AIS der in Aussicht genommene Candidat wird der Abgeordnete Spahn bezeichnet. Den ersten Vizepräsidenten hätte nach der FractionSstärke die Sozialdemokratie zu stellen. Dieselbe scheint indeß gewillt, auf eine Vertretung im Präsidium zu verzichten und ihre Ansprüche an die BolkSpartei abzutreten. Letztere hat sich über die Personenfrage noch nicht schlüssig gemacht. Die nächststärkste Partei wären alsdann die Polen. — Wie eine parlamentarische Correspoodrnz wissen will, beabsichtigt man im Reichstage, zunächst den zurückgetretenen Präsidenten v. Levetzow wiederzuwähleo.
— Der heutigen ReichStagSfitzung wohnte in der Hofloge der Großherzog von Baden bei.
— Zu der heutigen Reichstagsverhandlung wird der „Kreuzztg." gemeldet, daß der StaatSsecretär v. Bötticher das Ergebniß der Abstimmung über den Antrag Levetzow rasch auf das Papier warf und sofort an den Kaiser sandte.
Bremerhaven. 23. März. Dor dem hiesigen Seeamte begann heute Vormittag 9 Uhr die Verhandlung, betreffend die Lollision und den Untergang deS Schnelldampfers „Elbe". Der Gerichtshof besteht aus dem Amtmanne Dr. Dommeö als Vorsitzenden, dem NavigationSschuldirector JungclauS, dem Oberlootsen Mioffen, dem Hafenmeister Gerlach und dem Schiffsbesichtiger Heincks als Beisitzenden. Al-Reichscommtffar fungirt NavigationSschuldirector Dr. Romberg. Als Zeugen find geladen: Oberinlpector Berdrow, SchiffSbauingenieur Walter, Ladeunrernehmer Htnsch, der L oyd'Ageut v. Riegen, die dreizehn Geretteten von der Mannschaft der „Elbe", der gerettete Weserlootse de Harde und der gerettete Passagier Schiffskoch Botheu. Zur Perle ung sollen kommen die Aussagen deS geretteten Fräulein Böker, deS geretteten englischen Lootsen Greenhum und die vor dem deutschen Generalconsul in Newyork gemachten eidlichen Aussagen deS Passagiers Schlegel. Die Aussagen der Besatzung der „Erathie" sind nicht zu erlangen gewesen.
Arr-land.
Wien, 24. März. Der gestrige Beschluß des deutschen Reichstages hat nach der „Post" auch hier großes Aufsehen hervorgerufen. Die „N. Fr. Pr." sagt, Bismarck bleibt, waS er ist, auch ohne die Glückwünsche des Reichstages, al er dieser wird die tiefe Wunde spüren, die er durch seine Verkündigung an dem Nationalgefühl und an dessen achtzigjährigem Liebling sich selbst beigebracht hat. Das „Fremdenblatt" sagt, im AuSlande müsse die Haltung deS Reichstags Befremden erregen, man sieht darin Undankbarkeit oder Mangel an jenem übermächtigen Gemeinsinn, der die Natio- nulschaft groß macht und dem Fremden Respect einflößt. DaS ultramontane „Vaterland" nützt das Votum des deutschen Reichstags aus, den österreichischen Verehrern BtSmarckS eine Lection zu geben und fügt, Bezug nehmend auf das kaiserliche Telegramm hinzu, eS sei hierin eine Situation geschaffen, auf deren AuSgang ganz Europa gespannt sei.
Innsbruck, 23. März. Heute Abend findet im großen Stadtsaale cm von den deutschnationalen Studenten veranstalteter BiSmarck-Eommer- statt, welcher in keinem Zusammenhänge mit der BiSmarck-Adresse steht. Es werden Ruhestörungen befürchtet. Die bereits angesetzt gewesene große Uebui.g der hiesigen Garnison ist deßhalb abgesagt worden.
Brüssel, 23. März. Der Finanzminister hat der Kammer einen Tabaksteuer-Gesetzentwurf unterbreitet, dem zufolge für Cigarren und Cigarretten 500 Francs für 100 Kilo EtngangSsteuer erhoben werden soll. Die inländische Steuer beträgt 1 bis l1/? Centimes für jede Pflanze.
