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26.2.1895 Erstes Blatt
 
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Dienstag den 26. Februar

Erstes Blatt.

Nr. 48

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Siebaction, Erpkditt»^ und Druckerei:

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Die Gießener

A««itieu5rLl1er werben dem Anzeiger wöchentlich dreimal dcigelcgt.

Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, wit Ausnahme deS Montags.

Amts- und Zlnzeigeblntt für den Tiveis Grefzen.

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Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

den den

Neueste Nnehrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 24. Februar. Der Kaiser begibt sich Montag

25. d. M. Abends mittelst Extrazug nach Wien zu

Ausland.

Wien. 23. Februar. Heute Vormittag brach im Palais des Unterrichtsministeriums Feuer aus, welches großen Schaden anrichtete. Der Brand konnte erst nach mehr­stündiger anstrengender Arbeit gelöscht werden.

London, 23. Februar. In politischen Kreisen befürchtet man, daß die Regierung bei derDiscussion der Trennung zwischen Staat und Kirche in Wales in die Minder­heit kommen werde. In diesem Falle wird sich das Cabiuet zurückziehen und das Parlament aufgelöst werden.

London, 23. Februar. DerStandard" meldet aus Odessa, daß in der Nähe von Astrabad ein schreckliches Erdbeben stattgefunden hat. Die Stadt Kutchat soll theilweise zerstört und mehr als tausend Personen sollen um­gekommen sein.

Aufgabe in vortrefflicher Weise. Ihr gebührt daher unser aufrichtigster Dank. Der Kotzebu-'sche Einacter, der den lebenden Bildern voraufging, versetzte durch seine drastische Komik und die flotte Darstellung das Publikum in die fröh­lichste Laune. Besonders die Wiedergabe der Frau Krebs und des Schulmeisters wirkte überwältigend. Herr Hacker vom hiesigen Theater war in liebenswürdiger Wetse in eine plötzlich eingetretene Lücke in der Besetzung eingesprungeu. Wir sagen ihm hierfür sowie für die prächtige humoristische Durchführung seiner Rolle unseren Dank. Die piece de resistance des Abends waren die lebenden BilderIm Reiche des WafferS". Hier sah man, welche DccorationSwirkungeu mit Fleiß und gutem Willen auf unserer kleinen Bühne er­zielt werden können. Die Jnscenirung war glänzend, jedes einzelne B ld von reichster Farbenpracht. Zum Schluffe müssen wir noch erwähnen, daß die Ltedervorträge und die Vorträge des Streichquartetts großen Beifall gefunden haben. Allen denen, die so bereitwillig ihre Zeit und ihre Kraft in den Dienst der guten Sache gestellt haben, besonders aber der Gießener Rudergesellschaft und ihren Damen, sowie dem Marineverein sagen wir an dieser Stelle unseren herzlichste« Dank. ,

** Neues Theater. Wie sehr Herr Direktor RetnerS bemüht ist, dem Gießener Publikum etwas Neues und Gute« zu bieten, erkennt man schon daran, daß dem erfolgreichen Gastspiel desHänsel und Grethel"-EnsembleS am 28. d. M. das der Dtrectoren Gebr. Hartmann mit ihren Ausstattungs­stückenDie Reise um die Erde in 80 Tagen",Die Kinder des Capitän Grand",Die sieben Raben" folgen wird. Uebcr die Leistungen der Herren Gebr. Hartmann bezüglich der Dekorationen und Requisiten liegt uns ein Bericht über eine Aufführung om Stadttheater in Hamm vor, welcher sagt: Dor ausverkauftem Hause fand gestern Abend die erste Aufführung des großen AusstattungsstückesDie Reife um die Erde in 80 Tagen" statt. Die Dekorationen waren geradezu prächtig und übertrafen alle Erwartungen, dazu arbeitete die Regie mit großem Erfolg. Wir kommen gelegentlich der nächsten Aufführungen vielleicht noch ein­gehender auf das Stück zurück, für heute beschränken wir uns darauf, alle unsere Leser aufzufordern, sich den Genuß nicht entgehen zu laffen und die heutige oder morgige Auf­führung zu besuchen.

