtsgericht eine Strafkammer gebildet und dieser die ge­jammte Thätigkeit der Strafkammer de» Landgerichts zu- gewiesen werden kann, sollte dahin ergänzt weiden, daß sämmtltche Mitglieder der Kammer durch die Landes-Justiz« Verwaltung berufen werden. Dieser Vorschlag wurde ab- gelehnt und e» bleibt daher bei der bestehenden Einrichtung, daß die Amrör.chter durch d,e Lande« Justizverwaltung be­rufen, die übrigen Mitglieder durch da« Präfibtum deS Land- gertchlS bezeichnet werden.

Berlin, 25. Februar. W,e dieWorbb. Allgem. Ztg * welbei, ist bte Regierung gegenwärtig mit einer Revision des Gesetzentwurf» betreff» de» unlauteren Wettbewerbs beschäftigt und zwar an der Hand etngelausener Gutachten. Der Entwurf wird noch in der laufenden Session dem BundcS- rathe und dem Reichstage zugeheu.

Berlin, 25. Februar. Kaiser Wilhelm, welcher sich heute Abend zu dea BeisetzungSseierlichkeiten nach Wrrn begibt, wird von einem Gefolge von 10 Personen begleitet sein. Die Ankunft erfolgt auf dem Nordbahnhof morgen Vor­mittag 11 Uhr. Kaiser Franz Josef und alle Erzherzöge werden den Kaiser auf dem Bahnhofe begrüßen und in die Hofburg geleiten. Bei dem Letcheubegängniß wird Kaiser Wilhelm neben dem Kaiser Franz Josef hinter dem Sarge deS Erzherzogs Albrecht einhergehen. Am Mittwoch brab- fichtigt der Kaiser die Rückreise anzutreten. Gestern ist bereits ein äußerst kostbarer Kranz für den verstorbenen Erzherzog Feldmarschall im Auftrage deS Kaisers nach Wien abgegangen. In der österreichischen Hauptstadt ist mau von der persönlichen Theilnahme deS deutschen Kaisers am Leichenbegängnisse um so sympathischer berührt, als bekannt geworden, daß Kaiser Wilhelm in den letzten Tagen einen leichten Influenza-Anfall gehabt hat und au» diesem Grunde durch den Regenten von Braunschweig oder den Prinzen Heinrich vertreten werden sollte. Der Extrazug, der die Leiche des Erzherzogs Albrecht mit sich führte, ist gestern Abend 10 Uhr in Wien eingetroffen. Die Leiche wurde sofort nach der Pfarrkirche der Hofburg gebracht und daselbst aufgebahrt.

Berlin, 25. Februar. Am Tage der Beisetzungsfeier- lichkett in Wien findet in der St. HedwtgSktrche Hierselbst ein TrauergotteSdienft statt.

Berlin, 25. Februar. Im preußischen Landtage wurde Heute der CultuSetat weiterberathen. DaS Capttel Höhere Lehranstalten" wurde nach einer lebhaften Debatte über die Gleichstellung der Lehrer mit den Richtern bewilligt.

Berlin, 25. Februar. DaS Staat-Ministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr im ReichStagSgebäude zu einer Sitzung zusammen.

Berlin, 25. Februar. Wie derLoealanzeigcr" von sonst gut unterrichteter Seite erfährt, ist die den russischen Handelsvertrag preisende Stelle in der Ansprache, die der StaatSsecretär v. Bötticher an den deutschen HandelStog gerichtet hat, auf eine direkte Anweisung deS Kaisers zurück­zuführen.

Berlin, 25. Februar. DerStaatsbürger-Zeitung" zu­folge verlautet, daß der Minister v. Köller mit der Aus­arbeitung einer neuen lex Heintze beschäftigt sei.

Berlin, 25. Februar. DiePost" schreibt zu dem gestern von derVolkszeitung" veröffentlichten Erlaß des Kriegsministers an die Intendanturen, in dem bestimmt wird, daß Arbeiter, welche für Zwecke der Socialdemokratie in irgend einer Weise wirken oder socialdemokrattschen Ver­bindungen angehören, im Betriebe der Militärverwaltung nicht beschäftigt werden dürfen, daß eS sich hier nicht um ein geheimes Aktenstück handle. Der betreffende Erlaß fei am Tage feiner Veröffentlichung gedruckt und in vielen Hunderten Exemplaren an die einzelnen Jntendautuien ver­sandt worden.

Berlin, 25. Februar. Wie dieStaatsbürgerzettung" mittheilt, hat der antisemitische ReichSlagSabgeordnete Ha ent ch en sein Mandat wegen andauernder Krankheit niedergelegt.

Bern, 25. Februar. Auf dem Züricher See ist gestern die Eisdecke ein gebrochen. Mehrere Personen, die sich mit Schlittschuhlaufen belustigten, find ertrunken.