Charleroi, 23. März. Ein schreckliches Grubenunglück hat gestern in Firstaux stattgesunden. Drei Arbeiter wurden durch niederfallende Steine getödtet. Die Leichen konnten bis jetzt noch nicht gefunden werden.
Madrid, 23. März. In Folge einer Versammlung von Offizieren und Journalisten ist jedes zwischen denselben bestehende Mtßverständntß ausgeglichen.
London, 22. März. AuS Hongkong wird der ,Times" gemeldet, daß in Mutluk, Provinz Kwangtung, ein Aufstand auSgebrochen ist, der sich auf andere benachbarte Städte auödehnt. Von Canton zur Bestrafung der Rebellen ab- gesandte Truppen wurden mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. ES werde beabsichtigt, über Muiluk den Belagerungszustand zu verhängen.
Petersburg, 23. März. In panslavisttschen Kreisen hat die Abberufung deS Generals v. Werder lebhafte Befriedigung hervorgerufen. In der „Peterburger Zeitung" spricht ein rusfischer Politiker seine Genugthuung über die Abberufung v. WerderS aus. Für Deutschland, meint der „Panslavtst", sei freilich WerderS Abberufung ein Mißgeschick, da eS einen besseren Vertreter in Petersburg nicht haben könne, für Rußland dagegen sei dies ein Glück. Welche Gefahr sei cS, einen solchen Mann in Petersburg zu wissen, der die Verwaltung so genau kennt wie die Russen selbst.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphische« Correspondenz-Bureau.
Derliu, 24. März. Wie die „Nat.-Ztg." erfährt, ist gestern Abend bet Bennigsen ein Telegramm von Bürcklin aus Montreux eingetroffen, worin er anzeigt, daß er sein Amt als zweiter Vicepräsident deS Reichstag« niederlege.
München. 24. März. Der CultuSminister Dr. v. Müller ist heute Nachmittag kurz nach 3 Uhr gestorben.
Leus, 24. März. Der Congreß der Grubenarbeiter ist beendet- der Antrag zu Gunsten eines allgemeinen Strike« wurde abgelehnt.
Madrid, 24. März. DaS neue Sabinet ist wie folgt constituirt: Vorfitz: Eanova«, Aeußere«. Herzog von Tetuan, Justiz: Römers, Krieg: Azcarraga, Marine: Beranger, Finanzen: Reverter, Inneres: CoSgayon, Arbeiten: Bosch, Kolonien: Castellano«. Die Vereidigung fand gestern Abend statt.
Cocale» und Lrovinziellcr.
Siebe«, den 25. März 1895.
* • Kirchliche Tieustuachrichteu. Am 28. Februar wurde dem Caplan Thomas zu Gießen die katholische Pfarrstelle zu Haßloch, Decauat Darmstadt, mit Wirkung vom 14. März an, übertragen.
H. Neues Theater. Unter dem jubelnden Beifall eines sehr großen Sonntagpublikums ging gestern Abend „Der Trompeter von Säkkingeu" über die Bühne. Besetzung und Darstellung waren denen der frühtren Aufführungen gleich mit dem Unterschied, daß an Stelle der Frau Steiners Fräulein Egger die Margarethe recht hübsch spielte. — Za unserer Genugthuung können wir heute melden, daß die Theaterdirection vielfach geäußerten Wünschen nachgebend nicht daS franzöfische Schauerstück „Odette", sondern MoreioS reizendes Lustspiel „Donna Diana" mit Frau Lange - Praeto riuS in der Titelrolle zur Aufführung bringen wird.