* Sanitatsvereiu. In der gestern Nachmittag im Saale des Herrn Restaurateur Böhm abgehaltenen zahlreich besuchten Generalversammlung ^wurde der Geschäfts­bericht vorgetragen, nach dem sich eine Mttgliederzahl von 462 ergab. Der Kassenbericht wies eine Einnahme von Mk. 3029.93, eine Ausgabe von Mk. 2969.49 nach. Der gelammte Kaffenbestand beträgt Mk. 332.44. In der Dorstandswahl wurde der seitherige Kassirer Herr Aug. Bock einstimmig wiedergewählt, an Stelle des freiwillig ausscheidenden Schriftführers Herrn Hensel wurde Herr Schwarz gewählt. Bei der Wahl eines Beisitzer- wurde Herr Karl Bonarius ebenfalls einstimmig wiedergewählt. Mehrere anwesende Gäste ließen sich al- neue Mitglieder eintragen. Es ist in Anbetracht der guten Zwecke, die der Verein verfolgt, zu hoffen, daß derselbe bald eine Mitgliederzahl von 500 erreicht.

* * Patentanmeldungen. Füllofen mit Einrichtung zur Zuführung von Secundärluft zu den Rauchgasen, Hugo Buderus, Hirzenhain, 5. 7. 94. RegelungSvorrichtuug für Füllöfen, Hugo Buderus, Hirzenhain, 3. 10. 94. Ver­längerung der Schutzfrist. Anwendung der durch daS Patent Nr. 48,852 dargestellten Einrichtung usw., H. Schaff- staedt, Gießen, 19. 2. 92, 26. 1. 95.

* Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 14. bis 21. Februar.) Der Getreidemarkt zeigte in letzter Woche eine von Tag zu Tag schwankende Haltung, die indessen keineswegs die bisherigen Preise drückte, sondern eher deren Festigkeit bewies. Die Preisschwankungen sind offenbar auf die ungewiffen Aussichten auf die zukünftige Ernte zurückzu- führen, zumal man in mehreren Ländern bedeutende Frost­schäden besürchtet. In Berlin und Leipzig wurden gekauft: Weizen pro 20 Centner für 119 bis 139 Mk., Roggen für 111 bis 116 Mk., Gerste für 92 bis 170 Mk., Hafer für 106 bis 138 Mk., je nach Qualität.

§ Crainfeld, 21. Februar. Dem Bericht aus Nr. 20 dieser Zeitung über die Verbastung des hier ansässig ge­wesenen David Sommer III. zu Schlüchtern auf Requi­sition der Großherzoglichen Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Wuchers kann der Berichterstatter hinzufügen, daß Sommer auch noch wegen Betrug, Erpreffung, Meineid, Verbrechen gegen die Sittlichkeit angeklagt ist. Wegen der zu führender umfangreichen Beweisaufnahme konnte die Unter«

BeiietzungSseierlichkeiten für Erzherzog Albrecht.

Arco, 24. Februar. Gestern Abend wurde die Leiche des E'zherzogS Albrecht eingesegnet und unter außer­ordentlicher Betheiltgung zum Bahnhöfe übergeführt. Der Extrozug mit der Leiche ging Abends um 10 Uhr nach

Cocttite* rrirö

Gieße», den 25. Februar 1895.

* * Empfang. Se. Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 23. Februar u. A. den Beigeordneten Jäger von Schlitz, den Justizrath Dr. Schwarz von Gießen.

* Militärdienstnachrichten. Freiherr v. Manteuffel, Major vom Generalstabe der Großh. Heff. (25.) Div., als Bats.-Commandeur in das 4. Garde-Regt. zu Fuß versetzt. Freiherr v. Uckermann, Hauptm. und Comp.-Chef vom Füs. Regt. Königin (Schleswig-Holsteins ches) Nr. 86, unter Ueberwetsung zum Generalstabe der Großh. Heff. (25.) Div., in den Generalstab der Armee zurückversetzt.