Pari», 25. Februar. Gestern ist der Gefangenen- Transport, unter welchem fich auch der Excapitän DreyfuS befand, nach den Salutinseln abgegangen.Libre Parole" verlangt bei dieser Gelegenheit Aufschluß über die Versuche, welche angeblich gemacht worden sein sollen, um dem Verurtheilten die Flucht zu ermöglichen. Dasselbe Blatt sagt, ein Abgeordneter werde sich schon finden, der die Re­gierung hierüber interpelliren werde. DerJntranfigeant" veröffentlicht einen sensationellen Artikel, in welchem er daS Vorhaben der Regierung, ein Geschwader zur Eröffnung de» Nord-Ostsee-CanalS zu entsenden, als eine Beschimpfung und Erniedrigung der französischen Flotte bezeichnet und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß im ganzen Lande ein Protest gegeu dieses Vorhaben erhoben werde.

Paris, 25. Februar. Am 4. Juni wird auf dem Schlachtfelde von Magenta ein Standbil.d Mac Ma hon» enthüllt werden.

Madrid, 25. Februar. AuS Saragossa wird ge­meldet, daß bei dem Abladen von Pulver in einem Pulver­magazin eine furchtbare Explosion erfolgte, wobei fünf junge Mädchen schwer verwundet wurden.

London, 25. Februar. DieTimes" meldet au» Kobe, zur Bemächtigung der Insel Formosa werde in Hiroshima ein neues japanisches Expeditionscorps gebildet. Eine Meldung aus Tientsin besagt, der japanische Admiral Ito habe alle gefangenen Fremden, mit Ausnahme eines Amerikaner», der vor ein Kriegsgericht kommt, entlassen, nachdem sie geschworen, im Laufe deS Krieges nicht mehr gegen Japan kämpfen zu wollen.

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Bietzen, den 26. Februar 1895.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 28. Februar 1895, Nachmittag» 4 Uhr, mit Fortsetzung Freitag den 1. März desgleichen. 1. Der Entwurf de» Voranschlag» der Stadt Gießen für 1895/96. 2. Gesuch de» Michael Lechner um Concesfion zum Betrieb einer Schankwirthschaft im Hause Kaplaneigasse 7. 3. DeSgl. der Peter Jmmel Ehefrau im Hause Neuenweg 62, Wiener Hof. 4. DeSgl. de» LouiS Weiffenbach im Hause von Lotz, Neustadt 11. 5. Gesuch de» Bäckermeisters W. Amend um pachtweise Ueberlassung eines Holzlagerplatzes. 6. Errichtung eine» Mädchenhorte». 7. Abgabe von Einfassungsgräbern. 8. Errichtung eines Pissoir» über dem Stadtbach an der Bahnhofstraße. 9. Die an die Beschaffenheit und Lage der zum Betrieb von Gast-

und Schankwirthschaftea bestimmten Locale zu stellenden poli­zeilichen Anforderungen.

* * Reue» Theater, lieber eine Aufführung deS große« AusstattungsstückesDie Kinder de» Copitäu Graut", welcher auch hier gelegentlich de» Gastspiel» ber Herren Dir. Gebr. Hartmann zur Darstellung gelangt, schreibt eine Dortmunder Zeitnng:Im Stadttheater mochten gestern AbendDie Kinder deS Capitän» Grant" zum ersten Male ihre Auf­wartung. Wir hoffen, daß sie nach dem hierbei erzielte« Erfolg noch deS Oefteren in der Lage fein werden, einem Zahlreichen Publikum da» Schicksal ihres Vater», de» tapfere« CapitänS, der nach erlittenem Schiffbruch auf einer uowirih- lichen Insel an der Grenze de» südlichen Eismeere» do« feinen Matrosen schmählich verlassen und sammt feinem Sohne dem sicheren Hungertode preisgegeben wird, sowie ihre eigenen Schicksale, die sie sammt verschiedenen Freunden bei der Aufsuchung der Schiffbrüchigen, die durch eine Flaschenpost der Welt Kunde von ihrem Verbleib gegeben haben, erleide«, veranschaulichen werden. Die Dekorationen waren großartig, insbesondere der Bergrutsch und der feuerspeiende Berg, die schwimmenden Eisberge und die Polarsonne. Gespielt wurde ganz vorzüglich, wir wüßten kaum, wem wir den Vorzug geben sollten und begnügen uns daher, allen Darsteller« unser Lob auszusprechen. Hoffentlich versäumen nur wenige, sich die Aufführung anzusehen, wir bürgen dafür, daß keiner enttäuscht daS Theater verlassen wird.

* Wohlthatigkeits Vorstellung für die Nähabeude für Un­bemittelte am 28. Februar. ES ist in der Stadt da» Gerücht verbreitet, da» HauS fei ausverkauft, da» nähert fich der Wahrheit, ist aber trotzdem nicht wahr. Wo e» sich um Wohlthun handelt, kann ein Ausverkauf eigentlich nie statt- finden, wer ein warmes Herz für Hilfsbedürftige hat, findet bei Herrn Challier immer noch Karten vor.