* • 22. Mittelrheinisches Turnfest zu Gieheu 1895. Zur Erlangung von Entwürfen für die Festhalle und den Haupteingang ist ein Preisausschreiben erlassen worden, welches folgende Bedingungen enthält: 1. Am Wettbewerb kann sich jeder in Gießen ansässige Archittct oder Bautechniker betheiligen, mit Ausnahme der im Preisgericht fitzenden. 2. Die Entwürfe sind spätestens bis zum 6. April, Mittags 12 Uhr, an den Vorsitzenden des Bau Ausschusses Herrn Stadtbaumeister Schmandt, Ludwigstr. 30, dahier, verschlossen einzureichen und müssen statt bd$ Namens mit einem „Kennwort" bezeichnet fein. Ein verschlossener, den Namen des Verfassers enthaltender Briefumschlag mit gleichem Kennwort ist den Entwürfen beizusügen. 3. Es werden verlangt: a) von der Festhalle 1 Grundriß mit Eintheilung der Sitze, Gänge rc., 1 Längsschnitt, mindestens 1 Haupt ansicht, Maßstab 1:100, 1 Querschnitt, Maßstab 1:50; b) von dem Haupteingang: 1 Grundriß, 1 Ansicht, Maß stab 1:100; c) Lageplan mit Einzeichnung der Bauten, Maßstab 1:500. Mit den Entwürfen ist ein Kostenanschlag über beide Bauten, pro qm überbauter Flache und pro cbm umbauten Raumes, gerechnet von Terrainhöhe bis Höhe der Dachtraufe, einzureichen, wobei der Rückgang des gesammten Baumaterial- an die Unternehmer zu berücksichtigen ist. Die Bauten sollen in gezimmertem Holz auS- geführt werden. 4. Als Prelle find festgesetzt: 1. Prei« 150 Mk., 2. Preis 100 Mk., 3. Preis 50 Mk., doch bleibt Vorbehalten, die zur Verfügung stehende Summe von 300 Mk. nach Maßgabe der Qualität der einlaufenden Entwürfe auch in anderer Weise, aber keinesfalls unter Verringerung der Preise, zu vertheilen. Durch Zuerkennung eines Preises gehen die betreffenden Entwürfe in das Eigenthum deS Festausschusses über. Dem Verfertiger des besten, geeignetsten Entwurses kann die specielle Bauleitung, vorbehaltlich besonderer Vereinbarung hierüber, übertragen werden. 5. Die. Bauten sollen auf „Oswalds Garten" errichtet werden. Zu berücksichtigen ist, daß zwischen dem einzufrie- digenden Turnplatz und der Festhalle ein angemessener freier Raum verbleibt und daß die Bäume und Anlagen weitgehendste Schonung erheischen. Die Kirchstraße ist für den Verkehr thunlichst frei zu halten. 6. Die Fe st Halle von 1800 bis 2000 qm Grundfläche muß enthalten: a) Sitzplätze ebener Erde für 2500 Personen; b) an geeigneter Stelle ein Podium für Schaustellungen für 150 Personen (ca. 100 qm) nebst Garderobe darunter ober in unmittelbarer Nähe; c) eine Musiktribüne etwa 50 qm groß; d) einen erhöhten Ehrenplatz für 30 bis 40 Personen; e) vier Räume von je 12 bis 15 qm Grundfläche für Poft, Presse, SanitätSwachr und Dienstzimmer. Die Anbringung von Fontainen und Wasserkünsten vor oder in der Festhalle ist zulässig; f) Vorsorgungsräume für die Fefthalle, im Ganzen etwa 500 qm und zwar 1 große Küche, 1 Spülküche, 1 Schwenkraum, 1 Raum für den Festwirth, 1 deS- gleichen für G äser und Kisten, 1 bis 2 Räume für Weinausgabe (Schalter), 2 Räume für Aufenthalt des männlichen und deS weiblichen Dienstpersonals, 1 Büffet für warme, 1 für kalte Speisen; g) Pissoirs und Aborte, getrennt für Männer und Frauen in der Nähe der Festhalle. 7. Der Haupteingang muß enthalten: a) 2 Kassenzimmer von je 10 biS 12 qm; b) 1 Raum für Feuerwache, c) 1 Raum für AuskunftSbureau, je 12 bis 15 qm Grundfläche. Eingänge und Ausgänge sind streng von einander zu trennen.
• * Vortrag im Kaufmännische« LehrlingSheim. Gestern Abend hielt Herr Pfarrer Bangel im LehrlingSheim de« Kaufmännischen Vereins einen Vortrag über die Entwickelung der anglikanischen Kirche im 16. und 17. Jahrhundert und die sich hieran knüpfenden politischen Wirren In England. Im Anschluß hieran wird Pfarrer Bangel am kommenden Sonntag in einem weiteren Vortrage eine Biographie über Benjamin Franklin geben. Der Redner verstand eS meisterhaft, in einer den jugendlichen Hörern faßlichen Form in gedrängten Bildern die gewaltigen Kämpfe deS englischen Volks packend vorzuführen und folgten die zahrelch versammelten kaufmännischen Lehrlinge mit großem Interesse den Ausführungen des Redners.