* Fernsprechlinie Gießen Frankfurt. Die Fernsprech­linie Gießen-Butzbach-Bad-Nauheim-Friedberg Groß Karben- Vilbel-Frankfurt a. M. scheint, wie derDarmst. Ztg." aus Friedberg gemeldet wird, zu Stande zu kommen. Für Friedberg ist die Herstellung einer Stadtsernsprechanlage geplant, welcher die umliegenden Städte der Wetterau an­geschloffen werden sollen- auch mit Hungen und Nidda soll sich deßhalb noch benommen werden. Das Abonnement ist per Jahr 150 Mk.- bis zur Entfernung von 5 Km. (Luft­linie) ist das Gespräch frei- bei einer Entfernung von 530 Km. kostet daS Gespräch eine Extragebühr von 50 Psg.- bei einer Entfernung über 30 Km. (jedeSmal Luft­linie verstanden) wäre für jede- Gespräch eine Extragebühr von 1 Mk. zu entrichten. Die Abonnenten könnten somit mit Gießen, Frankfurt, Hanau, Offenbach, Homburg v. d. H. gegen Entrichtung der vorgeschriebenen Gebühr Gespräche führen. In Friedberg haben .25, in Bad Nauheim 8, in Groß-Karben 6 Jntereffenten in verbindlicher Weise sich abonnirt.

*Elbe" - Wohlthätigkeits - Vorstellung am 22. d. MtS. Für Fräulein Wendorf, die Plötzlich erkrankt war, hatte Fräulein Hartwig vom Frankfurter Stadttheater den Prolog und die Partie derUndine" in letzter Stunde über­nommen. Trotzdem zum Studtren nicht mehr viel Zeit übrig geblieben war, entledigte sich Fräulein Hartwig ihrer

Deutsche» Reich.

Berlin, 23. Februar. Auf dem heutigen Diner des Provinziallandtages erwiderte der Kaiser auf ein vom Oberpräsidenten Achenbach auSgebrachteS Hoch:Die eben vernommenen Worte Ihres verehrten Herrn Ober­präsidenten haben aufs Neue die Gesinnung der Treue und Anhänglichkeit Meiner Märker zum Ausdruck gebracht. Von ganzem Herzen danke ich Ihnen dafür. Solche Gesinnungen sind in so schweren Zeiten doppelt werth und sind für mich in meinem dornenvollen Amte Erquickung und Unterstützung, denn sie bedeuten daS Vertrauen, welches Sie in Ihren Markgrafen setzen, und daS Vertrauen bedeutet hinwiederum die Luft zur Mitarbeit und Unterstützung und das, was mir meine Ausgabe am meisten zu erleichtern im Stande ist, wenn mein ganzes Volk sich entschließt, auch mit der That seinem LandeSvater fördernd zur Seite zu stehen. Die Fragen, welche im Augenblick die Gemüther bewegen, betreffen vorwiegend den Bauernstand. Wie dieselben angefaßt werden sollen, ist Ihnen zur Genüge aus meinen letzten Auslastungen bekannt. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß es mir gelingen wird, dauernd Nützliches für Sie zu schaffen «nd mit ganzer Kraft will ich dafür eintreten. Ich möchte aber dringend davor warnen, überspannte Hoffnungen zu hegen oder gar die Verwirk­lichung von Utopien zu verlangen. Kein Stand kann beanspruchen, auf Kosten der anderen besonderSbevorzugtzu werden. DesLandesherrn Aufgabe ist eS, die Interessen aller Stände gegen einander abzuwägen und mit einander zu vermitteln, damit das allgemeine Interesse des großen Vaterlandes dabei gewahrt bleibt. Auf dem heutigen Tage ruht noch ein Schimmer deS Tages von Friesack. Möge uns der Blick auf jenen ernsten, schlichten, erzgerüsteten Mann daran erinnern, daß nur im Zusammenwirken von Fürst und Volk der Erfolg verbürgt ist. Im Begriff, in die Feier der 25jährigen Wiederkehr der Neuerrichtung des geeinten Vater­landes einzutreten, mögen wir besten eingedenk sein, wie nur die gemeinsame Arbeit aller deutschen Stämme und ihrer Fürsten das Reich gebaut. Unvergesten ist dabei der Ruhm der Brandenburger, vor Allem an jenen glorreichen 16. August. In Erinnerung hieran und mit dem alten Rufe, mit dem die reisigen Schaaren Berlins einst den Hohenzollern zu manchem Streite gefolgt sind . Berlin alleweil vorne und voran, erhebe ich mein Glas und leere es auf das Wohl der Mark und meiner Brandenburger."