* * Die Rückerstattung vo« Beitrüge« zur Invalidität»- und AlterSverficheruog wird in diesem Jahre zum ersten Male stattfinden. Gemäß § 30 und 31 des Gesetze» steht folgend:« Personen, welche mindesten» fünf Beltrag»jahre (fünfmal 47 Wochen: 235 Wochen) geklebt haben, da» Recht auf Rück- forderung ihrer Beiträge zu: 1. solchen weiblichen Personen, welche sich verheirathen und keine Rente beziehen, 2. der hinterlassenen Wittw: oder In Ermangelung dieser den hinter­lassenen ehelichen Kindern eine» ohne Rente gestorbene« männlichen Versicherten, 3. den hinterlassenen Kindern unter 15 Jahren einer versicherten Wittwe, welche ohne Rente gestorben ist. Rückerstattung der Beiträge erfolgt nicht, wen« Infolge deS Tode» eine» Versicherten eine gesetzliche Rente gezahlt wird. e

* Zu Amerika verstorbene Heflea. Arlington, O.: Elisabetha KrauS, geb. Schwtn, 72 Jahre alt, au» Beeden- kirchen. Brooklyn, N. U.: Carl Strauch, au» Hessen- Darmstadt. Jeffersonville, N. U.: Philipp Metzger, 47 Jahre alt, auS Gambach. St. Louis, Mo.: Sophie Dombach, Wittwe von Philipp Anthe», 70 Jahre alt, au» Arhellgen. Wheeling, W. Ba Frau Ferdinand Fey, eine geb. Elisabetha Ohlmitller, 60 Jahre alt, au» Bens­heim- Christian Bierheller, 64 Jahre alt, au» Fauerbach.

* * Ein kalter Februar ist dem Landmann sehr willkommen, und ie dichter ber Schnee die Saaten beckt, besto besser ist eS für die Entwickelung. Darum heißt es auch in einer alten Bauernregel:

Wenn'S im Hornung nicht recht wintert, so kommt Kälte um Ostern.

Der diesjährige Februar leistete nun allerdings de» Gute« beinahe zu viel, denn so ausdauernd an Kälte und Schnee war seit vielen Jahren keiner seiner Vorgänger. Schon jetzt sieht man in den bedrohten Landstrichen dem Tage mit großer Besorgniß entgegen, wo ein warmer Regen die Schnee und EiSmaffen auflöst.

r. Aus dem Kreife Bietzen. 24. Februar. Ei« Lehrer hatte vor wenigen Tagen infolge Verhinderung seines College« dessen Klaffe mit der setntgen gleichzeitig zu beschästige«. Während er nun in der einen Klasse unterrichte::, ließ er in der anderen eine schriftliche Arbeit anfertigen, setzte aber, um während seiner Abwesenheit die nothwendige Ruhe zn erhalten, einen Schüler auf den Katheder mit dem Auftrage, alle Störenfriede zu verzeichnen und zur Anzeige zu bringe«. DieseErhöhung" des betreffenden Schüler» nahm jedoch ein Mitschüler sehrkrumm", denn derselbe legte alsbald einen Zettel mit folgender Aufschrift auf den Katheder:Ich und alle Bischöffe sagen e» Dir, du falscher Mönch Hilde­brand, steige herab von deinem angemaßten Thron, steige herab!"

Lich, 24. Februar. GenSdarm Müller dahier ist als Stationsführer nach Homberg a. d. O. versetzt worbe«. An beffen Stelle tritt GenSbarm Holland in Gießen.

r. Lich. 24. Februar Die Abgangsprüfung ai ber hiesigen Präparanben-Anstalt findet unter dem Vorsitz beS Großh. Semlnardlrector» Dr. Ouentell au» Friebderg am 9. und 10 April d. I. statt.

-n. An» dem Kreise Friedberg. 25. Februar. Eine in­teressante Wahrnehmung konnte man während de» letzten Thauwetter» in Gemarkungen mit nur theilweiser Ent­wässerungsanlage machen. Während nämlich auf brainlrte« Parzellen der Schnee schon fast vollständig weggethaut war, lag er auf andern noch in geschlossener Decke. Da» zeigt deutlich, wie der Boden durch Entziehung der Nässe a« Warme gewinnt. Bi» jetzt kannte an ber $Binterfru(Mt noch fein Frostschaben constatin werben. Wunberschvn steht der junge Klee. Er sieht so frisch grün au»; al» ob da» Thermometer nie auf 23 Grad unter Null gesunken wäre. Erfahrungsgemäß schaden ja auch auf dem Felde die Winter- röste weit weniger, al» die FiüdjadrSfröfte. Die seitherige kalte Temperatur hat unsere Obstbäume noch sehr zurück- gehalten. E» ist noch kein Anschwellcn der Knospen zu be­obachten, sodaß man zu der Hoffnung berechtigt Ist, die BlÜlhezett falle jenseits der bekannten Frostperiode im Mai. Mit Beginn de» Thauwetter» ist die Nachfrage nach