* * Versammlung deutscher Historiker. Die Einladungen zu der diesjährigen am 18., 19. und 20. April zu Frankfurt a. M. stattfindenden Versammlung deutscher Historiker find nunmehr zur Versendung gelangt. Die Hauptpunkte deS Programm« find: In der ersten Sitzung 18. April, Vormittags 9 bl« 1 Uhr eine Berathung über die Anlage deS historischen Studium« auf der Universität. Berichterstatter über diese hochwichtige Frage find der bekannte Professor der Geschichte an der Universität Graz Dr. von Zwiedineck-Südenhorst, der Ghmnafialdirector zu Braunschweig Dr. Holdeweg und der Gymnasialprosessor Bogt in Augsburg. In der zweiten Sitzung, die am selben Tage, Nachmittags statlfindet, spricht Professor Dr. Bücher au« Leipzig über den Haushalt der Stadt Frankfurt im Mittelalter. Freitag den 19. April wird in der dritten Sitzung Über die Grundsätze, welche bei der Herausgabe von
Actenstücken zur neueren Geschichte zu befolgen sind, berathen. Professor Dr. Stiere aus München und Geh. Regierung«- rath Professor Dr. Ulmann au« Greis«wald haben die Berichterstattung übernommen. An diese Sitzung schließt sich um 2»/, Uhr da« Festessen im großen Saal der Alemannia. Am folgenden Tag hält Professor Dr. Eduard Meyer au« Halle einen Vortrag über die wirthschaftliche Entwicklung deS Attenham« Für Sonntag den 21. April ist ein Ausflug nach der Daaiburg bei Homburg unter Führung einiger Mitglieder der LimcScommiffion geplant. Für die Dauer der Versammlung find Räume der Alemannia für die T heil- nehmer referoirt. Den Inhabern von Theilnehmerkarte« find ferner folgende Deraünstigungen gewährt: Der Eintrittspreis zu den beiden Festvorstellungen am Freitag Im Schauspiel- und am SarnStag im Opernhaus, sowie zum Besuch des PalmengartenS und Zoologische^ ©arten« ist auf die Hälfte ermaß gt. Der Besuch de« Römer«, de« Goethehause«, de« historischen MuleumS, der Leseräume de« Bürgervereins und de« Hochstift« ist für die Inhaber frei.
* • Unfall. Auf der Margarethenhütte wurde beute Vormittag der Arbeiter Jung von Hochelheim durch Quetschung anscheinend schwer verletzt, tterfelbe wurde in die chirurgische Klinik verbracht.
* • Einbruch. In der Nacht von SamStag auf Sonntag wurde am Braunsteinbergwerk eine verschlossene Bude erbrochen und verschiedene Gegenstände daran- entwendet.
"Pseudo-Lorch, welcher, wie wir s. Z. meldeten, in Cassel in Hast genommen wurde, ist, nachdem wegen seiner Persönlichkeit hier Recogno-cirungen vorgenommen, vorerst nach Worm« übersührt, wo er wegen ähnlichen Schwindel- vor den Strafrichter gestellt werden wird.
Som Wetter. Falb bleibt dabei, daß wir noch einen Nachwinter zu erwarten haben, indem er neuerdings wieder prophezeit: „Vom 19. ab erwarten wir kältere« Wetier mit leichten Schneefällen; um den 26. aber (kritischer Tag zweiter Ordnung mit Sonnen Flnsterniß) kurze- Thau- weiter, worauf nach dem 27. wieder Schneeiälle mit Frost und in den letzten Tagen de« Monat« auch ziemlich stürmisches Wetter folgen dürfte." Zuzutreffen braucht» « aber nicht.
* • Der Cetttralvarstand bei Allgemeine« D.'Nischen Hand- toetferbunbel sieht sich gegenüber verschiedenen Ausstreuungen und Versuchen zu der bestimmten und festen Erklärung ver anlaßt, daß der 8. Allgemeine Deutsche Handwerkertag unter allen Umständen Dom 21. bi« 23. April d. I«. zu Halle a. S. staltfindet.