Berlin, 23. Februar. Bei dem gestrigen Festmahle deS Deutschen Handelstages erwiderte Staatssecretär v. Bötticher auf den Toast deS Präsidenten Geheimen Eommerztenraths Frentzel:Wenn auch Unzufriedenheit herrsche und die bei Begründung deS Reiches aufgeflammte Stimmung nicht mehr vorhanden sei, so sei eS doch That- sache, daß wir uns mit immer größerem Stolze des geeinten Vaterlandes freuen. Wir dürfen an der Zukunft nicht ver- zweifeln, wenn uns auch einmal irgendwo der Schuh drückt. Unzufriedenheit könne fördernd wirken, wenn die Unzufriedenen ernstlich gewillt und bereit sind, selbst helfend zuzugreifen. Die Unzufriedenheit, welche Lärm schlage, weil es Einzelnen schlecht gehe, dürfe nicht über unS kommen. Der ehrlichen Arbeit deS Handelstages werde der Erfolg nicht fehlen. Möge Jeder den Kopf oben behalten. Hoch lebe der Handelstag 1"

Berlin, 23. Februar. Die Begründung einer großen Mittelstandspartei nach dem Muster des Bundes der Landwirtbe wurde in einer gestern stattgefundenen Delegirten- Versammlung der Berliner Innungen angeregt und beschlosten, eine umfangreiche politische wirthschaftliche Agitation zu ent­falten. Am 1. März soll eine große öffentliche Versammlung stattfinden.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den fetgenben Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.

Wien ab.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 24. Februar. Am 28. d. M. finden Hierselbst acht öffentliche Volksversammlungen statt, in denen die Berliner Arbeiterschaft gegen die geplante Mehrbelastung des Tabaks Stellung nimmt.

Zohaunisburg, 24 Februar. Bei der gestrigen Reichs- tagSErf atz wähl im Wahlkreise Oletzko Lyk-JohanntSburg wurde Oberpräfident Gras Stolberg (conf.) mit großer Majorität gewählt. Es stehen noch einige Bezirke aus, die indessen am Resultat nichts ändern.

Dresden, 24. Februar. Im Palais deS Prinzen Fried- rich August ist heute früh Feuer auSgebrochen. Der Schaden soll ziemlich bedeutend fein.

Budapest, 24. Februar. In der Angelegenheit betreffs Maßregeln zur Unter drück ung der focialistischen Bewegung tn Alföld fand gestern Nachmittag im Ministerpräsidtum eine Conferenz statt, zu welcher Ver­treter der Staatspolizei und der betreffenden Obergespane zugezogen waren.

Schemnitz (Ungarn), 24. Februar. In Berncsfalu wurde ein Dynamitattentat gegen den dortigen evange­lischen Pfarrer verübt. Zufällig hatte sich der Pfarrer mit seiner Familie auf den Hof begeben, als die Explosion im Wohnzimmer erfolgte, welche große Verheerungen anrichtete. Die in der Küche befindlichen drei Dienstboten wurden an die Wand gedrückt und waren betäubt. Die Thäter sind noch unbekannt.

Paris, 24. Februar. Bet der gestrigen Kammer­debatte verlangte auf der Tribüne ein früherer Dcputirter daS Wort. Derselbe mußte durch die Saaldtener entfernt werden. Es stellte sich heraus, daß derselbe irrsinnig war.

Bologna, 24. Februar. Die Unruhen unter den Arbeitern dauern fort, seit zwei Tagen kommen fortgesetzt Zusammenstöße vor, wobei eine größere Anzahl von Personen verwundet wurde. DaS Elend unter der Bevölkerung ist groß.