♦ ♦ Gebrauchsmuster Eintragung. Besteck zum Entfernen Don Stopfbüchfenpackungen au« den Büchsen, Paul Derer bürg, Büdingen, 4. 2. 95.
* ♦ Der Setreibemarkt. Da die BefÜrchtungeu, daß weitere Frostschäden in Frankreich, Rußland und Nordamerika die künftige Ernte beeinträchtigen würden, so ziemlich geschwunden sind, so machte sich in der letzten Woche auf alle« Märkten ein stärkere« Angebot an Getreide geltend, doch find die Preise nur ganz unbedeutend gesunken, denn die Verkäufer legten sich bei dem Preisrückgänge Zurückhaltung im Angebote auf. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen per 20 Centner für 124 bi« 143 Mk., Roggen 114 bi« 120 Mk., Gerste für 94 bi« 165 Mk., Hafer für 106 bi- 138 Mk.
X Butzbach, 22. März. Unsere Stadt wird dem Altreichskanzler Fürsten BiSmarck al« Attribut der hauptsächlichsten hiesigen Gewerbe ein Paar Reiterstiefel zum Geburtstag widmen. Die Stiefeln sind Don einem Butz- bacher Meister au« Butzbacher Leder hergestellt und in ihrer natürlichen Farbe belassen worden, sie werden kunstvoll mit Brandmalerei Dersehen.
C. Darmstadt, 21. März. Der Postgehülfe Pütt- mann ist seit dem 18. März 8 Uhr 30 Min. Borm. au« seinem Beschäftigung-Orte Vlotho verschwunden, anscheinend unter Mitnahme eine- nicht nachweisbaren WerthstÜck- an die AnsiedlungScommission in Posen über 13,480 Mk., enthaltend 13 Rollen Doppelkronen zu 1000 Mk. und eine Rolle mit 480 Mk. in Kronen. Auf die Ergreifung de« PÜttmann und Wiedererlangung de« Geldes ist eine Belohnung von 750 Mk. gefetzt. Personbeschreidnng Name: Friedrich Wilhelm Karl Püttmann. Geburtsort: Unna (Kreis Hamm). Geburtstag: 19. Juli 1874. Größe: 1 Meter 55 Zentimeter. Gestalt: klein, untersetzt. Augen: dunkelbraun. Nase: gewöhnlich. Haare: dunkelblond. Gesicht: schmal. GesichtSsarbe: gesund. Bart: blonder, dünner Schnurrbart. Kleidung: graubrauner Havelock, olivgrüner weicher Filzhut mit Pfauenfedern. Ohne besondere Kennzeichen.
A Mainz, 24. März. Weinetnfuhr. Im ad« gelaufenen Monat Februar wurden in hiesige Stadt 2611 Hectoliter inländische Weine gegen 5845 Htctoliter im Februar vorigen Jahre« elngrsührt. Dieser beträchtliche Rückgang der Einfuhr ist wohl zum Theil auf Rechnung de« durch die Kälte gehemmten Transporte- zuzuschretben.
PermiWto.
• Marburg, 23. März. Eine Mordthat ereignete sich gestern auf der Groß'eelheimer-Straße, im Walde kurz vor dem Dorfe Bauerbach. Nach eintretender Feierabendstunde begaben sich eine Anzahl Holzhauer von ihrer Arbeit nach Hause. Zwei von denselben, die 19jährigen Burschen Schröder au» Großseelheim und Weitzel au« Bauerbach folgten in einiger Entfernung den Vorangehenden. Daß zwischen Beiden Ttreitigkeiten vorgekommen wären, ist nicht bemerkt worden, wohl aber wurde Weitzel später al- Leiche im Chausseegraben aufgesunden. Ein Messerstich In« Herz hatte feinen sofortigen Tod zur Folge gehabt. Schröder, der über den Vorfall zur Rede gestellt wurde, hat alflbalb da« Geftändniß abgelegt, daß er seinen Gefährten nach vor- au«gegangenem Streite erstochen habe. Noch gestern Abend wurde Schröder verhaftet und in da« hiesige ArntSgerichtS- gefängniß eingeliefert.


